Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 17 (29.4.1927)
- Date
- 1927-04-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Zeitungen vom Verleger versendet. Journal expgdie par l’editeur. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Administration! Wien, 11.,Leopolds• fasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45*494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: »fir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PostsparhassenamiWiea, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko.N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 »p. 17 wiM-Braftisiava, 29. April 1927 ♦ב״ה וינח־־מחנססבורג כ"? ניסן תר&״ז 13. Jahrg. Der Kampf der Jewsektia gegen das religiöse Judentum in Russland. Die jiddische kommunistische Presse ruft zum Kampf gegen die religiöse Bewegung auf. Moskau, 15. April. (J. T. A.) Die jiddischen kommunistischen Zeitunsen in Rußland veröffentlichten in den letzten Tagen Artikel und Berichte, in denen darauf hingewiesen wird, daß in den von Juden bewohnten kleineren Städten die jüdisch-religiöse Bewegung immer mehr an Boden und der Klerikalismus an Einfluß gewinnt. Die Charkower Zeitung ״Stern“ vom 13. April bringt unter der Ueberschrift ״Wenn die Toten erwachen“ eine Reihe Berichte aus verschiedenen Orten, in denen zum Kampf gegen den ״überhandnehmenden Klerikalismus“ in der ״jüdischen Gasse“ aufgefordert wird. Es heißt darin, daß die ״Kehilloth“ in der alten Fom wieder aufleben und eine Art Be- Steuerung der jüdisch-religiösen Bevölkerung zugunsten der Rabbiner und der sonstigen religiösen Funktionäre einführen. Auch die verschollene ״Hefe- Steuer“ wird wieder eingeführt. Die Chedarim leben auf. Die jüdischen Handwerker halten wieder zu den Rabbinern. In einem Arikel werden alle, ״denkenden Elemente“ zu einem ״organisierten Widerstand“ gegen den voranschreitenden Klerikalismus aufgefordert. Es wird an die Resolution der letzten allrussischen Konferenz der jüdischen Sektionen der kommunistischen Partei erinnert, in welcher die Notwendigkeit des verstärkten Kampfes gegen •den K 1 e r i k a 1 i s m u s b etont wird. Der Zeitung ״Emes“ schreibt ihr Homeler Korrespondent, daß der Klerikalismus in den kleineren Städten seine früheren Positionen allmählich wieder erobert; der Rabbiner und die übrigen religiösen Funktionäre üben i h r e n E i n f 1 u ß auf alle Schichten der Bevölkerung, sogar .auch auf die armen Han dw erker und oft auch auf den Arbeiter aus. Die K e h i 11 a, die Chewra K ad i S ch ä, die Chedarim, Talmud Th 0 ras etc. organisieren sich wieder. Arme Handwerker lassen ihre Kinder in religiösen Dingen und Lehren unterweisen. Der Korrespondent empfiehlt als wirksame Gegenarbeit die Schaffung von Vereinen für gegenseitige Hilfe und sonstige Maßnahmen zur Besserung der schlechten!Lage der Bevölkerung. Aus den Berichten in der kommunistischen Presse geht hervor, daß der Verbrauch von Mazzoth in den diesjährigen Passah-Feiertagen gegenüber den früheren Jahren •ein gesteigerter war. Soweit die Meldung der JTA. Die ,-,Jüdische Presse“ hat die große jüdische Oeffentli’chkeit bereits einige Male auf die Kampfmethode •der Jewsektia aufmerk־ sam gemacht. Diese Kanipfnrethode der Jewsektia unterscheidet sich in. nichts von den Kampfmethoden •der Judenfeinde der ganzen Welt. Die Antisemiten .arbeiten überall mit den primitivsten' und dümmsten Mitteln. So können wir es oftmals erleben, wie in •der judenfresserischen Pesse mit dem Hinweis auf irgend eine ״bolschewistische“ Verschwörung die Entrechtung der Juden verlangt wird. Die Jewsektia in Rußland glaubt ihren erbitterten und g e 11׳ ä s s i g e n Kampf g e g e n d i e j ii d i s c h e Religion und gegen C h e d •e r und J e s c h iw a 11 zu r e c h t f e r t1 i g e n, wenn sie auf d 1 e ״k 1 e r i k a 1 e“ Gefahr aufmerksam macht. Wir können uns. daher darauf gefaßt machen, daß das religiöse Judentum, das die Institutipnen und Träger des religiösen Judentums einem neuen Ansturm der Jewsektia werden standhalten müssen. Diese neuerliche Kampfansage der jüdisehen Kommunisten in Rußland wird hoffentlich nicht ungehört verhallen. Bisher haben alle Versuche, die Aufmerksamkeit der großen europäischen und amerikanischen jüdischen Organisationen und ihrer Führer auf die bedrohte Situation des religiösen Judentums in Rußland zu iöfiken, in ganz;unerhörter Weise versagt. Das religiöse Judentum, seine besten Institutionen, seine hervorragendsten Verteidiger ׳siechen' allmählich hin. Die neugegründeten jüdischen Kolonien in Rußland mit ihrem frisch pulsierenden, blühenden Leben' bilden, einen geradezu unerträgliehen Kontrast zu dem Verfall der traditionellen Institutionen,, zu dem Versiegen des jüdischen Geistes in den alten, berühmten jüdischen Städten und Städtchen. •Die jüdischen Kolonien blühen dank •der Hilfsbereitschaft der amerikanischen Juden; die alten jüdischen Zentren verfallen dank der dumpfen Tatenlosigkeit jener Teile des jüdischen Volkes, die für die Erhaltung dieser kostbarsten aller Güter einzutreten die primitivste jüdische Pflicht hätten. P. Dame Julius Krupnik Wien Kaisersiroge Telephone größtes FANGOHEILANSTALT Mittelstandssanatorium r! ^2. WIENER KURANSTALT Wien, IX,, Lazarettgasse" Nr. 20 Telephon!25-0>83 , Klinisch-Diagnostisches HelllnstltutjgÄ^ * - ,י? Kuren täglich von 8 bis 6 Uhr feg:-"'■ Auf Wunsch streng rituelle Kost zugestelli™ SPEZIALKUREN gegen Ischias, Rheumatismus u• Neuralgien. Italienische Ischiaskuren. Malariafieberkuren. 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Man mag sich nun zu dem Meinungsstreit der Historiker wie immer stellen, so wird man doch ruhig sagen dürfen, daß man aus den Ergebnissen der soeben geschlagenen Wahlschlacht, in Wien sehr ernste, sehr bedeutsame Lehren ziehen kann, die eine so eindringliche,, überzeugende Sprache sprechen, daß man sich kaum ihrem Eindrücke verschließen dürfte. . Bei den )Kämpfen, ,die die zwei großen Heereslager, die in der Einheitsliste vertretenen Parteien und die Sozialdemokraten, führten, haben auch die Juden zweifeilos schwer gelitten. Unter den Verlusten der kleinen jüdisehen Parteien sind auch solche, für die sie nur sich selbst verantwortlich machen können. Die Zerklüftung und Zer- Splitterung, die Eigenbrötelei, die auch in schweren entscheidenden Stunden nur das Trennende und nicht das Einigende beachten läßt, hat dazu geführt, daß die kleinen jüdischen Parteien, die, wenn sie zusammen marschierten, beachtenswerte Erfolge erzielen konnten, getrennt nur geschlagen hervorgingen. Nicht erst nach, auch schon vor der Wahl wußten unbefangen Urteilende, daß die überwiegende Mehrheit der Wiener Judenschaft sich nicht im jüdisch-nationalen Parteilager finde und daher im gemeinsamen Kampf nicht unter der Parole der zionistischen Fraktion, die sich so• gerne als die alleinige Pächterin der jüdischen Interessen aufspielen möchte, geführt werden konnte. Die eigenwillige Verkennung dieser Tatsache hatte die nicht genug zu beklagende Folge, •daß das Judentum in Wien nicht auf neue Errungenschaften hinweisen kann, sondern im Gegenteil Erworbenes verloren hat. Die Lehren, die sich aus diesem Mißerfolge mit zwingender Macht ergeben, dürften nicht gewaltsam •mißdeutet werden. Die Einheitsliste, die den Gedanken der Vereinigung aller bürgerlichen Parteien gegen die, Sozialdemokraten• verwirklichen wollte, hat nicht' zu einer Vermehrung, sondern ‘ zu einer Reduktion des Besitzstandes geführt, über den die christlichsoziale Partei verfügt hatte. Der Initiator und Schöpfer der Einheitsliste ist der Bundeskanzier Dr. Seipel, der sich nach der Wahl wohl, gestehen wird, daß er rechtzeitig lange vor der Wahl vor manchem verhängnisvollen Mißgriff gewarnt wurde, der zweifellos schuld an dem Ausgange der Wahlen hatte, Selbst in. den Herrn Dr. Seipel sicherlich sympathisch In der ganzen Welt berühmt r Perücbenschöpfungen OTSDKAE SCHIFF. Wiei1'1*י Kä*ntneMing 6, Tel. 51-3-62 ■Bi M p l₪lllll1l|!₪!gegenüber dem Hotel Bristol iiiiiiiiillliiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiHiiiiiiEl WO mi! Perücken ml Transformationen kl||iMclAn DoaIcan trotz der gediegensten Qualität und sorgfältigsten Ausführung zu H7llllg5V6ll )*■dSCll