Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 14 (8.4.1927)
- Date
- 1927-04-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XeitviHgeti vÖitt Verleger vefseMbt. , Joürhäl expedie par rediteur. Tb. & jTte'jKr. JUDENTUMS Redaktion u. Administration! Wien, II., Leopoldsfasse!26, i. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. —Redaktionsschluss: SFfir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S!4 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen ffir Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr; 13.45S; für Polen: Postsparkassetialnt Warschati, Konto Nr, 190.409; für Ungarn« Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: PöstsparkasäenSmt Prag. Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt A gram,Ko, N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 •l>. u 8« April ב״ד.־ דנדדמרעסספומ ף ניסן תרפ״ז. 13. 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Wohl wurden von a r a b i s eher Seite A g 11 d a s J i s r 0 e 1 als der stärksten jüdischen Partei in Jerusalem ,im Falle eines arabiscti-agudistischcn Zusammengehens vier Mandate sichergestellt, der ziffernmäßige Sieg wäre aber in diesem Falle durch eine;innerjüdische Erzfehde erkauft worden. Die vier jüdischen Mandate, die die gesamte Bevölkerung Jerusalems repräsentieren, wiegen aber auch politisch mehr als vier Mandate, die durch ein Separatabkommen hätten erzielt werden können. Agudas Jisroel hätte auch durch s e löst ä 11־ diges Auftreten zwei sichere Mandate erreichen können, :allein das Gebot der Stunde verlangte ein einheitliches Vorgehen aller jüdischen Parteien, die mit vier Mandaten ihre Position 1 ׳m Stadtrat wohl verstärkt haben, aber infolge einer ׳ungünstigen-Wahl-; geometrie nochimmer eine ^um-geVrü g e n d e j ü d isehe Vertretung bilden. Immerhin, die vier eroberten Sitze haben im jüdischen Jerusalem eine große Freude hervorgerufen, daß diese vier Sitze durch eine einheitliche Liste •erreicht wurden, steigerte das Freudegefühl noch mehr, d a ß d i e s e E i n 11 e i t s 1 i s t e d u r c 11 Agudas Jisroel überhaupt ermöglicht w u r de, wirkte ge r a d e z 11 . sn $ at i 0 :1 e 11 nicht nur;in Jerusalem, sondern im ganzen Lande. Die jüdische Presse in Palästina mißt diesem Ereignis eine politische!B e d e :11111 n g erste n R a 11 g e s bei. Zur Charakteristik der Stimmung im Lande bringen wir hier folgende Stellungnahme des großen ■hebräischen Tagblattes ״Doar Hajom‘*: ״Dem Abkommen, das diese Woche zwischen Waad Leumi und Waad Haair auf der einen und Agudas Jisroel auf der anderen Seite getroffen wurde, i s t politische Bedeutung ersten Ranges beizumessen. Wer den Verhandlungen beigewohnt hat, muß zu der Ueberzeugung kommen, daß es an gutem Willen auf beiden Seiten nicht gefehlt hat. Von seiten der Agudas Jisroel wurden ernste Be- Strebungen gezeigt, Gegensätze ausztigleichen, und man fühlte, wie sie der Gedanke schmerzte, durch ein N i c h t z 11standekommen des Abkommens mit einem Teil der arabischen Gegner zusammeng e 11 e 11 zu m ii s s e n. Es ist der ehrliche Schmerz, der im Herzen eines jeden wahren Jehudi brennt bei dem Gedanken an einen Chilul haschem. So wurde das Gefühl der Brüderlichkeit und Gegenseitigkeit auf beiden Seiten gehoben. Schreiber dieser Zeilen hatte den Ein■* druck, daß es nach Schließung des Abkommens den Vertretern der Agudas Jisroel wie ein Stein vom Herzen fiel, denen es auf der einen Seite unmöglich s c h i e n, au f ihre Ansprüche zu verzichten, aber auf der anderen Seite noch u n e r t r ä glieber war, einer arabischen Partei die Hand zu bieten und damit den eigenen Brüdern Steine auf den Weg zu legen. Bis zur Unterschrift bekundete noch jede Partei den Ehrgeiz, nicht nachzugeben, und selbstverständlich gab es extreme Elemente, an denen das Ganze hätte scheitern können. Allein der Wille der Agudaführ er siegte über jede kleinliche Demagoie und das Abkommen wurde erreicht. In der' Hauptsache ist zu betonen, daß heute ei« anderer Geist in der Agudas Jisroel herrseilt und wir dank diesem Umstande heute die Sehlagworte vom ״Handreiciien aü die Frevler“ mit Bezug auf Verhandhingen mit dein Waad Haleumi nicht •mehr hören. Auck verstummten all die Extremen, die es in der Uebung hatten, jedem das Maß des Kaschrus und der Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft zu bestimmen. Man kann mm sagen: Hätten die Stadtr a t s w a 111 c 11 keinen anderen Z w e c k e r f ii 111 als die An 11 ä 11 e r u n g zwischen A g ti d a u n d Waad H a i r, so wollen wir sie begrüßen. Diese Annäherung eröffnet einen neuen Weg zu weiterem Zusammengehen wenigstens nach außen hin, den« dieses liegt irn festen Willen der Agudas jisroel. Sagen wir es frei und öffentlich heraus: B c i u 11 s herrschte eine irrige Ansicht über die Agudas J i srocl. ׳Haben wir uns ja von ihnen weit entfernt und wollten sie nicht verstehen. Wer aber nur einmal mit ihnen in nationaler oder Gemeindea 11 g c 1 e.g e n h e i t i 11 V c r h a 11 d 111 n g trat, spürte auf das erste A11 klopfen, daß ein jüdisches Herz in diesen Kreisen schlägt, und dieses sucht eine befriedigende Lösung. Das Abkommen, das heute auf Bemühen der Herre* Josscf Mejuchas und Chairn Salomon vom Waad Haair, Jossef Eljaschar von der Scfardimgenieinde und Rabbiner j 1111 g g r e i ß, K a t z c n e 11 e 11 b 0 g e n, L ö b c 1 und Po r usch von seiten der Agudas Jisroel getroffen wurde, soll, unsfals :Anfang ..dienen, der zut3,״ve!itere» Fortsetzung ermutigt. Es erübrigt sich, zu sagen, dat Vereinbarungen Konzessionen von beiden Seiten beanspruchen. Und mußten auch die ersten Konzessionen von Waad Haleumi und Waad Haair gemacht werden, se schadet das nichts, denn auf unser Nachgeben folgte auch ein solches der Aguda. Wenn wir vou Konzessioneii der Aguda sprechen, so muß betont werden, daß solche keineswegs auf Kosten der reügiösen Ueberzeugung verlangt werden. Solche Opfer an der heiligen Ue b e r ze 11 gu 11 g d ür f e ri u n d können nicht verlangt werden und wären auch nutzlos. In keinem jüdischen Gehirn kann der Gedanke aufkommen, die Männer der Agudas Jisroel zu modernisieren, im Gegenteil, wir wollen wohlwollend zu ihnen hinsehen, wie zu Juden, die der Religion treu ergeben sind! Nur eines verlangen wir von ihnen: Keine Phrase und keine Hartnäckigkeit. Und wie wir selbst uns der Toleranz befleißigen-wollen gegen alle Menschen und Ansichten, so verlangen wir die gleiche Toleranz von ihnen, Toleranz im vollen Sinne des Wortes und in ihrer praktischen Ausführung, wie wir es von den Engländern in diesem Lande lernen können. Eine solche Toleranz der Aguda bedeutet die Zustimmung zur. Kandidatur BeH Zwis, der. gewiß kein Orthodoxer ist, aber auch kein Führer der Linken. Solche Toleranz bekundete auch Rabbiner J u n ■g g r e i ß i n d e r Verhand- 1 u n g. Wird dieser Geist sowohl von der Aguda wie von Waad Haleumi weiterverbreitet, so ist die geeinte Front nach außen nicht mehr’ fern und der Frieden wird sich dann zu einem inneren Frieden a u s b a u e u. Das jetzige Abkommen ist aus der Notwendigkeit der Ereignisse heraus geboren und wird dem permanenten F r i eden dienen. Es ist dies das erste Blatt an der Friedenspalme, der Agudas Jisroel gereich t.“ Es ist sicherlich nicht unsere Absicht, die Entdeckungsfreude des ״Doar ׳Hajom“ und der zionistisehen Welt, die er repräsentiert, zu ,verderben. Es soll nur festgestellt werden, daß in diesen zionistischeu Kreisen Agudas Jisroel in der ganzen Welt, speziell aber in Erez Israel immer in!der v e rzerrten Maske eines V 01 k s ver r ä t e r s gezeigt wurde.;SW■»■•.(?■‘,'■!! r . י WO «IB trotz der r ii c e 11.׳ und Transformatioiieiij Qualität und sorgfäitigateiii Atisföfcrmig zf Wien, I., Kä»tnef*ing 6, Tel. 5J-3-62 _igegenttbet dem Hotcl Bristol _ ^9999999999944154 48235348894853534848534848532323