Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 13 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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5titt 98 JÜDISCHE PRESSE Nr. 13 rowcr bereits Schule gemacht hat. Wir werden bald sehen, daß die rumänische Regierung die Stellungnahmen von Oberrabbiner Nemirower und Oberrabbiner Dr. Mark, amtlieh verbreitet. Die amerikanische Judenheit, für welche diese sonderbare Expertise bestimmt ist, wird kaum auf die Ansichten dieser Rabbiner etwas geben. Zionistischer Purimzauber. Vbn Selah. Man ist gewöhnt, in den zionistischen Blättern bibelkritisch verbrämte Aufsätze bei jeder Gelegenheit zu lesen, oder besser gesagt ungelesen zu lassen.!Eine solche Gelegenheit ergibt auch' Purim. Die tschechoslowakische Zionistenpresse kennt; im großen und ganzen nur zwei Föste:‘ Chanukah und Purim; ersteres wird alljährlich in unzähligen Festen und Leitartikeln als Fest des Muskel- Judentums gefeiert, letzteres als jüdisches Volksfest, und da man •dieses Volksfest schwerlich zu einer Apotheose des Reinnationalismus gebrauchen kann, so ist es ganz nebensächlich, warum es gefeiert wird. Unter den diesjährigen Festartikeln sei besonders einer der ״Jüdischen Volksstimme“ in Brünn erwähnt, in welchem ein Herr Dr. König unter •Aufwand vieler Gelehrsamkeit darzutun sucht, wie Mardochai kein anderer als der alte Götze Marduk, Esther niemand .anderer . als die Astarte oder Aschtores sei und wie der Name Purim eigentlich von dem Sternbilde, des Stieres herkomme: ״Porim“. Dem heidnischen Feste hängte man dann ein . monotheistisches Mäntelchen um. Wir erinnern uns, ähnliche Wissenschaft . schon anderswo verzapft gesehen zu haben (auch bei dem Antisemiten Radhausen), aber daß ein jüdisches Blatt, noch dazu ein jüdischnationales, sich dazu hergibt, bleibt traurig und beschämend. Beschämend, besonders weil die Leistungen der jüdischen Gelehrten (Jampel!), die von Juden und Nichtjuden anerkannt, das Tatsächliche der Estherrolle beweisen, den jüdischen Fachmännern (!) oder denen, die ׳sich dafür ausgeben, unbekannt sind, traurig, weil gerade die ״Jüdische Volksstimme“ in Brünn, solange ihr Begründer Max Hichl lebte, wirklich religiös geführt wurde und sie aus dieser Zeit!sich noch immer eine Reihe religiöser Mitarbeiter und Leser erhalten hat. Nachrichten. 101 Dreizehnte Generalversammlung der ״Einheit“. Bei der am Vormittag des 27. März in der ״Einheit“ selbst abgehaltenen Generalversammlung konnte der Präsident des Vereines, Herr Bernhard Hofbauer, als Ehrengäste begrüßen: Frau Dr. Grunwald namens der ״Weiblichen Fürsorge“ und die Herren Vizepräsident Dr. Jakob Ornstein für den Kultusvorstand, Kultusvorsteher Wolf Pappenheim für die Adas und Agudath Jisroel, Kultusvorstand Viktor Bauminger und Isidor Austerlitz für die Wiener Misrachi-Organisation, Kommerzialrat Karl Klemperer für die Zentralstelle für jüdische, soziale Fürsorge, ׳Ehrwürden Dr. Armand Kaminka namens der ״Israel Allianz“, Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Joel Pollak für die ״Talmud Thora“, Ing. Ludwig Kritzler für die ״Jessod Hathora“, Isidor Frommer für die Krankenküche, Sigmund Figdor für Tö'mech Ewjonim. Den Rechenschaftsbericht erstattete Herr Direktor Dr. S. Krenberger: auch der Kassabericht wurde verlesen. Herr Direktor Krenberger gab ein Bild der schweren Kämpfe des Vereines um seinen Bestand und rühmte hiebei die Tätigkeit der Herren Moritz Felsenbürg, Adolf Fischer und Max Hofbauer. Die Besucherzahl der Küche wächst täglich und ist jetzt auf mehrere hundert: Personen pro Tag gestiegen. Es besteht eine allgemeine und eine Mittelstandsküche. Der Mensa academica ritualis werden seit dem Herbst für die rituell lebenden Hochschüler täglich 70 Portionen gegeben und seit kurzem wird dem jüdischen Kindergarten in der Brigittenau Essen geliefert. Durch einige Zeit, bis die eigene Schulküche installiert wurde, lieferte man auch der Talmud Thora- Schule, II., Malzgasse. Für Behörden und Aeniter steht die ״Einheit“ auch stets zur Verfügung. Die Sabbate und Feiertage werden für die Besucher festlich gestaltet.7 Namentlich am Pessach ist die Leistung der ״Einheit“ eine glänzende. Während in Europa die Institution der Volksküchen erst im 18. Jahrhundert aufkam, erwähnt der Talmud schon die Einrichtung der Tamchuj und Kuppah, v,on denen die eine täglich gekochte Speisen verabfolgte, während die andere einmal wöchentlich Lebensmittel abgab, wohl für die verschämten Armen. Und indem der Berichterstatter auf die im jüdischen Schrifttum durchgängig erwiesene und als Gebet empfohlene Nächstenliebe I שר של פסח Verbürgt reines Fett aus Kokos« nüssen. Die Kokosnüsse werden bei der Kunerolwerke A. G.j’Wien« Atzgersdorf, gepreßt und die Er« * zeugung steht bis zur Verpackung des fertigen Fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirksrab« biners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. Kunerol kann daher von jedem Streng־־ gläubigen ohne Bedenken zur Zubereis tung der Speisen verwendet werden. hinwies, bat er um kräftige Unterstützung der ״Einheit“. Dies versprachen auch in warmen und lobenden Worten die Herren Vizepräsident Dr. J. Ornstein. Wolf Pappenheim, Dr. Joel Pollak und Isidor Austerlitz. Auf Antrag des Herrn Revisors Emil Kritzler, der die Buch- und Kassaführung lobte, wurde dem Vorstand Dank und Anerkennung ausgesprochen. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Dr. Josef Bondi, Moritz Felsenburg, Adolf Fischer, Bernhard Hofbauer, Max Hofbauer, Direktor Dr. S. Krenberger, Hermann Kuner, Prof. Dr. Heinrich Neumann, Dr. Wolfgang Pollaczek, Dr.!Isidor Reiniger, Architekt Ignaz Reiser, Dr. Dagobert Rybaczewski, Nathan Schiff, Lipe Türkei und Frau Henny Schreiber. Als Revisoren: Jakob Fuchs, Emil Kritzler und Jakob Stern. E Ein neues Branchen-Telephon- und Adreßbuch. Die österreichische Wirtschafts weit hat es bereits von jeher als Mangel empfunden, daß bei uns kein umfassendes Branche n - Adreßbuch der Telephonabonn e 111 e n besteht, wie solche anderwärts vielfach aufliegen. Diesem Bedürfnis hat nun Regierungsrat Alfred Lergetporer (Verlag Wien, II., Praterstraße 15) abgehohen, indem er unter Mitwirkung der Wiener Kaufmannschaft, der einzelnen Verbände und Vereine das ״Branchen- Telephon- und Adreßbuch .1927 für Wien“ herausgab. Das für die Geschäftswelt ka u rn entbehrliche Nachschlagewerk, das zirka 750 Seiten umfaßt, besteht aus zwei Teilen. Der erste ist den Behörden, Öffentlichen und Privatinstituten, Unterrichtsanstalten, Zeitungen etc. (Gesundheits-, Wohlfahrts-, Rechts-, Sicherheits-, Verkehrswesen) gewidmet, während im zweiten Teil der Firmen- Wortlaut, Adresse und Telephonnummer aller in Wien bebildlichen Geschäftsbranchen (Industrie, Handel und Gewerbe) verzeichnet ist. Als besonderer Vorteil des Buches muß hervorgehoben werden, daß im redaktionellen Teil jede Inserierung oder Bevorzugung vermieden wurde und alle Firmen in gleicher Schriftgröße und Reihung erscheinen. Der am Rande der Buchblätter eingekerbte alphabetische Index ermöglicht die denkbar rascheste Erfassung der gesuchten Branche, weshalb es erklärlich ist, daß das Nachschlagewerk sofort bei seinem: vor einigen Tagen erfolgten Erscheinen eine allgemein beifällige Aufnähme fand und bereits heute zum Großteil vergriffen ist. Der Ladenpreis des elegant ausgestatteten Buches beträgt SS. ■ Zunahme der Sterblichkeit unter den Juden Wiens. (J. T. A.) Laut den letzten statistischen Feststellungen hat die Sterblichkeit unter der Judenschaft Wiens in' den letzten Monaten in einer erschreckenden Weise zugenommen. In der Regel zählt man zweimal so viel Todesfälle als Geburten. In der letzten Woche zählte man sogar 78 Todesfälle und nur 22 Geburten. Die Ursache liegt zu einem Teil in den im Frühjahr grassierenden Krankheiten, hauptsächlich aber ,in dem jüdischer! Massenelend. Den jüdischen Institutionen fehlen' die Mittel , für eine um- I fassende Fürsorgetätigkeit, die gewiß der ungewöhnlichen Sterblichkeit entgegenwirken "würde. Eine Jeschiwah in Montreux. Ein lang gehegter Traum, auch in der Schweiz eine Thoralehrstätte zu errichten, soll sich jetzt dank der Initiative des Herrn B o t s c h k o in Montreux verwirkliehen. Es ist ein Gebot der Stunde, das!Interesse der Judenheit des Westens auf dieses jüdisch-kulturelle Ereignis zu lenken. , Das Lehrinstitut, das ein Novum für die Schweiz bedeutet, stellt den großartigen Versuch dar, durch Errichtung einer Filiale der weltberühmten litauischen Lehraustalten in der Schewiz unserer lernbeflissenen jüdischen J\1 geud die Gelegenheit zu bieten, sich vermittelst einer pädagogisch hochwertigen, altbewährten Methode griindliches jüdisches. Wissen anzueignen. Wer einmal den Unterschied erkannt hat, der zwischen echtem, auf Quellenkenntnis beruhendem Wissen und jenem Pseudowisseu besteht, das nur aus zweiter und dritter Hand schöpft, wird auch die große Bedeutung dieser Lehrmethode erkennen. Denn diese führt unmittelbar zu der ״lebendigen Quelle“ der Thora selber, zu jenem unversiegbaren Born, aus dem das Judentum in all den Zeiten seiner an Leiden reichen Geschichte die lebenspendende Kraft bezog. Die geheime Kraft der Unvertilgbarkeit des jüdischen Volkes Hegt in der Hochhaltung und Pflege jüdischen Geistes und jüdischer Lehre. Jeder dahingehende Versuch, das jüdischgeistige Niveau in unserem, dem Zuzug frischer Kräfte sich hermetisch abschließenden Lande zu heben, ist darum aufs wärmste zu begrüßen. Ueber den inneren Aufbau dieses Lehrinstitutes in Montreux sei noch folgendes ergänzend mitgeteilt. Die Jeschiwah wird zwei Gruppen umfassen, die eine gebildet von litauischen □ת? מידי חכמי, die der Elite dpr dortigen Jeschiwah entnommen sind, die andere wird sich von den levnbeflissenen jungen Leuten des Westens zusammensetzen, für deren Aufnahme• in'die Jeschiwah allerdings talmudische Vorkenntnisse Voraussetzung sind. Zwischen den beiden Gruppen wird ein enger geistiger Kontakt bestehen, wodurch eine Steigerung des Lerneifers und eine gegenseitige Anregung, Bereicherung und Vertiefung des Wissens erzielt werden wird. Durch ihre älteren, talmudisch gründlich durchgebildeten Kameraden und durch die der Jeschiwah zugeteilten drei Dozenten werden die Jünger des Westens mit der einzigartigen litauischen Lehrmethode vertraut gemacht werden. Diese zielt darauf hinaus, durch eine lebendige, geradezu plastisch-anschauliehe Behandlung der Materie bei dem Schüler das Verständnis zu wecken, ihm eine leichte Erfassung des Wissensstoffes zu ermöglichen und ihn zu selbständigem logischen Denken und Lernen zu erziehen. Diese Jeschiwah, durch die litauischer Thorageist im Westen hineingetragen werden soll, wird בע״ה mit der Zeit zu einer mächtigen Thorastätte ausgebaut werden, die der• Judenheit •der Schweiz zur Ehre gereichen soll. Eltern, denen es an der Erhaltung ihrer Kinder in der jüdischen Pflichtentreue zu tun ist, die ihre Kinder mit Thorageist bereichern, mit Liebe für das Judentum erfüllen und damit an der Sicherung der jüdischen Zukunft mitarbeiten möchten, seien darum auf die Thoralehranstalt in. Montreux, die s. G. w. Rosch Chodesch Ijar 3. Mai eröffnet wird, auf das dringendste hingewiesen. Die Adar-Aktion. J c r u s*a 1 c m (AJPB.) Anläßlich der Adar-Aktion der Palästinazentrale der Agudas Jisroel zugunsten ihres Erez- Jisrocl-Schulwerkes haben die palästinensischen Rabbonim: Oberrabbiner Sonnenfekl (Jerusalem), Rabbiner . Elija.hu Klatzkin (Jerusalem), Rabbiner Melzer (Jerusalem)״ Rabbiner Silbermann •(Jerusalem), Rabbiner Rubin (Jerusalem), Rabbiner Kliers (Tiberias) einen zündenden Aufruf an die Diaspora-Judenheit veröffentlicht, in welchem die Jereim der ganzen׳ Welt auf das eindringlichste aufgefordert werden, den gesetzestreuen Chimuoh in Erez a Jisroel nicht!in Verfall geraten zu lassen!und die jüdische Jugend in Erez Jisroel vor ihrer Auslieferung an die nichtreligiösen Kreise zu bewahren. Ein vereinigter jüdischer Wahlblock in Jerusalem mit Einschluß der Agudali. Jerusalem, 21. März. (J. T. A.) Im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen zu den Munizipalverwaltungen in Palästina hat sich :in Jerusalem die ״Wählerschaft .aller!jüdischen!Parteien ■m i t E i n s c!h 1 u! ß!der A!g u •d!a s J i ׳s r 0 e 1 zu einem Wahlkommen Tage herbei, spricht G-tt, mein Herr; ich schicke Hunger in das Land, aber nicht Hunger nach Brot, nicht Durst nach Wasser, sondern zu vern ■e h m e n d i e W 0 r t e G-t t e s. ('עמום ה) יא). (Fortsetzung folgt.) Rebbe reb Elimelecli. Von Salomon Leuchtmann (Oradea). Wie eine phänomenale Erscheinung aus der Dichte vergangener Zeiten, ragt uns empor die Riesengestalt des Rebbe reb Elimelechs, des berühmten Lizsensker Rebben, Verfasser des chassidischen Sefers: Noam Elimelech. Am 21. Adar waren es 140 Jahre, daß er aus dieser irdischen Welt geschieden und!in das ewige Leben eingezogen ist. Er war ein Schüler des berühmten Mezeritscher Magid: Rebbe reb Ber. Aus der Schule dieses Mannes sind die größten und angesehensten Anführer der Chassidim hervorgegangen, ,wie: der Tanje, Rebbe reb Smelke .(Nikolsburg) und dessen Bruder der Hafloh (Frankfurt), Rebbe reb Levi Jizchak. (Berditsev), reb Jisroel, der Koznitzer!Magid und noch andere große Männer und unter diesen Leuchten Israels und der chassidischen Welt war speziell als ״Rebbe“ vielleicht der Rebbe reb Elimelech der größte. Mit Ausnahme des Baal Scherns sind vielleicht von keinem einzigen Rebben soviel Legenden bekannt als von R. r. Elimelech. Unzählig sind die Uevdes, welche in Zusammenhang mit ihm in chassidischen Kreisen im Umlauf sind, uns sein Andenken mit einer Glorie umgeben. Aus weiten Ländern, aus den entferntesten Gebieten piigerten %die Menschen zu ihm, um mit ihm zusammen zu beten, um seinen zu G-ttesfiircht und zu G־ttesliebe anspornenden Worten zu lauschen, um seine volle Hingebung, das Aufopfern seines Selbst, sein Messiras Hanefesch für eine jede Mizwoh zu schauen. Schicksaisbedrängte Mensehen eilten zu!ihm, daß er für sie bete. Kranke kamen zu Ihm, um sich an seinen Worten zu laben. Und daß der Weg dieser Hilfebedürftigen nicht resultatlos war, bestätigen auch die Zeitgenossen •des Rebbe reb Elimelech. In den Haskomos zum Noam Elimelech schreibt ein Rabbiner, ein Zeitgenosse von Rebbe r. Elimelech über ihn :עקימת שפתיו הרי מעשה רב להושי׳ע. Wennn er nur seine Lippen verzog, brachte dies oft schon Hilfe. Sein Glaube war. so unerschütterlich, sein Vertrauen auf G-tt war so grenzenlos, daß er von einem Tag auf den anderen keine finanziellen Fürsorgen zu treffen sich erlaubte. Geld durfte bei ihm nicht übernachten, noch am selben Tage verteilte er es unter den Armen. Man erzählt von ihm, daß, wenn ohne seinen Wissen Geld in seinem Besitze war, mied der Schlaf seine Augen und er konnte nicht einschlafen. In solchen Fällen hat man solange herumgesucht, bis man das Geld gefunden und es an einen Armen verschenkte. Charakteristisch für die große Verehrung seines Andenkens ist der in chassidischen Kreisen verbreitete Glaube, ׳daß derjenige, der sein Grab in •Lizsensk einmal besucht hat, nicht ohne Tschuvoh stirbt.! Vor zirka 25 Jahren war auch ich einmal in Lizsensk mit einigen meiner Bachurimkameraden aus der Jesivoh in Hust. Wir waren Schüler des berühmten Rabbi Mosche אף למהדרין מן המהדרין כשי שד פסח streng aus Palästina, von der Firma Friedmann, Haifa, und alle anderen ausländischen Spezialweine zu mäßigen Preisen, liefert Wien, 11., Tandelmarktgasse Nr. 8 Telephon 47-4-57 Auf Verlangen bei größerer Abnahme ins Haus zugestellt. Grünwald, Oberrabbiner in Hast, und sind zur Hochzeit seines Sohnes, des heutigen Oberrabbiners in Ungvar, nach Polen gefahren; und da der andere Tag eben der Jahrzeitstag von Rebbe reb!Elimelech war, sind wir auch nach Lizsensk gereist, um wenigstens einmal im Leben am Zion dieses heiligen Mannes zu sein. Andacht, Furcht und heiliger Schauer bemächtigten sich dort des Menschen bei dem Gedanken, daß nur eine Erdschicht ihn von demjenigen Mann trennt, der einer der größten Rebbes aller Zeiten war, der mit esinem Willen Schicksale lenkte und beeinwar, der mit seinem Gebet Verhängnisse abwehrtp, dem der Gerechte und Fromme nur mit Scheu zu nähern sich wagte und dem der Sündige mit Zittern auswich, vor den! die Taten und Gedanken der Menschen und ihre ganze Seelenwelt wie offene Bücher jagen. Den Noam Elimelech hat er nicht selbst geschrieben, sondern sein Sohn und Nachfolger, der Rabbi Elazar hat die Sprüche und Lehren seines Vaters abgeschrieben und dann diese Abschriften seinem Vater vorgelegt. Der Rebbe reb Elimelech hat seine Einwilligung gegeben, daß das Sefer nach seinem ,lode gedruckt werde. Dieses Sefer wird in chassidischen Kreisen so hochgeschätzt, daß dasselbe als ״Sguloh“ im Hause betrachtet wird. Mit Ausnähme jener Stellen mit kabbalistischen Beziehungen ist dieses Sefer für jeden verständlich geschrieben. Von einem jeden Wort desselben spricht und drängt sich hinaus die schwärmerische Liebe, die volle Hingebung, die das ganze Wesen von Rebbe reb Elimelech zu dem Schöpfer der Welt, zu der Thora und zu Israel erfüllte. Das Sefer enthält Weisungen und Lehren an die Zadikim in Israel, stets als Fürsprecher des jüdischen Volkes zu dienen. Warnt den Menschen vor Ehrgeiz, Stolz und Hochmut. Lehrt den Menschen seine Schwächen abzustreifen, seine menschliehen Begierden zu beherrschen und sich zu vervolikommnen, damit er rein und edel zu G-tt sich nähern könne. Diese Lehren charakterisieren den Noam Elimelech und zeigen uns die Größe und Seelenadel des Rebbe reb Elimelech, der eine Leucht•: des Chassidismus für alle Zeiten bleiben wird.