Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 10 (11.3.1927)
- Date
- 1927-03-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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589 ünlveraitatnbibliothek, Wien, L»־r er leger versendet. Journal cxpädic par: PcdHisär.; JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion a. Administration! Wien, 11.,Leopoldsgasse 86, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 4594*4־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: #ir Artikel Sonntag, (ür Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen fflr Oe»terreich! PesUparkatseiiaantWfen, Kaut• Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassen*»! Warschau, Kaato Nr, 190.40$; für Ungarn: Postsparfeassenamt Budapest, Kant« Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassen!»! Pm. Konto Nr. 53,386: für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agrata.Ks.N. 4B.217; für die Schweiz; Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Dentscbfand: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619' Rr. 10 1 Wian-Bvatiaiawa, 11. März 1927 .כיד. וינדדפחגססבורג ד אדר כ׳ חופיז 13. Jahpg« jj PtTElj lör die Dame Modenpalais Julius Krupnik Wien, VII., Kaisersira$e II!15!־׳113״ Telephone 32-4-62, 34-4-29 Anerkannt größtes Spezialhaus Oesterreichs Kämpft Amalek, noch? - — In dem Bestreben, dem Gebot des Kampfes gegen Amalek in irgend einer Weise gerecht 'zu werden, stößt inan oft auf die Frage, ob es denn nicht überhaupt an einem Gegner fehlt. Alle Abwehrkämpfe gegen Antisemitisums fallen ja eigentlich nicht in den Bereich dieser Pflichten. Denn mit dem Wort Amalek verbindet sich eine ganz eigenartige Stellung gegen Israel, die• auch eine eigenartige innere Verfassung der jüdischen Gemeinschaft voraussetzt. Es gibt tatsächlich nur eine einzige Konstellation, bei der von einem Kampfe Amaleks gegen Israel und von •einer Pflicht des Gegenkampfes die Rede sein kann. Diese Konstellation ist nicht durch äußere Gesehelmisse bedingt. Wie war es doch? ln bitterer äußerer Not war Israel zu einem Volk 'von Zweiflern geworden. Einen festen Punkt hatte die jüdische'*•Gemeinschaft in allem Leid und bei aligr Drangsal gehabt, ihn hat er bei Rephidim aufgegeben. Bei Rephidim hat es seinen G-tt verloren in der Stunde, da. es rief: ״Ist G-tt in uns oder nicht?“ bei Rephidim war Israel zu einem Volk geworden gleich anderen Völkern, das seine ganze Politik nach den jeweiligen Forderungen und Stimmungen des Tages einstellt. Und da kam die Umwelt, verkörpert in Amalek, und handelte mit Israel mm ebenso, wie die Völker der Welt miteinander!landein. Siegen konnte Israel nur, weil es seinen G-tt im Gewühl der heißen Schlacht wieder gefunden hatte. So oft aber im Laufe der Geschichte Israels die oben geschilderte Konstellation wieder eintrat, so oft stellte und stellt auch Amalek sich ein. Daraus kann mau ermessen, welche Konsequenzen die nationale Gesamtassirmiation nach sich ziehen muß. { Wenn Israel den Glauben an die unmittelbare, siipranaturale Einwirkung des Allmächtigen auf die Gestaltung seiner Geschicke ausschließt, wenn Israel nicht nur für den einzelnen, sondern sogar für die Gesamtheit eine Politik der G־ttesferne einschlägt, dann kreuzen sich seine Wege mit Amalek. Dann gelten für die Beziehungen der jüdischen Genieiiischaft zu ihrer Umwelt, nur noch die materiellen Gesichtspunkte von Macht und Geld. Die Wertung der I ideellen Momente hört auf: dieses g-ttesforne Israel vorsucht es. als Machtfaktor sich in den politischen Kalkül der Mächte dieser Welt einzufügen und es entsteht das Zerrbild einer Schwäche. Amalek aber triumphiert, wenn der einzige Fels, der bis dahin einer nur mit Gewalt- und Machtspicl aufgebauten Weltordnung getrotzt liat, rinn auch von den brandenden Wogen dieser Gcschichtsauffassimg umtost und uiiterwählt wird. Wem! Israel als Israel müde und rcliquiert ist. dann hat Amalek leichtes Spiel. Amalek kämpft dagegen, daß da eine Menschengruppe in den Entwicklungsgang der Menschheit den Gedanken an •den Sieg des Schwachen bringt und in Lied und Verheißung an die Alleinherrschaft des Geistes mul des Herzens malmt. Man gelte durch die Kabinette und Parlamente: dort wird man die Spuren Amaleks finden. •Dagegen'gilt es zu kämpfen, bald duldend und schweigend, bald fastend und betend, bald singend und lehrend, immer aber das Haupt hoch erhoben im Bewußtsein der beglückenden G-ttcsnähc. P. K. Die Arbeiter und die Aguda Vertreter der a g u d i s t i s c 11 e n Arbeite ro r g a n i s a t i 0 n ״Poale Agudas Jisr.oel“ weilen zurzeit in Wien. Nachdem sie bereits mehrere europäische Staaten aufgesucht hatten, möchten sie auch in Wien Interesse für die Bedürfnisse dieser agudistisehen Arbeiterorganisation erwecken. Es wird tatsächlich in agudistischen Kreisen wenig Auf merk־' samkeit den Poalim zugewendet. Es ist noch in allgemeiner Erinnerung, in welch warmen Tönen die amerikanischen Journalisten, die an der Kenessio Ged.au 10.in Wien teilgenommen haben, das Auf- _.treteulder: Abgesandten de.r-Poa|e: Agudas Jisroel be« grüßt haben. Das scharfe Äuge der. Amerikaner hat in der Bildung einer agudistischen Arbeiterorganisation geradezu einen Wendepunkt 'in der Ges c 11 i c h t e der j ü d i s c h e וו A r b'e i t e r be w eg u n g e r b 1 i e k t. Tatsächlich ist die Organisation der Poale Agudas Jisroel eine Angelegenheit, die sicherlich nicht nur für die Aguda allein bedeutsam ist. . , Die moderne Arbeiterbewegung vollzieht sich in den Formen des Klassenkampfes. Das Judentum als Lehre und als Bekenntnis, ’d'äs jüdische Volk als Träger dieser Lehre müßten, ‘ versagen, wenn die arbeitenden Söhne des Völkes nur die eigenen Klasseninteressen im Auge hielten und diese Klassen- Interessen mit Zertrümmerung aller anderen Güter des Volkes erreicht werden könnten. In Osteuropa, wo eine breite Schichte von thoratreuen Arbeitern und kleinen Angestellten vorhanden ist, tauchte zuerst der Gedanke auf, die wirtschaftlichen Interessen dieser Schichten bei voller Berücksichtigung des Thoragesetzes auf umfassen d e r 0 r g a n i s a ti 0 n s g r u n dläge zu verteidig eil und zu wahren. Rasch gelang es den Poalim in Osteuropa, besonders aber in Polen, ihre eigene Organisation, ihre eigene Presse zu begründen. Die Macht dieser Organisation macht sich bei den Wahlen zu den fachlichen Körperschaften und Krankenkassen ebenso bemerkbar wie bei den Wahlen der jüdischen Gemeindevertreter und Parlamentarier. Höher aber als diese äußere Erscheinungsform ist die innere erzieherische Arbeit der Organisation der Poale Agudas Jisroel zu schätzen. Der jüdische Arbeiter, aucli der gesetzestreue, muß für seine karge Existenz einen bitteren Kampf führen. Um in diesem Kampf den Erfolg zu sichern, war früher der jüdische gesetzestreue Arbeiter gezwungenpsich Arbeiterverbänden anzuschließen, denen er nicht nur einen Organisationsbeitrag leisten mußte, sondern auch den b e;s t e n Teil seiner jüdischen Seele als T r i b u t z o 111 e. Dieser Gewissenskonflikt ist dem thoratreueN jüdischen Arbeiter seit der Gründung der Poale Agudas Jisroel erspart. In dem aufstrebenden Palästina sind die Arbeiter der einflußreichste Faktor׳ de.s Landes. Die allgemeine jüdische Arbeiterorganisation in Palästina ist ganz nach europäischem Muster, ganz nach marxistischem System aufgebaut. Der t ho r a- 11־ e u e A r b e i t e r i n P a 1 ä s t i n a n; u ß t e s־e i 11 e ■Zugehörigkeit zu dieser Arbeiter* 0 r g a n isa.t i 0 n e b e n s 0 111 i t s e i n r jüdischeM. Seele bezahlen wae seI n G e s i ri nu 11 gsgeV n 0 ss ein Pole 11. Die Gründung auf thoratreuer Grundlage stehender Arbeiterorganisationen in Erez Israel war ebenso eine 11 i s t 0 r i s c 11 e N o tw e 11 d i g k e i t wie in Polen. Jede r, d e r f ti r d e n Aufbau Erez Israels' im Geiste der T11 o ra i n t e re s s i e rfc 1 s t, m u ß d a h e r a.u c h f ii r. die Poale Agudas Jisroel in Erez Israel Inte resse haben. Diese einfache Wahrheit wollen die Delegierten der Poale Agudas Jisroel überall verkünden. Gerne hoffen wir, daß diese Wahrheit auch in Wien erkannt wird. Die Folge dieser Erkenntnis möge sich in der warmen Unterstützung der Arbeit der Poalim zeigen. . P. Ueber die Poale Agudas Jisroel in Jerusalem. Seit mehreren Jahren besteht in Palästina eine eigenartige Organisation, das ist die g e w e r k s c h a f 11 i c 11 e Zusammenfassung der durchaus religiös und ko 11־ servativ gesinnten A r b e i t e r,, welche auch für ׳das Verhältnis zum Arbeitgeber und für ihr Verhältnis untereinander das R e l i g i 0 n s g e s e t z zur Norm erhoben haben. Eben dieser Eigenart wegen erfreuen sic sich bei den Arbeitgebern außerordentlicher Beliebtheit und es liegt eine stattliche Reihe von Zeugnissen für ihre .Pünktlichkeit und für die Solidität ihrer Arbeit vor. Neben der gewerkschaftlichen Ausgestaltung bemüht sich die Organisation, die jungen Leute zur Arbeit zu erziehen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, ihren religiösen und sozialen Grimdanschauuageu treu zu bleiben. Sie haben deshalb in den Abendstunden sowohl Kurse in der Re 1 i g i o n s w i s s e 11 s;c 11 a f t, als auch Vorlesungen über die Gesetze des wirtschaftlichen Lebens und über a 11 g e« ine ine B i 1 d 1111 g s t h e m e 11 eingerichtet. Sie haben eine feste Abmachung mit einem der Krankenhäuser in Jerusalem getroffen und haben für ambulatorische Behandlung freie Aerztewahl eingerichtet. Für ungelernte Arbeiter ist die Möglichkeit gegeben, jedes Fach zu wählen, In der ganzen Welt * ־־ sind die ATOTWait CfiHTVV Wien, I., Kärntnetring 6, Tel. 5i-3 JB1 mOmmwwnmmmwS₪ß w3ß^üßmB₪n₪Jm ■B: I *«*entiber dem Hotei 0*1»«•! 1111MKR11ps1i1H1i11 9 wo man p e t ü « k e n w»d Transformationen trotz der gediegensten Qualität and sorgfältigstes Aaatflimng za •י billigsten 31