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Jüdische Presse · 1927-02-11 · 6 (11.2.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
6 (11.2.1927)
Date
1927-02-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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;Nr. 6 JÜDISCHE PRESSE Seite 45 Führern ausgearbeitet werden. Und neues, jugendstarkes Streben wie jüdische Begeisterung wird die Blüte sein. Die Ausführungen des geehrten Redners fanden reichen Beifall, aber sie verdienen mehr, nur zielbewußte Tat mit Energie ist ihrer würdig. Elieser. Der Anspruch auf das rituelle Schächten. Eine bemerkenswerte ׳E n t s c h e i du n׳g des preußisehen Ob e r v e r w a 1 tun g s g e r -i c h t e s.' Berlin, 10. Dezember. (JTA.)!Eine!interessante Entscheidung ist kürzlich vom preußischen Oberverwaltungsgericht gefällt worden. In Groß-Strehlitz (Ober-Schlesien) war ein Jude aus der Synagogengemeinde ׳ausgetreten. Wahrscheinlich in der •Annahme,, daß diese Austrittserklärung!nur erfolgt ' sei, ׳um die Synagogertsteuer sich zu ersparen, verfügte der Vorstand der Gemeinde, daß der ׳von ihr angestellte ■ Schächter das ,Geflügel des ausgetretenen Gemeindemit- ■ gliedes, beziehungsweise das seiner Ehefrau nicht schäch-! ten dürfe. Gegen dieses Verbot erhob die Frau!Klage im I Verwaltungsstreitverfahren. ׳Sie •berief sich in der Begründüng darauf, daß, wenn auch ihr ■Mann aus der Gemeinde ausgetreten sei, sie doch;Mitglied dieser ׳geblieben sei, -■auch; wenn sic!keine Steacmn• zahle, mild Anspruch auf die rituellen Einrichtungen der Gemeinde habe. Die Gemeinde beantragte Abweisung der Klage mit der Begründung, die . Verwaltungsgerichte seien für die Klage nicht zuständig, auch sei die Klägerin nicht!Mitglied der Gemeinde. Sie er-; liebe ׳ihre Forderung auch ,nicht in. eigenem Rechte, sondern als Ehefrau. ׳Das ,Geflügel, das sie schlachten lasse, sei ■zur Verwendung im!Haushalte des Mannes bestimmt. Der Bezirksausschuß wies die!Klage kostenpflichtig als niizu- ■ lässig •ab, •da es sich •um ein rituelles Recht, also um eine innerreligiöse ׳Angelegenheit der Synagogenigemeinde handle, das ■im Verwaltungsstreitverfahren nicht, zu ver- :׳f01!gen sei. Die Klägerin legte gegen diese Entscheidung Berufung ein, wobei sie ausführte, daß das von ihr be- :-anspruchte Recht eines ׳der wichtigsten ׳Gemeindenutzungs- .־ rechte und daher ein Vermögensrecht sei. Auch daraus, daß die ,Klägerin gezwungen' sei, mit großen Kosten außerhalb ׳ des Ortes Schächten •zu lassen, ergebe sicli das Vermögensrechtliche des iKlageanspruchs. Das Oberverwaltungsgericht wies die Berufungsklage der Klägerin •ab. Es stützte sich bei seiner Entscheidung auf ein schon!im Jahre 1880 ge•» fälltes Urteil, wonach das Schächten!eine ,auf den Kultus bezügliche!innere. Einrichtung darstelle. Daher!könne •das Recht auf die Dienstleistungen des Schäclitens einer Gerneinde nicht zu vermögensrechtlichen ׳Gemeindenutzungsrechten gerechnet werden. Es werde auch ■nicht dadurch ' dazu, daß ein Gemeindemitglied, wie :itn vorliegenden Falle, ׳ von der Ausübung dieses ׳Rechtes vom ׳Gemeindevorstand ausgeschlosseff und deshalb gezwungen sei, ,anderwärts Schächten׳ zu lassen und dafür Kosten .aufzuwenden. Daraus ergebe sich, daß das •Recht, schachten zu lassen, im ,Verwaltungsstreitverfahren nicht verfolgbar sei. Deshalb bestehe die Entscheidung des Bezirksausschusses zu Recht. Wer fährt mit? Ein jüngerer orthodoxer Jude aus Bratislava beabsichtigt im Nitian eine Reise nach dem Heiligen Lande anzutreten, so daß er während des פסח in Jerusalem weilen würde. Wer schließt sich ihm an? Anmeldungen von gesinnungsgenössischen Reisegefährten sind an die Bratislavaer Redaktion zu richten. Orthodoxer Jugetidverein in Sebes. Aus S e b e s- K e 1 e m e s berichtet man uns: Hier wurde über Anregung des Herrn Oberrabbiners׳ F e 1 d b r a 11d׳ ein streng örthodoxer Jugendverein gegründet. Der'Verein besitzt ein eigenes Heim, in welchem täglich Schiiirim und Vorträge unter Aufsicht des Rabbiners gehalten werden. Das Kosicer jüdische Altersheim. Wir berichteten wiederholt von dem Plane der beiden jüdischen Gemeinden in Kosice, gemeinsam ein Altersversorgungshaus zu errichten. Der Plan nähert sich der Verwirklichung. Vor einigen Tagen hielt das zu diesem Zwecke eingesetzte paritätische Komitee unter Vorsitz des Herrn Dr. Moln a r eine eingehende Beratung ab, in welcher der Be- Schluß gefaßt wurde, das Altersheim möglichst noch in diesem Jahre zu eröffnen. Die Mittel werden aus diversen Stiftungen, den Subventionen der beiden Gemeinden und der ׳:beiden Chewroth Kadischoth, sowie aus Einzelspenden aufgebracht. Das Vorbereitungskomitee setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Von der orthodoxen Gemeinde: Aaron G1 ü c k, Ign. S p i r a, Herrn. S c 11 w e i d, Leop. Jurowics und Ludw. Wiesenberg; von seiten der neologen Gemeinde: Dr. Eugen Molnar, Nathan Lustig, Dr. Aladar Zahler, Alois F r i e d m a n n und Heinrich R'e isz. v.011 den zahlreich erschienenen ׳Rabbinern besorgt wurde. In den ersten zwei ׳Sitzreihen des großen Tempels nahmen Vertreter der Stadtgemeinde und verschiedener Korporationen Platz, unter denen die Geistlichkeit sämtlicher Kon- Zessionen und das Militär vertreten war. Diese Tatsache an sich, ist ein beredtes .Zeugnis dafür, welch großer Be- Tiebtheit sich der zu Grabe getragene Oberrabbiner in allen Schichten der •Bevölkerung erfreut hat. Nach Beendigung der ״Hakofos“ begannen die zahlreichen ' ״Hespedim“. Als Erster sprach im Namen der Gemeinde der Dajan •Herschkovits. Sodann .;der ״Hespid“ seines Sohnes und •des nunmehrigen herzzerreißenden Worten nahm er Abschied von seinem großen Meister und Vater, gleichzeitig dankte er auch der 'Gemeindeleitung für das Vertrauen, mit welchem sie ,ihn beehrt hat. Nach ihm sprachen die Oberrabbiner aus Väcz, Salgotarjän, Sußman aus Budapest in Vertretung der orthodoxen Landeskanzlei, aus Ipolysäg, Herschkovits, Budapest, im Namen der Talmidim der Oberrabbiner aus Keresztes, sodann die Rabbiner aus Gyöngyös, Räkospa- Iota, Lucetiec, Titmye etc. Der Sarg wurde sodann in den Tenipelhof getragen, wo die Schwäger des Oberrabbiners aus Ozd und Reb. Schülern Katzburg Topolcäny Hespedim , hielten. Es war ■eine stark vorgerückte Nachtstunde als die . letzten Schollen auf den ״Aro“ dieses großen Zaddiks ׳ fielen, dem seine letzte!Ruhestätte neben dem ,,Kewer“ seines großen Vaters gebettet wurde. Nekrologe. Die ׳beiden Rosch Chodesch-Tage des Adarmonates brachten der an harmonisch abgeklärten Persönlichkeiten ohnedies täglich ärmer werdenden Preßburger Kehilloh ' zwei unersetzliche Verluste. Am ersten Tage Rosch Chodesch verschied nach kurzer Krankheit R. Mordechaj Wiener im 72. Lebensjahre. Er war einer unserer Besten. Ein Talmid .’Ghochom alten Schlages, vereinte er in sich das Vorbild f tipfinniger G-ttesfurcht und grenzenloser Bescheidenheit. {Für seine an Aszese grenzende Bedürfnislosigkeit ist es ,bezeichnend, daß ihnv erst 48 Stunden vor seiner Petiräh durch □התרח נדרי gestattet werden mußte, seinen seit Jahresfest der חברון Dש״ in Kosice. Aus Kosice schreibt man uns: Die seit 40 Jahren im Schoße unserer orthodoxen Gemeinde bestehende ש״ס חברה beging auch in diesem Jahre, wie üblich, ihr Jahresfest am 15. Schwat bei Teilnahme fast der ganzen Gemeinde. Das Fest begann im großen Tempel, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Zuerst hielt der Vereinspräses, Herr Simon Scharman, eine inhaltsreiche Rede, in der er die Versammelten zu eifrigen לימוד תירה anregte. Darauf hielt Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Brach in gewohnter, begeisternder Weise eine חריפות und מגירות Droschoh. Nachdem die Neuverteilung der מסכתות an die Mitglieder vorgenommen und תפלת מנחה verrichtet wurde, setzte man sich zur סעורת מצוה Während der Mahlzeit sprachen vorzügliche דברי תורה Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Brach, Herr Rabbiner Pack, Herr Rabbiner Sam. J u 11 g r e i s z u. a. m. Das ganze Fest trug ein fröhliches Gepräge und war ein schöner Tag in der Geschichte dieses ausgezeichneten Vereins. St. Bm. SanderpavlUon für jüdische Kranke ln Mlchalovce. DP3 Bestrebungen! izur Errichtung! eines jüdischen Krankenhauses .11•;M'idraiovce halben — wie dem ״Kassai Neaplo“ berichtet wird׳ — vollen׳ Ersolig gehabt. Ein Vertreter der_ Gemeinde unternahm!zum!Zwecke der!Beschaffung der erforderlichen Geldmittel eine Reise nach Amerika ׳und wandte ׳sicli dort an d׳ie zahlre.chen ׳Glaubensgenossen, die ■während d׳er letzten Jahrzehnte aus ׳Michalovce und Umgebung au׳sgewand!e!rt׳ sind. Es geilang 1ihm auf!diese Weise •etwa tsch. K. 150000־ an Spenden!und "tsch. K. 30.000 bis 40-000 an Jahresbeiträgen aufzubringen. Es!wurde darauf mit dem M.chalovoer ׳städtischen Spital ein Uebereinkomm'en getroffen, wonach schon 11m kommenden Frühling im Bereiche und!!unter Oberaufsicht dieses Spitals ein Sondenpavillon, gewissermaßen ein besonderes •SipitäT. für jüdisch« Kranke mit ritui&ller Kost, gebaut wird. Das ׳Spital wird von ׳der jüdischen ׳Gemeinde verwaltet und von den bei ihr eint׳!•: essenden׳ Mitteln erhalten werden. Es wird?5 Betten! entfalten. Dieses Arrangement!hat den großen Vorzug, daß'.es mit verbal toi stmäig geringen M’tteln; ׳und Verwaltungskostemi• den Kranken, alle Vorteile eines großen Spitals, neben den Anndimliohkeiten eines besonderen jüdischen Kranke,nnhauses zu bieten vermag. Irreführung der 1111 *שוחטים Inseratenteil unserer heutigen Nummer finden die Leser eine Bekanntmachung der Piestanyer orthodoxen Kultusgemeinde an die □שוחטי die sich an sie wegen Besetzung einer angeblich vakanten Stelle wenden. Die Veranlassung dieser Bekanntmachung dürfte weitere Kreise interessieren. Eine Gruppe־ von Leuten, die in der Piestanyer orthodoxen Gemeinde sich nicht genügend frei fühlen, um ihre nichtorthodoxen Bc- Strebungen verwirklichen zu können, haben sich vor kurzem den Spaß erlaubt, in einige, jüdische Zeitungen einen Konkurs einzurücken, wonach von einer a n g e bliehen orthodoxen Gemeinde ״Machsike Hadas“ in P i e s t a n y ein ש 1 ח ט zur Aufnahme gesucht wird. Es fanden sich unbegreiflicherweise leichtgläubige □שוחטי, die an diesem Konkurs nichts’ Auffälliges fanden und sich ohne vorherige Nachfrage und ohne festzustellen, ob es in Piestany in der Tat eine zweite orthodoxe Gemeinde gibt oder überhaupt gebe n kann, um die Stelle bewarben. Ein שוחט aus dem Rabbinatsbezirk He lm ec ließ sich sogar soweit irreführen,!daß er ohne Bedenken auf die telegraphische Einladung dieser Gruppe nach Piestany kam, um erst hier zu erfahren, wie arg er getäuscht wurde. Es ist ein trauriges Zeichen der Zeit, daß orthodoxe p'tonW so gedankenlos auf eine plumpe Täuschung hereinfallen. Soviel sollte doch auch dem unerfahrensten Dorfschochet bekannt sein, daß ein ירא ד seine Dienste einer Gemeinde nicht anbietet, bevor er auf das Bestimmteste weiß, daß es sich überhaupt um eine orthodoxe Gemeinde handelt. Wer nicht dieses Mindestmaß von Voraussicht besitzt, hat dann die Unannehmlichkeiten sich selber und seiner eigenen Leichtfertigkeit zuzuschreibeh. Die Piestanyer orthodoxe Gemeinde tut ein übriges, wenn sie auf die an sie. gelangenden Zuschriften mit der heutigen Bekanntmachung reagiert.; Die jüdische Buchausstellung In Prag, Wir berichteten bereits über die Eröffnung der interessanten Buchausstellung, wejehe die Bibliothek der jüdischen Kultusgemeinde in Prag veranstaltet hat. Die Ausstellung hat die Aufmerksamkeit der Gelehrtenwelt auf diese wertvolle Büchersammlung gelenkt und sie war auch von Interessenten gut besucht. Wie die Eröffnung im feierlichen Rahmen stattfand, so wurde die Ausstellung am 6. Februar auch feierlich geschlossen. Um die Ausstellung hat sich besonders der Bibliothekar Dr. Tobias Jakobovits verdient gemacht. Er hat aus Anlaß der Ausstellung eine ״E111s t c h u n g s g e s c h i c 111 e“ der Bibliothek herausgegeben, die recht uninteressante Einzelheiten über die ersten Anfänge dieser Sammlung enthält. Wir hätten allerdings als Anhang zu dieser Arbeit eine genaue bibliographische Darstellung und einen Katalog der Ausstellung gern gesehen. Bücher |©©®j Das Buch Namen. Verdeutscht von Martin Bub er gemeinsam mit Franz Rosenzwei g. Verlag Lambert Schneider, Berlin. — Die vorliegende Uebersetzung des zweiten Bandes dieser Bibelübersetzung bildet ebenso wie das erste Buch ein Wunderwerk sprachschöpferischer Kunst. Es ist den Uebersetzern wunderbargelangen, Wortform und Satzbau des Hebräischen ins Deutsche zu übertragen, ■und überall, wo leider die Bibel .im Urtext nicht mehr verstanden wird, wird man mit!Freude nach dieser Bibelübersetzung greifen. Und doch, bei aller Begeistcrung für diese großartige Arbeit, muß bemerkt werden, daß manche Stellen der Uebersetzung sich mit dem Text absolut nicht decken und somit gegen unsere -Tradition verstoßen ׳und zu mancher Unklarheit Anlaß sehen. Sam. Güns. Jean Richard Bloch, Simler & Co., Rotapfel- Verlag, Zürich und Leipzig. — Unter der Flut von Durchschnittsromanen, die uns ,in letzter Zeit zu überschwemmen droht," muß das vorliegende Werk׳ sorgsam . gesondert werden. Was,ist Simler & Co.? Es ist eiin Familienroman von solch packender Wucht der Gestaltung, daß man das Buch nur schwer aus der Hand zu legen vermag. Es ist der Roman der elsäßischen Juden- und Fabrikantenfamilie Simler, die aus Liebe zu Frankreich, den heimatlichen Boden verläßt und sich ,in Frankreich in fremdem Milieu!und unter wesensfremder Umgebung ein neues Leben erarbeitet. Es ist ausgezeichnet •dargestellt, wie die Firma Simler '&. Co. .immer größer und machtvoller wird und wie ‘die Größe und Mechanisierung der ׳Firma auf das Einzel- Individuum einwirkt und selber von Generation zu Genejation langsam, doch stetig degeneriert. , Dieser- Kampf ^zwischen Individuum ■und Mechanisierung des Lebens ist ja leider, der. Kampf, den wir alle,, bewußt oder unbewußt kämpfen und ist dies sicherlich auch ein Grund, warum dieses Werk einen solch tiefen Eindruck . auf den Leser hinterläßt. Leo!11d Greßmann, Die Beichte eines Juden in Briefen an Dostojewski, München 1927, R. Piper & Co., Verlag. — Diese Briefe sind erschütternd. Die' traurige Lebens- ׳geschiohte •des jüdischen ׳Literaten •Abraham ■Uri!ja Kowner lernen wir aus ׳diesen Briefen kennen, des Juden Kowner, der in tiefem Zwiespalt• die Enge der jüdischen Ghettoerziediung absobütteJt. der ■das Lernen in den Jeschiwoth als Verstumpfung des Juden auffaßt •und der ungestüm religiöse Aufklärung verlangt. Im späteren Verlaufe seines Lebens kommt Kowner nach Petersburg, wo er, um das Leben eines armen •lungenkranken Mädchens zu. retten, eine Wechselfälschung begeht und nach Sibirien verbannt wird. Im Kerker schreibt Kowner seine Briefe an Dostojewski, und׳ der große Dichter, ergriffen von den offenen Worten ׳des leidenden Juden, antwortet ihm, steht -ihm gewissenhaft Rede in bezug auf die Judenfrage und richtet ihn durch gütige Worte auf,;. j*»A Jahrzehnten geübten Brauch, zweimal wöchentlich zu fasten, zu Unterbrechen. In solch reinem Körper, der sich des intensiven Thorastudiums wegen kaum eine knappe Nachtruhe gönnte, mußte auch eine reine Seele wohnen. Es war R. Mordechaj Wiener זצ״יל hohe, seelische Befriedigung, durch Neuauflage des שערי חשיבה י seinen Brüdern, für die er stets nebst warmfühlendem Herzen auch hilfreiche Hand hatte, die wunderbare ר D ־□ יWelt des ר בי נו יונה zu erschließen. Das diesem Werk beigefügte, vom Niftor verfaßte ״מאמר מרדכי® אגדה ספר bereichert unsere Agadaliteratur um Wertvolles. Herr Jeschajah Wiener, ein Sohn des Dahingeschiedenen, sprach an der Bahre innige Worte des Abschiedes. Nach längerem Leiden verschied am zweiten Rosch-Chodeschtage R. Schmuei Richter. Seine Jugend verbrachte er zu Füßen des בחב סיפר מחר׳ם שיק und ד יודא אסאד und entwickelte sich so unter Führung dieser Großen zu jenem יheute leider schon im Aussterben befindlichen ־ — Typus des ״Oberländer“ Talmid׳ Chochom, der nebst gründlichem und umfassendem, Thorawissen, innerlich tief verankerte G-ttesfurcht, die Gewandtheit im harten Kampfe um Ideale und Erwerb in sich vereinigte. Sein Bestreben מרביץ תורה zu sein, betätigte der Verblichene in vorbildlicher Weise im בית ״ הכנסתMarktplatz“, wo er jahrelang einen גמרא שיעיר leitete. Rabbiner Samuel Donath hielt einen ergreifenden Häuserverwaltungen Häuservermittlungen Beste Referenzen CARL MEYER — MAX ADLER Berlin NO, Prenzlauer-Allee 6 (5 Minuten vom Alexanderp'atz) Telephon: Königstadt 8866 Telephon: Königstadt 8866 Nachruf. Er betonte, daß das reine Streben eines Frommen nur dann den Gipfel höchster Vollendung erreicht, wenn seine Kinder in geradliniger Fortsetzung alle ihre Lebensäußerung im Sinne des Vaters gestalten. R. Smuel Richter wurde in Neutra an der Seite seiner ihm im Tode vorausgegangenen,. gleichgestimmten Gattin, mit der er ein Haus, jüdisch im besten Sinne des Wortes, gegründet hatte, bestattet. Nach beiden Dahingeschiedenen sprach Sr. Ehrw. Herr Ober r abb I tte*r Schreiber einen tiefempfundenen ״. הספד'Er schilderte in anschaulicher Weise die Vorzüge der Männer, deren ganzes Leben einzig und allein voni Thoragebot diktiert war. Unsere Jugend am Beispiel solcher Männer zu belehren, daß Thora einzige und oberste bistanz im Judentum sei, ist die Aufgabe jedes Ernstdenkenden. .:•:״'׳ L . ת׳נ׳צ׳ביה. Rabbi Nathan Zewi Finkei aius Slobodka In Jerusalem versteifen. An den Folgen ©Ines hartnäckigen Lugenleidens ve!rstarb in Jerusalem ■der frühere ׳Leiter der .berühmten Jesdiiwalt' .zu■ Süobodka •in Litauen. Rabbi Nathan Zewi Finke 1, im Alter von 80 Jahren. Rabbi Finkel genoß wegen seiner tiefen Gelehrsamkeit und!seiner ungewöhnlichen Führereigenschaftefr in der orthodoxen Judenhseit dier ganzen Welt ׳große Verehrung. Er gründete;zuerst ׳d!ie Jeschiwah in Telz,!kam dann nach Slobodika, ׳wo er gemeinsam mit Ralbhi Israel Salänter die berühmte J-esahlwah ,jKeneseth Israel“ ausbaute ׳und mehr als! 45 Jahre leitete. Er bildete Generationen von jüdischen Rabbinern und ׳Gelehrten aus, die in!ihm •ihren geistigen Fiäirer verehrten. Vor einem Jahre, als ein Teil der Slobodkaer Jeschiwah nach!Hebron in! Palästina übersiedelte, begab sich Rabbi Finkel an der Spitze von 120 Schülern nach Hebron, um dort ׳die neue Jeschiiwah zu׳ organisieren. Vor einiger Zeit verschilimmerte sich sein altes Leiden. Unter der orthodoxen J'Uidenhe'it Palästinas wurden Buß- ■und Fasttage abgehalten, an denen für ׳die Wiedergenesüng des Rabbi gebetet ׳wurde. Seine Schüler ließen «inen!!berühmten Berliner Ar־zt kommen. Am ׳vergangenen Montag nachts verschied Rabbi EinkeL ln Jerusalem. Er hinterließ ,zwei Sähfie. von denen der eine Leiter der Jesöhiwäh ׳in Mir; der zweite Jeschiwahleiter , in Hebron ist:

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