Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 5 (4.2.1927)
- Date
- 1927-02-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V.b.fc ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Admtuiatration» Wien, 11.,Leopolds- «sbC 86, 1. Stiege, 1. Stock. -־־ Tel. 4594־4־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. arichelnt jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Ffir Artikel Sonntag, rar Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das Übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: PostsparkassenimtWlen. Konto - Rr. 13.458; l&r Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto ׳ Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Aftit A gram, Ko. N., 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; 1 für Deutschland; Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 4 ii <-‘־i , ■■׳. \ - ־• . ... ..... . Sr. 5 ־ ב*ד> וינה־פר^םסבות ב״ אדר א, ווו6'ז. 1987 WiM-Bratiaiaway 4. Februar 13. Jahpg. j FANGOHEILANSTALT Mlttelstandssanatorlum WIENER KURANSTALT Wien, IX., Lazarettgasse Nr. 20 Telephon 25833־0־ Klinisch-Diagnostisches Helllnstltut Kuren täglich' von 8 bis S Uhr Auf Wunsch streng rituelle Kost zugestejlt^ SPEZIALKUREN gegen Ischias, Rheumatismus u. Neuralglen.l Italienische Ischiaskuren• Malarlafleberkuren• VerjQngungskuren (Diathermie). Entfettungskuren Kaltwasserkuren, Fangoschlammpackungen, Koblensäure-Transcutanbäder, HelBluft, Höhensonne. Elektrische Kuren, Diathermie, Massage, Hellgymnastik, Röntgeninstitut. Chemisches Laboratorium Das höchste Glück. In der Zeit, als der zur politischen Maxime gewordene Bolschewismus sich noch in dem Stadium der Theorie befand und anstatt der rauhen Wirklichkeit Theorien dichtete, da hat Peter Krapotkin sich mit aller Energie dagegen gewehrt, daß eine der Grundlehren des Darwinismus auch auf das Gebiet der Beziehung der Menschen zueinander übertragen wurde. Damals war das Schlagwort geprägt worden vom Kampf ums Dasein und aus diesem Schlagwort holte man dd׳e Legitimation für die Tatsache des rücksichtslosen Kampfes aller gegen alle. Krapotkin erhob lauten Protest dagegen und suchte den Nachweis zu erbringen, daß darin eine vollkommene Verkennung der menschlichen Natur liege, denn die Natur des Menschen, ja sogar die instinktmäßige Natur aller belebten Wesen kennt •nur ein .Ziel;, einander, zu helfen,. einander zu geben. ."־ ' יr' Wir, die Kinder der Thora, bedürfen eii^es Krapotkin nicht, um zu erkennen und zu lehren, daß das \ höchste ׳Glück des Menschen darin geborgen: liegt,. anderen zu geben, anderen etwas zu sein. Als das jüdische־ Volk das Reinste erlebt hat, was überhaupt je den Menschen vergönnt worden ist, da lebte in seinem Herzen die Sehnsucht, diesen Augenblick irgendwie zu verewigen. Fast erdrückt , von der Fülle der Gnade, die ihnen zuteil geworden, war, . ׳suchten jüdische Kinder nach irgend einem! Akkord, der aus dem Schlag ihres eigenen Herzens. heraus dem Erlebten harmonische Antwort geben! könnte, und sie suchten und suchten, bis der Allmäch-j tige ihnen kündete, ihr dürfet mir zu Ehren, zu Ehren \ meines Namens, etwas geben. Das:war der־;agroße; Augenblick in der jüdischen Geschichte. Unnütz, es! noch besonders hervorzuheben, daß die ersten Träger! der;Offenbarung den G-ttesbegriff so rein, erfaßt! hatten, daß es keinem beifiel, zu meinen, als .gäbe, er wirklich •G־tt etwas, aber sie hatten erkannt,.daß .der Mensch, um der Beglückung durch das g-ttliche Licht־ würdig zu sein, den Beweis erbringen mußte, daß* erj zum Geben fähig sei, und zwar zum Geben nach d e rj Richtung, zu dem Zweck und zu d e m Ziel, weiches: der Allmächtige 1selbst als Bereich des Gebens be־! zeichnete. Die Kunst des Gebens — und diese Lehre! steht mit Flammenschrift auf dem ersten Heiligtum,׳ und ׳diese Lehre führt den Menschen durch die Wüste des Egoismus — besteht darin, daß jede Gabe eine! Hingabe äst. 1 . Unsere Zeiten versuchen .es in Forni der sozialen Fürsorge, das Geben zu einer Zwangsläufigkeit zu; gestalten. So hat sich denn der Bereich des Gebens in die innigsten, größten Beziehungen der Menschen zueinander geflüchtet ׳lind keine irgendwie gestaltete soziale Gesetzgebung wird imstande sein, uns die Pforte zum־ Tempel des höchsten Glückes zu verschließen, zu dem Versuch, anderen alles zu sein; anderen alles zu geben. Von der ersten solchen. Gabe; die auf Moriah in den Herzen'Abrahams und Isaacs das Hohelied der Hingabe anstimmen ließ, bis zum einfachsten Juden, der jeden Schlag der gesbewilligen Seele an der Sehnsucht mißt, zu Ehren G-ttes etwas zu geben, w:eht durch die Welt ein Haiich des hochsten Glückes, eine Botschaft des beglückenden Lebens. P. K. Brief aas Erez Israel. Die Stadtratwahlen in Jerusalem. — Sturmlauf gegen die zionistische Leitung. — Misrachi gegen den Arbeiterblock in Tel-Awiw. Tel׳־Aw i vv. Die drückende Wirtschaftskrise, .die die Gemüter in 'Erez ■Israel noch )immer so düster stimmt, ist : in Jerusalem weniger fühlbar als etwa in Tel-Awiw und; anderen Städten des neuen Jischuws. Es ist nur diesem; Umstande zuzusohreiben, daß die bevorstehenden Muni- ׳ zipial wählen in Jerusalem diesmal die ,gesamte Äufmerksarokeit auch der .׳jüdischen 'Bevölkerung yolJ. umd •׳ganz , in: Anspruch nehmen. Die Agnda, die die stärkste jüdische,! Partei •in Jerusalem ist, - entfaltet im Zusammjen׳ha‘ng. . mlt; diesen Wahlen eine bemerkenswerte. Aktivität. Unter .dem Namen ״Al <H;a:mischmar“ organisierte sie, ein Wahlbureau!,: dessen! Propagandatätigkeit sich ׳durchaus, nicht nur auf .^as; •Sammeln׳ von agudistischen., Stimmen, zii., den MuiiiziRial־; wählen beschränkt. Agudas jisroel.Lsetzt rcHesmah.iihiien i Ehrgeiz, auf die Schaffuugr eines , j.,ü.^;s.!c b e n.;W! ah l־ ': bld c ks a JLet Par Vei en,,gewissermaßeh, uim zu .be־ weisen, wie fadenscheinig die .Behauptung .;ihrer ..Qegner | .sei, wonach ihre: einzige;,Aufgabe ,die Zersplitterung der; :jüdischen Kräfte ,wäre. In;!ihrem Organ ״KoJ, Jisxoel“ rich-i tete sie an alle, jüdischen! Parteien die׳Auffor^e׳rung, :e.i,n!e,n gemeinsamea ßlocik zu bild:en, u m’; eine .‘Zer־’ splitte ru,n g d er, } üdis c he n:;S ti.mm e n : b e i' de.n; •M u n i z,i,p i a 1 w .ah 1 e n zu : v, e r h ü t ejnv,,!Eine!;Erwide-! rang fand ,diese Aufforderung yon zionistischer Seite,•bisher | noch :׳nicht.. Die Zionisten haben- ׳einstweilen, , soweit man : aus Presseäußerungen;sich •ein Bild •machen.kann,Jbedeii-! tend wichtigeres , zu ,tun. Sie . .laufen:. nämlich/ gegen, ihre; eigene Leitung Sturm. ,^Doar!Haijom“ setzt die vp.r einige!n1 Wochen angekündigten Presseangriffe gegen״ die, ., .zio-: ׳nistische, Exekutive.fort. In diesen Angriffen, kommt nicht! ׳bloß ׳die, allgemeine Unzufriedenheit mit der'!Politik der; Exekutive, zu Wort, sondern auch ihre, kleinen Winkelzüge j gegen die einzeihen ׳Gruppen der jüdischen! Bevölkerung in; Erez Israel. Um nur ein/ Beispiel hervorzuheben!, ileilit. ״Dor Haijom״ ■seine Spalten' den' langen Klage-: ärtikeln der 'Vs ' Vereinigung ' der Sephärdim;: die! sich\f jahrelang , ־.;durch;Versprechungen;; der;, zioj riistischen Exekutive hirihalten ließ, :statt 'eigene'־ Aktionen i für die Sicherung ihrer׳ Existen׳znptw;׳endigkeiten und zur: Erhaltung ihrer Institutionen durchzuführen. Solche Invek-j tiven׳' ׳machen im5;Lände ’ noch immer ׳ vielen"Eindruck. Im: Vergleich mit diesen mehr gegen den zionistischen ,Geld-! sack ,gerichteten. Angriffen hebt sich die mehr welt-: anschauliche Auseinandersetzung •zwischen den jüdischen: Parteien iip Zentrum;des, neuen Jisohuw in ■Tel־A\yiw wohl-: tuend ab. Nach langer Krise gelang es , den linksgerich-' teten Arbeiterparteien, ihre inneren, ׳Gegensätze auszugleichen, •und sie bereiten , sich schon eifrjg auf •die Uebernahme; der!Regierung dm Tel-Awiwer Stadtrat unter den ׳Genossen Bloch und Blumenfeld• vor. Diese, linksradikale Regierung in TelrAwiw läßt die bürgerlichen Parteien nicht zur .Ruhe kommen. ■Der M i s r a c h i glaubt jetzt seine schwachen Kräfte durch die Schaffung eines ,Bürgerblocks zu! erhöhen.; ׳Merkwürdigerweise glaubt er mehr Erfolg, zii .haben, wenn bei der Schaffung dieses Rechtsblocks ,dasr .r e.l.i g i ö.s d Moment ganz aus der ,Debatte gelassen wird. Aiso betont der Misrachi in seiner Aufforderung, zur .!Schaffung dieses Bürgerblocks ausschließlich die ökonomische Seite der Frage. Aus ähnlichen ökonomischen Erwägungen heraus bekämpft, ״Hajischuw“, ein unter der Leitung von. ßar|* Derura erscheinendes politnsch-Jlterarisches; ־ Wochenblatt, die terroristische Herrschaft der linkssozialistischen konfmunistischen Gruppen in Tel-Aw׳iw. Es: Wird hier . gegefl die zionistische Exekutive, offen die Anschuldigung efhÖbeij, daß sie die zumeist aus ,bürgerlichen! Kreisen ,stammenden Spenden für den Aufbau Erez Israels hauptsächlich J zyr Stärkung dieser radikalen Arbeitergruppen verwendet. Sä .;istv Amgefähr :die י •Situation •. iiij einem־ Augenblick, 1 wo־.;:jtnaii die wirtschaftliche;:StudienkommissSon,; die,1 auf Grund! des ׳Abkommens ׳zvdscAenWeitzmann und Marshall Erez ג Israel besuchen soll,!hier erwartet. Einstweilen' sieht man dÄ Lahde eine :schreckliche l'llusträt'iön "des Sprichwortes:־,‘־,Der : Dalles kriegt!, sich“. 'Es;sirid;dies schreckliche Folgeerschei-! nungen der verheerenden י Wirtschaftskrise. j*1K[offentlicn : bringt ,'die Amerikanische ׳Delegatidn nicht' nur;Instrüktibnerl, (: sondern!, auch *G e d d . für .die.;.Wiederbclebiing!!!.;der!.';pkönQ-? mischen Tätigkeit :nach :Erez׳:Jisroel;mit,׳ Sobald :die; Ärbe|t!•beginnt, ־ ve’rschwiudeh';!diese 1häßlichbn!:ErsChf inungeh der;Arbeitslosigkeit:;Grbß ist' diA!>־Arbeit.'. : ׳׳ Z. |. : Eine Massenkundgebung für Beth | | Jaakob in Wien.. I; die׳ in deih vorwöcHentIichen;LeiJ- .ar.tikei..der,,»Jüdischen.,Presse“ ,züiri ''!Äus3rucK"*icainr'äaÖ :htinmehr י auch■ in!Wien;;;in )diesem:י großen.׳ f jUdischeii :Zehtrum, die Beth-Jaakob-Bewegung die Gemüter ergreifen;wird, scheint nicht, zu:! trügen.yDie große ׳Ma||env(er;samra-;;lung^rin^dbr.iTpl’dbeehane^ ih^ einem tder!:;dichtbyyöikertstS1;JüdisCheri: Bezirke?;Wiens^ die; Sonntag■, den (:2,7;] Schebafh! stattfarid;; waiyeitie; imposante Kundgebiihg^iriir!die |dfee:ä|r : Betli־Jaäköb-Schüle iri^"Wien!1 Längst 1Vor sdem%eginl1 schon die^grpßei^yn|E^überfülh^;Abch|die fiir| die FrauHi;reservierten Plätze haben keine Lücke aufgewiesen. Nä<ä11 reiner kurzen Begrüßung }i?dife,§5-;ÖonÄnnes der ö sFeirr e i c h i s c h e n Keren-Hathora-Verwaltung, Herrn Akibn :S:c h r e i be r,ן־ ^ergriff-,, ,,als ״, erstpr.^ Re^n,e| Rabbir1|r M. F1 e s c h, > Rabbiner der. ־Synagoge im ,VI:/ Bezirk, “dis ’ Wort, uni in;einer von wunderbarer Diktion und tiefem religiösen׳uErinsP-getrageneH^ R'dde *iSdie Bedeutung und die Wichtigkeit der :!Beth-Jaakpb־Schulp ,zu beleucht^• Wenn Rabbiner!;Flesch, jetzt zwät, ziim!ersten Majye.^n öffentlicher!Versammlung׳ ״für die vgrpße ySdche. Zeughfs ablegte, so starici^ er doch schon' früher ״in׳־־Beziehun^iu ihr. In den ersten Kriegsjahren hörte die Schöpferin!;djr Beth-Jäakob-Bewegung in Polen,׳• Frau' Sära Scheriierer, die zu jener Zeit als Flüchtling , in ״Wien weilte, die Lehrvorträge des Herrn Rabbiner Flesch in■ der Stümper-!synagoge, wurde durch diese angeregt, ‘auch in ihrpr Heimat für Erziehung, Belehrung der weiblichen Jugend zu wirken^ Seither, hat die Bpth-Jaakob-Schule die pplrii- .’־sehe Orthodoxie in all ihren Schattierungen' erobert. •Auf den ersten Anfängen entstand in Krakau •eipe Zentralbildungsstätte, die von Jahr zu Jahr eine Reihe begeisterter orthodoxer Lehrerinnen ausriistet. In tiefer Ergriffenheit folgten die Besucher der Versammlung, die sich zumeist äüs! ׳den durch die; Wirtschaftskrise ';sch\ye1\■ bedrückten ostjüdischen Massen des XX. Bezirkes rekrutierten, dem begeisterten und begeisternden Worten des Redners. :Besonders; dankbar waren die Frauen, die : ־ nnn : ihn Geiste bereits sahen; wie ,’ihre ’Töchter; 1ihnen, ihren Traditionen, dem Geist des thöratreiieh juderitürns dr- In der ganzen Welt berühmt sind die 0*ffltNi fll» fiflMITO- Wien, 1, Kätntoetring 6, Tel. 513.62 M BWlfc ■VAiranv ' Wm ״■י dUdadBOH 0■ I Illllllllllllllllllllllllllllll1!11llllllllllllllllllllllllll' gege11über deiuHQtel ßrietol .. ■■־ ""--!'!-ר׳ '■•־■' 1 ■י'■‘■ .־ . wo man p e f ö c k e n I יו a n s form a t iöitän trotz der gedieg^nsten Qualität and sorgfältigstoil AuBtübkrung zu ,/J:! i:Jc : 0 V ffoT