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Jüdische Presse · 1927-01-14 · 2 (14.1.1927) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
2 (14.1.1927)
Date
1927-01-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V.kh. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion «• Administration .Wien, II., Leopoldscasse 86, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-9*. Tickechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. ■richeint Jeden Freitag. ־־ Redaktionsschluss: rfir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53,386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt A gram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 (r 2 j «in.Bratiflasa, <4. Jänner 1927 ,tW ב״ה וינה־פרעססבורג י״א שבט J 13. Jahrg. Die internationale Keren-Hatorah-Konferenz in Amsterdam. Die russischTFrage. — Die Beth-Jakob-Frauenbewegung. — Die holländische Königin begrüßt die Versammlung. Schon der Schabbos Schernaus stand im Zeichen der Konferenz, welche am Sonntag und Montag, den 21. und 22. Tewes, stattfand. In der herrlichen Hauptsynagoge Amsterdams, der Muttergemeiiide des holländischen Judentums, fand ein erhebender Festg-t t c s d,i e n s t statt. Den auswärtigen Delegierten waren Ehrensitze und die Alijaus reserviert, so daß es von vornherein feststand, daß diese Konferenz lebhaftes Vcrständnis finden würde bei den verantwortungsbewußten geistlichen und weltlichen Führern der Amsterdamer Gemeinde, vielfaches Echo wecken würde bei der Amsterdamer Judenschaft. Ein Empfang im Hause des Amsterxlamer Oberrabbiners trug dazu bei, daß die Vertreter des Keren Hatorah mit dem Führer des holländischen Judentums bereits in enger und verständnisvoller Fünlung standen, noch bevor durch die Konferenz, und dies sollte ja ihre Hauptaufgabe sein, das Band zwischen holländisclicm und ausländischem Judentum fest gewoben worden war. Auch die Presse, die jüdische, aber auch die nichtjüdische, widmete der Konferenz herzliche und ausführliehe BegrüßungsartikeV brachte Interviews: mit den führenden ausländischen Gästen und sorgte so dafür, daß in der am Schabbos-Abend veranstalteten M a s s e n- Versammlung in der Diamantbörse dem Amsterdamer Publikum bereits bekannte Männer vom Keren Hatorah kündeten. Die Massenversammlung. Diese Massenversammlung, von Herrn Rabbiner S a r 1 0 11 i s-Arnsterdam in hervorragender Weise präsidiert, durch die Anwesenheit des Amsterdamer Oberrabbiners ausgezeichnet, durch Gesänge des Amsterdamer Oberkantors verschönt, gab den auswärtigen Vertretern Gelegenheit, dem holländischen Judentum in eindrucksvoller Weise die Mannigfaltigkeit der Aufgaben des Keren Hatorah darzustellen. Mag mancher der Hörer auch die Sprache der Redner nicht verstanden haben, jeder fühlte und erlebte, daß es hier um die höchste Aufgäbe des Judentums ging: U m die Sicherung der T o r a h, deren L e h r s t ä 11 e 11 gefährdet, deren Lehrer u 11 d Jünger in Not sin d. Ob der Wiener Schiffschi! lraw mit Worten, die aus tiefstem Herzen kamen, den Gruß und Segen der Gedaulim, in :deren Namen und Auftrag er sprach, übermittelte, ob Herr.!Rabbiner Dr. Meier Hildesh e i m e r-Berlin die Organisation des Keren Hatorah als die Gemeinschaft pries, die anderen hilft, um sich selbst zu helfen, ob Herr Rabbiner Brom-Luzern die Arbeit für die Torah als die größte, die einzig wahrhaft politische Tat der jüdischen Allgemeinheit bezeichnete, ob Harry G o o d m a n-London und Wolf S. J a c 0 b s o n-Hamburg die zwei großen Gebiete schilderten, auf denen die Not am größten und die Pflicht zu helfen daher am dringendsten ist, ob als letzter Redner der Vorsitzende des holländischen Keren Hatorah, Oberrabbiner Vredenb 11 r g-Arnheim, die Keren Hatorah-Arbeit in Holland selber als die zwingendste Forderung des Tages erklärte: der Funke der Begeisterung, die Sprecher durchglühend, sprang auf die Hörer über, und so wurde dieser Abend eine vielversprechende Einleitung zur Konferenz selber. Der erste Sitzungstag. Am Sonntag-Morgen eröfinete Herr Oberrabbiner Vredenburg-Arnheim die Konferenz im Sitzungssaal der Amsterdamer jüdischen Gemeinde in Gegenwart der Obcrrabbinen von Amsterdam, Utrecht, Leeuwarden und der sephardischen Gemeinde im Haag, und in Anwesenheit zahlreicher Vertreter niederländischer Gemeinden, Organisationen und Keren Hatorah-Kommissariaten. In seinen Begrüßungsworten :dankte er der jüdischen Gemeinde Amsterdam für das dem Keren Hatorah durch Ueberlassung ihrer Räume und auch sonst bekundete Interesse und gab seiner hohen Freude Ausdruck, daß er das Glück habe, eine Konferenz zu eröffnen, die nicht nur dem Torahjudentum. des Auslandes diene, sondern vor allem das Torah wissen in den Niederlanden f ö r d e r 11, die Torahtreue festigen solle. ״W i r werden nicht ruhen 1111 d raste 11, bis w .i r dem Keren Hatorah in den Niederlanden den Ehrensitz verschafft haben, der ׳ihm gebührt. Er wird von d e r T o r a h. getragen, die allen g e s e t z e s i r e li e 11 j u d e 11 gemeinsam ist; die e i n i g c n de Kraft der Torah möge d a 11 i n wirken, daß s i ch im Keren Hatorah alle g e s e t z e s t r e u e 11 Juden der Niederlande und alle, die das gesetzestreue Judentum fördern ,wollen, einheitlich zusammenfinde n.“ Herr Rechtsanwalt Dr. Stein-Amsterdam, der Ehrensekretär des holländischen Keren Hatorah, verliest die zahlreichen Begrüßungsschreiben und Sympathiekundgebungen inländischer und ausländischer Führer. Begrüßungsschreiben hatten u. a. gesandt: der Czortkower, der G e r e r und der Sadagoraer Rebbe, Rabbi :Chaim Oiser Grodziensky, die polnische Keren Hatorah-Zentrale usw. usw. Auf Veranlassung des Vorsitzenden wird ein Huldigungstelegramin an die Königin der Niederlande abgesandt. Oberrabbiner Für st-Wien* richtet an die Konferenz den Gruß Scholaum alechem im Namen des Keren Hatorah, im Namen der Chachme Jisroel, der Leiter der vielen weltberühmten Jeschiwaus, im Namen der 1111zähligen ,Bachure chemed, die unter kümmerlichsten Lebensverhältnissen ihrer Torahliebe leben; möge die Konferenz dazu beitragen, daß diesen jungen Menschen das Leben leichter und ihre!Freude an der ewigen Torall nicht durch die Sorge um das Heute gefährdet werde. Oberrabbiner Onderwijzer betrachtet es als eine besondere Freude, daß eine so wichtige Versammlung in seiner Gemeinde abgehalten wird.,Sie möge die ersten Strahlen auffangen der schönen Ergebnisse, die wir von dieser Konferenz erwarten. In deutscher Sprache ruft er namens der Judenschaft Amsterdams den auswärtigen Gästen ein herzliches Begrüßungswort zu. Weitere!Begrüßungen erfolgten durch Dr. S. J. Philips für den Permanenzausschuß der Zentralverwaltung der jüdischen Gemeinden Hollands, W. Birnbäum für die Amsterdamer Gemeinde, Dr. Nathan Birnbaum für den Zentralrat der Agudas Jisroel, Rabbiner S a r 1 o u i s-Amsterdain für die niederländische Agudas Jisroel (in Vertretung des Vorsitzenden, Oberrabbincr Hirsch- Zwolie), Oberrabbiner P' e r 0 i r a-Haag für die sephardischen Juden Hollands, A. S. Levisson für die jüdische Gemeinde Haag. Oberrabbiner Davids, als einziger Misrachist unter den Oberrabbinern Hollands, begrüßte die Konferenz und gab seiner Freude, obgleich er nicht zur Partei gehöre, die den Keren Hatorah gegründet habe, über das Zustandekommen der Konferenz und die Anwesenheit ausländischer Torahfiihrcr Ausdruck. Er freue sich, daß vor den niederländischen Juden Probleme behandelt werden, die das ausländische Torahjudentum betreffen, führte dann aus, daß im Keren Hatorah noch nicht die gesamte Orthodoxie vertreten sei. Er wünschte, daß die Niederlande dieser Konferenz ihren Stempel aufdrücken mögen, und daß der Geist der alle Gcsetzestreuen verbrüdernden Einigkeit, der in den ,Niederlanden wirksam sei, sich auch im Keren Hatorah durchsetzen möge. Der Vorsitzende erwidert ihm, daß der Keren Hatorah seine Mutter, die Agudas Jisroel, niemals verleugnen werde, daß der. Keren Hatorah aber vollkommen selbständig sei und auch von sich aus die Z11 s a in m e 11 a r b e i t? aller Orthodoxen a 11 s t r e b e. Für die verschiedenen Keren Hatorah-Landesverwal tungen sprachen alsdann Rabbiner B r 0 m-Luzern, Wolf S. J a c o b s o u-Hamburg, Harry Goodma n- London. Letzterer verlas ein Schreibe 11 des Chiefrabb.i Dr. Herz, des Vorsitzenden des englischen Misrachi, worin dieser die Arbeit des Keren Hatorah in warmen Worten unterstützt und zu fördern bittet. Der Vorsitzende dankt den verschiedenen Rednern für ,ihre freundlichen!Begriißungsworte. Alle hätten durch ihre Diwre Tauro die Herzen der Anwesenden erquickt. Er hoffe, daß die geasmtc Tagung im Zeichen des Friedens und der Freundschaft weiter verlaufen möge. Dr. Leo D e u t s c h 1 ä 11 d e r-Wien, Direktor der Keren Hatorah-Zentraie, erstattet hierauf sein Referat über ״Die geistige Lage in der Judenheit der Gegenwart“. Redner führte etwa aus: Will mau die gegenwärtige geistige Lage der Judenheit schildern, so muß man den Blick nach vier verschiedenen Richtungen wenden. Das Golus hat vier verschiedene Geistesrichtungen geschaffen, die, jede für sich, für die Entwicklung des Judentums eine bedeutende Rolie spielen: Litauen, das Land des WÜnaer Gaon, Polen, wo die großen Chassidimr e b b ■i s wirken, Ungar 11, wo der Geist des Chasam Soffer lebt, und Westeuropa — speziell Deutschlaml und die Niederlande — wo Samson Raphael Hirsch und Esriel Hildesheimer einerseits, Oberrabbiner Dünner andererseits unter der Devise: Torah im De rech Erez ihr Rettungswerk vollführt haben. an nennt Litauen das klassische Land des "Uen Limud Hatorah. Litauen, worunter man die ehemaligen Gouvernements Kowno und Wilna begreift, besitzt nicht weniger als 22 bedeutende Jeschiwaus. Die beriihmtesten sind die von S 1 o b 0 d k a, T e 1 s c 11 i, Wilna und Radin. Der geistige Vater aller dieser I orahstätten ist der Wilnacr Gaon; sein kongenialer Schiilei, Rabbi C 11 a j 1111, gründete die erste große Jeschiwah zu W 0 1 o s i n. Auf diesen Jeschiwaus haben Die eleganten jüdischen Frauen tragen jetzt mit Vorliebe Othmar SchiffsbcrDh,11tB Mode-Perücken die ebenso geschmackvoll und vornehm, wie leicht im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Perücke kostet je nach Ausführung S 100.— bis S 160.— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60.— bis S 90.—. Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50.— bis S 70.— R©״nifl®n» Wasserfrisieren sowie Reparieren aller Perücken wird übernommen und sorgfältigst ausgeführt, auch dann, wenn diese nicht bei uns erzeugt worden sind Othmar Schiff, Wien, I. Kärntnern!# 6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol" Telephon Nr. 51-3-62 Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres Katalogesf äW1 Wollen Sie gefälligst be! Bestellungen den Vornamen Othmar und die Adresse genau beachten 1 ־־URa

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