Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 1 (7.1.1927)
- Date
- 1927-01-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V.k.k ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Administration! Wien, ».,Leopoldsfasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel-45-4-9L Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. ■richeint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel'Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: ׳ Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenaitat Warschau, Konto . Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag,; Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.־Amt Agram,Ko, N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; v für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr,. 122.619; Mr, fi ב*ד, <ינרד13ר?&&מונ ד״ &כ2: Wien-Bratislava, 7, Jänner 1927 .?'Bnn 13. Jahrg. FANGOHEILANSTALT ' Mittelstandssanatorium WIENER KURANSTALT Wien,;IX., Lazarettgassp Nr. 20 Telephon 25-083־ Klinisch-Diagnostisches Heillnstitut Kuren täglich von 8 bis 6 Uhr ' Auf Wunsch streng rituelle Kost zugestellt SPEZIALKUREN gegen Ischias, Rheumatismus u.Neuralgien.l Italienische! ischiaskuren. Malariafieberkuren. Verjllngungskuren, (Diathermie). Entfettungskuren Kaltwasserkuren, Fangoschlammpackungen, Koblensäure-Transcutanböder, Heißluft, Höhensonne. Elektrische Kuren, Diathermie, Massage, Heil- ׳ gymnastik, Röntgeninstitut. Chemisches Laboratorium ||||||||||ll|j|HIIIIIIIIIII!ll!lllllll! 11 Magasin de Mo des׳ Die neuesten Modelle eingetroffen! Meine Schlager: Crepe de Chine־Kleid . . ״ . . ä S 19.— ־ •äS25- Velour-Mantel; . . ... . . . , ä S 29. ״ מ mit Pelz verbrämt . ä S 39.— Schicke Crepe de Chine-Tanzklei'der in jeder Preislage ... Keren Hathora. Die Amsterdamer Konferenz des Keren Bathora, die anfangs dieser Woche stattfand, scheint den vorläufigen Berichten nach ein geradezu grandioser Erfolg zu sein. Vor zwei Jahren, als in Hamburg eine ähnliche Konferenz des Keren Hathora abgehalten wurde, brachte man in Deutschland allein über 20.000 Dollar auf, die im wesentlichen zu der Entschuldung der großen östlichen Jeschiwoth dienten, die unter der schweren!Schuldenlast zusammenzubrechen drohten. Der Amsterdamer Erfolg von dieser Woche wird sicherlich auch in seiner finanziehen Auswirkung nicht hinter jenem von Hamburg Zurückbleiben. Allein nicht der materielle Erfolg allein ist bei dem Werturteil über solche Veranstaltungen maßgebend. Keren Hathora ist der prägnanteste Ausdruck der Grundidee von Agudas Jisroel. Wenn Agudas Jisroel von gegnerischer Seite politisehe «Aspirationen, volksfremde Tendenzen, separatistische Bestrebungen vorgeworfen werden und solche Vorwürfe in irgend welchen peripherischen Erscheinungen eine scheinbare Begründung finden, so schwinden solche Anwürfe im Lichte solcher zentraten Veranstaltungen, wie derer eine jetzt in Amsterdam stattfand, die allein das wahre Wesen der Agudas Jisroel dokumentieren. Das Hauptziel der großen Schöpfer der Agudabewegung, das Streben der großen Volkslehrer und -Führer, die an der Spitze der Organisation stehen, war nach wie vor börderung und Vertiefung des Thoralernens und Ihoralebens, wie sie seit Jahrtausenden an den großen und berühmten Thoralehrstätten gelehrt und gelebt wurden. Diese Thoralehrstätten existieren noch ■heute. Sie haben den legitimen Anspruch, beachtet zu werden nicht nur von jenen, die noch unmittelbar an ihnen interessiert sind, sondern von dem Volksganzen, von der Gesamtheit der Judenheit, der sic in Wirklichkeit aufs beste dienen. Diese Thoralehrstätten übermitteln die Tradition der großen Vergangenheit einer zukünftigen Generation, die, wenn sie auch winzig an der Zahl ist, einzig und allein berufen ist, in den wechselnden Schicksalen der Gesamtheit des jüdischen •Volkes dem gesunden Kristallisationspunkt.zu bilden. Es is’t daher Hauptz i e 1 des Keren Hathora, aus der ■Sache der Jeschiwoth, aus dem ׳Problem der T h 0 r a 1 e h r a n s t a 11׳ e n e i n e V 0 1 k s s a c 11 e, ein Prob 1 e m für di e:. G e s a m tii ebt ״d e s j ü d i s c h e n V 01 k e s z u mach e n.; ,: Das russische Problem, das durch ein instruktives Referat-von Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer an der Amsterdamer Konferenz aufgerollt wurde, ist ein!Schulbeispiel für die Richtigkeit obiger Behauptung. Es ist wahrlich nicht bloß das!Interesse der orthodoxen Judenheit, daß der jüdische Nachwuchs in Rußland im Geiste der Thora und Tradition erzogen werde. Gelingt es dem Keren Hathora nicht, die große jüdische Oeffentlichkeit, speziell in Amerika darüber •aufzuklären, daß die wunderbare Wirtschaftliehe Rekonstruktion der russischen Judenheit, . die sich .im wesentlichen durch ״die Verwirklichung der Kolonisationsprojekte-vollzieht, wertlos sein müßte, falls jüdische Heimstätten ohhe belebenden Geist der jüdischen Tradition, ohne hinreichende Gewähr für eine, auf gesunden moralischen. Grundlagen' ruhende jüdische Zukunft entstehen, so würde dies für die Gesamtheit einen unermeßlichen Schaden bedeuten. Das russische Problem, klarer gesprochen, das Problem der thoragemäßen Erziehung in Rußland, ■ist demnach ■kein Problem der orthodoxen Judenheit, wenn auch sie zunächst an der richtigen Lösung interessiert ist, sondern ein jüdisches Problem schlechthin, das jeden Juden angeht. ■ Nicht anders stellt es mit dem B e t h - Ja ä k ö'W- Problem, mit der Frage der jüdischen Erziehung der jüdischen Frau. Es bleibt ein unvergängliches Verdienst des Keren Hathora, die Lösung dieses Proiblems in die richtigen Wege geleitet zu habbn. Die Rettung von tausenden jüdischen Mädchenin Polen und die Ausbildung von hunderten Lehrerinnen•■ ist eine Leistung, die die Aufmerksamkeit der gesamten Judenheit beansprucht. In Wirklichkeit ist aber die ־ richtige Erziehung־ der weiblichen Jugend nicht bloß ein ostjüdisches Problem, sondern ein Problem, das; überall, wo Juden wohnen, eine richtige Lösung ver-, langt. Die Keren-Hathora-Konfererfz in ׳Amsterdam — und das ist der große Erfolg dieser •Konferenz — rückte all diese Probleme in den Vordergrund des Interesses der westeuropäischen Judenheit, die wohl infolge ihrer besseren sozialen^rtschaftlicheii^Pösition: den 'ostjüdischen ,Brüdern;helfen muß, aber ^üirch diese Hilfe und •durch die - Auffrischung׳ und ■Wieder-! belebung der in den Hintergrund gedrängten jüdi-f sehen Werte selber ungeheuer viel profitiert. 1 Durch; solche Veranstalturigen und Leistungen; des.׳' Keren Hathora wird es endlich der Agudas Jisroel gelingen,; auch die Skeptiker und •die von!Mißtrauen Erfüllten, über ihr wahres Wesen aufzuklären. Viele befehden־ noch ׳immer den Keren Hathora der ,Agudas Jisroel, weil sie glauben befürchten zu müsse!!r,Ldaß die:;an und für sich gesunde Idee des Kereu flätiiora durch Agudas Jisroel politisch umgebogeh :und;mißbraucht, werden;könnte. In Wirklichkeit wird abeb - Keren;!Hathora, wie es ihm bereits bisher in hohem Maße gelungen ist, die jüdische Welt •davon überzeugen, daß seine Grundidee: Das Sc hi c k s a 1 der T h 0 r a als Z e n t r a 1 p r 0 b 1 e m d e s ■ j ü d isc hon.Volkes h i n z 11 s t e 11 e n und in posit i v e m Sinne zu lösen, der k 1 a r s t e und wesentlichste A 11 s d •r uc׳k der Gr u n di d e e der Agudas Jisroel Ls t... P. Amsterdam (AJPß). Den Auftakt zur Keren- Hatorah-Konferenz, die am Sonntag den 21. Tewes in Amsterdam stattfand, bildete eine grandiose Massenversammlung in der Diamäntbörse am Schabbosabend, bei welcher Rabbiner S a r 1 0 11 i s präsidierte und die Herren Rabbiner Jesaja Fürst (Wien), Oberrabbiner Vre den •bürg (Arnheim), Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer (Berlin), Rabbiner B r 0 m (Luzern), Wolf S. Jacobson (Hamburg), H. A. Goodman (London) Wesen, Aufbau, Leistung und Ziele des Keren Hatorah ■darlegten. Die Anwesenheit des Herrn Oberrabbiners Onderwijzer verlieh der Versammlung besonderen Glanz. Ge- •diegene Chasonus des Amsterdamer Oberkantors Ma roikko, der der Leitung des Amsterdamer Keren Hatorah angehört, gab ihr den harmonischen Abschluß. Die Konferenz selbst wurde mit einer Begriißungsrede des Vorsitzenden der holländischen Keren-FIatorah-Verwaltung, Oberrabbiner Vredenbürg (Arnheim), w*elcher der Konferenz präsidierte, vormittags um halb 11 Uhr im Sitzungssaal der Amsterdamer jüdischen Gemeinde eingeleitet. Nach Verlesung eingelaufener Begrüßungsschreiben — unter anderen vom Gerer, Czartkower, Sadagorer Robben, von E. Chaim Oiser Grodzensky usw. — eröffnete Rabbiner Jesaja F ii r s t (Wien) namens des rabbinischen Rates der Keren-Hatorah-Zentrale die Tagung in! Beisein ■der Vertreter der hervorragendsten Gemeinden, Korporationen, Keron-Hätorah- Kommissariate Hollands sowie der verschiedenen ׳Spezialdelegierten der westeuropäischen Keren- ׳Hatorah-Landesverwaltungen. Oberrabbiner Onderwijzer für das Amsterdamer Oberrabbinat, Dr. S. I. Philips für den Permanenzausschuß der Zentralverwaltung der jüdischen Gemeinden Hollands, W. B i r n b a u m für die Amsterdamer Gemeinde, Dr. Nathan ßirnb a 11 m für den Zentralrat der Agudas Jisroel, Rab׳• biner S a r 1 0 u i s (Amsterdam) für die niederländisehe Agudas Jisroel (in Vertretung des Vorsitzenden Oberrabbiner Hirsch-Zwolle), Oberrabbiner D av i d s Leeuwarden) als einziger Misrachist unter den holländischen Oberrabbinern, Oberrabbiner P er e i r a (Haag) für die sephardischen Juden Hollands, A. S. Leviszon für die jüdische Gemeinde Haag, Rabbiner Brom (Luzern), Jacobson (Hamburg), Goodman (London) für die verschiedenen Keren- Hatorah-Landesverwältungen hielten Begrtißungsreden, gaben alle ihrer hohen Freude über das Zusammenkommen der Konferenz Ausdruck. Der Direktor der Keren-Hatorah-Zentrale, Dr. Leo Deutsch! ä n d e r (Wien) erstattete hierauf das Hauptreferat: ״Die geistige Lage in der Judenheit der Gegenwart“, in welchem er nicht nur einen umfassenden Tätig- Die eleganten jüdischen Frauen tragen jetzt mit Vorliebe Othmar Schiffsbernhn1te Mode-Perücken die ebenso geschmackvoll und vornehm, wie leicht im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Perücke kostet je nach Ausführung S 100.— bis S 160.— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60.— bis S 90.—. Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50.— bis S 70.— Das Reinigen, Wasserfrisieren sowie Reparieren aller Perücken wird übernommen und sorgfältigst ausgeführt, auch dann, wenn diese nicht hei uns erzeugt worden sind Othmar Schiff, Wien, I. 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