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Jüdische Presse · 1926-11-12 · 46 (12.11.1926) · p. Seite 315

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
46 (12.11.1926)
Date
1926-11-12
Page
Seite 315 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 46 JÜDISCHE PRESSE Seite 315 Hathora wird natürlicherweise sehr gepflegt. Es wird täglich der Daw-jomi gelernt und für den Winter sind Abend-Schiurim für. Kaufleute geplant, die tagsüber nicht '■zum Lernen kommen. Ein besonders beachtenswerter Zweig der Tätigkeit der Agudas-Jisroel-Mädchengruppe ist die Gründung eines Schomre-Schabbos-Vereines, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Stellen ausfindig zu machen, in denen Angestellte untergebracht werden können, die auf Schabbos Wert legen. Auch auf dem Gebiete der Erez-Jisroel-Arbeit ist eine sehr große Tätigkeit zu verzeichnen. Bereits vor einiger Zeit wurden die Mittel zur Gründung euer Kolonie der Ghicagoer Aigudas Jisroel mit dem Namen ״Gwul Jehuda“ bewilligt, zum Andenken an den Lomzer Rabbi Jehuda Leib G o r d 0 n, der zuletzt •Obennaibbiner von Chicago war. Zu!Beginn des Winters wurde eine lebhafte Aktion des Keren-Hajischuw ins Leben gerufen. Der Piotrokower Raw Schapira in Amerika. N e w York. (AJPB.) Wie bereits gemeldet, weilt seit einiger Zeit der Sejmdcput. Oberrabbiner Maier Schapira in Amerika, um für die Jeschiwah in Lublin die amerikanische Judenheit zu interessieren. Die Aufmerksamkeit, die er in allen Kreisen dort fand, ist nach den uns zugehenden Nachrichten in höchstem Maße erfreulich. Durch, seine Reden hat der Piotrokower Raw sich die Herzen der orthodoxen Massen erobert und durch einen talmudischeu Vortrag, den er auf Einladung der Jeschiwah Rabbi Jizchok Elkanan in New York hielt, auch in den lernenden Kreisen Amerikas seinen Ruf besiegelt. Der Jeschivyohleiter Dr. Rewel wie auch die anwesenden Rabbinen äußerten, daß seit Bestehen der Jeschiwah noch niemals! ein derart gründlicher und geistvoller Vortrag gehalten wurde. Die Jomim Tauwim verbrachte Raw Schapira im Hause seines Freundes Rabbi Leob Jizchok Kahane,) des bekannten Agudistcn in Brooklyn. Während der hohen Feiertage betete der Piotrokower Raw in einer polnischen Schul in Wiliamsburg, die, um ihren Gast zu ehren'» eine Sammlung zugunsten der Lubliner Jeschiwah veranstaltete und die beachtenswerte Summe von Dollar 3000 aufbrachte. Den Haschana Rabo-Tag verbrachte der Raw in der Lubliner Schul. Als Abschiedsgeschenk übergaben׳ ihm seine Freunde für seine Jeschiwah Dollar 500. Außerdem leitete sofort nach den Feiertagen die Lubliner Kolonie in New York eine 10.000-Dollar-Aktion zugunsten der Weltjeschiwah ein, von denen bereits größere Beträge eingegangen sind. Polnische Juden führend in der amerikanischen Intej- IJgenz. — Widerlegung der Theorie von der Ueberlegenheit der nordischen Rasse. Die Theorie von der Ueberlegenheit der nordischen Rasse, ׳die hier bei der Schäftung der neuen.!Ein׳wander׳i111gsbill c.ne so große Rolle ■gespiel*• hat, erlitt einen starken Stoß durch die ׳Feststellungen von Dr. Nathantel M. Hirsch., einem früheren!Mügied des nationalen Forschungskomitees. die ׳vom New-Yorker ,״World“ enitgeteiß ׳werden- Die Untersuchungen ergeben, daß den aus Polen ׳ei.nge.wan־ derten Juden der Pre.s ׳der intellektuellen Ueberlegenheit gebiiihrt. Dr. Hirsch zog 5500 Schulkinder in tNew-Eughud, alles Kinder im Auslände geborener Eltern, in den Kreis seiner Untersuchung und ׳stellte 1fest, daß die Kinder polmlscher. Juden de.n höchsten Grad von Intelligenz aufweiseai; am nächsten kommen die Schweden, dann die Engländer, die russischen Juden, die ■Deutschen, die Amerikaner, Litauer, Iren, britischen Kanadier, Russen, Polen, Griechen, Italiener, französischen Kanadier, Neger und Portugiesen. Antisemitische Aufreizung in Hlohovec. Aus Hlohovec Wird uns berichtet: Während im ganzen Lande de.r Erinneraingstag an die Gründung unserer Republik zur Pflege des Patriotismus und zur Stärkung der Zusammengehörigkeit unter allen Statsbüngem benützt wurde., brachte ,der 28 Oktober unis. eine schmerzliche Ueberrascihung. Zur Feier des Tages gelangte; hier im Beisein eines großen Publikums, darunter auch zahlreiche Müden, durch einen Verein ein Stück zur Aufführung, ׳in welchem ■gegen dis Juden gehetzt ׳wurde/. Verunglimpfung und Plünderung von Juden׳ wurde darin als berechtigt dargestellt. Ein Teil des. Plulblikums war über diese antisemitische Hetze unter dem Deckmantel des Patriotismus empört und die }üdisahe Gemeinde’ erlstattete gegen die Urheber die Anzeige wegen Aufwiegelung gegen einen Teil der Bevölkerung. Wohl als direkte Folge dieser Aulireizung!kann ein zweites Ereignis betrachtet werden, das hier allgemeine Aufregung verursacht. In' der Nacht vom 1. November wurde der jüdische Friedhof iai roher Weilse geschändet. Die jüdische Bevölkerung fordert von den (Behörden die ׳Feststellung der Täter und׳!ihre exemp! arische Bestrafung. Der Stadtpfarrer drückte über diesen Vorfall sein!Bedauern aus ׳und versprach seine Mithillie zur Enüienuu/g der Täter- Personaliein. : ' '-■׳£v . Das Hinscheiden des Beizer Rabbi וצ״ל♦ Die Nachricht vom Hinschelden des igroßefä^Rabfoi von Bete צ״ל? rief in der ganzen Slowakei tiefe Bestüj^ung hervor. Genoß doch ׳der Verstorbene gerade hier die größte Verehnung auch in den Kreisen der orthodoxen Jaiidenischdlit, die prinzipiell und religiös nicht der Richtung der Chassidinf angehört. Die Tageszeitungen brachten die Nachricht über das Hiinscheiden und die Bestattung des Rabbi. Die jüdischen Z'ei- ׳ tungen wildmen׳ dem צייס warme Nachrufe und würdigen ,i!t^ ausführlichen Artikeln sein segensreiches Wirken für dasf״ Judentum- Bemerkenswert und charakteristisch ist. daß die ’־ zionistischen Zeitungen von Prag ■und Preßburg diesen großen orthodoxen Juden mit einem Male als Anhänger oder wenigstens als stillen Fr׳eu׳n!d .des Zionismus hiuzustellen versuchen, obgleich hinlänglich .bekannt ist, daß der Beizer Rabbi זצ״ל sein Leiben׳ lang ein offener und׳ vorbehaltloser Gegner und Bekampier des Zionismus und altes dessen war. was mit der zionistischen Organisation zuammenihängt. Um in de׳n Köpfen 1Ihrer Leser Verwirrung anizurichten und auch aus der großen Trauer des jüdischen Volkes Vorteil au ziehen, ׳schrecken diese 'Zeitungen nicht einmal vor einer solchen, jedem eingeweihten .Juden unseres Landes bekannten frivolen Unwahrheit zurück. Den schmerzlichsten Widerhall hat die Todelsibotschaft in Munkäcs und׳ in den anderen dhassidischen Gemeinden des Piodkarpatsks-Rus gefunden. Der Beizer Rabbi זצ״ל zählte hier bekanntlich eine Anhängeiischaft von vielen Tausenden. Während des Krieges und einige Jahre nach Kriegsende nahm er in Munkäcs Aufenthalt und sein grenzenloses צ ר ק ו ח und die miMe Liebe, die aus seinen Augen leuch»- tete, gewannen ihm die Verehrung aller, die in seine Nähe zu gelangen die זכי ה hatten. Der Schmer» über!sein Hinschelden drückt hier umsomehr a׳u!f die Gemlüter, als die schwere Kränhing, die dem Verblichenen! hier widerfahren ist. im Bewußtsein alter noch wach ist urid׳ bin Gefühl ätzender■ Erbitterung aiusiöst- Während der Krankheit des Rabbi זצ״ל wurde in willen Bethäusem von Munkaas dreimal ,kn Tage Tehillim gesagt. Am Tage der קבורה fanden bereits Trauerveranstaltätigen statt in M. Kasszony und Swalpawa, wo die Ortsrabbiner ergreifende הספדים hielten. Am erschütterndsten wirkten jedoch die הספרים . die ■am gleichen Tage in der bekannten ,Bel'zer Klaus“ von Munkacis gehalten׳ wurden. Eine tausendkäpfüge Menge drängte sich im Bethaus zusammen!und viele fanden keinen Platz mehr. Als Erster sprach der Oajjcn dieser Klaus. Rabbi Salomon G r ü n f e 1 d- Sodann hielt der ״Pet Power Dajon“, Ralbbj G11. D. Groß, einen zweiisfündigen הספד aus sclhmer zdairchwiih 11em Herzen. Kein Auge blieb dabei ohne Tränen. Nach ׳ihm sprach 'Rabbi ־NaftoliWe i;s z, Sclhn des ״Spinksr Rabbi“ und Leiter seiner Jeschiwoih׳. Zum Schluß widmete Herr Jakob Hausmann im Namen der Baalebatim dem verschiedenen Rabbi זצ״ל ■einen t'.efempiundenen Nachruf. Die ganze Stadt Munkäcs ■stdit unter dem Ein- druck der Todesnachricht und dieser spontanen Trauerkundgebunig. Wer Ist Sinai Singer? In der ״Wiener Morgenizeitumg“ ■und in einer Reibe anderer Zeitungen werden aus Anlaß des Hinscheidens des Beizer Rabbi über seinen Sekretär Sinaj Singer die abenteuerlichsten Geschichten erzählt So soll er einer Assimilantenfamilie entstammen oder gar — wie manche Nachrichten lauten — Christ gewesen und erst!unter ■dem Einfluß dets Belizer Rabbi zum Judentum iilbergetreten sein. Von Angehörigen des Herrn Singer werden wir ersucht, alle diese falsollen .Behauptungen richtigzustellen. S.'naj Singer entstammt einer streng frommen Familie. Sein Vater. Simon Singer!, war ein Schüler •des Chasam Sofer urid wirkte stets in orthodoxem Sinne, also im Gegensatz zur Assimilation. Er war auch einer der Führer der orthodoxen. Gruppe innerihalb der Trenoziner Gemeinde und machte von •den dortigen Institutionen, weil •die Gemeinde, neoicg ist. keinen' Gebrauch. Sinaj Singer hat in seinem Elternhaus das orthodoxe Judentum kennen gelernt. Er kam allerdings in jungen Jahren nach Wien,, wo er schlechten Einflüssen ausgesetzt war. Wie ' viele seiner Altersgenossen, entfremdete er sich dem prakfisdhen religiösen Leben und hütete auch den Sabbat, nicht. Während des Krieges fand er Gelegenheit, sich seiner jüdischen Brüder in dem Geiste atizunehmen. den1 er von seinem Eiterniiiauise her. kannte. Als Stationskommandant von Miunkacs kam •er mit den jüdischen religiösen Soldaten in enge Benührung und wurde vielfach ihr Freund und Wohltäter. Dort begann er audhi wieder, sich religiös-jüjdisch z׳u■ führen!, und gehörte zu den regelmäßigen Besuchern der .Beizer Klaus“. Als der Beizer Rabbi nach Minnkaos kam, trat er in nähere Beziehung zu ihm und stand 3hm zur Seite. Ais dann der Beizer Rabbi infolge einer Denunziation von Munkäcs ausgewiesen wenden sollte, wa׳r •es Sinaj Singer, der nach Prag reiste und die Be-!h'örden über die Persönlichkeit de׳s Beizer• Rabbi auf klärte. Von da ab lebt Sinaj Singerin. ׳Beiz ׳und fungiert als vertrauter | Sekretär des Rabbi• Das jüdische Wien trauert nach dem ׳Beizer. Die Kunde vom Ableben des Beizer Zaididiik hat. ׳in Wien tiefe Trauer tiusgelöst. Fast alle dhassidiischen Klausen׳ haben beschlossen, Heispedim nach diem ■ Belizer Zadd'ik zu veranstalten. Die lauposanteste Trauerkumdgabunig fand' Sonntag abends •in der Synagoge und׳ im Turnsaale der• Talmud-Tho.ra-Sdm 1 c, Malz- ©asse 16, •statt. Die viielihandertköpfige Menge ,lauschte ׳tief ergriffen idieirri Respad des .Altstädter Raw. Oberrabbiiner Jerucihem, der;in einer zweiieinhalitetiindigen Drasciha dem großen Seih,merze־!des jüdischen Volkes ob des Heimganges des!Beizer Reibben׳ einen tief ׳ergreifenden• Ausdruck gab. Am selben Tage fanden ׳noch Hespedim statt in der Synagoge •,in der Th eilemangasse (Rabbiner Habermann.: Golagura) ■und im Bethausverein Esratb Jisroel, Novaragasse!(Rabbiner Chaiim 1G0Mklang). ״Am Montag lianidi ein Hesped! an׳ der Treu Straße;in der Synagoge ״Ansahe •Das w’Zedck“ ׳(.Rabbiner M. Gottes׳man׳n ausr Nowe Salciie), Mittwoch im dem Bethause des Vereines ״Sahamre Hades“, XX., Othmaigasse 34 (Rabbiner Gerschon Hager) statt. Den׳ kommenden Sonntag werden noch in. fo'- gend'en Betihäusern Hesipedim naah ■dem Beizer Rebben abgehalten wenden: Im XX. Bezirk, Treustraße 71. Bikur Oholem (Rabbiner!Gerschon!Hager)..■ im 111׳ Bezirk. Machsike Hacki׳:•, Sdhilfiamtsgasse 20 (Rabbiner ■H. Sc׳b׳me!r.ler). ferner im Bethause Achduis Jisroel, R׳embrandtstraße 32, um 4-30 Ohr (Rabbiner Jakob Bittermann)״ Sonntag den 22. Kislew hält Rabbiimer M. Blech iim XX. Bezirk in der Synagoge Bne ׳BirHßi, Ka׳raj.angas׳ie 20, einen ■Hesped. ה ס פ״י י ס על הארמו״ד הנח״ק מבעלזע זצ״ל ישאו אי״ה ביום ראשון פרשה וישלח בשעה־׳» אחה״צ בבית הבנסח ״בקור ׳חויים״ מהון 20, .. טרוישטראססע י הרה״ג גרשוו האגער שליט״א. ובביח הכנסת ״אחדות ישראל״ מחוז -D 'רעמבראנדטשטר. 32 ישא הספד הרב יעקב ביטטערטאן שליט״א ביים ראשון, פרשת וישלח בשעה ט3•* אחה״צ• Eduard Schlenger זצ״ל♦ Die orthodoxe jüdische Gerne!,ride in Bratislava und mit ihr d!a)3 ganze Judentum hat abermals d׳en Tod eines der Besten zu, beklagen. Herr Eduard Schlenger ist am 4. Kislew im Alter von 76 Jahren in ׳die Ewigkeit albberufen worden und läßt eine Lücke hinter sich zurück, die nur .schwer auszufüllen sein wird. Er gehörte zu den wenigen Männern, denen in den Zeiten d׳es Niederganges des religiösen Lebens in der ' Preßburger Gemeinde unter sehr schwierigen Verhältnissen die ׳ ■■•ciomenvolle Aufgabe zugelfallen war, das Banner des orthodoxen Judentums hochzuhalten, um ■es der kommenden׳ Generatlan unversehrt zu übergeben. Leider lichtet sich die Reihe dieser erfahrungsreichen Männer zusehends und der Mangel an starken . und zielbe,wußten Führern, die unter den wesentlich günstigeren Umständen und mit den Mitteln u n s ׳e r •e r Zeit an der Verwirklichung der alten Ideale arbeiten könnten, wird in immer höherem Grade fühlbar. Mit Eduard Schlenger sinkt vielleicht, der letzte Kämpfer aus jener Zeit au Grabe, und das orthodoxe, Judentum hat allen Grund, seinen Verlust auf das tiefste zu ■betrauern■. Er hatte dais• Glück, noch׳ ׳ln den letzten Jahren vor.'dem Hinlscheiden des Kesaw Sofer יצ״ל zra seinen Füßen תורה zu!ernen und den Geist unbeugsamer Ueber- ׳zeugungstreue umd zielsicheren .religiösen Strelbens, der von diesem Großen ausiströmte, in »ein tatenneiches Leben׳■ hinüber zu nehmen. Was er in seiner Jugend gesehen, gehört, gelernt und' durch •eigenes Denken .in seiner lauteren Seele und in seinem edlen Herzen au einer klaren Weltanschauung verarbeitet hatte, das suchte er in allen׳ Lebenslagen zur fruchtbaren Tat zu gestalten. Sein Haus war stets ein fre׳un׳dMches Heim fair ■die aufstrebende Jescbiiwo-Jugend ced eine Quelle religiöser Belehrung und Begeisterung für einen großen׳ Kreis von Fre.unden! und Verwandten, die stets an den Lippen des gewandten und geistreichen Redners wie gebannt hingen unld aus ctetn Born seines reichen Wissens marmCgfaltige Anregung schöpften• Seine •Töchter und Enkelkinder beeinflußte er m idealer jüdischer Lebensführung und Lebensbetätigung und war beglückt, so oft er konstatieren durfte, daß seine' Saat anit fruchtbaren Boden gefallen ist- Vteie Jahre, von 1893 bis 1919״ gehörte er der Gemeindsrepräisentenz an und wirkte dort im Sinne der oriiiod'oxen Gesetzestreue. Als ת״ח und מוקיר רבנן verschaffte iihm seine Wirksamkeit als Vorstandsmitglied der Jechiwch die größte Befriedigung. Wohltätigkeit •und überhaupt Mitarbeit im Vereinsleben waren ihm Herzensfreude und religiöse Pflicht, der er mit peinlicher Gewissenhaftigkeit und mustergültiger Sachkenntnis genügte. Er war die Seele de׳s Machsike-iHadas- Vereines und aktives Mitglied zahlreicher anderer Vereine. Sein Sinnen und Schaffen war stets von der inneren Verpflichtung für dals Judentum beherrscht. Wenn solche Männer aus dem irdischen Leben scheiden, trifft der Verlust die große jüdische Gesamtheit. So zeigte sich auch die Teilnahme an׳ dem Schmerze seiner Gattin, ׳die ihm eine verständnisvolle Lebensgefährtin und Mitarbeiterin war und nun •sowohl als rührige Präsidentin der Agu׳das-JisroewFra׳uengrupps als auch auf allen Gebieten der Wohltätigkeit in ihm ihren treueisten Berater verlierti. schon während׳ der Krankheit des Heimgegangenen in außergewöhnlichem Maße. Ueber die 'ל1י werden wir •in der nächsten Nummer berichten. Möge die trauernde Familie Trost finden in dem Bewußtsein!, daß das Andenken des Verblichenen ein Segen sein wird für dals gesamte glaubenstreue Judentum. .חנצב״ה Briefkasten. An Mehrere. •Inserate werden tarifmäßig berechnet. Nachhisse können nicht bewilligt werden, Einsender Bratislava. Sie vermuten richtig, daß uns das 11e.ra׳uStordernde Auftreten Prof. Lessings in keiner Weise sympaihiscfi' fet. Wir halben keine Veranlassung, .uns mit ihm zu beschäftigen. Ueber seine antisemitischen Lügen über di׳e gal׳izischen Juden haben seinerzeit die jüdischen Zeitungen ausfiihrlidi geschrieben, ihn besonderen hat ihm Dr. Benjamin Segel ordentlich heimgcleuchtet. Seine jetzige ,.Rückkehr“ zum Judentum entbehrt n'lcht eines gewissen Beigeschmackes. Wenn er — nachdem er ״national“ obdachlos geworden ist — jetzt in Zionismus reist, so ist ׳das Sache der Zionisten,, nicht unsere. Zuim jüdischen Volke kann׳ er nur gehören, wenn er — da seine Mutter Nichtjüdin war.— zuvor vorsclhriftsgemäß .Proselyt“ geworden, ist, und dazu gehört auch Muzwas Miloli und wohl auch ein klein wenig — Respekt vor ■dem alten religlösen Judentum. Berta Spiegel Geza Goldstein Deutschkreutz (Brgld.) Hajdunänäs (Ungarn) Verlobte Sari Duschinsky David Spitzer Tochter Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabblners Räkospalota Topolcany Verlobte. Herr und Fron LajosWeiss Freu Adolf Schistha Csorna Oedenburg laden höflichst alle Freunde, Verwandten und Bekannten auf diesem Wege zur Hochzeit ihrer Kinder Leopold Therese ein, die איץ־ן am 21. d. M. um 1 Uhr nachmittags in Sopron, (Oedenburg), stattfindet. ב״ע״ה Zur Trauung unserer Kinder ,שיד und עזריאל welche אי" ה Dienstag, den 16. November1 1926, (10. Marcheschwan 5687) in Kobersdorf um 1 Uhr nachmittags stattfinden wird, laden wir höfl. auf kliesem Wege alle unsere Verwandten und Bekannten ein. , Frau Ww. Netti Adler, Samuel Wolff Tauber li. Frau, Kobersdorf, Burgenland. Modra, Slowakei. Telegramm-Adresse: Hochzeit Tauber-Adler, Kobersdorf, , Burgenland. . Sie ügudss Jisroil J1pdpppg In Topolcany gratuliert herzlichst ihrem verdienstvollen Vorstandsmit-, gliede, Herrn David Spitzer, anläßlich seiner Ver- ׳ lobung mit Fräulein Sari Duschinsky, Räkospalota. sucht öOjäbriger Kaufmann aus hochachtbarer, sehr angesehener Familie mit Dame entsprechenden Alters. Reflektiere nur auf eine streng religiös erzogene Dame, die es versteht, einem streng rituellen Hause die richtige Gattin vorzustellen. Zuschritten unter ״Aschre“ an die Wiener Adm. d. Bl, Für die 20jährige Tochter eines angesehenen slowakischen orthodoxen Rabbiners 1יטת ת׳ ויפת מראךן gebildet und häuslich erzogen, wird ein passender junger ת״ח» Geschäftsmann oder Rabbinatskandidat gesucht. 30.000 :נק Kc., Möbel und Ausstattung. Anträge sind zu richten an die Bratislawaer Administration unter Chiffre: ״J. H.“ Vermittlung erwünscht. Selbständiger, gutarbeitender G-rabsteingraveur und gelernter Buchdrucker, 23 Jahre alt, sucht Anstellung. Gefl. Zuschriften unter Chiffre ״Fleißig“ an die Bratislavaer Administration. In der Textilbranche bewanderter, aus vornehmer jüdischer Familie stammender junger Mann sucht Stelle auch in der Provinz. Zuschriften an die Bratislavaer Administration unter Chiffre ״Sabbat“. __ Junger Uhrmachergehilfe, kleiner und großer Arbeit bewandert, mit Werkzeug, sucht schabbosfreien Posten, Licht, Presov, Masarykova 136. Rabbiner ledig, vorzüglicher Kanzelredner, der mehrere Jahre Schüler der Preßburger Jeschiwoh war, sucht Rabbinerstelle. Zu- Schriften an die Bratislavaer Adminis ration dieses Blattes unter Chiffre ״Streng orthodox*'.

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