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Jüdische Presse · 1926-11-12 · 46 (12.11.1926) · p. Seite 311

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
46 (12.11.1926)
Date
1926-11-12
Page
Seite 311 (sequence 1)
Language
German
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V.fcb. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. JÜDISCHE PRESSE Redaktion u. Administration 1 Wien, 11.,Leopolds- M8se 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 4594־4־. Tichechoslowakel: Bratislava, Postfach 140. Brscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementsprefse: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53,386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko, N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Np. 46 «!!•■■Bratislava, 12. November 1926 .ב״ה וינה־פרעססבורנ ו־ כסלו תדפ״ז 12■ Jahrg. | Weihbnrggasse 11( (Magasin de ModesJ ן Die neuesten Modelle ן | eingetroffen! | | Meine Schlager: j I Crepe de Chine-Kleid.ä S 19.— j 1 ״ . ״ » .ä s 251 ~־ | Velour-Mantel ..ä S 29.— g | ״ מ mit Pelz verbrämt . ä S 39.— j | Schicke Crepe de Chine-Tanzkleider j | in jeder Preislage j illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll.lllllimiimmillllll^• FANG OHEILANSTA LT | WIENER KURANSTALTI Wien, IX., Lazarettgasse Nr. 20 Telephon 2583־0־ H Klinisch-Diagnostisches Hellinstitut H Kuren täglich von 6 bis 8 Uhr ■ Auf Wunsch streng rituelle Kost zugestellt ■ SPEZIALKUREN gegen Ischias, Rheumatismus u. Neur- H alglen.| Italienische; Ischiaskuren. .Malarlafieberkuren. N VeirjUngungskuren (Diathermie). Entfettungskuren1 •H| Kaltwasserkuren, Fangoschlammpackungen, Koblensäure-Transcutanbäderj H Heißluft, Höhensonne. Elektrische Kuren, Diathermie, Massage, Hell- Mj gymnastlk, Röntgeninstitut. Chemisches Laboratorium ׳ M Chronik der Woche■ Plenarsitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel. W i׳ e n. (AJiPlB.) Montag den 9 Kislaw (14. Novetnber) wird In Wien eine Plenarsitzung des Geschäftsfuhrenden1 Ausscihusseis der Weltorganisation Agudas Jisroeil stattfinden. Es werden wichtige Palästina-:. ■Organisafons- ׳und politische Fragen zur Bethandking gelangen. Es ist ferner auch ein Referat üiber Keren Hatiiona wie über die Jugendbewegung vorgesehen. Die Beratungen wenden voraussichtlich bis Mittwoch dauern. 795 Juden verlassen Palästina!111 September. J e r m s a- 3e!m, 1. Navembeir. 1(1.1. T. A.) Laut den soeben miitgeteifern Ziffern! sind! dm Verlauife des Monats September 795 Juden aus Palästina ausgewanidiert. In dam gleichen Monat ־wamderteni aus Paüästina 2012 NicMjudfert, meist Araber, aus. Insgesamt verließen also im September 1087 Personen das Land׳. Der Waad Leumi ist unzufrieden Der Waad Leurni in Palästina hat in seiner ,letzten Sitzung seine Unzufriedenheit mit idem1 Regierungsprofiekt betreuend die Gemeindewahlen Ausdruck gegeben und Forderungen nach F r a u e n w a h 1recht,. Herabsetzung der Mindeststeuergebühr als Voraus- Setzung »Mir das Wahlrecht und Herabsetzung des Alters ■der Wahlberechtigten sowie nach Wahlrecht auch für :solche, die sich um die 1Bürgerschaft beworben ׳haben, erhoben. Lord Reading Präsident der Palestine Electric Corporation. Bei einer Sitzung des Rates der Palestine Electric Corporation (Ruthenberg-Gesellschaft) wurden der Marquis von Reading, der frühere Vizekönig von Indien, Sir Alfred Mond, Sir Hugo Hirst, James de Rothschild, Bernhard Baron und Dr. A. H. Railing zu Direktoren der Gesellschaft gewählt. In derselben Sitzung wurden der Marquis von Reading zum Präsidenten und Ing. Pincas Rnthenberg zum geschäftsführenden Direktor ernannt. Es wurde mitgeteilt, daß das notwendige Arbeitskapital bereits voll gezeichnet ist. Herr Ruthenberg befindet sich auf der Reise nach Palästina, wo er noch im Verlauf dieser Woche eintreffen wird, um die vorbereitenden Arbeiten zur Errichtung des Jordan-Stauwerkes zu Ende zu führen. Die Zionistische Exekutive unterstützt (?) die polnischjüdischen Einwanderer in Palästina. ״Die Exekutive (!!) der Zionistischen Organisation in Polen erlhielt von der Zionistischen Weltexekmtive (!!!) die Verständigung, daß aas• den zionistischen Fonds eine Unterstützung von 1000 Pfund■ und ein Darlehensfond'S ■von 5000 Pfund zwecks Hilfe an jüdische Einwan'derer aus, Polen, die unter der Wirtschairtskrisls zu׳ leiden bhiben, zur Verfügung gestellt worden ist.“ Zum. richtigen׳ Verständn's dieser großzügigen Maßnahme, die offenkundig die antizionistische Stimmung in Polen verbergen will, wollen wir den Ausführungen des Herrn Sclbabset in der Zeitschrift wHajischuw“ vom 22. September Raum gelben. Schabset übt am den gegenwärtigen■ Formen der zionistischen Wirtschaft in Palästina Kritik, indem er äir vorwirft, daß sie nur das a r b e itende Element des Jiischuw unterstütze und' die Schaffung ״eineis sozialen Gemeinwesens in Ptalästina“ anstrebe. .,Hätte die zionistische Organisation für die Unterstützung des Mittel- Standes nur ein Viertel von dem ausgegefben, was sie fiir die Kwazoth ausgegeben hat, so hätten sich! 90 Prozent von denen, die heute das Land verlüelsen, im Laufe der Jahre ver- ,wurzeun können.“ ...Das einzige Auskunftsmittel in unserer schwteri.gen Lage“ — sagt der Verfaslser — ״ist die Ausrufung eines Waffenstillstandes Im Innern und die Uebertragung der gesamten Leitung 1an einen Mann, und zwar an Sir Herbert Samuel. Wir alle verpflichten uns schon heute, seinen Worten׳ und Befehlen nach'zukommen. wir alle, Arbeitgeber und -neihmer, Fromme und Freisinnige.“ Konferenz des amerikanischen Misrachi. — Scharfe Kritik an der Zionistischen Exekutive. Die Tagung des amerikanischen Misrachll fand vorige Woahe in New-Y'oik statt. 320 Delegierte aus allen Teilen der Vereinigten Staaten nahmen an derselben teil, ln der Eröffnungssitzung hielt der Misrachi-iFührer Rabbi Meir Berlin eine großlangclegte Rede, in der er ■scharfe Kritik an der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation übte׳ und sie für das Mißlingen der Vierten AlCjah verantwortlich machte. Die orthodoxe Vertretung im ungarischen Oberhaus gesichert. Budapest. (AJHB.) Die ungarisdie (Na׳tiona׳lversa1m׳m- ■lang hat in ihrer Sitzung vom 9. November auf Antrag des Referenten der Vorlage die Aufnahme von zwei Vertretern der jüdischen Religion in das Oberhaus beschlossen. Somit Ist auch die Vertretung der Orthodoxie im ungarischen 01b e r h a u s, g e s ■i c h ׳e r t. Bei der Behandlang dieses Antrages ergriff Ministerpräsident Graf Bethr• len das Wort und unterstützte den Antrag mit der Erklärung, ■daß die jüdische . Religion ebenso •יי.ein gesetzlich anerkanntes Bekenntnis in Ungarn׳ sei Wie die ־übrigen Religicnen and das Recht, das die jüdische Religion ln der historischen Entwicklung erworben habe, respektiert werden müsse. Der jüdische A׳bgeordnete Paul Sander״ der vor einigen Tagen eine orthodoxe Delegation, bestehend aus dem Präsidenten und Vize- Präsidenten׳ der orthodoxen■ Landeskamzlei, zu •dem׳ JustiizmCnister Pe׳sty führte und für die Rechte der Orthodoxie eintrat, ergriff auch in dieser Debatte das Wort lind verteidigte mutig trotz aller Zwischenrufe der antisemitischen Abgeordneten das Recht der jüdischen Konfession auf eine entsprechende Vertretung im Oberhaus. Paul Sandor hat den Antrag des Referenten, wonach die israelitische Glauben'sgemeinschaft durch zwei R 1a: b b i n e r vertreten werde, •dahin ergänzt, daß die zwei Vertreter der israelitischen Koniession durch die R eii'gl on sige me,i nde n lebe nslänglich gewählt• werden sollen. Der Antrag wunde dann mit der vorn Abgeordneten Sandor verlangten Abänderung unter Ablehnung aller anderen Abänderungsanträge angenommen. Aus der Beth Jakob-Bewegung. Lodz. (ÄJPB.) Die Zentralorganisation. der BethJakob-Bewegung in Lodz hat an sämtliche Gruppen des Landes ein Zirkular ergehen lassen, mit der Aufforderung, Kindergruppen zu] bilden. — Preßburg. (AJPB.) Die erst seit einem׳ halben Jahre bestehende Frauen- und Mädchengruppe der Bnoth Agudas Jisroel hat ihr Wintersemester begonnen. Bereits 600 Frauen und Mädchen haben ihre Mitgliedschaft angemeldet. — Krakau. (AJPB.) Die hiesige Ortsgruppe der Bnoth Agixdas Jisroel hielt ihre erste Generalversammlung ab und wurde über Programm und Ziel der Bnoth Agudas Jisroel referiert. Mitgliederzahll 400. Sambor (Ostgalizien). Unter dem Vorsitz des Oberrabbiners Sejmdeput. Lewin, Präsident des Zentralrates und des. Ortsgruppenpräsidenten Schneid wurde eine Beth Jakob-Schule gegründet, mit einer Anfangszahl von 130 Schülerinnen. — Lodz. (AJPB.) Zu Semesterbeginn wurde eine Beth Jakob-Schule für minderbemittelte Kinder gegründet, in der zunächst 50 Kinder Aufnahme fanden!.. Man hofft, nach Erhal+ weiterer Mittel die Zahl der Schülerinnen bald zu vergrößern, um allmählich den Wunsch von hunderten lernbegierigen jungen Mädchen erfüllen zu können. Die Ortsgruppe wandte sich zwecks Beihilfe an die Lodzer Kultusgemeinde und das Zentral־: relief. sowie an die Lodzer Agudas Jisroel. Es ist zu׳ hoffen, daß die von diesen Stellen zu bewilligenden Gelder den baldigen Ausbau der Schule ermöglichen Gründung einer Agudas-Jisroel-Ortsgruppe In Jassy. Jassy. (AJPB.) Anläßlich der Anwesenheit der Delegation der Poale Agudas Jisroel in Erez Jisroel wurde hier eine Ortsgruppe gegründet. Als Leiter wurden gewählt die Herren: Raw Hagoon Rabbi Chaim als Ehrenpräsident, Rafel Poker als Präsident, die Herren T i e r e r und M o s k o w i t z. Vortrag Dr. Deutschländer. Im Rahmen des Vortragszyklus der Jugendgruppe II, hält Herr Schulrat Dr. Leo Deutschländer Sonntag, den 14. November, abends um 7 Uhr im großen Saal der Jugendgruppe, II., Floßgasse 1, einen Vortrag über Rasch! und seinen Kreis. _ Die Fflnftagswoche. Rabbi: D nach mann, der Führer der ..Sohomrei Sabbat“- Bewegung in Amerika, sandte ein Dankshcreiben an den Autokönig Henry Ford dafür, daß Ford, durch die Einführung einer fünftägigen Arbeitswoche in seinen Betrieben den jüdischen Arbeitern und Augestellten Gelegenheit gibt, den Sabbat zu halten. Presse- Vertretern gegenüber erklärte Rabbi Drachmen, er wollte mit seinem Schrieben dem Menschen Ford, den er für engstirnig und engherzig hält, nicht seine Reverenz machen, dennoch aber muß die Maßnahme von Ford als ein Schritt begrüßt werden, der das sehr schmerzliche Problem der jüdischen Orthodoxie, das Problem der Sabbatbeobachtung, der Lösung zuführen wird. Seitdem die' zehn Worte der Offenbarung am Sinai a!n das jüdische Volk ergangen! sind, ist! die Menschheit gewöhnt, die siebentägige Woche mit sechs Arbeitstagen ׳und. einem Safcibatta® auszuifüllen. Die moderne. Menschheit scheint aber ihr Leben nicht mehr nach den Grundsätzen der!zehn Gebote' eunriebten zu können. Die ,industrielle Entwicklung, der Aufschwung des Handels, der die Menschenmassen1 •in Großßitäd'ten., ln Fabriken zusammenihailt, scheint auch die uralte Einrichtung •der sechstägigen Arbeitswoche •umwandeln ■m wollen!. Nach vielfachen theoretiisdien׳ Erwägungen, nach mannigfachen praktischen Versuchen hat der große, amerikanlsdhe Automobiilirabrikant Henry;• Ford, der fast ׳;eme Million Arbeiter beschäftigt, beschlossen, ■seinen Arbeitern für die jünftägige Aiiheitsiwoche, und nicht wie!bisher fiir die sech'stägige, Zahlung! izu! fasten. Der Uebergang auf die■ fünftägige Arbaitswoche;interessiert auch •uns Juden •in sehr großem Maße. Die■ HediiighaKung des ßabbattages äst in den Großstädten in den letzten! Jahrzehnten! sehr problematisch geworden. Von der frühesten Jugend an, von dem Tage, da'׳ das zarte jüdische Kind ׳unter dem Druck der staatlichen׳ Zwamigsgesetze eine Schule besuchen muß, beginnt der harte Kampf •der Umwelt gegen d'en Sabbat. Verläßt das!Kind׳ die Schule, so tritt an dieses der Zwang des Broterwerbes heran. Als Angestellter und Arbeiter, als Handelsmann und Fabrikant ׳tritt an! ihn die fast unentrinnbare Notwendigkeit der Sabbatentweüiung heran׳. Es beginnt ein tragischer;Kampi •um den ■jüdischen Menschen, der es weiß, daß das!jüdische Volk und1 der jüdische Einzelmen6ch ohne Sabbat nicht denkbar ist. Ist doch der Sabbat!licht nur dafsi wundenbarste ■Geschenk, mit dem ■G-tt die Menschheit beglückt hat, •sondern geradezu der Schicksalsgenösse, des jüdilschen Volkes. Geht der Sabbat verloren, so muß auch der ׳jüdische Mentsdi ■zugrunde gehen. Die .Größe der Tragik wird! aber dadurch nicht kleiner, daß der jüdische Mensch, trotz Kenntnis und Anerkennung dieser Tat־■'? che in dem harten• Kampf des Alltages denn Zwang des Broterwerbes erliegt. Bei dieser Sachlage glauben wir,!daß. die fünftägige Anbeiltisiwoche dem jüdischen Menschen eine gewaltige Er- ISüchterumg bedeutet. Die fünftägige Arbeitswoche würde• bedeuten!, daß der Großstadtmensch schon Freitag abends ins. Freie flüchten kann׳. Der jüdische Mensch würde den Freitagabend mit seiner innigen Weihe und seinem köstlichen Zauber zurückgewinnem Die Schulen würden Samstag •ihre Horten nidht mehr öffnen, da der Schiulbünger; das Wochenende,, das nun auch den Samstag in sich schließt, in. Freiheit, verbringen kann. Das jüdische Schulkind1 würde da endlich wiederum seine Eltern in das •G-tteshaus!begleiten können. Es würde ohne Hast am sabbqtiichen Tisch des Elternhauses, täJnehmen. Dem jüdischen Kinde würde die Fünftagwoche den Sabbat von neuem schenken. Und auch dem erwachsenen־ jüdischen Menschen. Wir Juden haben daher allen Grund, die fünftägige Arbeitswoche aus der Tiefe unserer Seele heraus, ziu ersehnen p Die eleganten jüdischen Frauen tragen jetzt mit Vorliebe Othmar SchiffsberUI1■*« Mode-Perücken die ebenso geschmackvoll und vornehm, wie leicht im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Perücke kostet je nach Ausführung S 100■— bis S 160■— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60.- bis S 90.—. Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50.— bis S 70.— Das Reinigen! Wasserfrisieren sowie Reparieren aller Perücken wird übernommen und sorgfältigst ausgeführt, auch dann, wenn diese nicht bei uns erzeugt worden sind Othmar Schiff, Wien, I. KärntnerrinS 6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol" Telephon Nr. 5162*3־ Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres Kutaloges! MT Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen Othmar und die Adresse genau beachten! ^Rgj

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