Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 45 (5.11.1926)
- Date
- 1926-11-05
- Page
- Seite 305 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2629891-2630148-2630189--2406-2634289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopoldsfasse 36, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Stricbeint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Postsparkassenamt Wien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53,386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Kö. N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Nr. 45 Wien-Bratislava, 5. November 1926 .ביה וי:ה־פרעססבורג כיח חשק תרפיז 12. Jahrf;• Rabbi Jisochor Dow Beer Rokeach. Der Beizer Rebbe צ ־;. Lemberg. (AJPB.) Im Alter von .75 Jahren ist Freitag abends 11 Uhr der Beizer Rebbe verschieden. (Weibburggasse 11 jMagasin de Modes| | Die neuesten Modelle | | eingetroffen! § | Meine Schlager: § |j Crepe de Chine• Kleid.ä S 19.— j | ״ ״ ״ ״ ..ä S 25.— | | Velour-Mantel.ä 5 29.— g 1 ״ ״ mit Pelz verbrämt . ä S 39.— I Schicke Crepe de Chine-Tanzkleider 1 in jeder Preislage j :IIIIIIillili!lll(in1llllllil![|[|||!!lllllllllliilllllt![|lllllllll1!1lll[[||||||!llll|[![[!llll[||||lllll(!I!IIIII!lll]!lllllli FANGOHEILANSTALT Mittelstandssanatorium WIENER KURANSTALT Wien, IX., Lazarettgasse Nr. 20 Telephon 25-0-83' Klinisch-Diagnostisches Heilinstitut Kuren täglich von 6 bis 8 Uhr Auf Wunsch streng rituelle Kost zugestellt SPEZIALKUREN gegen Ischias, Rheumatismus u. Neuralgien-| Italienischej Ischiaskuren. Malariafieberkuren. VerjUngungskuren (Diathermie). Entfettungskuren Kaltwasserkuren, Fangoschlammpackungen, Koblensäure-Transcutanbätier, Heißluft, Höhensonne. Elektrische Kuren, Diathermie, Massage, Heilgymnastik, Röntgeninstitut. Chemisches Laboratorium Chponik den Woche■ Sitzung der Keren!Hathora-Zentrale. Wien. (AJDB.) Die allgemeine iKeren 'Hathora-Zentrale trat am 31. Oktober zu einer Sitzung zusammen. Zur Besprechung gelangte die Lage des Schulwesens in Erez Jisroel. Angesichts der!bedrohlichen Lage der palästinensischen Schulen wurde beschlossen, die diesjährige Ghanuka-Aktion des!Keren ,Hathora in allen!Ländern mit größter Energie durchzu- ׳führen, damit größere Beträge fiir das palästinensische Schul werk abgefiihrt werden können. Ueber die ׳bedrohliche Lage der Jeschiwaus in!Rumänien referierte ,Wolf Pappenheim. Es wird beschlossen, mit den örtlichen Instanzen (iLanideskanizilel, Je1sc׳hi׳wah1komi׳tees)!in! Veribindtimg zu׳ treten,!um eine Hilfsaktion einzuleiten. Dr. Deutschländer legte den Bericht über den ׳Bees Jaa׳kauw־K׳urs vor, dessen Einzelheiten bereits durch die Presse bekanntgegeben worden sind. Das!Budget balanciert mit Dollar 2044. Die Rechnungsablegung wurde von Herrn Felsenburg, Vize- Präsident des Zemtralrates des G. A. der Agudas Jisroel und ,Herrn L. ׳Ledere, ,Kassier des!Keren ׳Hathora, geprüft und für richtig befunden. Die Zentrale genehmigte die weiteren Projekte zum Ausbau des ׳Bees Jaakauw-Werkes, vertagte .jedoch die!Beschlußfassung über den Ausbau des Seminars in Krakau selbst, bis zum!Eintreffen der Delegierten aus!Polen, die zur ׳Plenarsitzung in Wien1 erwartet werden. Es wurde ferner beschlossen, die Hilfeleistung für die Förderung der Bees-Jaakauw-Bewegung in Litauen im Prinzip zu genehmigen. Es wurden sodann Subventionen für einige Jeschiwaus ,bewilligt: die Beschlußfassung über die Höhe nach Rücksprache mit den; Landesverwaltungen vertagt. Das Munizipial-Frauenwahlrecht in Palästina — und die Orthodoxie. Jerusalem. (AJP׳B.) Die neueste Ver- Ordnung der palästinensischen Regierung ׳in Sachen der Miunizipall - Wahkechtso.rdiriJiiiig gewährt bekanntermaßen den Frauen kein Wahlrecht. Aktives Wahlrecht haben ׳bloß Männer und die auch nur vom 25. Lebensjahr an, passives erst nach vollendetem 30. ׳Lebensjahr. ״Kol Jisroel“ zieht auf Grund dieser Verordnung einen Vergleich zu döm Entwurf über die Rechte der jüdischen Gemeinde, der bekanntermaßen auch den Frauen sowohl das׳ aktive wie das passive Wahlrecht schon nach Erreichung des 18. ׳Lebensjahres gewährt.!Die palästinensische Regierung ist konservativ in bezug auf das Wahlrecht zu der politisehen Gemeinde und radikal in •bezug auf jenes zur religiösen Gemeinde. Jn dem Bdzer Reibbe verliert die jüdische׳ Welt eine ihrer größten, vollendetsten, geschlossensten religiösen Persönlichkeiten. In den letzten Jahrzehnten, die durch innere Kämpfe der Judenhaß durchwiihlt waren, in denen Organisation nach Organisation inner halb der jüdischen Welt entstand, ragte seine wie aus Granit gemeißelte geistige Gestalt über das all tägliche Ge woge des Lebens, fest in dem geläuterten Glauben, unerschütterlich in G-ttvertrauen als Hort und Zufluchtsstätte für Abertausende giläubige Juden hervor. Der Beizer Rabbi war der Träger einer großen Tradition und Mdirer des Ansehens der Belize!!־ Rab:bid!y:nasfc!e. Er ■ist als Sohn des Rabbi Jehoschiua im Jahre 5612 in Beiz geboren, sein Großvater war Rabbi Scholem Rokeach, der Begründer des Beizer Hauses. ln der ersten Ehe war der Beizer Rebbe s. z. 1.' mit , einer Enkelin des in der ohassiid:seinen Welt berühmten Rabbi Aron Czernob/ler verheiratet. Die ersten Jahre seiner Ehe verbrachte er in Czerno'byle. Schon in. dieser Periode seines Lebens war Rabbi Jisochaw Dow-Beer Gegenstand der bewundernden Verehrung infolge seiner Frömmigkeit und Gelehrsamkeit. Im Jahre 5654, nach dem Ableben seines großen Vaters, folgte er ihm als Rabbi van Bek.Die chassidische Judenheit, darunter viele Rabbeim, die selbst Tausende von Chassisim hatten, weltberühmte Rab'bonim blickten zu ihm als zu ihrem religiösen Führer empor. Seine starke Persönlichkeit besaß •eine gewaltige Anziehungskraft. Ueberall ׳in ■ der Welt hatte er hingebungsvolle Anhänger und begeisterte Freunde gehabt. Der Hauptsitz seiner Chassidim war Polen und Alltungarn. Afe der Beizer Rebbe infolge der Kriegswirren nach dem damaligen Ungarn kam und zuerst in Ratzverhervto und später in Munkacs Aufenthalt nahm, war er Gegenstand der herzlichsten Verehrung seiner zahlreichen Anhänger, die zu Tausenden auf die" Feiertage zu ihm strömten׳, um .in den schweren Zeiten der Kricgsnot bei 'ihm Trost und Linderung zu finden. Vor einigen Jahren kehrte er׳ nach Beiz zurück und trug in gewaltigem Maße zu der religiösen Erstarkung des polnischen Judentums bei. liminerh:n war cl-er Beizer Rebbe in den letzten Jahren infolge der fortschreitenden Arteri׳enverkalkung in seiner unermüdlichen Arbeit für das Gesamfcwohl des Judentums oft unangenehm gehemmt. Zu Pessach dieses Jahres hatte er einige schwere Anfälle erlitten, der Sommer aber hat eine kleine Erlleichterung gebracht. Die hohen Feiertage verbrachte der Rabbli im Kreise seiner Chassidim - wie ehedem. Am Jom Kipur hat er noch selbst als Vorbeter fungiert. Während des Sukkothlfestes konnte der Rabbi noch vorschriftsmäßig in der Sukkoh sitzen. Nach den Feiertagen aber verschlechterte sich sein Gesiindhelitszustand rapid. Eine Magenblutung warf ihn abermals aufs Krankenbett. Durch das Liegen zog er sich noch eine Lungenentzündung zu. Das Beten und Fasten seiner Anhänger״ die überall in der Welt, wie auch in Wien, Bittg-ttesdienste für seine Genesung veranstalteten, konnte das Verhängnis nicht mehr abwehren. Und so sank am vergangenen Freitagabend dieser Zaddik, umgeben, von seiner Familie und von seinen intimsten C’hassidim, hin. Nach cbm Ausgang •des Sabbats setzen ■d!:ti Vorbereitungen zur Bestattung des Rabbi ein. Mittel- und Ostgällizien, besonders Lemberg, stand von dem Augenblick des Sabbatausganges unter dem Zeichen des schmerzvollen Ereignisses. Sonderzug auf Sonderzug führte die Tausende von Chassidim aus allen Gegenden nach Beiz. Ueber zweihundert Rabbiner und mehr ats zwanzig Cihassidilm waren׳ gakc1!r.!men, am dem großen Rabbi die letzte Ehre zu erweisen. Sonntag um 1 Uhr mittags wurde der Rabbi nach der Tahara in ein Tal'lith gehüllt in sein Bethaus getragen. Hier haben seine Söhne, Schwiegersöhne wie sein Bruder von ihm Abschied genommen. Nach den Hespedim der Familienangehörigen verkündete der Präses der Beizer israelitischen Kultusgemeinde, daß der älteste Sohn des Rabbi Aron Rokeach einstimmig zum Nachfolger seines Vaters gewählt wurde. Diese Botschaft wurde von den Chassidim mit tausendfachem Maseltowgruß aufgenommen. Dann wurde der Rabbi von seinen Getreuesten auf den Friedhof getragen und ohne Sarg ln die Gruft gellegt. Der Beizer Rabbi!•״•״• Von Wolf Pappenheini. ׳Noch ganz unter dem Eindrücke der niederschmetternden Nachricht von dem Ableben desy^W’Hplצדיק will ich versuchen, ihm nach meinen schwachen Kräften ein Gedenkblatt zu widmen. Seit vielen Dezennien mit der hervorragenden Bedeutumg 'der Belize,!־ Familie vertraut, die weit• ■׳über Galizien ,hinaus zu •den einil1׳ißreichsten ׳zählte, ׳war es für mich• ein• Erlebnis, als ich vor nahezu 30 Jahren zum erstenmal das Glück hatte, den Verblichenen zu sehen und zu sprechen. Hier •fand man sich einem Manne gegenüber, der durch seine קדושה, sein eminentes Wissen, seine hohe Weisheit, sein tiefes Interesse für Klall-Angelegenheiten, die er mit außergewöhnlichem Scharfsinn erfaßte, besonders aber durch unbegrenzte אהבת ישראל ■an'die großen Führer früherer Jahrhunderte erinnerte. Das Bewußtsein, einem Führer gegenüberzustehen, •der auf ׳Hunderttausende direkt und •indirekt intensiven Einfluß aiisübte und sie im Sinne der ח1רה הקדושה lenkte, war ein Trost in der trüben Perspektive, die das Heraustreten •des Zionismus mit der Devise ״Religion ist Privatsuche“ vor meinen und aller Einsichtigen Augen entrollte, Auch die galizische Regierung wertete seinen wohltuenden Einfluß auf seine Anhänger sehr hoch und zahllos sind die Fälle, in denen er Juden gegen Unrecht schützen konnte. Schon sein großer Vater ן י״ ע hat mit beispielloser Energie für das Wohl der Allgemeinheit gesorgt und gemeinsam mit dem damaligen Krakauer Rav ׳Rabbi Simon Schreiber צ"ל? für die Selbständigkeit der Orthodoxie und ihrer Gemeinden gewirkt. So wie sein großer Vater, trotz seiner Arbeit für den Klall, Herz,und Hand für die Not jedes einzelnen darbot, so hat auch der ebenbürtige Sohn der Gesamtheit wi׳e dem einzelnen d׳i׳e ganze Fülle seines Geistes und seines Herzens geweiht. Mit glühender Liebe hing er an all den Tausenden seiner Getreuen,, die sich in ׳der ,Heimat! um ihn scämrten. Vor Wanderung in die Ferne, besonders nach Amerika, riet er stets ab. Den Letzteren rief er stets zu: Du wirst viel Glück in der ׳Parnoso haben, bestimmt aber ein großes Defizit in Jiidischkeit.!Der heilsame Einfluß des ה;דוש ר׳ יששכר בער בן יהישיע zeigt s,ich arn besten darin, daß seine zahl losen Anhänger allüberall Stützen vom ח״ע" וגם״ חסרים sind. Ich habe den .צריק ז״ו״ע seit Jahren regelmäßig besucht. Gegenstand unserer Aussprache waren stets weltbewegende Klall-Frag|n. Jedesmal kam ich von solchen Aussprachen erbaut und zu intensiver Arbeit angeregt; zurück. Obwohl jeder Neuerung, also auch jeder neuen Organisation, abhold, hatte er doch klaren Blick fiir die. Notwendigkeit dei Aguda sowie für deren große Leistungen. ,Daß er derselben formell nicht beitrat, hatte seinen Haupt-1 gruindi darin, 1da׳ß׳ er fürchtete, westeuropäische Methoden!• in seinem Kreis angewendet zu sehen, für welche er keine Verantwortung tragen konnte. Die eleganten jüdischen Frauen tragen jetzt mit Vorliebe Othmar SchiffsberUhn1te Mode-Perücken die ebenso geschmackvoll und vornehm, wie leicht im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Peiücke kostet je nach Ausführung S 100■— bis S 160.— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60«-־ bis S 90.—■ Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50.— bis S70.— Das Reinigen• Wasserfrisieren sowie Reparieren aller Perücken wird übernommen und sorgfältigst ausgeführt, auch dann, wenn diese nicht bei uns erzeugt worden sind Othmar Schiff• Wien, i. Kärntnerriü$ 6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol‘* Telephon Nr. §162־3־ Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres Kataloges 1 gjRT Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen Othmar und die Adresse genau beachten! "0■^