Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 44 (29.10.1926)
- Date
- 1926-10-29
- Page
- Seite 299 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V.kk ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion u. Administration! Wien, ».,Leopoldsfasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel• 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. arscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Pfir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 981*. 44 Wian-BraUsiaw«, 29. Oktober 1926 ,?'1ב־ה וינה־פרעססבות כ־א חשק תח 12. Jahrg. Mittelstandssanatorium Wien, IX., Lazarettgasse Nr. 20 Telephon 25-0-83 Klinisch-Diagnostisches Heilinstitut Kuren täglich von 6 bis 8 Uhr Auf Wunsch streng rituelle Kost zugestellt SPEZIALKUREN gegen Ischias, Rheumatismus u. Neuralgien.| Italienische] Ischiaskuren. Maiariafieberkuren. VerjUngungskuren (Diathermie). Entfettungskuren Kaltwasserkuren, Fangoschlammpackungen, Koblensäure-Transcutanhärier, Heißluft, Höhensonne. Elektrische Kuren, Diathermie, Massage, Heilgymnastik, Röntgeninstitut. Chemisches Laboratorium eihburggasse 11( | Magasin de Modes | | Die neuesten Modelle j | eingetroffen! j | Meine Schlager: j I Crepe de Chine-Kleid.ä S 19 — 1 | II II II מ .cl S 25. H 1 Velour-Mantel ..ä 5 29.— j I ״ ״ mit Pelz verbrämt . ä S 39.— § §§■ Schicke Crepe de Chine-Tanzkleider | I in jeder Preislage j 1ווווווו₪ווווווווווווווווווווווווווווווווווווו!וווו!וו!וו!וווווווו!וווווווווווווווווו!ווווווווווווווו!ווווווווווו!ווווווווווווווווווווווווווווו1 Chronik der Woche. Ueber 35.000 palästinensische Juden für die Unabhängigkeit der Orthodoxie. Jerusalem.■ ׳(!AJIP1B.) ltn Verfolg ■der vom G. A.' der ״Agodas J'isroel“ mit der!palästinensischen Regieniirg ■geführten Verhandlungen׳ I1at die!palästinensische iLandesorgan.isat׳!on der ,Agwdas Jisroel“ eine Art V011k׳sah1- Stimmung über die!Gnundfrage der Gemeindegesetzgebung — soll es unabhängige, öfiemtlich re ch tan er- ,kannte orthodoxe Gemeinden geben dürfen, d ie auf G r un d des Tb 0 r ag e se t z es ■k 0 n s tl tu ie r t sind — veranstaltet. D .1 e ׳A •b s t!i m m u n •g 11 a 11 e ein alle Erivva rt u ngen weit üb e r t!r e f femd e s Ergebnis, Bis zum 1. Oktober hatten bereits 7000 Familien- Oberhäupter, die angesichts der durchschnittlichen Kinderzah;! unserer palästinensischen Brüder!mindestens 35.000 Seelen repräsentieren, ihre Namen in die Abstlmmungslisten e!!ngetragen! Damit ist die auch der englischen Regierung (siehe Col. Symes-Erklärungen in der Mandatkommission) suggerierte Vorstellung, die Forderung der Agudas Jisroel stützte sich ״eher auf 3000 als auf 30.000 Seelen“ ■in der denkbar glänzendsten Weise widerlegt und der Beweis geliefert, daß trotz allem Terror׳ der!Kern der jüdischen Bevölkerung Erez Jisroels hinter ihren alten,•!bewährten׳ geistigen Führern steht, die sich von!dem trügerischen Schlagwort der ״gefährdeten nationalen!Einheit“ nicht blenden lassen, sondern nur eine Einheit kennen: Die /Einheit des um seine Thora gescharten Gottesvoikes. Minister Amery über die hohe Regien!ngskunst von Sir Herbert Samuel. (Miinister Amery würdigte die Regierungstätigkeiit von Sir Herbert׳ Samuel! in Palästina■ an der jüngsten Reichiskonferenz in folgernden Worten: .״Diese: grandiose!Ent- Wicklung ln Palästina׳ ist zu einem sehr großen Teil dem Winken dets ׳ersten! Obenkommissärs für Pfailästiina, Sir!Herbert Samuel, zai danken. Seine Begabung, sein immenser!Fleiß', seltne absolute Unparteilichkeit unid seine iBegeisteninng für das Land selbst haben! ׳eis. dahin gebracht׳, daß da's Antlitz dieses kleinen Landes vollständig verändert worden ist. ׳Aus dem vern'aichüäasiigten/ Land!, dais •e!s unter der!türkischen Verwaltung war,!wurde: Palästina׳ ■eiin. wiiridii'dh for.tschrittlidi'es, zufriedenes und fwohlhabenldes Territorium׳, das von Touristen rmi't Vorliebe besucht wird.“ Ausgestaltung von Tlberäas zu einem modernen Thennalbad. Es verlaufet, daß die Regierung ׳einer syrischen GesellsChaft ׳diie (Konzession zur Aisnuitzuing der berühmten Thermen von Tiberiais׳ für• eine Dauer von 30 40 Jahren gewährt habe, wogegen tdiie! Gesellschaft jährlich2500 ׳ ■Pfund an d;b Regierung abzufülhren!hätte. Die■ Gesellschaft hatte sich■ weiter venpiflächtet, ׳־ Badeanlagen e1׳a.:h den modernsten sanitären Be- ׳diüiginnigen .zu! schaffen!. Eine o׳:!fi1ziell׳a Bestätiguuig dieser Mitt׳eü!!uu1g l'i'egt rvoeth •nidlit vor. Die gegenwärtigen lBü!dea;nla!gen von Tiiberias׳ ■wurden׳1833 ׳ vom libraiham Pascha zur Zeit der ägyptischem Okkupation :erbauf•, 1890 •wiwrden sie von ■der flürkisdten Reigierung ׳erweitert• Die Temperatur! dar!Quellen beträgt 143 Grad! Fahrenlheit, das Wasser enthält Schwefel, Magnesium-Chlorid־ und Eisen und kommt in■ seiner Zusammen־ Setzung den foedfifrtmten• Oueilfen: von׳ Karlsbad! gleich. Die The׳rm1en von Liberias■■halben sich i׳n •ihrer Heiliwiirkung gegen Chronischen iRlieultnaiblsrmis und versidhiedene iHautkrianiklteiteii stank bewährt. Zun־ Zeit der Römer hießen ■sie ״Quellen von!Ammanns“ und! waren von römischem Praditviiiilen. Tempeln und Baden ns t alten umgeben״ Es existieren, ׳ziwei Q׳ue’l!err, ׳die aber offenbar eines! Ursprungs sind-!Das Wasser entspringt bei einer Tarnpe׳rat111ir von über 150 Grad Fahrenheit dem Boden• Eine neuere Analyse!zeigt, daß die vollkommen aufgelösten SaOze 32 Teile auf 1000 Teile Wasser betragen!• Es ■ist aimcili Ifesiges'telit worden!, ■daß das Wasser ׳radioaktive Eigenschaften besitzt. Das offizielle Organ der arabischen Exekutive für eine arabisch-jüdische Zusammenarbeit.!Das olffiiztelle Organ dier Pa׳läs1fc:nenßisch-!aräb::sCh׳en/ Exekutive ,JFalastiin.“ befürwortet in seiner׳ letzten Nummer einen! radikalen Wechsel 111׳ .der Haltung der Exekutive gegenüber der BaMonr-Deklaration und ■eine Ebnung des Weges! zu einer Versöhnung ׳und Zus!ammen1arbeit mit den Juden. Seine Ausiiühniiuigeni sin׳d׳ mim so bemerke ns- ׳werter, als׳' ־bisher diie■ araibüsdhe Exekutive un!d:!ihr Organ! ׳״Fafesitih“ die׳ extrem ׳nationailisfeChe ״Arabergruppe in Palästina repräsentierten. Keine hebräischen ׳Bezeichatungen für die palästinensische Währung. Vor׳ kurzem ׳wurde■ mitgeteilt, daß die׳ Vorschläge■ der giemisiclhten jüid:isiclh'-1a,nalbl."!s!cihe 11׳ Wäihcuingsikommiiisisiou. wonach ■die mit Beginn■ ,des Jahres 1927 e.:1üz111!fü'h׳rende neue hebräische Währung hebräische und arabische Namen tragen ■soll, ■afczePtiert wendien! •wiündiem. DanaOh!sollte ׳das ‘Pfund Sterling, das die■ Basis!der meuien. Währung billldet, Dinar heißen und ׳ein Zehntel dieser Währungseinheit den!. iNameni Schekel! tragen• Wie nun! mitgeteilt wird!, bestellt nicht die Absicht,!Mir die Tele׳ ■dier neiuen pailästwiensisCilien Währung ihetoräilsdie «md arabische B0zeiChnn!n1g׳enl 1zu1z!u׳l!assen. Agudas Jisroel Jugendtagung in Holland. Die Zentrale der Aguda-Jugend! An Flblland! hielt Sonntag; ׳den 16• Cheswan die ■zweiite allgemeine Jugendtagung ׳in Amsterdam ab. Teilgenommen haben ai. a. die Gruppen Amsterdam, Haag, •׳Rotterdam, Utrecht und ein großer Teilt d;!s Landesvorstaudes der Aguda• Hera• J a c 0'׳tt s 0 n,!Hamburg, der bei der Tagung zugegen war, hielt ׳in!begeisternd'en Worten eine warnte Begrüßungsrede. Die!,Begeisterung ׳der Anwesenden kannte keine Grenzen, als Herr Oberraibbiiner Tal ׳aus Utrbciht seine vorher aiigekündigie Rede über ,,׳Ungeschliffene Diamanten“ hielt, worin er ln meisterhafter Welse •die Ideale •dier Agudiajugend schilderte .und sie an treffenden ׳Beispielen ermahnte!, zum alten Tlnawro-Tdeal '!zu halten und das Thauro-Stud'ium durch׳ ׳innerimüd'.ichen. Fleiß zu erheben und!zu fördern• Ein anhaltender Be׳i.fai׳l und ein herzliches ״Lechaim, Lechaiim“ ׳wurde dem Redner von der begeisterten Zuhörerschart zugesuurgen und belohnte .ihn für seinen ausgezeichneten Vortrag, ׳der seine Wirkung, sicher nicht verfehlen wird. ׳Oberralb'biner O n de ת w y z e r, Amsterdam, und Oberrabbiner Vrie׳ den bürg, Arnheim, ׳bewiesen ihr Interesse, indem sie der Versammlung beiwohnten. Oberrabbiner O n d e r w y s e r hielt eine kurze Anrede, ln ■dier er seiner Freude Ausdruck gab ■über die große Zahl der Anwesenden. Er steht 1hierin einen ׳Bcweis von der L ebein'skra i t d er Aguda und hofft, daß alle jungen ׳Agudiisten und Agudist'innen d׳a.zu bdtragen werden׳, diie Idee ׳der 'I11au.ro überallhin zu verbreiten und so ihm und den anderen gelS't'lüchen Trägern die heute so schwere Aufgabe •tragen .and erleichtern helfen. — ln den Vorstand der Jugendzentrale ׳wurden *gewählt die Herren: A• de Haas. Utrecht; D׳r. Hani'Sdo.rif. Amsterdam; Sr. J. Kropveld, ■Rotterdam; J. Vredenburg, Arnhem, ׳und J. Zadoko, haag. Weizmann auf der Reise nach Amerika. Deir Präsident der Zionistischen Organisation, Dr. Ctaim■Weizmann. hat die Reise nach den V-eireiniigten Staaten, angetreten. Mütter! Die moderne Philosophie hat ■mehr denn je ׳sich auf die Betrachtung des einzelnen Menschen eingestellt. In Abkehr von den früheren Versuchen, gedankenmäßig alles zu erfassen, was zwischen Himmel und ׳Erde sich abspielt, hat sie nun die wahre Größe, soweit diese ׳überhaupt dem Denken nahe gebracht werden kann, in dem einzelnen Menschen entdeckt und forscht nach dem harmönisehen Gleichklang des Lebens, der in den rhythmisehen Schwingungen der Seele sich offenbart; hier berührt ׳sich das Alltägliche, Liebgewohnte, ׳mit dem Größten, denn, was grübelndes Denken auf der obenbezeichueten Bahn ah Werten des Daseins erspürt und findet, das ist täglich tausendfache Erfahrung im Leben jeder Mutter, die auch die Seele des Kindes betreut. Fast nur Alltägliches weiß die heilige Schrift von Sarah zu berichten, die, jung geworden ׳im zarten Kinde, alle Schwingungen der Seele des Kindes miterlebt und mitempfindet. Sie rettet diese Seele in dem Augenblick, als zum ersten Male dunkle Nachtschatten widriger Empfindung über die Seele des Kindes huschen. Es war eigentlich gar nichts geschehen:!im scheinbaren harmlosen Spiel hat der ält<^e Stiefbruder einen unzarten Scherz gemacht,!dem das Kind eben in der Einfachheit des kindlichen Denkens und Empfindens wehrlos preisgegeben war. Da erhob sich die Mutter zürn ׳schwersten und vielleicht größten Augenblick!ihres Lebens, sie mußte einer anderen ׳Matter Schmerz bereiten, um ihr eigenes Kind zu retten. Es ist die Aufgabe unserer Tage, die Mädchen aus Israels Häusern so zu ertüchtigen, daß sie!im gegebenen Augenblick sich zu derselben Höhe erheben können, denn, ach, dieser Augenblick kann ja in ■unseren Tagen so leicht gegeben!sein. Rücksichtslos stürmt Wort lind Bild, stürmt Tat ׳und Untat auf die •leicht entzündliche Phantasie des Kindes ein, um es zu vergiften und zu verderben. Unbemerkt oft krallt, •sich so der Tod in die Seele des Kindes. Die Väter, so -ganz in Ansprach genommen von der Sorge des Tages, nur in müden Stunden in der Umgebung der Kinder, können dies nicht bemerken. Da fällt denn diese ganze unendlich schwere Aufgabe eines Wardeins der Kindesseele auf die Schultern der Mutter. Nun bietet auch die neueste Philosophie, welche, wie .oben ׳bereits gesagt, sich ganz in die Seele vertieft, nicht ein Bruchteil dessen, was in bezug auf diese Seele uns das Wort ׳der heiligen Schrift vermeldet. Deshalb ist es geradezu die Forderung des Tages, d i e j ii d i s c h e n M ä d c ׳h e n 11 ach Wisse n u n ׳d W ollen z 1.1׳ e ׳r t ü c 11־ Ligen. Es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, wenn man die ■B a js Jako w-B12■ w eg•ung nur a!uf ■den Osten beschränken zu dürfen glaubt,!im Gegenteil, gerade im Westen, in der unsere Kultur alle Entartangserscheinangen einer absterbenden Kultur gezeitigt hat, ist es von doppelter Bedeutung, daß die Hüterin des Seelenlebens dieses mit den Augen der Ewigkeit zu beobachten and zu betrachten •lernen würde. Vielleicht kommt dann endlich der Tag, an welchem die Mütter der jüdischen Kinder einsehen, in welche Gefahrenzone man verantwortungslos die Kinder stürzt, wenn ׳man sie einem Unterrichts- System preisgibt, das das Heiligste in sein Gegenteil zu verkehren sucht; dann werden die in Bajs Jakow herangereiften jüdischen Frauen eines Tages die furchtbare Schuld ausgl eichen, welche in Schwäche und Energielosigkeit die jüdischen Väter auf sich häuften. Was würde!man zu solchen Eltern sagen, welche ihre Kinder unbedenklich einer Gefahr für ■das ■körperliche •Leben aussetzen und sich dabei beruhigen, daß sie etwa empfangene Wanden und Verletzungen nachher zu Hause ausheilen können; doch der Seele solche Wunden beizubringen, gestattet man obne weiteres 1im Vertrauen darauf, daß etwa das fromme Haus alles auszugleichen in der Lage ist. Abrahams Haus war gewiß tadellos und doch traute sich Sarah weder sich noch ihren Galten die Kraft zu, in stetiger Brandung!ihr Kind ׳unverschrt und rein zu erhalten. P. K. Die eleganten jüdischen Frauen tragen jetzt mit Vorliebe Othmar Schiffs faer“hmte Mode-Perücken die ebenso geschmackvoll und vornehm, wie leicht im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Perficke kostet je nach Ausführung S 100;— bis S 160■— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60■— bis S 90■—. Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50■— bis S 70■— Das Reinigen, Wasserfrisieren sowie Reparieren aller Perücken wird übernommen und sorgfältigst ausgeführt, auch dann, wenn diese nicht bei uns erzeugt worden sind Othmar Schiff, Wien, I. KHerrlng 6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol‘* Telephon Nr. 51-3-62 Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres Kataloges! MT Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen Othmar und die Adresse genau beachten l 1 ו I i!! 1 f.׳L