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Jüdische Presse · 1926-10-22 · 43 (22.10.1926) · p. Seite 293

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
43 (22.10.1926)
Date
1926-10-22
Page
Seite 293 (sequence 1)
Language
German
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ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS^ Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopoldsgasse 86, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich $ 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen fflr Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konte Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; fflr Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; fflr Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, . Konto Nr. 53.386; fflr Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko, N. 40.217; fflr die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; fflr Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Kir. 43 J «iaii-BMriiiim, 22. Oktober 1926 .ב*ד, דנדד«רמססכורג י־דחשק תר«יז 12. Jahrg■ Eine Million Dollar für neue Hospitäler in Palästina. New York, 9. * Oktober. (JTA.) Die amerikanischjüdische Frauenorganisation ״Hatlassab“ und das amerikantech-jiidische!Aerztekomitee begannen eine!Kampagne zwecks Schaffung eines Fonds von einer Million Dollar für!Einrichtung neuer ■moderner Krankenhäuser ,in Palästina. Die Zahl der Juden unter der höheren Beamtenschalt Palästinas. Der soeben veröffentlichten offiziellen;Liste der •höheren Beamten •der!Palästinareg,ierung ist zu entnehmen, daß unter den 39S höheren Beamten 43 Juden sind. Uiiffültigkeiitseirklätiimsr der Heirat zwischen einem Kohen und einer geschiedenen Frau. Das Londoner Einiger ich t 11n1tie;r ׳dem Vorsitz vom Lord' Merrivaie erklärte die Ehe des Lehrers ■am. der J׳e׳sd1l!wah, ,Ez Ctojim“, •Hlmscih Neumrasm, für •ungültig, da er ein, IKohen sei .ircidi seJ02 Gattin! vor Schließüng 'der Ehe ■eine (geschiedene iF׳ra!u war. Begründetwirniöe die Ewtßcbeildinnlg tdiaiml!, daß nach dem jüdischen! Gesetz die Ehe ziwischen einem Kohen׳ uimd einer •geschiedenen Frau mmigül'tig ■siel׳. Der Dajam! (Raibibiinatsassessor) Fellclmanti war als ׳Zeuge!!gel!a!den,!um anszmisageni, daß Naumann ׳ein׳ Kohen! sei׳. Agudatätigkeit in Bistritza (Transsylvanien).!An dem ■ Sitz der orthodoxen ,Landeskanzlei in Transsylvanien entfaltet auch ׳die Aguda, besonders ׳aber die rührigen Zciiirim eine ersprießliche Tätigkeit. Seit Sabbath B'reschis •werden allwöchentlich ■belehrende Vorträge für die agmdistische Jugend abgehalten.!Die Reihe dieser Vorträge eröffnete Herr f. Rosner, ein vorzüglicher, intelligenter Talmud- Hoohem, Schüler des!Haster Rabbiner s. A. An der Spitze der Aktion!steht Herr I. Spitz, Vorsteher des BetlnHamidrasch der Ghaissidim. ' Agudas Jisroel-Mädchengruppe Amsterdam. In der jüngsten Versammlung ׳der Agudas ׳Jisroel-iMädchengruppe, die Sabbath Abend 16. d. M. slattfand, hielt •Herr B. G 0b׳it;s einen Vortrag, in welchem ׳er die Anwesenden mit warmen Worten zur •kräftigen iRropagandaarbeit aufrfef. Besonders ermahnte er die. weibliche Agudajuigend zur fleißigen Arbeit. Eröffnung des Wintersemesters der Agudas Jisroel- Mädchengruppe in Antwerpen. Sonntag, den 2. Tag Chol- Hamoed-Sukkoth fand die •konstituierende •Versammlung der Mädchengruppe der ■Agudas Jisroel in Antwerpen unter dem Vorsitz des Frl. Rottcnb!e,rg (Tochter des Herrn Oberrabbineirs Rottenberg in Antwerpen) statt. Nachdem Frl. Wagstock die Statuten verlesen hat, wurde die Konstituierung der!Mädchen,gruppe ausgespiochen. ׳Es haben noch die •Damen Be e r und. R. a t z e r;sd o rf.c r •ge- ׳sp,rochien. •Ueber 100!Mitglieder haben sich der Vereinigung angeschlosisen. . Großzügige Erziehungsarbeit der Aguda in Krakau. Die;'Erziehungsaktion der!Agudas Jisroel in Krakau hat die ’Errichtung einer großen Jessode^Hathora-Schule beschlossen. Die Verwirklichung dieses Planes wurde durch den Ankauf eines großen!Hauses ermöglicht. Die Gegner der Agud haben •krampfhaft. versucht, den Kauf zu vereiteln, doch י wurde dieses Vorhaben ■von!keinem Erfolg begleitet. Nebst der ■großen Beth-Jakob-SChule und Beth- Jakob-Lehrerbildungsianistait ׳in Krakau ist es nun dank!der Opferfrendigkeit der Agudaführer in Krakau gelungen, auch für die Erziehung ׳der männlichen Jugend ein dauerndes und :wir hoffen *segensreich ׳wirkendes Institut zu errichten. Sechstägige Konferenz der Exekutive der polnischen .Rabbiner, In Warschau wird ,gegenwärtig eine für sechs Tage ׳berechnete Konferenz des Waad Poel des Rabbiner- Vierbandes •Polens ,in Anwesenheit von 30 ■Rabbinern abgehalten. •Rabbi L i p s c h i t z berichtete 'über den großen . moralischen Erfolg feiner Amerikareise und ■über seine Audienz ׳beim Präsidenten Coolldge in Angelegenheit der Verwandten ei nreise! Ein Beispiel von der Jüdischen Not in Polen. Ein• ehemals . reicher jüdischer Kauimainm •namens Jakob Krimmern, dter inffölige der Wirtschaftskrise sein ganzes Vermögen! verloren hatte ׳und' an die Mi1Mtät׳i'׳gkei1t der Menschen! zu appsUieren! gezwungen ׳wurde, wairde vor einigen Tagen! ׳von der Polizei! wegen Bettoiins ׳aiulngegriffen!. Im PoMzeiibureau! wunde er aufgeifoncförtj' sich .in . d!as •Register der . Straß 0n!b2׳tt!ler ejntragen zu! ■lassen!.• . damit er' ungestört׳ dien Bettelt!enutf awsüben! könne. Vom ,Gefühl dieser Detnütigiuinig iibarmanint, beging Krimmer Seilbsimord Sonntagsgottesdienst der Londoner liberalen Syttagoge. 1L 0 n d 0 n, 10׳. Oktober. (J. T. A.) Die liberale jiidisehe Synagoge von London ׳hat neuerdings'die •Institution der Sonntaggottesdienste. die die ersten ihrer Art in •London■ sind, ■geschaffen.- Eine jüdische ■ landwirtschaftliche Ausstellung in Moskau. Während der Konferenz der jüdischen! KoidnisafcioinsgesieHschäften ״Ozd“• i!n Rußland, idle am׳ .15׳ ׳November ■in! Moskau ibeigiirint, und! a׳u׳f der mit Ausnahme von J׳o!iint zahlreiche jüdische Organ’sationsn kn Austetid, diie sich für die jüdische Kolonisation •iln׳. Rußland! iu׳teressieren|, vertreten! sein! wenden, wird •eine jütiOsiche iaindwirtisohalffficlhe Ausstetoi® zu •sehen! sein. Die Ausstellung wird ein Biild von■ dien iFortiscIhriitten der jüdischen!Landwirtschaft in■ Raßlanid umd׳ der iMammigifdl'tiigkeiit ihrer׳ Produiktion gelben• Vom Rat ■d!ar Özet wird! m׳i1t@ete!i;l׳t. d'aß die Mi1;g!l׳:ede,nzah!!1 der Üzet-Cieissilllschaften! ,in ganz Rußland) rund ■100.000 beträgt,. was ein Zeichen des steigenden! .!Imiteresses für die jüdische Kolonisation ist׳. Der Kriegsininister Jugoslawfens besucht einen jüdischen Soldatenfriedhof. Der Kriegsm׳inister Trifunovlc!besuchte dien!Firfodhaf ider im Kriege g׳efalfeme,n ׳jüdischen Soldaten in ,Belgrad und erklärte ׳bei!dieser Gelegenheit, die jugoslawische •Regierung gedenke, ein iGiedächtnisbuch heraii'szitgeben, in welchem Namen. Photographien und die Heldentaten der ׳jüdischen Soldaten, die für die Freiheit des serbischen Volkes vollbracht worden sind, verzeichnet sein werden. Das ״Lemberger Tagblatt“ hat zu erscheinen aufgehört. Das ,!Lemberger Tagblatt“, die einzige jiddische Tageszeitung!in!Galliziien und eine der ältesten in Polen, hat in )diesen Tagen zu!erscheinen aufgehört. Oberrabbiner;Nachuni Baumöl s. z. I. Lember g. •(.AjPB.) Am 20. Tiisdiri! verschied lim Alter vom 64 Jahren! dar Oberr.abbümer der!Gemeinden K r oisz cf ri k a!und S z ciz ■a w i .111i c a!Rabbi Niachirm iBiaumöl. Er war eine heryarragendie rabbinisohe Autorität in Galizien und •stand auch'׳der ,Aguda nahe. An der Bestattung beteiligte sich eine ■große!Menge aus!allenUmliegenden •jüdischen Gemeinden׳.!Hespedim hielten die Rabbi,n!e׳r von 1N e־u •m a r k und der Sohn! dies Verblichenen Rafbjbi׳ Masche׳ Baumöill, Mi'tglted. des Lemberger Aktiionskomitees jder Aguclas Jiisroel, der zugleich zu •seinem Nachfolger ')>esf.im1mt wurde.!Endlich beginn•,t •es etwas zu. fagEn. Es sdheiinf doch, daß das :z wainizilgsite ' Jahrhundert ivdht ganz efti ■JahTlhundiert dies Sportes werden soll׳* Die ׳,,Jüdische Ruindschau׳“ (IBerliin) brEingt •aus der Feder von!, Werner Bloch eine äußerst scharfe, alber ,ebenso berechtigte Kritiik ׳des sagenianufcin• Muskeliiudeti- . tmms. Da.!wird׳ die ganze anwMfcirnde Methode buoßigelegt, mit der mau Sportereriignisse a׳l!s Errungenschaften der Kultur markt- •sch!reie;n'׳sc1h -amzupreiisen •gelle mit! hat■. ' Leider muß man konstatieren׳,' dlaß dieser Gedamkengamg auch für •unsere orthodoxe Jugend1, vielleicht; •auch fiir •irnsepe orthodoxen El'lern, ein.ernstes Memento bedeutet׳, denn —'viel- •taiöht durch! die Lektüre ipapulär-mediizitnischer Werke angeregt, -das wollen! ,wir immer zur EntsichuMligung annebmen — h:a׳t man׳ auch in unsren Kreisen, di&r Körperkultur ׳eine über die Notwendigkeit •himausigeihiende Würdigung!zuteil! ' wenden ׳lasseai. Main 11׳a!t dabei! ganz vergessen, \yiie deim Siportwesen׳ •eiiuis Leidienschaft innieiwohnt, man, hat es ruhig rmitaugesehen, wie sehr darunter •däis Bewertung geistiger Leista-ngen. leildtet, man hat seine Klimdler zu׳ Uetounigm geführt, an! denen ein s •Aintiocihus Epiiphanus seinie ׳Freude gehabt, Matisjahu aber sdhiwieres Leid erfahren hätte. Gesundheitspflege ist, das braucht! man! nicht zu wiederholen, eiih Gebot!unsener Religion■. Körperkmltur .ist der Weg ׳zur Enfg-ttemimg de!r Seeile. Kein׳ Pädagoge, >e׳s sei d!enn, daß er sich in! den Dienst bestimmter politischer Richtungen׳ oder gar materieisr Bestrebungen gestellt hat, wiird! Kuigelbien׳, daß die ständige Hlinlenkung des Ehngeiizies auf Erfolg! in sportlicher Betätigung •ein hervorragendes Erziehungsmittel ׳ist. Nach immer stand dekadente Kultur unter dem Zeichen der Verachtumg des Schwachem und׳ Altem ' Noch schlimmer war es aber, daß man es■ wagte, Erfolg auf der Arena,!in der Menschen, ■ ihre Kräfte messen!. wie die Tiere, als eine Ehre für den׳ jüdischem Namen zu■ buchen׳. Davon waren selbst erliste Männer nicht frei. Wir gestehen!es ja i!m iFestgebefe sehr ruhig ein, diaß die Makkabäer i׳m Verhältnis ׳;n ihren Feindfen körperlich schwache Menschen waren, aber unser Heldentum besteht darin!, da׳ß die!Macht des Geistes, das Feiner der kföaten! Begeisterung alle Fibern erfüiit und im gegeibenen Augenblick arndh ■dien schwachem Menschen zur höchsten!Leistungsfähigkeit der physisdien׳ Kräfte .ertüchtigt. Es׳ beginnt m tagen. Mögen׳ orthodoxe Eltern!und' M׳emsehen die Strahlen dieses Tageslichtes im ihrer Seele auififangeii und begreifen. n- Das Einheitsprogramm der Aguda und seine Bedeutung. Vortrag von MORIAH. Meine (Herren! Es wird der Agudas Jisrce! im gegnerischen׳ Lager gar oft zum Vorwurf gemacht, •daß Ihre Grundsätze geeignet seien, Spaltungen im jüdischen Volke herivorznru'fen. Jedoch hängt al!es •davon ab, von welchem Gesichtspunkte •die Trennung ,umd Selbstbestimmung gefordert wird •und. ist. diese keinesfalls umberechtigt dort, wo dies zur Wahrung der Eigenart eines gewissen Ideenkreises notwendig ist. So sagt ja selbst der ׳van humänistisciliem, weljbürgerlichem Geiste durchidruingeme Dichter Goethe: ' ״Was.euch ,nicht angehört. Müsset ihr meiden; ‘ ׳Was euch das ׳Icm’re stört, ‘ Dürft •i;hr nialit leiden!“ Von der Sehnsucht nach der Vertiefung des Thoraideales und'nach dem Walten׳ lauterer, ׳pr׳inzi׳p;entreuer Gesinnung wurde die Agudalbewegung ausgeiöst• In dieser Bestrebung wird von ihr kein einziges •Glied der jüdischen1 Gemeinschaft, das zur Verwirklichung!ihres großen, heiligen Lebenszieles beitragen, kann, als geringfügig erachtet., sondern wird vielmehr die Vereinigung umd Verbrüderung aller Getreuen der Ueberlieferuiig im Dienste der gemeinsamen Idee gefordert• Mithin ist dap von den Gegnern so. oft verurteilte . Tre nn ungsprinzip det Aguda im Griumde genommen! ein E-i'inhe i f s •priimzip, ,ein; Mahnruf zur Vereinigung der hunderttausende Gesetzestreuen, aus denen׳ Infolge ihrer Zerstreuung das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit ׳ ausgestoriben ist, wie auch zur Wiederbelebung und Zusaimmenlfüguing de!r abge'irrten'Teile des jüdischen Volkes, deren Seele im grauen׳ Alltagsleben die Schwungkraft verloren׳ hat. ,JHler schneit förmlich alles nach Einlhieit, nach V e r e j n •i ■g iu n g, na ch gege n sei t ige r Ergänzung und׳ Hi Iffeleistung“, sagte ■dej־ allbekannte Agudaführer Jakob Rosen- ׳heim in seiner in der Kattowitzer Versammlung gehaltenen Programmrede, ״und wie einst am Sinai ריחן שם *שראלנגר ההר e i n Geist die Hun!d:rttausen׳de zur Einheit zusammensohmiedete, so soll •unter dem Banner der ״Agudas Jisroel“ jede Gruppe ihr Können, ihre Leistung in den Dienst der allen gemeinsamen einen Aufgabe steilen, die auch, heute nodhi der Baden unserer Einheit ist•“ Meine Herren! Die Bedeutung dieses im Programm ׳der Agudas Jisroel zum Ausdruck ,gelangenden Einheitsgedankens für die religiöse und soziaie Entwicklung unseres Volkes will! ich Ihnen in kurzen! Zügen klarlegen. — Die von der Agu'da erstrebte ״organisatorische Zusammenfassung und innere. Annäherung der zersprengten,״Teile der gesetzestreuen Judenheit“ .ist besonders in neuester Zeit eine historische Notwendigkeit geworden. '• . ln der großen׳ Wanderung des jüdischen Volkes nach der Zerstörung des ׳Heiligen Tempels war ■es nämlidh׳ die Treue zur Religion׳ seiner Väter, die trotz aller Wucht der Goiusleiden seinen Fortbestand sicherte.. Und die mannigfachen׳ religiösen Bedürfnisse der Exilierten riefen die verschiedenen׳ Relgionsinstitutionen ins Leben, aus denen alsdann nach eine־״ allmähliehen ,En׳twicklung von vieien Jahren das Kehillawesen l׳n seiner heutigen Form •emporwuohs. Die K e h i 1! 0 m i t A h r e n a 11ehr würdigen Ins t!i■tu t׳I0׳ ne n b i 1 •d»S(fc den Wurze lbo den d e s jüdische n V 0 lkes, i n w׳e 1 ehern die schönsten Blüten seiner 'historischen Vergangenheit keimen. Mit dem Beginn; der Neuzeit und deren kulturellen Errangenschaiten hat aifcier die Kehlllo, diiese Felsenburg der jü'disahen Religion und des jüdischen Volkstums, an Kraft und Würde Einbuße erlitten• Verschiedene Momente haben ■hieizu beigetragen. (In erster Reihe.die soziale Auswirkung des .modernen, materialistischen Zeitgeistes, der naph seinerri Siegesziug in dem־ westeuropäischen• Ländern nunmehr auch In Osteuropa seihen!: Einzug hält und besonders gefahrdrohend an den Toren ■der Chadorim und Jeschiwös poclht. Die sogenannte Kul׳-■ tur, die ln den düsteren, elendiglichen Ghettos ' des Ostens: immer größeren Raum gewinnt, Indem sie deren׳ hoffinungsarmen, gedrückten Bewohnern Licht und Leben verheißt, bringt die einst eisenfesten Pfeiler der Kehillo ins Wanken. .;Ein zweites entscheidendes Moment für den Bestand des Kehillowesens ist die in einigen Ländern des Westens bereits vollzogene, in anderen in Plan genommene Trennung _ der Kirche vcm Staat, d'׳e als Voraussetzung eines modern ■gestalteten Staatslebens betrachtet wird. Daß die Gemeinde mit der gesetzlichen Anerkennung einen sehr bedeutenden Stütz- Punkt verliert, ist leicht begreiibar. Es müssen■ daher neue Kjaftmittel ausfindig gemacht werden, die die verlorene legale• Machtstellung de׳ ־״Gemeinden zu ersetzen) imstande sind.. Die eleganten jfidischen Frauen tragen jetzt mit Vorliebe Othmar Schiffs Mode-Perücken (H0 ebenso geschmackvoll und vorriehm, wie leicht■ im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Perücke kostet je hach Ausführung S 100«— bis S 160■— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60■— bis S 90■—■ Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50■— bis S70■—■ Das Reinigen! Wasserfrisieren sowie Reparieren, aller Perücken wird übernommen und sorgfältigst ausgefühit, auch dann, wenn diese nicht bei uns erzeugt worden sind Othmar Schiff! Wien, I. RörntnerrlnS 6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol** Telephon Nr. 51-3-62 Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres Katalogesi HP* Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen Othmar und die Adresse genau beachtenl■-Hl..■'

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