Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 48 (26.11.1926)
- Date
- 1926-11-26
- Page
- Seite 323 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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589) Uiiivorni tätnbibliothok .w loii ♦ X », . ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien,!!.,Leopoldsfasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. üricheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PostsparknssennratWien, Konto Nr. 13.45S; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53,386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko, N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 ip. 48 ב״ה רנדדסרעססבות כ־ כסלו תר©״ז♦ W£«£!-Brafi15Sfflwa» 26* November S828 12» Jahn*^• Die Keren Hathora-Zentrale hat beschlossen — wie bereits berichtet — eine großzügige Chanuka-Aktion in allen europäischen Ländern durchzulühren. Zu diesen! Zwecke wurde eine spezielle Broschüre herausgegeben, ferner erließ die Keren Hathora-Zentrale folgenden Aufruf: Aufruf! Chanuka bedeutet: Feier und Gedächtnis des Sieges jüdischen Geistes über äußere Kraft und Macht. Jüdischer Geist, das ist Thora, Thora als Lebensform und Weltanschauung. Chanuka feiern bedeutet, sich bekennen zum jüdischen Geist, sich bekennen zur Thora. Bekenntnis muß betätigt werden. Dazu ruft der Keren Hathora auf! Bekennt Euch am Siegesfest des jüdischen Geistes zur Thora: durch eifriges, unermüdliches ״Lernen“, durch Unterstützung aller thorafördernden und erhaltenden Anstalten, Lehrenden und Lernenden bekundet Ihr Eure Sympathie durch Eure Leistung an den Keren Hathora. Das Licht des Chanuka sporne Euch in Eurer Sorge für das Licht der Thora! Gebet reichlich und freudig und feiert d adurch ein recht fröhliches Chanukafest! fehle in keinen! Hause! 1—זורח ,I לא נתקיימו שמים וארץ 1 Ml .11 n!1 I Wäre die Thora nicht• M n mnrnid und Erde '1 |L nattenkeinen 1 I | j Besland I Bestellung beim Landesvorstand oder direkt bei der Zentrale, Wien, II., Leopoldsgasse 26 ן Magasin de Modes ן | Die neuesten Modelle | | eingetroffen! | ן Meine Schlager: ן | Crepe de Chine■ Kleid.ä S 19.— I =j ו <1;׳! » ....... a S 25.!! Jj Velour-Mantel.ä S 29.— | 1 ״ ״ mit Pelz verbrämt . ä S 39.— §;1 Schicke Crepe de Chine-Tanzkleider 1 | in jeder Preislage | illll]||||||||||!lllllllll!lllllllllllllllll!llllllllll!llll!illlllll״ Ein geschichtlicher Augenblick. Ein weltgeschichtlicher Prozeß sondergleichen hat sich in diesen Tagen vollzogen. Die Zeitgenossen dieses Ereignisses haben es kaum gewürdigt und gewiß nicht in allen seinen Auswirkungen empfunden. Die britische Reichskonferenz, d. h. die Konferenz der Vertreter all der Länder, welche man bisher als Einheit unter dein Namen des^britisf^ejm. Imperiums zusammenzufassen gewohnt war, hat den Beschluß gefaßt, der eigentiich einen Auflösungsprozeß einleitet. Die über die ganze •Welt zerstreuten Teile dieses Imperiums haben einen solchen Grad von Selbständigkeit erlangt, daß sie sogar!in auswärtigen׳ Angelegenheiten!fast ganz aiutonom handeln können. Es besteht eigentlich lediglich nur noch eine Personalunion, bei der der gemeinsame Repräsentant all dieser Einzelstaaten der König von England ist. Es unterliegt nun vorderhand keinem Zweifel, daß in der Zeit der Maienblüte dieser neuen Konstellation der Zusammenhang zwischen diesen Bundesstaaten mindestens ebenso stark und machtvoll sein wird, wie in den jüngsten 20 Jahren, während derer sich der Prozeß dieser Abbröckelung vollzogen hat. Immerhin wird eine weitausschauende Politik, wie sie Englands Eigenart ist, nichts unterlassen, tun für alle Fälle seine Position zu festigen und, wo irgend sich eine Möglichkeit hierfür bietet, diese Position zu einer eventuellen neuen Basis einer Kraftprobe auszugestalten. Dadurch aber rückt die Bedeutung des'Mandatsla ndes Palästina in eine ganz neue Beleuchtung. Es wäre verlockend, in einer solchen Stunde geschichtsphilosophische Betrachtungen anzustellen und den Nachweis zu erbringen, wie nun wirklich Erez Jisrocl tabbur hoorez, der Mittelpunkt der Welt geworden •ist und der Mittelpunkt der Interessen der Weltmächte. Kehren wir jedoch von poetischer Abschweifung zur rauhen Wirklichkeit zurück, so ergibt sich, daß unter dieser Konstellation es schlechterdings für England unmöglich ist, auch nur eine Spur von der politischen Machtstellung in Palästina zurückzuweichen. Es ist ein seltsames Schicksal, daß kaum ein Jahrzehnt nach der völkerrechtlichen und Völkergeschichtlichen Konstruktion des Mandatsbegriffes ein iMaadatsltand der iSahieiitelipimikt der Steifung ׳der Mandatarmacht im Orient geworden ist. Es dürfte vom Standpunkt der Realpolitik gut sein, wenn alle Juden der ganzen Welt diesen Gedankengang sich zu eigen machen würden und dadurch teiinfür allemal mit den veris tiiieigene 11 ■polit'seihen Träumen ׳ein•!Ende gemiacht ׳würde. Es ist!ganz ׳irrelevant,! Ob d!!e BaMoar-ErMänung diese oder jene Interpretationen ' nocih finden ׳wliird, mes׳sianisc׳he!Spuren wird 1kein vernünftiger Mensch mehr darin finden. Das dürfte allerdings den Vorteil haben, daß nunmehr alle Interessen sich dem Aufbau' widmen׳, und ®war dem re:ln ökonomischen•. Wir wissen, daß dieses Idealbild nicht frei von Illusionen ist, Illusionen, welche die ganze Tragik des Palästina- Werkes bloßlcgen: denn urn Kraft für den wirtschaftlichen Aufbau mobil zu machen, bedarf es in vielen Kreisen des Ansporns, auch eines sog-ainuntcn tolfeuirelteu Aufbaues, nachdem die politischen Träume verklungen sind. Da nun also die politischen Hilfsmittel der Propaganda für Palästina über kurz oder lang vollständig versagen müssen, wird man aus 'agitatorischen Gründen immer mehr und mehr auf den kulturellen Gesichtspunkt das Schwergewicht legen, das heißt, dasjenige, was am meisten die jüdischen Seelen, die jüdischen Organisationen, die jüdischen Ziele differenziert, wird sich vollständig in den Mittelpunkt gegeriiek sehen. Umsomehr wäre es Aufgabe aller jüdischen Kreise, die differenzierenden Momente zlt verkleinern. Wie nun einmal die Verhältnisse liegen, hat darüber die zionistische Organisation zu befinden. Sie an erster Stelle müßte, wenn sie überhaupt das Interesse der ganzen Judeuheit aufruft, der vollkommenen Veränderung der politischen Lage Rechnung tragen. Wir wiederholen, daß also Palästina in der Uebergangszeit den Brennpunkt der eugtfiisäi&n!Politik •dars teilen muß; da arubtseßts, »was in Palästina geschieht, nur mit der Billigung und Zustimmung Englands geschehen kann, so wird der Grundbegriff von Nationalheim auf das kulturelle Gebiet eingeengt. Wer es mit England, wer cs mit der Judenheit •gut meint, ...hat dafür Sorge zu tragen, daß in der Verminderung der Reibuugsflächen die ernsten ,jüdischen Hoffnungen eine Förderung erfahren können. Der weltgeschichtliche Augenblick kann auch einen Wendepunkt in der jüdischen Geschichte bedeuten. p. K. Rabbi Mosche Blau über die Verhältnisse in Erez Jisroel.!Rabbi Mosche Blau!, ,Leite!• des Zentralbureaus ■der Aga das Jisroel •in׳ Jerusalem,, weilt ■zurzeit in׳ Wien.!Er. verließ Donnerstag den 11. ■November. Jerusalem,;um sioch an den Wiener Sitzungen׳ des G.-iA. der Agudas Jisroel tef'lndrmen ,zu können. Montag vor seiner Abreise wurde er vom Oiberkommissär Lord PI ׳um er zum Tee geladen. Bei dieser Gelegenheit!hatte Rabbi IMosobe Bläu auch eine Begegnung mit Barm Colonel Symes. Mittwoch fand noch eine Zusammenkunft mit Herrn Be n׳t wi s c,h lind mit Sir Ronald Störs, dem Oberkommissär von Zypern., der gerade ivoriilbergehend in Jerusalem weilte׳, steift, 1bei׳ der die Angelegenheit der Gemeindegesetzgeibung •zur Sprache gebracht wurde. Die erste!Frage ,uitseres Berichterstatters, der Gelegenheit!hatte, mit Herrn■ Rabbiner! Mesche Blau ausführlich ,zu sprechen, bezog sich auf diese wichtige. ׳d׳ie ,Orthodoxie der ganzen Welt tief bewegende Frage. Rabbi;Molsche Blau! •legt ׳sich i!n ■solchen 'Dingen aber Zurückhaltung, auf. Im Verkehr mit •den Stafsmäninern ■hat er,.; gelernt, vorsichtig zu sein. Wir sind zuversichtlich, begann er! endlich; ׳wir vertreten ׳eine gute und gerechte Sache;• ■Die• jüngste Volksabstimmung, ׳die mit großer Begeisterung und! Hingebung . durdhgeiiiiihrt wurde, hat ein überraschendes Resultat •gebracht. ■Nicht so sehr das Zahienergebnis war für uns iiberascihend. sondern die Tatsache, •daß die verschiedensten Schichten der •jüdischen Bevölkerung •Erez Israels an der Abstimmung teilgenömmen haben. Die verschiedensten sephardischen!Gemeinden. Kolonisten in entlegenen Siedelungen■,• ließen sich nicht!beirren in der ,Pflichterfüllung für ■die thoratreue Judenheit. Man versuchte, sie mit Zeitungsartikeln ein zuschüchtern, sie haben jedoch!ihre Wirkung verfehlt, und man versuchte darauf, die ganze Angelegenheit tobzeschiweigen. ׳Die Schar der begeisterten Propagandisten wuchs von Tag ■ziu Tag. So erreichten wir die •ansehnliche Zahl von über 7000 Uniber- Schriften.!Es •ist jetzt die Sache der Führer der Agudas Jisroel, diese günstige Tatsache als wertvolle Waffe •in dem Kampf für die Forderungen der Agudas Jiroel ,z׳u verwerten. Ith selbst, setzte Rabbi Mosche Blau ׳fort, beschäftige mich mit dieser Sache!nicht. ׳Ich will meine Zeit!jetzt ausschließlich• den Interessen des orthodoxen Schulwerkes in Erez Jisroel widmen. Unbeschreiblich ist die Not, in ׳welcher infolge der WirtsChafts״ krise unsere Schulen geraten sind. Mit Befriedigung stellte Rabbi Mosche Blau fest, daß er in Wien, wo er seit voriger Eäüs Mode-Perücken die ebenso geschmackvoll und vornehm* wie leicht im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Perücke kostet je nach Ausführung S 100.— bis S 160•— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60■— bis S 90■—■ Transformationen ohne Scheitelstrich von S SO■— bis S70■— Das Reinigen, Wasserfrisieren sowie Reparieren aller Perücken wird übernommen und sorgfältigst ausgeführt, auch dann, wenn diese nicht bei uns erzeugt worden sind Ofhmar Schiff, Wien, I. KMlGNlltg 6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol'* Telephon Nr, 51-3-62 Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres Kataloges! Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen Othmar und die Adresse genau beachten I 0962