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Jüdische Presse · 1926-09-22 · 39-40 (22.9.1926) · p. Seite 271

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
39-40 (22.9.1926)
Date
1926-09-22
Page
Seite 271 (sequence 1)
Language
German
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Festnummer / Preis: 1 S ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. V.b.*. Redaktion u. Administration! Wien, li.,Leopoldsfasse .96, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel..4594־4־. Tichecfaoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Irichetat jeden 'Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen fflr Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; ffir Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tscuechoslowalkel: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 «r. 39/40 Wi*n-Br>ati«1ava, 22, September 1926 .וינה־פרעססגורג י־ד תשיי תרפיו ביה 12. Jahrg ■ זמן שמחתנו jDas' Freud.etifcsl, wem .du — spricht die Thauro — eingesammelt;von .Scheune •und .KClter, wenn du augenscheinlich ■das Wulten G־tte.s gesellen b.a.st, dessen Segen allein deine sei 1׳ wie re Ac'bei t in 'Wald und Feld loiinerd gestalten kann — feierst• •diu •in! der Heiligen Stadl nft.t Opfern und׳ ׳Gesängen, Dis heiligen Tage der Einkehr, der Abrechnung nil't selbst, sind voriiiber. ׳״Denn kein Frommer weilt auf Erden, der mir das Gute •tut wid mioht fehlt. ״Israeli tot;sich in •den El׳ul־ tagen, in den Slichustagen, in den ״:■urditbaren“ Tagen geistig wiedergeiunden. Es hat die Verfehlungen gegen G-tt und seine :Mitmenschen sich vor Augen geführt und fängt mit dam neuen Jahre ein reineres, besseres Leben an, 1Dazu noch die Freude an der Ernte, an dem Segen, der die ,materlteKen Sorgen verscheucht, all das zusammen gibt erst idie richtige jüdische שמחה• Wenn da ganz ישראל hinauf zog zum Heiligtum, ganz Jud$ Lp •der Heftige 1t Stadt ■veinsaimmett •war, um den uusieiht-. baren Schöpfer zu verfiel rlichen, ein e'nig Volk von Brüdern sich fühlte als Diener des Allgütigsten, sich bewußt war einzig fp der. 'Ws'ii wahre G-tteserkenninis zu besitzen, steh bejwußt war, durch die hohe Ethik des Judentums — dile heute nach Jahrtausenden noch von ke'ner Ethik übertroffen wird — die Lehrmeistern] ,der Welt zu w׳erden, kannte die Freude des ganzen Volkes ike'ne Grenze. ׳ . Die absolute .Sabbatruhe für Mensch ■und Tier, das Gebot einer Abgabe von elinem Zehntel des gesamten Einkomimens für Hilfsbedürftige, der Schulizwang, die Arbeitergasetztgebung s'nd soziale Vorschriften, die noch heute von keinem Volke erreicht sind. So wie׳ sich Jisroel von!der Thauro abwandte,׳ wiuirdie es, seiner Bestimmung: G־tt und der We'lt zu dienen, untreu, und mußte wieder hinaus.in das finstere Exil, um abermals eine Uäuterain'g -durdizumachen, um wieder würdig zu werden, C-tfces Volk zu , sein. Die allumfassende Menschenliebe der Thauro manifestiert sich am besten am Sukkothfest, an dem im Hdifehim Opfer gebracht wurden .!K'ir alle Völker di er Erde. Wenn wir das Sukkot.lifest begielhien als Daink an ׳den Spender-der leiblichen Woh'lfahrt, besonders als Fest der seelischen Wiedergeburt, wenn wir uns bemühet׳., die irrenden lind schwankenden Brüder für die jüdische Glauben,streue zu gewinnen-, •dämm׳, aber uiuir dann wird ׳Erez Jisroel wieder das Heilige Land,, Je ruschoioiim ׳die HefLge Stadt iwerdem, a!ws •der das Licht wahrer Erkenntnis die ganze Weit erleuchten wird. Wolf P a,p petih e i m. ״Dienet dem Ewigen mit Freude“. Für •jedes Werk ist die Freude ein wichtiger Hebel. Liebt: und Freude an der Arbeit verbürgen und beflügeln den Erfolg. Diesen Gedanken haben alle Völker in ihrer Spruchweisheit ausgesprochen. Wer sich widerwillig einem Berufe zuwendet, durch die Macht der Verhältnisse oder durch seine Eltern gezwungen, ist besonders empfindlich gegen die Schwierigkeiten, die er auf seinem Wege findet, Mißerfolge machen ihn bald unsicher und bringen ihn in Gefahr, •ein Stümper in seinem Fache zu werden. Wer mit Leib und Seele an seinem Berufe hängt, überspringt, wie von einer Schwungkraft getragen, alle Hindernisse. Vor 31)ע)£9©25צ6גצ0צב)3}צכ>©צ5)©צפ)©צ896ג5)' <5m סוכות GöR9S5!©SbS©S5RS6iS®<5>R9S5fi9(5>ߣ der Lust und der Freude, die ihn beseelen, treten alle Müh- •Seligkeiten zurück. Der kleinste, Fortschritt vertieft das Lustgefühl, erhöht die wachsende Sicherheit, bildet die Vorbereitung für neue Erfolge und führt oft durch freudigen Kampf zum Sieg. — Eine große Rolle spielt die Freude in •der Erziehung. Erzieher machen oft die!!Beobachtung, wie das eine Kind nur mürrisch folgt, während ein anderes frisch und froh ihren Willen tut und seine helle Freude daran hat, Vater und Mutter glücklich zu machen. Das /Kind, das nur mürrisch folgt,,, verdirbt sich selbst sein schönstes Glück und erschwert” den Eltern das Werk der Erziehung. Da ist denn •das Auge darauf zu richten, in dem Kinde! ein •Wohlgefallen am Gehorsam zu wecken; und in dieser Fertigkeit, im Kinde selbst den.Trieb zu erregen, andere zu erfreuen, zeigt sich die Kunst des Erziehers. Auf dem!Gebiete der Religion liegt die •Sache nicht anders. Auch hier ist die• Freude allein die sicherste Triebfeder und die treueste Hüterin.!Darum: •Dienet dem Ewigen mit Freude.!Noch mehr: Froher.Sinn ist G-ttesdienst. Im heiligen Tempel begleiteten die!Leviten den; Opferdienst mit ihrem Gesang. Die!Leviten, heißt es, sollen den, •Dienst des Dienstes\\ferrichte!v.-;׳Gibt es denn einen •Dienst des!Dienstes?■ Ja, lautet die Antwort, das •ist der Gesang der Leviten, der dem eigentlichen Dienst, dem Opferdieinst, den Rhythmus der •Freude 0,'׳.rieiht umd• •durch Erregung einer •frohen!Stimmung die!Innigkeit und ,Weihe des Grttesdienstes vermehrt. Was ist das Gebet, was, ist das ׳Lernen der Thora ohne Freude? Wie ein liebliches Lüftchen all die ׳Gräser erzittern läßt, durch d׳ie es zieht, so läßt der Geist G-ttes die iHetrzen leise erbeben, die ihm in ׳Freude nahen. Das Gebet ist aber nicht der eigentliche G-ttesdienst. Der eigentliche G-ttesdienst entfaltet sich auf dem großen Markte des Lebens. Der Reisende, der sich bemüht, koscher zu essen, der Kaufmann, der mehr auf strenge Redlichkeit sieht, als auf schnellen,!reichen Ge- , wirm, der Wohltätige, der dem Armen beisteht, der Mutige und Charakterfeste, ■der einen Angegriffenen verteidigt, alle diese üben G-ttesdienst. Glaube nicht, daß eis diesen Leuten leicht fällt, G-tt zu dienen, weil es ihre Natur so ist, fromm und gut zu! sein. Oft kostet es sie einen schweren Kampf, bis sie sich selbst überwunden haben. Aber was ihnen über alle •Schwierigkeiten hinweghilft, •ist die Freude am Rechten und G-ttgefäiligen. Nachdem sie einmal die wohltuende Fröhlichkeit der Selbstüberwindung •gekostet . haben, wollen sie nicht mehr in die Knechtschaft ihres Magens, ihres Geldes, ihrer Feigheit. Die Seele einer guten Handlung ׳ist die Freude. Der ei ms gibt dem Armen seine Zedoko, aber frage nur nicht wie. Der andere ist lieblich und freundlich zu dem armen Menschenbruder, er gibt ihm sanfte, brüderliche Worte und erfrischt das Herz des Armen wie milder Regen, der auf durstende Auen fällt. De׳r hat in seine Wohltat seine Seele hinciugelcgt und die heißt Freude. Nur wer mit Freude die ׳Opfer bringt, die die jüdische Erziehung auferlegt, dem wird G-tt den Segen gewähren, seine Kinder zu guten Jehudim heranzubilden und ihre Frömmigkeit wird von Dauer 'sein! Auch die Religiosität hat ihre Gcsuiidheitsgesetze und eines der vorzüglichsten ist die Freude. ... Erzeugt wird diese Freude durch das Dankgefühl, Der Psalm, der unser schönes Wort enthält: ״Dienet G-tt mit Freude“, ist ein Danklied. Auch unsere Festesfreude am •Sakkos ist ein Tribut des Dankes. Durch ,Buße und •Selbstverleugnung haben wir am Jom Kippur G-ttes Verzeihung erlangt. Verjüngt und wie neugeboren sind wir aus der Läuterung hervorgegaiigen, die der Tag uns auferlegte. Reinen Herzens und festen •Sinnes dürfen wir :jctzfc-noch eine Stufe höher steigen und durch beseligende Freude am Sakkos G-tt unseren Dank bekunden. Die Krönung der •Feste ist nicht Jom Kippur, sondern Sakkos. Nicht Sel'bstzerknirsclnmg, sondern Fröhlichkeit des Gemüts ist das Ziel der Religion. — in Palästina füllt sich zur Sukkoszeit Scheune und Keller mit Most und Oel, mit!Getreide und köstlichen Früchten, die reichen Erzeugnisse des heimatlichen Bodens \Verden heirngebracht. Da war es angozeigt, das Herz abzulenken von dem Reichtum der!Gabe auf die reiche Güte des Gebers, die Freude an der Vermehrung des Vermögens zu veredeln durch die dankbare Anerkennung des •Segenstifters. Die Stikkosfreude haj also eine doppelte Quelle:'!Den Dank für die innere Wieder- •gebuirt ׳und ׳den Dank •für •das׳ äiaßeire Click. Aber nicht• wie ein!Geiziger, •der seine!Schätze zählt, nicht wie der Spieler, den das Glück begünstigt, nicht wie der Gewinnsüchtige, der sich am Erfolge' berauscht, freut sich der fromme Jude, sondern wie ein Kind, dem sein Vater Wohlgefallen erweist. ׳Darum freuen wir uns־ so sehr mit dem schönem iLuH'oiWi, den wir sehiwliigen, .mit •der diinlidhon Sakko, die wir so friedsam bewohnen; unser Herz durchzittert ein inniger Dank und Loblieder steigen zürn ,Himmel. Der Schluß der jüdischen ,Weisheit ist: Simcha scliel Mizwa. Der reine Dank, die wahre Freude verlieren sich nicht so schnell, ihre Wärmie! bleibt dem Gemiite erhalten und. gewährt ihm Schutz vor den rauhen Stürmen des!Lebens. Jeder Atemzug soll daher ein Danklied sein. Denn nur der Dankbare wird •in Freude seinem Vater dienen: Dienet ihm mit Freude. E. W׳ Die soziale Bedeutung des Hüttenfestes. Von Dr. Josef Löwy. Vom den nicht aiHzii •reichlich bemessenen Festtagen des jüdischen Feiertagskalenders soll das Pessach'- und das Sukkothfest durch die längere Dauer einer ganzen Festwoche in sinn- ■fälliger Welse •den Abschluß einer bestimmten Periode des Jalres und die Uebenle.itung zu einer anderen Jahreszeit zum ■Aas׳druck!bniingein.;Mit diem ■Beginn der Taff11n׳dhaüh!tgfoi0hß :i!m •Frühjahr Ist'.am.cili •die Zeit der ersten! Reife im ,Heiililgen!Lande gekommen wind! •das Hea^stäqiiiiinoktiium 1sleiht ׳dien Landmann im Besitze mühselig erworbener Früchte des Bodens; beide Feste haben somit vorwiegend lairdwirtscliaftllchen Charakter. Diese landwirtschaftliche Grundbedeutung mußte jedoch beim Pessachfest, wiie bereits der Name besagt, einer national-;historischen weichen umd als das bedeutendste Natioualifest war! diesem ״Haupt aller Feste.“ das Schicksal aller nationalen Erinnerungstage i׳m Wandel der Zeiten beschieden. In den Zeiten nationaler Erhebung lind dar Glanzperiode nationaler Heiden taten wurde es als!immer ifortlebende!Erinme,1:׳u!11gamd Aufmunteruttg gefeiert, aber im Laufe der Geschichte verblaßte sein *Glanz, die w(e׳rbende Kraft des ihm zu Grunde liegenden Fre:iheitsg׳eda;nkens wurde schwächer, es geriet viele Gene- :rationen hindurch Ln Vergessenheit und feierte erst nach Jahrhunderten in den Tagen des frommen Königs Josiali seine Auferstehung, denn .״seit den. Tagen , der Richter, welche Israel geridhitiet hatten, und׳ ׳durch■alle •Tage der Könige von Israel und der Könige von Juda war das Pessach nicht gemacht worden“. Aber auch dieser Stiitzungsvi.rsuc.li zur Wiederbeleb!mg des großen nationalen Freihe,!tsfestes 'erwies sich als hinfällig und es'^ar erst einer späteren Zeit, der religiösen Wiederau.fr:!clititiig. ,Vorbehalten, de׳r Bkdeutung des Festes und berühmte die ebensp geschmackvoll und vornehm, wie leicht im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Perücke kostet je nach Ausführung S 100.— bis $ 160.— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60.- bis S 90.— . Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50.— bis S 70.— Das Reinigen, Wasserfrisieren sowie Reparieren alter Perücken wird übernommen und sorgfältigst ausgefüh/t, auch dann, wenn diese nicht bei uns erzeugt worden sind Othmar Schiff, Wien, I. KärntnerrlnS 6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol*.♦ .'Telephon Tlr.!>162־3־ Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres Kataloges! ÜF* Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen Othmar upa die Adresse genau beachten I

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