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Jüdische Presse · 1926-09-17 · 38 (17.9.1926) · p. Seite 268

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
38 (17.9.1926)
Date
1926-09-17
Page
Seite 268 (sequence 2)
Language
German
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Seite 268 JÜDISCHE PRESSE Nr. 38 Seit vielen Jahren das anerkannt beste נשמה־־ליכט Man achte auf die ges. gesch. Marke ״Hygien. Königslicht“ u. Name Schulz. Fabrik und Bureau: XIV., Braunhirschengasse 3 Generalvertretung für die Tschechoslowakei u. Lager Stern Mor & Sohn, Galanta. Luach-Blätter der ASutfas Jisroel-JuMriißiie Wien תייפ״ץ — 5687 Soeben in bedeutend erweitertem Umfang erschienen (80 Seiten) Aus dem Inhalt: Ausblick auf die Agudoh-Arbeit im Jahre 5687. P. K. Wann hat die Erziehung zum Klallgedanken zu beginnen? Dr. Michalski, Karlsruhe. Bilder von der Wiener Agudoh-Jugend. Ben Jisroel. GroBstadtjugend und Jeschiwah. Dr. Deutschläncer, Wien. Aufrechte JUdischkeit. G. G. Grundzüge der Erez Israel-Politik. Jakob Rosenhein, Frankfurt a. M. Unsere Einstellung zu Erez-Jisroel. Dr. Isaak Breuer, Frankfurt a. M. Aus den Aufzeichnungen eines Erez-Jisroel-Reisenden. M. Löwy, Bratislava. Jüdisches Kunsthandwerk einst und jetzt. A. Weiß, Wien. Mattersdorf. Sie und wir. S. Schachnowitz, Frankfurt a. M. דער כח פון תורה. שבתי שיינפעלד, רליען. Reichlich illustriert, Preis S 1.— (für Aguda-Organisationen ermässigt) Erhältlich in der Jugendgruppe, Wien, II., Floßgasse 1 und in den jüdischen Buchhandlungen Es ist uns!gelungen, durch Ankauf eines sehr großen Postens von ׳palästinensischen und griechischen Esrogim das!Kartell, zu!!schlagen und dadurch den Preis auf das Tiefste zu reduzieren. אל תחמיצו את השעא D. Halberstamm & M. Freimaiin. II., Große Schilfgasse 9. des Warenhauses Brüder Schlffmann Wien, II., Taborstrasse 48 Tel. Phon 47-1-79 Unerreicht billige Kaufgelegenheit! Nachstehend einige Beispiele: Waschwaren Schilling Blaudruok ....per Meter —.98 Cotton de Lene. 1.25 ״ ״ Wasoh-Kraton. 1.25 ״ Jaokenfutter . 2.10 ״ Eiamine. 115 cm breit. 1.20 ״ ״ Etamlne, in allen Farben . 70.— ״ ״ Selden-Cloth, 140 cm breit, in al'en Farben. 3.50 ״ Damenwäsche Garnituren, Hemd und Hose .. . 3.90 Garnituren Handaour gest.7.50 Damonhemden . ...S 2.80, 2.50 1.98 Damengarrlturen (Hemd, Hose und Nacnthemd).• . . 9.80 Mlederieioohen. —.118 Seldenjumper ... S 12 50, 7.50 5.90 Sohafwolijaoken .*. 9.80 Leinenwaren . . . per Meter S 1.10 per Meter S 1.20, -.95 . per Meter S 2.40 . . . . per Stück -.85 —.to f. 10 1.40 1.70 I 98 —.55 —.88 —.55 3.90 9 80 1.18 —.89 —.98 -.98 1.48 2.80 la Webe. la Chiffon ... . Hosenköper . la Strel'gradl . . I Damastgradl .". Bettücher. 40 cm breit. . Ql&8»rthoher . Handtücher. 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Das jüdische Waisenhaus in Baden, ln einer :Fürsorgeam®etegen1h!ei!t hatte 1id1 ׳vor kurzem ׳im Walseni’nans des Kriegswaräenfondis ■׳der Aigudüs J Israel ■in Baden bei Wien, Germer- ©asse 48,!zu :tum. Nach Eriediguaig -des Falles bat idi d׳en Direktor, e!r möge :mir dfe Anstatt zeigen.!Bett will <1׳m uieferstellenden das׳ Leiben׳ An Heim und das!Heim salbst, ■das eher einer Villa ähnelt als einem Waisenhaus, schildern. Als ich die Künder fruig, sie mögen midi ■zu (Hemm Direktor ttiliren, fragten sie *ensbaiumrt,!wer denn! diiöser ׳Herrn sei, olb Ich midi ,nicht lir.re und!ihren lielben Onike] meine. Der Direktor zeigte mir •d‘e Anstatt. Ileih :fand: ScMarsäilß und1 Spielzimmer!in mms׳t!e1!ihia.ft!e!r ,Ordnung und’ 'zu meiner größten ׳Uelbtenrasahiung einen kleinen Tempel. Dann!zeigte -er mir das1 Krankenzimmer tuirnd 'bemerkte m.iit Stolz,!da!ß dieses isalian, sehr lange nidit benützt!sali. ׳da «dieir Gesundhieilbszu'staind der iKsndfer «beifiriediiigenid Ist. Z-um Schlüsse zeigte er mir noch die -Zeugnisse seiner Zöglinge und mit beireobbigbem Stanz sagte ■dieser tesdheidene Mann, ׳dies sei seine einzige Freude, ■denn fast a!H!e ׳sind ,jabeniswort“. Beim Ausgang ,traif ,icjh! aiiueii löjaiiriigen Buinsohen, d׳en icih verwundert ttagte, ׳•was er denn hier madne. Er sagte, er ׳komme and Besuch zu ׳seinem Onikiel, er wohne!in ׳Wiien ■bei seimeip Mutter ■und benütze ׳jedie freie ׳Gelegenirenit,!um!nadi׳ •Baden zu kommen, 1i!m em paar Stunden am.!der ttelbgüw online ne n׳ Anstatt ׳zu vor- ׳bringen!. Juden ׳unid' Jüdinnen! Da es isicllii!um' Waisen!kind׳e:1 (hiandieitt, die sötten das ,Glück!hatten,!ein ׳Blteamhaus ■zu keninen, ׳gesdbwieiigie denn Eltornili׳eöü izu׳ gemleßen!, ׳spendet diesem Heim, denn׳ gerade das Waisenkiiind ih&t Anispnuch auf doppelte 'Liieibe Lasset dahier rneiine Bitte mrtefot inngehömt serin und gäbet gtdbr nach׳ euren VietMitniissen, Hodhüdrtiuiiigsvalll Oskar Si inger, 111״ )Fsrdiinandstraße 17. Oberkantor Jakob Bauer gestorben; Unter zahlreicher Beteiligung fand Sonntag, den 4. Tischri (12. September) das Leichenbegängnis des Herrn Jakob Bauer, pensionierter Oberlcantor der spaniolischen israelitischen Gemeinde in Wien, statt. Jakob Bauer ist 76 Jahre alt geworden. Er war ein hervorragender Chasan, Begründer und langjähriger Ehrenpräsident < des österreichischen Kantorenvereines. '■■ Bitte um eine Nähmaschine. Ein ehemaliger Kaufmann, der für Frau und zwei Kinder zu sorgen hat, bittet, nachdem seine Frau Maschinnähen kann, um solche. Die Würdigkeit wird von einer Persönlichkeit bestätigt, die die Familie kennt. Name und Adresse sind der Redaktion bekannt. Reorganisierung des Kascliruswesens in Bratislava. In der ״Jüdischen Presse“ war oft schon die Rede ׳von der Notwendigkeit, das iKaschruswesen zu regeln. Es’ wurde namentlich als eine der dringendsten Aufgaben der orthodoxen Gemeinden ■und ihrer Rabbinate bezeichnet, di׳e religiöse Vertrauenswürdigkeit bei ׳den!jüdischen Re- Staurationen und sonstigen Speisehäusern, wie überhaupt beim Verkauf vor! Lebensmitteln, sofern sie ■den Vor- Schriften des Keiigionsgesetzes unterworfen sind, durch geeignete Aufsidttsmaßnahmen mindestens in ■dem Maße sioherzustellen, wie dies in anderen!Ländern schon längst geschieht. Wir veröffentlichten auch vor ■kurzem die erste Liste von Restaurationen ,in: einer größeren Anzahl von Gemeinden in der Slowakei, die auf Grund von Jnformationen der betreffenden orthodoxen ׳Rabbinate in ׳bezug auf •,כשרות einwandfrei erscheinen. Wir werden bald eine weitere Liste ■bekanntgeben können. Damit ist ein wichtiger Schritt auf diesem leider s!ehr vernachlässigten Gebiete des :jiidiscl>religiösen Lebens nach vorwärts getan worden. In der דרשה, die Se. Ehrw.!Herr ׳Oberrabbiner Schreiber am שבת שובה hielt, machte er seiner Gemeinde zur Genugtuung aller יראי 1׳ davon Mitteilung, daß auch in Preß'burg!in der kürzesten Zeit auf dem •GelVcte des Kaschruswesens zweckentsprechende Maßnahmen getroffen werden würden, durch welche R es t a u r a t i 01! e n und V e r s c!h 1 e ׳i ß s t e 11 e n von 1L e b e 11 s ׳m!t t e 111, die auf religiöse Zuve r- I ä s s i g k e i t Anspruch crhelben, der Aufsicht des R a b b i n a t e s unterstellt werden solle n. Der Herr Oberrabbiner verwies in der דרשה rnit eindringlichen Worten auf ■die geänderten!Zustände, die solche Einrichtungen in •unserer Zeit zur gebieterischen Pflicht machen, und forderte im besonderen die jüdischen Hausfrauen auf, beim Einkauf von כשר Lebensrniiteln die erforderliche Vorsicht walten zu lassen. Scharfe Worte fand der Herr!Oberrabbiner auch diesmal 1 ■gegen die Zuchtlosigkeit in der Frauenk I e i d u u g, die auch in jüdischen Kreisen um sich greift. 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Vor hundert Jahren, als die Reformbestrebungen besonders in Hamburg-Altona alles, was mit Religion und Talmudstudium in Verbindung stand, lächerlich zu machen versuchten und die treuen Anhänger des überlieferten Judentums als ״Finsterlinge" und ״Stockfromme" bezeichnete, waren die wenigen Treugebliebenen mit um so größerem Eifer bedacht, ihre Kinder dem Thorastudium zu erhalten. Aus diesen Beweggründen heraus faßtet zwei Knaben, Jeschaja Holländer und Jekew Cohn, den Entschluß, auf die Hochschule für Talmud in Preßburgi, zum Chasam Sofer, zu fahren. Nun gab es damals jedoch noch keine D-Züge, durch die es möglich gewesen wäre, sich in Altona in den Zug zu setzen und direkt nach Wien zu fahren, um von da aus in dreiviertel Stunden in Preßburg sein zu können; erst nach halbjähriger, mühsamer Reise langten beide Knaben in der Talmudschule zu Preßburg an. Von dem damaligen Gemeindepräseä Herrn Wolf Warburg hatten sie ein Schreiben an einen Preßburger Finanzmann mit, in welchem ihnen regelt mäßige Stipendien zugesichert waren. — Der Chasam Sofer gewann die lerneifrigen Knaben bald .sehr lieb, ihre deutsche Aussprache und Kleidung sowie besonders ihre angenehmen Umgangsformen waren ihm sehr sympathisch; man pflegte dort scherzweise zu sagen: ״Als man ein Faß Hamburger Heringe aufmachte, sprangen zwei schmucke Bachunm heraus." Der Chasam Sofer richtete liebevoll seine besondere Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der beiden Knaben. Nach einigen Jahren emsigen Lernens zählten beide zu den beliebtesten Bachurim, 4,ie den Vorzug , genossen,! bei zwei angesehenen Gemeindemitgliedern, Pappenheim und Bettelheim freie Wohnung und Verköstigung! zu erhalten. Einmal wöchentlich jedoch mußten beide beim Chasam Sofer zu Tisch sein, der sich von ihren Fortschritten überzeugen wollte. An einem Erew Jom Kippur, als beide bei ihm zu Mittag waren, stellte der Chasam Sofer talmudische Fragen, die sie in gelehrter ׳und geistreicher Weise zu seiner Zufriedenheit beantt worteten. Als Prämie hiefür gab der Chasam Sofer dem Jekew Cohn zwei Gulden, damit er sich ein neues Beldeidungsstück dafür kaufe. Am Jom Kippur betete der Chasam Sofer in der großen Gemeindesynagoge, wo er das Niloh-Gebet vortrug. Vor dem Gebet rief er den Synagogendiener Ber Frank zu sich und bat ihn, den Hamburger Bocher Jeschaja Holländer gleich nach Nacht in seine Wohnung zu bestellen, was dieser auch besorgte. Nach Nacht im Hause angekommen, begrüßte der Chasam Sofer den Holländer freundlich, machte Hawdoloh und ging dann ins Nebenzimmer. Von hier holte er eine Zehn־ Gulden-Note, die er dem Jeschaja Holländer mit den Worten übergab: ״Weißt du, mein liebes Kind, mich be* unruhigte heute der Gedanke sehr, vielleicht zwischen dir und deinem Kollegen Jekew Chon Neid und Eifersucht erregt und ihn bevorzugt zu haben. Sei mir mauchej (verzeihe mir dies), es war dies durchaus nicht meine Absicht, und kaufe dir für diese zehn Gulden ein neues Gewand." — Gerührt wollte Holländer ablehnen; der Chasam Sofei; aber sagte ihm: ״Ich weiß, was du er* widern willst; tue m i r aber den Gefallen und nimm dieses Geld ohne ein Wort des Dankes." — Welcher Seelenadel liegt in dieser scheinbar kleinen Episode, und wie bezeichnend ist sie für die wahre Größe des Chasam Sofer! Zehn Jahre hindurch lernten die beiden jungen Leute eifrig in Preßburg, und es wurden ihnen namhafte Stellen in Ungarn angeboten. Als sie sich mit ihrem Lehrer berieten, ob sie in die Heimat zurückkehren oder in den Umgebung ihres Meisters bleiben sollten, sagte er ihnen: ״Wisset in Deutschland sind jetzt Talmudge* lehrte dringend nötig; kehrt in eure Heimat zurück und wirket dort für die Verbreitung der Thora." — Wie dann beide in ihrer Geburtsstadt Altona als Assessoren gewirkt haben, ist in Hamburg-Altona allgemein bekannt• (,,Deutsche Israelitische Zeitung".)

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