Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 47 (19.11.1926)
- Date
- 1926-11-19
- Page
- Seite 320 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 320 JÜDISCHE PRESSE Nr. 47 Iltr Einkauf >11 Crep« *CWbö, 100 Farben S 10.50 Gnrggtte, aUe Modefarben S11.-־ Crepe Satin, la Qualität . S 16.50 Kteitaflorsmt. $ 9.80 SpHnmhHrts . $ 6.10 Gau - Vtile - feloor - dl« neuesten Dessins die neuesten Farben die billigsten Preise bei ttldiu Wien VII. Neubau* (jasse JO. Rücktritt des Obersten Richters Palästinas. Inof1Hzie.il wird mitgeteilt, •daß -der Oberste Richter!Palästinas, Ttios. W. iHaykraft, ,wegen ׳Meinungsverschiedenheiten in ׳der paiälstinensisdien!Regierung seinen Posten nieuergelegt hat. Er soll ■demnächst Palästina verlassen. Neue Begünstigungen für jüdische Siedler in Rußland. Laut den vor kurzem veröffentlichten!Bestimmungen erhalten Neusiedler eine Reihe weiterer Begünstigungen in •der Steuerteistung. Vom Tage ■de,r Ansiedlung bis zu ■fünf Jahren sind!sie •von •der Zahlung der normalen Land׳w':rtschaft)s- Steuer beifreit, wenn ihr Boden einer vorhergehenden Ausrodung oder ,Melioration bedarf. Wo es sich um -gewöhnlichen, ,noch nicht ,bearbeiteten Boden handelt, sind sie für drei Jahre ׳von Steuerleistung befreit. Ist •die Errichtung neuer Ge- ■bände erforderlich, Iso erfolgt Befreiung von der LandwirtschaMsteuer für -den Verlauf eines Jahres- Wirtschaften, ■die zu verbesserten ׳Formen der Bodenbearbeitung übergehen, höhere Kulturen entwickeln, das Vierfeldersystem eini-iihren, werden ißiir cPie Dauer von •dlrd׳ Jahrein, von jeder Landwirtschaftlsstemer befreit.!Fast alle neuen ■jüdischen Siedler!sind auf Grund dieser Bestimmungen von Steuer!׳eistungen •zwischen drei und .fünf Jahren befreit. Sejmdeputat Kirschbraun für die Rechte der jüdisehen Gemeinden. Warschau. (A-JPB.) Sejmdeputat :Kirschbraun •konferierte im Laufe der vorigen Woche mit dem Leiter des polnischen Bildungsministeriums Vize- Premier -Bartel eingehend über die Lage der ,jüdischen Gemeinden des Wilnaer Gebietes. Er bat im Namen der Orthodoxie zu dem .Memorandum •der Wigotsky-Gruppe, die bekanntlich gegen den religiösen Charakter der jüdi־ seihen! Gemeiniden Schritte unternahm, Ste-liiimng ,genommen. Sejmdeputat .Kirschbraun protestierte -ferner gegen die Vorgangswelse einzelner politischer Gemeindeverwaltungern •im ,Posener Gebiet, -welche *miit Rücksicht auf die geringe Zahl der Mitglieder in einzelnen!jüdischen Gemeinden die Gemeindehäuser in!Beschlag genommen haben. Vizepremier Bartel verspach, dieser Sache .nachzugehen und die Frage des ■Charakters ■der!jüdischen Gemeinden •in einer zweiten!Konferenz mit Sejmdeputat!Kirschbraun zu besprechen. Der Anteil der Ica an der russischen Kolonisation. Die Leitung der Ica in Paris hat einen ausführlichen Berieht über die Entwicklung der neuen jüdischen Kolonisatiori erhalten, dem zu entnehmen ist: Anfang dieses Jahres wurden inden von der Ica begründeten Kolonien 249 jüdische Familien neu angesiedel-t. IS2 dieser Kolo- -nistenfamiiifen stammen •aus Podalien. Den!Berufen nach waren diese Kolonisten früher: 66 Landarbeiter, 43 Arbeiter und Fuhrleute, 58 Handwerker, 28 Händler usw. Die neuen Kolonisten brachten 198 Pferde mit. 48 weitere Pferde wurden von der Ica verteilt. Ungeachtet der spülen Ankunft hatten ׳die Kolonisten 333 iD&iatinen Boden mit Roggen, Frühlingsweizen und Mais angebaut. In der Erntezeit erhielten die Kolonisten von der Ica 14 Mähmaschinell, die noch nicht alle Bedürfnisse befriedigen konnten. Die Entwicklung der jüdischen Kreditgenossenschäften in Polen. Die Leitung der Jewish Colonization Assoziation (ICA.) teilt mit: Gegenwärtig existieren in Polen 273 Darlehenskassen mit rund 88.000 Mitgliedern. Jeder zweiunddreißigste Jude in Polen ist Mitglied einer Kreditgenossenschaft. Die Entwicklung des jüdischen Kreditwesens in Polen wird durch die folgende Statistik illustriert: Am 31. März 1924 zählte man 144 Darlehenskassen mit 67.125 Mitgliedern; am 1. Jänner 1925 zählte man 197 Kassen mit 68.662 Mitgliedern; am 1. Juli 1926 zählte man schon 273 Kassen mit 88.168 Mitgliedern. Iri zwei Jahren und drei Monaten hat sich demnach die Zahl der Kreditgenossenschaften verdoppelt und die Zahl der Mitglieder um 21.043 vermehrt. Seit dem 1. September 1926 wurden 76 neue Kassen mit 14.524 Mitgliedern gcgründet. Da jedes Mitglied einer solchen Genossenschaft F,׳1׳milienofoerihau׳pt i-st. so repräsentiert -diie Mitgliedschaft aller jüdischen Darlehenskassen in Polen eine Bevölkerung von rund viereinhalb Millionen Seelen. Das bedeutet, daß der vierte oder mindestens der fünfte Teil ■ der ■jüdischen Bevölkerung in Polen durch Unterstützung der Darlehetiskassen die Möglichkeit erhält, den Lebensunterhalt zu verdienen. Die Entwicklung dieser Kassen war durch die Kredite der von der Ica und dem Joint begründeten ״Foundation“ ermöglicht worden. Diese Kredite ermögliehen eine Vergrößerung der Zahl der Darlehenskassen im Verlauf des Monats September um 30 Prozent. Das Umsatzkapital der Darlehenskassen hat sich von 4,512.679 Zloty am 1. Oktober 1925 auf 9,089.232 Zloty am 1. Juli 1926 erhöht. Das bedeutet eine ,Verdoppelung des Umsatz- Kapitals im Verlaufe von acht Monaten. Die polnische Regierung gegen Boykottpropaganda. tlti Erwiderung einer Interpellation des jüdischen Klubs in der Angelegenheit der vom antisemitischen Rozwoj-iVer- ,band öffentlich betriebenen antiijiidischen Boykottpropaganda erklärte der 1Min!ister des!Innern, die Regierung -mißbillige jede iBoylkottpolitik. Es ,ist dies das erstemal, daß eine polnische Regierung offiziell gegen Judenlboykotte Stellung nimmt. Keine Prozesse mit Juden an jüdischen Feiertagen in Polen. Der Justizminister ließ allen Gerichtsstellen eine Verfiig-iMig ,zugehen, der ,gemäß Gerichtsverhandlungen, in denen Juden als Parteien auftreten. nicht an Sonnabenden oder a-n anderen jüdischen Feiertagen stattfinden zu lassen. Dritte Landeskonferenz der Agudas Jisroel in Polen. Warschau. 1(1AJP1B.) Vor kurzer Zeit fand in Warschau eine!Sitzung des Waad Hapoel der!Agudas J-isroel statt, auf der beschlossen Wurde, für Ende Winter die dritte Landeskonferenz einzuberufen. An der Konferenz werden teilnehmen Vertreter aus ,Kangreßpolen, Galiziien, polnisch Litauen ,und Wolhynien. •Zur Vorbereitung ist ein Komitee gebildet worden, das die verschiedenen Anliegen der einzelnen Landesorganisationen für die kommende Besprechung zus-ammenfassen soll. Es wird beschlossen, die Trumas-Chover-iAktion für das ,kommende Jahr sofort in Angriff zu!nehmen. Reorganisation des jüdischen Unterrichts in der Warschauer Kehilla. Warschau. (AJPB.) Auf Antrag der orthodoxen Abgeordneten. Welt, Runda u. a. beschloß der Vorstand der Warschauer Kehi-lla, den jüdischen׳ Unterrieht in •den Schulen zu reorganisieren. Während •bisher der Chumesch-iUnterricht nur sehr mangelhaft betrieben wurde, sollen, jetzt die Kinder einen gründlichen!Unterrieht erhalten!und zu diesem Zweck wurde die Stundenzahl wesentlich erhöht. Kein amerikanisches Geld für Rumänien. Das amerikanische Komitee für die Rechte der religiösen Minderheiten, dem auch führende Juden wie!Louis Marshall, Dr. Stephan -Wise, Henry Mergenthau und iBernard M. Baruch angehören, erließ eine Protestkundgebung :gegen!jene amerikanischen ׳Bankiers, die in Anieiheverhandlungen mit Rumänien stehen. Es wird gesagt, es dürfe kein amerikanisches Geld nach Rumänien! gehen, solange dort nicht Gleichberechtigung ,für ■die!Angehörigen aller Konfessioneii herrscht. Konferenz der Agttdath Harabbonim in New York. New York. (AJPB.) Vom 26. bis!28. Oktober fand in New York die halbjährige Konferenz der Agudath Har,abbon!im statt. Auf der Tagesordnung st-anden Kaschruth־ fragen und die Chinuchangelegenheit. In den verschiedenen Reden kamen vor allen!Dingen Klagen darüber zum Ausdruck, daß gleichartige ,Institutionen!zugleich!von mehreren Organisationen bestehen. Als Gäste waren anwesend: Rabb. Meier Don Plotzki, Ostrow, und Sejmdeputierter Oberrabbiner Schapira, Piotrkow, die für ihre Thoralehr־ anst-alten in Amerika tätig sind. Rabbi Maier Don Plotzki stellt den Antrag, daß ,Vertreter aller Rabbinerorganisationenf eingeladen werden sollen zur Gründung eines gemeinsamen Komitees, dem •die Oberaufsicht über das Kaschruth •und den ׳Ch'inuch unterstehen sollen. Don Plotzki schilderte!in seiner!Rede eingehend die Lage der Mosifta!in Warschau, die zurzeit über 600 Talmidim umfaßt und •nur unter großen Entbehrungen weiter bestehen!kann. In der Diskusionsrede •dankt!Rabbi!Rosenberg Rabbi Don Plotzki für seine aufopfernde Tätigkeit und bittet die Anwesenden-, nach Kräften seine Sammlung für die Warschauer Jeschiwah!zu• unterstützen. Als aneiferndes Beispiel sei erwähnt, daß mehrere R-abbonim ije Dollar 100 zur Eröffnung der Sammelliste beigesteuert haben. Rabbi Meier Sohapira spricht ausführlich über seine Lubiiner Jeschiwah •und bittet ,auch, seine!Bemühungen zu ■untörstützen, was einstimmig beschlossen wurde. Rabbi IMeier Schapira spricht auf einem Abschiedsbankett für die Lubiiner Jeschiwah.!New York. (AJPB.) Im Bora-Park fand unter zahlreicher Beteiligung eiin Albscfiiedsbarikett für Herrn Josef Gottfried vor seiner Reise nach Erez Jisroel statt. Von ■den verschiedenen Abschiedsreden!ist besonders die!Ansprache eines Freundes des Herrn Gottfried, eines Herrn Jonas bemerkenswert, der eine begeisterte!Rede für die Jeschiwah des anwesenden Rabbi Meier Schapira hielt. Das Ergebnis ,war eine sofort veranstaltete Sammlung, die 3000 Dollar in bar einbrachte. Chimich Sefer Thora In Bratislava. Zu einer wahren Simchah schell Miziwoh gestaltete sich׳ die Feier, die kürziiich im Hause eines der geadlitetsten Mitglieder ,unserer Gemeinde, des Herrn Moscihe Weiß. 9tattlfand• Sein Sohn, Gberablbiner Hille!■ Weiß von Wiener-!Neustadt, hafte mit, Hilfe ־ einiger Bailelbatim ein schönes Safer Thora anfertigen und :i!n das!väterliche Haus ,bringen ,lassen, kn Beisein /zahlreicher Bäte- ,bat-im fand die Feier statt, bei der Herr Oberrabbiner Aikiba Schreiber, die Herren Rabbiner Wessely, Kali sch, Goldstein, Donath, treffliche Diiwre Thoras sprachen, die die Bedeulimng und Wichtigkeit der מצות כתיבת ספר תורה hervorhoben. Besonderen Eindruck machte die Rede des Herrn •Oberabbinets We-'.ß aus Wiener-Neustadt, der unter anderem!betonte, daß das neue Sefer Thora auch dem Andenken an seine plötzlich dahingerüflfte Mütter ע״ה geweiht sei. Prof. Dr. Max Eisler zugunsten des Knabenwaiserihauses in Bratislava. Das.uödh• vom Chasizam Szofer vor etwa hundert Jahren!gegründete jüdische Kjmbeniwaisenlhau'9 ״Jeruaham Jossaium“ ■in׳ Bratislavahat lin der Nachkriegszeit׳!um Bestrei- •taing sieime/s, Häufenden, Aufwandes schwer izu kämpfen.!Die Leitung des Vereines!hat infoligediessen׳!diie Heranziehung aller Schichten der jüdischen! Bewohnerschaft der Stadt!zur Unter- Stützung ■dlieseis, "Institutes beschlossen. Die Hilfsaktion wird mi!t einem Lieh tbildarvor trag!des allgemein bekannten׳ Forschers Herrn iUniversitätsiprofiessor Dr. Max Eiaier, Professor■ für Kumstgesdhichte an der iUmiivershiälfc Wien', eingeteiitet. Professor Bister, der erst vor einigen Tagen aus Holland׳ nach! Wien zurüokikehrte, hat sich! ,in ,selbstloser ׳Weise, ■betrat erklärt, sich ln dien Dienst des Wohltätigkeiitszweckes au -stellen. Professor Elster wird׳ a׳m 28. November 1926 abends um 6 Uhr •im großen Saafe des Mmiisterialgebäuidies über ״Jüdische Kunst“, :besonders über den weltberühmteri Maler ״Josef (Israels“ lim Holland, sprechen. Pelzwaren-Konfektion EN GROS _1121 ■ l6l$C11RldVlil EN DETAIL Samstag geschlossen! ELB 13 Samstag geschlossen uwi^wiBBwrimr-wiwwfTB . Georg Hirschfeld. Der Ma n n im iMor-ge ndl äm irrte r, Roman- (Verlag von Philipp Rechamn jun.,' Leipzig.) Es •ist ein •spannend geschriebenes Buch, dals man! nur ■schwer aus •der Band!legt•, Eiin! Roman aus politisch bewegten!Nachkriegszeiten, dessen Held ein Unpolitischer ist, der diese Welt des Hasses ,nicht ertragen kann und der datum einer!besseren Zukunft lebt und für lsi!e stirbt. Inhalt des R-omanes: Gabriel Vollandt. ein Großindustrieller, •der iri dem ererbten Betriebe seines Vaters seine schönen sozialen!Pläne verwirklichen will, stirbt inmitten seiner Arbeit von feiger Mörderhand. Walter Rathenau Briefe. 2 Bände. Carl Reißner Verlag, Dresden'.!Preis gidb. iM. 13. — Diese ,Briefe Walter Rathenauls sind •im höchsten׳ Grade Interessant und aufschlußreich _ und müssen geteen werden, will man das Innerste Wesen dieses großen, •Menschen!!erfassen. (In präzisier und!kurzer Form vermittete ׳sie einen ■tiefen Einblick jn die Art und Anschauungen Rathenaus u׳nd lassen den’ Menschen erkennen, der ־niemals selbstsüchtigen Zielen׳!zustrebte, sondern sich ■imrner und immer wieder mühte, Verw,irklidmmgm!ögl:ichkei׳t!en, für Ideen!zu finden, die dem deutschen Volke!zugute kommen. Rathenau, auch das läßt sich ,aus seinen 1Briefen feststel'len,, ■ist mit Leib und Seele Deutscher und dieses Deutschtum gilt •ihm mehr als alle Bande des Blutes, überwiegt somit auch seine Stellung zum Judentum. Es 1i&t ein ,gutes,;lesenswertes Buch, das jedem ernsten Leser empfohlen werden kann׳. Anatole -France: 1D ■a s 1L e b e n der heiligen Johanna. Einbanden,twurf von Rafaello ,Busoni. In Leinen gebunden mit Kasette iM. 12.60, broschiert M. 10. Die Gestalt der Jeanne d’,Arc geistert seit Jahrhunderten׳ durch die Literatur und man muß, bevor auf das vorliegende Werk eingegangen wird, an Anatole France denken, der dieser Gestalt zwanzig Jahre seines ,Lebens ,gewidmet hat. Mühevolle Jahre, in •denen der lächelnde Weise mit dem zersetzenden Skeptizismus diese Gestallt aus den feuchten Nebeln der Geschichte Iber vornüber te. Anatole France erstrebte bei diesem Werk größte Einfachheit und so wart man auch bei• Erscheinen der ,Heiligen lohanna“ sehr erstaunt, als die wissenschaftliche Welt sich ihrer!Angriffspunkte beraubt sah. Man hatte nämlich eme nach großen Vorbildern geistreich gewürzte Zote erwartet Dr. Ludwig Lieben gew. Chefarzt und Assistent in Prag, ordiniert in Preßbürg, Franziskanerplatz 8, Telephon 3188. und mußte nun einer klaren׳ Vernunft folgen, die mit gewohnter Grazie •der Formgebung Legenden •und fanatisches Dunkel durchlichtete. Anatole France schreibt sein Werk beinahe in der Form eines Romanes. Das Leben eines Hirtenmädchens läßt er dem!Leser mit der ganzen Not eines Volkes erstehen, das selbst nichts kannte, als die kleinen Sorgen1 und Freuden des Lebens in der Angst vor •den Herren. Ein Volk ohne große, eigene Ideale, allen Wundern ausgeliefert. Johanna befangen in ihrer ewigen Kidhneit, im Zwiegespräch mit ihren Stimmen ,und in den Fängen kluger, geistlicher, weit wissender Lenker. Man wußte aus Leben und Literatur bei Anatole France von seiner großen Liebe zu mittelalterlichen׳ Dingen. ,Das Leben der heiligen Johanna“ ist der Spiegel der Leidenschaft eines großen Dichters. Der Verlag hat dem Werk nicht nur durch!Rafaello Busoni eine schöne, sondern auch verständig durchfühlte Ausstattung auf den Weg gegöben. A TEITI ED KÜRSCHNERMEISTER ■ TBllkCK II., Schmelzgasse 6 Pelzwaren Jeder Art - Prima Ausführung Solide Prolta - Samstag und Isr. Tel. 75-801 Feiertage gesperrt Tel. 75-801 בשר Fleisch u. Geflügel unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul). Se chwaren aus der Fabrik Oabriel Fischer wie sämtliche Weine und Spezereiwaren כשר• M. Bclx£rllttfr, Wien, IX, Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon 11-6-83. — Jede Bestellung wird telephonisch entgegengenommen und sofort ins Haus gugestellt. Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Personalien. Oberrablnner Dr. Akiba Fischer, Kuhnszemiklos וצ״ל Bim Fall vom unvargteicMidhe-r Traglik vereint dlte ganze unganlsiche Orthodoxie ■in• -einer eüniziügen großen Trauiergemetedie. Der Oberrabiblner von Kunszentmiklos, Dr. Akiba Fischer, ist im blühendem Alter von nicht •ganz 28 Jahren dahingerafft worden. Eine scheinbar harmlose Zahnerkrankung führte!zu unvorhergesehenen Komplikationen und •nach acht qualvollen IKrankheitstagen war ein Menschenleben! geknickt, das!zu ,so Großem berufen• war . . . Der Verblichene 1צ״ל stammte •aus eine: berühmten GetehrfemfamliiLie. Als Enkel des ״Damesek Elieser“ •und!Sahn des Gyönker ,Oberrabbiners, Rabbi Amram Fischer ןצ״ל. der ihm vor ׳ungefähr einem Jahre im Tod vorangegangen war, erregte er schon im zarten Kfindesalter durah seine außergewöhnliche Begabung allgemeine? Aufsehen und auch an der Preßburger Jeschiwa, an der er vtele Jahre!lernte, war er Gegenstand der Bewunderung. Sein nimmermüder Fleiß — er wurde allgemein unter Anspielung •auf seine tägliche Lernzeit der neunzehnstiindEge Bocher ׳genannt — vereint mit grenzenloser Bescheidenheit,!sein scharfer Gellst, gepaart mit tief- ,inniger Frömmigkeit, ließen seinen Ruf schon frühzeitig in -die Welt drängen. Im Alter von kaum 23 Jahren erwählte ihn die!Gemeinde Kunszentmiklos und!Umgebung ®u ihrem Führer. Was der junge Raw hier!geleistet hat, wie er •In einer Gemeinde. die bis dahte noch nie einen orthodoxen׳ Rabbiner zum Führer gehabt hatte, in!unermüdlicher Arlbeiit echt ijüfdisohes Thorateben zur ,Blüte brachte, das legt von der gottgesegneten Tätigkeit!des Verblichenen unvergängliches Zeugnis ab. Unter riesiger Beteiligung fand Montag den 15. d. in Gyönk die Bestattung an der Seite »eines Vaters statt. Die Gemeinde des Verblichenen und die angeschlossenen Gemeinden Fülöpzallas, Szabadszallas, Dömsöd, Opostag u. v. a., die gesamte jüdische und nichtjüdische Bevölkerung von Gyönk und diie Vertreter alter Behörden gaben dem Heimgegangenen da<j letzte Geleite. Der Präsident der Gemeinde Gyönk, Engel, sprach als erster erschütternde Worte des Abschiedes. Nach Üim sprach im Namen der!Gemeiinde Kunszenfmklös Präsident Schwarz, der mit tränenerstickter Stimme den Verlust der Gemeiinde beklagte. Er schilderte mit einfachen, aber um so eindringlicheren Warten was unter dem Einfluß dieses Zadik aus seiner Heirat -geworden war und