Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 34 (20.8.1926)
- Date
- 1926-08-20
- Page
- Seite 237 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion u. Administration! Wien, 11.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. grtcheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, mr Nachrichten Montag. Abonnementßpreise: Ganzjährig: Für Oesterreich $12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40t das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlaagen für Oesterreich: PostsparkassenamtWien, Kont« Rr. 13.458; für Polen: Postspärkässenamt Warschau, Konto Nr# 190.409:; für Ungarn» Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für •Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Praf, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko, N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 : .. Mr. 34 12. Jahrg. Chronik der Woche■ Amerikareise von Oberrabbiner Schapira. Warschau (AJPB.) Der Präsident der polnischen Landes- Organisation der Agudas Jisroel, Sejmdeputierter Oberrabbiner Meier Schapira, begibt sich diese Woche nach Amerika, um dort für die Interessen des Keren Hathora im allgemeinen und der Lubliner Jeschiwah im besonderen eine Werbearbeit zu entfalten. In seiner Begleitung fährt auch der Vizepräsident der Lubliner Gemeinde, ,Ehren- Sekretär des Baukomitees, ־ Herr Eisenberg. Aus Anlaß der Abreise von Oberrabbiner Schapira veröffentlichen die großen jüdischen Tageszeitungen Interviews mit diesem populären Führer des orthodoxen Judentums in Polen. Herr Oberrabbiner Schapira schildert in diesen Interviews die Notwendigkeit, die die Führer der polnischen Orthodoxie bewogen haben, trotz der schweren Finanzkrise das begonnene Werk der Lubliner Jeschiwah weiter fortzusetzen. Das polnische Judentum benötigt nach wie vor, eine große zentrale Thoralehranstalt, wie. sie in Lublin entstehen soll. Die Not der großen Jeschiwoth erfordert! dringend größere Hilfsmaßnahmen seitens der amerikanisehen Juden. Rabbi Meier Don Plotzki verbleibt nicht dauernd in Amerika. New York. (AJPB.) Rabbi Meier Don Plotzki bittet in einem speziellen Telegramm die Redaktion des Warschauer ״Jud“ zu veröffentlichen, daß die Gerüchte, als ob er sich dauernd in Amerika niederlassenj wolle, den Tatsachen nicht entsprechen. Er hat den Vorsitz des Rabbinischen Rates in Amerika nur auf die Dauer seines. Aufenthaltes dortselbst übernommen. Eine Jeschiwah in der Schweiz. Z ii r i c h. (AJPB.) Bekanntlich wurde anläßlich der letzten Tagung der schweizerischen Agudas Jisroel-Jugendgruppe beschlossen, eine Jeschiwah in der Schweiz zu gründen. Herr Elias! Sternbruch in St. Gallen beschäftigt sich mit diesem Jeschiwahprojekt in einigen Aufsätzen* die im israelitischen! Wochenblatt für die Schweiz erschienen sind. Dieser Artikelserie entnehmen wir folgende Zeilen, die auf all-! gemeines Interesse Anspruch erheben dürfen : ״Durch ein entgegenkommendes Anerbieten von Herrn E. Botschko (Montreux) war ich in der glücklichen Lage, die praktische Ausführung der Jeschiwahidee darzutun; die anwesenden Rabbiner, der Schweiz . haben dieses Kultur•* werk an der Jagend enthusiastisch begrüßt, in einer bald darauf stattgefundenen Sondersitzung besprochen und die Realisierung innerhalb dreier Monate beschlossen. ׳ Die bereits in Angriff genommenen Vorarbeiten lassen darauf schließen, daß Montreux der geeignetste Platz• für die Errichtung einer Jeschiwah ist. Abgesehen, daß uns dort durch das bereits erwähnte Anerbieten, wie auch durch ein weiteres seitens der Gemeinde in Vevey große yorteile geboten wrerden, verdient der besonders günstige Umstand hervorgehoben zu werden, daß Montreux einerseits durch seine ruhige Lage und andererseits durch seine klimatische Beschaffenheit als idealer Luftkurort für die Errichtung einer Jeschiwah ganz besonders qualifiziert ist. Diesen Vorzügen kommt erhöhte Bedeutung zu, wenn man ermißt, wieviel Jünglinge auf Hochschulen erkranken, weil sie bei ihrer anstrengenden geistigen Beschäfti■« gung die Höhenluft entbehren müssen. Gemäß dem von Herrn Botschko entworfenen Plan würden vorerst fünf schweizerische und• fünf ausländische Jünglinge unentgeltlich Aufnahme finden/‘ Ferienkurs für die Reth Jakob-Lehrerinnen in Polen. Krakau. (AJPB.) Sonntag, den 21. August, beginnt in Jordanow bei Krakau der diesjährige Fortbildungskurs! für die Beth Jakob-Lehrerinnen in Polen. Der Kursus dauert sechs Wochen, ln der Liste der Kurslehrerinnen befinden sich auch einige orthodoxe Lehrkräfte aus Westeuropa. Ferienkurs des Keren Hathora in Holland. Amsterdam. (AJPB.) Das Keren Hathora Kommissariar hat für junge Leute, die während der Hauptferien dem Thora- Studium obliegen wollen, an zwei Stellen des Landes( Ferienkurse eingerichtet. Die Kurse sind gut besucht. Die Landesverwaltung des englischen Keren Hathora. London; (AJPB.) Die Landesverwaltung des Keren Hathora in England hat sich, konstituiert. In die Exekutive wurden gewählt: Rabbiner Kirschner, M. Presser, W. Schiff, Josef Weil, H. A. Goodman!!, N. Frost und Preßmann, Gegen den Wucher mjt Esroglm. W i׳ e n. (AJ1PB.) Bel maßgeibe:njdqn׳ mabibWsdien!Kreisen vetrschfeener!Länder sind׳ wiederum erregte 1Bes׳ül11we!rclen. einigeteyifen1,.!die׳, von! ainiwiürdii- Ken Machenschaften tnandrer iBs.rqgimhändlkr be!ric!11׳ten, um d!ie;Preise ,für!Bs;rogim in die ifciöhe!zu, ׳treiben. Fallfe, wiederum Wuärerprefee van den (Händlern festgesetzt ׳werden! — es., Zu Rosch-Haschanah wünschen Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Kunden, Gästen u. Bekannten כתיבה וחתימה טובה in der 99 Jüdischen Presse <1 Sie ersparen Mühe, Porto und Zeitaufwand! t Das Inserat laut nebenstehendem Muster kostet einschliesslich aller Steuern nur S 5«י־י resp. KC 25■— Wolf Pappenheim II., Kleine Plarrgasse Nr. 1 Bestellungen sind zu richten: Für die Slowakei an die Adresse: , ,Jüdische Presse“, Bratislava, Turnerg. 14 Für W.ien: ״Jüdische Presse“, Wien, II., Leopoldsg. 26 ♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦ס♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ soilllcn zu diesem Zwecke ungeheure Mengen von• 1Esrogim im Meere ve!•!senkt worden sein —•!planen die Rabbiner ein a!!1!!- gern eines;Kaufverbot .au, erlassen, ...... Der ״Dwinsker Gäon“ זצ״ל gestorben. In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend, 12 Uhr ö Minuten, verstarb in Riga der weltberühmte Gaon und Raw von Dünaburg (Dwinsk), Rabbi Meir Simche Kaz, nach kurzer Krankheit. Der ״Dwirisker Gaon“ war eine verehrte Gestalt innerhalb der orthodoxen Judenheit und eine Autorität in der rabbinischen Gelehrtenwelf. In den liriegsjahren verließ er Dünaburg, da die Stadt als Festung im Brennpunkt der militärischen Kämpfe lag, und nahm Aufenthalt in Petersburg, jetzt Leningrad. Erst vor einem Jahre wurde ihm die Möglichkeit gegeben, zu seiner Gemeinde in Dünaburg zurückzukehren, von der er mit großer Freude und mit Enthusiasmus empfangen worden war. Am Sonntag den 5. EIul wurden die sterblichen Ueberreste des Rabbi nach Dünaburg geführt und dort zu Grabe getragen. Der Bestattung wohnten alle lettländischen Rabbiner, Vertreter der jüdischen Gemeinden in ganz Lettland sowie fast die gesamte jüdische Bevölkerung von Dünaburg bei. Den ganzen Tag über waren die jüdischen Geschäftsläden in Dünaburg geschlossen. * iRa'bbi ׳Meir Simcha Katz ist ׳im Jahre 1845 im litauischen Städtchen Baltermanz geboren, stand also ׳im 81. Lebensjahre. •Er war ein Zögling der berühmten Jeschi־ wah •von Slobodka und ging von dort als!Rabbiner nach• iBialystok, dann nach Diinaburg ׳(Dwtinsk), wo er 39 Jahre lang das Rabb.ineramt bekleidete. ,Er galt als eine!der großten Autoritäten der rabbinischen Welt; seine Werke ge-!ließen in der gesamten jüdischen Orthodoxie höchste Wertung, ׳insbesondere sein Wenk ״Ur Simcha“ und sein letztes vierbändiges Wenk ״Meschech Chochmah“, von welchem nur der erste und zweite Band erschienen!waren. Die beiden letzten!Bände hat Rabbi Meir Simcha ■noch in seinen letzten!Lebenstagen zum Druck vorbereitet. Der ״Lomzaer Rebbe“, Rabbi Zewi Morgenstern, gest.Qrben.!Dieser Tage verstarb, •im. Warschau! der Rabbiner von Lomza, Rabbi •Zewi Morgenstern. Der Verstorbene,, ajs der ״Lomzaer Rebbe“ in der gesamten chassidischen Welt verehrt, war ein Abkömmling des berühmten ״Kozkcr Rebbe“. Er stand! im 75. Lebensjahre. Er wunde unter großer Beteiligung von Rabbinern und . Gelehrten am. Sonntag, den 5. Elul, in Warschau zu Grabe getragen. London. Sonntag, den 5. Elul, fand in der Machsike! Hadaßi-Synagoge eine von der Agudas Jisroel-Ortsgruppe in, London veranstaltete Trauerfeier nach Rabbiner Dr. Salomon Breuer s. A. Frankfurt• und; nach Rabbiner Hijlel K!eins. A. New York statt, bei welcher Gelegenheit Rabbi Schimon S k o p (Grodno), Rabbi Ch. F e rb e r (London) und Rabbi׳ Dr. Winkler (Kopenhagen)• Hespedim hielten. Die Trauerveranstaltung hat einen überaus imposanten und eindrucksvollen Verlauf genqmth.en. . . * Der Völkerbund und Palästina. Der Bericht der Mandatskommission an den Völkerbundrat und an die Vollversammlung des Völkerbu ndes. Genf, 13. August. (JTA.) Soeben ist der Bericht der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes über ihre im Juni 1926 abgehaltene neunte Session zur Verteilung an die Teilnehmer de'r Vollversammlung des1 Völkerbundes, die zu Beginn des Septembers in Genl eröffnet wird, gelangt. Einen sehr größen Raum in dem Bericht nehmen die Feststellungen bezüglich Palästinas ein. Der Grundtön dieser Feststellung ist ein Ausdruck der Z u f r i e d e nheit mit der Politik der Ma 11 d a tsr'egi e r ung. Mit Bezug auf die zionistischen Memoranden Wird bemerkt, obwohl anerkannt wird, daß die Juden berechtigt sind, auf der im Palästinamandat vorgesehenen Förde-' rung des Nationalheims zu bestehen, die Mandatsmacht dennoch k 111־ g daran getan hat, die Vorgänge nicht zu überstürzen, sondern, es zu versuchen, ernste Konflikte zwischen den beiden Teilender Bevölkerung zu vermeiden. s Es muß in Betracht gezogen werden, sagt Herr Freire. d’Andrade, der Berichterstatter über die Petition des Waad Leumi, daß die Mandatsmacht bei der Aufrichtung des jüdischen Heimes in Palästina mit sehj ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, die in der Opposition der großen Majorität der arabischen Bevölkerung ihre Ursachen hatten, und daß sie mit sehr viel Takt und Vernunft gewisse Resultate erreichte, ohne ihre Zuflucht zu strengen Maßnahmen zu nehmen, die vielleicht dazu angetan gewesen wären, das Land mit Blu| und Trümmern zu bedecken. In , der Verwaltung Palä■! stinas sind sehr große Fortschritte erzielt worden, , die Wohlfahrt des Landes , ist . sicherlich gesteigertל worden. Die Opposition der großen, Majorität der Bevölkerung■ gegen die Aufrichtung eines jüdischen Heims ist abjgeschwächt, so daß man hoffen darf, daß die Aussichten* einer Verständigung zum Nutzen aller Interessenten jetzt viel günstiger liegen. Die Agudas Jisroel und die jüdische Gemeinde- Ordnung. Den!Bericht über das Memorandum der Agudas. Jisroel erstattete Frau A. Wicksell. Sie führte aus: Es ,ist für!die permanente Mandatskommission solange unmöglich, ein Urteil darüber abzugeiben, ab der Waad Hair Aschkenazi und die Agudas Jisroel in ,ihren Klagen Im Rechte sind, als bis die einzelnen Vorschriften, betreffend die jüdische Gemeinschaft, veröffentlicht und der Kommission, vorgelegt worden sind. Bis!jetzt wissen wirnicht, ,welche Macht hierin den zentralen und den munizipalen Autoritäten der ׳verschiedenen religiösen Gemein.- schäften gegeben wird,!bis zu welchem Grad, wenn über-! bampt, es ihnen erlaubt sein wird, sich eigene ,Gesetze zu׳; geben. Die nsclikenäzische ׳Gemeinde!protestiert gegen die bloße Tatsache, daß eine Organisation geschaffen!wird, •iu; der Frauen Stimmrecht haben!und wo öffentliche Zcrtifikate '1von* Autoritäten ausgegeben, ׳werden,, z u d e r s i e kein Vertrauen haben ■könne. Es ist die!Pflicht; t der iMandatsmachl und der permanente n? M. a n d a t s k ö ni m i s s i 0 u, all e n •E i ti w o 11 •n e r n P at- 1 & s 11 •n a s vollständige G ewisse 11 sf r e i h e i t zu. sichern, ebenso auch die fr e :i e U e b u mg ׳jeder Form des Gottes di enstes, insofern sie d er Auf r ■e c 111 e r h a 1111 n g öffentlicher Ordnung und Moral nicht widerstrebt. In Angelegenheit des Familiengesetzes zum Bei׳• spiel herrscht große Meinungsverschiedenheit zwischen den׳ streng orthodoxen Juden und dem . fortschrittlicheren- Element. Wenn in diesem Belange der Gemeinde gesetzgeberische Macht verliehen ist׳, so darf der st re n g׳ orthodoxe Teil mindestens ebenso viel) Fre’iheit verlangen, sein innercs.Leb!e111 1 n; Palästina selbst zu regeln, wie sie ihm in; E n g 1 a ii d z u g e b i 11 i g t w i r d. Unter den ganz besonderen Umständen, die in Palästina herrschen, kann«, es nötig werden, zu einer so ungewöhnlichen und vielleicht} sogar gefährlichen Maßnahme; zu greifen; Wie sie־ die Schaffung religiöser Staaten im .Staate darstellt. Das Problem ist ein - außerordentlich schweres, und zwar sowohl was die jüdische Gemeinschaft; als •auch . christliche Gemeinschaft betrifft, die noch weit mehr int Sekten zersplittert ist, als die Juden. Die Mandats!•׳ kommission nimmt das Memorandum zur Kenntnis und! wird auf die Angelegenheit zurückkommen, sobald die: v.qrgeschlagenen Regelungen ihr vorliegen werden. t r a g e n j e t 2 t mit V׳ o r 1 i c & e berühmte tvvl dte ge^bro^ckvQjl und vQrp£fcm,;>ieleicht duu Trägst* uni Erisimn, sind Eine solche Bubi-Perücke kostet, je nach Ausführung S lOOfi— bis S>160■—* Moderne Transformatione^ mit naturgetreuem Scheit?!' von־ S; 604— bis ״״•90 *־■ Transformationen׳ ohne Scheitelstrich von S $0•--,bis! $,704־*־־ Das Reinigen« Wasserfrisleren sowie Reparieren aller Perücken Wird öbernQmtnen uad sqrgfältigst ausgefühit, auch dann, wenn diese nicht bei uns erzeugt worden sind Othmar Schiff, Wien, I. Kiirntnßrflnj6 ׳ Gegenüber dem JHjfctej;,, Bristol“ Telephon Nri 51>302־׳» Verlangen Sie dlfe feostenlöse Zusendung unseres Katalogs« 1! **-Wollen Sie *fälligst bei Bestellungen' den Vornamen Othmar un<|di& geoau beosMen!!. 740514