Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 25 (18.6.1926)
- Date
- 1926-06-18
- Page
- Seite 186 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 186 JÜDISCHE PRESSE Nr. 25 Bcr etwa ״och übrige Tefl des Einkommens musste von der Schechita bestritten werden, so dass auch das Verhältnis zwischen dem Rabbiner und den Funktionären der Schechita überall ein ungetrübtes war. An eine Versorgung der Hinterbliebenen, an eine Pensionsberechtigung1 im Dienste ergrauter Männer war nicht zu denken. Das Schulwesen wurde in allerseltensten Fällen von den Ge* meinden getragen, seine Führung und Betreuung war viel* mehr privater Initiative überlassen. Es wäre leicht, bei oberflächlicher Beurteilung zu sagen, das Schulwesen hat«? im Argen gelegen, aber der ehrliche Kritiker muss sagen, cs ist und bleibt bewundernswert, was die Privaten alles geschaffen und erhalten hatten. Durch die damals schon stark einsetzende Teuerung der Lebenshaltung war auch das Gebilde der Cliederschulen der Gefahr des Unter* ganges ausgesetzt. Die führenden Persönlichkeiten setzten damals auf die deutsche Orthodoxie die Hoffnung, dass sie vor allen Dingen die Konservierung des Schulwesens ihnen bringen würde. *Nur schwer erschlossen sie sich der Einsicht, dass angesichts der vollkommenen Um* Stellung aller Verhältnisse eine dauernde Sanierung durch eine anderweitige Organisation der Gemeinde und des Gemeindewesens in die Wege geleitet werden könnte. Das ist ungefähr das Bild vom Zustand und der Hoffnung, das sich mir in der ganzen Gemeinschaft darbot״ Doch dieses Bild wäre nicht vollkommen, wenn nicht auch die anderen jüdischen Kreise kurz geschildert würden. Da wären zunächst die Assimilatorcn, welche das Heft der Gemeinde in Händen hatten; sie sind nicht ganz zu vergleichen, etwa mit den Mitgliedern der Union; in Oesterreich oder des Zentralvereines deutscher Staats-1 bürger jüdischen Glaubens in Deutschland; denn in dem logischen Kampf dieser assimilatorischen Kreise lebte die Ueberzeugung, dass, wenn beispielsweise das Interesse Polens es fordern würde, dass man die Religion aufgäbe,' das heisst also, dass man nur Pole sein könne, wenn man! gleichzeitig Katholik wäre, so müsse man unbedingt die jüdische Religion äulgeben. Wieviele jüdische Seelen dieser Meinung, zum Opfer gefallen waren, ist ganz uniiberseh* bar. Von den führenden Familien standen die meisten unmittelbar vor der Taufe. Es muss aber auch der Wahrheit wegen hervorgehoben werden, dass es manche assimilatorische Kreise gab, die sich für alle jüdischen Fragen lebhaft interessierten und dafür Opfer zu bringen bereit waren 41311c]׳!die' Tiaarfe Murer Kinder als ein Unglück empfanden, jedoch legten die meisten Assimilatorcn der Orthodoxie gegenüber eine unverhüllte Verachtung zutage. Sie begründeten dies mit der ״kulturellen Rückständigkeit“ der orthodoxen Kreise. Dieser Verachtung seitens . der Assimilatoren stellte sich der Hass seitens der Zionisten, deren Tätigkeit in Polen zumeist sich auf kulturkämpfcrischem Gebiet bewegte. Jüdisches Leben in Holland. Von unserom B. R. Korirespomdienten ׳in den Haag. Siehe ׳Nr. 31—20׳ der ״Jüdischen Presse“. עבודה Gleichwie es keine neologen Rabbiner i!n Holland gibt, findet mna!a!u011 keine noologen Synagogen oder, wie mau liier sagt. ״Schulen“; das •Wort ״ ־Tempel“ wird .gemieden wegen seines ]•ibe׳ra׳k׳n Bei-!und. Nachgeschmackes, alle ״Schulen“ sind hier ״כשר״ . Alles, Jung und Alt. betet mit aufgerolltem טלית, eine .,Hoch-Kediusoha“ «ad! neologem Muster ist gänzlich mnbekatiint, von Orgel, gemischtem oder gar Damenchor ■nicht <m reden. Während das G-tfesdienstes herrscht die gulsste Ordiniaing imd tiefste Ruilte. ״geschmust“ wird fast (gar nicht; selten kommt es vor. dass!jemand die Schul'vor Schluss d.s G-ttesdiemstes verlast oder auch mir den טלית ablegt. Was die 'Gebeesondiuiiiig und den Wortlaut ׳der!Gebete׳ betrifit, ist hier der ״!deutsche Ritus“ maissgeibcud,!der ■in bezug auf Piutim, Schieboth, Kinoth Abweichungen vom ׳ungurisch-po,lnischen Ritus umiweist. So. um nur einiges anzuiühren. wird auch hier ״ '1□ כפור ק׳gemacht“, aber mir für .diejenigen, die fasten, und die Fastenden beten dann mit ״״ טליתd ]תפלי Der Schluss des Gebetes ist gleich dar ליחה□ von ע׳ ר׳ השנה und nach ש׳ עשרי wird אבנו מלכנו gesagt. Am תשעה באב werden die ersten 20 לן י נ י ת abwechselnd vom ׳Oberkautor und dem 1. Kantor neizitieTt, die übrigen ׳unter den Angestellten der Gemeinde verteilt, kn 1H1111!wiihd שופר geblasen, aber nicht!11u.r am Morgen, sondern au011 am Abend. Am כפיר wird kein ונתנה תוקף gesagt und die .שמות werden von der ganzen Gemeind mit dem טליתים (über den Köpfen — ein furchtbarer Augenblick — nach ■der vom Kantor angegebenen Weise״ ׳nacilugösagt“. Die Tage der □שלש רגלי , au denen מוכיר נשמות stattündet, heissen מתנת י ר u׳n׳d um an diesen wird in den מי שברן ליעלה die Worte יזכהו לעלת הרגל eiageschoben und die סרשה wird im נכין van den ומ׳ נ׳ gesungen u. a. m. Die נגינים und נגינות für קריאת ההורה die הפטרות, die ׳ איכהSind die allgemein übMieji und daneben gibt e׳s auch echt holländische; doch wieriden ■auch die ungarisch-,polnischen gerne gehört und!wir haben gegenwärtig in Holland '׳drei Oborkaiitoren — Den Haag, Arniheim. Amsterdam — vom Osten. Nebenbei gesagt, ist die Steile des Ober- Kantors die einzige, die auch von einem Nidifholländer bekleidet werden kann. ׳Man verlangt von ihnen, abgesehen davon, dasb ידעי ספר, יראי שמים sein müssen —, dass sie •so.bald als möglich kirnen und sich gewöhnen-, das hoprätsche Wort richtig zu!betonen,!worauf liieT schon bei!den Kindern grosses Gew.cht gelegt wird. ,Und es ist eigentlich setbstverstäadüch. dass man bei der hebräischen Sprache, der Sprache unserer 1 hora, der Propheten, der;hebräischen Dichter und Denker. ^da3J>2aC1tneL Agudas-Jisroel-Jugendgruppe, Wien, II., Flossgasse 1. Einladung r ב zu dem אי״ה Mittwoch 23) י״א תמה. Juni) 11!m dre',vierte! 8 Uhr statrf.'irJenden סיום על מס׳ כתרבות Karten!zu haben im Lokale der Agudas-Jisroel-Jugemdgruppe, 11״ Flossgasse 1, sowie bei den Herren Leopold •Läwy und N. Diekmann. womit sich die בעל הטעמים so abgenaih‘ und was sie •nach jahrelanger Arbeit festgesetzt haben und wodurch die Sprache so;klang- und ausdrucksvoll, gleichsam im Versmass geschrieben, dem Zuhörer erklingt. Dass der בעל קורא sich alle Miihe gibt, die נגינה במקומה zu lesen, braucht nicht erst gesagt zu werden, und es herrscht ׳während der קריאת התורה ■lautlose Stille, so dass auch der geringste Fehler bemerkt!wird,!denn, hier kann ,fast ■jeder Jude ״leinen“ und ausserdem steht beim ספר der Oberrabbiner selbst. Aber auch sonst, wann und ■wo immer man auch betet oder lernt, werden die Regeln der Betonung amfsgenaueste eingtahaken. Eine Spezialität der Gemeinden In ,den!Haag ist es. dass hier an jedfcm ש ב ת bei dem מוסף G-ttesdlenste ברכת הכהנים stattfindet, während am טוב DT sowohl!bei שחרית als auch bei ״ מוסףgeduohen׳;“ wird. ״Mohelflm“ gibt es hier nur solche, die die לשם שמים ausiiiben und hier ■in den Haag ist eiti Herr Winkler, der bald sein 4000״“ Kind ממלל sein wird. Die אבליני werden hier bei קבלת שבח von dem ״Vorsclnil“ mit den ט ל י ת י ם über den Köpfen in die׳ Syuagoge geführt und bei ,der «rossen Anzahl von אבלים רחמי ל׳ besteht für die Kadisdi^Sager ein Turnus, ®m Flauste der אבלים wird durch ganz שלשים ,«eiernt“, d. h. der Lehrer der :Gemeinde trägt aus einem מוסר ספר vor und übersetzt es. Demjenigen, der Jahrzeit hat. wird עד ביאת הגואל gewünscht. Alles in allem: es herrscht hier eine echte, jüdische עבודה im Sinne ׳der תורה. 000| Vom Tage0©®] ״ Amerikanische Merkwürdigkeiten• Die ״Jüdische Presse“ hat über die Stellungnahme der jüdisch-zionistischen Presse in Amerika ,während, der Anwesenheit _europäischer agudistischer Führer im Lande der unbeschränkten Möglichkeiten des öfteren berichtet. Diese grosse Presse war der Aguda ausgesprochen!feindlich!gesinnt. Die Furcht dass die agtidiistischen Führer die thoratreuen Massen um die Thora scharen und ihre!finanzielle Leistungsfähigkeit thoraförderndeu Organisationen und einem Palästinafonds zuführen könnten, der auussoliliesslich im Geiste dqr Thora und Tradition• den Aufbau Brez Jisroels fördern ׳will, hat ■sie ׳zu einer Schreibweise verleitet,!die für Menschen!mit normalem Verstand geradezu •unfassbar war. Da nun nach!Herrn Jakob Rosenheim auch •H-crr Dr. Ehrmann Amerika verlässt, geben die grossen amerikanisch-jüdischen Zeitungen auch, vernünftigen Erwägungen Raum, und ,so wurde nun idem palästinensischen Korrespondenten eines der grössten amerikanischen Tages- Zeitungen ״Der Tag“ Raum zu einen! Artikel gewährt, der zumindest sich bemüht, objektiv über die Aguda zu urteilen. S.!Pc i r.us c h k i n heisst dieser Korrespondent, der •in der letzten Montagnintimer des obgenanuten Blattes einen längeren ArtikeLgesclirieben, :in welchem ■er die meisten Beschuldigungen gegen die Aguda •widerlegt. Diese Anklagen waren ׳in der amerikanischen Presse erschienen und von berufsmässigen Joumalliisten als ״Briefe aus!dem Volke“ geschrieben worden. Zunächst, schreibt! Pctfuscblvin, muss ich auseinandersetzen, dass viele falsche Berichte in den jüdischen Zeitungen über das Werk der Aguda erschienen sind. Er geht dann über zur Sache des Rabbi S. Sadowsky. der geschrieben batte, dass Bruder SchSffmann Wien, li., Taborstrasse 48 Warenhauses M^.1,h11׳-m- Telephon 47-179־ Unerreicht billige Kaufgelegenheit I Nachstehend einige Beispiele: Waschwaren Schilling Blaudruok.. . ..per Meter —.98 Cotton de Lene. . ■ ״ * I 25 Wa80h*Kreton. .. 25•' מ Jaokenfutter..2.10 « ״ Etamlne, 115 cm breit.. - •■2. 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Im Gegenteil erinnert der Korrespondent an einen Fall, wo!die Aguda ihr Depot von 100D Pfund für!Land verilor. als sich später hcrausstellte, dass dieser Boden bereits vorher von dem ״Hacbscberetli Flajisclmw“ gekauft worden war. Bezüglich ider Organisation •der jüdischen Kd1ilU1.lt In Erez Israel gewährt der Schreiber der Aguda volles Recht für ih׳rc Forderungen nach einer beosndereti religiösen Kehe 11 ah. Er ■setzt auseinander, dass nach dem Majoritätsprinzlp •in der Ketliiali die genauen orthodoxen Juden, die gemäss den pehiliclien' Vorschriften der Thora lieben, durch Steuern und anderweitig zur Erhaltung von Institutionen beitragen müssten, welche nicht entsprechend dem Schulchan Antich und dem traditio-. Helfen .Gesetz geführt wenden — eine Sache, owäehc , kein frommer Jude begreifen kann. > ' £ Konstituierende Generalversammlung des Vereines Hisachdus Jereim. Sonntag den L Tairmis fand die konsbituieren-de. Generalversammlung , des Vereines iHisachdais Jereim, Organisation der ihoratreuen Osfjuden in Wien, statt,’ über deren Bedeutung die ״Jüdische Presse“ bereits vor 'ekligert Wochen Stellung (genommen hat. Die konstituierende General־; Versammlung vollzog sich .im Turnsaale der Talmud-Thora•; Schule, Mategasse lb. un.er überaus, fast ungewohnt grosser Beteiligung.!lieber ,dreihundert der!nugeseihenisieii Wiener thoratreuen •Os'tjuden!nahmen an der VL'rsammhmg teil. In Vertretung des Vorstandes der israelitischen Kultusgetneinide;erschien Vizepräsident Dr. Jakob O ro stehn.!Den Vorsitz führte Herr Samuel Nisse ab au m, der in einer kurzen!programmatischen Ansprache, in weicher er die Richtlinien• der künftigen Tätigkeit des Vereines zog, die Versammlung eröffnete und die zahlreich erschienenen Teilnehmer, besonders aber die Vertreter der israelitischen Kul Insgemein de, herzl'icllist bbgrüsste. Die Vereinigung soll niemandem zürn Leide, a!11 s s eih i!i e s s 1 i c :11 für Chisatk Ha das 1111 t.e r den in Wien! lebenden Ostjuden arbeiten. Herr M. Hornstein hielt darauf ein grosses Referat, in welchem er die geistigen Strömungen der Gegenwart und die Stellung der Ostijuden zu denselben •in me:ist׳erha1ft!e׳r Klarheit besprach. Die Osbjuiden können ihre Eigenart in den europäischen. Gross- Städten nur dann erhalten, falls sie die Tlhora und die Irad'iiion mit Ausschaltung aller moderner, zur Assimilation füll!- render Strömungen, zu denen er auch den junigjiidisclhen Nationaiismus zählte, als Orga1n1i׳satio11sgru!nd!Iaee annehmen. Nach den beifällig au1fgenom!rnenen AwsJfuhrumgen nahm Vi>x!epräsldetit Dr. Jakob O r n s t e i a das Wort. Es war ein seltenes׳ Viergniigen, Vizepräsidenten Dr. Jakob Omsieim ■in einer ostjüdisehen Versammlung sprechen zu hören. ,Es muss gesagt werden, dass er sehr baid ■den Weg nicht nur zu den Oi1!׳en, sondern auch zu ׳den Herzen seiner Zuhörer fand. Dr. Ornstcin betonte, dass •nur ein .religiös orientiertes Judentum die jüdische Vergangenheit repräsentiert und auf die jüdische Zukunft, hotten darf. Wir sind ein Volk — aber G-ftes!volk. Ein jüdischer Nationalislus ohne Religion ist ■eine unmögliche Konstruktion, die .nicht lebensfähig ist. Die Ansprache Dr. 0׳raste 113 löste einen rauschenden B-.iiiu!! aus. Nuchaem noch einige Anwesendeaktuelle Fragen d׳e!s Verbandes erörtert hatten, wurde ein Vor- Stand, bestehend aus 36 Mitglieder!], gewülih. AVIS. In den! von Alfred von Baldas. Verlag Ludwig Vido, herausgegebenen Führer durch die Stadt Wien werden auf Seite 57 orthodoxe Restaurants unter Aufsicht der Adas JIsrael aufgezählt. Diese Mitteilung ist völlig ialsch. Zur Ver- Hütung von Irreführungen wird bekanntgegeben, dass von den dort aufgezählten Restaurants kein einziges der Aufsicht des Rabbinats der Adas Jisroel untersteht. Im Interesse aller, die rituelle Restaurants aufsuchen, ist es erwünscht, diese Richtig- Stellung möglichst rasch weiter zu verbreiten. Aufruf. Einem allgemein empfundenen Bedürfnis Reellnung ׳tragend, wird noch fiir diesen Sommer .׳die •Errichtung eines ״Ferienheims“ fiir jüdische Kinder des Mittelstandes ge- •plant, das in bezug auf Kaschruth!nach streng jüdischen Vor- Schriften, in bezug auf Hygiene, Kinderpflege nach den neuesten Grundsätzen!׳geleitet wird;. Den Kindern wird Unterricht in den jüdischen und anderen Lehrgeigenständen erteilt, ebenso wird für ihr körperliches Wöhlergche 11 aufs!beste gesorgt werden :Entsprechend dem Zwecke des Heims, wird der Preis auf die Weise festgestellt werden, dass die hiet.iir in Betracht kommenden Eltern, ohne üMzu grosse Opfer bringen zu miissen, ihren Kinder einen zweimonatlichen Aufenthalt werden bieten •können. •Schriftliche Anfragen sind zu richten an Dr. Benthold!Rosen!s׳tein, XVI, Brunnengasse 72-23. Ritualmord-Legende in Breslau. Vor mehreren lagen wurden an der Mauer der Technischen!Hochschule •zu Breslau ui Sackleinwand einge.wickelt, die!grauenvoll verstümmelten und!zerstückelten ■Leichen!des 12jährigen Schülers Otto Feh sc \md •seines IQjährig-en Schwesterchens aufgefiiniden. Es waren die einzigen Kinder der Witwe Fehse. Von den Iätern fehlt Ibis ׳jetzt jede' Spur, alle polizeilichen Nachforschungen waren vergebens, auch ein ״Fuhiidiuigstag“, an •welchem fast die gesamte Bevölkerung!Breslaus teilgenonunen hatte, verlief ergebnislos, ln weiten Kreisen der Breslauer!Bevölkerung!herrscht grosse Erregung über ,die Tat amid über die Eugt%mslo.sigkeit •der halmduugei. nach dem Täter. . Diese Erregung machen sich gewissenlose Agitatoren zunutze indem sie die Legende von einem jüdischen Ribiialmord verbreiten. Die!zuständigen Poli!zei!stelie11!haben!sich beeilt! diesen •Gerächten auf das entschiedenste entgegenzutreten. Aus den Kreisen der Palitzei׳!verlautet, dass es sich bisher noch mclit iestste'llen iiess, ob es ׳sich nur um ein aus der allgemeinen Ner>- VQsitüt entstandenes ׳Gerede 1handelt, oder ob gewisse Kreise mit Absicht!das Gcriioht iti die Welt setzen. •Sollte slidli das letztere (1׳erausstellen, so wird das!Polizeipräsidium!mit den;schärfsten Massnahmen gegen die Urheber der unverantwortlichen Hetze vorge.hen. Acht Millionen Dollar jährlich fiir Talmud Thora in Amerika. C l e v׳efa n׳d, 5. Jwii. ,(.]TA.) Die jKanveiüton für jüdische soziale Hilfe hielt hier eine Konferenz ab, die stell mit der Frage der jüdiischreligiösen Erziehung beschäftigte. Hierbei teilte Dr, S. Benderly, dar Leiter des Bureaus )für jüdische Erziehung in New-York, mit,•dass die Juden der \ereuugjen Staaten jährlich׳ acht Millionen Dollar für laimud- Biora-Sohulen Haisgeben. 30 Prozent aller jüdischen Schuikinder erhalten eine religiöse Erziehung, auch 10 ■Prozent der Jugendlichen nehmen die' Kurse des Erziehimgsbureaus in Anspruch. Spendet für den und Jessode Hathora der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroyg'asse 11 ®| NACHRICHTEN.