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Jüdische Presse · 1926-04-30 · 18 (30.4.1926) · p. Seite 134

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
18 (30.4.1926)
Date
1926-04-30
Page
Seite 134 (sequence 4)
Language
German
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JÜDISCHE PRESSE. Nr. 18 IP ־ r;;׳!; t: *:.13 11: Ij« . i| ׳ j: fl j; i: : Seite 134 r! 'H'sdaedn.osl.o ״w a. k e ± Die Rabbinerdeputation bei Minister Dr. Kallai.! Am J9. Apriil empfing der Minister fiir die Verwaltung der Slowakei Dr. Kallai eine!Deputation, die!ihm •die Be• Schlüsse der Poprader Raihbinerversammhing ' und andere wichtige Anliegen der religiösen Jmdenheit unseres Landes zur (Kenntnis brachte. Wir veröffentlichten in unserer vorigen Nummer den Wortlaut des Communiques, das־, vom offiziellen ״Tschechoslowakischen Pressbureau“ über den!Empfang de! Deputation und die Antwort des Ministers verbreitet wurde. Wir enthielten uns mit Absicht jeder!weiteren!Mitteilung über die SteWuiignahme der Regierung, weil wir der jüdischen Oeffentlichkeit Gelegenheit geben wollten, sich über den Standpunkt der Regierung zu dieser bedeutungsvollen inneren Sache der orthodox-jüdischem iRcligionsgemeinsahaft ,in objektiver Weise aus den Aeusscrungen!der Regierung selbst unmittelbar ein Urteil zu! bilden. Ausserdem wollten ■wir auch jetzt unserer stets nachdrücklich vertretenen Uoberzeugung treu bleiben, dass wir!zwar eines verständnisvollen, Wohlwollens der aufsiohtfiiilrenden staatlichen ■ Instanzen׳ auch •in inneren Angelegenholten unserer iReligionSgemeiuden!und der organisatorischen ׳Gliederung des Judentums in unserem Lande ebensowenig c n ii v a t e 11 können׳ wie jede andere ,Konfession, dass aber ׳ Wohl und Wehe, Aufschwung und Niedergang!unserer gesetzestreuen ,religiösen Gemeinschaft letzten Endes immer nur von uns selbst, •von unserer eigenen Ges in n ung stüchtigkelt 11׳ Md Opfer bene it sch af t, von de r!Klarheit und iRoinheit un serer Prinzi p ien und von unserer E11 tschlorssonbeifc ' abili.ängt, sie ׳unter ׳allen U msiändletn im öffentlichen!L׳eben des Judentums un ge schmäl ׳ert zur Geltung zu bringen. Wir haben niemals ׳eins Zeile geschrieben, die in einem anderen •Sinne gedeutet wenden könnte. Auch die religionswidrigen׳ Auswirkungen 'der z>,i 0■ m 1 s! fi s c 11!em und! miü srach ist׳! sch en Agitation unter den ׳orthodoxen Juden und namentlich der Propaganda für die Ideologie des modernistisehen ״iNationaijudentums“ werden erst hintangehalten: werden ׳können, wenn die gesamte orthodoxe Judenhaß das bequeme, •aber ,selbstmörderische laisser ipasser laisser ,faire!endgültig aufgiibt und zur •zielbewussten A!k ti vitä t׳ sich aufrafft. Die Kosioer Resolution und namentlich die tiefgreifenden! ׳und programmatischen Beschlüsse der für die orthodoxen׳ ׳Gemeinden sowohl nach dem geltenden Religionsgesetz als •auch mach •den mit ׳Gesetzeskraft ausgestatteten orthodoxen! Organisations• Statuten albe i n massgebenden Rabbjnerversammlung sind!wichtige Etappen auf dem Wege, zu dieser 'Aktivität, die den!Frieden und die Ordnung innerhalb. der Religiansgemeindei; selbst, aber auch ein friedliches Nebeneinander mit jenen׳ Angehörigen des jüdischen Volkes für die.!Dauer verbürgt, deren Ideologe nun einmal in 'die historischen, prinzipiell ifiir alle, Ewigkeit festgclegten 0rthorf0x0n Gemeinden nicht hineingehört. .Wäre es nicht ■widersinnig, wäre es. nicht ein Eingriff in ureigenste Rechte einer jedem: geistigen oder religiösen: Gemeinschaft, wollte der •Staat oder, di|e Staatsmacht, gestützt auf ihr• A'iiifsiclitsreclit, in den subtilen fragen der Weltanschau-!ung!und der!religiösen Zugehörigkeit ׳einer Anschauung ihre Unterstützung gewähren, •die!der Entscheidung der ׳berufenen und kompetenten Lenker dieser Gemeinschaft!zuwiderläuft? Verdiente sie no.dh Gewissensfire i Ih ׳e i t genannt zu werdein, wenn sie Iden einzelnen II •n dl!1 v i 'd 11 e n wohl zugebilligt, der historischen, ׳organisierten G1 ernenn schuft dieser Individuen! aber vorenthalten würde? Dieser Gedanke ist so klar und so!selbstverständlich, dass es wahrlich schwer fällt, an den guten Glauben derjenigen zu׳ glauben, die ihn verdrehen •und ihm mit aller Gewalt Absichten unterstellen wollen, die weitab von dem Gebiete liegen, auf dem sich ,die Wünsche im'd Forderungen der Orthodoxie bewegen. Nicht also um die ׳Gel tu irr« der Poprader Rabbinerbeschlösse handelt es ■sich. Diese sind in Kraft von dem Augenblicke 'an, da sie gefasst wurden. Der verständige und ehrliche orthodoxe Jude würde sie zur «Richtschnur :seines Denkens und 1Handelns nehmen, auch wenn sie nicht nur — wie sie sich geben — ״FestStellungen“ richtig ■erkannter und a n e r k a 1111 ■t e r T a t s a c 11 e n wären. Die Deputation beim Minister hatte vielmehr den Zweck, anfklären'd zu wirken und Un׳t׳e’r mUmieirungslive r׳su ai1Jen< (zur Verhinderung_ der für das religiöse Leben nach innen zu schaffendem Sicherungen v or z 11 beuge n. ׳Das orthodoxe Judentum und die Gemeinschaft der orthodoxen Gemeinden fordern vom Staate nichts anderes als das Recht, das zu sein, wozu, sie da sind, und zu bleiben, was sie sind׳ und zu allen! Zeiten waren: gosetz'li eh ane rk annte ׳jitdis ch-gesetze streue autonome •religiöse Körperschaften, die den Be re ich ihrer Wfrrk s am'kcliit. p!u{lf Grrfnd ,di£s R eiiigii onsge, s e t z as in dejr ■Interpretation ihreii eigenen religiösen Autoritäten■ bestimmten und die 'dias Rechit haben, siich vor, Vergewaltigung durch. An de r 9de׳nke n di 0 im ..eigenen Wirlcnngskreise zu schützen. Man vergegenwärtige sich dies und lese mit einiger Aufmerksainikeit zuerst die ׳in dieser Zeitung veröffentlichten und in allen orthodoxen Bethäiisern bekanntgegebeneni Poprader Resolutionen und dann das 'Offizielle Bulletin über die vorläufige Antwort des Ministers. Wer nicht mit Absicht Verwirrung söiteii will, wird zwischen den prinzipiellen Feststellungen der Rabbiiierversanimlutiß. sofern sie einer. ausserkonfessloneUen Zu- Stimmung überhaupt bedürfen, und den Grundanschauungen, die der feinsinnige Minister zum Ausdruck brachte, einen Gegensatz nicht finden. Das orthodoxe Jiidenbum hat Grund!, mit dem Gang der,Dinge zufrieden izu sein, immer vorausgesetzt, dass es selbst sich der grossen Aufgaben bewusst ist, die :seiner _ in diesen schweren Zeiten harren, imd entschlossen!ist, seine besten Kräfte für seine heiligsten Güter eiuraisetzeii. Ein falsches Bild müsste natürlich entstehen, _ wenn '׳man sicii sein Urteil auf Grund der Mitteilungen der zionistisehen, ׳lind zionistisch . beeinflussten Zeitungen bilden, wct'lte. Um nur einige zu erwähnen:!Die ״P r e s s b u r g e r Z e 1׳ t u n g“ ,verschwieg die Poprader Versammlung und bringt vom Konimunique nur ׳ein Bruchstück. Die ״Jüdisicihe Volkszeitung“ der Zionisten und Misraolilsten bleibt auf ihrer . ׳journalistischen ׳Stufe und hält die Intelligenz ihrer Leser vollauf befriedigt, wenn sie ihnen auch •sowohl den Wortlaut der . Poprader' Beschlüsse als auch den der offiziellen Kundgebung. ‘ der Regierung —;verschweigt. Der ״R e g g e 1“ versteht U.ipjist von der ganzen Sache und sorgt dafür, dass seine Leser; ,noch weniger verstehen. Demgegenüber üiat das orthodoxe Judentum nur ׳ein Wort: eine Mahnung zur — Auf־} rIc׳i11i־2:׳k . . Civis Juda'eus, MtillllllllllllllllllinilllllllilllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllHIl (Thermalbad Vyhne Ich beehre mich hiemit, dem geseb. Badepublikum Es zur Kenntnis zu bringen, dass ich ו״ן־ן# am 15. Mai 1. J. S im Thermalbad© Vyhne eine streng | orthodox koschere Restauration — eröffne. Mein ernstes Bestreben wird dahin gerichtet ■25 sein, eine vorzügliche und hygienische Küche zu führen, SB für pünktliche Bedienung zu sorgen und müssigePre’se 552 zu berechnen. Ich übernehme hier auch Hochzeiten SE gegen mässige Bedingnisse. 22 Referenzen erteilt Se. Ehrwürden des Herrn Josef EEi Tiegermann, Oberrabbiner der orth. isr. Gemeinde in ES Nov6 Zämky. Um zahlreichen Zuspruch bittet Aron Bribram Gastwirt N 0 v 6 Z d m k y, 15. April 1926. ■Sri Die Zionisten als Ankläger vor dem Wahlgerichte. Die Vorgänge während und nach den Parlamentswählen vom 15. November sind noch in lebhafter Erinnerung. Den Zionisten in der Tschechoslowakei waren die Wahlen eine willkommene Gelegenheit, sich an die jüdi־ sehen Massen unseres Landes heranzumachen und in einer wüsten Agitation gegen alles, was ihnen nicht in den Kram passt, eine noch nicht dagewesene Hetze gegen die religiösen Führer in Szene zu setzen. Gestützt auf die politische Unerfahrenheit und vollkommene Unorganisiertheit der dichten, zum grössten Teil in Elend und Armut dahinlebenden jüdischen Bevölkerung im Wahlbezirke ״Podkarpatska Rus“ spielten sie sich, als. die. Befreier und Erlöser von Not und Elend auf und warben um Stimmen für ihre Liste, die unter dem irreführenden Namen ״Jüdische (nicht etvva ״zionistische“ oder ״nationalistische“!). Partei“ figurierte, besonders in diesem Bezirke. Denn dies war der einzige Wahlbezirk, in welchem nach der Zahl der jüdischen Wähler ein Mandat für eine jüdische Partei vielleicht zu erlangen gewesen wäre, wenn ' die Zionisten in ihren Schranken geblieben wären und wenn der gesunde Sinn der besser informierten orthodoxen Führer nicht die grösste aller Gefahren für das Judentum und seine politischen und wirtschaftlichen Interessen in der Tschechoslowakei in der Propagierung gesonderter politischer ״nationalem Minderheitsrechte“ für die Juden erkannt hätten. Die orthodoxen Juden sahen sich dadurch genötigt, selbständig in die politische Arena, zu treten. Aber auch viele Nichtorthodoxe fühlten sich durch das anmassende und politisch durchaus unreife Verhalten der Zionisten, die ihre ״nationale“ Zugehörigkeit zur jüdisehe Gesamtheit erst jüngst zu politischen Zwecken und zur Mandatshascherei entdeckt hatten, in ihren vitalsten staatsbürgerlichen Interessen bedroht und teilten die Ansicht der Orthodoxie. Esr wurde eine eigene nichtzionistisehe ״Jüdische W i r t s c h a f t s p a r t e i“ gegründet, die sowohl in Karpatska Rus• als auch in einigen anderen Wahlbezirken der Slowakei eigene Listen aufstellte. Diese Liste wäre ganz bestimmt zum Segen.des Judentums durchgedrungen, wenn• die jüdischen ״Nationalisten“ nunmehr zur Einsicht gelangt wären und sich von der politischen Bildfläche auf ihre Sportplätze, Tanzsäle u. dgl. zurückgezogen hätten. Das geschah nicht und das Resultat war dass es der ״Jüdischen Wirtschaftspartei“ zwar ge־ hingen ist, die Gefahr eines zionistischen Mandates im Parlamente vom Judentum abzuwälzen, im übrigen aber musste sich das Judentum in das kleinere Uebel, in den . Mangel einer eigenen parlamentarischen Vertretung, dreinfinden* Das Judentum hat sich dreingefunden, die Z i o- , n i s t e n nicht. Denn jetzt entfesselten sie erst recht eine systematische Verleumdungskampagne gegen die Orthodoxie und sogar gegen die Organe der Regierung, die ihnen bei dem Gründungsversuch eines neuen ״jüdischen“ p o 1 itischen ״Minderheitsvolkes“ auf dem Gebiete der Tschechoslowakei mit dem Hauptsitze im Munkacser Zionistenvereine nicht in dem Masse behilflich sein wollten, wie es die Herren Zionisten für notwendig erachteten. In emphatischen Proklamationen und erkünstelten giftsprühenden Zornesausbrüchen wandten sie sich an die niedrigsten Instinkte des rohen Pöbels, den es leider auch schon bei uns Juden gibt. Ihre ihnen ebenbürtige und geistig vorzüglich angepasste Presse des In- und Auslandes blies ins Horn gegen die ״klerikalen“ Rabbiner, 1 denen jedes Recht auf politische Ansichten abgesprochen wurde — nota bene, wenn sie nicht zufallsweise zionistisjhe Agitatoren sind; wie etwa Oberrabbiner Dr. Chajes in Wien oder ein Grossteil der neo logen Rabbiner in der Tschechoslowakei. Am heftigsten richteten sich die Angriffe gegen die orthodoxe Landeskanzlei, deren rabbinische Präsidenten in ■ihrer persönlichen Ehre in der 1schmutzigsten Weise verunglimpft wurden. An direkten Roheitsakten mangelt es nicht. Auch ein Teil der nichtjüdischen Presse der oppositionellen nationalen Minderheitsparteien assistierte kräftig dem. neuen Oesinnungsverwandten. Dieser konzentrierte Sturm gegen die Orthodoxie war den Zionisten! das Wertvollste, das war ihr eigentliches Ziel, denn damit hofften sie den schärfsten prinzipiellen Gegner des religionslosen Zionismus aus dem Felde zu schlagen oder mindestens für einige Zeit einzuschüchtern. Diesem Zwecke sollte wohl auch die ״Klageschrift“ dienen die namens der zionistischen ״Jüdischen Partei“1; gegen die Gültigkeit der Wahl in PodKarpatska; Rus;beim ■ Wahlgericht in Prag eingereicht wurde. Diese Eingabe strotzt von Denunziationen der verschiedensten Art ,gegen 1 die orthodoxen Rabbiner und gegen die Präsidenten der J orthodoxen Kanzlei. Kein Verbrechen, das ihnen dort nicht 1 zugemutet wird. Käuflichkeit, Bestechlichkeit» I Volksverrat, Egoismus, Herrsch sucht, Geldgier und ähnliche Tugenden sind die einzigen Beweggründe zur Stellungnahme der .Orthodoxie gegen die zionistische Liste. Dieses Pamphlet unter der Firma einer ernsten Klageschrift an ein gesetzliches Forum wurde im ganzen Lande verbreitet, obgleich die Herren Ankläger sehr genau wussten, dass ihre im bestimmten Tone gehaltenen Verleumdungen im Urteil des Gerichtes wie Schnee unter der Sonnenglut zerfliessen werden. Ihnen lag nichts am Urteil, sondern an der Anklage und der politischen Hetze und an der Ehrabschneiderei. So wurde denn gehetzt und beschimpft, solange eine Entscheidung des Wahlgerichtes noch nicht vorlag. Am 22. April fand nun die Verhandlung über die zionistische Klageschrift vor dem Wahlgerichte unter Vor״ sitz des Präsidenten Dr. Hacha statt. Am 25. April verkündete der Präsident die Entscheidung des Wahlgerichtes, wonach! die Anklage in allen Teilen rechtskräftig abgewiesen wurde. Werden jetzt die Zionisten oder wenigstens ihre irregeführten wahrhaftig genug sein, Einkehr zu tun und in Zukunft anständige Wege zu gehen, wenn sie sich dem orthodoexn Judentum entgegenstellen wollen? Die Zukunft wird’s zeige!!. I. I. B. . Konstituierung der Agudas Jisroel- Frauen- und Mädchengruppe in Bratislava. Die .Werbekraft ׳dies Aguda-Gedankeiis ׳unter den jüdisch gesinnten Frauen •und Mädchen hat ihre Feuerprobe bestanden. Wold ׳selten hat eine Vereinigung von jüdischen Menschen ■in orthodoxen Kreisen in solch kurzer Zeit einen auch rein äusser-!ich so!imposanten ■Erfolg zu verzeichnen, wie die ■erst vor wenigen Wochen gegründeten Gruppen von Frauen und Mädohen in Bratislava, die letztem Sonntag, den 11. Ijar im Turnsaale der orthodoxen Gemeinde ihre konstituierende Versammlung hielten. Hunderte van Frauen und Mädchen füllten den Saal und gedrängt voll ׳waren ,auch die Vorräume und •Zugänge zu dem Saale; als die Versammlung in feierlicher Weise eröffnet wurde. Frau E'dlmard S ׳c h 1 e •n g e r 'begriisst namens des Initiafiv-Komitees die Versammlung und gibt ihrer Genugtuung darüber Aufldruck, dass die Gesinuungstreue des orthodoxen Judentums auch im weiblichen Geschlecht® einen •solchen Triumph feiern dürfe׳,!wie es ,das Zustandekommen dieser grossen Versammlung bedeute. Das Initiatlv-Komitee hat gute Arbeit geleistet. Ohne irgendwelche!wie immer geartete ׳Konzession, auf •religiösem oder moralischem Gebiete •und ׳mit einem Pro- •gramm, das durchwegs im orthodoxen Judentum verwurzelt ist und aus seinem Boden seine Nährkraf; saugt, trat idas Initiativ- Komitee auf den Plan und forderte die Mitschwestern zur Mit- Wirkung an der Vertiefung und Verbreitung echter religiöser jüdischer Ueberzeugung bei den Frauen und Mädchen auf. Die grosse Anzahl von Mitgliedern, die sich sowohl für die Frauengruppe als auch für die iMädchengruppe spontan gemeldet hat, beweist, dass die Idee Verständnis findet. Nachdem die Rednerin in grossen Zügen den Geist und! die Aufgabe der Vereinigung geschildert hatte, ergriff Frau Philipp Benedikt das Wort zu ׳einem Referate über die einzelnen Aufgaben und Tätigkeitsgebiete der Gruppen. Die beiden »Reden fanden ungeteilten Beifall bei den Versammelten, worauf die Konstituierung der Frauengruppe ausgesprochen wurde. Darauf schritt man!zur Wahl des Vor-ץ Standes und der ersten. (Mitglieder ■in die einzelnen Sektionen. Es wurde gewählt sin Vorstand, bestehend aus der Ehnenpräsident'in, dem Ehrenrat,!der gcschäftsführenden Präsident in, zwei Vizepr.äsident innen, der Kassier in, der Schriftführerin, zwei B e i s U z e n d 3׳ n, zwei K o n t r 011 o r i n n e n. Ausserdem haben Sitz und Stimme im Vorstand die Präsidentinnen der einzelnen ständigen Sektionen und in ihrer Vertretung die stellvertretenden Präsidentinnen. An Sektionen werden!gebildet: 1׳. Die Finanz Sektion. Sie hat die Aufgabe, in der Aufbringung der Geldmittel für die Tätigkeit der Frauengruppe der Kassierin und dem Vorstände 1zur Seite zu stellen. 2. Die V e ra n s t a 1 •t u n g s s e k •t i o n. Sie berät im •Einvernehmen mit dem Vorstand über die von!dler Gruppe für Frauen oder für Famen und Mädchen geleinsam zu treffenden Veranstaltungen und sorgt für Vorträge, Kurse, Versammlungen und dergleichen. 3. Die Wohlfahrtsaekti011. Sie ,berät und beschliesst in allen Angelegenheiten auf dem Gebiete ider .von der Gruppe zu pflegenden Sozialen Wohlfahrt. 4. Die Sektion für Propaganda und Organisation. Sie wirbt weitere ׳Mitglieder und sorgt für dt'e wehere innere und äussere Ausgestaltung der Fraiiengriiippe. 5. Die Mädchengruppenseiktion. Sie hat der im übrigen selbständig organisierten und selbständig wirkenden Mädchengruppe an die Hand zu gehen, sie Ln allen Fragen der Tätigkeit zu beraten und den Kontakt zwischen den beiden Gruppen aufrechtzuerhaiten. Die .einzelnen Sektionen konstituieren sieh, wählen ihre Präsidentin, Vizepräsldentin und Schriftführerin selbständig und halten Ihre Sitzungen für sich ab. Den Kontakt mit dem Vorstand ׳hält die Präsidentin, beziehungsweise die stellvertretende Präsidentin der ׳einzelneil Sektionen aufrecht. Die Wahl der Ehrenpräsidentin und' des Ehrenrates 'sind für Lebensdaue!r. Die Amtsdauer der anderen Vorstandsmitglieder wird durch die Statuten bestimmt werden. Auf Vorschlag des' Initiativkomitees wurden von der Versammlung einstimmig per Akklamation gewählt: als Ehrenpräsidentin: Frau Oberrabbiner Schreiber, in!dien Ehr e n r at: Frau Rabbiner Dawld Wessely, Frau Wwo. Gabriel Neuschloss und Frau Wwe. Michael Kann; als Präsidenten: Frau Eduard Schienger; als Vize-' Präsidentinnen: Frau Lazar Koihlmann und Frau Philipp Benedikt; als Kassierin: Frau Samuel Sternfaid; als Schriftführer! 11: Frau Jakob Kafcz; als B e 11׳ s i tze 11 de : Frau W.we. Rabbiner Friedmann, Frau Rabbiner Hir׳sch׳ler und Frau Rabbiner Unsdorfer; als Ko nt r 01 io rinnen :Frau Wwe. Goldimann und Frau Juda Grünwald. Die Sektionen haben das Recht der Kooptation, das heisst, sie können mit Zu- Stimmung des Vorstandes wehere Mitglieder in die Sektion wählen. Vorläufig wurden gewählt: 1. In die Finanzsekt10׳n : Frau Mana Koth, Frau Juda Grünwald und Frau Arnold Kämpfner; in die V e r a n s t a 11׳ u n g s s e k t i 0 n : Frau Isidor Pappenheim, Frau Josef Weiß., Frau (Moses Stern׳, Frau Jakob Joei Braun, Frau Alexander Liebermann, Frau Martin 63366620664050331

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