Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 17 (23.4.1926)
- Date
- 1926-04-23
- Page
- Seite 128 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 128 JÜDISCHE PRESSE. Nr. 17 ¥ TT §cltechoslo ־wir s&. k e i i I r! I Die Beschlüsse der Rabbinerversammlung . und der Standpunkt der Regierung. Am 5. Ijar (19. April) erschien die von der Poprader Rabbinerversammlung gewählte Deputation unter Führung des Obmannes des Landesrabbinerkornitees Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner S c 11 r e׳׳i b e r - Bratislava und des Präses der orthodoxen Landesorganisation Sr. Elirvv. Herrn Oberrabbiner Webe r-Piestany vor dem Minister -der Slowakei Herrn Dr. K a 11 a y in Audienz. Das offizielle ״T s c 11 e c h 0 s 1 0 w a k i sehe P r e s sbnrea 11“ veröffentlicht über den Empfang der Deputation und über die vorläufige Stellungnahme der Regicrting zu den vorgetragenen Wünschen der berufenen religiösen Führer der orthodox-jüdischen Religionsgemeinschaft in der Slowakei folgendes amtliche Communique: (CPB.) Gestern fand sich beim Minister fiir die Verwaltung der Slowakei Dr. Kallay unter Führung der Oberrabbiner Weber und Schreiber eine Deputation der orthodoxen Rabbiner aus der Slowakei ein, um ihn über die auf ihrer Konferenz durchberatenen Angelegenheiten zu informieren und ihm gleichzeitig ein Memorandum über ihre konfessionellen Wünsche zu überreichen. Minister Dr. Kallay nahm die schriftlichen Forderungen entgegen, die die Regierung einem genauen Studium unterziehen und dann vom Standpunkte der Statuten der orthodoxen Konfession und des Aufsichtsrechtes des Staates beurteilen wird. Gleichzeitig bemerkte Minister Dr. Kallay, dass er die KonsoHdierungstätigkeit der Orthodoxen und ihres Zentralbureaus anerkennt, namentlich insoferne diese Konfession als erste ihre Statuten dem Sinne der tschechoslowakischen Gesetze und der tschechoslowakischen Verfassung angepasst hat. Unsere demokratische Republik ist selbstverständlich allen ideellen Bewegungen gegenüber innerhalb der gesetzlichen Schranken duldsam, weshalb die Regierung der Republik der Beibehaltung und Heranbildung konfessioneller Autoritäten gewogen ist und auch aus diesem Grunde bestrebt ist, dass in den Religionsgemeinden ausschliesslich konfessionelle Fragen durchberaten und alle nichtkonfessionellen Sach en beiseite gelassen werden. Daraus geht natürlich auch hervor, dass sich die Regierung in die inneren Religionskämpfe welche! Konfession immer nicht ein״ mengen kann und will. Mit diesem Schritte vor;)er aiifsichltilVomlen Staatsge-walt ist die erste der 1i׳n der Poprader Rabbinerversammlims vorgesellenen Massnahmen zur Verwirklichung der gefassten Beschlüsse — sofern za dieser Verwirklichung auch ,׳die Zu- Stimmung ausserhalb der Religionsgemeinschaft stehender Faktoren erforderlich ist — ehigelcitet worden. Man wird das zielbewusste Vorgehen der verantwortliehen nabbinischen Führer unserer Gemeindeorganisation und das verständnisvolle Wohlwollen, das ׳die Regierung bei :ihrer Stellungnahme zu den religiösen und organisatorischen Bediirtnissen der orthodoxen Judenschaft an den Tag legt, iln der gesamten orthodoxen ׳Konfession :11. n s! e r e s Landes m i f ׳dem Ausdrucke des Dankes• u n d der 13efnied:i!gung zur Kenntnis nehmen. ׳Denn die;in allen Betliäusern des Landes bekanntgegebenen Beschlüsse der Poprader Rabbi, nerversammlung haben auf die gesetzestreue Judenschaft des Landes ' einen tieifen Eindruck gemacht und wie eine erlösende; Tat auf die Gemüter gewirkt. Seit Jahren lastet das Problem der ■inneren Konsolidierung der jüdischen Gemeinden als religiöse Gemeinschaften rnit ausschliesslich traditionell-religiösen Aufgaben ’ und Zielen schwer auf dem ganzen jüdischen Leben 1i!n unserem Lande. Vom den geistigen und rdiigiilösen iBiiilinarn ,wurde sahon lange ׳mi t Recht eitsi deuididies und e!11seihe 1i׳־de11׳!de s ׳Wort erwartet. Eine jode grosse Gemeinschaft zivilisierter Menschen betrachtet es als Lebensfrage,' dass über ihre Wesensart;, über den Inneren Kern ihres Daseins und!den Bereich ihrer Wirksamkeit ein Zweifel oder eine Kontroverse nicht bestellt. Der ortliodoxen jüdischen Gemeinschaft, die ihre ganz Existenz, ja sogar .ihre historische und praktische Daseins berechn g u n g in den ״Ländern des Exils“ auf die religiösen Ew:irgkeitswerte und das im Schulcham Aruch und den Dezisoren kodifixierte .Pflichte n lebe וו des Judentums gründet, drohte besonders ein uuwiederbrinidiiclicr. moralischer und orgatiisatortscher Schaden, wenn den zionistischen und nationalistisehen Bestrebungen zur Llerbelfiihrung eines geistigen Chaos und zur programmatischen Umwertung aller Lebensinhalte des Jade 11 tu 1ns nicht endlich ein Riegel vorgeschoben würde. Die Rabbiner :unserer Gerne'Siiden׳!halben diese Gefährdimnig des Judentums cLurcth den Zionismus and seine .Nebenstirörnaingen von vornherein in!ihrer ׳ganzen Scllnwiere eir fühl t. Die Umrankmng der zionistischen religionswidrigen Ideologie und der zionistischen geistigen Höhen ziele mit den Problemen des Tages, mit den Fragen des sozialen und ökonomische!! Lebens arg IbUddingter jüdiseSier Volksschichten in den Ländern der Kriegsnot und der Hcrvorkdming des w e 11 p 0111 i s che n Charakters der Neubesiedlung unseres heiligen Landes, die durch die prinzipielle Ablehnung des Zionismus von seiten der -Hüter der religiösen Güter des Judentums in d ie se m Zusammenliauge nicht berührt werden sollten, liess es jedoch als zweckmässig erscheinen, eine e i 11 h e :111 i e h e Stellungnahme der berufenen rabblnisclien Körperschaft unserer Landesgemeinschaft hintanzuhalten, söhlige hiezu eine unausweichliche zwingende Notwendigkeit nicht vorlag. Die Belehrung des Volkes über die religiös Unzulässigkeit der zionistischen Auf- Fassung vom Judentum und die Gefahren, die ׳dem Judentum aus der nationalistischen Umwandlung des ״Volkes der Thora“ in ein ״Volk wie d:!e anderen Völker“ erwachsen müssten, war den einzelnen Rabbinern und den gesellschaftlichen Korporationell anheimgestdlt: Das orthodoxe Judentum geriet solchergestalt!iln seinen breiitesten Yolkssc'hlclhi'.eii in eiben mehr oder Drucksorten Scharf & Schwimmer, Bratislava, Judeng. 30-32 SS?#5״ Selchwaren nb"־ir IGNAZ RUJDER, BRATISLAVA. weniger klar zum Bewusstsein gekingticn grundsätzlichen und organisatorischen Gegensatz zu der Organisation der zionistisöhen •un!d ׳n׳a tioinia.l is hi soll e n Beils verkünd er, die allimälhiiah ׳das gesamte öffentliche Leben, namentl'icli aber die bedemtiingsvallste jüdische Gestaltung, die historische jüdische religiöse Gemeinde in den Bann der zionistischen Problem- Steilung und der mit allem, was den Stempel des Zionismus an sich trägt, nun einmal verknüpften Demagogie bringen wollte. N a t i 0 n a ,1 1׳ s i e r inig, P ol i tüs 1 ■c r un g, po- 11111.S)c 11,e M'i 110|r,,idiie׳ r 1111g, E!n tk on/f e s1!*i an a Lis 'j c r 11 n g, M 0, d. e r u i s i e r 1111 g, U ׳m 0 r g a n 1 s i. e r 1111 g lind zu: al le nl e< tz t programmatische Säkulari- S'ierung — das sind die .Keile, die von den zionistischen und nationalistischen Agitatoren verschiedener Niiancierung in den festgefügten Bau des Judentums getrieben wurden, um seine kriistallrcine Seele blosszulcgen, sie im Gewirr der zeitgeborenen Probleme den Weg verlieren und im Nebeldimstc der .zionistischen .״Ideologie“ oder der ״nationalistischen Weltanschauung“ uiitertaiichen zu .,lassen. ׳ An ׳diesem Punkte angelangt, durfte nicht mehr zurückgehalten werden. Das Judentum — wir meinen immer das einheitliche historische religiöse und nicht etwa irgend eine der neuen assimilatorischen oder nationalistischen Scktengebilde — hatte viel zu verlieren. Es musste laut und eindringlich ״Halt!“ geboten werden. Die grosse jüdische W a 11111־ c i t forderte Sc .11 •111 z v 0 r V 0׳ r g e w a 1׳ t i ׳g 11 n g. Das ist ׳der Sinn der Poprader Resolutionen. Das orthodoxe Judentum und seine Gemeinden haben ein Anrecht darauf, das zu bleiben, was sie stets waren. Die ortlio-. doxen Juden haben ein Anrecht darauf, dass ׳die Autorität ihrer Führer dürdh! Strömungen, .ausseriiiallb!des orthodoxen Judentums ihre Quelle .haben, nicht nntcrwiihlt wird.!Das!ist der Sinn unserer Forderungen. Nacli •innen1,1׳m eigenen Kreise der orthodoxen jüdischen Gemeinschaft, ist die Durchführung der gefassten Beschlüsse nichts anderes als eine Frage der geistigen Reife, der durchdringenden ׳Erkenntnis mnld der?.feilstrahigen Wegleitnirig. Nach a 11 ss e 11, i'm Anteil der Aufsichtsgcwalt des Staates über elfe gesellschaftlichen Gliederungen ihrer Bürger, bedeuten •die Forderungen d er r c 1 l g i ö s 011 G e w i s s c 11 sfrei heit, die es gebietet, jeder re Lig lös 0 11 Go 111 ei 11sciiaft mul den berufenen!Interpreten Um er Leb e,.r1 s 10! 11 re sc 11 b •e :111 ־ ü e E111 s c 11 •e 1 d 11111g ■d a r ii her z 11 überlassen, w,as mH t '1 ■11 r v e r c i m, bar ■ist 1111 d was mit ihr i'm G e g׳en s ätz stc 111. Wer die oben veröffentlichte amtliche Zusammenfassung der vom Minister fiir die Verwaltung der Slowakei der rabhimiseiicn Deputation erteilten vorläufigen Antwort mit politiscliem Verständnis liest, wird aus ihr mit Genugtuung erseihen, dass die erhabenen Meiischlieitsgruindsälze, auf die sieh unser Staat aufbaut, eine ausreichende Gewähr fih den Schutz unserer religiösen •1 mit ׳er esse n blicten und dass an ׳den entscheidenden Steil,len unseres Staates auch die b נ s 11 e r i g e T ä t i g k c i t u 11 s e r e r leitenden ■Körperschaften allen Unterw ii 111 u 11 gsve r s 11 c 11 e 11 zit Trotz volle Aiierkcnn 1111 g finde t. Das orthodoxe Judentum geht seinen Weg weiter — v 0 r w ii r ts. C11 v i! s J n d al e u s. Konstituierende Versammlung der Agudas Jisroel- Frauen- und Mädchengruppe in Bratislava. Sonntag, den 11. Ijar (25. April), 3 Uhr nachmittagSi findet im Turnsaale der orth. Gemeinde die konstituierende Versammlung der Agudas Jisroel-Fraueiigruppe in Bratislava statt. Der Versammlung geht ein Vortrag von Fräulein Judith Rosen bäum aus Frankfurt a. M. über das Thema ״W a s kann die jüdische Frau für das Judentum leisten?“ voran. Nach der Wahl der Leitung der Frauengriippe konstituiert sich auch die M ä d c 11 e 11gruppe. R, Mosche Goldstein זצ״ל• Wieder ist einer unserer Besten und Edelsten von uns gegangen. Der als ת״ח סס׳ ויר״ש ברבי□ bekannte Rabbi Mosche Go Idstein in Kosice ist uns am 24. Nissan nach kurzer Krankheit im Alter von S3 Jahren entrissen worden. Das Hinscheiden dieses seltenen und wahrhaft gerechten Mannes, der ein תלמיד מובהק des Tolcsvaer צררק זצ״ל und des ר׳ יהח־־א אסאד ז״ל war, wird weit über seine Stadt hinaus in den weitesten Kreisen Trauer und Schmerz erwecken. Die jüdische Gemeinde Kosice verliert in ihm eine hervorragende Persönlichkeit, die sich selbst im hohen Alter in voller Jugcndfrisehe den Interessen der ה1ה״ק und der Orthodoxie widmete. Er zeichnete sich durch aufrichtiges צ דקות und reiches Wissen aus. Er lernte mul forschte in der הו״״ק Zl1 jeder Zeit und beendete dreimal יש״ ס Als jüdischer Kaufmann war er von mustergültiger Rechtschaffenheit und vorzüglichem Charakter, wodurch er sich allgemeine Verehrung und Liebe erwarb. Ungeachtet seines kaufmännischen Berufes ging sein Streben stets in הורה עב1רה ןג״ךן auf. Am 25!” Nissan wurde die sterbliche Hülle des Verblichenen von einer grossen Menschenmenge nach dem Schulhof geleitet, wo ihm in Anbetracht des ח1רש ניסן und des ערב שבת nur vom Kosicer Oberrabbiner Sr. Elmv. Herrn Salonion Brac 11 und seinem Schwiegersöhne Herrn! Josef B. F i s c 11hof aus Bratislava warme Nachrufe gewidmet wurden. Beide Redner schilderten in herzergreifenden Reden die grossen Vorzüge und die Verdienste des Heimgegangenen und gaben dem ,Schmerze der .Gemeinde und der Familie über den Verlust, den sie erlitten, beredten Ausdruck. An der ה לו י׳ beteiligte sich nicht nur die gesamte jüdische Bevölkerung von Kosice, sondern es strömten auch zahlreiche Verehrer des נפטר uns nah und fern herbei, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Auf dem בית עלמין wurden die הקפות gemacht. Möge das Andenken dieses!צדיק והסי im Kreise seiner Familie und seiner Gemeiiule lebendig fortwirken! תנצב״ה S. F., Deklaration. Indem ich im vergangenen Jahre in der in U2horod erscheinenden ״Zsidö Neplap“ gegen den Herrn Oberrabbiner aua Torna einen Artikel.geschrieben habe, nachdem ich mich inzwischen überzeugte, dass dieser Artikel infolge unwahrer Informationen nicht der Wahrheit entsprochen hat, bitte ich hiemit vor der Oeffentlichkeit den erwähnten Herrn Oberrabbiner um Verzeihung. Kosice, Rosch Gho'desch Ijar• _Samuel Briszk ת ". ה גיד ו ל המתנהג בחסוהת (tschechoslowakischer Staatsangehöriger),der die Fähigkeit hat, sich Tahnudim zu schaffen und eine ישיבה selbständig zu leiten und sich ausschliesslich dieser Aufgabe widmen will, erhält von mir Kc 12.000 jährlich. Seine Stellung ist vollkommen unabhängig. In Betracht kommen nur Bewerber, denen auch bisher mir תורתם אומנתם• Samuel Reich, Oberrabbiner, Vrbovg. relig., als Stütze der Hausfrau, wird zu streng reli'g. Hause gesucht. Offerte unter ״Haushalt“ an die Bratislavaer , Administration. Suche in echt jüdischem Hause Stelle als Kinderfräulein, auch Mithilfe im Haushalt und beim Nähen, gegen entsprechende Verpflegung und etwas Gehalt. Vorzügliche Referenzen Zuschriften unter ״T ü c h t i g" an die Bratislavaer Administration. ~k®wktosT Der hiesige תלמוד תורת” Verein sucht für sofort einen Lehrer, der □ירא שמיist und die Fähigkeit besitzt חומש, רש״ו ונ״ך und liidisch-Schreiben zu unterrichten. Gehalt ßK 40U — monatlich, Kost und Quartier. Offerte sind zu richten an Präses des Vereines, Herrn Dobsina, 13. April 1926 Isak Katz. Die aut. ortli. iar. Kultusgemcindo Spisskc-Podliradie (Kirchdrauf) schreibt zufolge Ablebens ihres bisherigen langjährigen ש1״ב וש״ץ auf diesem hiemit vakant gewordenen allsogleich zu besetzenden Posten einen Konkurs aus. Vorläufige Dotierung: Jahresgehalt 6K 10.000, freie Wohnung, übliche Nebenemolumente und ganze שחיטה, die mit CK 30 bis 40 per Stück Vieh abgelöst wird und daher ein beträchtliches' Einkommen ausmacht Reflektiert wird auf einen שו״ב מומחה, ירא שמים מרבים der über klangvolle stimme verfügt und vorzüglicher בעל תפלה, ־קורא ומוהל ist. Solcher der auch im Besitze von התרה על וושט וצוה״ג ist« wird bevorzugt. Reisespesen werden nur dem Berufenen und Uebersied.ungskosten dem Akzeptierten vergütet. Reflektanten mögen alsbald ihre Offerte, versehen mit Abschriften von קבלות von drei anerkannten orlh Rabbinern und Angabe ihres Familienstandes, an gefertgten Vorstand erreichen. Samuel Eicliner, Präses. Konkurs. Die aut. orth. isr. Gemeinde in Volke Sarlnhy sucht per sofort einen verheirateten jungen שמש, der zugleich den Religionsunterricht in der Elementarschule in חומש, רש״י וגמרא zu erteilen hat. Weitere Funktionen werden vor Aufnahme bekanntgegeben. Gehalt nach Uebereinkommen. Reisespesen werden nur dein Berufenen ersetzt. Offerte zu richten an Armin Adler, Präses. Alle Sorten von Därmen und Kalbsmagen verlässlich orth. כשף hei Josef Templer, Bratislava, Zidovska 6 (Slowakei),