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Jüdische Presse · 1926-04-09 · 15 (9.4.1926) · p. Seite 116

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
15 (9.4.1926)
Date
1926-04-09
Page
Seite 116 (sequence 4)
Language
German
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JtäWSCiffi Pfrasse. Nr. 15 Seite 116 Reichsrabbiner Dr. Hertz antwortet dem ״Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz“. Das ״Israelitische Wochenblatt für die Schweiz“ hat an den britischen Reichsrabbiner Dr. J. H. Hertz die Frage gerichtet, auf welche Quellen sich seine Behauptung stützt, dass vor 30 Jahren das Gutachten zweier Schweizer Reformrabbiner Anlass zum Verbot der Schechita in der Schweiz gegeben hat. Reichsrabbiner Dr. Hertz schreibt hierzu folgendes: Meine Worte wurden in der Uebersetzung nicht genau wiedergegeben. Ich ,habe nicht gesagt, dass sich vor 30 Jahren in der Schweiz zwei Rabbiner gegen die Schechita ausgesprochen haben, meine Bemerkung lautete vielmehr so: Vor 30 Jahren hat in der Schweiz ein öffentliches Gutachten zweier Rabbiner gegen die Schechita viel zu dem Verbot der Schechita in diesem Lande beigetragen. Meine Quelle für diese Mitteilung ist die Zeitschrift ״The American - Hebrew“ vom 29. Mai 1891, die damals die führende jüdische Zeitung Amerikas war. In einer Kopfnotiz jener Ausgäbe wird über den Beschluss der Räte der Kantone Bern und Aargau betreffend das Verbot der Schechita berichtet und zugleich mitgcteilt, dieser Beschluss stutzt sich auf die Meinungen der Rabbiner Dr. Stein (Frankfurt) und Dr. Stern (Stuttgart, Württemberg), dass die Schechita ״auf keiner religiösen Basis beruht“. Gestützt darauf, haben die Räte der beiden Kantone die folgende Resolution gefasst: ״Die Schechita ist kein religiöser Ritus, deshalb kann sie nicht den Schutz des Art. 50-1 der Bundesgesetze gemessen.“ ״The American Hebrew“ nennt die beiden Rabbiner einen ״Stein des Anstosscs“ und ״Stern der frrnis“ und scliliesst daran den folgenden Kommentar: ״Ob das in dieser Resolution geplante Verbot der Schechita von der Bundesregierung sanktioniert werden wird, bleibt abzuwarten. Wenn aber die Judenschaft der Schweiz durch ein Gesetz in der Tat an der Beschaffung von Koscher-Essen gehindert werden sollte, so werden sie dies in hohem Masse diesen beiden Rabbinern zu verdanken haben.” Das Verbot der Schechita durch die Bundesregierung in der Schweiz erfolgte zwei Jahre später wirklich. Leopold Stein, der Autor des Buches ״Die Schrift des Lebens“, war einer der ältesten Apostel des liberalen Judentums. und ein entschiedener Gegner der jüdischen Speisegesetze. Er starb im Jahre 1882; das Böse tat erst nach einem Tode Wirkling. J. Stern aus Stuttgart (Württemberg) war der Autor der ״Lichtstrahlen aus dem Talmud“, erschienen bei Reclam in Leipzig. Die Struktur der Londoner jüdischen Gemeinde. London. 15. März. (JTA.) Dem soeben veröffentlichten 62. Jahresbericht des Londoner jüdischen Armenamtes!ist zu entnahmen: Die Zahl der ׳Personen, die vom Amt unterstützt werden, ist seit mehreren Jahren stabil. Das charakterisiert den Zustand, dass keine Zuwanderung aus dem Kontinent ׳und auch keine Abwanderung vor sich geht. Im ■Berichtsjahre wurden 2357 Familien ׳und. Einzelpersonen unterstützt (gegen 2444, 2418 und 2200 In den letzten drei Jahren). Alle Unterstützungen des letzten Jahres betreffen ׳Inländer, mit Ausnahme von acht Persauen, die weniger als sieben Jahre im Lande wohnen. In dem!Bericht wird ׳darüber geklagt, ׳dass die Gesetze ׳eine Zu- Wanderung unterbinden. Die Londoner 'Gemahlde bekommt immer mehr den Charakter einer in sich geschlossenen Körper- ■schuft. Auch die Kolonien weh ran sich ׳gegen die Einwanderung von Juden, da jüdische Einwanderer •in der Regel nicht aufs Land gehen, sondern sich in den Städten ansässig machen, wo sie den Arbeitsmarkt belasten. Während in den vargangenen Jahrhunderten, Iheisst es •in dem Bericht weiter, vom!Kontinent!immerzu Juden zuströmten•. hat der Strom ׳,in diesem Jahrhundert, aufgehört; heute sinkt die Zahl der Juden Englands raflig. Viiele jüdische Familien aus dem 18. Jahrhundert sind entweder ausgestorben oder deren Nachkommen gingen in der allgemeinen Bevölkerung auf; ihr Platz wurde von der Nach- ׳־0-0-־0-0-־0־*־0־-0-0-0-0-0־-כ 0-0־*-0’0-0־*־0‘*‘0 o Tragen Sie ö oder Scheitel}? die nicht mehr modern sind! Durch bequeme TEILZAHLUNGEN wma₪₪H₪₪₪a₪a₪t₪m₪₪₪sa₪₪₪₪m ist Ihnen e:möglichl, durch das führende Haus in Dauerwellen und Bubikopfschneiden die modernsten und schicksten Haarersatzteile zu erwerben FRANZ EMMER Spezialperückenmacher und Damenfriseur WIEN, I., MAHLERSTRASSE Nr. 5 Telephon Nr. 77-0-54 ■••0-0-0-0-0-00-0־»־0-־■.Q0-0‘«־0־-0'-0־*־0־-0־»־• * o ♦ o i ö i ö i o i ö i ö 1 ö i ö * o i kominenscliaft cingew ander :er Juden eingenommen. Ater auch diese Generationen anglisieren sich allmählich und verlieren die beisonderen jüdischen Wesenszüge. Als das Armenamt vor 67 Jahren errichtet wurde, zählte die Londoner jüdische Gemeinde etwa 40.000 Seelen. Die Gesamtmittel, die dem Armenamt i׳m ersten Jahre zur Verfügung standen, waren 440 Pfund als Beitrag der drei Stadtsynagogen und 914 Pfund au ׳Privatspenden. Dennoch schloss das Jahr mit ditiem Aktivmn von 200 Pfund ab. Später natürlich wuchsen Einnahmen, wie Ausgaben. Seit 1881, als;infolge der ׳infamen russischen Maigesetze und der Judenverfolgungen hi Rumänien eine starke Einwandemriig einsetzte, bis zum Kriegsausbruch 1914 und darüber hinaus waren die Bedürfnisse so hoch, dass die Gemeinde sie kaum bestreiten konnte. Audi das Jahr 1925 schloss mit einem Passivum von 20.043 Pfund ab. Ein Manifest des Budapester Oberrabbiners an die ungarischen Patrioten gegen Numerus clausus-Gesetz. Anlässlich des Passahfestes hielt Obsrrabbiuer Dr. Simon Hevesi :im grossen Tempel eine Festpredigt, in der er sich mit dem Numerus clausus beschäftigte. In ergreifenden Worten schilderte er die Leiden der durch das Numerus clausus-Gesetz ,in das Ausland gedrängten jüdischen Studenten, die er als Märtyrer des Judentums bczeichnete. Zum Schluss sprach er die!folgernden,. als Manifest an die ungarischen Vaterlandsfreunde gedachten Worte, die die nach mehreren Tausenden zählende. Gemeinde stehend anhörtc: ״Im Namen G־ttes und :der Menschenliebe richte ich van dieser heH'igen Stätte an die nichfcjiidischen Patrioten, denen das Schicksal unseres Vaterlandes am Herzen liegt, den Appell, für die Abschaffung dieses Ausnahmegesetzes zu kämpfen, haben doch schon bedeutende Staatsmänner ihrer Ueberzeugung Ausdruck verliehen, dass der gute Ruf Ungarns im Auslände die Ausmerzung dieses unseligen Gesetzes, das nur a׳ls Ausnahme- Institution gedacht war, erfordere. Es!ist unser innigster Wunsch, dass unsere studierende Jugend wieder!ins Elternhaus und in die Heimat zur Pflege der Wissenschaft und Kultur zurückkehren könne, ein Wunsch, dessen baldige EriiiUung auch!im Interesse des gesamten nichtjüdischen Ungarturns Hegt.“ * ' Personalien. Rabbi Dr. Hiilel Klein S. A. Der •Rabbi von Oheb Zedek ist im Alter von 77 Jahren Sonntag,!den 21. März verschieden. Zwei Tage später verschied auch seine Frau. die vom Ableben ihres Mannes nicht verständigt worden war. Beide hatten die jetzt :in Amerika stark grassierende Lungenentzündung. Rabbi Dr. ■Klein wurde im Jahre 18401 in Baracizka geboren. Er hat verschiedene Jeschiwoth •in Ungarn, darunter auch jene von Dr. Hildesheimer, besucht. Seine Universitätsstudien hatte er 111 Wien absolviert. Im Jahre 1880 wurde er nach Libau als Rabbiner gewählt), wo er zehn Jahre lang wirkte. ׳Durch die Schikanen der russischen Regierung sah er sich genötigt, Russland zu verlassen. Auf Einladung mehrerer ungarischer Synagogen kam er dann nach New York, wo er der geistige Führer aller ungarischen Synagogen wurde •und auf dem Gebiete des Kaschruthwesens in New York und in ganz Amerika Hervorragendes leistete. Er war der Nassi; des Kolels Schomre Haohomoth, wie er überhaupt zu jeder Zeit ein sehr reges Interesse .für Erez J'isroel bekundete. Er stand ׳in Amerika an der Spitze der Agiidabewegimg ■und hat noch in den letzten Wochen anlässlich der Anwesenheit der europäischen Agudafiihrer in New York an vielen Veranstaltungen präsidiert. Seine Bestattung fand Montag unter ungeheurer Beteiligung von New Yorker Juden!statt. Man• ■schätzt die!Anwesenden!auf 20.000Pcrsonen. Der Verblichene hat Nachrufe testamentarisch verbeten. In stummer Trauer zog ׳der Leichenzug vor den Stätten seiner ausgedehnten und segensreichen Wirksamkeit vorbei, um ihn zur ewigen Ruhe zu betten. Er hinterliess •fünf ■Söhne und zwei Töchter. Sofie Grünfeld 70 —־ Jahre. iRetgianiMig mrud israelitische Kulbudgemieiinde,!und die ,■Weibliche Fürsorge“, eine Vereinigung der Spitzen von 50 cliaritativen Vereinen, sandten Deputationen, um Sofie Giriüni ieilid, d!k\ auch auf ׳dem Gebiete der!sozialen Fürsorge in Wien ausserordentliche Verdiensle enwarb, zu ehren.!Ministerialrat Dr. iNüimbergier iibeirreichte ihr lim Namen :des •Ministeriiums für •soziale Fürsorge •da« Uffeieirskreuz vorn (Roten!Kreuz, wobei er (betonte, dass'1bister nur Marianne: HainLsah!diesen Orden: besitzt. Der Präsident der Israelitischen iKiultJusgemeinlde, Generalstabsarzt Professor Pick, ider mit dem Vizepräsidenten! Id!e!r ׳Kultusgemeinide!Doktor Ürn!stein uiild׳ Amtsdirektor ,׳Fudhstgellib ersei1:i!em, •feierte Frau Gri'mfelid!in, schwungvollen Worten; als Schutz und Schirm •der Wiener •jüdischen ׳Kinder. Gerneimderat Melcher und General-!d'irektor Sauerbrumn, Frau Reg ine lUllmann und Hofrat Ehrmann sprachen!im!Namen der Vereinigungen, ideriem ׳Sofie Grünte kl als eitrigst arbeitende Vorstands'kraft amgdhört. Die Jubilarin feiert ihren 70. Geburtstag!irr vollster geistiger Jugendlidhkeit •und körperlicher Frische. •••••••••••••••י•••••••••• Herr Dawid Ehrenfeld u. Frau Wien, II., Gr. Sperlgaase 37a Herr Emanuei Rosner u. Frau Komarno (Tschechoslowakei) beehren sich hiemit alle Verwandten, Freunde und Bekannten zur Trauung ihrer Kinder HEDY und JACOB die s. G. w. Dienstag, den 13. April (כ״ט ניסן) Galanda (Restaurant Fischhof) um 2 Uhr nachmittag stattfinden wird, höflichst einzuladen. Statt Karten. Die Moderne bedroht die jüdische Familie in Deutschland. Die Flucht vor dem Kinde. Die neuesten statistischen Uintersiidhuingen.!die von Dr. Felix A. Teilhaber (Berlin), dam bekannten Arzt, Schriftsteller lind Statistiker, Verfasser des vielbeachteten und vielums:lr.ittenen ■Buches ״Der Untergang der deutschen Juden“, für die jüdische ׳Abteilung der Hygieneausstellung ׳in Düsseldorf 1926 (Gesolei) gemaoht wurden, ergeben interessante Wandhingen •der •Gebiintenvorgänge bei den Juden in! Berlin. Abgesehen von dem relativen Rückgang der Eheschliessungem. ist auch .fn deren Fruchtbarkeit eine weittragende Aenderung vor sich׳ gegangen. Im Beginn, des Jahrhunderts setzte sich allgemein die Einschränkung •der Vielgeborenen durch, und zwar so, dass im Jahre 1910 bei den Juden Berlins noch;immerhin auf 100 Erstgeborene 10 siebente lind noch Meli!•geborene kamen, während jetzt, diese Zahl auf 1 gegen 100 ziirückgegangen ist, wogegen wir anno 1860 mW 35 bis 40 siebente und mehr Kinder auf 100 Erstgeborene zu!rechnen hatten. Aber auch die dinitten־ K!i׳n der in der Ehe werden zur Seltenheit. Auf 8 Erstgeborene kommt (1922/23) ein dri׳t:geborenes Kind und sogar die Z we i!!geborenen werden in weite- •stem Ausmasse b׳e s ehr ä mk t. 1910 konte Theilhater aut 100■ Erstgeborene 90 Zweitgeboreue feststellen, 1922/23 entsprach ■das Veihältuis nur noch 55 Prozent, im ganzen Westen von Berlin nur noch 45 Prozent, so dass also bereits die Hälfte der iiberiiaupt fruchtbaren :Ehen auf ein zweites Kind verzichleten. Vollzog sich am Ende ■des 19. Jahrhunderts .der Um- Schwung der jüdische 11 Ehen zum D!rc i k i n d e r s y s te in, so konnten Untersuchungen von Tibeilhtter (11. a. die Preisschrift den־ Gesellschaft für Rassenhygiene) •für die letzte Zeit vor; dem!Kriege das Aufkommen des Z w e i k i 11 d e r- Systems nach weisen, das jetzt ziemlich rasch eine Um- Stellung zum E i nkind er s y s te m erfährt, wohlbemerkt bei den Ehen, die überhaupt, nochfruchtbar sind. Der Prozess der völligen K in d e r 10 s i gkeilt gewinnt nämlich auch an Raum. Man kann ihren Anteil auf 25 Prozent aller Ellen iiberiiaupt annehmenj, während man früher mit etwa 12 Prozent oder noch weniger rechnete. Bei der Frage, ob dieser Prozess weiter fortschrei'teb, sind zwei Faktoren zu beobachten. Einerseits hat der Zustrom östlicher Juden den noch stärker sich auswirkenden Geburtenzerfall aufgehalten; alle Verwaltungsbezirke Berlins weisen!noch eklatantere Ziffern auf, als der Bezirk Berlin-Mitte, fn dem die Ostjuden dominieren. Ferner zeigten die Geburten- Vorgänge bei den Mischehen, dass!es eine untere ■Grenze der Fruchtbarkeit praktisch nicht gibt. Auf 100 Ln den Jahren 1921/23 erfolgten!Mischehen zwischen Juden und Christen wurden überhaupt nur zirka 30 Kinder geboren und auf 100 neugesChlossene Mischehen kamen etwa 25 Erstgeborene, so dass sich also die Mehrzahl, 75 Prozent, dieser Eheschliessenden zur Kinderlosigkeit überhaupt entschlossen hat. Die ungesunden Wirtschartsverhältnilsse fördern die Unmöglichkeit der Familienbildung. Am krassesten äussert sich die sexuell anormale Lage in folgenden Vorgängen;. 1, Die •Zahl der unehelichen Mutterschäften im Verhältnis der Geburten steigt vom Westen' zur (Mitte und zum Osten, wo die ärmsten Juden wahiien, von 2 bis 1'8 Prozent, wobei sich für die einzelnen Bezirke ■eine fast mathematische Proportion je nach der wirtschaftlichen Lage ihrer Bevölkerung feststellen lässt. 2. Das Alter dar!Mutterschalt, respektive ,der Vaterschaft ■wird weiter hmausgeriiekt. Von allen, •die überhaupt Väter wurden,waren nur ein Viertel unter 30 Jahren, so dass also ein Achtel ׳der ganzen männliehen Bevölkerung ein •Geschlechtsleben •führt, das bis zum 30. iL'Jbensjahr dem! Zeiug!u׳ngsv01׳ga1ng nicht dient. Bei den verheirateten Frauen kamen erstmalig 30 Pnozeml bis zürn 25. Jahre nieder, 27 Prozent nach dem 30. Jahre. Auch hier ergaben sich gegenüber den Jahren vor dem Kriege deutliche Verschiebungen: Die Elternschaft .׳tiirtt •immer später ein. Die Mutterschaft rückt immer mehr in die zweite Hälfte ■dier Fruchtbarkeitsperiode des Weibes. Die Fruchtbarkeit wird eben rationiert. Eine Beobachtung des Berufes der Eltern zeigte noch immer eine deutlich stärkere Fruchtbarkeit ■der reinen ■jüdischen Arbeiter, aber auch ein Streben der Arbeiter zur Mischehe. Ueber ■die Hälfte ■der Kinder der verheirateten Proletarier entstammen M'ischeJien, wobei die vielen Fälle von Proletariereilen, •in denen der jüdische Teil •getauft ,oder freireligiös ist,• als Mischehen nicht mitgezählt werden könnten. In .Wirklichkeit hat das jüdische ׳״Proletariat also in der Sexualfrage ■eine deutliche Angleioliung an die Umgebung vorgenornmen, während gerade beim selbständigen jüdischen Handwerk Nachwuchs aus Mischehen verhältnismässig selten :ist. Der jährliche jüdische Nachwuchs ׳in Berlin, der für die Jahre 1921/23 ■etwas über 2000 Geburten betrug, liefert bei einem angenommenen Durchsclinittsalter von 50 Jahren eine Bevölkerung von 100.000 jüdisehen Seelen, während man •die Zahl der heute an Berlin lebenden Juden auf 225.000 schätzt. Auf Grund der vorliegenden statistischen Unterlagen ■istd׳er •Rückgang■ der Berliner Juden aus sich heraus (ohne Berücksichtigung der;Zuwaiiderutig) auf die 11־ ä 1 ftc ihrer Za 111 mit absolut matlie- •matischcr Sicherheit auszureclmen. Es sei •noch!bemerkt!, dass ׳in den Jahren 1921/23 4558 rein jüdische!Ehen und 2432 •Mischdien geschlossen worden sind. Von der minimalen Nachkomineiißchaft aus ׳den Mischehen wird nur ein Fünftel ׳ der Fälle .in der jüdischen Gemeinschaft aufgezogen. Die Bedentuug dieser Zahlen ist so gross, dass die jüdische Oeffentlichkeit allen Grund hat, sich mit diesen Problemen zu beschäftigen. □ם□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ ם □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ ח Suche für meine Schwägerin Ostjüdin, in Deutschland erzogen, junges hübsches gebildetes Mädchen, 50.000 S Mitgift, charaktervollen, gebildeten, streng religiösen Kaufmann oder Akademiker zwecks Ehe Offerten unter ״L. B. 5507״ an Rudolf Mosse, Leipzig □ □ □ □ □ □ □ ם □ □ □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ם SCHOCHET שו״ב ת״ח וירש, מוהל ובעל קורא קבליח mit langjähriger Praxis und erstklassigen sucht Posten Referenzen bei Sr. Ehrw. Grossrabb. J. Friedmann (Husiatyn), Wien, IX., Nussdorferstrasse 14. Zuschriften unter ״Sochet Mumche ‘ an die Wiener Administration des Blattes. Oll Rückgang der jüdischen Ehen in Deutschland und Zunähme der Mischehen. In der ßtets lauer ״Jüdischen Zditung“ ׳wird eine Ueibersiolit über die jiiidiisclien Ehen in Deutschland veröl‘־ fentliicht, Ilm Jahre 1901 wunden 3878 jiildisdlie Ehen■, _ 51512 (16.8 Prozent) Mischehen; im Jahre 1905 — 3905 jüdische Ehen, 805 (20,5 Prozent) Mischehen; 1910 waren 3880 jüdische Ehen, 973 (25 Prozent) Mischehen; 1915 — 1098 jüdische Ehen, 1078 (97,9 Prozent) Mischehen; 1920 — 7497■ jüdische Ehen, 2033 (27,1 Prozent) Mischehen; 1921 — 5617 jüdische Ehen, 1753 (31,2 Prozent) Mischehen; 1922 — 5025 jüdische Ehen, 1862 (37 Prozent) Mischehen; 1923 — 4833 jüdische Ehen, 1813 (37,5 Prozent) Mischehen geschlossen. Die Höhe der Mischehenbewegung wurde durch die zahlreichen Kriegstrauungen im . Jahre 1915 erreicht. Hierauf fielen sie allmählich, um siph; dann wieder in' stark aufwärts gerichteter Kurve zu bewegen. mit Praxis sucht Posten, wo Samstag• geschlossen. Gefl. Zu- Schriften unter ,,Gute Referenzen vorhanden“ an die Wiener Administration des Blattes. "^"כשר SelchW&P6D IGNAZ RÜJDER, BRATISLAVA. Keren Hatora Unterstützt insgesamt über 500 Thoralehranstalten in Palästina, Oesterreich, Litauen, Lettland, Polen. Rumänien usw. mR insgesamt 250.000 Schülern. Spendet für Keren Hatora. Ost. Postsparkassen■ Konto Nr. 143.05$ Q

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