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Jüdische Presse · 1926-03-19 · 12 (19.3.1926) · p. Seite 94

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
12 (19.3.1926)
Date
1926-03-19
Page
Seite 94 (sequence 6)
Language
German
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Seife‘ 04; JÜDISCHE PRESSE. Nr; 12 ite eigene Mutter fürs Geld verkaufen, an die ...Feinde des indischen Volkes“ ׳verschachern, wenn ׳es iihr persönlicher, esoistisäiar Vorteil wäre und!wenn — die edlen und selbstlosen Zionisten, einschliesslich Dr.!Emil Marsulies in Leit me ritz, sie daran nicht hindern würden.!Das nenne iah eine ,Resolution mit hohem Schwung. ,Das ׳macht altes wieder gut. Das' ׳bringt e n. nur er. Dr. Emil'tMargulies in!Leit me ritz, zuwege. Jetzt muss sein! Name auch ׳bei .den orthodoxen Juden bekannt werden. Er wird natürlich vors 'Strafgericht geladen. Br wird sich verantworten müssen. Am ׳Ende gellngt’s ihm sogar — 1M ä r.t y r e.r zu werden! Märtyrer seiner ״politischen“ Uelberzeugung von der Verwerflichkeit einer jeden Ansicht, die den Zionisten nicht in den;Kram passt. Märtyrer ■seines :hohen Schwunges und seiner edlen Denkweise über Männer, die sich erlauben׳., über Juden und Judentum anders zu denken a!ls er. e u, Dr. Emil Margul'ies im iLeihnenfcz! Dr. Emil Margulies •in Leit-merii׳z wind also das Glück haben, ״vor .Gericht“!zu gelangen. Das wci!ss er jetzt. . Und wahrlich, er schient ■und!fürchtet diesen■ .Gang zum Gericht nicht. Was hat er ׳denn getan? Ein ׳paar ״!klerikale“ Politiker, einige Rabbiner •und orthodoxe Rabbiner öffentlich ■verleumdet? Das tu:!nichts, dafür ׳wird n1a.n nicht gehängt. 'Einmal im Schwung, muss dafür gesargt werden, dass aiuah Ibis dahin!die;zionistiscilie und nichtzionistische Wellt!von ih׳m>. Dr. Emil Margulies in Leitmenitz, zu reden hat, ״Vor Ge rieh t“, er, Dr. lEmil Margulies in ,Lei tm׳e ritz, ״vor Gericht?“ O nein, umgekehrt! Er. der Mann von Schwung, schreibt einen Artikel, versieht ׳ihn mit einer Kollektion van ׳UeibeT.sahritten und an!der Spitze gross und fett, vvie ein ׳jüdisches Wort, wenn e r cs lesen können •soll: .K öl oman. Weber• un d Genoss«« ׳vor ׳Gericht!“ Das ist wieder so ’;ne!Sache׳, die imponiert. Zum Beweis: Särntliehe ,zionistischen Zeitungen haben Raum ifiiir dieses herrliche Geistesprodukt. Nicht er also, e r, Dr. lEmil; Margullies!in :Leitmeriitz, wird sich .,vo!r Gericht“ zu ׳verantworten! halben, sondern seine Kläger. Denn er hat 'einen mächtigen und ׳ficfibohrenden iRrcil in seinem Köcher. Er lliat da eine grosse!Partei hinter sich, die bereit .ist׳, für ihire heilige Ueberzeugung seinen Mut einzusetzen und nötigenfalls ,ihm auch einen!Bären aurziilhindcit. um ihm .zu der ersehnten Mäity renkrome ׳zu verhelfen. Da ׳erschien vor drei Jahren •in Amerika, ein schön ausgestatteter Bericht!des amerikanischen Jewish!Relief. Committees. Dort wird auch über die Unterstützung berichtet, die den־T!110rainst׳itutionen in! der 1Slowakei gewährt wurde. Dieses Geld ging nidht •durch.die Hand lumsarer Zionisten; weilen der Pressb'iinger ״Volk.werband“ noch der .Prägen״ ־!Nationalrat" hatten die Hand im Spielte. Wer weiss, was daraus!noch werden kann? Diese Orthodoxen könnten gair ■noeih so dreist .werden, Re dhen schart über ׳die Beträge ׳zu verlangen, die diese und andere zionistische Körperschaften für gemeinnützige jiidlsahe Zwecke aus Amerika erhielten. Das■ ׳wäre fatal! in diesem Bericht zeigt sioh schon ein! Ansatz ׳dazu. Das amerikanische Hilfskomitee weiss nämlich genaue!Einzelheiten itilbeir die• Ver י. Wendung der Gelder!zu her ich! teil!, die an die Orthodoxen ׳(•zu Händen des Oberrabbiners von Pressburg) gebilligten. Da■ droht •Geiialir! Das ׳erkannte man! schon vor ׳drei Jahren; Damals musste der ■Prager O'berrablbiner• Dr. B r 0 d y mit der Verdüchtigung, hervortreten,. Ei ׳erhielt ׳eine ausreichende!Antwort. Sie war. in unserer' .״Jüdischen• ׳Presse“ Nr. 36-37׳ vom?. September ׳und N׳r. 38-30! vom 2*1. September’ 1923 zu lesen. Er!dliinfte inzwischen aus Amerika erfahren haben, wie läciherlieh sein —!Hass!ihn •gemacht hat. Audi weri.11! -in ■der A.ntivort nicht ausdrüokllidr ■gestanden, hätte, •dass dte!gesam;׳.t Korrespondenz mit. dem Hilfskomitee ״j e de r,ma-n!n zua E;ir׳n s 1׳ cJ1! t n a 1h m e ״0׳f׳f e n s .t e h׳ t“; ׳würde ׳er sich ,׳juawisdhen überzeugt harren,!dass die . a in! id a s H i l f s ׳k 0 m i t׳ e e & ■*.. sam׳d׳ten Verrechnungen .aibsolut korrekt ׳waren und nicht einmal die!im gedruckten (in Amerika gedruckten!) Verzeichnis auffallende verschiedene' Bezeichnung einiger Ortsnamen' ent- •Welten. Diese VerscteedenlhörÖ sich wahnheitsgemäss ׳zu erklären׳,!dazu gehört-wahrlich nicht sehr viel Kombinationisgalbe. Wo diese fehlte, hätte •ein ■Blick in!die lange Zeit ׳jedienmarin freigegebenen Kopien ׳im orthodoxen. Zeritrallbureau nach'- geholfen. Und nach ׳drei■ Jahren hat der grosse •und kühne Dr. Emil ׳.'Margitli׳e׳s in!Leitmeriitz diesen Schatz gefunden! Mit ׳Hilfe ׳dieser gewaltigen. Entdeckung hofft er, sich vom Angeklagten ״vor ■Gericht“׳ zum Kläger aiüfzuschwingen und bittet ׳deswegen flehentlich, die Anklage auah auf diesen Artikel auszndehnen. Ja!; er f0/rd2׳rt, zur Verantwortung gezogen 011׳ •werden. ׳Ist ׳das nicht ein •Zeichen seines guten ■Glaubens und seiner starken Zuversicht״ ׳vor ׳Gericht“? Sei« Wille soll geschehen! So erfahren ׳wir von zuständiger ׳Stelle. : ■ ' - #- 1Zmm selben׳ Gegenstand ׳ersueiht ■uns Herr ׳Kultusgemeinde־ Vorsteher ׳Markus Weber •in Sfiupa va um VeröftentlidH'iung .folgender an die Redaktion der in Prag erscheinenden zionististisühen. ״Salbsbwehr“• gerichteten Zuschrift,' A׳u׳t. orth. Israelitische Kultusgemeinde Stuipava. 43-026. 1Löbl. ׳Redaktion •der ״Selbstwehr“, Prag. 111׳ ■dem ׳in llhr׳e׳m werten Blatte Nr. 1!1, Seite 4׳, vom 112. März veröffenfialiten ״,offenen Briefe“ des Herrn Dr. :Emil Mairgmliies finde ich auch ׳unsere ׳Gemeinde und auch meine Person apostrophiert. ,Ich׳!ersuche Sie min, nachstehende Antiwont in Ihrem werten Blatte zu veröffentlichen: ■Herr D.!׳..Margulies!hat!in seinem offenen Briefe imichtbar viel zu fragen!. Offenbar tut e׳r ■dies nicht aus ■Gründen hämischer׳, böswilliger Verdächtigungen, sondern weit sein ehrlich ,״jiiidisc.l1׳n׳atiönades“ Herz ׳dabei blutet, zu seihen׳,!dass die ■guten amerikairischen Dollars an •ihm nicht sehr genehme Adressen, gelangten.;Bloss;bei unserer Gemeinde!• ׳hat er das Fragen׳ nicht mehr nötig. (Hier scheint er ausgiebig und gründlich orientiert zu sein. Er weiss genau •1Datum!, Seite und Nummer ׳unserer Protokolle׳ anzugeben, aus weichen!!ersichtlich sein׳ soll׳!, dass die •hierher gesandten amerikanischen Untersiütznnigsgelder' in die Kultusikassa geflossen seien, •mit dem Zwecke, einige Kulitussteiuerermässigamgen vornehmen zu können. Iah darf es nun vorausseteen, ׳dass ׳en. der ״Ritter ohne Tadel“, einiger-!nassen auch In unseren. Statuten• orientiert sein! wird, die ausdrück!leih bestimmen, •da9s Protokolle inair ׳mit Zustimmung -dies Kultusvorstehers ausgefolgt werden können. Zufällig ׳bin 'ich seit 16 Jahren hiesiger Kulfiusvarstehen und kann daher autoritativ erklären, ׳dass ■diese van ,ihm angeführten Protokolle ■von mir weder verlangt hoch aaisgefoOgt wurden. Der edle!Herr Doktor wird ׳wohl von ®einen gesin!u׳u11gs׳tre׳uen1 Verbänden, und Gemeinden Kenntnis ׳erlangt׳ haben, dass wir bien, wenn deswegen angegangen wind, Giern eindebeschlüsse, auch •in!Form von Protokollau'sziigen, amtliclli ׳ztigehen lassen: ׳und!ich kann ihm ׳nur versichern, ׳dass, wenn ׳er ׳bei mi,r um ■die auf iiuissre Gemeinde Ibezüglicilien Daten ׳und Protokoila11sziig׳e1 in A11׳- gelegenheit!der ׳amerikanischen ׳Unterstützungsgelder angesucht hätte, ׳diese!ebenfalls bekommen hätte.• ׳Br. hätte damit einerseits erreicht, ׳dass 1er •sie a׳u;f erlambitem •Wege erhalten hätte ׳und andererseits, ׳dass er vollständigere und ׳der Wahrheit .en׳tsprechende Daten bekommen und sich nicht •der Lächerlichkeit ausgese'tzt hättet,!die ungeheure ׳Unwahrheit nachizusChre'ilben, dass Stupava überhaupt keine Talmud Thona besas®. Bei׳ den •traurigen ••moralischen Vorstellungen!, ׳die (Herr Dr. Margulies und seine hiesigen Handlanger von Verleumdung und Ehrabschneiderci •zu ׳haben scheinen, muss ich mich wohl noch schön bedanken, dass nicht e;1vvas produziert ׳wurde, woraus herausgedreht werden könnte, dass ■die Beträge glteich in meine Tasche sich verirrt hätten. ■Und nun zur Berichtigung! Es ist nämlich entgegen der Behauptung Dr. M.’s Tatsache,!dass Stupava ׳von jeher eine Talmud Thora besass und ■in׳ ihr in!der von Dr. Margulies angeführten Zeit täglich vier Stunden Talmud Thora-׳Unterricht erteilt wurde. Tatsache ist auch, dass die ■LaiKkskumzlei auf sämtliche uns ׳zugewiesenen Beträge Bestätigungen erhielt, versehen mit meiner Unterschrift als Kultusvorsteiier und der Unterschrift ׳des Eibrw. Herrn Oberrahbiirers als Präses der Talmud Thora-Schafe, Bis ziun Umsturz!erhielt diese von der Kultuskassa bloss eine Subvention von zirka?5 ׳Prozent des Gehaltes •des - Talmud Thora-Lehrers: der Rest ׳wurde durch Schulgelder, Tempelspenden und Mitgliedertaxen 'hiesiger und Wiener GöniYer hiesiger Abstammung gedeckt. Erst nach׳ ׳dem Umsturz, als die Mitgliedtaxen von Wien ziizufHessen auihörten, der grösste Teil ■der Schulkinder aber mittellos ׳war. haben wir •die Schulgelder und!Mitgliedfaxen abgeschafft und׳, um ■den Bestand der Talmud Thora-Schute zu retten, beschlossen, :!rote der tristen Lage ■der ׳durch Plünderungen arg •in Mitieidenschaff gezogenen hiesigen Gremeindemitglieder ׳den ganzen Bedarf der Talmud Thora-Sclhuite’. mit Ausnahme der beibehalltenen Temipelspeudeu, aus der Kitten skassa zu decken. Seither verwaltet die ■Gemeinde selbst mit iHeranzieilumg zweier alljährlich von der ׳Repräsentanz gewählten Talmud Thora- Gabaitn sämtliche Einnahmen und Auslagen!der Talmud Thora. So ׳sind auch •die von Dr. •Margulies angeführten zwei Protokolle zu!verstellten, laut welchen •ich ■der Repräsentanz meldete, dass die!Gemeinde ״fü r die Talmud Tlhoira“ ,tscih. K 1000 er- ׳hielt, welche zu diesem ■Zwecke ׳der Kiultwskassa übergeben!ii-tud sowohl in dem Kassabticlh als auch i׳m Bilanzbudh unter den Talmud Thora-Einnahmen ׳verbucht und für diesen Zweck verwendet ׳wurden. Es ist nicht wailm dass ׳der Effekt!dieser Unterstützungen eine Ermässigitmg!der Kuftusstener wir׳. wahr ist vielmehr, dass ®eit• 1012I1״ als wir die •ersten Unterstützungen erhielten, die Kiulitussteiuer!beideutend erlhöht haben und au011 das Gehalt des Talmud Tihora-Lehrers in ׳diesem Jahre um tsch. K 11200 erhöhten. Seit zwei Jaihiren befindet sich der Talmud Thora-Leihrer im Krankenstand bei •vollem Genuss seiner Beziige und• die .:K1ultus׳ge!rneirde bezahlt aus der Kultuskassa auch seinen Vertreter. Darin hat!Herr Dr. Margulies freilich recht: Wenn wir keine Unterstützungen bekommen hätten, auch ׳dann hätten . wir .die Talmud .Thora nicht fallen gelassen. Wir hätten uns. daun eiben ׳noch mehr angestrengt . und noch rn e h r ׳Steuern bezahlt. ׳ Ifclh glaube, dass die Intention der amerikanischen. Spender gewiss ׳die iwar, ׳gerade ׳die llnstitutionen solcher• kleinen G׳emeimleir, ,wie •die unsrige ,zu’bedenken; auch׳ wenn zufällig der Bruder des iKanzleipräses ■dort!Kalten svors'teilteir •ist. ׳•Olh-ne midi; ■einer U&bertreibung schuldig zu rnadheii/, ■darf ich behaupten, dass unsere .Gemeinde ׳eine der mit! Kulbussteuerri meistelasteten ׳Gemeinden ׳der ■Slowakei׳ ist. Beinahe alle Mitglieder aber י tragen ׳mit jüdischer autopferaideir Lte׳be d׳i׳e®e' Lasten ׳für!die Aufreobterhaltaugt ihrer altelhrwitirdiigen ilnstitutionen,!wie Tempel, B;׳th• 1Hamidrascih, iMikivoih, Talmud Thora, . jüdische Volsscbiüle un!d gegenwärtig auch Jeschiwu Und ausserdem noch ׳mehrere humanitäre Anstalten. ,Keine ■Regel ohne Ausnahme.“ ׳Auch, ׳hier gibt׳ es ׳eine ganz kleine Anzahl von Leuten!, d!i!e keine: Kultussteuer zahlen ׳wollte 11, trotzdem sie Gelder auf!Bälle und ׳Unterlhaltinngen haben. ׳Diese Leute ׳stellen aber jedenfalls Herrn ׳D;r. ׳Margulies näher als uns.!Wenn nun, alle anderen von Herrn Dr. Margulies in seinem' offenen'Briefe erhobenen Anklagen, aus solch verlässlichen ׳Quellen geschöpft ׳sind ׳wie die hiesigen!, ׳dürfte er schon heute siolt •eines •recht!ergötzlichen Ausganges .seines Prozesses gewärtig machen'. ׳S t ׳u ׳p a v a, 16. März 1026. ׳ 1M a r k u s W e b!e■r. K1ultu׳sgem«indevo:r.s:e!her. כשר של.פסח saiumiARKE Unsere Ware wird aus Rohmaterialien, die aus dem eigenen wirtschaftlichen Betriebe hervorgehen, hergestellt. Ferner vermeiden wir aufdringliche kostspielige Reklame und sind dadurch in der Lage, denkbar beste Qualität preiswürdig zu geben. Unsere Ware steht vom Rohprodukt angefangen bis zur Expedition der fertiggestellten Ware unter Oberaufsicht Sr. Ehrw. des Herrn Josef Abeies, Oberrabbiner der orthodoxen Gemeinde! in Volke Sarluby (Nagy Sallö), ist daher unangezweifelt verlässlich כעןף נעשה תחת^שגחת הרב הגאון מוהר׳ר יוסף אבעלעם אב״ד בק״ק וועלקע שארלוה׳ יע״א. כשר בלי שום חשש ופקפוק כלל אפילו למהדרין מין המהדרי' Achten Sie auf unsere Schutzmarke: Kaffeesack ln allen einschlägigen Geschäften erhältlich. EDUARD FRANKL, VELKä SIAROVCE bei Velkö Sarluhy (Slovensko). Matilde Lessinger C8ehimindszent Verlobte Jenö Schmldl Väcz Hedwig Schönfeld Bratislava Verlobte. Adolf Beck Dolny Vesternic Frieda Heber Nitra Verlobte. 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