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Jüdische Presse · 1926-03-12 · 11 (12.3.1926) · p. Seite 85

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
11 (12.3.1926)
Date
1926-03-12
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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Nr.41 ״ז ,lÜÖLSCHE MESSE Seite 85 >69•«»• ׳Ä1 m « h e c Im o s l o st, k ® 5. Massaryks 76. Geburtstag. Atn 7, März beging die gesamte Bevölkerung der tschechoslowakische» Republik den 76. Geburtstag ihres volkstümlichen ■und in allen Kreisen und Volksschichten aufrichtig verehrten Präsidenten Thomas "G. Masaryk. Die 'Persönlichkeit unseres Herrn Präsidenten hebt ־sich n'ieht ׳ nur wegen ihres hohen Amtes, sondern auch wegen ihrer selbst ragend empor und wirkt ׳wie ein "Symbol für den humanen Geist, auf den sich unser 'Staat nach dem Willen seines Schöpfers aufbaut. Der M e 11 s c b und D e 11 k e r Masaryk bedeutet ein G e b .0 t fiir all die Männer, die an seiner Seite und unter seiner ' Leitung'die tschechoslowakische Republik ausgestalten .und ihre Grundlagen im sozialen und wirtschaftlichen Leben, besonders aber in der kiiitiirellen Zielsetzung verankern. Sein Geburtstag wurde in allen jüdischen Ge: aneinden der Republik mit Festgottesdiensten und feierliehen Veranstaltungen begangen. Dies geschah nicht mir zum Zeichen der Loyalität und in Erfüllung des Religionsgebotes, das uns befiehlt, für das Wohl des :Staates zu beten, sondern in weit höherem Masse aus dem Gefühl der inneren Geistesverwandtschaft heraus, die die in Thora und Tradition gekennzeichnete jüdische Pflich teil weit mit der Persönlichkeit des Herrn Präsi- *׳:enteil verknüpft. . Masaryk ist eine der wenigen Gestalten der •europäischen Wirklichkeit in der Gegenwart, die bei. aller R e a l i t ä t ihres hohen Wollens nach ganz bestimmten und klar durchdachten idealen Zielen hinstreben. Ideen sollen durch Staat und Gesellschaft verwirklicht ■werden. Das ist der Grundgedanke, den Masaryk •lehrt und durch den Staat, dessen oberster Leiter er ist, der ganzen Menschheit künden will. Hier trifft sich j.üdische Ideenwelt!mit Masarjdt, den! Gelehrten, dem Wegweiser und dem Präsidenten unserer .'jungen aufstrebenden Republik; E Die orthodoxe jüdische Presse in der Slowakei. . Auf der orthodoxen Landesversammlung in Kosice wurden;.,zur. .Befestigung der Orthodoxie . und zur Bekämpfung• der ihr entgegengesetzten Strömungen verschiedene Beschlüsse gefasst. Der wichtigste unter aller! Beschlüssen ist m. E. derjenige, bezüglich der Sch a f f u ng ei n er 0r t h0d0x e n J Li d i 1s eben Presse.□“שבכלל דבריו דברי Von der Durchiiihning dieses Beschlusses hängt auch das Schicksal der anderen Beschlüsse ab. Eine wirklich orthodoxe Presse ist das einzige Mittel, durch welches die Oeffentliclikeit belehrt, bekehrt und .aufgeklärt werden kann. . Durch die Presse allein könnte die Orthocloxtie, dcc Agada 0>r'ga u isI e r t werden Nur /dinreh eine z\y eck massige Presse könnten die Angriffe gegen die Ortlio- •do.xie'!a.bge weh r t und der Kampf fiir die Wahrheit der Orthodoxie und der Aguda geführt werden. Unsere erste und zunächst wichtigste Aufgabe ist daher , ׳die Unterhaltung einer geeigneten Presse in unseren! Lande. Wir. wollen: aufklären, begeistern, organi- ■s i e r e 11! Mit diesen drei Losungsworten allein kann das Ziel erreichtwerden. Dazu aber benötigen wir eine gute jüdische Prs9se, eine Presse, welche gleichennassen Männer und Frauen, jung rninid alt, ja seihst ׳die (Kinder mit guter jüdische,r Lektüre• versorgt. Die Erziehung zum Judentum muss schon im zartesten 'Kändesalter heginmen• und ha/t: Ibis au das ,Greise naherzu reichen. Eine orthodoxe, jüdische Lektüre ist heute notwendiger als je. Denn heute gibt es eine reiche nichtorthodoxe jüdische. Literatur in der Slowakei in ungarischer, deutscher und slowakischer Sprache!und San Jargon. L'rfd Aufgabe der orthodoxen ׳Presse wäre es, die Verheerungen, die diese Literatur hervorruffc, wettzumachen. Die Schaffung einer orthodoxen jüdischen Presse ■stösst bei uns'.' auf besondere Schwierigkeiten, weil hier auch manche sprachliche Hindernisse zu überwinden sind. Die Frage, woher die geeigneten Autoren nehmen, darf auch nicht unterschätzt ■werden. Die •wichtigste •Frage bleibt aber: woher nimmt, man das erforderliche Geld? Denn die Aufrechterhaltung einer Presse kostet viel Geld, ja sehr viel Geld. Darauf, dass wohlhabende' orthodoxe Männer aus eigenem Antriebe munhafte Beträge' zur Verfügung stellen werden,, ist nicht, ■viel zu rechnen. Wir sehen doch, dass es׳ wohlhabende orthodoxe. ׳Leute gibt, die sich nicht einmal verpflichtet fühlen, eine orthodoxe Zahnig ziu abonnieren. Es!ist ■eine :betrübende Erscheinung, dass in orthodoxen Häusern vielfach nichtartlio/doxe Zeitungen: gehalten werden, wie man* überhaupt, die Wahrnehmung׳ machen kann, dass von orthodoxen Leuten für nicht- ■orthodoxe,•■ Zwecke mehr gespendet wird, als für orthodoxe. Woher diese Erscheinung? Weil für die nichtorthodoxen Zwecke eine organisierte Propaganda' zur Verfügung steht, was bei orthodoxen Angelegenheiten nicht der Fall ist. Wir benötigen eine■' orthodoxe, P/esse, um eine Propaganda und eine• Organisation izu schaffen,!und .wir bedürfen der Propaganda, ׳unid der Organisation, um eine 'orthodoxe Presse ins Leben zu rufen. . Das Problem ist schwer zu lösen. ,,!Man sollte vielleicht .alle orthodoxen Kultu&gerneinden ersuchen,,'während dreier aufeinanderfolgender Jahre 1 Prozent Kultussteuer ■für' einen Presseforids zu erheben. Ausserdem in braunen S c h a c h t e 1 n laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber aus Erlau כשר verlässlich koscher ,כשר auch heuer wieder in garantiert reiner und ausgiebiger Qualität zu haben bei HEINRICH FRANCK SÖHNE in Kosice Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber und unter ständiger Kontrolle von Sr. Ehrwürden ernannten frommen jüdischen Aufsehern, so dass sämtliche Erzeugnisse verlässlich koscher sind und also von jedem Glaubensgenossen das ganze Jahr hindurch gebraucht werden können. Beachten Sie beim Einkäufe im eigenen Interesse recht genau: die braune Farbe der Schachtel, die Schutzmarke KAFFEEMÜHLE und die Unterschrift HEINRICH FRANCK SOHNE. könnten zwei bis drei Herren, die fiir die Sache genügendes Verständnis haben, die Einzelnen besuchen und grössere Spenden für diesen Fonds sammeln' und zugleich Abonnenten für die orthodoxen Blätter werben. Man könnte auch die Gründüng einer Aktiengesellschaft 'in Angriff nehmen, welche, aut akru-istischer ■Grundlage! von Fachleuten geleitet, ■die kommerziöllc Seite der orthodoxen jüdischen Presse führen würde. Hermann L ö w y, Nove Zamky. Von der Hunsdorfer Jeschiwoh. Wieder in H u n s d 0 r f. Von dem Wunsche geleitet! nach längerer Zeit wieder einmal einige Stunden unter jungen Menscher! zu weilen, die; ihre■ jugendfrische Vollkraft, ihre jugendliche Begeisterung ׳ga'nz׳ dem heiligen Dienste des T 11 o r a l e r 11 e h s־ widmen und nur e 1 n Streben kennen, sich g a n z in ' den, Geist der ת ו ה״ק zu versenken, um sich dann im Berufsleben auf den verschiedensten Gebieten der praktischen Lebensbetätigung nach diesem Geiste zu richten, machte ich am letzten ארך fl einen kleinen Abstecher nach Hunsdorf. Dieses schöne, von nahen Bergen und ragenden Felsen umrandete Karpathendorf •scheint immer noch ein Eigendasein auf' G-ttes Erde zu leben. Es scheint auch' jetzt noch einzig und allein um seiner berühmten JeschP vv oh willen auf der Welt zu sein. Die Manen des grossen Rabbi Samuel Rosenberg צ״ל? ■wachen über diesem Ort. Wie zu seinen Lebzeiten, als er noch selber die von׳ ihm gegründete Jeschiwoh leitete und hunderte Schüler zu seinen Füssen aus dem Quell der Thora schöpften und den charakteristischen Grundzug des ganzen Dorfes biP deten, so verleiht ihm auch jetzt die Jeschiwoh ein ganz eigenartiges Gepräge! Die ' Karpathendörfer der Sips gleichen einander wie ein Ei dem anderen; eine stille Zufriedenheit lagert auf den Gesichtern der Bevölkerung! deren ruhige Gemessenheit in Bewegung und Haltung auf Schlichtheit des Gemütes und biederen Charakter hindeutet. In Hunsdorf merkt man es der gesamten Einwohner■1 schaft schon in־ der ersten Unterhaltung an, dass sie von Respekt vor geistigen Gross ■e n; erfüllt ist; sic ist sich dessen bewusst, dass in ihrer Mitte eine jüdische aller Art gesdimackvoll nur bei Scharf & Schwimmer, Bratislava, Judeng. 30-32 .^61^ כשר ChwaVGJX IGNAZ RUJDER, BRATISLAVA. nur bei Jugendschar sich bewegt, die über den Tag weit hinwegblickt und im Idealismus einer besseren Zeit aufgeht. Da dreht sich alles um die Jeschiwoh. Nur die Jeschiwoh und ihre Schüler bieten den Gesprächsstoff und die kleinen Ereignisse der Jeschiwoh allein bringen eine zeitweilige Abwechslung im ewigen Einerlei der täglichen Pflichterfi'illung. Kommt ein Fremder ins Dorf und schaut suchenden Blickes um sich, er braucht niemand ansprechen, denn kleine Knaben und Bauernmädchen mit gesundheitstrotzenden Gesichtern deuten mit ihren roten Fingern nach dem Hause hin, wo man die Jeschiwoh weiss. Was! sollte denn hier ein Mann aus der Fremde, wenn nicht jenes Haus, in welchem vielleicht ein Sohn oder eilt sotistiger Angehöriger von ihm aus den mächtig grossen jüdischen Büchern .,lernt“? Hier kennt sich die ganze Bevölkerung seit Jahrzehnten mit Namen. Die wenigen jüdischen Familien leben in Eintracht mit den Nichtjuden; man kennt sich und schätzt sich gegenseitig. Nicht einmal der auch unter den Christen mit dem Sammelnamen' ״Bücher“ bczeiclinete ,,Taimudjüngcr“ ist Hier ein ,,Fremdkörper“. Er gehört mit zur Bevölkerung, zum Strassenbild des Dorfes, aus dem man sich ihn nicht wegdenUe־״ kann. Und mögen auch die Gesichter wechseln von Zeit zu Zeit, ein ״Bücher“ ״lernt“■da einige Jahre, dann geht er von danneri, er gellt und ein anderer kommt — der ihm gleicht. Der Typus ist immer derselbe, wie der Geist, der ihn beseelt. Dieser junge Mensch als typische Erscheinung ist hier bereits einheimisch, wie alles, was hier ringsumher seit Urzeiten zum Orte gehört. So war es früher und so ist es auch heute unverändert. Heute ist ein besonderer Tag für die Jescliiwoh. Dem Eisenbahnzug entsteigen zahlreiche Juden aus den umliegenden Gemeinden. Was suchen sie hier? — Die Jeschiwoh zieht sie an. Denn ein Fest soll gefeiert werden, ein Fest der Thora. Ein Fest — am siebenten Tage des Monates Adar. Eni freudiges Fest -- im Schatten der Trauerweide. Eine Gedenkrede über die dahingeschiedenen Männer, die den geistigen Spuren des grössten aller Proph'cten folgten und im Anschluss daran eine שמחה של מצות ob der Vollendung eines herrlichen Werkes, einer geistigen Tat junger Menschen, deren Wollen im ״Lernen“ ausmündet. Es verlohnt sich, sie alle heute beisammen zu selten. Denn heute sind Kummer und Not aus ihrem Herzen gewichen. Alle die Sorgen um das tägliche Brot, diel durch die wirtschaftliche Krisis gerade auf g r o s s c Jescliiwos in kleinen Orten von katastrophaler Wirkung sind, ,werden heute von der Freude über die Beendigung des ש״ס durch die Schüler der Jeschiwoh verscheucht. Ein Doppelsijum vereinigt die Jeschiwoh mit ihren Frcunden zum gemeinsamen Freudenma'hle. Vorangeht die übliche דרשה zu אדר % die den, verstorbenen נ רולי□ וצדיקים gilt• Sc. Ehrwürden Herr Oberrabbiner H.orowitz weiss die Herzen zu bewegen und bei den Schülern den Wunsch zu wecken, diesen grossen Männern zu gleichen. Damit ist der edelste Zweck eines הספר erfüllt. Nach מנחה beginnt der Sijum. Ganz ש״ס wurde unter den Schülern der Jeschiwoh verteilt und von ihnen beendet. Ausserdem wurde ׳ שבחDD von ihnen gemeinsam gelernt. Das Schlusslernen über ש״ס wird vom genialen Leiter der Jeschiwoh, Oberrabbiner Horowitz, im Zusammenhang׳ mit חריפות uncI דברי מוסר vorgetragen, während der □ין□ auf מס' שבח von seinem Bruder, Herrn Sch. S. Horovvi'tz, mit erstaunlicher Meisterschaft durchge führt wurde. Nach dem geistigen Genuss an diesen beiden לרשות setzte man sich zum Festmahl, bei dem man die Jugend in ihrer sonnigen Stimmung sah; Mehrere בחורים trugen לברי חורה vor, andere wieder dankten den! ב1רא עולם m• schönen Gesängen. So ging dies stundenlang, ohne zu ermüden und ohne auch nur auf einen Moment zu vergessen, wie der wahre Frohmut der Jüdischen Jugend sich kundzugeben hat. Diese sprudelnde Fröhlichkeit im Lichterglanz der תייה״ק das ist das rechte Gesicht einer jüdischen Jugend, wie sie sich in der Hunsdorfer Jeschiwoh offenbart. Zwei Uhr nachts war's geworden, als der Körper zur Rast mahnte. Und als mich meine Geschäfte zum! Aufbruch zwangen, sang es noch fort in meinen Ohren und in meinem Herzen vom Lobe der Jeschiwoh in׳ Hunsdorf. I. E. M a n d. 1QO& R E I N E S * FETT AUS KOKOSN ÜSS EN י כשף ״; ■■v Die Bratislavaer ישיבה הטנה Das Verhören in Hauptschiur an der unter der bewährten Leitung: des Herrn Rabbiner ,Baruoh Löb׳l steilenden Voibercitunßstlescliiiwcil! ישיבה 'קטנה wurde am 10. Adar von Sr. Bhmv. Herrn! Oberra'bbmer Schreiber in Gegenwart der Gaboirn und einer grossen Anzahl von Bne Thora vor-, genommen. Der abgeschlossene Winter-1 D T bedeutet einen schönen Fortschritt in der Entwicklung ■dieser vorzüglichen Anstalt,!die ein wichtiges Glied in d׳e’r Kette der Tihoralehr- ■Lnsi'itiutionen ■der •Bratislava'er Gemeinde geworden ist. Mit der Tadmud Tih o ra-S c lianl e beginnend, (kann!heute (der Bratislavaer, aber, auch jelcler auswärtige Vater, der sein Kind nach Pressburg ■schickt, über die J■e sso d e Hathoru- Schule und die J e s c '11 1׳ iw o h K e t a n 0 h zur J e s c :11 i w 011 gelangen ■lassen, oöime׳ die Umgebung des IKindes in schädlicher Weise, wechseln _.zu müssen. Zirka 30■ Schüler von 13 bis. 16 Jahren ׳uiid.,'unter ,ihnen;.1m;ehrere - Söhne Pressbunger Baalöbadim :lernen hier .den ganzer! ‘Tag über .und ,elgnsn^slch . unter ,sorgfältiger geistiger Anleitung ., des ,Herrn Rabbiners; ־ L p b 1. eip. reiches (Mass. von Wissen und; was noch .\vial1.tiger;. ist, einen gediegenen ׳ ■ ■דרך הלימודam der sie :nach einigen 1 ■ J41rph befähigt,; an! jeder ש,י ב ה ־ ' selbständig!zu lernen;; Aajsser .ddn •29. Blatt NtibensobLur .19ratfen;-.die־•Sobülier;. Jm!־-*»ע>י flojssenen .Semester; drei. , 1 ג,י ו ת D mit der grossen Unterstützt insgesamt über 500 Thoralehrans tal ten m Palästina, Oesterreich, Litauen, Lettland, Polen. Rumänien usw. mit irisge- __ samt 250.000 SchUIem, Spendet für Keren Hatora. Ost. Postsparkassenkonto Nr. 143.096

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