Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 9 (26.2.1926)
- Date
- 1926-02-26
- Page
- Seite 65 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b. b. 589) Univcrni tätobiblicthck, i * 1 VJ Id 6 9 t ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion «. Administration! «/ten, 11.,Leopolds• fasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 4594*4־.;! Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Irscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Ffir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. AbpnnemÄ^M^ : Für Ö^teif^dcH ׳^S112 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlnngenrtr Oesterreich: Postsparkassenamt Wien, Konto : Nr. 13.45Ö; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsnarkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko.N.. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 ־ Hp. 9 Wian-Bratisi■«■, 28. Februar 1926 ,ב*ה וינה־םרעסםבורנ י־ב ארו תי&ץ 12. Jahrg• Chronik den Woche■ Die GerneIndeordnung in Palästina. Der offizielle Regierwigsanzeiger veröffentlicht soeben eine allgemeine Verordnung betreffend die r e 1 ig i öse n Gemeinden in Palästina. Auf Grund dieser allgemeinen Verordnung ist der Oberkommissär bevollmächtig*, zu gegebener Zeit die Position der iiidisehen Gemeinden in Palästina durch eine spezielle Verordnung zu regeln. In der allgemeinen Verordnung ist vorgesehen, dass die religiösen Gemeinden juristische Personen sind und Besteuerungsrecht haben. Ihre Funktionen sind aber auf rein religiöse Angelegenheiten beschränkt. Purimaktion des ״Keren Hajischuv“ der Agudas Jisroel. F namkifu r t ׳a. /M. (lAJiPlB.) sin 1Ue׳ber;ems׳tim׳rmmg rmit dem Gesell äftsf üibreniden, Ausschuss ,Wien wurde be• schlossen, für Purim. 5686 eine ׳;Aktion für!den!Keren! iHajisohuv in allen 1 Landesor׳g a;nis!at!i1!0׳ len zu ׳veranstalten. Die Aguda gründet Kreditgenossenschaften in Polen. 1K 01 omiea. (AJ1P1B.) Auf!Grund eilnes!i׳m Warschauer ״Jud“ ׳erschien'enen! Artikels ״Schafft eine Agudabauk“ von Dr. ׳Bemzifon iFessler Wurden in!vielen ׳Städten! G׳al׳iz1iens durch die einzelnen Agudtl-Organisationen die Vorfbersifcungen zur ׳Gründung von Kredit gerjossenscih׳a:f t e n •begonnen. Jn 1Kal01we!a 1selbst, wo!diie iKuitusgeimeiiinide :auch über •eine agudistische Mehrheit verfügt, wunde• anlässlich!der 42. Gene ralv er Sammlung der ״Kommerziellen Kreiditanstalt“ eine agudis titsche. Mehrheit!in die! Diinektiion׳ gewählt. Subventionierung palästinensischer Jeschiwoth und Lehranstalten. Wien (A. j. P. B.) Die Landesverwa.ltu.ng des Keren Hathora in Erez Jisroel, Sitz Jeruisoholaji'm!, hat mit Zustimmung der ׳Keren-Hathora-Zentrale den! Jeschiwoth ,.Sefath Emetli“, ״Nitel Nemunirn“, ' ״Bene Brak“, Töchter-, schule Jerusalem ״Mekor Chain־!“ Subventionen aus den Erträgnissen der Dollaraktion .vom Jahre 1925 gewährt. Die Berliner Agudisten gegen die irreführende Införmation Oromsby Gores. Die am 11. Februar (27. SchWat)! 1926 'stattgefundene Versammlung der־ Orts- und Jugend'-! gruppe der ״Agudas Jisroel“ Berlin fasste־ im ־Anschluss! an ein von Herrn Rabbiner Dr. E. ׳Munk gehalteniesl Referat ״Erez Jisroel vor dem Völkerbünde!‘ folgende Entschliessung: Aus dem Protokoll der 14. Sitzung der! Mandatskommission des Völkerbundes ist ersichtlich, dass1 der Vertreter Englands,, offenbar infolge unzutreffenden Information, die von Rabbiner Sonnenfeld geleitete ״Asch•* kenasische Gemeinde zu Jerusalem“, sowie die palästi-’ nensische Agudas Jisroel völlig unzutreffend, ja herab-1 würdigend charakterisiert hat. Zwar hat die Mandatskommission nach Berichtigung dieser Ausführungen in׳ entgegenstehendem " also die Forderungen der Aschkenasisehen Gemeinde billigenden Sinn entschieden. Gleichwohl1 hält es die Ortsgruppe Berlin der Agudas Jisroel für ihre Pflicht,. gegen die irreführende Information, die der Dar- Stellung des englischen Vertreters zugrunde gelegen hat,! Einspruch zu erheben, indem sie erklärt: 1. Die palästi-‘ nensische Agudas Jisroel, ebenso wie die gesamte Agudas! Jisroel haben den starken Willen zu thoratreuer Aufbau-! arbeit in Palästina. 2. ln der. genannten Aschkenasischen! Gemeinde inf. Jerusalem sehen wir die historische jüdische Gemeinde der Stadt, die geschichtliche Trägerin jtidisehen Lebens in Palästina.. Die Unterdrückung der grund-' sätzlichen Forderungen dieser Gemeinde muss als schweres Unrecht am überlieferten Judentum entschieden züriick-1 gewiesen werden. 3. Die Forderung der Agudas Jisroeli• nach Gewissensfreiheit ist . keine ״Frankfurter Sekten“J Angelegenheit. Sie wird von der ganzen thoratreu.en jüdisehen Welt erhoben. > Universitätskonkurrenz in Palästina? ״Daily Mail“ weiss zu melden,' dass ein ■ Betras von 50.000 ׳Pfand zur *Verfügung gestellt wurde, um Baulichkeiten für das englische College zu Jerusalem auf dem Oelibeng äuszufühiren... Das , englische College auf dem Oelberg, wird den Grundstock für die zu errichtende britische Universität Palästinas bilden. Das englisehe College zu Jerusalem wird von der Jerusalemer ״Mission für den Osten“ geleitet. Das Institut gibt als sein Ziel an Stärkung, des Glaubens •durch Jugenderziehung und •Krankenpflege. Anwachsen der Arbeitslosigkeit. Tiel-Awifw. (!AJ'PB.) Oie .Zahl der Arbeitslosen!wächst alltäglich. Uint'eir ihnen: herrscht .grosse!Erbitterung, weil dii'e z!ionii׳sbilsche!Orgamiisation keinerlei Schritte unfceriniknirnt,' um ׳.sii׳e. Bin ׳ge- .!lügender Welse ׳vor!Not zu schützen. Sie weisen! idaräul ׳hin,!dass!die zionistischen!!Beamten׳ •ungeheuer grosse! Ge- 11äl׳te1\ idje die. der•: Minister "der •grössten׳ Staaten1 übertreffen׳,, beziehen. ' ’ י. Zeitweilige Einstellung der Hilfstätigkeit, der jüdischen Welthilfskonferenz. •Die Exekutive der. jüdischen Weltlhilfs־ konferenzr.,die in .den letzten, Tagen in Berlin ,getagt hat, bat beschlossen,bisjä'ilt^jt^ies;die. lHdlfstät׳igk׳w,ti!e|nz'ustelIen <uhd keine Sammelaktionen ־Yorfflunehihen. ־; i An die gesetzestreue Judenheit Zum ersten Male seit seinem Bestehen wendet sich der Keren Haiischuw : i , . \ an die breiteste jüdische Oefferitlichkeit. Aus .kleinen Anfängen entstanden, ist der Keren Hajischu.w heute bereits zu einem Instrument des Palästinaaufbaues geworden, dessen ausschlaggebende Bedeutung für die Gestaltung der Verhältnisse im Heiliger! Lande sich im letzten Jahre erwiesen hat. Klar und offenkundig liegen seine Leistungen vor dem Urteil der jüdischen Gesamtheit. 50.000 Dunam Land sind bisher in den Besitz der Agudas Jisroel gebracht. Seit Juli 1925 ist die erste Kolonie der Agudas Jisroel, ״Machaneh Jisroel“, in Betrieb und erfreut sich heute bereits1 bei Freund, und׳ Gegner weitgehendster Anerkennung. und Siedlerschüle;sind weitere‘• Zeugen für die gewaltigen Aufgaben, welche der; Keren Hajis'chuw zu erfüllen gewillt ist. Purim 5686 soll der gesamten jüdischen Welt zeigen,f dass die Orthodoxie entschlossen ist,, unter Einsatz; aller erdenkliehen Kräfte, den Forderungen der Gegenwart gerecht zu werden und den wirtschaftlichen Aufbau des Heiligen Landes auf gesunder Grundlage im Geiste der jüdischen Tradition tatkräftigst zu fördern. Wir rufen alle Glieder des jüdischen Volkes auf, der Mizwas Jischuw Erez Jisroel an diesem Purim in ganz besonderem Masse z׳u gedenken. משלוח מנות für den Aufbau des Heiligen Landes belohnen den Geber doppelt und dreifach. Keiner stehe zurück. Keiner schliesse sich aus. Keine Spende ist zu. gering. . Vergesset nicht eurer Pflicht am Tage des Purim-Festes. Direktorium des K e r e n H a j 1 s c h u w. Palästina-Aufbaufonds der Agudas Jisroel. ׳ London — Frankfurt a. M. — Wien — Warschau — New York. Annahmestelle für Oesterreich: Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Wien, II., Malzgasse 12 a. ׳ .־ * Postsparkassenkonto: Wien Nr. 33.406. Bankkonto: Unionbank, Wien, Filiale Taborstrasse. Annahmestelle für Rumänien: Isaak Sternberg,'Or ade a-Mar e, Piata Unirili 2. . Die Lage der Aguda in Polen. Ein Gespräch mit Sejmcleputat Eti-as K i r s c 11 b r a u n, Präsident der Warschauer Kultusgemeinde. Der neugewählte Präsident der israelitischen Kultusgemeinde in Warschau, Herr Sejmdeputat Elias K i r s c 11- •braun, wellte Anfang dieser Woche einige Stunden auf der . Durohreise in Wien. Er hat •dem Zentralbureau .der Aguda einen Besuch abgestattet, um sich hier mit den Agitdafüfireni über allgemeine Agudaprobleme atiszusprechen. Trotz der ermüden'den Reise hat Präsident Kirschbraurt die Liebe ns- Würdigkeit gehabt, einen unserer Mitarbeiter zu empfangen und siel! über die Lage der Aguda ausführlich zu aussen!. Die grosse Bedeutung u׳n!d der moralische;Einfluss der Aguda!können Sie, begann Herr Kirschbraun seine Ausführungen■ am besten an der Tatsache ermessen, dass das Präsidium. der I grössten Kultusgemeinde Polens und des europäischen Kontinents durch Agudisteh besetzt ist. Diese Tatsache wird nicht ־ ohne tiefgreifende Wirkung auf die Verhältnisse der ein- ■ zelnen Gemeinden in Polen bleiben. In. Lod z!, in der zweit- ׳ grössten jüdischen Gemeinde Polens Hat sich diese Wirkung bereits eingestellt. Die Kräfteverhältinfsse in Lodz sind für die Aguda- 1100h günstiger als in Warschau, doch haben dort die * unparteiischen Orthodoxen den Fehler begangen, dass sie sich mit der Aguda nicht eng verbinden wollten. Diesen Zwiespailt 111 der Orthodoxie haben selbstverständlich die Zionisten ' reichlich' ausgenützt und die Verwaltung dieser grossen Gemeiride an sich gebracht. Die Folge war diie vollkommene, Lahmlegung jeder erspriesslichen Arbeit in der Kahalsüube. . Dank dem Warschauer Erfolg haben nun! die unparteiischen . Orthodoxen ihre Steliuiigriahino einer Revision unterzogen ,־ und sich der Aguda stark genähert. Die erste Folge .!hievon war, dass‘die Präsklenterstelle der Verwaltung einen! Agudisten übertragen wurde, ich bin ganz sicher, dass jetzt so- . ׳ wohl in Lodz wie ’in' Warschau in der Gemeinde erspriessläche . Arbeit geleistet .wenden kann. •. Ich für nieine Person, obwohl• ich infolge energischen Einspruches; meines Arztes an aktiver Arbeit einstweilen verhindert' bin, habe in der jüngsten Sitzung des Gemeinde.r.ates ein erschöpfendes, alle bürgerlichen . Parteien befriedigendes Programm gegeben.׳ Ich habe in diesem Programm das Versprechen abgegeben, dass, ich• als Präsident die Geschäfte der Gemeinde unparteiisch führen werde M11d nur in einem einzigen Punkte ■keinen׳ anderen Standpunkt anerkennen kann, näimtich dort, wo religiöse Prinzipien angetastet werden könnten•. Die Sozialisten, besonders die Buridisten1, haben gegen diese SteiHuingnahme wohl protestiert, sie bilden aber bloss eine verschwindende Minderheit in der Gemeindestube. Die überwiegende Majorität, dieser grossen Gemeinde', die 350.000 Mitglieder zählt, ist religiös und will zumindest, dass alle Institutionen, die von der Ge- ' meinde erhalten 'werden״ den strengsten Anforderungen׳ der jüdischen Religion entsprechen. Was die Aguda i׳m allgemeinen betrifft, so kann ich •Ihnen erfreulicherweise sagen, dass die Rekonstruktion׳ unserer;‘ Organisation •in Polen, die dank der Anwesenheit von Doktor Pinchus Kohn im verflossenen Herbst! in Angriff genommen wurde, erfreuliche Fortschritte macht. Die Aguda in Polen hat während der Wintermonate eine wesentliche Festigung erfahren. Das neugewählte Direktorium, bestehend aus ׳Sejmdeputat Oberrabbiner Schapira, Petrjkow,. 1. M. Lewin und Rabbi Tobias Horowitz, arbeitet ,vorzüglich. Selbst die schwere Wirtschaftskrise < konnte unsere Organisationsarbeiten nicht wesentlich hindern. Selbstverständlichsteht die Aguda in Polen trotz aller Erfolge noch immer srst am Beginne •ihrer׳ Ent- Wicklung. Die organisatorisch^ Erfassung der religiösen׳ Massen geht nur schrittweise vorwärts. Wir haben nicht־ jene Anzahl von führenden Männern! zu ' ständiger Verfügung, die eine grosse Organisation unbedingt nötig hat. Selbst die •Mitglieder des Direktoriums können nicht ihre ganze Zeit der Aguda widmen. Wir erwarten eine wesentliche Besserung erst für den Fall, wenn die von uns allen gehegte Hoffnung ,in Erfüllung'' geht, dass es nänilchi gelingen wind, zumindest Herrn I. M. Lewln zu bewegen!, seine hervorragende organisatorisohe Begabung ganz in den Dienst der Aguda zu steilen.' Sobald die erste Etappe der grossen Konsoliidierungsarbeit zuriickgelegt ist', wollen wir unsere T a g e s!z!e ■i t u n g wiederum erscheinen lassen, denn solch irrige Anschauungen, wie sie im Auslandie und in, Amerika' über die Grösse und Bedeutung ׳ der Aguda und speziell unserer polnischen Landes- Organisation gehegt werden׳, können nur mit dem Mangel: einer; starken Agudapresse erklärt werden. Wir vertrauen zu stark .. auf die• Güte unserer Sache und auf unsere innere Stärke und vernachlässigen die. richtige Information der breiten Massen; und der kompetenten Faktoren. Ich hoffe, schloss Sejmdeputat Kirschbraun, dass ich׳ von meinem Erholungsurlaub )bald gesund nach Warschau »urückkehren kann, um dort sowohl als Präsident der Warschauer, Ku׳lt!usgem׳e!inde!, wie.,als Führer \ . der orthodoxen ^^jr^ttciTi , im Interesse..,, qrHäpr Sacbg ■wirken zu ־köbttehL',‘ jetzt m^.'t berühmte die etbifisd geschmackvbll und leicht ׳iriivjrägen iirid Firieleren;sind Eine s.oiche Bubi-Perücke kostet je nabh Ausführung S 100■— bis S 160.— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60. bis S 90.—. Transformationen ohne Schpitelstrjch von S 50■— bis S 70•— Das Reinigen»־. Wasserfrisieren , sowie Reparieren aller Peräckdn wird übernommen imd'sorgfältigst ausgefühft, aüch dann, wenn diese nicht :.;Lw .; ^־bei uns erzeugt;worden sind;;; ,;-L, ,׳ Othmar Schiff, Wien, I. 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