Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 7 (12.2.1926)
- Date
- 1926-02-12
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 54 JÜDISCHE PRESSE Nr. 7 Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte •fai Palästina“, ihnen offenbar nicht gut vereinbar •dünkt. Aeltere Leute werden sich!einer, kleinen Episode aus •früheren ׳Gemeindekämpfen vielleicht noch entsinnen können. Damals stürmte man gleichfalls gegen die Orthodoxie an. Nur nannte man sich damals noch nicht Zfonisten. Die Orthodoxie!blieb auch, damals beharrlich und hielt an ihrem sSchulchan •Aruch fest. Der Schulchan Aruich sollte unter allen Umständen die Grundlage der Gemeindekonstitution ,bleiben. Es war während des berühmten Kongresses in Budapest. Was taten damals die — heutigen Zionisten? Sie übersetzten die הלכות בית הכסא in ein schönes Ungarisch und legten diese UÜbersetzung dem!Parlamente vor. ״Das ist der Schulchan Ar uch, für den die Orthodoxie so kämpferisch eintritt“, so riefen sie, ihres Sieges bei den —!Ni eh t ja den sicher. Schade, dass: wir im Augenblick den Text der ׳Rede nicht zur Verfügung haben, die damals der grosse ungarische Dichter Maurus Jokai im Parlament hielt! Er sagte ungefähr:■ Das Parlament schulde den Gegnern der Orthodoxie Dank für die Herstellung eines authentischen Auszuges aus einem Gesetzib-uehe, ׳welches -erhabenste Ethik und Würde von Menschen׳ verlangt, auch dort, wo selbst der gesittete. Mensch zuw-eiien vergisst, dass -er Mensch und nicht Tier sei. •Auf Grund dieses!Auszuges wäre er geneigt, den Sabul'Chan Arucli nicht nur den jüdischen Gemeinden, sondem auch!der ganzen z-iivilisienten Menschheit als Gesetzbuch zu ׳empfehlen. So der Nichtjude׳ Jokai. Wenn ihr!noch Schamröte! besitz, •ihr ■Zionisten vor! heute und Neologen von gestern, s c 11 ä m e t. e u c 11! Das zweite •Ereignis dieser Art und gleichen Geistes hat seinen! Schauplatz in Bratislava. Dieselben Lieder, dieselben Töne, und nicht •einmal andere — Mensehen׳. Nur das!Mülleu!ist!ein anderes, nämlich;nicht!eine• zionistische Redaktion, nicht einmal eine jüdische Gemeindeversammhing, sondern ׳die G e 11 e r a 1 v e 1־ s a m m- 1 u n g d e s S t a d t a u s c 11 -u s s e s B r a 11׳ s 1׳ a v a. Die ganze Versairnirnluing. besteht aus Christen1,!mit׳ -Ausnahme •eiinies Komm u,11 1׳s t•e;11 ׳und einiger Zi 0n i!s■t•e n. Diese sind Juden!, ׳oder — •sollten ׳es sein. Und diese Juden —!m-iit: Ausnahme ׳des Kommunisten! — sind von J-udein dorthin entsandt, um -dort ׳für!jüdische!Interessen eimzutreten, wenn sie von!den nichtljüdischen Stadtverordneten .nicht genügend berücksichtigt werden sollten. Man honte von ihrer Tätigkeit bisher nichts. Und das war recht so. כשר של פסח SCHUTZMARKE Unsere Ware wird aus Rohmaterialien, die aus dem eigenen wirtschaftlichen Betriebe hervorgehen, hergestellt. 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Es gibt vielleicht in dieser ,schönen׳ grossen •Stadt noch •vereinzelte Christen, die noch nicht '.wissen, dass die 'Hauptaufgabe' jüdischer Vertreter ’ darin besteht, gegen Jude 11, gegen 0 rthodöx-e Juden in den Kampf zu ziehen. Nebenbei sollen auch ■die paar hundert Juden, die bei den Parlamentswahlen nicht für die zionistischen Kandidaten stimmten, jetzt darüber belehrt werden, w a s sie verloren .haben,!wie ,jene fruchtbare und segensreiche Tätigkeit der zionistischen Abgeordneten ausgeseheii hätte, wenn es ihnen gelungen wäre, in das g r 0 s s e Parlament in Prag .hineinzukommen. Vor allen! Dingen ׳verbinden sich Z i 0 n i s t e n mit •dem — K 0 m!11111 n .1 s t 0 n, weil dieser doch a u c 11 Jude ist, d. h. von einer jüdischen Mutter auf diese herrliche ,Weit gebracht wurde. Und daun gemeinsam los gegen den• guten Ruf der alten jüdischen Kehilo Pressburg! Nicht etwa weil cs der kommunistischzionistischen ׳Karnpfgenoss-e'nschafl ■ein Vergnügen ist, um so einfach zmn Gaudium der Antisemiten, die sich vielleicht ,im. ,Pressburger Stadtparlam-ciit befinden, ׳jüdische gehören!, Sandern weil sie doch auch als treue Mitglieder 100% REIN ES* FETT AUS KOKOSNÜSSEN כשר Atelier für Goldstickerei- Arbeiten MARGIT WEISS, Bratislava, Gyurkovitsgasse 17 (in der Nähe des Hauptbahnhofes) übernimmt alle einschlägigen Arbeiten (auch Reparaturen). MEntel, Paroches, Chupes etc. auf Grund langjähriger ausländischer Praxis in gediegenster künstlerischer Ausführung. und nebenbei auch Lenker -der ״Konservativen Friedens- Partei“ etwas für!den ״iKonsenvatismus“ ■und für den ״Frieden!“ ■leisten ׳müssten. Zwischen der ׳Pressburger Stadtgemeinde und der orthodoxen jüdischen Gemeinde bestellt nämlich seit Jahren eine v e rtr a g liehe V c r e. i n!b a r 11 n; g, die ־für die jiid.ise.he Gerneinde, wie immer in solchen1 Fällen sehr ungünstig ist. Die Stadtgemeinde, die verpflichtet ist, auch die jüdischen Armen der Stadt gebührend zu versorgen, entledigt sich dieser Verpflichtung auf Grund ׳dieser Abmachung •dadurch, ׳d.ass sie an die orthodoxe Ge- •meinde jährlich 33.600 tscli. K und an die •Neolagengeimelnde 16.400 tscli. K zahlt, wogegen daun die ׳jüdischen -Gemeinden -die .Armenuut^Stützung iiberuelunen,. Zur •Illustra!t:i011 dieses VertragsVerhältnisses genügt die Tatsache, dass die orthodoxe Gemeinde m ehr als das Achtfache dieses ,Betrages an!Arme auszahlt. Ahe •diese Annen müssten ׳von der Stadt ■seihst, versorgt werden, •wenn das Vertragsverhältnis gelöst würde, wie viele jtidisehe Gemeindemitglieder dies längst wünschen. Was machen jetzt unsere lieben zionistischen,;par-don — kommunistischen Freunde? Ad gloriam der ״Konservativen . Friedenspartei“ interpelliert der K 0 m m 1111 i s t die Stadt- Verwaltung unter lächerlichen Mitteilungen über erdichtete ,und ,brutale Flüche, die Herr ■O'berrahbiner Weber in der •Synagoge verkündet haben soll, und den üblichen feinen Redewendungen über die Juden ״mit Bart und Pe -i es" und verlangt ׳von den c h'f i s 11 i,c 11 e. 11 V.ertreteru der Stadt, dass sie der jüdischen Gemeinde -unter Berufung auf die Wahlangelegeube.it, die die Stadt nichts angeht, die — ״S u b׳v e 111 i 0 11“ von• 50,000 ,tscli. K; entziehe. Dass von einer soiclien ״Subvention“ nicht, im - entferntesten die Rede sein kann, kümmert ihn ebenso-; wenig wie die — Zionisten. Jetzt ist der!Augenblick, ach-, der so heiss herbeigesehnte grosse •Moment für Dr. S.ipos, den — Zion.isteil gekommen! Er erhebt -die Anpöbelung der orthodoxen jüdischen Gemeinde durch den Kommunisten zum grossen und er-!habenen, alle Erscheinungen des ganzen jüdischen nationalen Lebens umfassende Prinzip des. — Z i 0 n i sm u s und erklärt, dass dieser zionistisch-kommunistische lind wob! auch konservativ-frie-densparteiliche edle Vorschlag dem Kampfe .,der Religiösen mit den Klerikalen“, den! ׳Kampfe des neuzieitliehen Lichtes gegen das ״f i n s t e r s t e M i t־t e 1 a 11 e f“ zu dienen bestimmt sei. So hat er den Auftrag auf,gefasst, den ihm seine jüdischen Wähler ins Parlament mitgegeben haben —. wenn er -hineingekommen■ wäre. Und so -fasst er seine Aufgabe im Sta-dtausschuss auf — wo er hineingekammen! ist. Was aber .hat dabei der gute j ■ii d i s c 11 e. Name ge s ii n d i.g t? W!e 1m ihr noch Schamröte besitzet, ihr Zionisten von heute tmd Kommunisten von morgen, schämet euch! J. J. B. Grabsteinsetzung für Oberrabbiner Rabbi Samuel Levi (Veinberger יזצ״ל Vor einem Jahre ,berichteten wir an dieser Stelle über die t-iicfe Trauer•, •die -das ,ganze Judentum, und namentlich das orthodoxe Jud-entiiim, unseres Landes durch das plötzliche 1H!in sei leide 11 des Ounaijska Stredaer Oberrabbiners הג׳ המפורסם Rabbi Samuel Levi Weinberger זצ״ל ergriffen hat. Seitdem ist ein Jahr dahinge-gangeii, und noch klafft -die ,Lücke, ׳die sein Tod Im Judentum gerissen , hat. Das ׳Judentum in unserem Lande blutet aus tausend Wunden, die innere •Widersacher, ihm schlagen׳, und zermürbt sich an׳ den Qualen, die der Aibwehnk.arnpf gegen. Zionismus und andere Verfallserscheinungen ihm bereitet. In einer solchen Zeit wird der Verlust eitler solch überragenden, von un1cr׳me׳ssl!ich tiefgründiger Thorakenntnis getragenen, starken Persönlichkeit, wie es der Szerdaheijer גאון אדיר war, al-Isoiange ■11 ngeschwächt empfunden, bis nicht die g a n z e G e m e i n •s c 11 af t sicli aufrafft, um!mit ׳vereinten ׳Kräften und geimieinsamer!Anstrengung jene Werke dem כלל ישראל zu ersetzten-, die der grosse Mann in •seiner Person arll-e-in darstellte. Möge auch ׳von diesem Gesichts- :• punkte die U n b c׳d ing 111 e i t ,der •Pflichterfüllung gegenüber dem jüdischen כלל durch die treue Zugehörigkeit zur Agar ׳das Jisro-el, wie er s׳ie seinen Besuchern ע״פ התורה והלכה י zu erklären, von ihnen zu fordern und zu beweisen'pflegte, all denjenigen in Erinnerung sein, die . sich an seinem Jahrzeitstage, seinem ב ר p näherten oder seiner aus der Ferne in Verehrung gedachten. ■Sonntag, den 23. 'Schewat wurde Rabbi Samuel Levi W'einberger זצ״ל die מצבה gesetzt. Die ganze Gemeinde Dun, Slieda und viele Verehrer aus anderen Gemeinden pilgerten aus diesem Anlasse an sein Grab. Vor Beginn der Feier hielt Herr Oberraibbiner Spira aus Mun'kacs im כיהכ״ג einen הספד. in welchem er die grossen Ver- ■dienste des Verblichenen um das Judentum lind die תוח״ק mit hiiiireissender Beredsamkeit schilderte und int •Anschluss, daran ergreifende und •eindringliche דברי מוסר an •die Gemeinde richtete. Aui den בית החיים sprach, er ־abermals im gleichen ,Sinne lind ermahnte die •Ge-meinde,m!itglieder, das Andenken ,ihres grossen ׳Rabbiners זצ״ל stets ׳in Ehren zu halten und zu segnen. Seine Worte fanden reichen Wider-■ hall in allen Herzen. Mako. Am 9. Sche-bath verschied liier plötzlich das angesehene Mitglied ,unserer Gemeinde, R. El:ies׳er Joel Paskesz. Der Verblichene war ein Enkel des berühmten Pakser Oberrabbiners Rabbi Siissmann Sofer 1צ"ל und ein Schwiegersohn von Oberrabbi 11er S. Schreiber נ״י' in Erlau. R. Elieser Joel Paskesz war ein צדיק im wahrsten Sinne des Wortes. Vor kurzem gab er •das Werk von seinem Grossvater, Rabbi Joel Ungar. ש״ות ר י ב״ א ח״ ב heraus. Seine Bestattung fand unter massenhafter Beteiligung der ganzen Gemeinde statt. O'berrabbiner M. For'hand schilderte den grossen Verlust, den die Gemeinde erlitten hat. ,im Namen der Färnilie ,und Freunde hielten noch Rabbiner S. Sofer und E. R 0 s e n f e 1 d, ferner die Herren M. L G 0 m b 0,׳ L. L a z a r und M. S. Weber tief ergriffene Nachrufe. R. Elieser Jfiyl Paskesz war 3S Jahre und•!unterlässt 5 \yaisen. Pressburg. שבה פרשה יתרו führte Herr Markus Gelber seinen neugeborenen Sohn in ברית אברהם ein. Die Feier fand ,in der grossen Schiurstube statt. Bei der Sudoh hielt Herr Oberrabbiner Schreiber eine längere Ansprache; in welcher er besonders des.•in diesem. Jahre verblichenen Grossvaters des Neugeborenen, •Meir Freund, der, bevor er nach Wien iibersiedeite, einer der eitrigsten Förderer der Pressh-urger Jescliiba und ihrer Bachurim war, in herzlichen Worten gedachte. _ Die Ägudas Jisroel-Jugendgruppe Topolcany, gratuliert herzlichst ihrem vieljährigen Schriftführer Herrn Julius Link anlässlich seiner Verlobung mit Frl. Erna Steiner aus Galanta. Anlässlich der Verlobung des Herrn Julius Link, Topolcany, mit Frl. Erna Steiner aus Galanta beglückwünschen ihn herzlichst Dawid Spitzer Max Grausz Ludwig Weill. Wir gratulieren innigst zur Verlobung unseres Freundes Julius Link, Topolcany, mit Fräulein Erna Steiner aus Galanta. Eugen Stlsiip, Lailaus Steiner, Um Bemleltl■ Heirat. Für ein hübsches, intelligentes Mädchen aus erstklassiger orthodoxer Familie mit 50.000 Kc Mitgift wird passender Bewerber, 37 bis 45 Jahre alt, gesucht. Anfragen unter Chiffre ״Masel“ an die Bratisl. Adm. 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