Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 3 (15.1.1926)
- Date
- 1926-01-15
- Page
- Seite 17 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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■ \* יי י’ <־?£*״•' , ׳- ־. ״ ־*- ■׳>.’' ❖..׳::אדי'׳!-־-4ז , i- ';-־.*.A * ' \ V.b.tk ORGAN FÜR OIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. 7J411vornitätQtbfbliathoI׳ W 0 .נ, t . T.. ־ Redaktion u. Adminiatratlon! Wien, 11.,Leopolds- ^a8ise 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4*94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: ffir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausländ 2 Dollar. Zahlungen fflr Oesterreich, PostsparkaasenamtWWn, Konto : Nr. 13.458; ffir Polen: Postsparkassenamt Warschau, Koftto Nr. 190.409; ffir Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto . Nr. 50.170; ffir Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Präs, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram ,Ko. N. 40.217; ffir die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; ffir Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Kr. 3 Dy׳<«n-B!*ati*iava, 15. Jänner isss .ב*־,!-:דדמרעססרויג כ־ט טבת תים*ו 12• Jahrggi Chronik der Woche■ Die orthodoxen Rabbiner Amerikas beharren aui ihrer Forderung nach dem Rücktritt des Dr. Wise von der zionistischen Aktion. New York. 8. Jänner. ׳(JiTA.) Der Vollzugsausschuss der ׳Union orthodoxer Rabbiner 1in Amerika trat neuerdings zu einer .Sitzung zusammen. um zu ׳der •letzten Erklärung des Dr. Stephen Wise!Stellung z׳u nehmen. Es wunde einstimmig der!Beschluss gefasst, dass man daran'/ beharren ׳müsse, dass Rabbi Dr. Stephen S. Wdse 81'iclit weiter die ׳Kampagne!für die Aufbringung des Fiinf-Mdil׳lnonen1-DoLlar־tFonds für Palästina leiten soll. ׳Sollte diese Forderung ׳nicht ,erfüllt werden!, ׳heisst es in dem ׳Beschiuss weiter, so würde sich die!Union der ortiholdbxen Rabbiner!gezwungen sehen, zu erklären,!dass ׳eine ׳Unter- Stützung dieses!Fonds, •ungeachtet dessen!, dass es sich um die ׳teure und heilige •Sache Palästinas handelt, der Uebertretung ׳eines reiffilgiösen Gebotes;gleichizust,eilen wäre. In Hinblick auf ■die!Beschlüsse der Exekutive der •Zionistl־ sehen Organisation Amerikas und׳ ׳des Nationälkom'i'tees für die!Palästina-Aktion, in welchem Dr. Wise gebeten ־ wird, die Präsidentschaft des 1Nata׳i׳onal!kom;iltees zu be- ■halten, hat ׳der Vollzugsausschuss der Union der orthodoxen Rabbiner beschlossen, eine ,Konvention aller orthodoxen Rabbiner.. Amerikas •eiraz>u׳berufen, ■die über die: weiteren Schritte zu bestimmen!haben wird. Der!Herausgeber des konservativen ״Jiddischen Togblatts“, Gedal'jah 1B ■u b 1׳ 1׳ c k. jist zum Zeichen des Protestes geigen die Albleibnung des Rückrittes ׳des Dr.!Wise ׳aus dem Verwaltungsrat der Zionistaschen Organisation Amerikas ausgetreten. — Der Protestbeschluss der Union der orthodoxen Rabbiner Amerikas gegen Dr. Stephen ’S.!Wise lautet wörtlich': ״•Da :sich Dr. Stephen S. •Wise ö!n seinen öffentlichen Reden als ״Meisiss u’Madiacih“ (Ketzer und Verführer)!benommen hat wir zweifeln, ob es einen •grösseren Verführer ׳unter ׳den "Juden!gibt. ■so müssen!wir!mit ׳Nachdruck dagegen *protestierenr dass - ,er י;ed!n״'Führerämt bebau■•; '■er muss von jederlei ,Leitung jüdischer Angelegenheiten fe ringe halten׳ werden. Insbesondere protestieren wir dagegen, dass er Präsident der Vereinigten Palästina-Aktion bleibt und wii ■richten an idii'e ׳Zionistische Organisation!Amerikas ׳das nachdrüohlichste Ersuclien, ihn zu veranlassen; ׳dass er den •Vorsitz •niederlegt. Sollte er fernerMn Vorsitlzenldei der Palästina-Aktion blciiben, so werden ■׳wir gezwungen sein, 'autoritativ zu •erklären, dass eine Unterstützung dieses-Fonds, so sehr er •uns •heiJlig ׳und teuer ist, ein ׳״Issur Gämiir“ (•scharfes religiöses Verbot) sei.“ New York. (AJPB.) Der Präsident des orthodoxen Rabbinerve 11bandes, Rabbiner ׳Goldstein, ist!infolge •der Stellungnahme der zionistischen Exekutive (hl Amerika zu der Stephen! Wlise-Affäro ׳aus dem!M i s׳r a chi ausgetreten und ׳hat seinen Anschluss an •die Agaid a angameidej.. Jaden Russlands appellieren an die Landesgenossen Im Ausland. In Kiew, Charkow, Odessa, Tschernobil, Konotop, Browary und in anderen grösseren lind kleineren Städten der Ukraine fanden dieser Tage ,Massenkundgebüngen der jüdischen Bevölkerung statt. In einer einheitlich gefassten Resolution wurden die •in Amerika und in anderen Ländern existierenden Landsmannschaften dieser Städte aufgefordert,. den Plan der jüdischen Kolonisation ׳in Russland durch finanzielle Zuwendungen verwirkliehen zu helfen. Wenn die von der •Sowjetregierung jetzt gebotene «Gelegenheit ungenutzt gelassen •wird — heisst' es in der Resolution weiter —, so wird sich nicht sobald eine andere Gelegenheit für Wiederaufbau des jüdischen Wirtschaftslebens in diesem Lande finden lassen. •Es wird versichert, dass alle für Kolonisationszwecke gespendeten Gelder keinen änderen Zwecken zugeführt werden. Das jüdische Kolonisationswerk in Russland. — Wichtige Beratungen In Berlin. Der •Präsident der Gesellschaft Agro-Joint ׳in Russland, ׳Dr. •Joseph Rosen, ist dieser Tage aus Amerika, wo er zwecks Unterstützung des Joirit-Drive und zwecks Berichterstattung geweilt hat, in Berlin eingetroffen. Gleichzeitig trafen aus Moskau mehrere Sachverständige!für Landwirtschaft ein. Die Gäste werden hier mit •dem Direktor der Joint-Arbeit in Europa, Herrn* Dr. Bernhard Kahn, wichtige Beratungen über •die Aufbauarbeit des Joint in Russland im Jahre 1926 pflegen. , Die englischen Juden und das russische Kolonisationswerk. Dieser Tage haben sich in London Vertreter von 13 •Organisationen, Landsmannschaften .und Arbeitergewerkschäften׳ zu einer Konferenz versammelt, ,in der über Massnahmen zur Förderung des jüdischen Kolonisations- Werkes in Russland beraten worden ist. Vertreter der Poale Zion wohnten den Beratungen bei. Den Vorsitz führte der Präsident der Föderation ukrainischer Juden ~Dr. Jochelman, bekanntlich ein früheres führendes Mitglied der von Zangwill begründeten und vor kurzem aufgelösten Jewish Territorial Organisation OJTO). Dr. Jocheiman gab^, einen Ueberblick über •die •jüdische Kolonisations- •bewegung in Russland seit der Epoche des Zaren Nikolaus I., der den Juden Kolonisationsland zuwics. Er ging auch die Geschichte der jüdischen Kolonisation in Argentinien, die unter der Aufsicht der Jewish Colonisation Association (JCA) steht, •durch. Schliesslich setzte er den Plan der jüdischen Kolonisation ■im gegenwärtigen Russland auseinander. Die Konferenz wählte ein Komitee, welches die Aufgabe erhielt, in England mindestens 25.000 Pfund für das jüdische Kolonisationswerk in Russland aufzubringen. Die amerikanische Orthodoxie garantiert ,weites^ gehende• Förderung der neuen־ Joint-Kampagne. New York. (AJPB.) Kürzlich fand in New Y0rk!eine ,Tagung des ״Verbandes der amerikanischen orthodoxen Gemeinden“ statt. Es waren 172 Gemeinden durch 500 Delegierte vertreten. Die Konferenz beschäftigte sich in erster Reihe mit der neuen Joint-Kampagne und be.־» schloss deren weitestgehende Förderung. Gleichzeitig! übernahm sie die Garantie, dass!sich sämtliche Mitb glieder ihrer Gemeinden an der Aufbringung der 15!Mif- Honen Dollar opferwilligst beteiligen werden. In einem Appell richtet sich die Konferenz* an die Judenheit, ßi־ ciierheiten zu schaffen, dass den Juden in Russland!vollste Freiheit in religiösen Dingen : gegeben werde. ' Ein Buch Lenins über die Judenfrage. Das Hauptbureau der!jüdisch-kommunistischen Sektionen (Jcwscktia) •beschloss, alle Reden und!Gedanken Lenins über die J.udenfrage in einem Sammelwerk in jiddischer Sprache herauszugeben. ׳ Die Juden der Bukowina für die Rettung der lumgernden Juden Bessarabiens. C 1z e r!n 0 w 11 z, 8. Jänner. (JTA-.)..Sämtliche jüdische -Vereinigungen .ohne .Untersc׳h1ic׳d •der Partei haben einen •Aufrufdie jüdisahe Be!vö1kerung der .Bukowina ••gerichtet, mft der'!Bitte, idle :in 15 Kolonien - Bessarabiens lebenden 7000 jüdischen'•: Bauer11fam!i!!ien‘ vor dem Hungertod zu retten. Infolge der •schteohtetr Ernte fordert die Hungersnot im!ganzen Lande Opfer. Nach ,beiläufigen Schätzungen sind •i׳n ׳Bessarabien •20.000 •jüdische Menschen der schwersten!Hunge!r,snot preisgegeben. 150]ähriges Jubiläum der Kultusgemeinde Subotica. Die israelitische Kultusgemeinde Subotica feierte am 8. Dezember das Jubiläum ihres 150jährigen Bestandes. Im Jahre 1775 kam der erste Jude namens Löbl nach Subotica, wo sich später eine grosse jüdische Gemeinde entwickelte. Der Sochaczower Rebbe זצ״ל Im Alter von 74 Jahren •verschied ׳ מוצ״שק פ׳ שמותRabbi Samuel Bornstein, in der :jüdischen Welt ■allgemein•, unter dem Namen der ״Sochaczower Rebbe“ bekannt, ,ln dem .Warschauer Kurort Otwock. Der Vater des;Verstorbenen׳.!Rebbe Awiroimede, der alte Sochaczower Rebbe, war Verfasser mehrerer berühmter .talmudischer Werke, die ־־ ״אבני נזר״ ׳ "אגלי טל*und besaisS!dank seiner ׳eigenen• ׳Bedeutunig wie auch •als Schwiegersohn von Reb ׳Mende/e Kocker in der chassidischen׳ Weit eine überragende!Bedeutung. Rabbi Samuel wurde nach dem Ableben seines Vaters im Jahre 5670 Rabbiner iln Socthaozow und!Führer 'der Chassidim seines ,Vaters. Sein Wissen und sein -Sahanfsinm waren sprichwörtlich, ■so dass er auch als!Gaon einen׳ gef eierten Namen •genoss. Viele seiner Schüler ',׳und Oliassrdim sind ebenso 1hervorragend in Frömniiigikelrt wie 5׳n Lamdanuth unld sind Zieriden׳ des Rabbinerstandes in!Polen. Der Sochaczower Rebbe nahm auch lebhaften Anteil, an der Gestaltung!und Lösung ׳der •Probleme des polnischen Judentums. ׳Er war ein Mitschöpfer der ..Agudatli IHaorthodoxiin“, dieser Vorgängerin der AiguÜa ji׳n Polen. Ais Mif!glied des Rabbinischen ׳Rates ׳der Agiitla •in Polen, bekundete er bas in die jüngste Zeit reges Interesse für die Bestrebungen der Aguda; besondere Sympathie •hegte er für die ׳Palästina- Arbeit der lAiguda. Als •die Orthodoxie hi Polen :z׳ur 'kolonisatorischen׳ ■Arbeit *in Erez Jisjoel überging, ,gründete er eine Palästina-Geselisch'aft ' unter dem' Namen ' .,;S'iohron Abraham“.. Rabbi Samuel litt in den letzten Jahren׳ seihr stark unter seinem geschwächten Gesundheitszustand. Im Kriege musste er von Soohaczöw flüchten’. Die Flüchtlingsjalire. :die er in Lodz und Zwierc verbrachte,!haben■ seine Gesundheit ■völlig •untergraben. Der Tod ereMte ihn :.nicht •in seiner •Heimatstadt; seine treuen Chassidim -führten) aber den entseelten Leib ׳ihres grossen Rabbis nach Hause und bestatteten ihn neben der Grabstätte seines Vaters. Die קבורה fand ׳Montag abends unter ungeheurer Beteiligung vieler tausend Chassidim statt. Als!Nachfolger ׳wurde der , älteste Sohn des Verblichenen. Rabbi Daw!kl, der bisher in j Tomasoliow .wirkte, ausgerufen. .. . Der Kampf um die Schule in Wien. Es •ist irrtümlich, zu glauben, dass iti Wien bloss, eine Wirtschaftskrise herrscht. Neben der grossen Not weiter Schichten •der ׳Bevölkerung, neben der •erschreckenden Zunähme der Arbeitslosigkeit gönnen sich die Führer unserer Stadt den Luxus eines regelrechten. (Kulturkampfes. Die Stadt Wien wird •bekanntlich von einer sozialdemokratisehen ׳Mehrheit •regiert, die 'ihr!Programm auch au!f Schulgebieten raschest verwirklichen׳ will. Dieses Programm hat nichts weniger ,zum Ziele:, als die Schule •vollkommen zu säkularisieren. Das Unterrichtsministerium •wird hingegen von!konservativen Schulmähne׳rn geleitet und somit; ist der Konflikt ׳gegeben. öi׳e jüngste Etappe des KuRairkatnpfes berührt •das Problem, der ״religiösen Uebiingen“. Das Unterrichtsministerium hat •e'inen schüchternen Versuch gemacht, rudimentäre Reste.' der Religion zu vorleidigen. Es hat verfügt,, dass eine!Befragung der Schüler über die Erfüllung religiöser Pflichten׳ an sich noch keinen Zwang zur Teilnahme an religiösen׳ Uebiingen darstelle, und dass •demnach die Religion sichrer ׳ ׳berecibtilgt sind, Fragen dieser Art, wenn dabei ,irgendwelche Straffolgen weder verhängt noch angestrebt werden, an ׳ihre Schivier zu ,stellen. ■ — ' Der •Stadtschulrat hat nun folgendes angeordnet: Sollten Religionslehrer ' des ' hiesigen Verwa'ltungsbe,reiches von diesem Rechte Gebrauch machen1 ׳wollen, so werden sie ,strengstens darauf ,zu achten haben, dass die in dem zitierten. Erlass ungeordnete Ausschaltung jeglichen Zwanges wirksam gewährleistet werde.. Jeder einzelne S'chüJer muss subjektiv die Gewissheit haben, dass er •für sein Verhalten zu solchen1 Fragen keinerlei Straffolgen — •ini allerweitesten1 Sinne des Wortes — zu befürchten hat. Insbesondere muss er belehrt werden, dass ihm auch das Recht zusteht, •die ,Antwort auf eine ■.■'solche Frage zii . verweigern,; :. : j> A :,Al,.,:׳ :AA..-LT. ׳ Die'׳Schulleitungen werden angewiesen, ,in allen .Fällen, wo׳ sie bemerken, •dass sich einzelne ׳!Schüler Oder Eltern־ durch solche Befragung beschwert fühlen, auch wenn .diese von der Einbringung einer förmlichen Beschwende Abstand .nehmen!, darüber dem Stadtschulrat zu berichten. "'׳Bei •dieser Sachlage'ist es seibsWerständliich, dass ■die' Jüdenbeit Wiens sich hi diesem Kampfe nicht desinteressiert erklären •kann. Es ist uns nicht ,bekannt, dass die israelitische KuJtusgemeinde in Wien!, •die jährlich einige •M'lUlarden für den Religionsunterricht aufwenide't, dass die verschiedenen jüdischen Schulorganisationen, , die!in der schweren Zeit •der lähmenden Wirtschaftskrise;-׳ihre ׳letzten Kräfte ,anstrenigen!. um ihre ■Schulen •zu erhalten(, gegen den mit energischer Zielstrebigkeit geführten' ׳Kampf• der sozialdemokratischen Schulbehörden׳ •Stellung genommen hätten.,Sie können aber unseres Erachtens nicht mehr ruhig zuschauen, wie ihre Arbeit und •ihre Anstrengung durch.den jetzt herrschenden Geist itn Stadtschulrat 1zunichte gemacht wird. Wir..,wollen hier nur einen kleinen. Ausschnitt aus dem Kampf der sozialdemokratischen Schulbehörden gegen die jüdische Schule geben. Eines der schönsten Schuiwetrke der Wiener Judenheit ist •die so segensreich wirkende jüdische Volks- und Bürgerschule ״Talmud Thora“, J!L. ׳Mälzgässe 16. Sie!wird ausschliesslich von freiwilligen׳ Spenden erhalten!, •die von jenen aufgebracht werden, die Wert darauf legen, dass jüdische Kinder im jüdischen Geiste und ׳in einem jüdischen Milieu erzogen wenden. Man würde glauben׳, dass eine Stadtverwaltung, zu welcher Weltanschauung sie sich’auch bekennen mag, •ein Interesse daran hat. einen grossen Teil de׳r Bevölkerung bei der Erziehung ihrer Kinder wenn schon nicht zu fördern, so •zumindest nicht zu stören׳. Ganz anders bei •der jetzt herrschenden1 Mehrheit. Das Schulhaus wird ,mit •einer hohen Wohnbausteuer schwer belastet, da doch nach der Anschauung •des Stadtsenates e,ine jüdische Schule nicht ״gemeinnützig“ sein kann■. Die Stadtverwaltung bleibt aber mit!ihren׳ Massnahmen gegen •die jüdische Schule nicht!bei •den SClvulerfialtenden, Körperschäften stehen. Sie •verfolgt ' äuch di'e armen Schul־ kinder, die, wenn sie eine kommunale ,Schule besuchen!, aus öffentlichen Steuergclderh!mit Schuibüchej-n. und Requisiten versorgt werden; Diese;soziale ׳Wohltat bie'i'bt ׳jehenarineu Schalkindern, •deren ,Eltern den Ifreveilhaften Wunsch haben, ihre Kkider nach: eigenerDassan zu epziehen. •versagt;• Aach das genügt einer von sozialdemokratischem Geist geleiteten Schulbehörde nicht. Es passt ihr nicht; dass an (dieser jüdischen •Schüfe kleine ׳Divergenzen1 hi,nsiichthch; der Ferlaltage, die •in dem speziell jiidisclnkonfessionelIch ■'Gharakter dieser Schule begründet sind׳, bestehen. Sie.vei:- langt, dass die ,gesetzlichen Vorschriften“, sofern sie ,0tu* ■ 11 ■V jungen t'r a g,e n jetzt mit V o r 1 i e b e beruh mte die ebenso geschmackvoll und vornehm, wie leicht im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Perücke kostet, je nach Ausführung S ICO•— bi^S.160•— : . Moderne TrNrisfbrmätiöiien mit naturgetreuem Scheitel von* S .״«ÄTr ' j bis S 90.—י Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50.~ bis S 70.— Das Reinfgeiit Wasserfvisleren sowie Reparieren aller Perücke״_ wird übernommen und 80rgfältigst; ausgefühit, auch dann; wenn diese nlchtp j ' ׳ v :? bei uns erzeugt worden sind . '■ OthmarSchiff ,Wien, I. Kärntnßrrin$ 6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol^ Telephon Nr. 5162*3־ Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres Kataloges! ARF* Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen Öthmar und die Adresse genau beachten i I־. I D73A