Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 51-52 (18.12.1925)
- Date
- 1925-12-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2629891-2630099-2630147--2052-2633879- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Doppelnummer / Preis 50 Groschen v.Vk Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopolds• ga89e 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Pfir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 30, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen ffir Oesterreich! PostspirkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; ffir Polen: Poatsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; ffir Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170: ffir Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, ' Konto Nr. Ift.386; ffir Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko, N. 40.217; ffir die Schweiz: Postsdieckkonto Zürich V1H.;4117; ffir Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Np. 51/52 Wfen-Bratislava, 18. Dezember 1925 .1 סד, וינה־מרעסס0דנ א‘ טבת תי&ץ II. Jahrg. Tj;iav org i t cvt Gtbibli0thob - י * « X ״ 4' 1 .0 L /׳!i ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Endgültige Ablehnung des zionistie sehen Gemeindegesetzentwurfes für Palästina durch die Mandatärmacht. Der Petition der askenasischen Gemeinde wird stattgegeben. — Sieg des Aguda-Standpünktes. — Der Völkerbundsrat nimmt den Bericht und die Vorschläge der Mandats- Kommission ohne Diskussion einstimmig zur Kenntnis. •Genf. ■(AJPB.);Am 7.!Dezember wurde die 37. Session des Völkerbundsrates eröffnet, auf der mehrere palästinensische Fragen zur Entscheidung •standen. Darunter auch der Bericht der Mandatskommission über die Petition der askenasischen Gemeinde in Jerusalem. Auf Grund dieses, Bericlites hat der Völkerbundsrat beschlossen, die Mandatarmacht zu ersuchen, den palästinensischen Behörden den Auftrag zu erteilen, die Wünsche der askenasischen Gemeinde zu berücksichtigen. Der Völkerbundsrat gibt ferner der Hoffnung Ausdruck,' dass eine günstige Erledigung der Petition der askenasischen Gemeinde ' nach Wahrung ihrer Selbständigkeit berücksichtigt wird. Mit Bezug auf die Regelung der Rechtslage der jüdischen religiösen Gemeinden in Palästina nimmt die Kommission die Erklärung der Mandatsmacht zur Kenntnis, dass sie bereit sei, den Wünschen der Aschkenasim-Gemeinde noch vollkommener Freiheit in reli-i giösen Belangen in weitestem Sinne enfgegenzukömmen• :;^teryHinweis ־ aut>^rti^ek241nfl^ligdes'־,PalästiijafMahdats:; nimmt die :Kommission'-die ׳Erklär1ing cies bevollmächtigten1 britischen Vertreters zur Kenntnis; dass die Mandatsmaciht nicht beabsichtigt, sich in das religiöse Leben der verschiedeneri;; Gruppen der Bevölkerung in irgend einer Weise• emzumifechen. Nach■ der- Meinung der Kommission verpflichten die Bestimmungen des Mandats die Mandatsmacht ־ keineswegs, bloss eine einzige jüdische *Religions־ gemieinschaft in Palästina anzuerkennen. Die Kommission hegt das Vertrauen, dass ein alle Tejle befriedigendes Arrangement gefunden werden wird; sie wird; der weiteren Entwicklung volle Aufmerksamkeit widmen. Die ״Jüdische Telegraphen-Agentur“ meldet vom 1(X Dezember ’ unter der Spitzmarke );Begünstigung des Agudä- Standpunktes“; ״Wie der, ITA-Vertreter erfährt, besteht bei der, Palästiharegierunsf die ,Neigung, den Wünschen der Agudas Jisroel, betreffend eine Modifizierung der palästinensischen Gemeindeordnung im Sinne einer Nichteinmischung in, das reiigiöse Leben der orthodoxen jüdischen Gemeinschaft in Palästina ,entgegenzukommen. Der Grund für dieses Entgegenkommen ist der, dass der Völkerbundsrat in Fragen der Religion stets die Meinung der, religiösen Partei bevorzugt. Die Kreise des Völkerbundsrates haben .’auch schon bekundet, dass sie den Aguda-Wünschen günstig gegenüberstehen. Die zionistische Korrespondenz wiedergibt den Beschluss des Völkerbundsrates wie folgt: £)ie Kommission, ersucht die Mandatarmacht, den palästinensischen Behörden den Auftrag zu erteilen, die Klagen der orthodoxen askenasischen Gemeinde aufmerksam zu prüfen lind die Wünsche der Aschkenasim nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Da das Mandat anscheinend nicht die Anerkennung einer, einzigen jüdischen Gemeinde fordert,, so hofft die Kornmission, dass eine günstige Regelung dieser Fragen unter Zu- Stimmung-aller Gruppen möglich sein wird. ׳; " ■־ ■׳*-־׳ יי׳/׳״•;׳־׳ ׳'־• ׳■' •;: Der Beschluss des Völkerbundrates zugunsten der Selbständigkeit,der aschkenasischen Gemeinden, in Jerusalem, der einen vollkommenen Sieg, dps Standpunktes der Agudas Jisroel bedeutet, wird nicht ,verfehlen,, überall ip der Welt tiefen Eindruck.zu machen. Wir. beschäftigen uns an leitender Stelle mit der Bedeutung dieses. Beschlusses, •für die. Orthodoxie; Es. ist aber anzunehmen, dass " die Stellungnahme des Völkerbundes auch auf zionistische;Kreise einen tiefen Eindruck machen wird. Sie werden erkennen müssen, dass es nicht nur antireligiös, sondern auch vom holitischeri Standpunkte sehr kurzsichtig war, die •zionistische, Arbeit in Paläslina^mit Bedriiclaing der. Ortho- . doxiezu beginnen. Ein Zeichen dieser beginnenden Erkenntnis Den Völkerbund für die Selbständigkeit der aschkenasischen Gemeinde in Jerusalem. Das ChanuikaMest begeht elfe orthodoxe Judenheit in diesem Jahre wicht-mir als!Fest der Erinnerung, sondern auch als -ein!Wahrzeichen,!lebendigster :Gegenwart. Auf dem historischen :Boden׳ Jerusalems haben sich •in den *letziten■ Jahren (Kämpfe abgespielt, -die;ihresgleichen nur in den’Zeiten.'der ׳Hasmoner hatten. Die treuen Söhne des jüdischen *Volkes, deren so wenig, ach so wenig in unserem 1heiligen Lande sind, mussten den Kampf gegen jene führen, die das 'jüdische Volk auf n ic h t jüdischer ■Grundlage zusammenfassen und das jüdische ׳Land auf nicht jüdische Weise aufbauen wollen. ,Die ״Reinen“, , •die ,,Frommen“, die ״Treuen“, die ״Wenigen“ 'haben auch in •unseren Tagen in einem greisen 1Söhriftgelebrten namens Rabbi Ghaim Josef Sonnenfeld' ihren mutigen Führer gefunden, der vor der -Moderne, vor der ins Jüdische übersetzten ׳heidnischen Kultur nicht Knie!und Haupt beugte. Es schien ein■ aussichtsloser Kampf zu sein: Aber die Anhänglichkeit!an *Gott, die Treuegegen das Gesetz, d׳ie Liebe zur Thora hat über alle Hindermisse gesiegt. ' Die .Tijddenige&cMc^ Gegen־• wart ist wert,anlässI1i׳oh' •des' entscheidenden■ Sieges vor ■de'r höchsten mprali׳schen$Rtstan*z; der modernen Welt, vor• dem Völkerbund, in knappen׳ Zügen .1rekapituliert zu werden: .: . V ■׳.; ,; I-m vergangenen Frühjahre wurde ein. Gesetzeivtwurf über -die Rechtsverhältnisse •der jüdischen Gemeinden׳ in. Palästina publiziert, der de Herrschaft der Thora in ihrer ureigensten Heimstätte zunichte :machen musste. Lähmendes Entsetzen bemäditigte sich der Thoratreuen. Die fortgesetzten' Versuche, die seit der zionistischen Herrsdiaft in Palästina in frivolster Weise gegen •diie jüdische Religion, gegen die uneingeschränkte Geltung-ihrer Gesetze, gegen׳ die ■Souveränität d:cr Thora unternommen1 wurden1, sollten durch diesen Gesetziesentwurf einen1 ״öffentlidi-rechtlieh“ geisicherten Erfolg finden׳.!Das Fehlen zureidhender .Sicherungen' für die Erhaltung der jüdisch-rellgiösen Werke in Palästina, dieser ■folgenschwere Mangel der 1Balfour-Deklarati on, sollte gegen die Orthodoxiie in Erez Isroel׳ in geradezu! frevelhafter Weise missbraucht werden. . Was bisher nur Versudi war, sollte Gesetz werden. Dem thoratreuen Reste u׳nrd* seiner Gemeinde sollte das Recht auf ßelblständigkieit' für alle Zeiten genommen;.;werden•; *Der moralische Terror, den: die xianrsffsdiem^adifhaber;;ür® jedem ־.־Juden heiiiigen• : Eiuheiit ■ ־ des.׳ audischen Volkes gegen• ,••die : orthodoxe :äsdhkenasi!sche Gemeinde[ ׳;:in Jerusalem ,entfalteten', iiess kaum mehr Piatzi für •die Hoffnung, dass die: jüdische Heimstätte •in ׳Palälstma ist die Stellungnahme der Berliner ״Jüdische. Rundschau“, die zum Beschluss des Völkerbundrates folgendes bemerkt:; ״Auch die leidige Frage der,, aschkenasischen Gemeinde wird hoffentlich bald von der Tagesordnung verschwinden. Nach unsereer Meinung hätte diese Sache längst in dem Sinne erledigt seih sollen; dass riian die, Organisierung־ des palästinensischen Judentums auf rein weltlicher Grundlage durchführt und ׳'für rein re 11 g i ö s e Fra ge n w e i t g ehern de Autonomie .gibt. Leider hat die palästinensische Regierungen־dem ersten Entwurf religiöse und weltliche Fragen durcheinander gemischt, und wir wissen auch, dass dies den Wünschen eines grossen .Teiles des jischuw entspricht.,Der Zionismus als solcher hat an religiöser Zwangsoi^anisation kein Interesse, wofern eine weitliehe. Organisation vorhanden ist. Dort allerdings, wo mail uns :in die -Fesseln eines religiösen Verbandes zwängt, müssen, wir für Einheitlichkeit eintreten, da wir nicht die; Existenz zweier jüdischer Völker anerkennen können. Das palästinensische Judentum leidet ausserordentlich unter dem Mangel einer Organisation, die es befähigen würde, seine Angelegenheiten wirksam und verantwortlich in die Hand zu nehmen. Wir hoffen, dass nunmehr von allen Beteiligten die erforderlichen Schritte unternommen werden, um diesem Uebelstand ein Ende zu machen.“ Selbstverständlich gibt .es in zionistischen Kreisen auch eine andere, radikalere Anschauung über diese ״leidige“ Frage. Die Tr ennungszi0n is ten sind auch nach dem* grossen Erfolg der Aguda und der aschkenasischen Gemeinde beim Völkerbund und bei der englischen Mandatarmacht der Ansicht, dass der Zionismus ein Monopolrecht auf Erez Israel• hätte, dass die! Balfourdeklarati'on und das Palästinamandat ausschliessliches Verdienst-der zionistischen Organisation sei, dass die zionistische Organisation die einzige souveräne Macht in Palästina sei. , - Es ist klar, dass nach dieser Anschauung jeder, der sich dieser Tyrannei nicht fügt, jeder, der sich diesem• zionistischen Terror zu-entziehen versuchte, mit dem Makel des Verrates behaftet sei. Es ficht die Vertreter .des Trennungszionismus wenig an, dass gerade ihre, Terrorherrschaft, die sie mit häufiger Berufung auf England und den Völkerbund über, das־• jüdische' Volk errichten zu können glaubten, die Orthodoxie׳ zwäng'״ mit ihrer Aufklärungsarbeit an dieselben Mächte sich zu wenden, auf die sich die Zionisten zu berufen bemiissigt fühlten, als sie die Orthodoxie zum Schweigen bringen wollten. ׳ ', ' .. Unser jüdisches Weltblatt in Wien, die ״Wiener Morgenzeiturig“, gehört noch immer zu den Wortführern'deV Trennungs •Zionismus. Für dieses'Weltblatt ist und bleibt׳ jeder ein Verräter am jüdischen Volk, der es wagt, zu einer Anscha.i1ung sich zri bekennen, ,die, in die engstirnriige Geistesverfassung dieser Herteil nicht hineinbasst. Demzufolge ., nimmt ' dje ■״Wiener Morgen- Zeitung“ - in ihrer Dieristagriummer׳ an leitender Stelle ־ zum Be- Schluss des Völkerbundrates folgendermassen Stellung: . •:;; ״Sie; bringen das Siedhingswerk M die grösste:■ Gefahi• und greifen das Haus an,;das doch, f«1־ alle Juden gebaut wird. Die Mandatskommission musste sich auch mit einem.vsolchen Attentat beschäftigen. Sie 'mag mit sonderbaren Gefühlen' das. Memorandum der agudistischen KammerknechtfeJ gelesen! haben, die Schutz gegen Juden verlangen und sich über das antireligiöse Streben des ׳.Zionismus; beschweren. Dieses Schlag־״ wort ist seit einiger Zeit auch in der'Rituälmordpresse zu finden. Ist es aus ihr übernommen worden oder wird es aus, ihr. abgeschrieben?“ , , , , . Der glühende Hass, der aus diesen?teilen spricht, ist Charakteristisch. •Nicht so sehr für die Wesensart: der »Aguda, wie für die Geistesverfasung, jener, die trotz, der. vom zionistir schen^ Parteirat ■über, das Wiener -jüdische Weltblatt: verhärigteii Kontrolle noch immer in dieser Tonart, zu schreiben wagen. Die;Orthodoxie tut gut, wenn sie auf־ solche Ausbrüche. eines ,wüdr wütenden Hasses nicht reagiert. Die Entwicklung der: Ereignisse geht mit Riesenschritten über diese verbohrte Anschauung des Trenmmgszionismus hinweg.!Es wird sich zeigen,* dass;.die ־Unterbindung der orthodoxen Kräfte in Erez Israel: dass, die Unterdrückung der orthodoxem Gemeinschaft einer : der schwersten Fehler der zionistischen Führer; war, Nicht! eine bessere Erkentnis * der ׳zionistischen: Kreise;hat diesen Fehler eliminiert, ׳• sondern ■ •der•’ verzweifelte.;;־״Widefstand, den die mutigen Männer der! ' , Orthodoxie in Erez Israel gegen ■den ׳־ zionistischen!Terror■ : entfaltet haben. Dieser •Widerstand wuchs im gerader Proportion ■mit dein Immer steigenden Interesse der thoratreuen Judenheit für Erez Israels: *Jeder orthodoxe Jude; ־ der nach ־ Erez Isräebkam; jedes Pfund Kapital, das thoratreue Juden im Erez• Isräel investiertem, jeder Dunam Boden, den Agudas :Jisroel;gekauft? hat, speiste . diesen Widerstand mit neuen Kräften, bis er.zii einer siegreicheil Kraft wurde. Diese Kraftquelle auszubauen, ist heute eine;־ernste Aufgabe der thoratreueh? Judenheit: Sit*• ■ wird hoffentlich'־diese , Aufgabe lösen. Sie wird;sfe': so'.llö§,en; :^Iass5'seIb'st׳־ih^,;I1'euife^n Gegner durch ■die unwiderstehliche Macht'.der’ Tätsächöh. zu einer besseren und richtigeren’U'eberzqugung gebracht werden: m 1 t berühmte die ebenso geschmackvoll und ,vornehm/^ wie leicht im Tr%eh; und Frisieren smd Eine solche •Bübi'Pemcke kostet je nach Ausführung S 100״— bis S 16Q•— Moderne Transformationen rillt hat ^getreuem Scheitel von S 60.— bis'S.90״—; Transformatlonen ohne Scheiteistrich vpn' S 50■— bis S,70•—י *Das^ Reinigen, Wasserfrisieren :sowie Reparieren allerTPerücken wird übernommen und sorgfältigst;*usgefühi t, auch dann,;wenn diese nicht v־' ’ ך״'-־: '״ L-hpthns-erzeugt ׳worden sind. ■־;•;־-׳;:״;■kK ■׳•־ Othnpar Schiff, Wien,!. KfirntnenlnS 6 Gegenüber dem Hotei ״Bristol“ : * . Telepb!pnfNr»; 516י3י?? Verlangen׳ Sie: dtp kostenlose Zusendung unseres Kataloges! Wollen Sie gefälligst ijiel;Bestellungen den Vornamen Qtliihar > i. ׳׳ und dle Adresse genau beachten I D13A