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Jüdische Presse · 1925-12-11 · 50 (11.12.1925) · page 8

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
50 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 334 JÜDISCHE PRESSE Nr. 0ד Der Präses des ״Jüdischen Nationalrates“ lind die ״Jüdische Völkszeitung“ Von Df״• Wilhelm Welwart, Advokat in Topolcafiy. •*.־•':•jp®r״Mses des;,Jüdischen Nationalrates•“־•hat ׳••die ״Jüdische...Wirtschaftspartei“!in der ״Selbstw:.ehr“ angegriffen und von uns diabolische Geschichten erzählt. Mit seinen Märchen hat er die Initiative zu unserer Verieumdüng gegeben und uns beschuldigt, wir seien ■bei den Wahlen die Störer des Friedens und der Einheit im Juden- .. tum gewesen Die sehr geehrten Gegner, die. das Judentum so ,heiss“ und ״innig“ lieben, haben dann dafür Sorge getragen, dass diese Verleumdungen und Märchen von der ungarischen und deutschen antisemitischen Presse in allen Enden der Republik verbreitet werden und unsere Widerlegungen bei diesen Zeitungen kein Gehör finden sollen. . Unsere ״lieben“ jüdischen Brüder haben!somit!erzielt, dass die nichtjüdische' Welt das ganze Judentum als eine korrumpie'rte Nation betrachtet, die ihre politische Ueberzeugung immer zu ״verschachern“ gewillt ■ist. ־ \ . Unsere ״lieben“ Brüder, stellen heute an einer Front vereint mit der Presse, die den Antisemitismus ver- ׳breitet — und das wird ״jüdischnational“ genannt! Dieser wohlorganisierten ״Oeffentlichkeit“ gegenüber stehen wir machtlos ohne Presse da, zur Selbstverteidigung gezwungen, nicht so!sehr wegen der. persönlichen Ehre ׳׳ unserer angegriffenen Führer, als!vielmehr zur Beseitigung der Schmach und Schande, dass die Antisemiten uns Tag fair Tag die ״Korruption der Juden“ nach Schadenfreude lechzend in die Obren brüllen! Seht ihr, jüdische Bürger, dahin führt die Wühlarbeit des jüdischen Nationalismus. Ich wurde seitens, der Partei betraut, reine Fakten der ׳Ereignisse der Oeffentlichkeit!bekanntzugeberi, um zu beweisen, dass die Einheitsstörung ■in der Judenheit die ״Jüdische Partei‘‘, hauptsächlich aber die mysteriöse ״Reichsexekutive“ verursacht hatte. ׳Ich richtete darauf in diesem Blatte und dann — zur Abwehr des Antisemitismus — in einem ungarischen Blatte (andere 'Blätter weisen die Veröffentlichungen ab; sie .stehen nur den " Gegnern zur Verfügung) einen ״offenen Brief“ an ■den Präses des ״Jüdischen Nationalrates“, •eine!klare Antwort mit ״Ja“ oder ״Nein“ herausfordernd. Eine solche Antwort allein wäre geeignet gewesen, die;klare Wahrheit festzustellen. Was war aber geschehen? Sie meinen, ■der berühmte General der ״Jüdischen Partei“, der Oberhiiter des jüdischen Nationalismus hat geantwortet? Nein!!Märchen zu erzählen von Karpathorussland, Dinge, Geschehnisse zu verheimlichen, ein unrichtiges Bild vorzuspiegeln und " dadiirch den antisemitischen Strom in Bewegung zu ■setzen, dazu war er geneigt, aber einfache Fragen z,u bestätigen oder zu. widerlegen und der Wahrheit zu!dienen, dem Antisemitismus entgegenzutreten, das. diktierte ihm!sein Jüdischnationales“ Gefühl nicht. Das' ist die zweite moralische Lehre, die ich aus dem modernen jüdischen ,Nationalismus“ folgere! Nun, qui tacet,. consentire videtur! Sie schweigen, ■so anerkennen Sie ■die von mir behaupteten Fakten! Ich ziehe!daraus die Folgerung: Den Ausgleich zwischen den beiden Parteien verhinderte die ״Reichsexekutive des Jüdischen National rat es“, diese Amateurfirma einiger Prager ■Herren und — horrdibile dictu — sogar die Lon- , doner zionistische Exekutive. Wenn dem so ist, so ׳wurden alle ■Wähler der ״Jüdischen Partei“ ׳irregeführt und alle diejenigen,T die ■der-״Jüdischen Partei‘‘ ■ihre ■Stimme gaben, ■sind naiven ׳Schafen gleich der mysteriösen ״Reichs- exekutive“ zum Opfer gefallen. ״־ Sie, Herr Dr. Singer und Herr Dr. Goldstein, haben den ■jüdischen Nationalismus, die Erklärung der Juden zu einer ״politischen, Minderheit“ in diesem Staate als ein k a ■t e g 0 r i s m u s imperativ ■u's gefordert, Sie wollten ins׳ Parlament, ziehen,.׳ um. dort'mit fünf jüdischen nationalistischen Abgeordneten von der Regierung zu erzwingen, die Juden gesetzlich als ״politische Minderheit" ■zu erklären!' Sie haben es ja bei den Verhandlungen mit uns auf ' unsere Frage, erklärt, Sie werden ׳im Parlamente unbedingt rekriminieren, warum 11ns\das Wahlgesetz nicht als ׳Minoritat ',aufzählt. Sie wollten von den wenigen Sätzen ■der;Motivi'ening zum Trianoner Frieden, wonach die jüdische Rasse berechtigt sei, ׳sielt als Minderheit zu erklären, unbedingt Gebrauch machen. Das war der iDitfereiizpunkt unseres Kampfes; ■dagegen kämpften wir erbittert. Wir vereitelten!ihnen dieses Vorhaben, darum ׳biess itiis ihre Presse ״Verräter“. Wir haben die drohende Katastrophe, in welche Sie ■das Judentum durch diese Erklärung geführt hätten, verliindert. Wir. nehmen daher den Namen ״Verräter“ mit Gleichmut an. Ihre Parteigenossen aber waren nicht ׳so aufrichtig wie!Sie. Sie verkündeten den Wählermassen, um sie auf den Leim zu!führen, die ״Jüdische Partei“ sei keine nationalistische Partei und sie verfolge nicht den Zweck. der ״politischen Minderheit;“. Heute aber, nach der Wahl,!ist ■den. Wählermassen diese "'gewaltige ■und ■beispiellose Irreführung durch unsere Aufkläningsarükel klar geworden. ■In dieser Situation sahen Sie sich genötigt, die Aufmerksamkeit der Wähler von dem Kernpunkt 11 11׳ s c r e s S t/ e i t e s auf Nebenwege zu leiten. So geschah es:, dass Sie die Gemüter mit Korruptionsmärohen und Verratsverleumdungen in Erregung brachten. Der Brand jedoch, den ׳Ihre Partei solcherart;im Judentum anstiften wollte, gelang nicht; denn Ihre treue ״orthodox“-zionisti׳sche Gemeinderepräsentanz ׳in 13׳ anovee brannte darin selbst moralisch ab. Verrat ist ■das, was Ihre Partei an den jüdischen Wählern ausgeiibt ■hat; den Wählern wurde von der ■politischen Minderheitserklärung nichts gesagt. 11m Gegenteil, ■sehr viele Gegner einer solchen Erklärung wurden■ damit hineingelockt, dass ׳ihnen eingeredet wurde, die ״Jüdische Partei“ sei keine zionistische, keine nationalistische Partei und strebe die Minderheitserklärung nicht an. Das nenne ich Verrat. Wenn die Wähler auf die Frage abstimmen müssten: ״Wollt ihr eine ״nationale ׳Minderheit" werden, wollt ihr ■euch von London, von der mysteriösen.״Reichsexekutive“ bevormunden Lassen?“, ■sicherlich würde kaum der hundertste Teil der jüdischen Wähler Ihnen Gefolgschaft }eisten. Rühmet euch daher *nicht mit den 100.000 Stimmen. Diese gehören nicht euch. Diese ■׳sind ׳einer Irr ef.ü 11 r u n g zuin Opfer gefallen, Dieser Verrat ■soll und wird in die Öffentlichkeit dringen, denn Ihr Schweigen hat diesen Verrat b e-s tätigt. Nun kam aber ein Herr, ein bezahlter Beamter einer Ihrer Organisationen, daher einer, der auf ׳Bestellung die Feder in die ׳Hand nahm, und denunziert mich ■in der ״Jüdisehen Völkszeitung“, Es ist wieder ein Versuch, statt die Hauptfrage zu beantworten, persönliche Hetzen anzustiften qnd die Aufmerksamkeit der öffentlichen!Meinung abzulenken Sein Artikel stellt mich vor den Magyaren als Tschechen und vor den Tschechen als Magyaren hin. Auch eine Folge der modernen jüdischen ״nationalen“.Sittenlehre! Diese Denunziation übergebe ich mit Verachtung der! das (חדד פיסל יטלפי חןיף. Wir protestieren schon jetzt Oerfentlichkeit. Hier wird wiederum: versucht, einen Pr.in-. bis zur Landessitzung gegen Ihr unreligiöses Vorgehen. . Die . Ehre unseres Präses der Landesorganisation benötigt nicht Eure Lobeshymnen, viel weniger schadet z i ,pie 11 kam p f in persönliche Gehässigkeit versumpfen zu lassen. -־ ' -Seit der Gründung der Partei kämpfe ich in der Partei gemeinsam mit; einer kleinen, Minorität gegen ..die Bevormundung der ״Jüdischen Partei“ durch die Prager Nationälheldeh. Ja, ich wurde glatt abgewiesen! Seit der Gründung der Partei kämpfe ich für ein friedliches Zusammengehen mit der Orthodoxie und' gegen den jüdischen Nationalismus. Ja, ,.ich wurde glatt abgewiesen! Seit Be- ■ginn .der Partei kämpfe, ach gegen das Doppelspiel, das die Partei mit ihrem Programme trieb, dass einerseits das Programm alles Zionistische, Nationalistische ausdrücklich untersagte, anderseits aber die zionistische Mehrheit •in der Partei der' Verwirklichung der jüdischen ״nationalen Minderheit“ zusteuerte. Ich berufe mich auf meine Reden, die die ״Jüdische Volkszeitung“ seinerzeit veröffentlichte und deren Abschriften fiel! seinerzeit dem Oberrabb'iner Weber übergab! Ja, ich wurde glatt abgewiesen. Als aber die Partei in Poprad־ zwei Tage hindurch eine wahre Hetzjagd, einen Krieg gegen die orthodoxe Landeskanzlei ankündigte, entschloss ich mich, der ,,Jüdischen Partei“ den Rücken zu kehren. Das nennt die ״Jüdische Volkszeitung“ ״krummen Weg“? Was ist denn bei euch gerade? Da׳s vielleicht,,dass Sie den Wählern ein nichtnationalistisches Programm vorplauschten, die ■Führer aber im Parlamente das Gegenteil hiervon verwirklichen wollten? Oder ist das bei euch ״gerade“, dass ihr ׳jenen Dr. Reis, der jetzt euer Spitzenkandidat war, im Jahre 1924 aus der Partei als Verräter ausgeschlossen habt, weil er damals gegen den Nationalismus der Prager ■jüdischen Generäle in Russinsko sich kandidieren Hess? Dieser Dr. Reis war euch jetzt, bei dieser Wahl, schon gut, ein braves, gutes Kind, der euer erstes Mandat zu erhalten gehabt hätte! Das ist laut eurer Sittenlehre ein gerader Weg? Als ich Herrn Dr. Reis in der Parteisitzung wegen seines Verhaltens gegen den jüdisohen Nationalismus verteidigte, wurde ich glatt abgewiesen; ich habe mich mit ihm solidarisch, erklärt und von allen meinen Funktionen׳ abgedankt. Heute, da er f ii-r euren ׳Nationalismus, ich aber konsequent gegen denselben gekämpft habe, gehe i c 11 einen ״krummen“, e r aber •einen ״geraden“ Weg? Ich glaube, dass euer Hass, euer Wutgeschrei wegen der Mandate, deren ihr euch schon so ■sicher gefühlt habt, dass manche Advokaten, bei ■euch schon ihre ■Kanzleien ■i*m vorhinein verkauft haben, eure Denkfähigkeit stark beeinflusst hat. •Denn laut der ״Jiidisehen ■Volkszeitung“ wird das Krumme gerade. Ich könnte noch Vieles erzählen, warum der Weg des!Herrn Dr. ׳Reis, den;ihr im Jahre 1920 in eurer ״Völkszeitung“ (Nr. 141920־) wegen seiner Assimilation und Agrar,parteifreundlichkeit scharf angegriffen, im Jahre 1921 aber jubelnd als Nationalbeiden ■in die Partei atifgenommen, im Jahre 19124 aus der Partei;gewaltsam entfernt und im Jahre 1925 wieder freundlichst rezeptioniert habet, :!ein schnurgerader Politiker in euren Augen ist! ׳Ich fürchte aber, dass ich micli als Jude schämen ׳müsste, ■in diesem Falle über das lateinische Sprichtwort ״nummus• non ölet“ (das Geld hat keinen Geruch) viele Details anführen zu müssen. Geehrte ״Jüdische Volkszeitung“! Saget eurem Beamten, dem Herrn Moses J. Müller; er möge seine Berufs• dienste weiterleisten und jedem, der ■hinter seinem Namen gegen micli hetzen will, sich zu solchen Diensten zur Verfiigung stellen; ich werde seine Schreibereien nicht mehr beachten. Denn ein;Mensch, der vor Gericht gezwungen war, wegen ähnlicher Schreibereien Bedauernserklärungen abzugeben und ■seine Behauptungen zu widerrufen, der kann nicht ׳mein Gegner ■sein! Geehrte ״Völkszeitung“!!Ich bitte einen anderen ,Herrn! Zur zionistischen Aktion ״Banovce“. Das Rundschreiben der Banovcer Gemeinde an die orthodoxen Gemeinden des Landes ist überall in seiner ganzen Bedeutungslosigkeit als z i o n i s t i s c h e ■M a c h i׳- n a t i o n und als verwegener Versuch der zionistischen Kreise, sich in jüdisch-orthodoxe /Angelegenheiten einzu־> mischen, erkannt und von (allen Gemeinden entsprechend gewertet worden. Wir setzen im nachfolgenden die Veröffentlichung der Antwortschreiben der Gemeinden, in der Reihenfolge, wie sie an uns gelangen, fort. י Die Kosicer Gemeinde richtete an die Banovcer Gemeinde folgenden Briet ... t Nr. 2376-25. Löbl. Vorstand der orthodox-israelitischen Kultusgemeinde, Banovce pri Trencin. Als Antwort auf I h r e Z u s c h r i f t vom 2 2. November 1. J. Die orthodox-israelitische öffentliche Meinung, hat bis heute von der \Existenz der Banovcer orthodoexn Gemeinde gar keine Kenntnis )gehabt. Die durch die Banovcer Gemeinde ^geregte Aktion wird bei uns als ein erstes, durchaus nicht schüchternes Lebenszeichen betrachtet. Dass diese Aktion durch die ״Selbstwehr“, Amts- Blatt ■der der Orthodoxie ausgesprochen feindlichen!Kreise, mit dem Jubelschrei ״Es *tagt!“ begrtisst wurde, charakterisiert vollständig die Tragweite der Aktion. Der Banovcer Gemeinde wird die zweifelhafte Ehre, erster Morgenstern auf dem Firmamente des jüdischen nationalen Himme’s zu sein,;gerne überlassen. Wir haben zu! Oberrabbiner Weber Vertrauen. Doch mag die Einstellung' einer Gemeinde zur Person des Präses der Landeskanzlei wie immer geartet .sein,, ׳wird eine wirklich orthodox gesinnte Gemeinde, welche bedacht zu sein braucht, auf die Erhaltung der Traditionen, auf eine derart inszenierte Hetze nur mit dem schärfsten Ausdruck der Entrüstung antworten können. Keine einzige Gemeinde darf ,sich zum Werkzeug de- Wühlarbeit der jüdischnational orientierten Kreise hingeben. Kosice (Kaschau), 30. November 1925. ' Hochachtungsvoll Vorstand der orthodox-israelitischen Kultusgemeinde. Derb und scharf lautet die Antwort der Mold avaer Gemeinde: מילרוי־סעפשי יום ג׳ שנכפל בו כי טוב לס׳ כי נבלה עשה בישראל Nr. 75-1925. Orthodox-israelitische Kultusgemeinde, 1 Banovce. Das vom 22. v. >M. herumgesandte Zirkular trägt nicht den Charakter einer ]orthodoxen Gemeinde וכל יצר מחשבות לבם רק רע und benötigt!nicht, verdient nicht eine Antwort. Eine Gemeinde, die froh war, dass man siq im Verband der Orthodoxie 'aufnahm, zeigt jetzt heraus Euer' vergaloppierfes Püfim-Spiel-Zirkular nicht und Wir־ rufen schon :jetzt;! צא טמא '••וסף זדה גייר, ••-•••••• י ראש הקהל Die jüdische Gemeinde in Velk'e T o p o״f c a 11 y versendet mittels Zirkular an!alle Gemeinden die Antwort, die sic nach Banovce gesendet hat.. Sie lautet: , ( Nr. 630-25. .. . Tit. Orthodox-israelitische Kultusgemeitide, Ban ö v c c. Wir erhielten Ihre Zuschrift vom 22. November 1925 und teilen Ihnen mit, dass wir dieselbe einer meritorisehen Antwort — aus den in der Zuschrift der Trnavaer und Bratislavaer orthodoxen Gemeinde richtig angeführten Gründen — nicht würdigen. , Die Person unseres hochangesehenen Präses der orthodoxen Landeskanzlei hat sich ,für das Judentum 1m allgemeinen und der Erhaltung;unserer Orthodoxie solch hohe Verdienste, erworben, dass Ihre Angriffe schon au& diesem Grunde den puritatien Charakter unseres Präses nicht tangieren können und werden. י Wir drücken noch den Schmerz unseres jüdische״ Herzens aus, als wir 1$!e darauf aufmerksam machen, dassdie deutsche und ungarische ^antisemitische Presse Ihre bodenlosen Behauptungen zürn Beflecken des ganzen Judentums missbraucht, weshalb wir Ihr Vorgehen mit der grössten Entrüstung zurückweisen. Hochachtungsvoll für die orthodox-israelitische Kultüsgemeinde Topolcany׳ (gez.) Jösef M. B e r 11 f e 1 d,' Gemeindepräses. (gez.) Berthold Si e b e r׳tn a n n, Sekretär. . Topolcaiiiy, 12. Kislew 5686 (29. November 1925).; Das gleiche tut die Gemeinde Bardiov mit dem־ folgenden Rundschreiben: Nr. 473-25. ־ Bardiov, א׳ וישלח תרס״ו An sämtliche orthodoxen Kültusgemeinden der Slowakeit Wir gestatten uns hieinit, Ihnen einen Protokollauszug der am •26. ׳v. M. stattgefundenen Vorstands- und, Representanzsitzung einzusenden: , Es ist an uns ■eine Zuschrift der orthodoxen G e- 111 e i 11 d e Banovce erschienen, die beabsichtigt, das Ansehen der leitenden Personen des orthodoxen Zentralbureaus in Bratislava und das Ansehen der צריהי□ וגאונים: von Karpathoruss zu kompromittieren, die Stellungnahme unserer berufenen Faktoren als Verrat zu brandmarken- Wir wollen nicht prüfen, ob gerade die Banovcer Gemeinde berufen ist, in Angelegenheiten, die das Kial Jisroel berühren, das entscheidende Worte zu sprechen, wir wollen nur erklären, dass sowohl ר ב הגאון מף׳ךן IT Kalman Weber als auch die anderen רבנים וגאינים נ״י i1u Sinne unserer Tradition handelten und diese Wege verfolgten, die unsere חכמי□ ץןקנים eingeschlagen haben. Wir identifizieren uns vollkommen mit dieser Handlung. Die Ursache, dass zirka lÜO.ÖÜO Stimmen für die jüdische Partei abgegeben wurden, ist nur darauf ,zurückzuführen, dass der Kampf gerade nur dort aufgenommeix wurde, wo er׳ entscheidend ist, in Karpatho-Russlartd״״ die jüdische Bevölkerung hat ׳nur bewiesen, dass trotzdem die Zionisten schon ($011 fünf Jahren Wahlpropaganda machen, jedoch auf die erste Mahnung der Rabbonim und auf eine fünftägige Propaganda erwiderten, dass für die jüdische Partei 18.000 und für die Wirtschaftspartei 12.000 Stimmen abgegeben wurden. Wir ersehen, dass genanntes Rundschreiben bezweckt, das Fundament unserer Orthodoxie zu schwächenr die Leitung unseres Bureaus zu kompromittieren. Wir weisen dies entschiedenst zurück und sprechen sowohl הרב הגאון מפישטיאן als mich Sämtlichen Rabbonim und Balebatim, die zu dieser Aktion beigetragen haben» unser volles Vertrauen und verbindlichsten Dank aus- Wir erwarten, dass sämtliche Gemeinden, denen die Autonomie am Herzen gelegen ist, unserem Schritte folgen und sich uns anschlicssen werden. ׳ Dieses Protokoll ist an sämtliche Gemeinden der Slowakei zu versenden. Mit glaubensbrüderlichem Gruss Vorstand der autonomen orthojdox-israelitischen Kultusgemeinde Bardiov. DieWahlen in der BratisIavaerKultusgemeinde. Sonntag, den 2. Tag Chanukka findet in Bratislava die Neuwahl des Vorstandes und der Repräsentanz der orthodoxen Kultusgemeitide statt. Voraussichtlich. werden׳, ■diesmal zwei Wahlgruppen ■um ■die Leitung der Gemeinde ‘ ringen. Auf der einen Seite stellt der bisherige Vorstand,, mit dem bekanntlich vor sechs Jahren eine neue, ungemein ׳fruclitibare Aera wahrhaft orthodoxer Entwicklung dm Gemeindeleben eingesetzt hat. Auf der anderen Seite sind die grundsätzlichen Gegner, des traditionellen Geistes der .Religionsgemeinde“, die Zionisten und wohl auch ihr ■misrachistisclner Anhang •unter Führung einiger nichtzionistischer ״unzufriedener“ Orthodoxer als Oppositions- Partei vereinigt. Die Zionisten beschlossen, diesmal mb eigenen Kandidatenlisten . nicht hervorziitreten, sondern ihre Stimmen der ״orthodoxen“ Opposition zur eventuellen Stiürzung der bisherigen im Sinne der Beschlüsse aller רבני ים'■ג אונים וצדיקים des inlind Auslandes den zionistischen Wünschen prinzipiell unzugänglichen Leitung ״selbstlos“!zur Verfügung 1zu stellen. Auch ,die Oppositionspartei bekennt sich ׳programmatisch nicht zum Zionismus oder zum «Modernismus» obgleich sie ihre Wahlkalkulation hauptsächlich auf die Stimmen ■der Zionisten (einschliesslich ■der Misrachisten) aufbaut und •ihre Agitation nach ■zionistischen Methoden führt. ■Der Wahlkampf wird seit einigen Tagen von beiden Parteien ,in grosser Erregung und mit aussergewöhnlicher Leidenschaft geführt. Man merkt auch in diesen Kämpfen ■noch eine starke Resonanz der jüngsten Parlamentswahlen nachklingen, wo — wie erinnerlich —■ ebenfalls ■ungefähr .dieselben Wahlgruppen einander im Kampfe ■gegenüberstanden. In der ganzen Gemeinde und vielfach auch in den anderen orthodoxen Gemeinden des Landes wird dem •Wahlausgang in Bratislava mit der grössten Spannung entgegengesehen.

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