Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 48 (27.11.1925)
- Date
- 1925-11-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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וי ״ / fr.' ♦.׳ * ״/,»ן V-'',•״V:;'.. י V- י י׳•'-י" V.b.k ^ivornitct^bi^o^o!. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS.; Redaktion u. Administration: Wien, II.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel. 45-494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise.• Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 30, das übrige Ausland 2 Dollar. . ' Zahlungen ffir Oesterreich: PhstsparkasaenamtWien, Koste Nr. 13.458; für Polen: Postsparbassenaint Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, ' Konto Nr. 53,386; für Jugoslawien: Postsp.*Amt Agram,Ko, N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 ־.■׳)־ ־׳ ' ׳: '■־־. *. ׳ . ׳ , .. Mr. 48 Wi«n-Bra«1s1ava( 27. Nowembep 1925 .כ׳ה וינה*6רעםםבורנ יי כסלו תרפ׳ו 11■ Jahrg■ Chronik der Woche■ Die .Wiener israelitische Kultusgemeinde lehnt eine Emiachmg der Budapester Kultusgemeinde zur Jubiläumsteief ab. Wien, 19. Nov. (JTA.) Nach einer langen! sehr erregten Debatte beschloss die Repräsentanten-Ver־* Sammlung der Wiener israelitischen Kultusgemeinde mit einer Mehrheit der Stimmen, die Einladung der Budapesteri Israelitischen Kultusgemeinde zur Teilnahme an der am .21. November stattfindenden Jubiläumsfeier des 125jährigen Bestandes der Budapester!Gemeinde abzulehnen!und Vertreter zur Feier zu (entsenden. Den Antrag auf Nichtteilnahme an der Jubiläumsfeier stellte Oberbaurat Robert ז Stricker, der seinen Antrag damit begründete, dass die Budapester jüdische Gemeindevertretung eine lunjüdische Haltung an den Tag ׳'legte, als sie gegen die Völkerbund-1 aktion für die Aufhebung .des Numerus clausus-Gesetzes in!Ungarn in •einem formellen Beschlüsse Verwahrung einlegte. Es war eine;ausgesprochene Kampfabstimmungj Die in der Minderheit־ gebliebenen Repräsentanten, unter• ihnen prominente Führer der Wiener Assimilanten, beschlossen eine Sympathiekundgebung für den Vorstand! der Budapester Israelitischen Kultusgemeinde. — Wien» 20. November. (JTA.) Der ׳Präsident der ״Union deutschösterreichischer Juden“, Dr. Jakob Ornstein, und der Obmann , des Klubs der Vorstandsmitglieder der Union, Dr. Josef Ticho, begaben sich ,als Vertreter der Minderheit deij Israelitischen Kultusgemeinde nach Budapest zwecks Teilnähme an der 125״;!Jahresfeier des Bestehens der Buda-:י pester israelitischen Gemeinde. Jüdische Fragen vor dem Völkerbund. G e n f, .18. November. (JTA.) Das Programm der am 7. Oe־ zember d. J. beginnenden 37. Session des Völkerbund■: rafes enthält eine Anzahl Fragen, die die jüdische!Be־, völkerung in verschiedenen Ländern unmittelbar angehen. So : steht, es u,.,; a. fest, dass die )Frage der Jiiden ׳itf Ungarn־«In reiner'■■', rbrefteri ^^isd^äufgeir^frt^werdeh-^^rdirt Und zwar nicht allein die Frage V des Numerus tlausus'׳־: Gesetzes, sondern auch die Frage der staatlichen Stetlung der ungarischen Juden überhaupt. Auch der Vor־ schlag der litauischen Regierung, dass alle Mitglieder des Völkerbundes sich über eine *einvemehmliche Regelung der Rechte und Pflichten der Minderheiten einir gen solfen, wird zur Verhandlung .kommen. Schliess־ lieh wird der Völkerbundrat in dieser Session die Be-< schlösse und Arbeiten der 6. Kommission, die das jPa.1 sfrna-Mandat zu behandeln hat) prüfen und billigen. Eine irreführende Meldung über (den Keren-Hathora. Zür ich. (AJPB.) Aus tendenziös eindeutigen) Gründen wurde in der Schweiz gegen den Kefren-Hatfiora Stellung genommen und als Hauptargument ins Treffen, . geführt, dass dieser; die Jeschiwoh des Obertfabbiners׳ Kuk nicht unterstütze. Auf eine , diesbezügliche An-! frage in der Keren-Hathara-Zentrale wurde amtlich mit-1 geteilt, dass bis zur •Stunde kein Gesuch uni ßubveri־ tion* von Oberrabbiner. Kuk;für dessen Jeschiwoh eingereicht worden ist. Hiedurch ist der Keren ־ Hathora überhaupt nicht in die Lage (gekommen, hierüber in] positiver oder ' negativer Weise zu entscheiden. Keine Gegensätze zwischen dem Palästina-Aufbauwerk una der Krimkolomsation. Fine Feststellung! d e r G e s'e 11 s c h a f t ״O z e t“. Moskau, ,20. November: (JTA.) Unter dem Vorsitz des Präsidenten Larin,‘ Mitgliedes des Zentral-Exekutivkomitees der!Sowjet-Union» hielt die Gesellschaft für jüdische Landansiedlung ״Ozet“ eine Sitzung ab, die Speziell der Auseinandersetzung ge־• widmet war, ob das (jüdische Kolonisationswerk in Russländ im ideellen oder materiellen Gegensatz zu der jüdisehen Kolonisation in Palästina stünde. Es wurde darauf hingewiesen, dass ein Teil der jüdischen Presse des Aus* landes, den von der!Sowjetregierung unterstützten Plan! einer jüdischen Landansiedlung auf breiter: Grundlage in Russland in einen Gegensatz >bringt zu der praktischem Tätigkeit der Zionisten in Palästina, ja man bemüht sich, die Bewegung für jüdische 'Kolonisation in Russland als eine Gegenbewegung zu dem •,Palästinawerk hinzustellen^ Um diesen Ansichten entgegenzutreten, wurde eine Resolutibn angenommen, welche besagt) dass alle von der ausländischen Presse gebrachten Informationen;über ein ׳angebliches feindseliges Verhalten. der Gesellschaft ,;Ozet“ zum . Palästinawerk ohne Grundlage sind, da erstens ' die Frage Palästinas niemals von der ״Ozet“ erörtert worden i6t und wohl .auch (nicht erörtert werden wird; zweitens die ״Ozet“ bei der Durchführung ihrer Arbeit im Interesse! der jüdischen Kolonisation in Russland nie diese Arbeit י י־ ■ ■' -'■•'! ■ז -י• in einen Gegensatz zum Kolonisationswerk in Palästina gestellt hat; drittens die ״,Ozet“ niemals der Auswanderung von Juden aus Russland nach Palästina Hindernisse 'in! den Weg gelegt hat, ungeachtet dessen, dass die Kolot nisatkm in Russland billiger ist als in Pa,ästina, sich' auch׳ besser rentiert und auch für die Zukunft gesichert ist. Epilog zu den Wahlen in der Tschechoslowakei. Wir müssen es den für!den tschechoslowakischen Teil unseres Organes vorantwörtlichen Herren überlassen, sich mit den Vorwürfen ausieinanderzusetzen, die filier und •dort :gegen die ״Jüdische ׳Wiirtschaftspartei“ erhoben worden sind. ,Wir stehen räumlich dem, Schauplatz dieser Ereignisse zu ferne, als dass wir zu einer objektiven Würdigung befähigt wären. ׳Uns steht auch die -Ehre des Präsidiums der Landeskanzlei so turmhoch über die gegen sie. gerichteten •Angriffe, dass wir es ,für eine•'Beleidigung für die Herren •hielten, wollten wir sie gegen diese Bubenstreiche' verteidigen. Es kann uns deshalb nur obliegen, die allgemeinen Gesichtspunkte hervorzuheben und zu unterstreichen. Es wäre sehr bequem und würde auch den Tatsachen entsprechen, wenn wir •kurz erklärten, dass die Aguda als solche, namentlich aber ih׳ne Wiener ZemtraLleitung, an den Vorgängen gelegentlich der Wahlen in der Tsohechosiowakei vollkommen unbeteiligt ist. Allein wir wähjen diesen Wef(Jnicht,;__• hait-en;für :richtig zu unter- 1׳’suchen, ob es notwendig■ war, dass, diie־ Orthodoxie ׳eiine . eigene Kandidatur •aufsteilte, 'lind welche Schlüsse• daraus für die weitere •Gestaltung •der Dinge in, •der Tschecho-' Slowakei, zu ziehen sitid. ׳ Jedenfalls!hat •die Orthodoxie in ׳den jüngsten hundert Jahren genügend ׳Gelegenheit gehabt, zu ,erfahren und zu erproben, dass ihre Angelegenheiten durch iNichtortihodoxe niemals gut vertreten werden.. Es hat sich immer wieder und wieder gezeigt, dass die Interessen der Thora, ׳dort, wo sie nicht vorhanden, oder nicht •als der einzig!berechfcigte Ausgangspunkt anerkannt, sind, im kritischen Moment durchaus vernachlässigt wurden. Es haben alle Versuche, durch die bindendsten Abmachungen sich Sicherungen zu schaffen, versagt. Es ist also ׳die!Pflicht der Orthodoxie, überall da, wo über!Interessen von Judentum und Juden beschlossen und verhandelt wird, seil^stä!ndig •aufzutreten. Die schönen Versprechungen, *die hie und ׳da angesichts eines Wahlkampfes, sei es in einer Kultusgemeinde, sei ,es für politische Gremien gegeben waren, erwiesen sich als ein Fetzen Papier. ׳Soweit wird jeder unbefangene Politiker uns recht geben. Um •aber die Orthodoxie zur absoluten selbständigen Vertretung, erstarken zu lassen, ist es zuweilen vonnöten, ihre Kräfte ׳selbst an ■aussichtslosen Punkten einzusetzen. Was wir der ״Jüdischen Wiirtschafts- Partei“ vörwerfeiv'ist die Tatsache, dass ׳sie nicht in :jedem .Wahlkreise der' orthodox-gesinnten Wählerschaft •die Mögtiehkeit gegeben hat, •ihre Stimmen'.für einen orthodoxen Kandidaten abzugeben. Dann;hätte sich wahrscheinlich gezeigt, dass es in dem grossen Gebiete ׳der Tschechoslowakei viel mehr Leute gibt, welche die jüdischen ׳Interessen nur in •den Händen einer selbständigen; Orthodoxie für ,wohlgeborgen erachten. Schliesslich ist die zahlenmässige ,Spannung in dem Brennpunkte des .Wahlkampfes, also in Podkarpatska JRuss so gering, dass inan zu der Annahme berechflgt ist, es wäre •gar nicht so schwer gewesen, den Wahlsieg an die Fahne der Orthodoxie zu heften: Man 11a׳t jedenfalls •kein Recht1 einer Partei,!die nach kurzem, schlecht vorbereiteten Wahlkampf 13.000 Stimmen in einem Wahlkreis erreicht hat, zuzumüten, sie hätte auf ihre Kandidatur von vorn hier ein verzichten •müssen. Mail! weiss ja auch im anderen Lager, dass ׳in Podkarpatska Russ die religiöse •Gesinnung ein ausserordentlich starker Faktor ׳ist, und wenn es wirklich nur darum zu tun gewesen wäre,־ einen Juden in das Parlament ׳in Prag ein ziehen 311 sehen, so hätten im •Gegenteil alle anderen jüdischen Nuancierungen zugunsten •der orthodoxen Kandidatur zurücktreten müssen. Die Konsequenz aus dieser Erwägung wäre, dass 'die Orthodoxie sich auf ihre Pflicht besinnt, schon jetzt mit der Erziehung der Wählerschaft zu beginnen, schon jetzt •sich auf spätere Waiden yorzuibereiten, um den Nachweis zu liefern, •dass die jüdischen Interessen bei der Orthodoxie am besten •aufgehoben sii!n׳d. Niemals w:ir׳d •sich aber •die thoratreue Juden heit das!Recht nehmen lassen, ihr ׳Bekenntnis auch in der politischen Betätigung zu vertreten. Eine Tragödie auf heiligem Boden. . Von Elias Sternbuch, Basel. Gerechter!ist das abgefallen׳e Israel als 1,־•das. treulose Juda. (Jerem. 3, 11.) ... , Agudas Jisr'öelj'die ׳durch •die •bedrohliche Ausbreitung; thorafeindlicher Institutionen in Erez J:is׳roel, welche sie von Anbeginn mit ■Wehmut verfolgte, auf ׳den ׳Kampfplatz gerufen wurde, ־ stand den geginerisichen Zusiicherungen ,über' die auzuerkennende und rechtliclLdurchzuführenide .* öffeh't- ~licl1C'’Beobach׳hn1g:1״״de1e־rf»di׳sb^ Erez Jisroel stets •misstrauisch־ ׳gegenüber. Tn zionistischen' Versammlungen sprach man wähl von einem jüdischen Leben, das sich ״zu Hause“, im ׳eigenen Heime,‘ :hefr!liich entwickeln würde;■' •man schilderte dieses •Leben' •in •den glühendsten Farben und wusste ׳dadurch'!eine ganze ■Schar von Leichtgläubigen einzufangen. In den Kreisen ׳der Agudas Jisroel wusste man •aber, dass die zionistischen׳ Führer auch nicht .im entferntesten •daran ׳dachten, d!i׳e Schulen,‘die:Iristitutiorien ׳für •die arbeitende Kwuzoth und ׳die •übrigen ׳ öffentlichen Ein riohtungen in Erez Jisroel ׳dem Thoragesatz als souveränem Herrscher zu ׳unterstellen. Man wusste: und weiss es •heute noch, dass für ■die ׳einzelnen zionistisehen Führer wie für die gesamte Organsation das ״Kali«: gion ist Privat Sache“ eine von iHerzl tradiierte ■und heilig gehaltene Norm •ist, so •dass ,man von ׳dieser Seite keine Institutionen im Geiste •der Sinaitraditdon erwarten! oder, gar fordern könne. Anders der' Misrachi. Während nach ■agudistischer Auffassung die.!Idee des reinen und!echten Judentums nur ‘ausserhalb einer Organisation, die •durch •׳die Proklamation, ׳der ,Glaubensfreiheit ׳den Charakter der Glaubensnationen verfälscht, nur :im ׳Rahmen der völligen Selbstständigkeit gesichert und geschützt, werden kann, glaubt der Misrachi, dass diese Abgeschlossenheit keine Notwendigkeit sei, dass vielmehr ׳die ׳Orthodoxie ׳die Pflicht habe, ,innerhalb des' Zionismus durch iMajorisierung der glaubensfeindlichen Elemente dem gesetztreuen Judentum zum Siege zu verhelfen. Davon abgesehen, bestehen, zwischen Aguda und Misrachi eigentlich keine, wesentlichen Unterschiede. •Dem Glauben 1des MisraJchii, auf ■diesem Wiege Erfolge zu erzielen, stand Agudas Jisroel seit ׳jeher, höchst skeptisch gegenüber. Aus der;Ueberzeugung , heraus, ׳dass es niemals ־;möglich sein •werde,!innerhalb •einer: Orgamtsation, ׳die den alle ,Glieder des jüdischen Volkes ׳verpflichtenden, Charakter des Thoragesetzes leugnet, die Be- Stimmungen dieses Gesetzes zu sichern und "zu schützen, gab sie sich .der Hoffnung .hin, ■dass sich, ■schbesslich auch der Misrachi im Laufe -der Jahre, zu dieser .׳Erkenntnis ׳durch- ..y.’mr-Qr; fr3• ״:% Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale kÜNSTWERkSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für : PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMAT IONEN Dö I., KÄRNTNERRING Nr. 6 (GEGENÜBER OEM HOTEL :״BRISTOL•*) 1; > TELEPHON-NUMMER 81?368י :: aufzusucLen l Liefert «eitmehr eis anderthalb Jahrzehntenden vornehmeten orthodoxen Damen ailer.Länder Perücken. Speziellst In Brautepheitein;: Die‘ HerstelluifQ einer jeden einzelnen.PerUcko:erfolgt *us GARANTIERT DAÜERGEWELLTEM NATURHAAR, lm d|Vld^JLddm'D«8lphte ange^wt: ORbsi0rb*8e8 Leger t1.;rflßhNiltlgete Aj^wahl l!1Peröok|^fpodfrf1e^r;Frisuren.; EN DETA% v:• ':Verianoen Sie:die tfostenlQ8e^^ ZM8ewdbng triblffes;,KMalpgesb;-vר;;•!• ׳,/.-ג jgflp Wollen sie gef Eiligst bei Bestellwiiifl<nden Vornamen OTHMAR mIe'#&*#**egeneu bdbebten I