Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 46 (13.11.1925)
- Date
- 1925-11-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ORGAN FÜR DEE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktionu. Administration: Wien, II.,Leopolds* gasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4*94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 30, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; für Polen: P09tsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.*Amt Agram,Ko, N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619' Up. 46 *!•.•Bratislava, 13. November 1925 ,renn ב*ה וינה־פחגססבורג כיו חשק II. Jahrg. Chronik der Woche. Die Sitzung des Geschaftsfiihrenden Ausschusses der Agudas Jisroel in Wien vom 1. November. W. i e n. (AJPB) ■Am 1. November fand eine Vollsitzung des Geschäfts-■ führenden Ausschusses der Agudas Jisroel statt, -bei der sämtliche Wiener Mitglieder anwesend waren. An erster Stelle wurde die durch das Kriimiprojekt neugeschaffene Lage diskutiert. Weiters wunde beschlossen, die Verbandlungen mit der zionistischen Organisation im Sinne der ibestehenden Entscheidungen fortzuführen.!Hierauf wunden ׳die schriftlichen Berichte der politischen Exekutive von den Genfer Verhandlungen zur Verlesung gebracht und zur Kenntnis genommen. Die Tragödie der Juden von Damaskus. London. Die zuletzt über Damaskus auif dem Wege über Kairo eingetragenen Nachrichten bringen nähere Einzelheiten über die Vorgänge während der •Beschiessung von Da.maskus durch die Franzosen und, über die ־ Folgen dieser Massnahme. Meist haben die mohammedanischen Viertel : der Stadt unter dem Bombardement ־zu leiden gehabt, man zählt tausende Tote und Verwundete, unter ihnen auch zahlreiche Christen und Juden, die in den mohammedänischen Teilen der Stadt wohnten. Besonders schwer betroffen aber wurde das jüdische Stadtviertel, welches zwischen die zwei mohammedanischen Hauptviertel eingebettet liegt. Das jüdische Viertel wurde durch das Bombardement zetstört, einige hundert Juden liegen unter den Trümmern begraben. - Ein staatliches Rabbinergericht in Tanger. Tunis. (JTA) In Tanger wird cid Raibbinergerichtshaf auf Staatskosten errichtet. Es wird dies das erste staatliche jüdische Gericht in den französischspradhigen Ländern sein. Das Gerichtsgebäude wird in der Nähe ■ des /Parlaments- ,und des Oberen :Gerichtshofes eirieihtet. ' ‘י*־’ “״ Die Zusammensetzung der ״Comzet“. — Smidowitsch Präsident. M 0 s k a u, (JTA) Das Präsidium des Exekutivkamitees der Sowjetunion hat die Zusammensetzung' der Regierungskomimission für jüdische •Landansieidlung (Comzet) genehmigt. Vorsitzender ist Herr Simidawitsch, die übrigen Mitglieder sind Lazis, Larin, Aspendiarow und Mereschin. Das Firianzkommissariat der ' ukrainischen Sowjetregierung hat den Beschluss gefasst!, alle Unternehmungen der Gesellschaft ״Oizet“, die als eine unabhängige׳ Gesellschaft :zwecks Versorgung der jüdischen Landwirte mit Geräten, Saatgut, lebendem und totem Inventar, Häuserin usw. gebildet wurde, von jeder Steuer zu befreien. Der Beschluss gilt für alle Länder der Sqvvjet- Union.'— Da seitens neuer .jüdischer Siedler Klagen einliefen, dass sie bei der, Erhaltung von Krediten, die die zentrale Landwirtsehaftsbank für die jüdiischen Siedler bereitgestellt hat,־ Schwierigkeiten haben, hat die zentrale Landwirtschaftsbank die Verwaltung der ukrainischen Landwirtschaftsibank ersucht, die Methoden der Ausfolgung der Kredite an die jüdischen Siedler zu vereinfachen. In der letzten Zeit haben sich mehrere nichtjüdische Arbeiter als Mitglieder der Proyinzabteilungen• der Ge- Seilschaft ״Ozet“ einschreiben iassent ׳0״zet“ ist die unparteiische'.Organisation für Förderung ■des jüdischen Siedlungswerkes. ' י Der Prozess gegen den Massenmörder Mararcscu •־am 23. November. Bukarest. (JTA) Der Prozess gegen den .Kapitän Mararescu, der als IGrenzbefehlshaber 33 jiidisehe ukrainische Flüchtlinge ermordet und beraubt hat, Wird am 23. •November in Bukarest beginnen. Die Anklage wird .Kapitän Kiriac ׳vertreten. 100׳ Zeugen sind geladen. Litauische Zustände. Kowno. ■In iden frühen Morgenstunden des 26. Oktober wurde das Todesurteil des Kownoer Feldgerichtes gegen den 23jährigen, jüdischen Soldaten ׳Nachum 'Szuwelir ■durch Brscbiessen vollzogen. Sszuwelir war beschuldigt worden, an einem Attentat gegen׳ einen Provokateur, der Kommunisten der Behörde angezeigt .halben soll, mitbeteiligt gewesen zu sein. Szuwelir bestritt jede Schuld. Der Haupttäter war geflüchtet, so dass eine Aufklärung der Angelegenheit erschwert war. 'Eine Abordnung erschien im Ministerpräsidium. nni den, den abwesenden Staatspräsidenten vertretenden Minister PetruHs um die Begnadigung des immer wieder seine Unschuld beteuernden jungen jüdischen Soldaten zu bitten. Petnilis weigerte sich aber,' die Abordnung zu empfangen und unterschrieb das Todesurteil. Die Rabbiner Kaplan und Schäpiro, die von der Militärmacht eingeladen warden, der Exekution als Seelsorger beizuwohnen■, weigerten sich unter Protest, durch ihre Anwesenheit eine so grausame, gesetzlich ungeklärte Handlung zu sanktionieren. Der Grossrabbiner von Frankreich, Israel Lev y, hat die Flucht in die Oeffentlichkelt genommen, indem er mdtterlte, dass er ■voraussichtlich in •der nächsten Zeit gezwungen sein würde, sich vom ■Kuratorium der Universität in Jerusalem zurückzuziehen, weil bei der!Besetzung der Lehrstühle Protektionsw:i׳rtschaft getrieben würde. Er stehe, wie cs ,in der Verlautbarung heisst, mit Cbiefrabbi H e r z-!London in Verbindung, um den entscheidenden Schrift •mit demselben gemeinsam •zu unternehmen. Iln!Polen ringt die!Orthodoxie in heissem Kampf um ׳ihre Selbständigkeit.!Was man vor zehn!Jahren׳ kaum anzudeuten wagte, dass ■einmal der ■Zeitpunkt kommen könne, wo es unmöglich sein würde, ’;in der gesamten Gemeinschaff dfer Juden ■für die Orthodoxie etwas zu erreichen, •wenn diese nicht. ihre eigenen!Wege geht, scheint nun Tatsache geworden zu sein. Man muss sich einmal, vor-. stellen׳, was es heisst, wenn in einer Zeit tiefster Wirtschaft- Melier Depression unsere gesetzestreuen Brüder ■in Polen •es auf sich nehmen müssen, für die Aufr&chterhältung;ihres!Ideals die!Bereitwilligkeit zu ,:den allergrössten Opfern zu erklären. Was ׳muss nicht alles vorangegangen sein, dass Menschen, ■die bisher die energischesten Vertreter ׳der lEiube.ifsgemeinde ■waren, sjch gezwungen sehen, ihren Standpunkt so grundlegend zu ändern! Wie stark und wohl- ׳begründet muss ■doch •die!Furcht sein, dass neologe und nationalisüi'scbe Kreise :die Religion ln den, Hintergrund . ״ drängen •Jeönritenk’ielf 1 if Teinem ' Winkel eine Zufluchtsstätte suchen muss ... (Gleiche Nachricht!kommt aus Rumänien und es :ist beschämend, •dass ■der •n׳ich (Jüdische Minist er'.׳für‘•die ׳Ge- ■wissensfrei'heit •eintreten musste, nachdem ein Rabbiner es gewagt hatte, gegen dieselbe ■auf zu treten. W!i׳r sprechen auch •an dieser Stelle •.Herrn Oberrabbiner Zirelsohn- Cbisinau unseren wärmsten Dank dafür aus, •dass׳ er das rechte Wlart zur rechten Zeit :fand. Selbstverständlich werden unsere!Gegner wieder einmal über ׳Separatismus schreien. Wir. erwarten gar nicht, dass sie dem!Ernst und der •Ueberzeugiingstreue, die söcli hier dokumentieren, auch nur eine Spur von Verständnis entgegenbringen, aber es ist!wo׳hl zu hoffen, ■dass dieser Ges und u n gs pr 0 z e:s s auch die bisherigen Machthaber der •Gerneindestübe. ■allerorten (׳vielleicht sogar in Wien) zu der!Erkenntnis bringt, dass es denn doch nicht angeht, ׳Ueberzeugungen •mit dem Knüttel lind!Büttel niedemihalten. Das trübste;Bild, aus allen!Erscheinungen dieser Tage bietet der ׳S.!November in Jerusalem.!Wir schreiben diese Zeilen, bevor uns ein Resultat der Volksabstimmung über das Fraiienwahlrecht in Palästina bekannt ist. Gs •kommt auch nicht auf das Resultat als solches an, noch auf die prinzipielle Stellung zum Frauenw-ahlrecbt. ■Aber man ■vergegenwärtige sich •einmal ■folgendes:!Da ist eine Gruppe von Menschen, die, sagen wir,' einmal den •Mut aufbririgt, zu erklären, •dass zumludestens das passive Grauenwahlrecht dem «Religionsgesetz nicht entspricht und welche aus ■diesem Mut parlamentarische Folgen able:itet; mit anderen Worten, diese Gruppe erklärt ‘ •das Frauen- Wahlrecht für eine religiöse F׳r,age.!Und nün geht •dieselbe ׳Gruppe ׳von Menschen bin und inszeniert über ■diese Frage, eine .Volksabstimmung und erklärt, sich dem Resultate •die»er Abstimmung; an der sich auch Frauen beteiligen, ־;r:ter allen Umständen unterordnen zu wollen. Wir verstehen wirklich •den ׳Misrachi nicht. Ist diese Angelegenheit' k ei n e religiöse Frage, wozu die Geste der Opposition :im ersten Stadium? Ist es aber wirklich eine religiöse Frage, wie kann man es ■dann wagen, eine religiöse Frage .vor ein Forum zu bringen, das unter keinen Umständen beiähigt und berechtigt ist, übet eine ׳religiöse Frage zu' entscheiden? Die Unterstellung des Din Thora unter eine parlamentarische Abstimmung •ist etwas in :der ■Geschichte des religiösen Judentums Unerhörtes. Wir fürchten, für chten ernstlich, dass dieser S. ■November ein schwarzer Tag in der Geschichte des Misrachi •sein wird, von unabsehbaren Folgen einer vollkommenen Verwilderung in religiösen Dingen, eines grausamen ■Spottes mit •dem Heiligsten. Rabbinische Protestversammlung gegen die Volksabstimmung in Sachen des Frauenwahlrechtes. , .; J e r u s a 1 e!m,. 5. Cheschjvan. Am gestrigen Nachmittag fand auf 'Einladung des Beis Din der aschkenasischen Gemeinde ׳in Jerusalem eine Versammlung Von Rabbinern aus allen Städten des Heiligen Landes statt, an der sich etwa 30 Raibibonim beteiligten. Zweck der Versammlung war die Ausspräche über •die Volksabstimmung, die ׳vom Wa׳ad leumi zurzeit in Sacken des . Frauenwahlrechtes beabsichtigt ist. ׳ ' Rabbiner Rubin eröiffnete die Versa׳ml1mg1, worauf Herr Moses Blau über die Sachlage referierte. Oberrabbiner Sonnemfe.ld, Rabbiner Klatzikin aus Lublin und Rabbiner Kliers aus Tiberias ■gaben ihre Ansicht dahin;•kund,' •dass, ■nachdem ,das Fraueniwahireclit_ ein . אסור מן התורה" sei, die ׳Veranstaltung einer Volk ab s t imm u ng über .diese Frage-den schwersten «Einbruch in die .Grundfesten des Religionsgesetzes bedeute. Es, sei, darum׳, •für: einen gewissenhaften Jehudi verboten, sich an, der Volkab- Stimmung mit ja־ oder nein zu beteiligen. Es ,wurde alsdann folgende Resolution beschlossen:׳ ״•Die Unterzeichneten ^.ab'bmer des .׳Heiligen Landes, Ascbkenasim und Sefardim aus Jerusalem und'■ anderen Städten des Heiligen , Landes, haben׳ Rat ge- . pflogen über die furchtbare Verheerung, die auf religiösem Gebiete durch diejenigen!, die das Joch der Thora abgeschüttelt ׳haben, angeric'htet wurde, indem sie die Frage des ,Wahlrechtes• der Frau einer Volks- 5: abstimmuns unterwerfen.!ff Wir fühlen uns verpflichtet, zu erklären:;! 1. Die Beteiligung von Frauen an Wahlen •ist ein (■ vollkommener אסור מ| התורה abgesehen davon, dass : dies die religiösen ׳Grundsätze, die jüdische Sittlichkeit ■ und die heilige jüdische Sitte verletzt; fern sei es, H •daran Zweifel zu hegen. ' ־.־ '־• ' vi 2. .Der schmerzliche Beschluss׳, ei,ne religiöse Frage •durch Volksabstimmung lösen zu wollen,-ist ein Einbruch in den Bestand der Religion, wie er in der jüdischen Geschichte bisher unerhört war, und es ist ■ein vollkommener איפר. wir jeden Jehudi, sich' an 'dieser Volksabstimmung •mit ja oder nein zai beteiligen. Denn durch diese Beteiligung unterstützt!man die Sünder und diejenigen, ■die das Thorageset/z entwurzeln wollen. Jeder •jüdische Mann ist verpflichtet, im Sinne dieses ־• Beschlusses auf seine Freunde und Nachbarn einzur ׳ wirken und sie vom Straucheln zu retten. Wir vertrauen darauf, ,dass jeder, der Gott fürchtet und seines Namens gedenkt, unseren Worten aufmerksam Gehör schenken werde, so dass der Trug sein Ziel nicht er-■ reicht. Die Verafitwortung aber für die Konseauenzen des Attentates fällt auf diejenigen, die es fördern und unterstützen; Möge die Ehre der Thora und die Ehre des Heiligen Landes sich erhöhen, die Kraft Gottes sich 1e @1ne es Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCKEiTE^U^ (GEGENÜBER DEN NOTEL ״BRISTOL“) SS TELEPHON-NUMMER 51-3-62 SS w w — יי •יי — — ״י—־ —י• y •— —י־־י ־־־־־־ — ..־י —y ־־׳־׳י׳י,— ־. # ״ 4 ־ י T ••1 י .•*׳; vי 1 . * ••־ U aufJuswchen I Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller LSnder^erUcken. Spezialist In auvzusucnen 1 ueien seil menr am wuuanimiM w«111 cpnnton 1»״! »w!וו»ו9ווווו»וו w! ״-■י• •״י״יי-— r. ־"׳ל. ■ד••* — Brautschelteln•'t)le Herstellung einer jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DAUERGEWELLTEM NATURHAAE, In• % divlduell dem Gesichte angapasst. EN GROS. Grossee Leger u. reichhaltigste Auswahl In Perücken modernster Frisuren. EN DETAIL. 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