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Jüdische Presse · 1925-10-16 · 42 (16.10.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
42 (16.10.1925)
Date
1925-10-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, L Stock. — Tel. 45-494־. ,Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 30, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei! Postsparkassenamt Prag,* Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko.N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Ü1-. 42 Wien-Bratislava, 16. Oktober11025 ב״ה וינדדצורעססבורג כיח תשרי ־:תיפיה II. Ja Birg. Chronik der Woche. 3609 Palästinaeinwanderer im September. J erus alern. (JTiA.) Wie heute bekanntgegeben wird, sind im Monat September d. J. 3609 Personen ,in Palästina ׳einge־. wandert. Im!August betrug die Einwandererzahl 3696. .!Eröffnung der!Handelsmesse in Tel-Awhv. Jerusalern. (J'TiA.) Am 4.!Oktober wurde ■in Teil-Awiw die Handelsmesse Palästinas und des!Nahen Ostens eröffnet. Vorzüglich vertreten ist die Palästmaabteilung, die die« landwirtschaftliche und industrielle Produktion des Landes, erschöpfend ־dars teilt. Einige Reglerungsde, partemen ts gehören zu den Ausstellern. Der!Strom der Besucher ist sehr gross, die palästinensische Eisenbahnverwaltung hat einen Sonder zugsverkehr eingerichtet. Forderungen der palästinensischen Arbeiter. J e r usalem. (JTiA.) Der Obersekretär der Palästinaregierung Colonel Symes empfing den palästinensischen Arbeiterfiihrer J. Ben Zwi, ׳der ihm die folgenden Forderungen! der Arbeiterschaft unterbreitete: 1. Die Verordnung, betreffend ״Hintanhaltung von Verbrechen“ in Fällen!!industrieller Streitigkeiten nicht anzuwenden; 2. die Organisation der ׳Eisenbahnaribeiter zu legalisieren; 3. eine Arbeitsgesetzgebung zu schaffen. Colonel Symes versprach, diese Forderungen einer wohlwollenden Prüfung zu unterziehen. Wichtige Mandatserörterimgen am 19. Oktober in Genf. Genf. (JTA.) Die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes wird am 19. Oktober in Genf eine Sitzung abh'alten, in. der die Angelegenheiten Palästina^ und Transjordaniens zur Behandlung kommen werden. Man/ erwartet für den 19. Oktober die Ankunft Dr. Weizmanns, des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, sowie agudistischer Führer. Der Kommission wird ein langes Protestmemorandum des palästinensisch-syrischen Komitees und des Emirs Arslan, ferner eine Petition der Aschke־i nasimgemeinde Jerusalems vorliegen. Ferner wird sich die Kommission mit der wirtschaftlichen Lage und der allge-, ^rteinehiteErit^Öklün|f^ih^etf^ähdttsiä1raö^ii^kf*S^wn^ und Palästina befassen. Lord Plumer und Emir Abdullah, ßeiruth. (JTA.) Die in Damaskus erscheinende Zeitung ״Al Zaman“ teilt mit, dass ,Lord Plumer während seiner Anwesenheit in Amman, der Hauptstadt Transjordaniens, idem Emir Abdullah seine volle Unterstützung versprach unnd ihm das Privileg gewährte, nach ׳eigenem Belieben 1Minister und Beamte zu ernennen, beziehungsweise zu entlassen. :Während des. zu Ehren Lord Plumers in Amman von Emir Abdullah gegebenen ׳Empfanges hat Lord Plumer eine Anspräche gehalten,!in welcher er dieses Privileg für den Emir bestätigte. Die Zeitung verzeichnet in diesem Zusaminenhang das Gerücht, dass Emir Abdullah in seinem Ministerium durchgreifende Bersqnenänderungen ber absichtigt und wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen seinen Premier Ali •Rida Rikabi Pascha; mit ׳dem er Sn Unfrieden lebt, zum Rücktritt zwingen wird. Das Diskinsche. Waisenhaus wird neuerlich vergrössert. Jerusalem. (AJPB.) Die Leitung des berühmten Diskinschen Waisenhauses in Jerusalem hat neuerlich sechstausend Quadratellen Böden eingekauft, um1 Erweiterungsbauten durchzuführen. An der Fertigstellung des die ganze heilige Stadt überragenden Prachtgebäudes, das als Haupttrakt vorgesehen ist, wird emsig gearbeitet. Das Wirtschaftsamt der Agudas Jisroel installiert; Tel-Awiw. (AJPB.) Das hiesige Informatiönsb'ureau der Agudas Jisroel ist nunmehr vollständig eingerichtet. Die Adresse lautet; .Wirtschaftsamt der Agudas Jisroeb P. O. B. 366, Tel-Awiw. I Zentialratssitzung. Wien. (AJPB.) Die Zentralrats- Sitzung , der Agudas Jisroel findet voraussichtlich am, 22. Dezember in Danzig statt. Die Ke|en Hathora-Arbeit in London. London, (AJPB;) Die Keren Hathora-Arbeit ist in London reorganii siert worden. Chiefrabbi Dr. I. H. Hertz!und Hahanf Dr.. M. Gast er haben ihre Unterstützung zugesagt. In die Exekutive sind noch hervorragende andere Persönlichkeiten Englands eingetrete!n, Mr. A. H. Goodmann (und Dr. Hugo Klein. Nachahmenswerte Frauenspende für die Lubliner Weltjeschiwoh. Lublin. (AJPB.)׳ Mehrere Frauen haben für die Lubliner Weltjeschiwoh des Keren Hathora ein! Sofer Thora gespendet. ,Gründung einer Agudas Jisroel-Mädchengruppe in Krakau. Krakau, (AJPB•) Durch die ungemein tüchtige und sehr fruchtbringende Arbeit des Fräuleins Betty Rotn- Schild aus Zürich veranlasst, fand hier Mittwoch den 7, Oktober unter gewaltiger Beteiligung der hiesigen ׳ jüdisehen Mädchen die Gründungsversammlung einer Agudas׳־ Jisroel-Mädchengruppe statt, welche einen über alle Erwartungen erfolgreichen Verlauf hatte. Der Saal und die Nebenräume waren derartig überfüllt, dass ein. grosser Teil der Besucherinnen keinen Einlass mehr finden;konnte! Nach den sehr geistreichen und bestens gelungenen Refe■? raten von Fräulein Rothschild (Zürich), Fräulein Giinzig (Krakau) und Fräulein Rose. (Bendin), schrieben sich gleich 186 Mädchen schon, als Mitglieder ein. \ Die Aguda in Rumänien. D e j. (AJPB.) Dank der eifrigen Tätigkeit der Dejerjugendgruppe wurde in Bistritz eine Schwestenorganisatiön gegründet und Herr Juda Lehrmann zum Präsidenten gewählt. Der. Da.fjomi׳ Schiur wurde eingeführt. Auch in Szamosujvar wurde!, eine Jugendgruppe gegründet und Herr Deibel zum Vorsitzenden gewählt. Bei der Eröffnungsfeier war die Dejer Jugendgruppe durch Präsident M; Lehrmann und Schriftfiihrer Adolf Ehrenfeld vertreten. Rabbi Meir Arak <צ״ל הלא ירעתם אם לא שמעתם כי שר וגדול נפל היום בישראל■ Ihr wisset wohl, habt wohj gehört, dass ein Fürst und Grosseren Israel heute gefallen ist. 1 י Dieses Prophetenwort passt, voll und ganz auf;den am ersten Abend סכות verblichenen הגאון ר״ מאיר אראלן אי״ל Nach langem Leiden, das seine zahllosen Verehrer mit schwerer Besorgnis erfüllte, schien sich mit Beginn! des neuen Jahres eine leise Besserung anzubahnen,.! Wie ein D.onnerschlag verbreitete sich am ersten! Sukkoth-Abend in seiner Gemeinde Tarnow die nieder4 schmetternde Nachricht vom Tode d.es allverehrten גאון וצחק. Am zweiten Abend kam er zu ממרה lind ,ganz Tar*. now nahm an derselben teil. Oberrabbiner Meier Arak). wurde vor 68 Jahren in Grzimalow als Sohn eines hervorragenden Thoragelehrten geboren und begann sehr Weidenfeld zu lernen. Mit 16 Jahren hatte er den; Ruf eines תלמיד הכס und der sehr .angesehene, reiche! Philanthrop Selig Götzel in Jaslowic rechnete es sich zur besonderen Ehre an,', einen solchen jungen Mann zum; Schwiegersohn sich zu erwählen. Wenige Jahre später wurde der Gaön von Jaslowic nach Buczacz berufen und Rabbiner Arak wurde sein Nachfolger. Er blieb in Jaslowie bis 1913, von wo er nach Buczacz berufen wurde: Sein Ruf war schon seit Jahren in die ganze Welt gedrungen und von weit und breit wandten sich die hervor•) ragendsten Rabbiner mit Ritualanfragen an ihn. Als ihn der Krieg zur Flucht zwang, flüchtete er!nach Wien, wo er sich rasch Freunde und nur Freunde!erwarb. Wer ihm) näher kam, musste ihn verehren. Es mag ]grössere Ge־l lehrte geben, auch Männer seines Grades von Frömmig•' keit mag es geben, auch solche reine ‘Seelen, auch solch1 weiche Herzen, auch solche Streiter im Kampfe ׳für alles! Edle und Gute und alles echt jüdische. Es gibt aber wenig! Männer, die von all diesen hervorragenden Eigenschaften! ein * so hohes Mass in sich vereinigten /wie dieser. Als er die Berufung nach Tarnow erhielt, (wagten es! die Wiener massgebenden Kreise nicht, ihn, wie es ihr1 - Wunsch war, zurückzuhalten, weil sie eine so!hervor! ragende Kraft nicht in dem kleinen Wiener Rahmen brach! liegen lassen wollten. Sein Einfluss war auch in Wien ein׳, segensreicher,. sein, liebenswürdiges Wesen liess seine מיסך Worte tief ins Herz dringen. In Wien nahm er auch einen sehr regen Anteil an den Arbeiten der Agudas Jisroeb deren Idee er mit seinem ganzen Herzen ergeben war.1. Er war Mitglied der Exekutive des Rabbinischen Rates. In Tarnow winkte ihm ein grosser Wirkungskreis! aber seine durch die Flucht und durch 'die Ermordung! seines -Schwiegersohnes zermürbte Gesundheit Hessen ihn!!nicht mehr zu einer vollen Betätigung kommen.;Die Lücke, die sein Tod in Israel gerissen, ist dicht zu schliessen,.׳ Ein solcher Verlust in unserem an Thoragrössen armen Geschlecht ist unersetzlich. Er hat zahlreiche Manuskripte hinterlassen, von denen im Druck bisher erschienen sind נ מנחת קנאית, שיורי טהרה, מנחת פתים, שרת אמרי יושר, טל תורה Seine sämtlichen Werke zeichnen sich durch immense Kenntnis des 4almudischen Schriftwerkes, durch überaus' scharfsinnige, systematisch geordnete Dialektik aus und bilden für die zahlreichen Gelehrten, die sich!damit beschäftigen, nicht nur einen Kompass im Meere des Tal4 muds, sondern auch einen geistigen Hochgenuss. Alle,!die ihn gekannt, werden ihm aas Andenken an einen wahrhaft grossen Mann bewahren. תנצב״ה Die Forderung des Tages. Von Rabbiner Dr. Pinchas Kohn. Die Festtage sind vorüber und . leise verhallt ihr Lied’ Sie haben uns allen etwas gebracht, dem einen die Ahnung der!ewigen Jugend, dein anderen die 'Mahnung des kommenden Alters und gewiss gab * es Augenblicke, in denen die ,Hoffnung der Jugend und die Erfahrung des Alters auf den einen gewaltigen Ton der Erkenntnis des Allmächtigen gestimmt waren. 1In diesen Akkord klang auch das sonnige Lied aus, welches, schon aus Ahnung des kommenden ,Werktages, am!Freudenfeste des Wasserschöpfens d;ie Alten in Israel gesungen haben.' In der Tat! Wer di!0 Reiihe der Feiertage in ihrem vollkommenen Wert ermessen und •erkennen׳ will, der muss erfahren, wie sie auf den Werktag wirken; das Werk des" Alltags muss sein,' dass es vom sonnigen Licht des Festtags noch erhellt wird. * Es hat die Seele frische ׳Kräfte: gewonnen, die« nafth Betätigung drängen und in der Pflichterfüllung des einzelnen für sich und die!Gesamtheit ausstrahlen. Ein grosses Werk steht der Agudas Jisroel in den Werktagen des kommenden"'Winters bevor. Wenn die bisherige!Arbeit dem einen Ziel zusteuerte, den ׳Boden vorzubereiteh, auf dem die Kräfte des thoratreuen Judentums sich bewähren können,‘ und wenn; es mit des Allmächtigen!Hilfe geglückt ist, dieses Werk ■ein• gutes Stück: im ־ vergangenen Jahr •weiter; ^ijördern, so v müssten nun die JKnadmen׳schenuahre; mäterieire Macht zur ’■Vier-י fügung stellen, damit keine!Frage im Judentum und der Judenheit aufgeworfen werden kann, ohne dass die Welt erfährt, welche ׳Stellung die Thoratreue• dazu ׳ednnimmt. Den vereinten Kräften dürfte es dann!ein leichtes sein, ׳den Sieg an•!das g-ttl'iche Wort zu knüpfen. ׳; Sich vertiefen lin das •Programm der Aguda, esmannhaft aller Orten zu vertreten, dass ist die Forderung des Tages! Materialien zur volksmässigen Kolonisation.*) Von Davis Trietsch,'Berlin. .!Wir beabsichtigen unter *fieser Rubrik ständig ©eispiele aus der palästinensischen Praxis zur Illustrierung unserer- Kolonisationsprinzi/pien, nämlich:- Gartenstadt ׳und; . Industrie-dorf!als ׳geeignetste Form der Ansiedlung für ׳die ־ breiten ׳Schichten, i n t e n s i v e n Landwirtschaft in Ver- :bindung. mit. Industrie, Siedlung auf kleinen..׳Flächen״ grösstmögliche B e v ö 1 k e r u n g s z a h 1 per Siedlung, ׳Bevorzugung der Stadt nähe, sowie ׳die' sogenannten .״keinen Mittel“, Benutzung, von!Vorbildern aus dem Auslände usw. ' . . Seit etwa einen Jahre ist an Ramath ׳G׳an •die Familie 'Levite aus Amerika ansässig; Ibis jetzt sind zwei* Häuser ■fertig-gestellt, ferner ein Stall zur rationellen!Milch- Viehhaltung. Eine •grössere Geflügelzucht mit Benutzung von Brutapparaten besteht bereits, eine Bananenpflanzung soll noch angelegt werden. Die /Milchviehhaitung und die Geflügelzucht •werden mit •gekauftem Futter betrieben; Absatzmarkt ׳ist das nahe, •durch Autobus zu erreichende. Tel* /Awiw, das jetzt 40.000 Einwohner zählt. *) Wir entnehmen folgenden Artikel" der 'Nr. 7/8 der; Monatsschrift für den Aufbau von Erez Jisroel im Geiste der Thora ״/Moriah“. (Die Red.)’ Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTT& und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des . OTHMAR SCHIFF, WIEN,!., KÄRNTNERRING Nr. 6 (GEGENÜBER DEM HOTEL ״BRISTOL•«) :: TELEPHON-NUMMER 51 - 3 62 ״ :: aufzusuchen I Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialistin Brautscheltein. Die Herstellung einer jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DAUERGEWELLTEM NATURHAAR, Indlvlduell dem Gesichte angepasst. EN GROS, Grossas Lager u; reichhaltigste Auswahl In Perücken modernster Frisuren. 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