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Jüdische Presse · 1925-10-02 · 40-41 (2.10.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
40-41 (2.10.1925)
Date
1925-10-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Doppel-Nummer s Preis 50 Groschen. HP» 0?eitert *«Mlothot ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEM JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, 11.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. -ד Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 30, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: Postsparkassenamtwien, Kötita! Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau,.Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Poätsp.-Amt A gram, Ko. N. 40.217; für die Schweiz!. Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Sr. 40/41 . ב״ה וינדדפרעםסבורג י־דתשרי תיס״ו. 1925 Vian-Bratislava, 2. Oktober» . II. Jahpg. סוכות ^כ>©צב>^6^3^36}9. Die Hütte des Friedens. Die Sukkoh ist;ein Symbol des Friedens, und wenn wir diesmal die Sukkoh mit besonderer Sehnsucht als Symbol des Friedens ׳begriissen, so denken wir׳ •an .den sozialen Frieden, der dem jüdischen 'Volke heutzutage so bitter nottut. Eine merkwürdige .Entwicklung hat es mit ■sich gebracht, dass das!jüdische Volk so unsagbar viel unter dem sozialen Unfrieden" in seiner; eigenen Mitte leidet, der an zwei Zentralpunkten jüdischen Lebens seine; besondere ■Schärfe zeigt.!Eirlmal;in!Russland. Oie Entwicklung des letzten Jahrzehntes, ■die das Russland der Klassenherrschaft schuf, übte!ihre tiefe zersetzende Wirkung •auch innerhalb der russischen Judenheit aus. Das Rückgrat des -russischen Judentums, das aus kleinbürgerlichen Elementen bestand, ist von Juden selbst zerbrochen ■worden; Jüdische Vorkämpfer der Klassenherrschaft haben nicht nur die, materielle Existenz, sondern auch die religiöse Grundlage und das religiöse Erziehiingswesen dieses ,Judentums zertriimmert. Das jüdische!Bürgertum in :Russland-siecht; seit Jahren •hin, ohne dass man ihm Rettung. bringen könnte. Die verschiedenen!Hilfsaktionen, die die amerikanischen Juden,- .die :Agudas :Jisroel.rund^jndere^^KarateesA־ünter-; nahmen, waren zu schwach,; lim das russische judentum4 aufbauen zu können. In der jüngsten Vergangenheit fasste •nun eine Schar von edlen!Philanthropen den Entschluss, die Verwirklichung des ■sogenannten!Krimprojektes ernst in Angriff zu nehmen, um in einer grossziigigen Aktion das jüdische Kleinstadtbürgertum der Luftexistenz zu entreissen und sie zur Landwirtschaft zu überführen. Kornmission ־ nach Kommission besuchte die ■angebotenen Ländereien, unterhandelte mit der Sowijetregierung, ber.eitete in Amerika •den Boden für das Gelingen der Aktion vor, bis nun endlich der Joint sich entschlossen •hat,!eine grosse Kampagne zur Aufbringung der notwendigen Gelder zu organisieren. Als es schon :seinen, dass alle Schwierigkeiten behoben seien, dass die gesamte Judenheit ohne . das einen, der wertvollsten. Telle des!jüdischen Volkes, der in den Fluten einer sozialen, Revolution zugrunde zu׳ gehen ■droht, dem Verderben entreissen könnte, da entstand plötzlich eine Opposition irrt!Zeichen Erez ■Israels. . . , Ist ׳Erez!Israel ,'wirklich 'die'-eifersüchtige Braut, die die heisse ■Liebe jüdischer ,Herzen nicht m׳it anderen teilen kann? Viele glauben ■es. Uitd doch sind sie keineswegs gerade die treuesten Freunde des ■heiligen Landes. In ihrer überschwenglichen Liebe hören sie . nur, den Ruf ׳Erez ׳ ■Israels. Die Stimme von C'huz Laarez dringt nicht an ihre Ohren. Aber das Judentum, von'׳ehedem• kannte diesen Gegensatz ebensowenig wie die hasserfüllte Atmosphäre des Klassenkampfes, •der dem Judentum von heute so . schädlich geworden ist. Agudas Jisroel wird die ßagatelli-. •sierung des Galuth ■nicht mitmachen. Sie vollbringt ihre Arbeit in ■Erez•. Israel ■in dem Bewusstsein, dass ,sie ihre!Pflichten und Aufgaben Chuz Laarez 'gegenüber nicht vernachlässigen darf.' Obwohl, sie in ■den letzten Jahren• einen grossen Teil ihrer materielieh und organisatorischen׳ Kräfte; Erez •Jisroel gewidmet hat, ist sie,;bereit, sowohl an dem iKrimprojekt wie an 1jeder Arbeit zu Nutzen unseres , schwergeprüften Volkes überallJauf dem Erdenrund• lim!','Geiste* cler‘1Thoravmitzuäi'b^itfenfvMe״ giaubt^dass ■;jene,;-die... unter• der Flagge •Erez: •1Israels die grossgeplante- Hilfe-' leistung der amerikanischen Judenheit für das jüdische Russland stören, weder ihren!Pflichten dem jüdischen Volke, noch Erez Jisroel gegenüber gerecht werden. Das Merkwürdigste bei dem Kampf־ um ■das IKrimprojekt ist, •dass die ■Opposition unter anderem!von seiner Realisierung •eine •Stärkung1 ■des Einflusses׳ der- Sowjets;auf ■das Judentum befürchtet, während die amerikanischer!!Philanthropen ein Werk des sozialen Ausgleiches in Russland zu schaffen hoffen und auf den Umstand hin weisen, dass ■in Erez!Israel selbst eine starke kommunistische Propaganda betrieben wird, die einen Teil der jüdischen. Arbeiterschaft vereint mit arabischen Kommunisten in ■eine Front gegen die ׳ J ,׳•'■■ " : ‘ v ' das Land, in dem die sozialen Gegensätze innerhalb des; , Judentums mit besonderer Schärfe aufeinanderpralleh.!Die Klagen‘ gegen die Terrorakte bolschewistischer jüdischer׳ Arbeiter in׳ Erez. Israel wollen nicht ■verstummen, ■und man•; kann nicht leugnen, dass sic ■die ■grossen amerikanischen; Geldgeber fast ebenso sehr verstimmen w!ie jene' des jüdischen Bürgertums •in . Russland von׳' ׳aufrüttelnder Wirkung sind. ' , . Hoffen wir, dass die im Thorage!is't׳gehaltene und daher die sozialen Gegensätze überbrtich.ende ’ und;~äus-: gleichende Arbeit der Agudas Jisroel in Erez ׳Israel auch ■in dieser Beziehung von segensreicher Wirkling sein wird.י Die sozialen Kämpfe innerhalb des Judentums sind in den anderen Ländern der Diaspora nicht so scharf,wie •in;Palästina und Russland.!Sie sind aber unleugbar vorbanden, sie üben mit grösserer oder geringerer Kraft einem fjihlbaren Einfluss auf die ■Entfaltung ׳des ׳jüdischen Lebens in allen'Zentren aus. Ob ■die Träger' des KIass.enkampfes; ,in ,einer jüdischen Gemeindestube •sitzen oder, in ■der Leitung, einer Fürsorgestelle oder bloss in ihrer leider zur Tradition, ׳ gewordenen Kol-lNidre-Versammlung gegen die heilige Tra- ■dition des jüdischen Volkes ׳protestiereh■- ■^- überall sind j, jene/,Vqrhanden^jJie;auch,;innerjüdische ,Verhältmsse bloss vom Gesichtspunkte •der';Klässen-gieiensä'^e* 1>^urfe•i■ie'riלi'"T.י‘s;,׳ Wir beurteilen diese.Erscheinungen als!Symptom der fortschreitenden ׳inneren Zersetzung des;'jüdischen Volkes,; ' als; trauriges Symptom der Assimilation weiter Teile •des ,, jüdischen Volkes an die Ideen seiner :W׳ir;tsvö]!k׳־er. Friede,• wahrer Friede kann dem ■jüdischen Volke nur' auf der ■drundlage ■dpr Thora erwachsen.. Daher be.grüssen wir,; die wir für •die Einheit, für den dauernden Frieden des, jüdischen• Volkes arbeiten, angesichts der fortschreitenden■■ Verwicklung unseres Volkes in •die sozialen Kämpfe; der Völker, angesichts der erschreckenden Ausbreitung1 des Klassenkampfes auch ׳innerhalb des Judentums, die Sukkoh als ein Symbol des g-tt׳innigen Vertrauens des jüdischen Volkes, als Symbol der Eintracht und des sozialen Friedens...!Unterschied •der Partei in einem Werk sich finden werde, bürgerliche!Gesellschaft stellt. Erez!Israel ■ist in der Tat Die Sukkoth-Gäste. Von Ahron Jeruchem. , Nach der Abberufung Rabbi Jzchok •Lurjas scharten sich die verwaisten,' trauernden Kabbalisten um dessen hervorragendsten •Jünger und Nachfolger Rabbi Chaim Vital. Von ihm Hessen sie sich unbekannt gebliebene ״Geheimnisse“ erklären, er beantwortete ihre •Fragen, verhalf ihnen zur Vervollkommnung!in der kabbalistischen Lehre; kurzum, er bemühte sich, ihnen den so :׳jung ■dahingegangenen ״Löwen ■der Gesellschaft“ zu ersetzen. ■In dem ■durch Lurja zur vollen Blüte entwickelten ,Garten“ verbrachten sie ■ihre Tage und Nächte. So wurde ■das Lurjanische Werk fortgesetzt, indem sowohl Vital als auch der ganze kabbalistische Kreis :eine intensive Lehr- und Lerntätigkeit entfalteten. Die ■wissbegierigen, forschenden!Mystiker bestürmten den. neuen Wegführer mit verschiedenen Fragen, . Rabbi Chaim Vital zögerte nie m'it. seiner Antwort •und führte die aufgerollten!Probleme gleich ihrer entsprechenden Lösung zu. Nur einmal hiess er sie warten. Dies geschah, als sie •von ihm den ״Sod“ ■der ״Uschpizsin" (den Sinn der am Sukkoth-Feste täglich geladenen unsichtbaren Gäste) erfahren •wollten. Diesmal vernahmen sie statt einer Aufklärung folgendes: . , ״Es handelt sich hier um eine an!Prophetie streifende Erläuterung, •daher müsst ihr ■diejenigen •Vorbereitungen treffen, die ■ich getroffen habe, ■bevor mir unser heiliger Ari •dies offenbarte, und zwar: sieben Wochen mtiist ihr fasten, ׳während dieser Zeit, euch ausschliesslich mit ״Sohar“, ״Sefer Jezira“, ״Y.idra Rabba“ und;,Zuta“ befassen, auch sollt ihr oft die Gräber Rabbi Simon ben Jochais und seines Sohnes Rabbi Eleasar aufsuchen, dortse'lbst siebzehnmal ״Tmanja Ape“, dreimal die Abschnitte ,Hausin011“ und ,Hoacli“ lesen. Am siebenten Freitag'■nach dem Bade nehmet alle ■die Stellen •in der Bibel, welche von Sukkoth ■handeln, gründlich durch, ■und wenn alle meine Weisungen restlos •erfüllt sein werden, dann kommt ■am siebenteil Samstag zur •dritten Mahlzeit, damit ich. •euch eine der viejen Bedeutungen der ״Uspisin“ anvertraue.“!Mit pedantischer Genauigkeit befolgte, die kabbalistische Gemeinde die Befehle Rabbi Chaim V׳itals. •Gespannt, erwartungsvoll kamen sie zur vereinbarten Zeit und Vital verkündete den Lauschenden: ״Wisset, meine Brüder, dass Sukkoth neben seinen verschiedenen ״Sodoth“ auch ein Symbol der langen, leidens- und martervollen GalutlnNächt ist. Wir, verlassen unsere ständigen Wohnsitze und ziehen in ■provisorisch •aufgeschlagerie׳ Zelte zum Zeichen unserer rastlosen Wanderung durch die Zeit. Die sieben Sukkoth-Tage spiegeln ׳)׳je’ nach den die ״Sephiroth“ repräsentierenden Vorfahren) die sieben verschiedenartigen Epochen in ׳der!jüdischen Geschichte nach der ■Zerstörung Jerusalems ■wider. Jeder ■Zeitabschnitt wird von einem ■der Grossen unserer an Glanz• und ■Pracht reichen Vergangenheit günstig beeinflusst, unserer!Helden, deren schöpferischer ׳Geist uns ■schützend umgibt und uns von Land zu Land begleitet. ■Am ersten Tage begriissen wir unseren, ׳Erzvater Abraham, den ersten Lichtentdecker in •der heidnischen Finsternis, den ersten Prediger der Gottes- Idee in der polytheistischen Wüste. Seinem besonderen Einfluss bei Gott ist es zu verdanken, wenn!in ■der ■ersten Exilperiode die Thora scliel bal Peh, die mündliche Lehre, Pflege, Verbreitung und!Befolgung im gesamten Judentum gefunden hat. Der zweite Sukkoth-Tag bezeichnet das fruchtbare gaohäische Zeitalter, ■den gesteigerten!Wohlstand der Juden in fast allen Ländern der!Zerstreuung; wir laden daher J izchok in die Laubhütte, von ,dem es heisst, dass er hundertfachen Segen ,erntete. Die’ darauffolgenden Jahre der ■barbarischen Juden- Verfolgungen und -Vertreibungen;gleichen den Anfeindungen Esaus und Labans, denen Jaäkob ausgesetzt war. Jaakobs Sieg über den Engel;kündigte den Aufschwung Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQÜELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des , WIEN, 1י, KüARNTNERRING Nr■ 6!?Et1uephon1mumi?er 51׳1?»*־,3?׳:s auflüsuchen! Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist in Brautscheitein. Die Herstellung einer Jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DAUERGEWELLTEM NATURHAAR, In״ dlvldueII dem Gesichte angepasst. EN GROS. 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