Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 39 (25.9.1925)
- Date
- 1925-09-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Uiii vor sitat □tbibliotliol: V 1 C 21 I Redaktion u. Adrmn־s*ratiotv 4nen, 11.,Leopolds- *asse U6. 1. Stiege, 1. Stock. — i'el. 45- .-94 Tschechoslowakei: Bratislava, Postlach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: #׳ür Artikel Sonntag, für Nachr»rhte>• *,tnrnafc. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 30, das übrige Ausland 2 Dollar. - ■ Zahlungen für Oesterreich: Postsparksmi'namtWien, Konto Nr. 13.45S; für Polen: Postavarwassenatnt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei; Postsparkassenamt Prag, K onto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; ,ür Deutschland• Postscheckkonto Berlin Nr. 122 619 39 * 1 •«.Bratislava, 25. September 192B .ב׳ד! יתדדפחן^שבורג ר.תשרי תי6ץ 11• Jah1*@. Chronik der Woche■ Ernennungen im Einwanderungsamt der Palästina- Regierung• Oberkommissar Feldmarscnall Lord Plumer ernannte den bisherigen Kontrolleur der Einwanderung^־ scheine im Sekretariat des Einwanderungsamtes, Albert M. Hyamson, zürn Chef des Immigrationsamtes und ,Wil* liam Gibb, Walter Gilber Smithers, George Zecharia Msarsa, Vizesergenten Leslie Kelvvay Pope, Captain Edward Walter Northfield und Lieutenant Robert Smith zu Beamten des Immigrationsamtes. Pro-Syrische Demonstrationen in Palästina verboten. Wie schon mitgeteilt, hat die palästinensisch-arabische Ekekutive den Oberkommissär Lord Plumer ersucht, ■fcidie Abhaltung von Sympathiekundgebungen für, die gegen Frankreich kämpfenden syrischen) Araber am 16. September d. J. zu gestatten. Die Regierung gibt nun bekannt, dass alle solche Kundgebungen, sei es an öffentlichen Plätzen, sei es in Kirchen! und Moscheen, verboten seien. #iV- Gründung eines kunstgewerblichen Hausindustrie- Unternehmens ״Tarschis J e r u s a I e m. (AJ1RB.) Ueber Initiative des ׳Gerer •Re'biben wurde ׳in Palästina für!Holz- Schnitzerei, Filigranarbeit, Teppichweberei etc. ein auf hausindustrieller Grundlage!beruhendes kunstgewerbliches Unternehmen gegründet, das den Namen ״Tarsohis“ erhielt. Die Aktiengesellschaft wird mit 50.000 engl. Pfund ge-■ gründet. Es gelangen Aktien!zu 1, 5 und 10 Pfund zur Ausgäbe. Die ■Erzeugnisse werden ■vermutlich mit Leichtigkeit1 in Europa und Amerika abgesetzt werden können. Es ist bereits eine Mustersendung für Polen avisiert. Abreise von Kolonisten nach Machnei Jisroel. Warschau. (AJiPB.) Vergangene Woche reisten eine Anzahl von' Kolonisten mit ihren Familien in ׳die neue Agudaikoloriie Machnei Jisroel, um doftselibst ihren Boden zu bearbeiten. . , Eine. Propagandatournee für den Keren Hajischuw im ^KIelTOii^'Krelsr^k-fr־^c^׳(Atf1PBt)^^€>er^^kaa1׳nte־4־i!tEg'end-'' liehe Redner Moses Chaim Wachsmamn besuchte sämtliche Ortschaften des Kiclcer Kreises, um den Keren Hajischuw zu propagieren. Der-!Erfolg ist sehr zufriedenstellend. Die American Palestine Line in Konkurs. Die von einem Jahre begründete American Palestine Line, die eine direkte Dampferlinie zwischen den Vereinigten Staaten1 und Palästina einrichten sollte, hat Konkurs angemeldet.' Die Mittel der Gesellschaft waren von Anfang 'an beschränkt. Der Dampfer der Gesellschaft ״Präsident Arthur“ 'hat in den vergangenen Monaten bereits einige Touren nach Palästina unternommen. 1 Berufungen an das Judaistische Institut in Jerusalem. Für das kommende Studienjahr sind einige Berufungeu a n das Judaistische Institut ergangen. Die Professoren Klein und Epstein sind dauernd gewonnen, Jos. Klausner hat eine Berufung für die'neuhebräische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts angenommen. Lehraufträge haben u. a. die Herren H. M. Segall-Oxford, Assaf und Scholem-Jerusalem angenommen, Prof. Davidson-New York wird im Frühjahr 5686 Vorlesungen halten. Die Wahl der neuen zionistischen Exekutive. Die' Wahl der neuen zionistischen Exekutive, die der Kofngress dem Aktionskomitee überantwortet hat, dürfte laut authentischen Mitteilungen nicht vor November erfolgen, da das Zusammentreten des Aktionskomitees erst für Ende November oder Anfang Dezember in Aussicht genommen ist. Die konstituierende Sitzung des neuen zionistischen Aktionskomitees. Das Aktionskomitee hat am 31. August seine erste Sitzung abgehalten. Zum Präsidenten wurde Motzkin gewählt, zu Vizepräsidenten Stefan Wise! Kaplan, Levite, Farbstein. Bisher war Oberrabbiner Dr. C h a j e s Präsident des Aktionskomitees. Die neue Misrachi-Weltzentrale. Die Weltkonferenz der Misrachi, welche ihre Beratungen geschlossen hat, hat in die Misrachi-W׳eltzentral1e folgende!Herren gewählt:• Rabbi!Berlin, Professor Pick.: RaihJbi Fisbman,!Hermann Struck, Lamdau (Zaire Misrachi) und zwei Personen aus Palästina, ׳die: von der dortigen Miis/achi-Organisation zu nominieren sind. Hermann, Struck erbat sich Beidenkzeit, ob er die W׳ahl annehmen werde. Jom Kippur ein ׳gesetzlicher Feiertag in Tunesien! Die französische Protektoratsregierung hat auf Ersuchen1 der Judenheit Tunesiens ein Dekret erlassen, laut welchen# der jüdische Versöhnungstag (Jom Kippur) als ein igesetzlicher Feiertag zu gelten habe. Sämtliche Banken und andere Handefernjstitute, ebenso die Börse, werden an! diesen! Tage geschlossen sein. Handelsgeschäfte dürfen an diesem Tage nicht abgeschlossen werden. Ein ähnliches Gesetz ist bereits in Syrien in Geltung. Eine rabbinische Lehranstalt in Tanger. Schon in den nächsten Wochen wird in Tanger ein Rabbinerseminar eröffnet werden, welches nicht allein als Lehranstalt, Son־; dern auch als das erste Zentrum rabbinischer, ,philo* sophischer und literarischer jüdischer Studien in Nordafrika gedacht ist. Leiter des Instituts wird!Rabbi Jacob Moise Toledano aus Tiberias (Palästina) sein, der demnächst in Tanger erwartet wird.! Jüdische Vertreter in der gesetzgebenden Versammlung zu Tanger. Tunis. (JTA.) Dis Resultat des kürz־■ lieh zwischen den Regierungen Frankreichs, Spaniens und Englands abgeschlossenen Abkommens über Tanger ist den Juden von Tunis zum ersten Male Gelegenheit gegeben worden, sich an den gesetzgeberischen Angelegenheiten des1 Landes zu beteiligen. Als Vertreter der jüdischen Gemeinde von Tunis in der gesetzgebenden Versammlung wurde Senor Curiel gewählt. - ־■<• Stadtratwahlen just ־ am Rosch Haschonoh-Tage. Warschau. (JTA.) In dem Städtchen Kszypice, Kreis Czenstöchau, wurden die Stadträtwahlen für Sonntag, den 20. September, den zweiten Rosch Haschonoh-Tag, an־• gesetzt. Ein Protest der jüdischen Gemeinde bei der Wojwodschaft wurde zurückgewiesen. Nunmehr wandte sich der jüdische Parlamentsklub mit einer Beschwerde an den Innenminister. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Der polnische Senat tagt an den Rosch-Haschano- Feiertagen nicht . Warschau.■ ÜA1J1RB.) Uöber Intervention des Senators Buzin wurde die ׳Senatssitzung, welche für Rosch-iHasohano angesetzt war, den jüdischen Senatoren zulieibe yersohoben. . Rösch ‘ Haschonoh-Gruss des Gouverneurs von New-York. Aus Anjass des jüdischen Neujahrsfestes, Rosch Haschonöh 5686, ersuchte der-Gouverneur von New-York, Mr. Alfred RpSmith, die Jüdische Telegraphen-Agentur, den folgenden Neujahrswunsch zu verbreiten: ״Die heilige' Stimmung; des jüdischen Neujahrsfestes hatte mich schon Jn ״,;den Kin^heitsjahren,^ dm verlebt habe,"gefangen genommen. Ich erinnere mich noch an den Zug der jüdischen Patriarchen und •ihrer Fami,- lien in die Synagogen, wo die Tage ■in ernstem Gebet verbracht wurden. Ein Volk, für welches d i e R eJ 1 i g io n ' das Brot des T ages, d i e N ah run g des Lebens ist, ist in jedem Lande, |in w e 1־■ ehern es lebt, ein Aktivbestand. Demnach sind die Juden ein starkes Aktivum des amerikanischen Volkes' und Landes. Mein : Neujahrswunsch gilt insbesondere der jungen jüdischen Generation, von der ein Teil zuweilen vergisst, dass das jüdische Volk Grosstaten in ,der menschliehen Geschichte vollbracht hat. Je mehr der Jude seinen Prinzipien treu bleibt, e i 11 d e s t o besserer Amerikaner ist e-r. Zum Unglück gibt, es bei uns Leute — zum Glück sind sie eine Minderheit — die in der Intoleranz gegen andere Rassen •und Bekenntnisse eine amerikanische Tugend sehen. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Leute sind un'amerikanisch Imcd unpatriotisch. Ich Wünsche meinen jüdischen Bürgergenossen der Stadt New-York ein frohes neues Jahr und schliesse mich ihnen im Gebete an, dass der Allmächtige sie darin unterstützen möge, die echt amerikanischen Prinzipien der Völkertoleranz und der religiösen Freiheit stark zur Geltung zu bringen.“ Jiddisch in der Halfaer Talmud-Thora-Schule.!Haifa. ׳(J. T. A.) Der Rat der!jüdischen Gemeinde zu H׳aif׳a!beschäftigte sich ׳in seiner letzten Sitzung mit einem!Profest ׳gegen ׳die jiddische!Unterrichtssprache ׳in einer Häifaer Talmud-Thora-Schule.!Es wurde ein Ausschuss zur Prüfung eingesetzt. Ein Agudist im Dwinsker Stadtrat. Dwinsk. (AJPß.)!In dep Dwiinsiker Stadtrat ׳ist ■ein Agiudist einigetreten. Die Aiguda war ׳bisher do׳rts׳ellbst nicht vertreten.־ Herren׳, Knaben׳ and Kinderkleider fertig und nach Maas Massabteiluug bis zu den feinsten englischen Stoffen. Erstklassige Zu- Schneider. Eleganteste Ausführung. Auf Vermeidung von DÜ9V1& wird genauestens geachtet. J. 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Anlässlich der mit vieler Sensation aufgemachten Taufe von Hans HerzI, hat man zum ersten Male in der breiteren Oeffentlichkeit von einem Juden-Christentum gehört, das in seinen Bestrebungen zu den Grundsätzen der ersten christlichen Jahrhunderte zurückgriff, in welchen die Christen sich noch durchaus als Juden, nur geläutert durch die Anerkennung der Messianität ׳ihres!Stifters, gefühlt haben. ■Auch ׳die modernen jüdischen Christen geben an, sich trotz ihrer Taufe nicht im Gegen־• s.atz zu den Juden alten ׳Glaubens zu befinden. Sie glauben vielmehr, dass sie noch eine Mission in der Welt!; zu erfüllen haben, für welche die Zeit bereits reif ge״־ worden ist, und wollen Mittel und Wege finden, die noch nicht christlich gewordene Judenheit zu erfassen. Der Bischof von Montreal hat einen salbungsvollen Brieij an die Konferenz gerichtet, in welchem es heisst: ״Der Jude sei eine grosse Kraft in der Welt; wenn diese Kraft; in den Dienst des Christentums gestellt würde, so würden! die Resultate wundervoll sein.“ ״Der jüdische Christ“,‘ heisst es in dem Schreiben weiter, ״hört keineswegs auf Jude zu sein, im Gegenteil, er wird erst recht ein vollr * kommener Jude.“ Die Konferenz hat sich ferner mit der1 Frage der Bildung einer zionistischen ' Organisation deit , Juden-Christen beschäftigt. Rev. S. B. Rohold sprach '• sehr warm für eine Zusammenarbeit mit der zionistischen' Organisation der noch nicht. Getauften und sagte, er könne versichern, dass man seitens der zionistischen Organi- ' sation keine Zurückweisung erfahren würde. Die Mehrheit1 der Delegierten nahm jedoch gegen den Vorschlag‘׳Stellung und stimmte der Gründung einer separaten jüdischchristlichen ׳ Kolonie in Palästina zu. Die Redner der Mehrheit führten ins Treffen, dass zahlreiche Führer נ der zionistischen Bewegung Atheisten ■ sind. Soweit •die trockenen Berichte über den Kongress. Wir zweifeln garnicht daran, dass die zionistische Organisation in irgend einer Form zu diesen Beschlüssen der Juden-Christen‘ Stellung nehmen wird, ist es doch ein Häüpterfölg der zionistischen Bewegung, dass sie viele zur Taufe reif gewordene Juden von diesem letzten Schritt, durch Er- Stärkung ihres nationalen Bewusstseins zurückgehalten hat. Immerhin kommen die neuen Juden-Christen auf nationalem Gebiete der zionistischen Anschauung sehr yreit entgegen,' ja sie stellen sich sogar auf einen Standpunkt, der bis jetz<|, wohl von den Zionisten nie vertreten, aber als die gradlinige Konsequenz der zionistischen Ideologie hingestellt{ werden kann, nämlich, dass, wenn man jüdischer/ iN,a t i 0 n a li t ä t sein kann, ohne B.e ■f 01 g ■u n g. der. jüdischen Religion, man jüdischer N'atio11־ nalität bleiben kann, auch wenn man eine •ri i c 111 ■j ü d 1 s c he Religion b e f 01 g t. D e n er st e •n; Teil dieses Satzes ׳haben׳ ■bisher die ׳Zionistenvertreten, den. zweiten Teil des Satzes vertreten nunmehr die Juden- . Christen. Es ist hier nicht unsere Aufgabe, in die Aus-‘ einandersetzung der Juden-Christen mit den Zionisten einzugreifen, vielmehr interessiert uns an der Organisation und! Bestrebung der Juden-Christen eine andere, für das gesamte Judentum lehrreiche Erscheinung. Wir möchten vor allem die psychischen Voraussetzungen klarlegen, aus denen das ’ Bestreben der Juden-Christen, eine Organisation zu schaffen, also irgendeine Macht in der Welt zu erreichen; verständlich wird. Bisher haben die Täuflinge geradezu ängstlich vermieden, sich ihrer jüdischen Vergangenheit zu erinnern. Sie iwareu glücklich, alles abzustreifen, was sie und dje Welt an ihre einstige jüdische Abkunft er- Wl9n$ GRÜS$T£ Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN de; IMAR SCHIFF, WIEN, I., KKRNTNERRENG Nr. 6 aufzusuchen! Liefert seit mehr als anderthalb «Jahrzehnten den vornehmeten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist In Breutecheiteln. Die Herstellung einer Jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DAUERGEWELLTEM NATURHAAR, Indlvlduell dem Gesiebte angepaest, EN GROS. Grosses Leger p. reichhaltigste Auswahl in PerQoken modernster Frisuren. EN DETAIL. 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