Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 36 (4.9.1925)
- Date
- 1925-09-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b. b. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration» Wien, ».,Leopolds* passe 26, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel. 4594־4־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen Kr Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; Kr Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn t Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; Kr Jugoslawien! Postsp.-Amt Agram, Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Mr. 36 Wien-Bratislava, 4. September 1925 .ב*ד, וינה־פרעסםבודג טיו אליל תיפ״ה II. Jahrg* Chronik der Woche■ Isak Breuer aus der Aguda nicht ausgetreten. Wien. (A. J. P. B.) Wie unser ein Berichterstatter in der Agudazentrale mitgeteilt wird, ist dort von einem Aaistritt Dr. Isak Breuers aus der Aguda nichts bekannt. Vielmehr entfaltet Dr. Isak Breuer nach wie ׳vor als Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses der Aguda eine rege Tätigkeit. Abreise Dr. S. Ehrmanns aus Erez Jisroel. J e r u* salem. (A. J. P. B.) Dr. Schlomo Ehrmann hat nach mehrmonatiger Arbeit im Lande vorigen Dienstag die Heimreise angetreten. Vor seiner Abreise wurde er noch vom Gouverneur Störs, der ihm eiiu wertvolles Album als Geschenk und als Erinnerung an Jerusalem überreicht hat; empfangen. Bei dieser Gelegenheit hat Dr. Ehrmann Gou* verneur Störs noch einmal eingehend über die Arbeits- Projekte der Agudas Jisroel informiert. In Jerusalem wie in Lud haben die Ortsgruppen der Aguda und der Zeire und Poale Agudas Jisroel eindrucksvolle Abschiedsfeiern zu seinen Ehren veranstaltet. Wie der ״Dawar“ meldet,) gelang es Herrn Dr. Ehrmann, in den letzten Tagen seines' Aufenthaltes, wichtige, für den ganzen Jischuw bedeut* same Projekte ihrer Verwirklichung näher zu bringen. Der erste Bericht Dr. Ehrmanns über Erez JisroeL Frankfurt am Main. (A.‘ J. P. B.) Sonntag abends hielt Herr Dr. Schlomo Ehrmann sein erstes Referat über ״Agudas Jisroel und Erez Jisroel“, das mit grosser Begeisterung aufgenommen wurde. 1 Der Lubliner Rav fährt nach Erez Jisroel. Wien. (A. J. P. B.) •Rabbi Eilia Klatzkiin, Ober r ab bin er von ׳Lublin, befindet sich zurzeit auf der Durchreise nach Erez Jisroel in Wien. Ellia Klatizlkin •ist einer der bekanntesten 'Rabbiner und einer der grössten Gelehrten in Polen. Er ist der ■Verfasser mehrerer berühmter halachisc'lier und agadischer Werke. Er ist Mitglied ■des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel und hat als solcher an der Kenessio Gedaulob in Wien teilgenom,men. Er setzt seime ׳Reise nächste. Woche übeT Triest nach Erez Jisroel fort. Während seines Aufenthaltes in Wfien ist er Gast der Agudas Jisroel. Samstag nachmittag hielt der •gefeierte Gaon ein Referat im grossen Lehrsaal der Jugendgruppe der Agudas Jisroel. Eine Talmud Thora-Schule des Keren Hathora in Hannover. Hannover. (A. J. P. B.) Am Sonntag, den 23. August (3. Elul) fand in Hannover diie feierliche Eröffninnig •der Talmud Thora-Schule des deutschen Keren Hathora statt. Etwa 500 Personen aus allen Kreisen der Gerneinde hatten sich zur Feier eingefunden. Ilm Namen des Schulvorstandes begrüsste Herr E ii c h e 1 ib e r g die Gäste, worauf Herr Rabbiner Duck es ■iim' Namen des׳ Landesdireiktoriums des Keren Hathora die Festrede hielt. Es sprachen noch der Vorsitzende des Keren ׳Hatihora- Kommisseriats Hannover Herr Haupfclehrer Zuckerm a n n; Herr Rechtsanwalt Dr. S c h 1 e i s s n e r überbrachte die Glückwünsche des Vorstandes ׳der Synagogengemeinde ■Hannover und Herr Fels •namens des Landesdirektoriums des Keren Hathora. Die Schule,!an der drei Lehrer hauptamtlich wirken, /wurde ׳mit etwa 70 Schülern eröffnet. Ein schnelles Steigen der Sohülenzahl wird erwartet. Rausch-Chaudesch-Feier der Agudas Jisroel-Jugendgruppe in Frankfurt am Main. Frankfurt am Main! (A. J. P. B.) In Ausführung der Beschlüsse der jüngsten. Würzburger Tagung der Agudas Jisroel-Jugendorganisatioh hielt die Jugendgruppe der Agudas Jisroel in Frankfurt am Main ihre erste Rausch-Chaudesch-Feier ab. Vor überfülltem Saale sprach bei dieser Gelegenheit Herr Jakob Rosenheim über das Thema ״Agudas Jisroel und Erez! Jisroel“. Eine grosse Keren-Hajischuw-Aktion in Polen! Warschau. (A. J. P. B.) Die Aguda-Zentrale irt Warschau hat beschlossen, in den Monaten Elul und Tischri eine grosse Keren-Hajischuw-Aktion durchzuführen. Die Aktion hat in einer Reihe von Städten bereits mit gutem! Erfolg begonnen. Luden Wolf nach Genf abgereist. Mr. Lucien Wolf und Mr. J. ■M. Rieh begaben sich am 27.'August nach Genf, ■um der Tagung der Völkerbundversammlung und des Völkerbundrates als jüdische Vertreter beiizuwohnen. Literarische Notiz. Lodz. (A. J. P. B.) Die be* kannte jüdische Buchhandlung in Lodz, A. M. Grubstein* 15t in eine Verlagsgesellschaft namens- ״Mesoroh“ umi gewandelt worden. Der. ״Mesoroh“-VerIag hat bisher schon Werke einiger moderner orthodoxen Schriftsteller er* scheinen lassen. . , Resolution über die Universität. 3. Der Kongress fordert: Die hebräische Universität in Jerusalem soll in allen ihren A b t e i 11111gen und Instituten auf dem Prinzip der unbeschränkten Lehrfreiheit aufgebaut werden, wobei die verschiedenen geistigen Strömungen im Jüdischen Volk ihren vollen Ausdruck finden müssen. Auf der Basis dieses Prinzips soll der Ausbau des judaistischen Instituts, welches die Gesamtheit des Jüdischen Lebens in Vergangenheit und Gegenwart zu umfassen hat, entscheidend bestimmt sein von dem Bestreben, das Institut unter Wahrung seines wissenschaftlichen Charakters zu einem vollen Ausdruck des Jüdischen Geistes zu gestalten, wie er sich in den grossen Kulturbüchern der jüdischen Vergangenheit und den schöpferischen Kräften der Gegenwart manifestiert. Jedes Wort dieser Resolution, die •vom Kongress mit giosser Majorität 'beschlossen wurde, spricht dein! tboratreuen Juden Hohn. Jedes Wort dieser Resolution wird bei jedem thoratreuen Juden masslose Enbitterung hervorrufen. Die trübseligsten Schwarzseher haben es sicli nicht träumen lassen, dass ihre!Befürchtungen in bezug auf •die hebräische Universitätso rasch sich bestätigen werden. Es steht uns angesichts dieses ׳furchtbaren Schlages geigen das thoratreue Judentum .ferne, uns in die bequeme Positur •des Voraussagcrs werfen ^!nd ׳überlegen auf ׳die Rieh- ■tigikeit •der Stellungnahme ” anlässlich'^'׳cfer'Er6iflf,riu'hg cfiese'r Universität himzuweisen. Vielmehr fühlen ׳wir uns nach dem iKongressbeschlusse tief niedergeschlagen, dass nunmehr das judaistische Institut ■der hebräischen Universität in Jerusalem ■der schrankenlosen Bibelkritik eine Heimstätte auf dem 'Berge Zion ■in der heiligen!Stadt Jerusalem bieten soll. Das •j u d a i s ׳t i s c h e I!1 s •t i t u t wir d somit die Quelle einer furchtbaren Gefahr •f ü r ■d i e W a h •r h e i t und 1E •i n •z i g a r t i 1g k e 11 ׳des J u d e n 111 m s. Ohne Glauben an die G-ttlichkeit ■der Thora ist das historische Judentum unmöglich. I m N a m e •n dieses!historischen J u d e nt u in s 1׳ e h n e n wir hiermit ׳nochmals 11 n d!1 a c hdrüclklichst vor dem jü'dis clien Volke und vor allen Völker n der W.e 11 jede geistige Gemeinschaft mit jenen a b, d ■i e das 1j ü d i s c h e V! 01 k, das j iid i s c h e ,L a n d, die heilige S t a d t J ernsalem mit z i c ■1 •b e w ti s s t e r £ ׳n t s o 11!1 0 s s e nheit i •n Verfolgung eines ö'den, h e i ■d 11 i s c b e n K ul 111 rfd e als säkularisieren, seiner G - 11- 1 i c h k e i t entweihe 1111׳ 11׳ d seiner:He i 1 i g k e i t berauben!w all en. Es genügt selbstverständlich nicht, wenn wir laut verkünden, dass uns, die rechtzeitig gewarnt ׳haben, die Verantwortung hierfür nicht trifft. Die thoratreue Judenheit, Ihre Gemeinden und Organisationen, besonders aber Agudas Jisroel als •deren ernste Vertreterin müssen un- •bedingt Rat schaffen, wie diese Quelle der drohenden Gefahr für das religiöse Judentum unwirksam zu machen ist. Heute, ■wo jedermann klar erkennen kann, was für eine Gefahr die :zionistische Kulturarbeit in Palästina, und die hebräische Universität in Jerusalem!für die G-ttlichkeit der Thora, für die jüdische Religion •bedeuten, :darf k eine Uneinigkeit mehr unter ׳jenen herrschen, die an Thora min H a s cb oun a׳j i m glauben. Ein gemeinsamer Abwehrkampi muss alle Thoragläubigen vereinen. ׳Nebst dieser religiösen bestellt auch eine ׳politische Gefahr. Die Errichtung der hebräischen ■Universität in Jerusalem wurde einmütig von allen Rednern des 14. Zionistenkougresses als einziger politischer Erfolg der zionistischen 1Exekutive in den letzten zwei Jahren ׳hingestetlt. •Kein geringerer als Jean Fischer hat behauptet, dass dieser Erfolg selbstverständlich nicht Im Sinne des Herzischen jüdischen Zionismus, sondern nur im Sinne Achad Haams als politischer Erfolg liingestellt werden kann, der in Palästina bloss ein Kulturzentrum des arabischen Volkes erblickt. Der ganze Kongress, mit Ausnahme einer kleinen Opposition, rückte ja überhaupt weit von dem staatspolitischen Zionismus Herzls ab. Nicht der Judenstaat Herds, sondern ein zw׳e׳i n a t i 0 11 a 1 e s Palästina des C 11 u r c lri 1 1׳ s c h e n Weissbucbes stand als, wenn auch nicht Ideales, so praktisch allein •erreichbares Ziel! vor der Kongressmajoriität. Wieizmann glaubte, diass dieses für die politischen Anhänger Herzls!schwär,zumränderte Weissbuch .durch (Zionistische Arbeit׳ in ein W e i s s - ß 1 a 11 b u c h umgewandelt werden kann. Diese!zionistische Arbeit •hat .nun :angesichts der politischen Ummögliclikeit dies Judenstaates, angesichts der Aussichtslosiigkeit einer hinreichenden Kolonisation ohne Staatsländereien ausschliesslich nur auf kultureJilem Gebiete vollkoiinmene Freiheit. Wir glauben aber nicht, dass •der Missbrauch dieser Freiheit, und!das ist die Protklamiierung des Prinzips der unbeschränkten Lehrfreiheit am judaistischen Institut in Jerusalem, je ׳das englische Weissbuch in ein :w.ei^-Jj.jla.-ues-.^uch umwand ein könnte. ’ Herr :We.iizm.ana1 hat in seiner 'Eröffnungsrede, dem englischen Gesandten zugewandt, liervorgehoben, ■dass bis. ,zum heutigen Tage England von keiner anderen geistigen Potenz so tief ■und dauernd beeinflusst ׳wurde, als von ׳der Bibel. Was soll nun England, dessen stärkste Tradition noch immer die Bibel ist, dazu sagen, wenn die neue hebräische Universität in Jerusalem, der geistige ׳Ausdruck der Renaissance des jüdischen Volkes im Lande seiner Väter, die• Autorität •der ׳Bibel untergräbt und vernichtet? Was soll dieses England sagen, das nebst den eigenen Traditionen gezwungen ist, auch mit ׳jenen seiner zahlreichen Dominions zu rechnen? Der ganze Orient, ■besonders aber die Araber, die sich bisher in ihrer politischen und sozialen Sicherheit durch den Zustrom der Juden, •die radikale soziale und ,politische Theorien in Palästina verwirklichen möchten,;bedroht fühlten, was werden die ,dazu sagen, wenn nun auf ׳der hebräischen Universität in Jerusalem die auch ■ihnen heilige 'Bibel angetastet ■und ,nach' Art der modernen Bibelkritik ■als ein, nicht einmal gelungenes, menschliches Machwerk behandelt wird? Und dabei glaubt' Herr Weizmamn, ׳dass gerade die Universität das grosse Versöhnungswerk zwischen Juden und Arabern •stiften' wird. Was auf sozialem ׳und politischem ׳Gebiete nicht •gelungen ist, soll a11׳f kulturellem Gebiete gelingen.!Nein,, Herr Weizmann! Die hebräische Universität, deren judaistisplies Institut der •Bibelkritik Tor und T׳ür, öffnet, schafft eine tiefe Kluft zwischen ,dem gläubigen Arabertum und jenen Jiuiden, die Sie als Präsident* vertreten^ die ל nicht ruhen und rasten, bis sie die Leugnung der G-ttlfchkeif־ der Thora' unter dem Mantel des europäisöhe'n ׳Prinzips der unbeschränkten Lehrfreiheit nicht nur nach dem heiligen• Lande aller Religionen hmeingeschmuggelt,' sondern ihr• offiziell in Form - eines feierlichen Kongressbeschlusses einen Thron in 'der heiligen Stadt: ■Jerusalem erriichtet haben. Wir haben vor Jahren,• als sie noch stolz von Volksgunst umijiibeft verkündet haben, dass Palästina so jüdisch; Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nickt Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. 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