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Jüdische Presse · 1925-08-14 · 33 (14.8.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
33 (14.8.1925)
Date
1925-08-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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v.b.k ■j0y ORGAK FUß DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. JÜDISCHE Tjn i ׳v 0 r g i t c/b g t b 1; b li 011101: V/־ i 0 1: * I > r . -. r 11t«9 ■i Hl Hi HHIHHH Redaktion u. Administration ז Wien, 11.,Leopolds• «׳asse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-494־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamf Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217_; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Ü1-. 33 urian-Brati•!■««• 14. August 1925 ,ב*ה דנה־פרעססבורג כיד אב תיפ׳ה II. Jahrg. 77.000 Einwanderer in Palästina seit 1919• Nach einer soeben bekanntgegebenen Statistik sind seit 'dem Jahre 1919 bis Ende August 1925 77.ÖÖ0 Einwündefer■ jlfich Palästina gekommen. Im Monat Juli d. J. sind nach‘' amtliche,!י Feststellung 2900 Personen in Palästina eingewandert. Der Chotez Chaim reist doch nach Erez Jisroel.׳ Warschau (AJPB). Von eingeweihter Seite wird be- VfCilt?t| das§. der Chofez Chaim in den nächsten Tagen zu dauerndem Aufenthalte mit seiner Familie nach Erez Jisroel über&iedelt. Bekanntlich wurde für ihn bereits vor einigen־ Monaten der Bau eines Hauses in Petach-Tikwah in An-1 griff genommen, das bereits seiner Vollendung entgegengeht. Der Chofez Chaim wird dort persönlicft eine Jeschi־ woh leiten. In Erez Jisroel hat dieser Beschluss helle Begeisterung hervorgerufen. Neues von der ״Nachlath Lublin“. Lublin. (AJPB). Die bekannte agudistische Kolonisationsgesellschaft' ״Nachlath Lublin“ hat für den Ln Erez Jisroel gekauften Boden bereits den Kuschan erhalten und das gesamte! Gebiet parzelliert und unter ihren Mitgliedern verteilt. Die ersten Arbeiten werden dieser Tage in Angriff genommen.( Misrachi und die Arbeiter. Soeben ist ein Telegramm aus Palästina eingetroffen, wonach die Untersuchungs־’ kommission festgestellt hat, dass die seinerzeit vom Misrachi verbreitete Meldung, dass Mitglieder der Histadruth! Haowdim (Allgemeine Arbeiterorganisation Palästinas) in Haifa misrachistische Arbeiter überfallen haben, von Grund׳ aus falsch ist. Die Misrachi wurde verpflichtet, diese Falschmeldung in der Oeffentlichkeit durch die Presse mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückzunehmen. Der Vorsitzende der Kommission, die dieses Urteil fällte, war ein bürgerlicher Zionist. Sir Herbert Samuel und Abei Panns Bibelbilder. Sir Herbert Samuel, der erste High Commissioner von Palästina, ervyarb von Abel Pann, dessen Ausstellung ג rdet^•' Wiener ~Scrzessiön״'>'ä:Hgemei'hes־־־Aufseheu erregt,־־ das berühmte Bild ״Schau gegen den Himmel und zähle die Sterne“. Dieses biblische Thema hat den Jerusalemer Mei'ster mehrfach inspiriert und ein Duplikat des Bildes wurde vom Verband der Museen der Vereinigten Staaten erworben. Sir Herbert Samuel erwarb eine Superluxusausgabe von Panns Bibel in Bildern, die die ersten, in Jerusalem angefertigten farbigen Steinzeichnungen enthält. ״Der neue Haint“ «egen ״Hachscliarath Hajiscliuw“. Warschau (AJPB). Vor einigen Wochen brachte die! zionistische Presse eine. Reihe von Hetzartikeln und Anklagen gegen Agudas Jisroel, weil angeblich Mitglieder der agudistischen Organisation in ׳Erez Jisroel Boden gekauft haben und dabei׳ die Erwerbsgesellschaft ,Hachscharath Hajischuw in ihrem ׳Interesse geschädigt hätten.!Auf!Grund eingehender!Informationen erliess das!Agudas Jisroel-'Pressibureau ein offizielles!Dementi, in dem es den ganzen Sachverhalt schilderte. Jn der Wammer ih75׳ des zionistischen Organes der ״Nene Haint“, schreibt nun Pietrusehka aus Palästina, dass die Angriffe gegen die Aguda, b׳ezw. die betreffenden lAgudisten absolut haltlos und ungerechtfertigt waren. ׳Sie haben sich ganz im!Sinne des richterlichen Aussipruches verhalten, während demgegenüber festziytelleu ist, dass die!Hachscharath Hajischuw fortwährend gegen die kaufmännische Moral verstösst. Sie hat verschiedenen' Gruppen und Privatpersonen •Boden verkauft und denkt gar nicht daran, die Abschlüsse zu ratifizieren. Sie hat ferner Kolonisationsgesellschaften, *wie Menucha-iWenachalath, Nachlath Jisroel u. a. bereits vor zwei Jahren Boden verkauft und bietet heute, nachdem der Boden wesentlich teurer geworden ist, die!Rückgabe des •Geldes an, weil sie über keinen!Boden verfügt. Thora w’denecherez in Riga. Der Ausbau des orthodoexn Schulwesens macht in Riga gute Fortschritte. Dank der munifi'Zenten Spende eines eifrigen Förderers, der 3 Millionen Rubel für die Errichtung eines modernen Schulhauses widmete, wird die Thora w’derecherez- Schüfe in das jüngst erworbene, passende Schulgebäude übersiedefn. Der Chotez Chajim für Chjssuk Hadass. Warschau (AJPB). Der Chofez Chajiin beabsichtigt noch' vor seiner Abreise nach Erez Jisroel eine Rabbinerkon־^ ferenz für Chissuk Hadass in Polen einzuberufen. 1 Rabbi Chaim Ojser Grodzenski in Warschau. W a H schau (AJPB). Kürzlich weilte das Mitglied des Rabbi-׳ nischen Rates und des Geschäfteführenden Ausschusses! der Agudas Jisroel Chaim Ojser Grodzenski zur Durchführung wichtiger jüdischer Angelegenheiten in! Warschau. Er hatte eine mehrstündige Konferenz mit Se׳־ nator M e n d e 1 s o h n und dem Sekretär des agudistischen Sejmklubs A. B. Ecker mann. Wiener Tagung der Jüdischen Welthilfskonferenz, Die ordentliche Sitzung des Zentralrates der Jüdischen Welthilfskonferenz würde am 12. August in Wien (nicht wie anfangs geplant in Berlin) begonnen. In erster Reihe wird dem Zentralrat die Erneuerung der Hilfstätigkeit des Joint Distribution Committee und die aus dieser Tat- Sache zu erwartenden Konsequenzen beschäftigen, ferneP dl<? .Organisierung des Verbandes für soziale Hilfe der Juden, dfti Schaffung eines Zentrums für Hilfe an jüdische Kinde!•' U. i. tri. “>,» (rr.׳ : ׳‘יי׳"׳"’1 '־®י"*'*ג.ו~. ־׳»<״•,. ״ Bevorstehende Landeskonferenz der Aguda-Jugendgruppen Polens. Warschau (AJPB). Am 4. und 5. August fand in Warschau eine. Konferenz der Führer der agudistischen Jugend Polens statt. Es beteiligten sich׳ daran zirka fünfzig jugendliche Persönlichkeiten. Es wurde׳ beschlossen, den ״Misrad Hazeirim“ zu liquidieren und1 wurde ein Direktorium vön fünf Personen gewählt. Die Wahl fiel auf die Herren: W. B i a 1 e r־Warschau, N. B c!• I i n e r-War■׳ schau, F a r brs t e i n-Bialystok, L. W o i d i s 1 a w s k y־' Lodz und M. Schwarzma n n-Siedlecze. Sie wurden! beauftragt, alle Vorarbeiten für die Einberufung einer Landeskonferenz sämtlicher Jugendgruppen Polens durch- *zuführen, damit dem von allen Seiten laut gewordenen Drängen nach erhöhter Tätigkeit in entsprechender Weise1 Rechnung getragen werde. Die Bedingungen der Wiener Hakenkreuzler. Die Wiener Abendblätter vom 6. August bringen offenbar von christlichsozialer Seite stammende Informationen, wonach die völkischen Kreise Wiens bereit seien; die öffentliche Ruhe während des Zionistenkohgresses zu garantieren und auf jede eigene Demonstration zu verzichten, wenn die Zionisten ihrerseits auf öffentliche ■Kundgebungen und Sonderveranstaltungen, insbesondere auf das geplante Schauturnen und den Gang zum Herzl-Grab verzichten wollten. Es verlautet, dass dieser Kompromissvorschlag bereits dem Polizeipräsidenten Schober und dem Bundeskanzler Doktor Ramek unterbreitet worden ist.. Die Feier des 2ijßjä'nrig«n Bestehens der pbrtugfesisehen Synagoge m Amsterdam. Am 2. August wurde in Amsterdam die Feier• des 250jährigen Bestehens der portugiesjschen Synagoge begangen. Sämtliche Juden Arnsterdams und zahlreiche nichtjüdische Kreise beteiligten sich an der Festlichkeit. Die holländische Presse widmete diesem Ereignis Festartikel. Die berühmte Amsterdamer portugiesische Synagoge wurde am 21. Ab 5435 (2. August 16/5) eingeweiht. Noch heute bewahrt die Synagoge, das! äussere Bild und die Gebräuche aus der Zeit ihrer Gründüng. Alle Beamten, vom Oberrabbiner bis zum Tempeldiener tragen die historischen Dreieck-Hüte, Talar und kurze Beinkleider., Sie bildet eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten Amsterdams. — Der 250jährigen Bestandesfeier wohnten u. a. der Ministerpräsident Hollands, der Vizepräsident des Kronrates, ein Vertreter der Königin, der Bürgermeister von Amsterdam, der portugiesische Konsul, zahlreiche Oberrabbiner und Vertreter jüdischer Gemeinden, auch Vertreter der jüdischen Gemeinden iii Lissabon und Madrid, bei. Beim Umzug mit den Thorarollen wurde an der Spitze jene Thora getragen, die die Juden bei ihrer Flucht aus Spanien vor mehr als 400 Jahren mit sich gebracht hatten. Diese Tnorarolle war in ihr ursprüngliches Mäntelchen, in welchem sie seinerzeit gerettet worden war, gehüllt. Sechzigjähriges Jubiläum des ״Nieuw Israelietiscfr Weekblad“. Diese Woche begeht die grosse holländische Wochenschrift ״Nieuw Israelietisch Weekblad“ das Jubiläum ihres sechzigjährigen Bestehens. Die Zeitung wurde im Jahre 5625 jüdischer Zeitrechnung( (1865) von J. B. de Mesquita begründet. Chefredakteur in den ersten Jahren war J. A. M. Chumaceiro. Gegenwärtig wird die Zeitung vom Chefredakteur L. D. Staal samt einem grossen Stab von Mitarbeitern redigiert. Als Herausgeber zeichnet J. L. Joachimsthal. Aus Anlass des Jubiläums sind der Zeitung aus allen Teilen des Landes Grüsse zugegangen. Die Nummer vom 7. August erschien als Jubiläums-Nummer in grossem Umfange und reich ausgestattet. In Wort und Bild ist die'60jährige Geschichte der Zeitung und zugleich, die 60jährige Geschichte der holländischen Judenheit dargestellt. Herren^ Knaben-nnd Kinderkleider fertig, und nach Mass Massabteiluug bis zu den feinsten englischen Stoffen. Erstklassige Zn- Schneider. Eleganteste Ausführung. Auf Vermeidung von שעטנז wird genauestem geachtet. J. STERN, Wien, II., Glookengasae 25. T. 46913. Beachten Sie die Hausnummer. _ 11 ■11 11111n1nnTr1111n1M11arTM»w1111₪MWTn111 mnnitiTmtiin!■■innaiiinnnT■ —rnnmun i Der XIV. Zionistenkongress. ן Am 18. August beginnt in Wien der XIV. Kongress der Zionisten. Drei Hauptaufgaben fallen nach der offH ziehen Kundgebung der zionistischen Leitung diesem Kon־* gresse zu; 1. Die Repräsentation der jüdischen Volks־! kraft nach aussen, 2. die Prüfung des zurückgelegten Weges, 3. die Festlegung der künftigen Richtlinie. Was die erste Aufgabe betrifft, hat die eigenartige Fügung der Umstände den XIV. .Zionistenkongress in dert Mittelpunkt der nichtjüdischen Oeffentlichkeit gerückt Seit Monaten wird nämlich von deutschvölkischer Seite eine heftige Propaganda gegen den Zionistenkongress in \Vieri geführt, die darin eine Provokation des Deutschtums en blickt. Die Regierung und die Polizeibehörde waren wieder־( holt gezwungen, zu dem Kongress Stellung zu nehmen, und obwohl es sicher ist, dass die Regierung und die mit( Recht einen Weltruf geniessende Wiener. Polizei ihre! Pflicht voll und ganz tun werden, ist doch, durch die! deutschvölkische Agitation diese Repräsentation der jiidi-, sehen Aktivität nach aussen in ein schiefes Licht ge-j rückt worden. Die Erweckung der jungjiidischen Kräfte in Turn- und Sportvereinen, die kritiklose Uebernahme der nationalistischen Methode und Phraseologie durch! unsere jüdischen Nationalisten, stellte diese Gruppen auf denselben Boden, auf welchem die Nationalisten aller Rassen stehen. War der Jude früher angefeindet, weil er nicht verstanden wurde, so hasst man ihn jetzt, weil man ihn ja zu verstehen glaubt. Der moderne jüdische Nationalist unterscheidet sich nicht von den übrigen Nationalisten unc| wie jene die Herrschaft über andere haben wollen, so, schieben , sie ,dasselbe Mo,ti.V, ihren, jüdischen Widerpa{־tnen* zu. So ist für!uns die: hasserfüllte Propaganda der deutschvölkischen Organisationen gegen den Zionistenkonigress} n(cht nur ein klarer Beweis für die niedrige Gesinnung dieser Gruppen, sondern gleichzeitig eine ernste, Veranlassung, clen Verlust zu beklagen, den unsere jüdischnationalistischen Brüder dem Judentum zufügen, indem sie es von der supranaturalen Höhe des G-ttesvolkes in den allzumenschlichen Brennpunkt einer chauvinistischen Nation hinabziehen. Die Zionisten, zumeist Anhänger einer heidnischen! Körperkultur, verschHessen sich beharrlich vor dieser und| ähnlichen Erwägungen. Die Delegierten des Kongresses! werden, und wir kommen nun auf die zweite Haupt/i aufgabe desselben zu sprechen, stolz auf die Zahl jeneri Zionisten hin weisen, die sie vertreten. Sie werden .nebst^ der Zahl der Anhängerschaft hauptsächlich auf die Macht der Idee hinweiseri, die von Jahr zu Jahr, von Kongressl zu Kongress immer tiefer in die jüdischen Volksschichten eindringt. Wir Vertreter der Orthodoxie leugnen die Macht der zionistischen Idee durchaus nicht. Wir anerkennen! die grossen Eroberungen, die diese Idee besonders im! Kreise der liberalen Juden macht, die mit dem Schlagwort der Neutralität des Keren Hajessod zumindest zu• eine!1 Neutralität gegen den politischen Zionismus gewonnen! wurden. Die Anerkennung der Macht dieser Idee schliessfl aber durchaus nicht die Anerkennung ihrer T auglichkeit zur Lösung der Judenfrage ein. Gerade im Gegenteil, die grosse Zugkraft der zionistischen Idee sowohl auf weite jüdische Schichten, die in den letzten! Jahrzehnten der jahrtausendealten religiösen Bindung entraten sind, wie auch auf viele Nichtjuden, die sich׳ stolz zum Zionismus bekennen, ist ein Beweis für uns, dass diese Idee nicht der ungebrochenen, ewigen, jüdi■» sehen Volksseele entstammt, sondern einer modernen, der Aussenwelt entlehnten nichtjüdischen Mentalität entsprungen ist. Die Idee des! jüdischen Volkes und seinen Lebensaufgabe, wie sie vom Zionismus gelehrt und gefordert wird, ist nicht auf jüdischem Heimatsbode’n gef wachsen, sie ist vielmehr volksfremder, europäischer Bestrebung entsprungen. Daher macht diese Idee alle Wand־' lungen des europäischen politischen und geistigen Lebens Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des OTH M AR SCHIFF, WIEN, I., KKRNTNERRING Nr. 6 auffzusuchen! Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. 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