Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 28 (10.7.1925)
- Date
- 1925-07-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b, ts. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration« Wien, II.,Leopoldsfasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: P0313 Nr. 13.45S: für Polen: Postsparka Nr. 190.409; für Ungarn! Posisparl Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: 40.217; für die Schweiz: Postache lür Deutschland! Postscheckk parkassenamtWfen, Konto ssenamt Warschau, Konto rassenatnt Budapest, Konto : Postsparkassenamt Prag, Postäp.-Amt Agram, Ko. N. ckkonto Zürich VIII. ♦117; onto Berlin Nr, 122.619 Nr. 28 Wien-Bratislava, 10. Juli 1925 ב״ה וינודפדעםםבח״ג י־ח תמוז ו1דם*ה. ז II. Jahpg■ Chronik der Woche. Die agudistisch-zionlstlschen Kommissionsverhandlungen wegen des Gemeindegesetzes. Wien. CA. J. P. B.) Am 1. Juli, tim 12 ■Uhr!mittags, begann in Wien die Kommissionsverhandiung zwischen den agudistisclien und zionistischen Kommissionen, um ׳ ,über die!Möglichkeit einer Verständigung in Sachen des •palästinensischen Gemeindegesetzes zu beraten. Von •agudistischer Seite waren anwesend: Herr Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, Jakob Rosen he im lind Rabbiner •Moses Blau (Jerusalem). ׳Die Zionisten entsandten: Herrn Oberrabbiiner Doktor Chajes, Jakob Fried mainn ,und Josef ־ M e j u c h e s (Jerusalem). Nach eingehenden Beratungen wurden von beiden Seiten Aufzeichnungen ausgetauscht, welche die Grenzen, der im •Interesse einer ׳Einigung der Parteien möglichst scheinenden Rezessionen!enthalten. Die beiderseitteen Vertreter werden im Sinne-einer baldigen Fort«! s&tzmg der Verhandlung ihren 1Kör׳persch׳ften berichten und behalten ־ diese Entschliiessungs- ,und!Handlnngsfreiheit vor." Sir Herbert Samuels Abschied von Palästina. J e r 11-f salem. (J. T. A.) Am Tage des Ablaufes seiner fünf־! jährigen Amtsperiode als Oberkommissär von Palästina,' dem 30. Juni, veriiess Sir Herbert Samuel Jerusalem, ’utnf sich über. Jaffa nach Konstantinopel zu begeben. Zahl-' reiche Beamte und Notabein aus Jerusalem und dem! ganzen Lande waren, auf dem Bahnhof versammelt, um, dem scheidenden Oberkommissär sowie Lady Samuel Lebe־f wohl zu sagen. — Sir Herbert Samuel erliess am Tagä seiner. Abreise aus Palästina eine Kundgebung an die palästinensische Bevölkerung, in welcher der scheidende. Oberkommissär für das ihm und seiner Gattin erwiesene( Wohlwollen dankt und dann ־ ausführt: ״Es war mein( ernstestes Bestreben, die ,von!Sr. Majestät König Georg V. den. Palästinensern vor fünf. Jahren gegebene Zusicherung! absoluter Unparteilichkeit in der Verwaltung .1und ׳ .,der ^Respektiefuiig^er'•Rechte "■jedefiJRässeliuhäajedefeGiaübföhii 'genau zu beobachten. Das Land wächst Und gedeiht in der Landwirtschaft wie in der Industrie, . auch deif. Handel blüht. Die Bevölkerung nimmt zu, ein Ueber-, schuss der Einnahmen über die Ausgaben in der Höhe׳ von 600.000 Pfund ist vorhanden, für öffentliche Sicher-, heit ist gesorgt, die Malariaseuche wurde ausgerottet, 200 neue Schulen wurden eröffnet, mehr als früher herrscht Harmonie zwischen den einzelnen religiösen Gemeinschäften. Jetzt, nachdem ich meinen Auftrag erfüllt und meine Mission zurückgebe, bete ,ich für die ׳Wahlfahrt Palästinas in Zukunft, für Gemeinschaftsgeist innerhalb' der Landesbevölkerung undxfür die Macht seines geistigen' Einflusses auf die Welt." Kommunisten beteiligen sich an den Wahlen zur Assefat haniweharim. Jerusalem. (J. T. A.) Die palä-i stinensische kommunistische Gruppe beschloss, ihre jüdisehen Mitglieder aufzufordern,, sich an den Wahlen ־ zur׳ Nationalversammlung der palästinensischen Juden (Assefat haniweharim), die anfangs August stattfinden werden, zu beteiligen. ' Ein neuer Einwanderer-Rekord in Palästina. — 4200 im Juni. Jerusalem. (J. T. A.) Im Monat Juni >d. J. \vänderten 4200 Personen in Palästina ein. Diese Monats- Ziffer bildet einen!Rekord. Der letzte Rekord war im März d. J. erreicht worden, als 3300 Einwanderer ins Land kamen. Im April d. J. betrug die!Einwandererzahl 2500, im Mai 2900. . Palästinafragen vor dem englischen Unterhaus. — 1244 christliche, 678 jüdische, 632 mohammedanische Beamte. London. (J. T. A.) In •der Sitzung des Unterhauses vom 15. Juni fragte Captain W-aterbouse den ׳Kolonienmini־ ster, ob er über die Religion und Nationalität der klassifizierten Distrikts- und!Departementsbeamten ׳in . Palästina Auskunft geben könne. Die Konvention der amerikanischen Zionisten. Washington. (J. T. A.) Am 1, Juli wurde in Washing־’ ton die Jahreskonferenz der amerikanischen zionistischen Organisation geschlossen. Zum Präsidenten der amerikanisehen Organisation wurde das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Louis Lipsky, wiedergewählt. Die Konvention nahm eine Resolution betreffend das Frauenwahl־ recht in Palästina an. Eine Resolution über die( jüdische Kolonisation in der Krim, welche feststellte, dass Palästina die Priorität gebührt, wurde nach einer erregten( Diskussion dem Exekutivkomitee übergeben. Noch vor dieser Sitzung wurde die Frage der Krimkolonisation in' riner Sitzung des Exekutivkomitees der amerikanischen zionistischen Organisation beraten, wobei festgestellt' .vurde, dass diese Kolonisation .nicht geeignet sei, die Lage' der Juden in Russland zu verbessern. Die Propaganda der Sowjetregierung für die; Krimkolonisation bezwecke die Ablenkung des jüdischen Interesses von Palästina und! die Schwächung der zionistischen Bewegung, Der söge־; nannte ״Lipsky-PIan", die Tätigkeit für Keren Kajemeth'. und Keren Hajessod in Amerika zu vereinen, wurde nach; einer lebhaften Diskussion zurückgezogen. Die vom Vor׳־ sitzenden des amerikanischen Keren Hajessod unterbreitete Resolution, in welcher die Abmachungen Dr. Weizmanns mit Louis Marshall und der Gruppe amerikanischer Nicht־־' Zionisten betreffend ihren Eintritt in die amerikanische Sektion der Jewish Agency gebilligt wird, angenommen. In der Resolution wird weiter(die Erwartung ausgedrückt»' dass der Zionistenkongress in Wien das Abkommen 'billigen und Dr. Weizmann autorisieren wird, die Ver-׳ wirklichung seiner Pläne betreffend die. Erweiterung der Jewish Agency weiter anzustreben. \ Die amerikanische Misrachi-Organisation und die Zionistische Exekutive. Die elfte Jahresversammlung der amerikanischen Misrachi-Organisation, die soeben in Clevelancl getagt hat. nahm eine Resolution an, . in welcher die Zionistische Exekutive aufgefordert wird, den vom Kongress zweimal angenommenen Beschluss, jene öffentlichen Institutionen, die die jüdischen Religionsvor- Schriften nicht respektieren, Von der Unterstützung durch zionistische Fonds auszuschiiessen, endlich zu respektieren. Ein Antrag•, dass die Misrachi-Organisation im Falle der Nichterfüllung dieser Forderung aus der Bewegung aus-, treten soll, wurde abgelehnt. Rabbi Mayer (Berlin) wurde zum Präsidenten der amerikanischen Misrachi-Organisation wiedergewählt. ־Weltkonferenz des Misrachi am 11. August in Wien. Jerusalem. (J. T. A.) Die Misraclii-Zentrale in Jerusalem gibt bekannt, dass der ursprüngliche Plan, die düsjährige Weltkonferenz des Misrachi in Danzig abzuhalten, nach gepflogener Korrespondenz zwischen den Zentralen der einzelnen Länder •aufgegeben und endgültig beschlossen Bis letzt 200.000 Morgen Land für jüdische Siedlung in Russland. New York. (J. T. A.) Der Vorsitzende des Joint •Distribution Committee, Mr. ׳Felix M. Wärbtirg, unter dessen Leitung während des Krieges und nach dem Kriege 60 Millionen Dollar in Amerika für Hilfszwecke in Europa aufgebracht worden sind, entwarf in einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter das Programm des Joint mit Bezug auf die Kolonisationsbewegung unter den Juden Russlands. ׳Ge׳plant wird die Gründung, einer Ueberseesektion (Overseas Chest) des Joint Distribution Committee, der die Aufgabe Zufällen soll, in den nächsten drei. Jahren 15 Millionen ׳Dollar zwecks Unterstützung der jüdischen Landsiedlungsbewegung in Russland in Amerika aufzubringen. Die Sowjetregierung, ■sagte M. Warblirg, hat 200-000 Morgen in der südlichen Ukraine und in der Krim für Zwecke der Ansiedlung von Juden angeboten ׳und auch schon zur Verfügung ׳gestellt. Es ist die Möglichkeit vorhanden, auf diesem;Boden 20.000 bis 30.000 jüdische Familien anzusiedeln. Schon heute sind 35.000 jüdische Familien •in den Listen de! Joint vorgemerkt. Noch vor einem Jahre!begann Joint •mit einer Siedlungstätigkeit in beschränktem Umfange; der Erfolg war ein solcher, dass wir uns entschlossen haben, diese Tätigkeit in grossem Masstab fortzuführen. ■Die Tour, die Mr. Brown jüngst durch die jüdischen Siedlungen absolviert hat, war reich an glücklichen Eindrücken. Mr. Browns Bericht hat in uns die Ueberzeugung befestigt, dass die ■Bewegung-für Landansiedlung unter ■den Juden Russlands eine gesunde •ist und dass die Arbeit von Erfolg ׳gekrönt sein wird. Wir unterstützen auch, die christlichen Kleinsiedler durch Rat und Tat; die russischen Bauern in der Umgebung der jüdischen Siedlungen hegen keinerlei Feindschaft gegen die neuen Siedler und ihr Werk. Kampf wegen Einführung der Sonntagsruhe in der Antwerpener Diamantenbörse. Antwerpen. (A. J. P. B.) Der Judenheit Antwerpens wurde durch ■den Beschluss der Diamantenbörse, Sonntags die Lokalitäten zu •sperren, ein schwerer Kampf aufgezw.ungen. Die orthodoxen Juden, die einen, überwiegenden Teil der Branchemitglieder ausmachen, würden dadurch zwei Tage ,in!der Woohe ohne Geschäftstätigkeit sein und naturgemäss finanziell schwer zu leiden haben. Die Orthodoxie Antwerpens liess keinen Weg unversucht, um diesen gefahrbringenden!Beschluss rückgängig zu machen. Auch Abgeordneter Oberrabbiner Schapiro nahm während seines Antwerpener Aufenthaltes in dieser Richtung aktiven Anteil. Dieser Tage fand in der Diamantenbörse eine Vollversammlung statt,;um zur Schabbosfrage entscheidend Stellung zu nehmen. Von den 1175 abgegebenen Stimmen waren 913 für Schliessung am Schabbos, 256 dagegen und 6 ungültige Stimmen. Die politisch-jüdische Verständigung. Die Punktationen, in denen *die,׳Abmachungen zwischen ׳der polnischen Regierung :und dem; Klub ׳der, :jüdischen Sejmabgeordneten sahriffcMoh niedergelegt sind, finden sich bereits an anderer, Stelle dieses Blattes veröffentlicht. Unterdessen!hat der jüdische Klub diese Abmachungen׳ unter Begleitung einer Deklaration angenommen,;und zwar nach einer sehr •heftigen Diskussion• gegen die ׳Stimmen •!der Deputierten, welche dem Hithachduth angeboren. Ueber •die aussenpolitisohen־ Wirkungen׳ wird noch z׳u reden sein, namentlich da die Ukrainer .!diese Deklaration als ׳K!amp׳fansage •an die ukrainschen . Interessen־ und Tendenzen betrachten und dieser ׳Anschauung ־bereits durch eine geharnischte Gegenerklärung!Ausdruck gab. Wenn die J. T. A. berichtet, dass, innerhalb des jüdischen Klubs •trübe Stimmung herrsche, -so!ist das wohl zum׳ Teil auch auf •dir ׳wenig .freundliche tialtung der rechten polnischen Presse״ zurüökzuführen, •zum Teil wohl darauf, dass die^mühsam Wsammengekitfete Einheit •des jüdischen Klubs!doch schon die Spuren des Verfalles ahnen, lässt. ...־״.׳•; Was ׳uns aber vorläufig .!am bedeutendsten er- ■scheint, das ׳ist die •nicht wegziifeugnende Tatsache» dass׳ der ׳Ideologie •nach die Aguda gesiegt hat. Denn wenn die Deklaration besagt, dass . die Juden .ihre Politik •auf demBoden ׳desSejm führen ■werden, so heisst das ׳eine Abweisung •jeder!fremden Ingerenz, so heisst •das den Verzicht auf •die Anrufung des Völkerbundes und-uhnlicihfer^־driMänzeiif ־ ־!Wir::haltendas- :f iir, : *bln3 ausserordentlich korrekte Situation, welche ■die ׳Führer der Aguda;imme^ herbeisehnten.־ •Audi die Forderungen 1in bezug auf ■ die Innenpolitik liegen fast genau auf der ■Linie, welche die Orthodoxie in konsequenter ׳Durchführung ihres in den‘ ׳religiösen Normen verankerten Standpunktes immer •eiingehaiten hat. Es ist ׳im wesentlichen •die Anerkenntnis der vollen Freihet ׳der I^eligionsübung in Kultur, Kultus und Erziehung,!was verlangt •und versprochen!ist. Ach, wieviel weiter wäre schon die Gesundung des -Verhältnisses zwischen Juden und Polen, wenn man seit sieben Jahren •diesen Weg beharrlich;beschnitten hätte, , wenn m׳an alle Energien stets auf die ׳Errioh- :tiurug der ibürgerlichen •und •sozialen Gleichbereohtigung angewandt hätte. Die Sprunghaftigkeit, mit ׳der man teilweise ׳die faktische Emanzipation •des ׳Iridividiuums, preisgab dem Phantom!der •nationalen Emanzipation, hat endlich aufgehört, und man hat den Weg •zur gesunden Entwicklung zurüdkgefunden. Das 1ist in Wahrheit — trotz aller Phrasen — die wirkliche!Bedeutung der Punktatipnen. •Noch ist ׳der Kampf nicht abgeschlossen, denn ׳die Genehmigung des ׳Sejm steht noch aus. Deshalb wäre es ■von Ucbel, wenn man •auf irgend •einer Seite den Versuch machen wollte,!die Abmachungen und ihre Textierung anders zu interpretieren, als oben skizziert ist. Dass!die Aguda bei ■ dem ersten Stadium der Verhandlungen weniger du •Erscheinung getreten ist, will deshalb umsoweniger bedeuten, als ja doch ini grossen und •ganzen •ihre Ideen •zur Debatte ׳standenv ■ihre Ideen den Weg zur Verwirklichung fanden. Diiese Obijektivation, diese!Realisation!ist die schönste Frucht eines •viel verleumdeten ■ Strebens. ׳Möge diese ׳Einsicht Polen und Juden in gleicher Weise frommen. Der feierliche Abschlussakt der polnisch-jüdischen Verständigung. W a r s c h a 41. (J. T. A.) Am 4. Juli, 5;Uhr nachmittags, fand im ׳Repräsentationssaal des Ministerrats ■der feierliche Abschlussakt der ■jüdisch-polnisohen Verständigung :in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Grabski, Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des OTHMftB SCHIFF, WIEN, I., KÄRNTNERRING Nr. 6!־GeSEgÄHM0ET«El5vf3R'.s6T20t‘;l aufzusuchen! 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