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Jüdische Presse · 1925-06-19 · 25 (19.6.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
25 (19.6.1925)
Date
1925-06-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. JÜDISCHE P 'J;U t 0 r n i t c.t ם t b± bli '01'11 ot ל«. j. C 1-1 »• / ni0«h ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,LeopoIdsfasse 26, 1. Stiege,!Stock. - Jel.4594־4־. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das üb$ge Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest. Konto Nr. 50.170; für Tstfecbo-Slowakel: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217_; für die Schweiz! Postscheckkonto Luzern VII. 1470: für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 m יי ■ IO Ul Wien-Bratisiawa, 19. Juni 1925 .ביה וינה־פרעסםבורג כ־ז סיון תרפיה , 11■ Jahrg■ Cheonik den Woche■ Der Gouverneur von Gaza ermordet. Jerusalem, 16. Juni (per Radio). In ׳Hebron ist gestern der Gounqrneur von Gaza, Kolonei A b r a h a m s 0 n, erschossen worden. Der Täter konnte nicht eruiert werden.!Eine Kommission der Gerichts- und Militärbehörden ist nach Hebron abgegangen. Abrahamson, der ein englischer Presbyterianer, also kein Jude war, stand ׳bis zum Vorjahre in transjordanisehen Diensten. Die Verhandlungen zwischen der agudistischen und zionistischen Organisation. Wien. (A. J. P. B.) W(ie bereits verlautbart, tagt am 30 Juni in Wien die ■Konferenz der von der agudistischen und zionistischen Organisation bestellten Unterkommissionen• zur Beratung über den palästinensischen Gemeindegesetzentwurf. Der Waad Hair Haaschkenasi, Jerusalem, entsendet zu dieser Konferenz Herrn Moses Blau. Waad Leumi und Agudas Jjsroel. Jerusalem. Nachdem Doar Hajom gegen den Beschluss des Waad Leumi, der es ablehnte, dem Wunsche der zionistischen Leitung nach Teilnahme an den Verhandlungen mit Agudas Jisroef über das Gemeindegesetz zu entsprechen, scharf Stellung genommen hatte, fand gestern eine erneute Beratung im Waad Leumi über den Gegenstand statt. Es׳ lagen Telegramme und Briefe der zionistischen Leitung in London vor, worin gebeten wurde, den früheren Be- Schluss einer Revision zu unterziehen. Die Sitzung( dauerte etwa vier Stunden. Auch der Vertreter deij Zionistischen Exekutive, Colonel Kisch, nahm daran׳ teil. Nach lebhaften Auseinandersetzungen wurde folgende! Resolution gefasst: ״Nachdem der Waad leumi von Herrn Kisch Berichte empfangen hat über die Schritte der zionisti־ sehen Leitung, mit Agudas Jisroel hinsichtlich wichtiger Einwanderungs- und Ansiedlungsfragen zu einer Verstän1־ ׳״digung^zu״*>k0mmen״׳*und^nachdem-*ihm^.Y0n-TJerrn Kisch״• Aufklärung über die begrenzte Kompetenz der in Wien über das Gemeindegesetz beratenden Kommission erteilt' wurde, beschliesst der Waad leumi, einen Bevollmächtig־* ten nach Wien zu entsenden, zur Kenntnisnahme der in Befracht kommenden Vorschläge und Uebermittlung des( Materials an die Delegiertenversammlung, welche allein zuständig ist, Angelegenheiten des Gemeindegesetzes zu entscheiden.“ Zum Bevollmächtigten des Waad leumi wurde Herit Elias, Berlin, ernannt. Verfolgung illegaler Palästinawanderer. J e r u s aleim. (J. T. A.) Am 5. Juni versuchten vier Gha'luzim aus Polen •die Grenze von Syrien nach Palästina auf illegalem Wege zii. überschreiten. Sie;wurden von palästinensischer Polizei aufgegriffen und verhaftet• Auf dem Wege zum Polizeiamt machten sie einen Fluchtversuch. Dreien gelang es, zu entkommen, während der vierte von der verfolgenden Polizei zwischen den Aesten eines Baumes aufgefunden wurde. Als er dem Befehl, vom Baume herunter zu steigen, I nicht Folge leistete, schoss die Polizei auf ihn und verwundete ihn schwer. Streitigkeiten zwischen jüdischen Arbeitern in Palästina. J e r 11׳ s a lern. (J. T. A.) Am 10. Juni kam es in ■Haifa zu einem Zusammenstoss zwischen ■misrachistischen Arbeitern und Angehörigen der Histadruth Haowdim (Allgmeine Arbeiter-Organisation in Palästina). Etwa 15 Per-, sonen aus beiden Lagern erlitten Verletzungen. Ursache der Streitigkeit war, dass Mitglieder der Histadruth die misrachisbischen Arbeiter ■daran hindern wollten, Bauarbeiten an dem Immigrantenheim auszuführen, bezüglich dessen die •Misrachi als Bauunternehmer einen Kontrakt mit der Zionistischen Exekutive abgeschlossen hatte. Eine Kolonisationskonferenz in Lodz. Lodz. (A. J. P. B.) Zwecks Durchführung des Kolonisationsplanes auf dem Agudaboden findet in Lodz eine Konferenz statt, an de*!1 sich sämtliche Käufer des Agudabodens aus dieser Gegend beteiligen. Nach Abschluss der Konferenz reist eine grössere Gruppe Lodzer Agudisten nach Erez Jisroel, um die Arbeit in Angriff zu nehmen. Abreise von 450 Aulim. Warschau. (A. J. P. B.) Sonntag, den 15. Siwan, reisten mittels Separatzuges 450 Aulim nach Constanze, um sich nach Erez Jisroel einzm Schilfen. Schon um 4 Uhr nachmittags — drei Stunden vor Zugsabgang — wurde der Bahnho.f von einer, auf 10.000 Menschen geschätzten Menge umlagert, die zum! Abschiede ihrer Verwandten und Gesinnungsgenossen erschienen waren. Der Zug bestand aus 14 Waggons, und es! wurden jeder Städtegruppe besondere Abteile zugewiesen. In demselben Zuge befand sich auch eine Delegation des ״Nachlath Jisroer unter der Führung eines Sohnes des Grochower Rebben. — Constanze. (A. j. P. B.; Die von Warschau mittels Separatzuges eingetroffenen vierhundertfünfzig Aulim haben sich gemeinsam mit sechs־, hundert aus anderen Richtungen -eingetroffenen Aulim nach Erez Jisroel eingeschifft. Rückkehr Kirschbrauns nach Warschau. Warschau.. (A. J. P. B.) Abgeordneter Kirschbraun ist nach mehr wöchentlichem Aufenthalte in Abbazia nach Warschau zurückgekehrt und hat seine!parlamentarische Tätigkeit! wieder aufgenommen. . Rabbinerkonferenz in Litauen. Kowno. (J. T. A.) Dieser Tage fand in Kowno .eine Zusammenkunft ■der Rabbiner Litauens statt, ■bei der 30 Rabbinate vertreten waren. Gegenstand der Beratungen bildete die Organisierung det Rabbinate, Erziehung, Jeschiwoth usw. Da infolge der Zwangssonnt’agsruhe eine Anzahl jüdischer Händler ihre Läden an ■jüdischen Festtagen offsnha'lten, wurde beschlossen, Personen, die den. Sabbath nicht beobachten, von religiösen ■Funktionen auszuschliessen, sie zur Thora nicht aufzurufen, ihnen die religiöse Trauüngszer׳emonie •zu versagen und im Falle ihres Todes ein religiöses Begräbnis zu verweigern. Die Rabbinerversammlung in Rowno. Rownoy (A. J." P. B.) Die angekündigte Rabbinerversammlung war überaus gut beschickt. Im Mittelpunkte der Ereig־' njsse stand der Chofez Chaim, dem die jüdische' Bevölkerung begeisterte Ovationen entgegenbrachte. Es! wurde beschlossen, eine Kopfsteuer von zwei Dollar zugunsten der Jeschiwahs einzuführen. Die jüdische Bevölkerung hat diesen Beschluss mit grosser Sympathie aufgenommen. Das Warschauer Rabbinat für Chisuk Hadas. War1 schau. (A. J. P. B.) Das Warschauer Rabbinat hat beschlossen, für Rosch-Chodesch Tamus eine Konferenz! sämtlicher Rabbiner einzuberufen, um in energischer Weise! •gegen - -die• - fortschreitende״ -Unslttlichkeit und Sabbatentweihung Stellung zu nehmen. Rabbiner Dr. .Tuns nach Europa absereist. New York. (J. T. A.) Die Union orthodoxer jüdischer Körperschäften veranstaltete für den nach Europa reisenden agudi'Stischen Führer, Rabbiner Dr. ■Leo Jung, einen Abschiedsabend iim Hotel Broadwaycentral, welchem viele angesehene Rabbiner beiwohnten. Den Vorsitz führte׳ Rabbi Herbert Goldstein, der die grosse Arbeit Dr. Jungs zwecks Befestigung!des Glaubens rühmte. Rabbi Jung führte aus: ׳Die Union orthodoxer Institutionen hat eine Riesenaufgabe zu vollfühlen: Die .Erhaltung des Judentums in Amerika. Rabbi Margulies wünschte Rabbi Jung im •Namen der Anwesenden besten Erfolg für seine Arbeit in Europa. Wieder eine Million Dollar für eine New Yorker Jeschiwah« •New York. A. J. P. B.) Am 24. Mai fand im! Astor Palast zu New York ein Bankett der Jizchak-Elchanan- Jeschiwah statt. Es waren 1200 Personen anwesend, und es wurden über eine Million Dollar gezeichnet, sowie zum grössten Teile sofort bezahlt. Bekanntlich wurde vor ungefähr einem Jahre beschlossen, grosse Neubauten' tür die Jeschiwah zu errichten und zu diesem Zwecke als auch für ־ die Erhaltung der Jeschiwah samt Internat einen Fonds von fünf Millionen Dollar aufzubringen. Bis' jetzt sind bereits 50 Prozent dieser Summe gesichert; Die Gebäude dürften im Herbst fertiggestellt sein una werden für 2500 Hörer eingerichtet werden. Bekanntlich hat die Jeschiwah das Recht, das Doktorat zu erteilen. Eine jüdische Abordnung aus den Kolonien beim König. Rom. (J. T. A.) Aus Anlass des 25jährigen Jubiläums .des •Regierungsantrittes König Viktor Emanuels III. erschien eine Abordnung der Judenheit der italienischen Kolonien zur Beglückwünschung beim König. Nach Schluss der Zeremonie unterhielt sich der König längere Zeit mit den Mitgliedern der Abordnung und erkundigte sich über die Zahl und die ■wirtschaftliche Lage der Juden in den Kolonien. Der König verabschiedete sich in herzlichen Worten von den Mitgliedern der Abordnung und bat sie, der jüdischen Bevölkerung in den Kolonien die herzlichsten Grtisse zu übermitteln. Die Vertreter der drei grossen Konfessionen beim Reichspräsidenten. Berlin. (J. T. A.) Der Reichspräsident v. Hindenburg empfing am 12. Juni die Vertreter der drei grossen Religionsgemeinschaften in Deutschland zur Entgegennahme ihrer Glückwünsche. Als Vertreter des Preussiechen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, zugleich 1m Namen der ■gesamten deutschen Judenheit, begriisste der Präsident der Berliner Jüdischen Gemeinde, Kammergerichtsrat Dr. Leo Wolff, den Reichspräsidenten. Ein Jahr Lubliner Jeschiwah. Ein Gespräch mit Oberrabb. Schapira, Piotrkow Es war am Lag-Boomer ein Jahr her, dass ln Lublin? der Grundstein für eine grosse Jeschiwah gelegt wurde. 50.000 Gäste, darunter die berühmten Führer der Chassp dim, der Czortk'ower und der G e r e r Rebbe, waren! bei dem historischen Ereignis anwesend, da der Beschlussl der K e n e s s i o in Wien zur Gründung einer zentralen( Jeschiwah in Polen der Verwirklichung näher gebracht( wurde. Nach der eindrucksvollen und imposanten Schau-, Stellung blieb es aber die Sorge eines kleinen Komitees״' den grossen Plan Schritt für Schritt in die Tat umzusetzen. Die treibende Kraft dieses in Lublin bestehenden Komitees ist der Initiator des grossen Werkes Oberrabbiner Schapira in Piotrkow. Da er gegenwärtig in Wien weilt, haben wir die Gelegenheit wahrgenommen um ihn über den Stand der Arbeit und über die Möglichkeit der Weiterftihrung des Baues zu befragen. Wir erfuhren, dass von den projektierten zwei grossen Gebäuden bereits das erste grosse Haus bis zum zweiten Stockwerk gediehen ist. Nur das dritte Stockwerk muss aufgeführt werden, um das Gebäude planmässig unter Dach zu bringen. Damit dies noch während dieser Bauperiode, also vor Eintritt des Herbstes, erreicht werde, muss das Baukomitee noch 15.000 Dollar herbeischaffen. I Glauben Sie nicht, Piotrkower Raw. dass bei deii gegenwärtigen gewaltigen Finanzkrise in ganz Europa, dasj grandiose Werk aufgegeben werden muss? ׳., JEs freut mich״ erwidert offenherzig Oberrabbinen Schapira auf diese Frage, ״die ich mir selbst oft vorlege, imd die mir direkt und indirekt von vielen Seiten nahegelegt wird, offen zu antworten. Dabei will ich Ihre Frage noch mit einer anderen ergänzen. Viele werfen die Frage auf, ob es heute, wo Erez Jisroel glücklicherweise in den Mittelpunkt des jüdischen Interesses gerückt ist, wo: aus Polen selbst Tausende und Tausende nach Erez Jisroel strömen, nicht ratsamer erscheint, ein solches KuP turzentrum in Erez Jisroel zu errichten. Es ist dies auch eine Frage, die mich und die grossen rabbinischen AutoJ ritäten, mit denen ich ständig in Fühlung bin schon von Anbeginn beschäftigt. Wir haben uns nicht entschlossen können, diese Jeschiwah in Erez Jisroel zu errichten* Zwei Gründe waren hiefür massgebend, ein ideeller und ein materieller. Die Gründung einer zentralen Jeschiwah in Polen ist keine Prestigefrage, sondern eine zwingende! Notwendigkeit. Ueber drei Millionen Juden wohnen inf Polen, von denen der grössere Teil noch Wert darauf legt,׳ seine Söhne in jüdischem Geiste erziehen zu lassen. Dieses Bedürfnis müssen wir in hervorragender Weise befriedigen, wenn nicht die Söhne orthodoxer Väter mangels ent-! sprechender Erziehungsanstalten und Erziehungsmöglichkeiten י dem thoratreuen Judentum verlorengehen sollen., Diese Notwendigkeit bleibt auch bei fortgesetzter Xuswan־‘ derung .nach Erez Jisroel bestehen. Man schätzt zum! Beispiel die Auswanderung in den letzten ״[ähren aus Polen auf 30.000 Seelen. Trotzdem war ein natürlicher Zuwachs an jüdischen Seelen vorhanden, und zwar iri der Höhe von 10.000 Menschen. Was ־den materiellen Grund anbelangt, so würde eine zentrale Jeschiwah in Palästina unverhältnismässig, grössere Summen erfordern: wobei nicht zu übersehen ist, dass die Anzahl der Jeschiwoth in Erez Jisroel ausreichend ist, dass gerade wir orthodoxe Juden bestrebt sein sollten, zur notwendigen Ergänzung unserer ausschliesslich dem Thoralernen obliegenden Gesinnungsgenossen in Erez Jisroel, in ent־i sprechender Anzahl orthodoxe Arbeiter, Handwerke/ Landwirte und Industrielle hinauszuschicken, damit in! Erez Jisroel eine gesunde, tragfähige Grundlage für ein jüdisches Kulturzentrum geschaffen werden soll. Schon aus diesen und ähnlichen Erwägungen heraus halte ich Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des OTHMAR SCHIFF, WIEN, I■, KÄRNTNERRING Nr. 6 ־:OEjluEPH0ND-Nuw?ETR«’?“,.«?1,‘״ ™aiifzüsuchen! 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