Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 24 (12.6.1925)
- Date
- 1925-06-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 164 JÜDISCHE PRESSE Nr. 24 mm Tiell« ׳«>יי>י«»י0««*י«• •ו•■•» ch Die Wiener Jugend in Bratislava. Der ״Ausflug“, den die Wiener A g u d a s J i sroel-Jugendgruppe am 15. Siwan nach Brati-' slava veranstaltete, und der Sijum, den die Brati^ slavaer Jugendgruppe gemeinsam mit der Wiener üben, מ׳ ביצה des דף יומי feierte, darf als ein Ereignis der: orthodoxen Bewegung unserer Tage verzeichnet werden) dessen Bedeutungweit über den Rahmen hinausragt, der dem Feste gegeben wurde. Schon die Tatsache] dass es. dfe Jugend, unsere Jugend ist, die, sich für die schöne Idee der Gemeinsamkeit des לימוד התורה und der gemeinsamen Pflicht des gesamten jüdischen! Volkes, das in der תולה . Gelernte im praktischen Leben׳ zu b e tätige n, begeistert, ist ein Zeichen . der, ZeitJ an d&ffr nicht achtlos vorbeigegäri^en werden därf. Feste/ wie dasjenige, das aus Anlass des Sijums auf ביצה #D in Bratislava; begangen würde, zeigen deutlich, welch! glücklicher Gedanke es vom Petrikower Räw war, das Band des דף יומי *Lernens um die ״Zerstreuten Israels“ zu schlingen und damit zum Ausdruck zu bringen, dass es letzten Endes d i e V e r p f f i c h turig auf did הורה, ist, di.e das jüdische Volk, in allen Ländern und zu allen Zei/ten zu einer,fest1־ gefügten Gemeinschaft macht. ,Die;gemeint same Feier eines solchen Sijum zweier Jugendgruppen! über die. Landgrenzen hinweg bedeutet eine neue, :wun^ dersam, jüdische Art, den Geist der Zusammengehörig־) keit unter treuen Söhnen . des, Jüdischen ,,Volkes! zu pflegen .und in seiner Reinheit und NIat(נrlichkeit. zu( erhalten. Agudais jisroel lehrt unsere Jugend, ihr Judentum in seiner ganzen Weite tinä jÄ seiner ganzen Tiefe zu leben. Judentum Wird der Jugeiid nicnt bloss zünit S i n n b i 1 d einer Gemeinschaft tiefwurzelnder Religio־* sität, sondern es Wird ihr die Gemeinschaft selber/ der, ,lebendige Inhalt alles Wollens durch die Gemein4 samkeit der Lebensziele mit Gleichgesinnten und Gleichstrebenden, und bedeutet zugleich die gerfieinsame Be־ re.i ts ch ft, die;äussere, und innere Welt des jiidisehen, Volkes ausschliesslich im Geiste und gemäss denj Bestimmungen/der תלךה ge sta Iten.d zu beeinflussen, Der Sijum . des זיף יומן war demnach nicht ־— wie es . dem oberflächlichen Beobachter erscheinen mochte — ein Verl b rüder ungsfesft der N^iener und , Bratisiavaer, orthof doxen Jugend, obgleich auch dies von, grossem ^/ert wäre^j sondern viel mehr: es war ein Fest von .B-rüdern,' von jungen Menschen, denen es längst tk|ar geworden, ist; dass' für sie die Agudäs jisroel die einzig1 mög־* ' liehe Gemeinschaft für Judentum,־ für jüdisches Gemein-( schäftsieben Und jüdische Gemeinschaftsarbeit ist und dass) eine jede zu Ende gelernte מסבתא eine Etappeist auf dem Wege nach' dem Ziele, den der Schöpfer seinem Volke .gesetzt hat. .־ -! Begreift man die Veranstaltung, wie sie am 15. Siwan in Bratislava von der thoratreuen Jugend organisiert würde,; in diesem Sinne, so wird man auch‘ unschwer zu einem richtigen Urteil über ihren ^ert und ihre Berechti* gung gelangen. . , . ’ Mäh wird aber auch' zu vergleichen sich veranlasst sehen. Wer die frohgestimmte Aguda-Jugenä. durch die| Strassen Pressburgs ziehen sah, dachte unwillkürlich an[ ein1 anderes Fest, 'das für den gleichen Tag und die gleiche Stunde durch Strassenplakate, angekündigt War. Eine ganz a n ders. geartete Jugend, eine Jugend aus der Peripher i e des jüdischen , Lepens, ebenfalls! Söhne und Töchter jüdischer Väter und jüdischer Mütter/ veranstaltete eines jener Feste, die plänrhässi^ dazu bei stimmt sind, die Aufmerksamkeit der jüdischen und bei sonders 'der nichtjüdischen Oeffentlichkeit vom Ze 111 t rum des jüdischen Wollens und 'Schaffens abzulenken und nach den R ä 11 d b e z i r k e n des jüdischen Interf esses zu weisen. Ein Turn- und Sportverein, der, o tjj ■□8םטכ80םמםטם68ם8ם0ם3ם8ם0םמם9ם85ם«ם0ט5םפ□: | jriiaiaelaer Verlag g § Wien, II., Leopöldsgasee 20. ׳ ■ § Uubiläun)s־Ht1ch § zum sechzigsten Geburtstage von □ Dr. Nathan Birnbaum. ■ 200 ם Seiten, vornehm ausgestattet, in jiddischer Spräche. g Preis S 8.—. □ ... ״_ 81 □ . O ׳ | Von) $11)0 des |Jadet)hjft)s. G Ein Sammelbuch zu Ehren S Dr. Nathan Birnbaum, g 320 Saiten, mit einem Bildniss Dr. Nathan Birnbaums. ® Preis in gediegenem Leinwandbd. S 16.—, 5 Zu beziehen § ״Jüdischer Verlag“, Wien, il., Leopolflsg. 26. םפםטםיםטםמםפם*םיםיום«םים«םוים«ם»ם0םסםט■□ Telephon Nr. 64. Gegründet 1872. ßET^NAT PRElSZ & sahne Presov (Eperjes) Sglfiludsen-Weingrosshaiidluno, Rumi. Likörfabrlk empfehlen erstklassige Liköre eigenen Fabrikats in jeder Qualität. כשל Weihe von;40 Lt. aufwärts Slibowitz und Treber כשף• Versand in Gebinden Demljöhns und elegant ädjüstierten Flaschen zu billigen Preisen. Prompte Bedienung. Verlangen Sie Offerte. Ueber die Verlässlichkeit können Referenzen beim orthodoxen Räbbinät in Presov eingeholt werden. gleich er nur jüdische Söhne und Töchter zu Mitf gliedern hat, kein Bedenken trägt, den Namen der glorienreichen Kämpfer für die religiöse Wahrheit des( Judentums, den Namen der Mak kabä er, zu m iss-| brau c,h e n, weihte unter grossem Gepränge einen Sport*, platz ein. In treuer Nachahmung nichtjüdischer Eigen■( a r;t. sollte an diesem grossen Tage unserer ״jüdischen“• Nationalisten ein Sieg des Jüdischen Geistes, der jüdi-t sehen Gesittung, der jüdischen W a hr he its i d e a l ej über die Tüchtigkeit eines anderen Volkes in einem —י F u s s b a 11 Wettspiel errungen und, in die Annalen; der neujüdischen Renaissance-Bewegung verzeichnet wer| den.i^:!Man;/sah. jüdische Eltern hinauspilgern zum ״gef um an ihren. Kindern מ־־: zu.e|* IebOri. Auch Bürgermeister, und Vizebürgermeister gläutfj t^n .der jüdischen Gesch'iclrte-gerecht zu werden, wenn sgt.cler Leistungsfähigkeit jüdischer — Vaden Bewunj <||rü'ng zöhenV Die• Wirklichen Juden: von Pressbürg und gaf manche aus den Nachbargemeinden drängten sichj Währenddessen in den Mensasaal, um den jungen Juden! von Wien die Hand zu drücken und nach guter VäteH sitte den Thoraworten-zü lauschen, :;die zu ihrer Begrüs-' düng gesprochen; ׳•wffrd^'jV^D^.Kinäerte; aber einen Zio*j ^istenführer von1 l&äfisläya keineswegs/ .draussen auf deraj Sportplatz vor denV ni^’t^ erstaunten christlicher»’ Sportfreunden inז,.din^r^off^niliöifJehV* /ungeniert zu ך6ס haupten, er feiejl־. diesj^. FussballsporteS[ »|im Namen jm; Af$rä£e!) von neun-i |i,g Prozente&r cj^en;Bje.voIkerung vor/ B r a t i s 1 a v a“. Geglaubt haY es ihm zwar niemand; wie weit entfernt von der jüdischen Gedankenwelt, voip1 wahren jüd^chejjr. Leb.eif müssen;. üiisere, Zionisten noch( ^fn| wenn: sie Jine.jplch’e•lächerliche ,.Redewendung ohne; Eroten zu, ggbrajucihenicden^Mut.;habeh,; Würde eijj’ef| ÄerjiiPressburger., Zionisten sich,.:einma.1 zu einem wirklich) fuschen Feste verirren, würde er bald sehen, wo und ^fl|die;.^ttd:is.c h e n jungen Juden von Pressburg ge-1 fejcfrt \verae&:::.-'•. .•»., ■ Ueber den Verlauf der' Sijumfeier wird uns folgendes berichtet: Kurz vor 11 Uhr vorm, verliessen mehr als 80 junge Wiener Agudisteri unter Führung ihres gefeierten ־ greisen Vorkämpfers Herrn Wolf Pappenheim das Bord des Donaudanipfers von den zahlreich erschienen Bratisiavaer! jugendlichen Gesinnungsgenossen jubelnd begrüsst. Der Weg der langen Kolonne führte zunächst ,,hinaus zu den grossen ״Mäpnern der Vorzeit“ am alten und neuen □ בית החיי' Ein kurzes *Gebet am Grabe der Männer, die der Agüda-Jugehd ideales Vorbild bedeuten, sollte sie mit innerer Weihe und Inbrunst erfüllen. Herr Päppen* heim hielt die Gefühle, die die Wiener Gäste jn;diesem Momente erfüllten, in einer kurzen Rede fest. Von dort begab sich die muntere Schär in die innere Stadt, um die jüdischen Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Die Herren Desider Ungar, Max W ei s s und Wolf Pappenheim boten ausreichende historische Erklärungen. Im Lokale der Jugendgruppe verzehrten die ״Ausflügler“ ihren .,mitgebrachten Imbiss und setzten darauf ihre. Wanderungen durch die Stadt fort, bis sie sich halb 4 Uhr nachmittags in der Jeschiwa-Mensa zum Sijumfeste wieder zusammenfanden. Hierher kamen auch die Bratisiavaer jüngeren und älteren Agudisten, soweit der leider viel zu enge Raum sie fassen konnte. Die Tische ,\varen gedeckt und dank der unermüdlichen und vorsorglichen Arbeit des Herrn J. Glück und der bewährten Familie Kohlmann und mancher Spender, war auch für Speise und Trank reichlich gesorgt. An der Spitzendes Tisches tiahm, mit begeisterten יחי׳ Rufen aufgenommen, Se. Elirw. Herr Oberrabbiner Schreiber, umgeben vom Rabbinate, dem Gemeinde- Vorstand, der unter Führung des Präses Herrn David Krauss vollzählig anwesend war, und einer Anzahl älterer Agudafreunde Platz.»Herr Max Löwy hielt die erste Ansprache. Im Namen der'Bratisiavaer Jugendgruppe be* griisste er die Wiener Jugend und schilderte den Wert solcher Zusammenkünfte vom Gesichtspunkte des Agudä- Programms, dessen Hauptpunkte er kurz erläuterte. Tn warmen Worten dankte er. dem Herrn Oberrabbiner, dem Vorstand und den anderen Gästen für ihr Erscheinen. Hierauf trug Herr Oberrabbiner Schreiber das Schlusslernen vor und schloss daran eine ausgezeichnete Rede. Er. verlieh seiner (Freude Tiber, den Besuch der Wiener Jugend und über den wahren jüdischen Geist, der diese Jugend beseelt, beredten Ausdruck, wobei er die Stellung des ל י מיו ד הת1רה irn Gesamtprogramme der Aguda kennzeichnete. Wie bei jeder Gelegenheit hob er auch jetzt wieder die Bedeutung der- Agudas Jisroel als Ge-: Samtorganisation all der Juden in allen Ländern hervor; die entschlossen sind, die Gesamtheit des Judentums im Sinne der חורה ההתשה unter Führung der ד ב נ־ י ם zu erhalten und all die Massnahmen zu treffen, die hiezu als notwendig erkannt werden. Herr Oberrabbiner forderte namentlich die Jugend auf, sich geeint um die geistigen Führer des Judentums in der Agudas Jisroel zu scharen und all die Aufgaben zu erfüllen, die an sie gestellt werden. Die Worte des Oberrabbiners lösten brausenden Beifall und allgemeine Begeisterung aus. Hierauf hielt-ein Mitglied der Bratisiavaer Jugendgruppe, Herr Nathan Kohlmann, eine geistreiche Chärifüth-peraseha. Nachdem Herr Oberkantor Marokko mit seinem Chore in künstlerisch vollendeter Weise das Loblied des Thoralernens gesungen hatte, kam die Reihe an die Wiener Gäste. Herr Wolf Pappenheim sprach über den Wandel der Zeiten zum Besseren im jüdischen öffentlichen Leben sowohl in seiner Vaterstadt Bratislava als auch ln der Stadt seiner langjährigen Tätigkeit: Wien. Er verglich die früheren und; heutigen Gegner des wahren Judentums und hielt ihnen unsere Jugend entgegen, an der sie erkennen sollten, dass das orthodoxe Judentum das!Erbes der; Väter amfer ällen Umständen zu schützen weiss. :',■.'.'""יי'.י ..; Der, Präses der Wiener Jugend-gruppe, Herr Samuel Stern, trug sodähn in anerkennenswerter Weise gut durchgedachte Derascha vor, dankte der Bratisiavaer Jugend •für •den herzlichen Empfang und regte an, diesen Geist, der Freundschaft unter der orthodoxen Jugend durch öftere ähnliche Veranstaltungen auch in Zukunft zu pflegen.. ׳Als letzter Redner sprach ׳in geradezu faszinierender Weise Herr Moses B1 e c h aus Wien über die Bestrebungen der. Agudas Jisroel über die ,Einheit des thoratreuen. jüdischen Valkes. Seine Rede wirkte auf die ganze Versammlung zünä׳ehd und verlieh dem Feste einen schönen Ausklang. Das Behsehen wurde versteigert und als Herr Oberrabbiner höchste Zeit geworden, die Bündel zu schnüren und mit Schreiber *das Benschen beendet!hatte, war es einer Fusstour bis Berg die Heimreise nach Wien anzutreten. Die Pressburger gaben den Wiener Freunden das Geleite bis nahe an Kitsee und gedenken freudig der• angenehr men wahrhaft jüdischen Erlebnisse, die ihnen der 15. Siwan gebracht hat. Modia. . Zionistischer Terror. Bratislava. (A. J. P. B.)j In Akna Slatina stürmte ein Trupp zionistischer Turner als Antwort auf eine Aeusserung des Gemeinderabbiners gegen zionistische Irreligiosität!das Beth Hamidrasch lind schlugen den Rabbiner sowie viele anwesende Juden1, blutig/ Die mit Stöcken bewaffneten Terrorknaben hatten eineii Zeitpunkt gewählt, da die orthodoxe Jugend nicht ari־< wesend war, wodurch die persönliche Gefährdung des» Rabbiners her/beigefiihrt , wurde. Gegen die Attentäter wurde eine StrafünterSuchiuig eingeleitet. •.jDas moderne Palästina. Te 1 A viv. (J, Ti Ä.) Eine Gruppe .Bürger von Tel Aviv gründete eine Gesellschaft für Entwicklung der Filmindustrie in Palästina. Sie erhielt! von einer führenden französischen Filmgesellschaft die Zu- Sicherung, dass 50.000 Pfund, geleistet, werden würden,; wenn der gleiche Betrag in Palästina aufgebracht wird.. Bücher Beim Landesverband der Agudas. Jisro'el-Jugendgruppen in der Slowakei!(Bratislava, Postfach 140) sind,folgende Werke gegen Voreinsendung!des Betrages erhältlich:־ 1. Ja ec b Rosenh e i m, eine Biographie von Herrmann Schwab. Preis Kc. 8 (Porto Kc.—.10). 2. V o.m Sinn des J u de n tum s. Ein Sammel- 1buch zu Ehren Dr. Nathan Birnbaums. Preis Kc. 80 (Porto• Kc נ) 3. מסעות משה. Reise des Oberrabbiners׳ M. Tannenbaüm (Moldava) nach Erez Jisroel. Preis- Kc. 20. (Ein zweiter , Teil folgt gratis). Die , Redaktion und Administration der ״Jüdischen Presse“,, Wien-Bratislava, wünscht herzlichsten Masel Tow: Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Koloman Weber, Piestanyy zur Vermählung seiner Tochter. BacKeSf ׳. Bratei Kochet ÜUS8KV mmm כשר erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner .Ehrwürden des Herrn Ober• rabbiners S, B. E h r e n f e 1 d, Bla Oersdorf