Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 23 (5.6.1925)
- Date
- 1925-06-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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(Vif.: 23 JÜP18CBFEPRESSE. Seite :157 vVT:^^BanHs|*fÖfthW gegen.־: peiif^Zettur^ Warschau•; (J. T. A.); In der ehemaligen Gouvörnementstadtj Jetzigen: «!•Kreisstadt ‘Sj€dIe.c^.iSt der; •seitenö iFalbvörlffelcontrtVeii, dass!' das Rabbinat gegen eine jüdische Zeitung den religiösen Bann (Cherem) ausgesprochen hat, wodurch es den ge־* setzestreuen Juden verboten ist, diese Zeitung zu lesen. Dies hatte folgende Vorgeschichte: In einer Versammlung der orthodoxen Kreise von Sjedlec unter der Leitung des Rabbinats wurde beschlossen, ein goldenes und ein schwarzes Buch anzulegen. In dem goldenen Buch sollen diejenigen Frauen verzeichnet werden, die die religiösen Gesetze beachten, in dem Schwarzbuch jene Frauen, die? die religiösen Reinigungs- und Haartrachtvorschriften ausseracht lassen. Das ״Sjedlecer Wochenblatt“ brachte einen Bericht über diese Versammlung und knüpfte an denselben eine sehr scharfe Kritik des Beschlusses und insbesondere der Praxis des Rabbinats. Das Rabbinat er■*, suchte‘ die Zeitung, eine Richtigstellung zu bringen, und als der Redakteur dies ablehnte, erklärte das Rabbinat öffentlich, dass über die Zeitung der Bann gesprochen sei und .kein religiöser Jude dieselbe zur Hand nehmen dürfe. Die Angelegenheit hat in Sjedlec und der ganzen Umgebung grosses Aufsehen erregt. Baron Edmond de Rothschild verlässt Palästina. J e r us a 1 e m. (J. T. A.) Baron Edmond de Rothschild, der grosse Förderer der jüdischen Kolonisation in Palä1־ stina, der trotz seines hohen Alters sich noch einmal zu einem Besuch der jüdischen Kolonien in Palästina ent־’ schlossen hat, verüess am 26. Mai das Land, um sich' nach Paris zu begeben. — Am 25. Mai besuchte der Baron die Siedlung der Chassidim aus Polen in der Nähe von Haifa. Diese Siedlung wurde vor kurzem unter der Leitung des Jablonaer Rabbis erbaut. Der Baron drückte seine Bewunderung über das von den Chassidim geschaffene Werk •;aus und liess sich mit'den einzelnen Kolonisten in längere Unterhaltungen ein. Von dort fuhr Baron Edmond de Rothschild nach der Kolonie Nahalal, wo er an die Siedler eine Ansprache hielt, ihnen seine Bewunderung ausdrückte .und sie aufforderte, in ihrer Arbeit durchzuhalten. Englische Pressestimmen über Sir Herbert Samuel. ״Observer“ schreibt: Sir Herbert Samuel tritt von seinem Posten zurück mit dem Prestige eines Mannes, der durch{ Geduld, Redlichkeit, Emsigkeit und hohe Gesinnung jede׳ Kritik entwaffnet hat. Er hat. die britische Politik im heiligen Lande stabilisiert und ein Regierungssystem befestigt; all das wird nun Lord Plumer zugute kommen.« Der Sprecher des Unterhauses Mr. T. P. O’Connor schreibt in י t,Sunday Times“, -, es : gebühre• dem י zurücktretenden Oberkommissär ein hoher Tribut der Achtung. In AnR; betracht der scharfen Rassedifferenzen in Palästina lag eine Gefahr darin, einen. Angehörigen seiner: Rasse nach! Palästina zu entsenden, matt hatte aber zu Sir Herbert׳ ein unermessliches und sehr begründetes Vertrauen. Er hatseinen Ruf als grosser Politiker, grosser Administrator und׳ grosser Ehrenmann befestigt. Das Unterhausmitglied Captain Foxcroft schreibt in einem Brief an die anti|- zionistische ״Morning Post“, Lord Plumers Ernennung[ habe den ersten Wunsch, dass Sir Herbert Samuel durch einen Engländer ohne zionistische Voreingenommenheit ersetzt wird, erfüllt. Der zweite Schrit wäre der, dass dies Regierung offen erklärt, sje «beabsichtige, den Zionisteniti einem Teile Palästinas ein Heim zu übe'rlassen, jedoch; die übrigen Teile der eingeborenen Bevölkerung zu reservieren. Drittens müsse die Regierung die *jüdische Ein- Wanderung einschränken. Grosse Europa-Hilfskonferenz in New York. —- Forderung nach einer'gemeinsamer Aktion zwischen der amerikanischen und europäischen Judenheit. New York• Hergesfeilt unter Aufsicht des Ew. Oberrabbiners S. Fürst: Zur Herstellung von Suppen mit und ohne Einlagen, zur Verbesserung von Suppen, Saucen und Gemüsen (J.T.A.) Am. 25• Mai traten 200 Delegierte, Welche 28 Zenträlorganisationen der amerikanischem JudenHöit vertraten, zu einet. Konferenz zusammen; in welcher eine weitgehende Hilfsaktion zugunsten der notleidenden Juden Osteuropas beraten wurde. Den Vorsitz, führte der PräsP dent des amerikanisch-jüdischen Kongresses Rabbiner Dr. Stephen S. Wise. Zahlreiche grosse jüdische Brüderschaftsorden und Gewerkschaften waren durch Abordnungen auf der Konferenz vertreten. Die Herren Dr. SteJ phen Wise, Leo Motzkin, preussischer Landtagsabgeordneter׳ Dr. Oskar Cohn und der frühere Petersburger Rabbiner Dr. Eisenstadt, ferner der Herausgeber der ״Jewish Tribüne“ Hermann Bernstein und der bekannte russische Rechtsanwalt und Mitarbeiter der Ica H. Sljosberg, hielten׳ eingehende Referate und forderten eine gemeinsame Aktion der europäischen und amerikanischen Judenheit, um den notleidenden Teil der europäischen und insbesondere westeuropäischen Judenheit vor dem Untergang zu retten. Generalversammlung der Aguda ln Riga. Sonntag den 22. Mai fand die diesjährige Generalversammlung der Aguda-Organisat׳ion in Riga statt. Die Versammlung wurde von Herrn A. Wolschonok, Präses der Aguda, eröffnet. Als Tagespräsidenten wurden die Herren A. Wolsohonok und Dr. F. Götz gewählt. Ueber die politische Arbeit der agudistischen ׳Sejmfraktion referierte Sejmdeputierte M. Dnbin. Die Versammlung nahm das Referat mit grosser Begeisterung entgegen ■und sprach dem Referenten für seine unermüdliche Arbeit im Interesse der thoratreuen Judenheit ihren wärmsten Dank aus. Der Ausbau des lettländischen jüdischen Blldungsdepartements. Der agudistische Abgeordnete Dubin beantragte im lettländischen Sejm, das jüdische Bildungsdeparternent durch Beistellung von weiteren zwei Beamten m erweitern. Dem Antrag wurde stattgegeben. Bestürzung in Bessarablen wegen des rumänischen Schulgesetz-Projektes. Interventionen Zierelsohns. Im rumanischen Parlament liegt ein Gesetzentwurf vor, der Rumänisieriung der jüdischen Privatsohulen bezweckt. Der Entwurf beinhaltet gröbliche Intoleranz gegenüber der Judenheit und bildet eine grosse Gefahr für die Erziehung der jüdischen Jugend. In Bessarabien herrscht hierüber arge Bestürzung.' Senator Oberrabbiner Ziereisohn weilt in Bukarest, um von der Parlamentstribüne aus gegen dieses Unrecht zu ■׳protestieren. — In Angelegenheit der Legalisierung der rumänischen Staatsbürgerschaft hat Senator Zierelsohn erfolgreich interveniert und eine •Reihe Benachteiligungen rumämschcer Staatsbürger jüdischen Glaubens vereinigt. Vollständiger Aguda-Sieg in Kolomea. Die Agudas Jisroel hat bei den :Kultuswahlen einen vollkommenen Sieg errungen und erhält somit sämtliche dreissig Sitze , in der Kultusratssttibe. Kolomea gehört mit seinen mehr als zwanzigtausend Juden ׳zu den .grössten Städten Galiziens. _! ן Xscli e clt o * Ji l o w a. k ® m; $ '8 Die ״Jüdische Volkszeitung“ und die Wahrheit. Die Bratislavaer ״Jüdische Volkszeitung“ vom 22. Mai 1925 berichtet über einen Vorträg von Herrn Ph. Mayer in der Bratislavaer Misrachi-Ortsgruppe und! musste dabei der Wahrheit die Ehre geben und zugestehen, dass Herr Mayer sich, in überaus anerkennenden Worten über den Bodenkauf der Agudas Jisroel und Eijez Jisroel geäussert hat. Nachdem aber die Redaktion den Bericht geschrieben hatte, schien es ihr doch unmöglich zu sein, ihn ohne eine Nachbemerkung ihrem Leserkreis zu übermitteln. Sie zeiht hiebei lieber ihre eigenen Gesinnungsgenossen der Unwahrheit, als dass sie an dei] Aguda ein gutes Haar iiesse, und wirft der Aguda vor, ״sie besitze überhaupt keinen eigenen Boden in Erez1 Jisroel. Sie begehe das grosse Unrecht, ihn zu verkaufen und dann sofort wieder an jeden Reflektanten weiter zu verkaufen,“ wodurch sie eine Steigerung der Bodenpreise verursache. Die Art und Weise, wie die ״Jüdische Volkszeitung“ diese Auslassungen macht, bedeuten eine Quittung über den Aerger, den sie vermutlich darüber empfindet, dass die nicht von Parteipolitik verblendeten Misrachisten! allmählich sich die Frage vorlegen, ob es nicht richtiger sei, den Anschluss nach rechts, als nach links zu suchen, nachdem die Aguda sichtlich mit Erfolg auch in Erez Jisroel arbeitet. Dass es dabei der ״Jüdischen Volkszeitung“ nicht darauf ankommt, die Wahrheit zu sagen, ist verständlich. Wie in aller Welt käme dieses Organ dazu, zu behaupten, dass die Aguda keinen Fussbreit Boden besitze, während sie in Wirklichkeit sich selbstverständlich durch ihre jüngste Delegation für ein Lehrgut und für sonstige! gemeinnützige Institutionen für Beschäftigung der Poalim, sowohl im Emek, wie auch in Benei Berak in Renaniä und in der Nähe Jerusalems, bereits grosse Bodens komplexe erworben hat? Wie kommt dieses Organ da?ü,' zu behaupten, dass die Aguda an den erstbesten Reflek־־’ tanten Boden verkaufe; während sie, wie allseitig bekannt an den Erwerb des Bodens die Bedingungen knüpft, dass nichts auf dem Boden geschehen darf, was dem Thofagesetz widerspricht, und im Falle der Wiederveräusserungi des' Bodens er lediglich gegen Erstattung der eventueÜefji Meliorati’onskosteri " zunächst der Aguda zum Rückkauf־ aiizubieten ist, und zwar zu demselben Preis, zu dem de* Boden gekauft wurde. . . : : Weiss die ״Jüdische V01kszeitun|“ nicht, däss' gerade die Agudas Jisroei und ihre Palästinazentrale dajs Zutrauen der agudistischen. Bodenkäufer mehr wie jedei andere Organisation besitzt und dass durch die Aguda beispielsweise noch vergangenen Pessach 15 Gruppen von! Privatbodenkäufern veranlasst wurden, ihre Bödenkäufe׳ bei der Aguda zu tätigen, statt durch Käufe auf eigene Hand die Bodenpreise zu steigern? Wir glauben, dass die Redaktion des Bratislavaer Organs das alles weiss. *Ihre Liebe aber zum Zionismus und ihr Hass *gegen die Aguda wirken zusammen und liefern einen drastischen Beweis für das talmudistische אהבה ושנאה מקלקלת את השורה•. Israelitische Volksküche in Piestany. Die ״Israelitische Volksküche“ in Piestany . versendet soeben ihren J a 11 r e s b e r i c ht f ii r das J a h ij 1 924. Die segensreiche Tätigkeit. dieser Institution ver-׳ dient es, dass sich' ihr die' Aufmerksamkeit der jiidisehen Oeffentlichkeit des In- und Auslandes zuwendet. Der Verein besteht seit 17 Jahren!und hat in dieser Zeit eia Humanitätswerk schönster Art geübt. •An einem vonj der leidenden Menschheit so stark frequentierten Kurort! wie Piestany bot sich hiezu — leider — reichlich Gelegen'heit. Welch mühselige' Arbeit die Vereinsleitung zu( leisten hatte und welch grosse Anstrengungen sie gerade jetzt in der Zeit schwerer, finanzieller Krisen zu machen hat, um den grossen Anforderungen gewachsen zu sein» geht aus folgenden Sätzen hervor, die wir einem Aufruf entnehmen, der an‘ die jüdischen Gemeinden versendet wurde: < ״Vor ungefähr 17 Jahren haben einige grossmütige Menschenfreunde unter ehrenvoller Mitwirkung der hiesigen Judenschaft ein Volksküchenhaus errichtet, welches unsere lokalen Anforderungen weit überragt und als deren Aufgabe die unentgeltliche Verköstigung der im hiesigen Kurorte Heilung suchenden mittellosen jüdisehen Brüder gedacht wurde. ־ Wir können mit tiefster Befriedigung konstatieren, dass wir der uns übertragenen humanen Pflicht im Verlaufe der 17 Jahre vollauf entsprochen haben, da es uns Telephon Hr. 64, Gegrühdet 1872. & Söhne Presöv (Eperjes) Soirituosen-Welngrosshandlung, Rumu.Llkörfabrlk empfehlen erstklassige Liköre eigenen Fabrikats in jeder Qualität. ס5זף Wejne von 40 Lt.' aufwärts Slihowitz und Treber יבשר - Versand in Gebinden Demijohns und elegant adjustierten Flaschen zu billigen Preisen• Prompte Bedienung. Verlangen, Sie Offerte. Ueber die Verlässlichkeit können Referenzen beim orthodoxen Rabbinat in Presoy .eingebolt werden. »mmMWMmäiiwwiine aus Opferwilligkeit der hiesigen jüdischen Mitbürger sowohl als auch derjenigen der weiten Umgebung und besonders der tatkräftigen :Mithilfe der philanthropischen- Kurgäste gelungen ist, die Verabreichung von nährkräftigen כשר Speisen täglich an fünfzig bis sechzig bedürftige Personen in der Badesaison sichern zu können. Wir sind bestens überzeugt, hiedurch eine :gründliche Arbeit auf dem Gebiete der Humanität geleistet zu haben. Die andauernde wirtschaftliche Krise hat leider auch auf Ausübung unserer Tätigkeit lähmend eingewirkt. Die Aussenhilfe, welche wir bei den ausgedehnten Dimensionen unserer Institution: keineswegs entbehren können, bleibt allmählich. aus; .die . Tragfähigkeit unserer hiesigen Brüder ist iiaturgemäss auch ge• schwächt, und nachdem wir somit bei der Inbetrieb- Haltung der Küche bloss auf unseren kleinen, beschränkten Kreis angewiesen sind, droht uns Gefahr, den an uns gestellten Anforderungen nicht mehr gerecht werden zu können und bei anhaltendem Ausbleiben der Hilfe unsere Tore schlossen zu müssen... Hoffentlich wird es der rührigen Vereinsleitung gelingen, die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu überwinden und ihr wohltätiges Wirken solange auszudehnen, als seiner benötigt wird. Auch im Berichtsjahr nahm die Verköstigung der Heilungsuchenden in der Hauptsache die Arbeit des Vereines in Anspruch. Wie umfassend diese Tätigkeit; ist, geht aus dem Bericht folgendermassen hervor:״ ״Wir haben im Läufe des Jahres ' ütb er 7000 Mittagessen teils gratis, teils für einen kleinen Beitrag von K: 2 an. hiesige und auswärtige Arme verabfolgt. . Unter anderem wurden 6 hiesige ■Arme ganzjährig kostenlos verpflegt, 122 Kurgäste aus 70 Gemeinden durch drei bis fünf Wochen gespeist, u. zw.' aus Alterndorf 1 Person, Beregsas 2. Bratislava 10 Pers., B. Gyarmat 1, Belgrad 1, Bartfeld l, Brünn 1, Badenye 1, Cecawic 2, tDulka 1, Debrecen 2, Dun. Streda 3, Dala 1, Galanta 2, Hoiiucov 4, Hust 4, Husinco 1, Hömorod 1, ipolysäg 1, Iskal 1, Jaslo 1, Kesmarkl, Kirchdorf 1, Kirälybelmec 1־ Karlsbad 1, Kirälyhäza 1, Krakau 2, KoSice 5, Kolofnea 2, Königgrätz 1, Komjat 1, Kobola 1, Kibloreka 1,• Kaposahy 2, Laposany .1, Munkacov 6, Magemjorf 4, Msnyöv 1, M.-Sziget 1, Mihalovce .1, Ntitra 5, Noväselice 1, Nikolsbürg 2, Novezämky 1, Öderberg 1, Oswiecim 2, Opsa 1, Ostravice 1, •Pläterin 1, Rim.-Szobota 1, R.-Palota 1, Prerau 1, Presov 3, Sat.-Ujhely 4, Svaljava 1, Szöllös 1, Sainbor 2, Strajna .1, Skole 1, Sarlo 1, Topolcäny 2, Trnava 1, Sniatyn 1, Secovce 1, Uzliorod 1, Usok 1, Ung.-Brod 1, Velke-Suräiiy 1, Väsärosnamöny 1 ׳, Visnitz 2, Wien 9 Personen, und viele ״Durchreisende,“ ״ Einnahmen luid Ausgaben balancieren im Berichts־ jahre mit tsch• K 3 6,09 0,9 2. Dabei ist erwähnenswert!1 dass für Speisemarken 11.451, als Mitgliedsbeiträge3736׳» aus Sammlungen 6380, aus Hochzeitssammlungen ■ lind Telegrammablösungen 3282, als Tempelspenden 4252 und als sonstige Spenden 5730 tsch. Kronen eingenommen v. /