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Jüdische Presse · 1925-06-05 · 23 (5.6.1925) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
23 (5.6.1925)
Date
1925-06-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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ORGAN FÜR DIE IBgTERESSEM DES ORTHODOXEM JUDENTUMS. t stibi'biio'thöt V.fcfc orcit' Redaktion n. Administration! Wien, «.,Leopoldspasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45*494־. Tachecho-SIowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-SIowakei ischech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: PostsparkassenamtWIen, Konto. Nr. 13.45B; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto *־׳ Nr, 190.409; für Ungarn; Postsparkassenamt Budapest, Konto ,־־.; Nr. 50.170; für Tschecho-SIowakei: Postsparkassenamt Prag, ־... Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. ’; 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Luzern VII. 1470; .,, - für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nt. 122.619 *״ ' Sir. 23 WiM-Bratisiav■, 5. Juni 1925 .תרפיה p'0 r כיה וינה־פרעססבות ff. Jahrg. Liquidation, Kolonisation und Konsumerfassung. Referat von Dr. Robert Weiss-Wien, gehalten auf. der Palästinakonferenz der Agudas Jisroel in Frankfurt a. M. (21. Schwat 56S5). Chronik den Woche■ Begrüssung Lord Plumers durch den Geschäftslührenden Ausschuss der Agudas .Jisroel. Der Geschäftsfüll* rende Ausschuss der Agudas Jisroel hat an den neuen Highkomniissionar Lord Plumer ein warm gehaltenes Begrüssungssclirejben gerichtet. Dr. Weizmann war über die Ernennung Lord Plumers zum Oberkommissär Palästinas vorher nicht unter-׳ ricntet gewesen. In einem Gespräch mit dem J. T.A.-Vertreter teilte Dr. Weizmann, der Präsident der zionistischen Weltorganisation, mit, er sei über den Plan der Ernennung des Feldmarschalls Lord Plumer zum Oberkommissär von Palästina nicht unterrichtet gewesen und habe von der vollzogenen Ernennung erst nach deren offiziellen Bekanntgabe durch die Presse Kenntnis erhalten. Dr. Ehrmann reist nach Erez Jisroel. Zur Durchführung des Besiedlungsprogrammes der Agudas Jisroel reist im Aufträge der!Frankfurter allweltlichen Palästina- Zentrale־ Dr. S. Ehrmann ־nach Erez Jisroel. Dr. ,Ehrmann verbrachte bereits vor der Kennessio ׳Gedaulo 1 mehrere Monate in Erez 'Jisr'0:e1 ■und leitete dort selbst die Vorarbeiten für die grosse agudistisohe Palästinabewegung. Er. hat von da an als einer der rührigsten Mitarbeiter ׳der Frankfurter Palästinazentrale stets an führender Stelle mit unermüdlicher Zähigkeit und grenzenloser Begeisterung für den ׳Aufbau des heiligen ׳Landes im Geiste der Thora mit gewirkt. Fertigstellung des Besiedlungsplanes tür den Aguda- Boden. Bei der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel ist ein ausführlicher Besiedlungsplan des Iksal-Bodens der Agudas Jisroel . eingetroffen. Der Plan ist von dem bekannten Agronomen, Herrn Dr.. Soskin (Tel-Awivy), nach genauer Prüfung des Iksal-Bodens entworfen und wird in nächster Zeit den Bodenkäufern vorgelegt werden. Der Plan basiert .aufden bekannten Grundlagen der Intensivierung der ־Bewirtschaftung, die Herr Dr. -Soskin bereits in einer Reihe von Publikationen begründete. Eröffnung der Knabenschule in Tei-Awiw. Am Lagbomer wurde die von der Palästina-Zentrale gegründete Knabenschule in Tei-Awiw feierlich eröffnet. Herr Herzberg gab im Namen des zeitweiligen Waad Chinuch einen kurzen Bericht, über die Entstehung der Talmud Thora. Der greise, in der rabbinischen Welt bekannte Rabbi Schoul aus Worischow sprach. seinen warmen Dank an die Agudas Jisroel aus, welche diese Gründung ermög* lichte. Namens der Palästina-Zentrale sprach Herr Joseliowsky, namens der polnischen Aguda Sionkewitz (Warschau), für die Poale Agudas Jisroel Herr Luria (Tei-Awiw). Als zukünftiger Leiter der Schule ergriff Herr B. Rabinowitz das Wort in begeisterter und begeisternder Ansprache über Wesen und Aufgabe der neuen Talmud Thora. Die Feier schloss mit einer gemütlichen Zusammen* kunft der zahlreichen Anwesenden. Griindungsversammlung der Poale Agudas Jisroei In Petach-Tlkwah. In Ausführung der Beschlüsse der palästinensischen Poale Agudas Jisroel Landesorganisation wurde am 24.!Ijar in Petach-Tikwah eine Ortsgruppe ,der Poale Agudas Jisroel gegründet. Die Landesorganisation war durch ihren Sekretär Breitstem vertreten. Die Zahl der Mitglieder ist ■sehr ansehnlich und es wurden mehrere Spezialkomitees gewählt. Uebernahme der sefardischen Talmud Thora In Jerusalem. In Jerusalem bestehen eine Anzahl sefardischer Talmud-Thoraschulen, die von!fünfhundert Schülern frequentiert werden. Es sind ■die Schulen der /Bucharen, Grusienen, Chaluben und Jemeniten, die unter dem Namen ״Bne Zion Schulen“ bekannt sind und bisher vom Central Relief subventioniert wurden. Gemäss den Beschlüssen der Agudas Jisroel in bezug auf ׳den Ausbau ׳des 'Schulwesens in Erez Jisroel hat diese sämtliche ״Bne Zion Schulen“ in ihren Konzern übernommen und trägt somit die Verantwortüng' für die geistige und wirtschaftliche Führung dieser Anstalten. 75 Prozent des künftigen Kostenaufwandes wird die Aguda decken. Zur Aufbringung der übrigen 25 Prozent durch Schu'lbeiträge der Schüler hat die -Agudas Jisroel einen besonderen Plan zur Erfassung des gesamten Materials ausgearbeitet. Joint spendet weitere 400.000 Rubel für jüdische Kolonisation. Die Leitung des Agro-Joint teilt mit, dass das -Joint Distribution Committee weitere 400.000 Rubel für das jüdische Kolonisationswerk in diesem Jahre zur Verfügung gestellt hat. Mit den bisher verwendeten 800.000 Rubel wird Joint insgesamt eine Summe von 1,200.000 Rubei in diesem Jahre dem jüdischen Kolonisationswerk in Russland zugefiilirt haben.. .; . II. Die Kolonisationsgesellschaft für gesetzestreue Juden. Ich will im nachstehenden versuchen, den Aufbau und die Geschäftszweige dieser ״Allgemeinen Kolonisar tionsgesellschaft für gesetzestreue Juden“ zu skizzieren.! Vorher noch eine Uebersicht über die Instrumente der! wirtschaftlichen Palästina-Kolonisation, soweit sie zur Einflussphäre der Agudas Jisroel gehören. Das zentrale Wir((- schäftsinstitut wird die Kolonisationsgesellschaft sein. Da sie aber ein ausschliesslich ervverbswirtschaftliches Unternehmen ist, ergibt sich die Notwendigkeit, für ökonomisch zweifelhafte oder von vornherein a fonds perdu gedachte“ Anlagen einen Fonds' bereit zuf halten, der bei der Ver:- waltung seiner Gelder nicht auf erwerbswirtschaftliche• Grundsätze festge'legt ist. Es wird z. B. aus Gründen der(!Sicherheit in irgend einer abgelegenen "Gegend eine Sied- (hing zu errichten sein. Kreditansuchen von Leuten, deren( materielle Bonität trotz moralischer Einwandfreiheit nicht allzu gross ist, sind zu erledigen. Bei der Notlage eines Grossteils der 'kleinbürgerlichen Einwanderer werden Gesuphe um Ermässigüng der Bodenpreise oder um Eni/eich.- terung der Zahlungsbedingungen häufig Vorkommen. Alle diese Fälle werden niemals von der KolonäsationsgeselLsChaft, die ja ein privates Wirtschäftsunternehmen ist, berücksichtigt werden können. Hiejrfür benötigen Sie einen Fonds,“ der überall eihg:reift,~;wÖ wirtschaftliche ErwäguiVgen allein nicht ausschlaggebend sind oder es sein dürfen., Sie haben bereits den . Ansatz zu einem solchen (Fonds, es ist der ״Keren Hajischuw“. So wje es verfelifj wäre, die Kol'onisatiansgesellschaft mit diesen an mehr, oder minder verhüllte Philantrophie grenzenden Aufgaben zu belasten, ebenso ist es wirtschaftlich nicht gerecht*- fertigt, wenn der Spendenfonds ״Keren Hajischuw“ ge,1schädliche Operationen wie Bodentransaktionen und Heim:- Stättenbauten usw. vornehmen würde. Die Kolonisations* gesellschaft ist — es kann nicht oft genug betont werd'en — ein privatwiirtschaftliches Unternehmen, sie hat also nicht1 gemeinnützigen Charakter, sondern muss aus ihren WirttV Schaftshandlungen Gewinne erzielen, die den Kapitaleigen־ tiimern zugute kommen. Der ״Keren Hajischuw“ dagegen;!ist ein Spendenfonds, an dem man sich nicht kapitalistisch* ,(,beteiligen“ kann, sondern für den nach Belieben bei(- gesteuert wird. Demgemäss wird er auch bei seiner Ausgabenregelung keinerlei erwerbswirtschaftlichen Einschränkungen unterliegen. Schliesslich wird sich noch die Gründüng eines dritten, im Wirtschaftsleben operierenden I11w fctiiitutes als notwendig erweisen: Zur Sicherung eines Grossteils des Absatzes der Produktion des gesetzestreuen׳' Jischuw ist eine Korisumorganisation erforderlich. Von ihF werde ich im letzten Teile mleines Referates zu sprechen haben/ Die ״Allgemeine Kolonisationsgesellschaft für gdsetzestreue Juden“ wäre als schweizerische oder hollän,־* flische Gesellschaft zu konstituieren. Der formale Sitz!' der Gesellschaft ist in Basel oder in Amsterdam; diese rein formalrechtliqhen Bestimmungen lassen selbstverständlich volle Freiheit für die Zusammensetzung des Arbeits.-i direktoriums und für den Sitz der Zentrale. Als erstes bar einzuzahlendes Gründungskapital dürften Lst, 10.000 genügen, da die Gesellschaft im ersten Jahre ihrer Tätig־׳ keit das eigene Kapital׳ grundsätzlich in keinem ihrer Gescjiäftszweige immobilisieren darf, sie wird sich auf reine. Vermittlungsgeschäfte zu beschränken haben. Die relativ geringe Höhe des bar einzuzahlenden Grfmdungskapitals schliiesst nicht aus, dass das Normalkapital von verhinein'. höher angesetzt wird. Aber die Lst. 10.000 müssen in :Sofort verfügbaren Werten der Gesellschaft zur Verfügung stehen,! bevor auch nur an die geringste Aufnahme des Ger :•/ sch'äftsverkehrs gedacht werden kann. Denn die Lst. lO.OOÖl; sind die allergeringste Summe, mit der — auch nur für'das! reine Kommissionsgeschäft — gerechnet werden muss} . Büreaus der Gesellschaft wären in Palästina, in FrahkfurÜ und in Warschau zu errichten, Vertretungen in Lodz, Kra*־; kau, Wilna, Wien und Triest. 1 Das erste Geschäftsgebiet der Gesellschaft, der Aus- •' gangspunkt zu allen anderen, ist die Ermöglichung 'eirieij verlässlichen Auskunfte'rtcilung über die wirtschaftlichem' ' Verhältnisse Erez Jisroels. Die Informationsabteilung detj Gesellschaft wird gena,ue, von wirklichen Fachmännernl durchgearbeitete Auskünfte und Kostenvoränschläge zu beschaffen haben. Es ist i’n dieser Beziehung trotz der L Bemühungen des Handelsdepartements der Regierung und ־ der Zionistischen Organisation noch eine sehr fühlbare ■ Lücke vorhanden. Die Auskünfte müssen so präzise und so wenig propagandistisch gefärbt sein, wie es beispielsJweise die Informationen einer europäischen Bank von Rängi > sind. Es wird gewiss nicht leicht sein, diese Auskünfte■ •zu bearbeiten und präzise zu beantworten. Aber die wirt- •'׳ schaftlichen Möglichkeiten sind für den Kolonisten, der! . Kapital, technisch-geschäftliche Erfahrung und eine grosse Portion Energie besitzt, nicht ungünstiger als anders wo J.« Der kleinbürgerliche Jude des Ostens verfällt leicht in; r ד Extreme; er ist entweder naiv und leichtgläubig oder von; , einem unausrottbaren Misstrauen erfüllt. Mit beiden Ten;- ' denzen wird die Informationsabteilung zu rechnen haben, . . sie wird sich von jeder Schönfärberei fern halten und!;/ dadurch beiden Typen der Kundschaft gerecht werden* können. Eine weitere Aufgabe der Informationsabteilung ist . es, die zur Einwanderung nach Palästina entschlossene«! Interessenten einige Monate vor der Uebersiedhtng au^ die wirtschaftlichen, sozialen, aber auch die geographi!־ * sehen und gesundheitlichen Landesverhältnisse in geeigneten Immigrantenkursen vorzubereiten, wobei insbesondere die Angehörigen eines Erwerbszw!eiges in jedem Orte, wo! es durchführbar ist, zu einer Fachgruppe zusammenzu»- schliessen wären. Diese Fachgruppe könnte dann in zwei bis drei Monaten durch einen Reise-Instruktor auch ir/ technischer Hinsicht weitergebildet werden, denn die, technologischen Arbeitsverhältnisse sind in manchen Pro-; dukiionszweigen in Palästina ganz anders gestaltet als , in Europa. Wer in den Galuthländern ein klein wenig( ״Fachmann“ in irgendeinem Berufszweige ist, wird noch!; lange nicht genügende Kenntnisse für das Leben im Orient( im allgemeinen und für die harten Anforderungen der! ־ Wirtschaft eines jungen Koloniallandes im besonderen1 besitzen. Auch die Herausgabe geeigneter Informations־ broschüren, speziell für die einzelnen Zweige des Handwerks und des Handels wäre in Arbeit zu nehmen. Es( ist klär, dass sowohl die Informationsabteilung wie die! Abhaltung von technischen Instruktionskurse 11 nicht unentgeltlich wird erfolgen können. Dadurch wird im vor־' hinein eine Siebung des Parteienverkehrs nach wirklich! ernsthaften Interessenten erreicht. . Ein anderes Geschäftsgebiet wird die Immigratioiis!־ und Reiseabteilung zu bearbeiten haben. Die Pass- und . ׳ Visabeschaffung, sowie die Erteilung verlässlicher Infoif- mationen über die kürzeste Reiseroute, die Besorgung deq Eisenbahn- und. Schiffskarten macht heute den Aüswande.rern und Touristen die grösste Sorge und Schwierig;- ketten, wenn sie den kleinbürgerlichen, gesetzestreueijj .. Volksschichten augehören. Die zionistischen Palästina- kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQÜECLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des , M KÄRNfNiRHlNO Nr^ 6 fcÄ״T״״״MT5i׳B31^״:! aufzusuchen! Lleferf 8e|tmehra!aandertha|b Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller.LänderPerUcken/SpezIallst in \Brautscbeltöin. Die Herst‘e1lMng.oln!?r Jedetvelnzelnen Perück# erfolgt aus GARANTIERT DAUERGEWELLTEM NATURHAAR, lndlviduel! demGesIcht© ahgepasst> EN gTRQS. Gr^ssea Lager reichhaltigste Aüawahljn Perüpl0!n|1^pderhste^FTlsurent EN PETAIL..; L . ׳; Verlangen Sie die kostenlose Zusendung meines neu efschlenenen Kätalogesl ger Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen OTHMAR und die Adresse genau beachten! *lUj

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