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Jüdische Presse · 1925-07-31 · 31 (31.7.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
31 (31.7.1925)
Date
1925-07-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopoldsgasse 26j 1. Stiege» 1. Stock. —. Tel. 45-4-94. T8checho־Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für’Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K .120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; lür Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 31 Wien-Bpatisiaw■, 31. Juli 1925 ב*ה וינה־&וץמ&בוךג י, אב תיס״ד״ II. Jahpg, Chronik der Woche■ Empfang des Agudapräsldiums durch Lord Pltimer. London. (A, J. Pr-B.) Der Oberkommissär Lord P.lumer hat da׳s Präsidium der Agudas Jisro el-Welt- Organisation zwecks einer Aussprache für ׳Montag den 27. Juli zu sich geladen. D׳r.!Pinchas Kohn ist Donnerstag den 23, Juli zwecks Teilnahme ••am ׳Empfang von Wien ' nacli London abgereist. . Fortsetzung der Verhandlungen mit der Aguda. London; (J. T. ■A.) Die •dritte und vierte Sitzung des Grossen Aktions-Comitees war der allgemeinen politischen Aussprache ■gewidmet. Da׳s Problem der!Erweiterung der Jewish Agency sowie die Verhandlungen mit der Agud.a, über das palästinensische iGemeindegesetz nahmen einen grossen Raum in der Diskussion ©in. In der- . selben «Sitzung!wurde noch die folgende Resolution angenommen: Das Aktions-Comitee beauftragt die Exekutive, die Verhandlungen mit der ׳Organisation Agudas Jisroel fortzusetzen auf der!Grundlage, dass •die nationale!Einheit der!jüdischen Gemeinschaft in Palästina •unangetastet :bleibt. Beratung der Konferenzgemeinschaft radikaler Zionisten in Berlin. Berlin. (J. T. A.). Am 23. und 24.' Juli5!192 •׳ fand in!Berlin •eine Besprechung der ׳Konferenzgemeinsohuift radikaler Zionisten statt. Aus •der Diskussion •ergab sich die einmütige Ansicht, •dass die Erklärung der, Exekutive ln der Frage!der!Erweiterung der Jewish Agency, insbesondere ■ihr Verzicht auf ׳die Notifizierüng •und •die definitive!Gestaltung ׳der Jewish Agency, das . deutliche Symptom .des Fiaskos der gegenwärtigen Agencypölitiik darste-Llt' ,und!in ihr die ׳Unmöglichkeit ׳der Verwirklichung des bisher propagierten-Projektes klar zutage tritt. Die Konferenz war der Ansicht, dass der Kampf mit aller Kraft fortgeführt werden muss, um der Agencypolitik in •ihrer jetzigen Form' ein Ende zu her bewah<re$,?. dass sie nicht •weiterhin '־.־ durch diese ^Ja^d:״ hach;1eßiein VMäfitönr •^$9irg-anf5äert_.1und zerrüttet 'we-rde. . '׳• Ein Prosabbat-Meeting in Jerusälem. J er us a le m. (׳A. J. 1P. ß.) Die sich ■mit :'jeder' Woche in erschreckender W.eise.werm«1Krenden;.1S»bbatenj^h'uno;en' sahen; den Anlass izu einer •kürzlich in Jerusalem in den Räumen der Jeschiiwah Mea Soheamim veranstalteten Massenkundgebung, der Orthodoxie für die iHeilighaltutlg des Sabbat. Nach!Eröffnung der Versammlung durch Oiberrabbiner Chaim Sonnenfe'ld sprachen Oberrabbiner Kuk, Abramowitsch, Katzen©llen׳b0׳gen und andere.!,■ Sir Herbert Samuel beim rumänischen König. ,Wien. (J. T. A.) Der früher Oberkommissär von Palästinä ,Sir ’Herbert Sämüel wurdö. vor einigen Tagen vom König Ferdinand von Rumänien ׳auf ׳Schloss Sinaia empfangen. Am >26. Juli traf Sir •Herbert Samuel in Wieg ein. Von!hier, ■begibt er sich ׳zu ■einem .sechswöchentlichen Aufenthalt nach dem österreichischen Tirol. Von dort ward er weiter nach London reisen. Die Kalenderreform vor dem Völkerbund. Genf. (J. T. A.) Die Vö!lk׳erbundkommissio*n ׳für Internationalen Verkehr ■und Transit begann ׳am 24. Juli ihre achte Session. In der ersten Sitzung wurde' über die geplante Kalenderreform beraten. Es lag ein, Bericht der Kalenderreformkammission vor, in welchem auf Grund der im Februar dieses Jahres gepflogenen Verhandlungen mit den Vertretern der verschiedenen Bekenntnisse festgestellt wurde, dass sich die jüdischen Vertreter ausnahmslos gegen die Institution der ״Weissen Tage“ aussprachen, weil, durch die Schaffung ,einer Sechs-Tagewoche der Sabbattag der Juden labil.!werden und jedesmal auf einen anderen Tag fällen würde. Dadurch würde den religiösen Juden die ׳Sabbatbeobachtung erschwert. ' ' Der allgemeine Kongress für Kinderschutz in Genf. Wien. (1A. J. P.!B.)!Die Agudas Jisroel hat zu. dem m Genf tagenden Kongress für Kinderschutz folgende Herren mit der Delegierung betraut: Wolf Pappenheim, Vizekansul Sälly Guggenheim und Dr.'med. Weil'l Co'lmar.' i Eröffnung des Beth-Jakob-Lehrerinnen-Fortblldungskurses. Kraka u. ׳(!A. J. ׳P. ß.)!Sonntag den 5. Aw fand in Noiwy Targ die feierliche Eröffnung des Le׳hrer׳innen-Fortbildungskurses statt. An . dem Kurse nehmen 40 Lehrerinnen teil,. Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden von Senato׳r Deutscher •und Dr. Leo Deutschländcr eingeleitet. Eröffnung der dritten Talmud Thora des deutschen Keren Hathora. Hamburg. (>J. T. A.) Vor kurzem wurde in Ge'lsenikirchen in der Synagoge der Adas Jisroel die Talmud Thora des Keren Bathora — die dritte Gründung dieser Art in jüngster!Zeit ׳— feierlichst •er־ öffnet. Ansprachen hielten der Vorsitzende •des Keren Hathora in Gelsenkirchen. Herr Dr. Max Meyer, der Vertreter des Landesdirektoriums des!Keren Hathora in Deutschland, Rabbiner Dr. Lichtig (Hamburg), , Herr Rabbiner Dr. Weiss (!Gelsenkirchen) und Lehrer 1. B. Kaufmann. .־■ Exminister Vazsonyi: für religiöse Orientierung. ׳Budapest. (1A. J. P. B.) Exminister Dr. •Wilhelm •Vazsonyi, Führer der bürgerlich-dem0kratischen Partei in Ungarn, äusserte sich anlässlich ■der ׳beginnenden Propagierung intensiver religiöser Ausbildung unter den ׳religiös-liberalen Juden über •den Wert und ■den Geist der ׳jüdischen ׳Orthodoxie überaus lobend und betonte, das ■jüdisch-religiöse Wissen sei ׳so wichtig, dass ,er selbst sich gerne auf die Schulbank setzen würde, •um den ׳Geist zu ׳empfangen, der etwa •die deutsche Orthodoxie ■beherrscht, wo europäische Bildung mit jüdischer Frömmigkeit .harmoni'sch vereint ist. Die Aeu'sseirung verdient deshalb ibesondere ׳Beachtung, weil sie ein Symptom •der neuesten Tendenzen unter •den liberalen Juden Ungarns beinhaltet. Jusifcizminister Vazsonyi jwar seit', Jahrzehnten Führer der ungarischen Assimilation. ׳ ' Eine grosse Strassenidemonstratlon für Sabbat- Heiligung ln Lemberg. L/w 0 w.\:(1Ä. J. 1P. ß.) Vergangenen. Sabbat veranstalteten die orthodoxen Juden Lembergs eine grandiose Demonstration mit Strassenumzügen gegen den um sich .greifenden Ghllul Schabbös. Die Kundgebung machte bei der gesamten .Bevölkerung nachhaltigen Ein- •druck. Tags darauf fand : im ׳vorstädtischen iBeth-Hamidrasch ■ein grosses ProschabböS-Meeting' statt. Unter überaus grosser!Beteiligung ׳sprachen die Agudisten .Misesch,. Rabbiner Leiter und Zwick. 16 neue Kollektivsiedlungen im Kreis Cherson. Riga. (J. T. A.) In den,lezfen:Wochen sind im Kreis Ch'ersoin .16 ' neue .!jüdische landwirtschaftliche Berufsgenossenischaften aus dem Westen und;Norden eingetraffen. 1•׳Es,: wurde ihnen •sofort der für sie bestimmte Boden zur (Bearbeitung ■zugewiesen. ׳ ־ .., . Ausweisungsgefahr, für•Judeii in Posen. Warschau» (A. J: R'- B.y■ Der-orthodoxe‘־ Sejmklub hat-von -zahl- , reichen führenden ׳ Persönlichkeiten Posens . dringende Bitt-• Schriften . erhalten,: die ׳־ drohende5 ׳ Gefahr der Aus-I Weisung von Juden,die; früher fürv Deutschland optiert haben, zu verhindern!. Der Sejmklub hat sofort diesbe- .zügliche Schritte eingeleitetjl ׳: f Luden Wolfs Bericht .über das polnfsch-Jüdlsche Abkommen. London. (J. T. A.) in der Sitzung“ dei Änglo Jewish Association vom 5. Juli erstattete Mr. L'ueien Wolf im Namen des Joint Foreign Committee Bericht über das Abkommen!zwischen der polnischen Regierung, und der jüdischen ’ parlamentarischen ׳Vertretung in ■!Polen. - Er sprach sich sehr optimistisch über das Abkommen aus, welches, die Aussicht'öröffnet, •dass die schwer leidende jüdische Gemeinsöhaft‘ in "Polen endlich ein besseres und friedliches Leben als vollberechtigte.!Bürger der •׳polnischen Republik wird führen ,können. Diese Hoffnung wird in einem Briefe des polnischen Aussenministers Skrzynskii an ihn, Lucien Wolf, :geteilt,;und auch; der Gesandte,.Polens in London sprach sich sehr hoffnungsvoll über die Auswir* kungen des Abkommens aus. Herr Lu eien׳ Wolf führte weiter aus, er möchte davor warnen, :allzuschnelle Resul-• täte sehen zu wollen• Man muss der Entwicklung ihre Zeit lassen: Das jüdische Problem in Polen!ist nicht so sehr politisch wie psychologisch bestimmt. 22 Jahre lang, oder noch länger, •litt •das ganze Land, unter einem Regime ■von Irrtümern und Verbrechen. In keinem Lande der Welt war die antisemitische Propaganda so glänzend organisiert, wie in Polen. Es muss erst allmählich eine •Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens geschaffen werden. Die polnische Verfassung ist liberal, allein der polnische Antisemitismus war stärker als das geschriebene Gesetz und drängte die Juden in eine Lage, wie man sie sich nicht schlimmer denken könne. Die Einsichtigen in beiden Lagern• sahen schon lange ein, dass ■diese Lage vor allem dem polnischen Staat Schaden bringt. Die polnische Regierung tat die ersten Schritte : zur Verständigung,, ,das muss anerkannt werden. Es ist!zu hoffen, dass die «Extremisten auf beiden Seiten das von den gemässigten Männern geschaffene Abkommen nicht durchkreuzen werden. 'Herr Luden Wolt 'zollte dem polnischen Ministerpräsidenten Grabski und den staatsmännischen Fähigkeiten Dr. Reichs - und Dr. .Thons volles Lob. Er drückte die Hoffnung aus, dass das Abkommen nicht allein der Judenheit Polens, sondern auch der Judenheit in den anderen Ländern Osteuropas!zugute kommen wird. Mr;. d’Avigdor Goldsmid würdigte in wen!-! gen Worten die Verdienste Mr. Luden Wolfs um die Lösung des ־ ausserordentlich; schweren Problems der polnisch-jüdischen Einigung. Das Joint Foreign .Committee beglückwünschte sich, dass sein Vertreter durch Klugheit und Takt viel zu dieser Lösung beigetragen• hat. Zu שבת נחמו Namenlose ׳Sehnsucht, Heimweh, ׳brennendes Heimweh erfüllte den Führer des Volkes: ״Nur .sehen möchte ich,• sehen das Grab meiner Ahnen, sehen all das Gute und Schöne im heiligen Lande", wollte sehen, ,wfs sein Volk in treuer Pflichterfüllung jung blieb und sich •in. Treue',bewährte. . Du;sollst es sehen, sprach der Allmächtige, ziehe!hinauf zur -Pisgohspitze, da will ach deine Augeii öffnen und du :wirst!Herrliches schauen. Da begann er zu träumen, süssen, heiligen Traum. Er spann ihn fort bis zur Todesstunde. Sein •Sehnen war erfüllt. Er sah ׳in der Menschen einzelnen Geschlechter die!Ewigkeit der göttlichen Liebe, des g-tllichen Wirkens in sterblicher Menschheit. Ein Jahrtausend fast später und wieder stand ein Prophet a׳m Grabe. Jesais am!Grabe seiner Ideale. Er sah sein Volk zerfallen, schaute es prophetischen Geistes aus der Heimat vertrieben, . wurzellos, entrechtet, entartet. Sah Jerusalem verödet und wie eine ungaichiiche Mutter nach den fernen, untreuen Kindern ׳sich־ sehnen, nach einem Gruss. von ihnen. ׳ Aber weisst du denn nicht, wie man eine solche unglückliche Mutter tröstet? Tritt zu Ihr und flüstere ihr ins!Ohr: Du bist!ja gar nicht allein, lasse ׳dir ein Geheimnis sagen; deines Kindes (Herz ist •dir ja!treu «geblieben, allerdings krank ist es, , •schiwer krank, aber weisst du, woran, an Sehnsucht nach dir—־ — —. Und, siehe da, ein Wunder geschieht. ■Sie spotten des Raumes, die sehnende Mutter und die sehnenden!Kinder, sie haben sich gefunden, sie ,spotten der träge und langsam"för«tsohreitenden!Zeit, und noch; so weit getrennt* sind sie beieinander, sie umarmen sich; und tauschen den ־־ heiligen Kus's des ׳Wiedersehens,׳ ־und sie hören, . ja, sie hören, wie G-tt. sagen ■wird: Tröstet! . Da deckt sich die Wüste mit :lachendem 1Gr׳ün, da blühet die Steppe. Und die Glücklichen, die sich' gefunden, sie ,plaudern. i: . ' .:;; , :; : . .; ״Ach, Mutter, zwischen uns war ■so ein tiefes,, ab- •gründtiefes Tal, eine grause Schlucht, doch als mich das mächtige Sehnen ergriff, Mutter, Mutter, ■da . war die Schlucht verschwunden und über ebenem!Boden eilte mein Fuss und nun bin ich bei dir." . .•׳ •■'־ ״Ach, mein Kind, zwischen uns 'war . ein hoher, himmelanstrebender, unwegsamer •Berg, doch“'־als ich weinte im •zehrenden Sehnen und träumte, ach,־ mein Kind, da war der Berg geschwunden und!nun, nun bist du bei ■uns." Tal und Berg, so glaubst du, jüdisches ׳Kind, trennen dich von •deinem!Gott, Tal des Sterbens und Berg der •Leidenschaff. ,Ach-nein, wenn du dich nach ihm sehnst, ■dann!ist er bei dir ,u׳nd du bei׳ ihm. Aber Mut ׳musst du haben •und den ■Willen zum Wiederfinden; den־ Städten Judas, deren sich jede ihre eigene G-ttheit, ihre eigene Religion geformt hatte, musst du. nahen und sagen: Suchet nicht ׳fernab vom Wege •des Heiles, suchet nicht, denn ihr habt schon gefunden. ־ הנה אלקיבם p. k. Tagung orthodoxer Verbände in Deutschland. O. Während der erste Teil der Verhandlung der Frage der Lehrerausbildung galt, wurde, am Montag־ Vormittag über die grössere Annäherung der selbständigen gesinijungsgenössischen Organisationen!zur gemeinsamen Arbcjt verhandelt. Das Bedauern über eine gewisse Hypertrophiean Organisationen und Vereinen im Lager der Orthodoxie,, die letzten •Endes alle die gleichen öder doch « ähnlichen praktischen Ziele verfolgen, sind in den letzten Jahren auf fast jeder Tagung ■der gesinnungsgenössischen, Verbände vorgebracht worden und die Erkenntnis ist. allgemein, dass eine an sich unnötige Verschwendung von Kräften durch dieses Nebeneinander vorhanden sei; Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internatiön•!• KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. 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