Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 20 (22.5.1925)
- Date
- 1925-05-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 4594־4־!. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K*120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen ffir Oesterreich! Postsparkassenamtwien,.Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag, ׳ Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.־Amt Agram, Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Luzern VII. 1470; ־ für Deutschland: Postscheckkonto- Berlin Nr. 122.619 Hr. 20 Wien-Bratislava, 22. Mai 1925 .כ״ה וינה־םרעססבורנ כ*ח אייו תיפ׳ה II. Jahrg. Chronik der Woche■ Neubesetzung des Obersekretärpostens In Palästina. Colonel Syines der Nachfolger Sir Gilbert Claytons. London. (J. T. A.) Der Gouverneur des palästinensischen Norddistrikts Licut. Colonel G. S. Syrnes ist zum Ober- Sekretär der Palästina-Regierung als Nachfolger des vor kurzem zurückgetretenen Brig.-General Sir Gilbert Clayton ernannt worden. Der Obersekretär ist nach dein High Commisioner der rangälteste Beamte des Landes. In administrativen Angelegenheiten ist er der erste Ratgeber des Oberkommissars und vertritt denselben während dessen' Abwesenheit. von Palästina. Die Amtszeit des gegenwärtigen Oberkommissars Sir Herbert Samuel geht bekanntlich Ende Juni d. J. zu Ende. Die Ernennung seines Nachfolgers wird demnächst vom Kolonialamte bekanntgegeben werden. Waad leunti entsendet keinen Vertreter zum 14. Zionistenkongress. Jerusalem. (J. T. aA.) [Der Natjonalrat der palästinensischen Juden (Waad leumi), hat den Vorschlag Dr. Weizmanns, einen Vertreter zum 14. Ziohistenkongress, der in der zweiten Augusthälftc in Wien stattfindet, zu entsenden, abgclehnt. Der Vorschlag Doktor Weizmanns ging dahin, dass der Vertreter des Waad.leumi auf dem 14. Zionistenkongress den Standpunkt' seiner Körperschaft in der Frage der jüdischen Gemeindeofdming in Palästina im Zusammenhang mit den von Dr. Weizmann lind anderen zionistischen Repräsentanten mit Vertreten! der Agudas Jisroel in London geführten Verbandluhgen vertreten solle. Der Waad leumi stellte sich aber auf den Standpunkt, dass die Frage der palästinensischen jüdischen Gemeindeordnung eine innere Angelegenheit der palästinensischen Judenbcit ist und nur in Palästina ausgetragen werden muss. Der Moschitzer Rebbe auf der Fahrt nach Erez Jisroel. Wie 11. (A. J. P: B.) (Der Moschitzer Rebbe ־ hielt siel! vergangene־ Woche mit'einer Anzahl ihn begleitender!Vi^nhängerVaüf״SÖiihdr^Df1rchfeiseiVr1achr?äEfez¥distoehüff־״Wien^’' . aut. Der Präsident des geschäftsführenden Ausschusses der Agudas ■Jisroel Rabbiner Dr. Pinchas Kolm empfing den ׳ehrwürdigen ׳Gast in den Räumen des Zentralbureaus unid . stattete ihm-noch am selben Tage einen Gegenbesuch ab. Ein Aguda-Bureau in Tel-Awiw. Das Erstarken der agudist.i1s'clien'Eiuw׳a1!der11ng in Tel-Awiw hat die Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel veranlasst, in einer der verkehr.§.reichsten Strassen in. Tel-Awiw ein Aguda-Bureau zu errichten; Die Eröffnung findet anfangs Djar statt. Die Knabenschule der Aguda in Tel-Aviv. Tel- Aviv. (A. J; P. B.) Ausser den Räumen fäir'das ׳Bureau der ׳Agudas Jisroel in Tel-Aviv sind nunmehr auch Räume für eine •Knabenschule .von ,seiten der Palästinazentrale der Agudas Jisroel gemietet worden; die •Leitung der Schule hat Herr S. Rabinö/witz . übernommen. Die Palästinadelegation des ״Habaunej“ Warscau und die Wiener Agudazentrale. W i en. (A. J. P. B.) Die Ge- Seilschaft ״Habaunej“ beabsichtigt in Erez Jisroel eine Kolonie mit vorläufig 5000 Dunam!Boden zu errichten. Sie amfasst zirka 100 iwahlhabenäe Familien, die sich dortselbs! 11'ieddrlassen woilenj, um' teils landwirtschaftlich, teils kommerziell tätig zu sein. •Eine Abordnung, bestehend aus den ׳Herren... Kultusrat Jakob Taub, 'Sohn des Moschitzer Rebben, Abraham Nathan Hoc.hglauber, Simche Luchsenburg und. iMendl Salzfass hat sich'nach ׳Wien begeben, um der Agudazentrale ihre Pläne vorzulegen. Von da aus reisten sie nach Erez Jisroel. Die Delegation hat sich Freitag, den 8.!Mai in Triest eingeschifft, wo sie mit dem Leiter der .Wirtschaftsabteilung der österreichischen Palästinazentrale, Herrn Abraham Josef Hornstein,“ zusatnmentrai. ' . ' Feierliche Abreise von 500 Aulim nach Erez Jisroel. Warschau. (A. J. P. 13.) Am 2. Ijar reisten 500 Alllira nach• Erez Jisroel ab und man schätzt die Anzahl der zu ihrem Abschied am Bahnhöfe erschienenen Juden auf über zehntausend.. Es herrschte eine feierliche Stimmung. Gründung einer Krakauer Kolonisationsgesellschaft. Krakow. (A. J. P. B.) Vor einigen Wochen wurde von kapitalskräitigen Agudisten in Krakaai eine Gesellschaft gegründet, die in Erez Jisroel eine Kolonie errichten wird. Die Herren C!h. Bliihbaum und Benzion Grossfeld wurden nach Erez Jisroel delegiert, uin einen grösseren ׳Bodenkauf zu tätigen. Interessant ist, dass selbst der radikale Zionist IDr. Thon am 9. Mai im Rahmen eines Vortrages die quantitativ und qualitativ beispiellos dastehende, grossartige Aufbaiitätigkeit der Orthodoxie rühmte. Legalisierung des Meir bal Haness-Fonds in Polen. Warschau. (A. J. P. B.) Die 'jüdische 'Bevölkerung Polens hat mit grosser Zufriedenheit zur Kenntnis geliommen, dass Senator Deutscher die Legalisierung des Meir bal Haness-Fonds durchgeführt hat. Sie verspricht sich dadurch erhöhte finanzielle Erfolge für den polnischen Kolel. Araber stören die Aufnahme für einen jüdischen Film. Die Markus-Film,gesellschaft, die ein Ensemble nach Palästina entsandt hat, um dort einen Film ״Jaacobs Brunnen“ nach der Novelle von Pierre Benoit herzustellen, teilt mit. dass die Filmung infolge der Feindseligkeil arabischer Stämme, die glaubten, es werde ein zionistischer Propagandafiim hergesteilt, unterbrochen werden musste. Konstituierung einer Aktivistengruppe in Wien. Die österreichische Gruppe der Zionisten-Revisionisten ,(Jabotynski-Gruppe) hta sich konstituiert und in die Leitung die Herren Dr. Norbert Hoffmann und •Ing. Sobelsohn u. a. m. gewählt. Die Aktivitas der jüdisch-akademischen Veribindüngen ״Unitas“, ״Zephira“, ״Barissia“, ״Hyrkania“ und ״Esra“ haben das Programm der Zionisten-Revisionisten angenommen. - Eine Jeschiwoh in Buenos Aires. Buenos Aires. (A. J. P. ׳B.) Hier wurde eine Jcsohiwoh gegründet, die bereits über eine ansehnliche Anzahl von Zöglingen verfügt. Die Pro-Sabbat-Kampagne in Amerika. Ne w Vor k. (A. J. P. B.) Die Anwesenheit des Enkels von Rabbi .Samson Raphael Hirsch, Rabbiner Levi aus London, der seit Jahresfrist an der Ühew-Zdek-Synagoge als Assessor wirkt, macht sich ׳bereits in der Oeffentlichkeit rühmlich bemerkbar. Er leitet derzeit eine grosszügige Kampagne, um unter den amerikanischen Juden die Heiligkeit des Sabbats neu zu beleben, bezw. zu befestigen. Zahlreiche Massenversammlungen verbreiten diese Idee mit gutem Erfolge und ein rühriges Komitee von 150 Mitgliedern arbeitet begeistert und begeisternd für die Verwirklichung des Sabbatideals. Am 22. April fand in der Ohew-Zedek- Synagoge eine von zweitausend. Juden besuchte Versammlung statt, in der Rabbiner Levidas!Hauptreferat hielt. Am ,..2.5..,A4>rJL-Wui;dxtenr־ij1_.^lBer;^f^nej1massfin1«eysamn11tmg,.b.e-■-.. schlossen, mir in ״ sabbatliältenden' Geschäften einzukaufen und intensive Werbearbeit: zu leisten. In der Gemeinde ״Ansche-Polen“ fand am gleichen. Tage eine stark besuchte ״Volksversammlung statt, in der auch Rabbiner Dr. Draciimann sprach. . ■ Jubiläumsfeier aus Anlass des 35jährigen Amtsjubiläums des Rabbi Dr. Klein. N e w Y 0 r k. (A. J. P. B.) Die grosse ungarische orthodoxe Gemeinde Ohew-Zedek veranstaltete anlässlich des 35jährigen Amtsjubiläums ihres Ober.rabbiners Dr. Philipp Klein eine Jubiläumsfeier. Wiewohl Dr. Klein jederlei persönliche Ehrung aus seiner bekannten Bescheidenheit entschieden ableimte. ,gestaltete sich diese Veranstaltung zu einem •ganz ausserordentlich schönen!Fest. Es versammelten sich in der Synagoge Sonntag nachmittags über zweitausend Juden. Üeber Wunsch Dr; Rabbi Kleins wurde ein Fonds fiir' die ungarischslowakischen Jeschiwaus, •deren Not, sehr gross ist, gegründet. Eine sinnvolle Ehrung des Czortkower Rebben. Lublin. (A. J. P. 6.) Aus Anlass des am 10. Ijar stattgefundenen 70. Geburtstagsfestes des Czortkower Rebben beschloss das Bailkomitee der Lubliner W׳eltjeschiwoh, ein ׳den Namen des ׳ Grossrabbi von Czortkow tragendes Zimmer im Wohntrakte zu errichten, das fiir 10 Zöglinge Raum gibt. Es wurden fünfhundert Anteilscheine zu fünf •Dollar zur Deckung •der־ Einrichtungskosten herausgegeben, die zum grossen Teile bereits vergriffen sind, da aus allen Erdteilen, besonders von Czortkower Chassidim, reges Interesse für diese gediegene Art der Ehrung ׳des■grossen Führers in Israel bekundet wind. Jubiläumswerke zu Ehren Dr. Nathan Birnbaums. Warschau. (A. J. P. B.) Der Verlag ״Jeschurum“, Warschau, Milna 5, hat aus Anlass des sechzigsten Geburtstages des grossen Philosophen und agudistischen Volksführers Dr. Nathan Birnbaum ein Jubiläiimswerk in jiddischer Sprache herausgegeben. Das zweihundert Seiten umfassende prächtige Buch enthält wertvolle ׳Beiträge von hervorragenden jüdischen Schriftstellern, —.Frau kf 11 r t a. M. (A. J. P. B.) Die Hermon-Verlagsgesellschaft, Frankfurt a. M., hat ein Sammelbuch zu Ehren Dr. Nathan Birnbaums ״Vom Sinn des Judentums“ herausgegeben. Es umfasst dreihundert Seiten mit interessanten Beiträgen bekannter Schriftsteller. Neue Werke des Cholez Chaim im Druck. Warschau. (A. J. P. B.)!Der Chofez Ghaim ist am 13. Ijar in Warschau angekommen, wo er mit grosser Begeisterung empfangen wurde. Er hatte hier Verhandlungen wegen mehrerer in!Druck zu legender Werke zu pflegen. Von hier begab sich der grosse Rabbi nach Lodz. Ungesunde Politik. Die Probleme der Judenheit werden immer verwickeiter. Man kann heute schon ־ historisch ' feststellen, dass diese Verwicklungen in der Hauptsache zum grossen Teil ihren Grund darin haben, ■dass-sich in einzelnen Belangen nichtlegitimierte Vertreter einmischen und so manche an und für sich schon sehr verwickelte' Dinge noch mehr komplizieren. Es ist sattsam in Erinnerung, wie sich seinerzeit in, Paris eine von keiner Seite gewählte, •von .׳keiner Seite ernannte delegatiön des juifs aufgetan hat, um fast iiber-f all, wo sie auftrat, Unheil anzurichten. Sie war es," die einen öden nationalistischen Chauvinismus erzeugt; hat und es ist sehr bedauernswert, dass fast keine autoritative jüdische Stelle diesem Unfug rechtzeitig ein Ende gemacht hat. Desgleichen fragen wir: Wer hat die " Anglo Jewish Association ermächtigt, wegen der Verhältnisse an der Universität .zu Wien Schritte zu tun? Wir stehen mach wie vor auf dem Standpunkt und halten es für nötig, ,das immer und immer wieder zu betonen, dass die Juden in jedem Lände ihre Rechte und Lebensnotwerdigkeiteh durch ihr Wohmland. selbst zu erhalten oder zu erringen haben. Es bleibt den Juden in jedem Lande Vorbehalten! das Ausmass dieser Rechte und die Methode des Ringens um diese Rechte autonom zu bestimmen. Man könnte ferner einmal über die Frage nachdenken: Warum fällt .es. der Anglo Jewish Association beispielsweise nicht ein, wegen der •Judenverfolgung irr Oran sich au den Völkerbund zu; wenden oder etwa' denselben;״.tSiphritt״ nr;iup.^wege|1,.d^,,in4,״ec;,!KmKlux-Clan.3 i^endenL öefarir? Es'darf unter keinen .Umständen, eine soiche.-Verr kennung geschichtlicher. Tatsachen Platz greifen, welche die -durch den- Weltkrieg erzeugte Verschiebung der politisehen Machtverhaltnisse als Basis zur Aufnahme oder Unterlassung der Verteidigung von Rechten macht. "Es darf in den kleineren . nengebildeten Staaten nicht der Glaube geweckt werden, als ob man nur mit ihnen das Experiment wage,־ während man vor der Macht ' dei: grossen Staaten zuriickschreckt. Das war hie der Weg der Juden, solange sie; im Namen des Allmächtigen und für sein Gesetz sprachen. A ״ :- - Freilich mag es bei dieser Grundeinstellung Kopfschütteln erregen, wenn, die polnische Regierung den Vorschlag' gemacht hätte, dass ein Vertreterder AhglQ Jewish!Association zwischen den Wünschen der Judenin Polen und- •den Anschauungenderpolnischem Regierung vermitteln soll. Wir begriissen es, dass führende Juden in Polen dieses Angebot abgefeimt;haben, denn wir sind überzeugt, dass auch die Juden in Polen durch kluge, ziel1: bewusste Verhandlung mit den Faktoren ihres Landes den Ausweg aus den derzeitig furchtbaren Verhältnissen finden werden. Vindöbonensis. Parteidisziplin und Zeitgeist. Von Moritz Spitzer, Wien.; - Partei! Wie vielten hat dieses Worb sich in die Seele eingenistet und ist ihnen zum Leitstern geworden fürs ganze Leben. Das 20. Jahrhundert könnten wir auch als Zeitalter der Parteien bezeichnen. Was heisst Partei? Das Sich!- zusammenfinden Menschen gleicher Weltanschauungen und gleicher Ideale, die durch eifrige Propaganda und Presse in Wort und Schrift die Verwirklichung ihres Parteiprqgrammes an'streben, um es zum Gem'eingut aller zu machen. Es ist eine bemerkenswerte, meiner' Ansicht nach viel zu wenig beachtete Tatsache, dass Disziplin dem Partei'leben kernfeste Dauer und unbezwingliche Stärkei verleiht, zur günstigen Entwicklung und Fortbestand den Partei zum unentbehrlichen Faktor geworden. Was ist Disziplin? Das Höherstellen des Partei,־ interesses über das eigene, indem es den Mitglieder«! Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE; und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN db OTHMAR SCHIFF, WIEN, I., IGKRNTNERRING Nr. 6 1 aufzusuchen I Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist In Brautscheiteln. 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