Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 19 (15.5.1925)
- Date
- 1925-05-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b. b. ppp •j^ivoroitfttDtbibUothpt ר ';ץ C, U * X*JL. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration« Wien, II.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. T8checho־Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; f&r Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn« Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag, . Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko.N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Luzern VII. 1470; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Hf. 19 Wien-Bratislava, 15. Hai 1925 .ביה ויענה־פרעסםבורג כיא אייר תרפיה II. Jahrg. Chronik der Woche. Die Konferenz zwischen Aguda und zionistischer ״Organisation. London.;(׳A. J. 1P. 1B.)!Dienstag den 5.!Mai hat die!Konferenz zwischen Vertretern der zionistischen Organisation und Agudas Jisroel begonnen. Die zionistische Organisation war ־vertreten: Durch ihren Präsidenten Dr. Chaim Weizmann,!Dr. B. Feiwel, Direktor des Keren Hajessod, Dr. Georg iHalpern, Direktor der jüdischen Kolonialbank, Oberrabbiner!Herz, London, Dr.;S. Deiches. Vize- Präsident der!zionistischen Föderation in England. Die Aguda war vertreten durch Rabb. Dr.!Pinchas!Kohn, Wien, Jakob Rosenheim.!Frankfurt, Rabb. ׳Horowitz, Jerusalem, Rabbiner Tobias Horowitz, Sälly ׳Guggenheim,!Basel und A. Goodmann. London. An den Mittwochberatungen haben auch teilgenommen Oberrabbiner!P. Z. Chajes, Wien, Vorsitzender des zionistischen Aktionskomitees, I. Neidisch, Paris, ,und Philipp Mayer״ Wien. Der letztere hat gemeinsam mit Oberrabiner!Herz Misrachi!vertreten. Von agudi- .stischer Seite kam noch Herr Komm.-Rat Siegmund Bondi, Wien, hinzu. Die Konferenz wurde Mittwoch abends ge-!schlossen. Die Beratungen ,haben sich erstreckt auf die 'Fragen ׳der Zusammenarbeit auf dem!Gebiete des Bodenka'ufes in 'Erez Jisroel und der Regulierung der Emigration. Es sind zwei Spezialkommissionen gewählt worden, um diese Fragen zu beraten und zur Beschlussfassung vorzubereiten.!Es ist ferner beraten worden, über den Ge- ,setzentwurf :in bezugSauf die jüdischen iKehiloth in Erez Jisroel. Es ist beschlossen worden, eine Kommission ein- •zusetzen. mit der Bestimmung, eine beide!Seiten zufriedenstellende Lösung des Gemeindegesetzes zu finden. Die Kommission soll in Wien zusammentreten.!Sie hat ihre Be- Schlüsse an die Leitung beider Organisationen behufs Genehmigung .vorzulegen. . lEs wurde ferner!über die!Frage der Jewish Agency lange beraten. Zu einem Beschluss ist ־ man nicht gekommen. Es!ist beschlossen׳ ■worden, die heit fortzusetzeh/ In der Emigrations־ und Bodenkauffrage ist man auf Grund der Vorschläge der Kommissionen, die dem Plenum vorgelegt wurden, zu einer einverständlichen Lösung gekommen. Die Beschlüsse bedürfen noch der Zu- Stimmung der leitenden Organe beider Organisationen. Die Schweiz für den Aufbau Erez Jlsroels. Zürich. (A. J. P. B.) Die Schweizerische Palästinazentrale der Agudas Jisroel hat die Verpflichtung übernommen, eine Klasse der;Mädchenschule in Tel-Aviv für ein Jahr vollständig zu unterhalten. Einem stark empfundenen ׳Mangel hat die schweizerische Landesorganisation der Agudas Jisroel durch Herausgabe eines .Nachrichtenblattes gehoben, dessen erste Nummer am 5. April 1925’ erschienen ist. Die Erez Jisroel-Arbeit in Chisinau. C ,hi s i n a u... (A. J. P. ß.) Auf Anregung!der Palästinazentrale der Agudas Jisroel in Bessarabien hat sich in Chisinau aus prominenten, im Wirtschaftsleben stehenden Mitgliedern der Agudas Jisroel eine Gesellschaft ״Achusa“ gebildet, welche für die Palästinazentrale den Bodenkauf vermittelt und eine Zentralstelle für industrielle Betätigung bessarabischer Agudisten in Erez Jisroel gegründet :hat; die Gesellschaft heisst: Gesellschaft ״Ächusa“, Sträda Mhlailovscaia Nr. 43. Ostgalizische Palästina-Arbeit. Koloraea. (Ä. & P. ß.) Dank der rührigen Tätigkeit der, ostgalizischen Palästinazentrale macht die Palästinabewegung in den chassidischen!Kreisen Ost- und Mittelgaliziehs, speziell auf dem Gebiete des ßodenkaufes, starke Fortschritte. In Lernberg wurde eine Gruppe der Poale Agudas Jisroel gegründet, die sich zur Reise nach Erez Jisroel vorbereitet. Die amerikanische Aguda kauft neuerdings Boden. New York. (A. J. P. B.) Die amerikanische Palästinazentrale der Agudas Jisroel hat neuerdings 5000 Dunam Boden *von dem neu erworbenen Boden der Agudas Jisroel in Emek Jisroel angekauft. .־־■.. Rabbi Ch. Libschitz reist nach Erez Jisroel. Kalisch. (A. J. P. B.) Rabbiner Ch. Libschitz, der bekannte Verfasser -des Werkes ״Midrasch W ■hamaase“, Vorsitzender des polnischen räbbinischen Verbandes, hat, wie die Palästinazentrale der Agudas Jisroel mitteilt, die Absicht, noch in diesem Monat eine Reise nach Erez Jisroel zu unternehmen. Abreise des Stryer Raws nach Erez Jisroel. Vergangenen Montag reiste das Mitglied des räbbinischen Rates der Agudas Jisroel^ Oberrabbiner Scholem * Jolles; nach Erez Jisroel,. Der Vorsitzende der ״Erez - jisroel - Organisation Chaje Aulom“ nach Erez Jisroel abgereist. Sonntag den 3. Ijar geleitete eine grosse Anzahl Mitglieder der Zeird Agudas Jisroel den Präsidenten der ״Chaje Aulom“* Henoch Senkiowitsch, zur Bahn, mit welcher sich dieser, auf die Reise nach Erez Jisroel begab. Der polnische Seim lehnt alle jüdischen Anträge zum Erziehungsbudget ab. Während der letzten Erziehungsdebatte!im!polnischen Sejm traten!der!jüdische Deputierte Prilutzki (Jüdische Volkspartei) und!die Mitglieder des Jüdischen Parlamentsklubs J. Grünbaum und Rabbiner Lewin miit jüdischen Anträgen hervor. Abg. Prilutzki!wandte sich scharf gegen die Regierung, die nur mit den ■extremen orthodoxen Juden eine Verständigung sucht, weil diese in den nichtjüdiischen Fächern ■polnisch als ׳Unterrichtssprache wünschen. Im Namen der jüdischen Demokralle 'protestiere er gegen die Ignorierung des jiddischen Schulwesens und g e g, e n *d i *e ß ■e g >ü n s t i g u n g des kl e r i k a 1 e n C 11 e d ■e r. Prilutzki begründete hierauf seine Anträge zugunsten der Jiddischisten-Scbulen. Abgeordneter Grünbaum sagte, es sei unerhört, ׳dass die Regie- ■rung die ׳jüdische Bevölkerung allein für ׳die Erziehung der Jugend sorgen lässt, wobei die Juden wie alle anderen Bürger Steuern zahlen. Für die ׳drei Millionen Juden in Polen hätte die Regierung 38 Mflionen Zloty zu Erziehungszwecken ausgeben müssen. Abg. Rabbiner Lewin verteidigte die Institution des Glieder, auf die ■die Orthodoxen nicht verzichten können.!In Polen existieren 2000 Ohedarim, in welchen mehr als ]100.000 Kinder unterrichtet werden. Für die jüdischen Lehrfächer sorgen wir selber, wir* wollen aber, dass ■unsere Kinder die *polnische Sprache ■und ,die polnische ׳Geschichte lernen. Die Ausgaben hierfür müsse uns die Regierung erstatten. Der Redner stellte eine Reihe Anträge betreffend die Religionslehre an •den staatlichen Schulen. In der Sejm-Sitzung vom 29. April, ׳irr welcher über das Budget abgestimmt wurde, wurden sämtliche Anträge der ■ jüdischen Abgeordneten abgelehnt. Gegen die Anträge stimmten auch *die Sozialdemokraten. Verräterischer Angriff Prelutzkis auf die Chadorim« Am 28. April .sprach der jüdische. Abgeordnete Prelutzki! Chadorim. Er schreckte nicht zurück, diese lebenswichtigen Lehranstalten mit den hässlichsten Schimpf Worten zu belegen, was unter allen jüdischen und nichtjüdischen Abgeordneten einen niederschmetternden Eindruck hervorrief. Riesige Erregung gegen Prelutzki• Die Ausführungen des Volkisten Prelutzki im polnischen Sejm ge־) gen die Chadorim haben eine ungeheure Erregung in Her jüdischen Bevölkerung ausgelöst. In der ganzen Geschichte des Parlaments ist selbst von denl gröbsten Antisemiten sowohl nach Geist als auch nach( Form keine so , hässliche Schmährede ״gehalten worden. Abgeordneter Oberrabbiner Lewin über Prelutzki. L od z. (1A. J. P. B.) Der Sejmkarrespondent ׳der ״Jiddischen Stimme“, Lodz, *hatte ׳Gelegenheit, den •Oberrabbiner Sejm- *deputierten Lewin, Sambor,, wegen Prelutzkis verräterischer Rede zu interviewen. Der ,Abgeordnete sagte: ״Ich finde keine Worte, um *den Eindruck zu schildern, *der mich beherrschte, als ich sah, wie auf der polnischen Sejmtribüne ein *Jude stand, dessen Wähler eine Minderheit darstellen und überdies fromme Juden sind, und inmitten einer volksfremden Umgebung alles mit Füssen tritt, was dem Judentum heilig ist. Der Eindruck eines solchen Verrates am Kowand Hathauroh und Kowaud Tinaukaus schel bes Rabbon lässt sich nicht schildern. ״Ich sage ganz aufrichtig — erklärte der Rav — wenn ich nicht selbst diese Rede angehört hätte, hätte ich nicht geglaubt, dass selbst in der ׳jetzigen Zeit fürchterlichster Demoralisation ein Jude es wagen kann, unter Vorgabe der Vertretung von ganz Jisroel, die Judenheit so schmerzlich zu *verwunden. Prelutzki hat sich geirrt, wenn er hoffte, in den Bänken der Andersgläubigen einen guten. ׳Effekt zu erzielen. Die polnischen Deputierten fanden hiefür nur ,Ironie. Der Vor־' sitzende des Bildungskomitees, Deputierter *Solti, wendete sich während der Rede Prelutzkis an mich, als dieser sagte, dass die Chadorim tot seien, und ich antwortete ihm, wenn 2000 Chadorim mit über 100.000 Kindern Tote heissen und alle Toten so aussehen wie diese, *wären wir schon* sehr nahe zu Techias hamessim“. Die gesamte jüdische und nichtjüdische Öffentlichkeit verurteilt Prelutzki aufs schärfste. Eine neue Bejs-Jakob-Schule in Warschau. Es sind bereits ■alle Vorbereitungen getroffen, ׳um in Warschau noch in der heurigen' Schulsaisan nach Krakauer Muster eine Bejs-Jakob-Schule zu errichten. ,־ 39.857 Juden in Riga. Laut de!n Ziffern der letzten Volkszählung leben jetzt in Riga ׳unter einer Bevölkerung von 339,000 Seelen 39^857 Juden. Vor dem Kriege lebten in Riga weniger als 30.000 Juden. Nach der Londoner Konferenz. An anderer Stelle dieser Nummer ist das Kommunique veröffentlicht, welches von den beiden in LonJ don verhandelnden Organisationen der Oeffentlichkeit unterbreitet wird, Wiir Wissen es nicht, ob den Verfaß-׳ sern dieses Kommuniques die Absicht unterstellt werden kann, dass die Lese,r etwas zwischen den Zeilen zu,' ergründen haben. Vielleicht ist es auch etwas verfrüht** die Angelegenheit publizistisch zu behandeln‘', da erst die beiderseitigen, leitenden Gremien das letzte Wort zu sprechen haben. Es ist also das, was wir in den folgen?־ den Zeilen zu sagen haben, mehr ein Spiel des Ratens,! dessen Resultat auf Allgemeingültigkeit noch keine Anispräche erheben kann. Hingegen ist es schon an der Zeit, die Erwartungelf einer Kritik zu unterziehen’, welche an diese Konferenz* geknüpft wurden. Der Kundige musste sich sagen, es wäre für beide, Organisationen nicht ehrenvoll, wenn gar durch eienn Husarenstreich alles aus der Welt geschafft werden sollte, was als bittere Notwendigkeit im Aps־' druck gegensätzlicher Weltanschauung zum Leben, und׳ zur Erscheinung sich durchgerung&n hat. Jeder ernste( Mensch musste sich •vielmehr von vorneherein sagen, hier treten ihrer Verantwortlichkeiten bewusste Menschen zusammen, um zu überlegen, wie bei Respektierung deü zugrunde liegenden Ideen die Gemeinsc!haft Israels ein* Stück vorwärts gefördert werden könnte. Wir sind für beidq Teile überzeugt, dass dies der Geäst war,, unter ׳dessen Wirkung--man•;' sich an deh ׳^ühen!Tisch-;setzte.- Dabeä־"wär'" ferner vorauszusetzen, dass es sich nicht um Betonung der Machtverhältnisse, vielleicht nicht einmal um Betonung der Rechtslage handeln konnte, denn das wäre keim -Weg, der zur Interessengemeinschaft führen kannj ■ Es will uns nun scheinen, als ׳ ob tatsächlich ded Verlauf des ersten ^Stadiums der Verhandlungen obige Voraussetzungen rechtfertigen würden. In den sogenannten materiellen Fragen, d, h. in bezug auf Boden und Mei^ sehen scheint der Versuch eines Brückenbaus gelungen( ׳zu, sein. Es wird also in Zukunft hässlicher Konkurrenzkampf bei Bodenkäufen ausgeschlossen bleiben und 1 die Kleinlichkeit ■der Intrigen, *mit ׳der man bisher Nichtmitglieder der zionistischen Organisationen von den Pfoilten Palästinas fernzuhalten versuchte, in etwas gemildert sein. Es bleibt abzutyärten, wie sich dieser Versuch aus(- wirkt und erst nach Veröffentlichung der Resolutionen( vvifd man imstande sein, zu, beurteile^, ob dieselben eiq! taugliches Mittel zum besagtem Ziele darstellen., ׳ Dass ferner das Gemeindegesetz erneuter gemeinsamer Beratung unterzogen wird, spricht dafür, dass! Aussicht vorhanden ist, dem religiösen Grundgedanke» seine unveräusserliche Rechtsstellung wieder zu gewinnen; Hingegen muss offen ausgesprochen werden, dass, wie es scheint, der Gedanke an eine gemeinsame Arbeit; in der Jewijsh Agency endgültig begraben wurde, und zwar deshalb, weil er begraben werden musste. Es wad *von vornherein nicht anzunehmen, dass die zionistische Organisation auf die Privilegien, die ihr nun einmal dasf Mandat gibt, verzichten würde. Das beweist den Kundigen schon das Bild der geplanten Rekonstruktion dejr jewish Agency, in welcher die zionistische Organisation sich eine( kompakte Mehrheit gesichert hat, und zwar, wie wir zur Ehre derselben ann’ehmen wollen, nicht nur aus׳ Machtfreude, sondern weil sie dem Gedanken, * der sie; schon vor Erlangung des Mandats beherrschte, dije, Voijherrschaft erhalteg sehen ■will. Bei dieser Vorherr־ schaft wird aber für jene Anschauung, die in un^ered heiligen Lehre die konstruktiven Momente auch fürden 'Weg von Mensch und Volk erblickt, kein Raum sein. Und• wenn das. Kommunique besagt, dass man nach Aussprache) über die prinzipiellen Momente Übereingekommen war, ׳ Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. 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