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Jüdische Presse · 1925-05-08 · 18 (8.5.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
18 (8.5.1925)
Date
1925-05-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUNIS. Redaktion n. Administration t Wien, II., Leopolds* fasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4*94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Ffir Artikel Sonntag, rar Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland s Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PostaparkasBenamtWien, Konto Nr. 13.458; ffir Polen: Postsparkaisen amt Warschau, Konto Nr. 190.409; ffir Ungarn! P08tsparkaasena.1t Budapest, Konto Nr. 50.170; ffir Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prae, Konto Nr. 53.386; ffir Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; ffir die Schweiz! Postscheckkonto Luzern VII. 1470; ffir Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Mr. 18 Wi.n-Brati.i.wa, 8. Hai 1925 .כיה ויענה־םרעססבורנ י־ד אייר תרפיה ff. Jahrg. ״i Chronik der Woche. Die Erklärunzen des britischen Kolonienndnisters. Die Palästina-Regierung veröffentlicht den offiziellen Text der Erklärungen, die der Kolonienminister Mr. L. S. Amery, beim Empfang der Abordnung des iNationalrates der palästinensischen Juden (W׳aad Leumi) abgegeben hat. Jn seiner Erwiderung auf die Darlegungen der ׳Mitglieder der ■jiidisehen Abordnung führte Mr. Amery aus, die Juden sollten sich •vergegenwärtigen, dass die Araber immer das zahlreichere Element in der Bevölkerung Palästinas sein ־wer- ׳den. Das jüdiische N a ti 0n a!lh ei'm m uss neben einem a׳r abi s c h en N a t i 0 n a 1 he i;m. bestehen und ׳mit diesem zusammenleben. Beide müssten sich zu ■einer gemeinsamen!palästinensischen Naöfonalität und Patriotismus verstehen. Mit bezug auf die Forderung der Abordnung, die palästinensische ׳jüdische Gemeinde- •ordn-ung schnell •zu ratifizieren, sagte Mr. •Amery, er müsse die F 0 r de r!u n ge n der Agudas Jisroel prüfen. Die ,Regierung ist ihrerseits nicht in der Lage, eine ׳Uebereinstimmung unter allen Schichten der jüdischen Bevölkerung zu erzwingen, sie will aber alles tun, ׳um eine solche Uebereinstimmung zu fördern. Die Frage des Zusammentrittes eines!Repräsentan- tenrates in Palästina. ׳In Beantwortung einer!Reihe an sie gerichteter Anfragen der •Arabischen Nafcionalpartei (gemässagte Richtung) teilte die Palästina-Regierung ׳mit:!Der -palästinensische •Repräsentantenrat wird, sobald die verantwor,fliehen Personen ihre Bereitschaft sich an den Wahlen zu beteiligen, kund tun, zur!Wahl gestellt ׳und dann unverzüglich einberufen werden. Ein Protestmemorandum der palästinensischen Araber an den Völkerbund. Die Palästinensisch-Arabische Exekutive sandte am 27. April ein neues Protestmemorandum an den Völkerbund, in welchem nochmals gegen ׳die zionistische ,Politik in Palästina Protest erhoben wird. Ende" “des" Lehrersfireitfsnn^'״PäläsSnäT* Der haelT'^eirr Passah-Ferien ausge'brochene Streik der Lehrer an den ■Schulen des zionistischen Erziehungsrates;ist׳ nunmehr beendet. Am 29. April waren alle Schulen wieder eröffnet worden. Wohnhäuser aus Europa für■ Palästina. In Palästina gibt sich ein lebhaftes ׳Interesse für den soeben aus Europa eingetroffen ersten Transport von Wohnhäusern, welcher von der ״jHabaiiis“-iGesellschaft arrangiert worden :ist, ׳kund. Die Aufstellung der!Häuser wird teils in Te׳l-Awä׳w, teils auf dem Iksal-Bo'den der 1Ag׳u das-׳ Jisroel erfolgen. Das!Erstarken der agudistischen Einwanderung in Tel-׳Awiiw hat die ׳PalästinanZentrale der Agudas-Jiisroel veranlasst, ln einer der verkehrsreichsten Strassen in Tel-Awiw ein Agudali-ßiireau zu errichten. Die fortschreitende Verweltlichung Erez Isroels. Eine Truppe von 24 englischen, amerikanischen und französisehen iFilmschauspielern :und Filmschauspielerinnen, unter ihnen der ׳amerikanische Filmstar Betty Blytlie und der französische ־!Star Leon 'Mathot, ist a;m '23. April in Jerusalem eingetroffen. Die Truppe wird!im!Auftrag der Marcus-Filmgesellschaft in Palästina das ׳Stück ״Jacobs Brunnen“ von Pierre Benoit ׳filmen. Die Truppe wird auch ׳״Die Wiege!Gottes“ von Dr. Stephan Marcus unter der Regie von Fred Leroy und Grauvil in Palästina filmen. Die Gründungs Versammlung der Poäle Agudas Jisroel in Tel-Awiw. Programmgemäss fand am 24. Nisan in Tel-Awiw die Gründung der Poale Agudas Jisroel, Ortsgruppe Tel-Awiw statt. Man beschloss sofort eine Küche und ein Heim für die neuen Einwanderer zu errichten. Herr ■L ein ch.t e r ■aus ,Lodz wurde zum Sekretär ernannt. Die Palästina-Vorbereitungsarbeit der Poale Agudas Jisroel. Die Poale Agudas Jisroel hat in Mischniona-Gora eine landwirtschaftliche Musterkolonie erworben und׳ bildet daselbst unter Leitung eines erfahrenen Agronomen junge Leute zu Landarbeitern aus. Die erste Gruppe ist Mittwoch, den 20. Nisan von Lodz abgereist, die zweite Gruppe folgt ihr in den nächsten Tagen. Wie bekannt, unterhält die Poale Agudas Jisroel in Lodz mehrere Hand- Werkskurse und hat in den letzten Tagen überdies einen Maairerkurs eingeführt. — In Bondzin wurde durch die Ortsgruppen der Poale Agudas Jisroel ein Landgut erworben, auf dem eine Anzahl Palästimifahrer zu Landwirten ausgebildet werden. Erez-Jisroel-Arbeit in Jugoslawien, ln ׳Subotica wurde eine ׳Organisation für Ansiedlungszwecke in Palästina im Geiste der Thora unter dem Namen ,•,Moriah“ gegründet. ׳Der orthodoxe ׳Jugendverein ״Monorah“, der bereits etwas Boden in Erez Jisroel besitzt, hat sich der ״Moriah“ angeschlossen. An der Spitze der!Bewegung steht der eifrige Agudist Samuel Deutsch und Wilhelm Glied. Julius Holländer in Kopenhagen. Am 25. April fand in ■Kopenhagen eine gut besuchte Agudaversammlung statt, in ׳der Julius Holländer über die Palästina-Arbeit referierte. Die •eindrucksvolle Rede brachte der Aguda-Ortsgruppe eine Anzahl neuer Mitglieder. Konferenz der Zionlsten-Revisionisten ln Paris. Am 26׳. April wurde in Paris die erste!Konferenz der Zionisten- Revisionisten (.Aktivisten) eröffnet. 26 (Delegierte haben die lokalen Gr׳upen der Aktivisten in ׳verschiedenen Ländern ■vertreten. Die!Konferenz ist von ■der Entwicklung •der Verhältnisse in Palästina nicht befriedigt. Hervorzuheben sind die ,Referate von Jaboriinsiky ■über ■die politische Offensive und über die ׳Organisierung der Jugend, von Dr. J.!Brutzkus!über die ökonomischen und finanziellen!Pro- 'bieme, von Wladimir Temkin über die Jewish Agency und von J. Trivus über diie Bodenreform. Keren Hathora-Meeitng im Eisass. Am 10. Mai findet in S'trassburg ein Kereri Hathora-Meeting statt, zu dem nahezu alle Rabbiner aus dem Eisass ihr Erscheinen .zugesagt haben. ,Redner sind Grandrabbin 'Dr. E. Weill, Kolmar, Rabbiner Dr. Brunschwig, Strassburg und Direktor Dr. Leo Deutschländer. Wien. Der. Kamp! der Rabbiner in Polen gegen die Selbstraord-Epidemie. Zwecks Bekämpfung der überhandnehmen- ׳den ׳Selbstmord-Epidemie unter den ׳unter der Wirtschafts־ not leidenden. jüdischen Kaufleitten hat das Warschauer iRabbibat beschlossen, von jetzt ab Selbstmörder nur am Friedhofzaun begraben zu ,lassen und die jüdische ßevölkerung aufzufordern, an Begräbnissen von Selbstmördern nicht teilzunehmen. Das Gesetzprolekt über die■ jüdische Autonomie in Lettland zurückgezogen. ■Seit einigen Monaten steht das Projekt der jüdischen Autonomie .in Lettland, ■das sich auf die .internationalen>-M׳inde!rheits1>>prschriften stützt, auf der; Rechtsparteien, sowie ,.Organisationen von Lehrern, ßeamten und ■Intellektuellen liefen Sturm gegen •das!Projekt, welches sie als die Gesetzgebung ■eines ״Staates im Staate“ bezeiichneten. Die öffentlich rechtliche SejunKommissioii wurde mit Warnungen und Drohungen überschüttet. Jetzt, d!a die Legislaturperiode des ■jetzigen Sejm zu Ende geht, war es technisch unmöglich, das Projekt vor •das Plenum z׳u bringen; •infolgedessen entschlossen sich ■die׳ jüdischen Deputierten auf Anraten der Sejm-Kommission, den Entwurf zurüokzuziehen. Die Deputierten ■gingen von der Annahme aus, dass der gegenwärtige Sejm ׳der soeben das Bürger- Schaftsgesetz abgefeimt hat■, auch das ׳Autonomieprojekt zu Fall gebracht hätte. Das Projekt wird also erst von dem . künftigen Sejm behandelt werden. Die Schänder der Rigaer Synagoge festgenommen. Vor einiger Zeit wurde das jüdische Bethaus in der Revalerstrasse zu Riga durch nächtliche Einbrecher in einer verabscheuungswürdigen Welse •geschändet. •Die gesamte!Inneneinrichtung war zertrümmert, die Thorarollen zerrissen und durcheinandergeworfen. Nunmehr verhaftete die ׳Polizei zwei notorische Einbrecher, Oskar Kirilow und Waldemar Kapman, die gestanden, im Zorn darüber, dass sie kein Geld ■in den Almosenbüchsen gefunden hatten, die Zerstörungen angerichtet zu ׳haben. Absetzung des Polizei-Präfekten von Focscbani. Auf Grund des Berichtes der ,Regierungskommission über das Verhalten der FJolizei während des Judenpogroms in Focschanl hat die Regierung, die Absetzung des Polizei- Präfekten von Focscbani, Gawriliu, verfügt. Die Berliner Bulgarische Gesandtschaft dementiert. Die Bulgarische ׳Gesandtschaft in!Berlin dementiert in •einer offiziellen Erklärung die Meldungen der ■Agence dlAthenes, wonach ■Juden!11 Bulgarien unterdrückt und verfolgt würden. Der Oberrabbiner von Kairo gestorben. Kairo 1(J. T. A.). Der 'Oberrabbiner von Kairo und ׳Abgeordneter des Aegyiptiscben Parlaments •Rabbi Hai ׳Ben Sirmon, ist 1m Alter von 55 Jahren verschieden. Rabbi Hai Ben Simon war ein Gelehrter von grossem Ansehen. Er verfasste mehrere Werke über Bibel ׳und Talmud und gab auch eine Uebersetzung des Schulchan Aruch in arabischer Sprache heraus. , Tod des Lomzaer Gaon. In Chicago starb Rabbi Jahuda Leib Gordin, bekannt unter dem •Namen ״Lomzaer Gaon“. Tod des Kodniaer Raw. Donnerstag, den 29. Nisan, starb «Rabbi Arie Jakob Fr i e d m a n n, Rabbiner ■und ׳Aguda- Ortsgruppenvorstand in!Kodnia. Er ׳wurde im Genscher Friedhof unter zahlreicher , Beteiligung beerdigt. Am Verhandlungstisch. Nach den Meldungen des ITA treten Delegierte der zionistischen Exekutive, wie Mitglieder des Geschäftsausschusses der Agudas Jisroel ,.am 6. Mai ln London zusammen, um über die Frage des Eintrittes der Agudas Jisroel in die Jewish Agency zu verhandeln. Seit der Zusammemkimft zwischen Rabbiner Dr. Pinchas Kolm und Dr. Chaim Weitzmann in Wien am 7. Teiwes dieses Jahres hat Dr. Weitzmann einigemal über die Möglichkeit des Eintrittes der Aigudas Jisroel in die jüdische Agentur sich geäussert. So unter anderem an der Marshall-Konfereniz in Amerika, wo er die Aussichten, dass die Aguda, die einen grosen Teil des orthodoxen Judentums vertrete, am Aufbau Palästinas im Rahmen der Jewish Agency teilnehmen werde, sehr günstig bezeichnet hat. Ueber die objektiven Grundlagen dieser Zuversicht, hat Dr. Weitzmann allerdings Stillschweigen bewahrt, auch wurden über den Inhalt der Unterredung zwischen Dr. Kohn und Dr. Weitzmann, wie über den Gegenstand der dieswöchentliehen Unterhandlungen in London von keiner Seite offiziehe Angaben gemacht. Zwei Momente sind es doch, die es schon heute ׳gestatten, wohl mit allem Vorbehalt zu den Verhandlungen eine vorläufige Stellung zu!nehmen. Einmal die Tatsache, dass das orthodoxe Judentum, als dessen Repräsentant sich Agudas־ Jisroel fühlt, das bisher es abgelehnt hat, in die zionistische Organisation •in welcher Form immer, einzutreten, im letzten Jahre, beziehungsweise seit ■der Kenessio Gedauio jin Wien unter für Erez Israel nicht nur programmatische Erklärungen, sondern auch wertvolle Kapitalien und ein überaus tüchtiges Menschenmaterial aufgeboten hat. Auf diese •Bewegung bezieht sich folgende Aeusserung Mister Louis Marshalls in seiner Eröffnungsrede an der ,״Non-Partisan- Konferenz“ in New York. ״In Palästina wurden ׳die Tore weit geöffnet. Es gab eine steigende Wanderung nach dem heiligen Lande, eine Wanderung) nicht nur von ׳C־ha l u zi m, sondern auch von orthodoxen Juden, denen das Judentum teuer ist und die ihre ׳Religion in a 11 e r H!i 11 g ׳ab ׳e und F r ö ■m m i g ,k eit ü ׳b e n. Sie verstehen, wie wichtig es ist, auf dem Laude zu leben, es zu bebauen und gleichzeitig j e n e g e i s •t i g e n •Wie r t e do.r 111 in z u b ri n•gen, ohne , di״e auch , ,das heilige Land eine leere Schale wäre.“ Touristen, die über die jüngste Entwicklung der jüdischen Siedlungen in Erez Jisroel berichteten, haben, •selbst wenn •sie zu den Gegnern der selbständigen Orthodoxie gehören, mit voller Bewunderung über den Anblick berichten müssen, den ihnen die praktische Landarbeit und erfolgreiche Tüchtigkeit orthodoxer Siedler, die vor Jahresfrist in irgen,deinem Betli Hamidrasch• sassen oder zu den Typen von Dzika und NaJewki zählten, holen. Die Bodenkäufe der Erez Jisroel-Zentrale der Aguda ■und die Gründung einer Reihe von ökonomischen Gesellschaften für praktische Arbeit in ׳Erez Jisroel sind Dokumente des organisierten׳ und zielbewussten Wollens, das heute Agudas Jisroel und ihre Anhänger für Erez Jisroel, als Ausbauer und Träger der ׳alten Jischuw bekunden. Das ■zweite Moment ist die von weiten zionistischen Kreisen, vor allem •aber vom Präsidenten Dr. Weitzmann gehegte Ansicht, dass die zionistische Organisation allein zu schwach wäre, den wirtschaftlichen Aufbau Erez Jisroels zu tragen. Dr. Weitzmann setzt daher unermüdlich seine Bemühungen fort, um für den Aufbau Erez Jisroels eine breite Basis zu schaffen. Er arbeitete nicht ohne Erfolg. Der Gradmesser seines Erfolges ist an der ׳Reihe jener Neutralen, oder der zionistischen Organisation bisher feindlich gegenüber gestandenen Gruppen abzulesen, die Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie' es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNST^ERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des OTHMAR SCHIFF, WIEN, I., KÄRNTNERRING Nr. 6 (GEGENÜBER DEM HOTEL ״BRISTOL“) TELEPHON-NUMMER 51-3-62 :: ־־aüfzusuchen I Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist in Brautscheiteln. 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