Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 16 (24.4.1925)
- Date
- 1925-04-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V.bb. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUNIS. Redaktion u. Administration» Wien, II.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Ffir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen ffir Oesterreich: Postsp&rkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; ffir Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; ffir Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; ffir Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; ffir Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Luzern VII. 1470; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Nr. 16 äfien-SF«tis9sv9y 24. April 1965 .ב״ה דענד\־£דעססגורג ל״ ניסן תי&״ה ff. Jahrgg. Chronik der Woche■ Im März 3300 jüdische Einwanderer in Palästina eingetroffen. \V!ie die Palästinensische Telegraphenagentur erfährt, sind im Verlauf .des ׳Monates März d. J. 3300 Ein- Wanderer Sn Palästina •elingetroffen. Das bedeutet fast eine Verdoppelung gegenüber der Zahl im Monat April d. J., da 1919 Personen eingewandert waren. Die Massrcgelung der arabischen Schulen. Offiziell wird rnitgetcilt, dass acht arabische Schulen, die wegen Streiks am Tage der Ankunft B a 1 f 0 u r s geschlossen worden sind, am kommenden Montag wieder geöffnet werden. Eine Ausnahme machen die arabische Lehrerbildungsanstatt und eine arabische Mittelschule, die auch weiter geschlossen bleiben, Erste jüdische Studentenorganisation in Palästina. Dem Bureau des Weltverbandes der jüdischen Studenten- Schaft wird aus Jerusalem rnitgetcilt, dass sich dort die erste Organisation jüdischer Akademiker Palästinas ״Agu• dath Talmidej ha Universita ha Ibrith“ konstituiert hat. " Araberausschreitungen in Nablus. Am Vor-Passa'h- Tage, fanden׳ iin1 .der Stadt Nablus, dem biblischen ״Sdhcchem“, antijüdiische Ausschreitungen der ׳Araber statt. Wie alljährlich versammelten sich auch in diesem Jahre tausende Juden, meist ׳Arbeiter,;in Nablus um den Passah-Zeremonien ׳der Sek'te der Samaritaner auf dem ״Berge Gerizfim :in der Nähe von Nablus Ibeizuwohnen. ■Junge '׳Araber aus Nablus!und Umgegend bewarfen ׳die jüdischen Gäste ׳mit Steinen und verwundeten . mehrere derselben. ^^^^ie^Änt!pBaH6jffiÄK^nagclStt/g^n^HDa1־tfäsk'öis^^]ko^ Balfaitr, ׳der bei seiner Ankunft!in Damaskus •Kundgebungen 1und Angriffen der Araber gegen seine Person ׳ausgesetzt war, hat ׳Syrien schnell verlassen und sich, früher als in seinem Reisepragramm vorgesehen war, nach Aegypten begeben.. Die englische Presse widmet diesem Vorkomm- ׳n׳is grössere Besprechungen. Während diie nntiizionisfische Presse darin einen neuen Beweis für die Unversöhnliohkeit!der Araber erblicken will, bedauert ׳es die liberale Presse, ׳dass BaiKour überhaupt nach Syrien gerelist Avar. Inangriffnahme des Baues einer Welt-Jeschiwah in Jerusalem. Das Oberrabbinat von Palästina hat in Jerusalem ein grosses Grundstück für den geplanten Bau einer Weltjeschiwah erworben. Es ist die Aufführung eines monumentalen Gebäudes auf einem Hügel in der Nähe des Diskin-Waisenhauses geplant. — Bei derselben Gelegenheit entwickelte Rabbi Kook auch seinen Plan, das •Grossrabbinat von Palästina durch Heranziehung der grössten geistlichen Autoritäten der Weltjudenheit zu einem Wettrabbinat auszugestalten. 14.356 jüdische Arbeiter in der Palästina-Gewerkschaft organisiert. Laut den soeben in Jerusalem veröffentlichten Ziffern sind 14.356 jüdische Arbeiter in der Zentral-, gewerkschaft Palästinas organisiert. 4491 von ihnen wolinen in der jüdischen Stadt Tel-Aviv. Regen in Jerusalem. — Ende der Trockenheit. Nach langer Zeit!der Trockenheit fiel am 3. April in Palästina reichlicher Reigen. Die (Freude am Lande,!insbesondere in der (Hauptstadt, die empfindlich an Wassermangel!.ttt, Ist ungeheuer. Der ׳Regen ging ׳den ׳ganzen Tag nieder. Palästina-Reise des Königs von Jugoslawien.!Der ״Pravda“ ••zufolge ist für den Sommer 1925 ein Besuch des Königs Alexander von Jugoslawien in Jerusalem in Aus- •sicht genommen. In ׳Begleitung!des Königs wird sich auch Minister des ׳Aeussern Dr. Nincic befunden. Ein Rabbiner, der , aus Begeisterung für den Sowjetismus seinen Glauben abschwört. Die Zeitung ״Prawda“ lässt sich aus Minsk melden: Der Rabbiner der weissrussisehen Stadt Nowobuichow, Manes, legte seine Rabbinerwürde nieder und erklärte, er sei ein treuer Kommunist und Anhänger des Sowjetsystems ״und sei der Ueberzeugimg, dass die Religion das Volk Verführe. ״Prawda ‘ verzeichnet, dass Rabbi Manes seit zwanzig Jahren •in dieser Stadt das Rabbineramt bekleidet und dass dies der erste Fall sei, dass auch ein Rabbiner aus Begeisterung für den Kommunismus seinen Glauben abschwört, während Unter der griechisch-orthodoxen Priesterschaft zahlreiche Personen ihren Glauben dem Kommunismus geopfert hatten. Aus der Notiz der ״Präwda“ scheint hervorzugellen, dass Manes nicht orthodoxer Rabbiner, sondern ein sogenannter ״Kronsrabbiner“ war. Ein ehemaliger Rabbiner leitet die Anti-Passah- Kampagne in Russland.!Der frühere Rabbiner einer Stadt ׳in Weiss-Russland, ׳Manes,!der vor kurzem seüne Rabbinerwürde niederlegte und ein Bekenntnis zum ׳Kommunismus, und Atheismus aib'legte,!war i׳n •diesem Jahre der Führer der Zur Geschichte der Balfour- Deklaration. Von Rabbi Dr. Leo Jung in New York. Rabbiner Dr. Leo Jung in New York veröffentlicht in der vornehmen New Yorker Monatsrevue ״The Jewish Forum“ einen umfangreichen, gediegenen Aufsatz unter dem Titel: ״Agudah, Zionismus und ein modusi vivendi“. Raummangel verbietet uns die äusserst verdienstvolle aufklärende Arbeit in vollem Umfange an dieser Stelle wiederzugeben. Wir möchten jedoch einstweilen denjenigen Abschnitt zur Kenntnis unserer Leser bringen, der bisher unbekannte Mitteilungen zur Vorgeschichte der Balfour-Deklaration und der zionistischen Kriegskampagne gegen die Aguda enthält. von den ׳jüdischen Kommunisten;inszenierten Kampagne ׳gegen die Institution des PassaiHFestes. Manes. eröffuete den Feldzug am 7. ׳April mit einer Vorlesung im' ׳jüdischen Arbeiterklub zu Minsk ' über׳den ״Ursprung des ׳״Passah- •Festes“, in weicher •er die 'Mitteilungen •der!Bibel :über den ׳Auszug der Kinder Israels aiis Aegypten als Legende bezeichnete und ׳diie Existenz ׳Moses’ ׳leugnete. Er forderte seine Zuhörer auf, während ׳der Passah-Tage nicht. Mazzah, sondern Brot zu essen. ׳Er.selbst, so erwiderte!er auf •eine Anfrage, werde zu Passah Brot essen. Eine Million Rubel für die jüdische Landansiedlung in Russland. Der, zentrale Arbelttsrat: der ׳ ׳Sowjetregierung hat in ,den ersten .drei Monaten dieses Jahres der: Gesell-, Summe Von Herrn Nahum Sokolow wird berichtet, dass! er in der letzten Konferenz des ״Zionistischen Aktions־ Komitees“ festgestellt hat, dass die Agitation ־ der Aguda gefährlich ist und die Einheit Jisroels sprengt. Die Aguda sollte entweder zum Frieden veranlasst oder öffentlicli bckämpft werden. (Die zionistische Presse in allen Teilen der Welt, besonders in den Vereinigten Staaten hat nach dem Motto gehandelt: ״Bestehen Zweifel, so greife man die Aguda an.“ Und die Auszüge aus ihrem Florilegium^ welche ich unten zitiere, weisen eine bemerkenswerte Liebe zur Denunziation und einen starken Mangel an Selbstkontrolle auf.) •׳ . . . Indessen 'vergass Herr Sokolow im Drange anderer Arbeiten, seinem Publikum mitzuteilen, dass die Aguda! aliofr* übergehen. Der Rat beschloss,;im Veriaufe dieses Jahres diese Summe '׳auf 1,000.000 Rubel aufzurunden. Die Odessaer ״Broder“ Synagoge abermals ein Arbeiterklub.!Der Beschluss des Engeren Exekutivkomitees der ukrainischen ■Sowjets, dass die in. •einen Afbeiiterkilulb verwandelte!historische ׳״Broder“ Synagoge in Odessa ׳der. jüdischen Gemeinde für ihre religiösen Bedürfnisse zurück- ■zuerstatten sei, h׳at• ■unter 'den jüdischen Konmmuinisten Odessas eine starke Protestbewegung hervorgerufen. Daraufhin beschloss das Grosse Exekutivkomitees der ukrainischen Sowijets, •die berühmte Synagoge abermals zu beschlagnahmen und sie dem'' jüdischen Proletariat zwecks Umgestaltung :in einen Klub zu übergeben. Der Klub wird den ׳Namen ,,Rosa Luxemburg“ tragen. Das Urteil gegen die Minsker rituellen Schächter bestätigt.' Wie erinnerlich, hat ׳das Minsker KreiisgeriCht drei ■jüdische rituelle Schächter wegen angeblicher Mordanstiftung gegen den ״proletarischen ׳Schoohet“ Droikim zu drei, bezw. zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die drei Verurteilten legten Revision ein. •Die Revisionsverhandlung ׳fand am 113. April vor dem Obersten Appellationsgenickt der weissrussiisohen ׳Sowjetrepublik statt. Das Appellati0ns!gericht verwarf die Beschwerde und bestätigte das erstriohterl'icbe Urteil. Das Projekt der polnischen Regierung betreffend das jüdische Schulwesen.!In der letzten iSiteutig der ׳Nationalitäten-Sektion beim Politischen Komitee referierte der ׳Unterri01ttsmdnist er ׳Herr Stanislaw Grabski über das Proijekt betreffend das jüdische Schulwesen. Es stützt sich •hauptsächlich auf die Postulate der Orthodoxen und sieht vor, dass in den!jüdischen Schulen alle Gegenstände in ׳der polnischen Spraclie gelehrt werden, /rnät Ausnahme der religiösen Fächer, die auf!Wunsch der Eltern ׳in Jiddisch oder ׳Hebräisch gelehrt werden können. Die Postulate der anderen jüdischen Gruppen wurden . ■in dem Projekt!in keiner Weise berücksichtigt. Das Projekt rief eine Diskussion hervor, die Beschlussfassung wurde auf die nächste Sitzung vertagt. unternommen hat, um einen Ausgleich herbeizuführen, und dass sie beharrlich von der Zionistischen Organisation abgewiesen worden ist. Er unterliess es, seine An- Jiänger darüber zu unterrichten, dass keine geringere Persönlichkeit als Lord Curzon, während er Staatssekretär des Aeussern war, auf agudistische Vorstellungen, hin einen Brief an die Zionistische Organisation schrieb, in dem er dringend anriet, der Aguda gegenüber eine weniger feindselige Stellung einzunehmen, dass aber auch dieser Brief sich als nutzlos erwies.! Er vergass auch zu erwähnen, dass gerade, bevor die Balfour-Deklaration abgegeben worden war, er selbst, zusammen mit Dr. Weizmann versprochen hatte, einen solchen Ausgleich zu erwägen, und dass er dann daran vergass, sein Versprechen zu hatten. - ד Wenige Monate, bevor die Balfour-Deklaration Wirkljchkeit wurde, war es notwendig, eine offizielle Darstellung von orthodoxer Seite hinsichtlich Palästinas zu erlangen. Die britische Regierung ist besser über die Tat- Sachen informiert als der Durchschnittszionist. Sr. Majestät Regierung wusste, dass die überwältigende Mehrzahl der orthodoxen Juden keine — oder Antizionisten sind; man wünschte eine offizielle Bestätigung der Orthodoxie übeii; orthodoxe Wünsche betreffs Rückkehr nach Erez Jisroel zu erhalten. Die britische Regierung wusste, dass der Misrachi nur eine sehr kleine Gruppe innerhalb der Weltorthodoxie bildete, und so standen die Zionisten der Notwendigkeit gegenüber, eine offizielle Bescheinigung der orthodoxen Sympathien ipit den palästinensischen Be- Strebungen zu erlangen. Mein seliger Vater, Dr. Meir. Jung ז״ל war zu seiner Zeit Oberrabbiner der Orthodoxen Synagogen-Föderation, deren weltliches Haupt Lord Swaythling war. Er hatte auch in den Provinzen eine bedeutende Anhängerschaft ־. und daher wurde ihm von Herrn Sokolow im Namen der Zionistischen Organisation nahegelegt, an die von ihm beeinflussten, Gemeinden und Rabbiner ein Rundschreiben zu senden, in dem eu sie bat, eine Feststellung zu unterzeichnen, dass sie die Schaffung eines jüdischen Heimes in Palästina, begünstigten. Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE «Ir PERÜCKEN, SCHEITEL U. 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