Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 30 (24.7.1925)
- Date
- 1925-07-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Nr. 30 Seite 108 9 Orthodoxie) die Führung durch die Religion in jüdischen Dingen, ihrer Erfüllung nähergerückt ist. Und es könnten wieder einmal die Klagelieder des 9. A\v den leisen, allmählichen Uebergang in den Akkord des Trostes finden. Politische Streiflichter. I. Die jüngsten Ereignisse in der jüdisch-politischen Welt haben ein solch wertvolles und reichhaltiges Material zu politischen Studien geliefert, dass man sie, schon mit Rücksicht auf die Erziehung unserer politisch naiven Massen,! etwas ausführlicher behandeln muss. Selbstverständlich kommt da vor allem die poln;isch-jüdische Ver•) st.än,digung in Betracht. Wochenlang wurde damit die jüdische Oeffentlichkeit in atemloser Spannung gehalten. Wenn man die äusseren Begleiterscheinungen der Unterhandlungen betrachtet, so bietet sich einem ein merkwiirdiges Bild dar. Im Anfang war Lucien Wolf. Das Wut־ geschrei, das ablehnende Wutgeschrei der zionistjisch-nationalistischen Presse hat ihn in Polen empfangen. Lucie,n Wolf liess sich nicht abschrecken und in staunend kurzer Zeit konnte er in seinem Salon seine Gegner von gestern( empfangen. Dass man ihm zum Friihstückst'isch der* Minister gefolgt ist, heben wir nur deshalb hervor, weil wir auch Selbstverständliches gerne betonen. Nachher haben sich‘ die führenden Zionisten, Dr. Reich und Dr. Thon, der chaotischen Materie des jüdischen Problems in Polen be־<!nächtigt, bis es ihnen nach mühseligen Unterhandlungen mit den polnischen Ministern gelungen ist, mit einem erleichterten Auf jauchzen: Es werde Licht! die Resultate' ihrer Unterhandlungen dem jüdischen Sejmklub und der erleichtert aufatmenden Oeffentlichkeit vorzulegen und sie, als wertvolle Erfolge, zur Annahme zu empfehlen. Zui dieser Zeit ging aber schon die Sonne Sokolows in Polen auf. Sokolow, der einstige Präsident des Co,mite des delegations juives, das sich zur Aufgabe gemacht hat, von Paris aus in die inneren Verhältnisse der einzelnen Staaten einzugreifen, um überall unter dem Deckmantel des Heilbringers der jüdischen Minderheiterechte mit grossem Erfolge Unheil zu stiften, erklärte nun mit aller Entschiedenheit, — und dies war der Hieb auf die Wolfsche Parade in Warschau — dass er es keinleswegs! am Platze finde, dass sich Gäste aus dem A uslande in die inneren Angelegenheiten Polens einmische n, da Polen ein konstitutionelles1 Land ist, müssten alle Fragen auf konstitutionellem Wegd erledigt werden. Jede Einmischung eines Aus•- 1 ä n d e r s, und wäre er auch ein Genie, würde ein Armutszeugnis für die ö r t H c h e jüdische Vertretung bedeuten. Es wäre kindisch, Herrn Sokolow Inkonsequenz vorzuwerfen. Er soll ein grqssec Diplomat und nicht nur ein grosser Sprachen-, sondern auch ein grosser Menschenkenner sein. Er weiss es nur1 zu genau, dass man gut und klug rechnet, wenn man1 mit der Vergesslichkeit der Menschen rechnet. Weil findet heute Zeit, um machzuweisien, dass solche Aeusse-1 rungen über innere Verhältnisse eines Staates undüber Aust länaertum-noch vor drei Jahren einen wilden Sturm in dem: jüdisch-nationalen Blätterwald entfacht hätten/ dem sich kein Politiker, der auf Popularität gibt, sich ausgesetzt ׳■hättpl Es waren wohl e r n st«, verantwortungsbewusst^ jüdische Führer da, die die Politik des berüchtigten Pariser Komitees entschieden abgelehnt haben und auf die verhängnisvollen Konsequenzen einer Einmischung von aussen in Wort und Schrift hingewiesen haben. Doch diese mutigen Männer waren Agudisteny und da war es ״nur allzu leicht, vor den verblendeten Massen diese Anschauung als Verrat hinzustiellen“. Ja, wenn diese Wahrheit von Herrn Sokolow ausgesprochen wird, dann ist es anders, daun soll diese Aeusserung als der Schluss aller Weisheit, als Grundaxiom der jüdischem Innenpolitik, in das Grundbuch des Judentums eingetragen werden. Wir müssen Herrn Sokolow aufrichtig dankbar sein, dass er nun nach vielen Wandlungen׳ seiner politn sehen Irrfahrt zur Erkenntnis •dieser einzig möglichen jüdisehen Innenpolitik gekommen ist. Es ist wahrlich die schönste Rechtfertigung dieses von der Aguda stets beachteten politischen Axioms in bezug auf die innerjüdischen Herren-, Knabenand Kinderkleider fertig und nach Maas , Massabteiluug bis zu den feinsten englischen Stoffen.. Erstklassige Zn- Schneider. Eleganteste Ausführung. Auf Vermeidung von wird genauestem geachtet. J. STERN, Wien, XIM Olookongasse 26. T. 46913. . Beachten Sie die Hausnummer, _ Verhältnisse in einem. Staate, wenn selbst so ein alteret grosser Gegner, wie Herr Sokolow, zur Erkenntnis der* Wahrheit und Richtigkeit desselben kommt. Als Lehrei für Anfänger soll aber festgehalten werden, dass es immer Menschen geben wird, denen es auf die Wahrheit einer Sache ankommt, und wiederum Menschen, bei denen es weniger auf die Sache selbst, sondern auf die Persönlichkeit ankommt, die diese Sache vertritt.! Was wir in bezug auf Herrn Sokolow eben gesagt haben, kann noch mit grösserer Folgerichtigkeit auf die! gesamte Materie der polnisch-jüdischen Verständigung angewendet werden. Der meritorische Inhalt der polnischjüdischen Verständigung ist nicht etwas anderes, als die fast wortwörtliche Anerkennung der P o s t ul late der, Agudas Jisroelin Polen. Es sali durchaus nicht verschwiegen werden, dass sehr bedeutende jüdische Politiker und Publizisten in Polen das ganze Abkommen für vollkommen wertlos halten, aus dem Grunde wertlos halten, weil sie an der Ehrlichkeit und an der Macht der polnischen Regierung zweifeln. Andere be־^ kämpfen wiederum das polnisch-jüdische Abkommen, weil sie es inhaltlich für wertlos halten, und zwar aus dem Grunde, weil es die Lösung des jüdischen Problems vom r e 1 i g i ö s - k u 11 u r e 11 e 11 und nicht vom p o 1 itisch-nationalen Standpunkt vorsieht. Angesichts dieser Opposition tut man gut, wenn man das ganze Abkommen mit skeptischen Augen ansieht. All diese Skepsis ändert aber nichts an der Tatsache, dass in den Punktationen der p 0 1 n i s c'h-j ü d i s c h e n Ver, ständig ung 'ein politisches Prinzip seine Anerkennung fand, für das —: man kann es heute schon mit aller Klarheit aussprechen — Rabbiner Dr. P. K o h 11, der grosse Wegweiser der Aguda in Polen, unzählige. Male des Verrates am jüdischen Volke beschuldigt wurde. Die polnisch-jüdische Verständigung will zweifels-i ohne das Programm verwirklichen, für das Agudas Jisroel jahrelang gekämpft und für welches man ihr und ihren Führern immer und immer wieder den Vorwurf der Volksfremdheit und der politischen Kriecherei angedichtet hat. Heute aber wird dieses Abkommen in seinen .Grundprin־! zipien nur deshalb als eine nationale Tat verherrlicht, weil die Signatare nicht Dr. P. Kohn und Elias Kirsch-! braun, sondern Leon Reich und Nachum Sokolow sind./ D er Inhalt der jüdisch-politisch-polnischen Verständi-! gung verkündet mit klarer und eindringlicher Sprache, dass! selbst die Zionistenführer ei n e a n d e r e Lösung der Judenfrage in Polen, w i e sie stets der Aguda' und ihren Führern vorschwebte, nicht für möglich halten. Die ehrliche Durchführung des Abkommens wird auch in der Praxis zeigen, dass bei Bet friedigung der religiösen, kulturellen und wirtschaftlichen' Bedürfnisse der polnischen Judenheit tatsächlich nur die' politischen Chimären einiger Theoretiker leer ausgehen,} die grosse jüdische Masse aber erleichtert aufatmen wird,! Wir glauben kaum, dass die breiten Massen der polni-1 sehen Judenheit je so weit politisch reif werden, dass sie״ die ,nationalisiIischen^Führer - ob ihrer v,erantwo r,-* tungslosen, unwirklichen, verfehlten Politik׳ UlmmmKam .. 1 11 B Spezialhaas für כשי Spezerei- 0. Kolonialwaren LEOPOLD SCHISCHA Wien, 11., Knmdianmgasse 6, Telephon 47-263־ Filiale: Bad en, Neustiftgasse It, Telephon 1072/IV Täglich frische Butter, Käse, Topfen, her- . gestellt unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Ehrenfeld, Mattersburg. ■ auf die. moralische Anklagebank setzen werden. Uns genügt einstweilen, dass diese nationalistischen Führer mit ihrer eigenen Unterschrift die Richtigkeit der agudis tischen, i n h e r j ii d i s c h ö n P o 1 i t i k, wie sie vorf Dr. Pinchas Kohn intiiert .und von den polnischen Agudaführern seit Jahren vertreten wurde, Wort für Wort bestätigen. Wir halten unter Umständen für einen grösseren Erfolg der Aguda, dass ihr Programm und ihre} Forderungen von Dr. Thon und Dr. Reich und nicht min von den Agudaführern allein vertreten werden. Die friedliehe Durchdringung der wesentlichen Agudaforderungen in bezug auf das Verhältnis der Juden zu ihrem Staate in Polen ist der wertvollste, wenn auch nicht deil weithin sichtbare, Erfolg der Aguda, der sicherlieh nicht nur auf Polen beschränkt bleiben wird.׳ Als Lehre für Anfänger soll aber festgehalten werden) dass es bei der Durchsetzung von Ideen im jüdischen Leben immer nur auf die Wahrheit derselben allein ankommt und nicht auf die Persönlichkeiten, die sie vertreten.! P. Vom Tage Das. schlechte Gewissen. Ein älterer führender Misrachist, dessen Schreiben an das ״Israelitische Wochenblatt für die Sefhveiz“ wir unten wortgetreu bringen, gewährt einen klaren Einblick in die Seelenverfassung der ״älteren Misrachisten“. Der ältere Misrachist sieht das ernste Streben d e r j u n g m i s r a c h i s t e!1, die entwiirdigeni den Sklavenketten, die sic nur allzu oft mit tückischen Feinden der Thora in der Zionistischen Organisation unnatürlicherweise verbinden, abzulegen. Der ältere Misra-, chist muss diese unaufhaltbare Bewegung seiner jungen Gesinnungsgenossen mit Bedauern beobachten und schlägt einstweilen, statt auf diese, auf den vermeintlichen r a d ik a 1 e n Flügel der Aguda, dem sogar schon ein Presseorgan nahestehen soll. Die älteren Misrachisten sind genug schlechte Psychologen, um ernstlich zu glauben, dass solche Mittelchen die Entwicklung von Ideen aufhalten könnten. Nun möge aber der ältere Misrachist für sich sprechen: ״Seit einiger Zeit munkeln gewisse Elemente etwas von einem Austritt der Misrachi aus der ,Zionistischen Organisation und einer engeren Verbindung des. Misrachi mit der Agudas Jisroel. Die Vorgänge in Palästina haben die Hoffnungen unserer inneren Gegner und der ihnen nahestehenden Elemente gewaltig angestachelt.^ Diese Hoffnungen werden jedoch vergeblich sein. Die Stellungnähme der amerikanischen Misrachisten dürfte wohl deutlieh genug gezeigt haben, dass an einen .Austritt gar nicht zu denken ist. Verantwortungsbewusste Misrachisten wissen genau, dass die Massen einen solchen Austritt gar nicht mitmachen würden; sie würden in ihrer übergrossen Mehrheit innerhalb der Zionistischen Weltorganisation verbleiben und dort eine neue ׳Gruppe bilden (notfalls als. scharfe OppQsjjionsgruppe gegen die Leitung). *Steht doch gerade der Gedanke der Einheit des jüdischen Volkes und sein ,gemeinsames Streben nach dem Heiligen Lande auf dem Panier des Misrachi, der innerhalb dieser Einheit nach besten Kräften den Thoragedanken pflegen ■will und notfalls auch in ■die Opposition Übertritt, aber niemals austreten wird. Ich schreibe gerade diese Gedanken nach der Schweiz, weil sich dort die Wühlarbeit unserer ■Gegner zurzeit besonders ,kundtut. Ein dem radikalsten ׳Flügel der Agudah sehr nahestehendes Oirgan verkündete schon triumphierend das völlige Misslingen der zionistischagudistiischen Einigungsverhandlungen, während diese beiden Organisationen noch ernsthaft um eine Verständigung ringen. Dasselbe Organ arbeitet in ,intransigenten ״Briefen“, die abwechselnd aus Tel-Awiw oder New York datiert sind, ־mit wütendem Elfer für die Loslösung des Misrachi von der Zionistischen Organisation und seine Vereinigung mit der Agudas Jisroel. Man könnte fast annehmen, dass der Schreiber dieser Briefe viel näher sitzt; zum mindesten ist er ,ihm seelenverwandt . . . Ich hoffe jedenfalls, dass meine schweizerischen Gesinnungsgenossen sich von einer derartigen Mache nicht ׳einfangen lassen und ,dass sie das Spiel durchschauen, das die Heren ״aus Uebersee“ mit ihnen treiben wollen. Um es noch einmal Unter Rennenkamps Fahnen. Von S. Schachnowitz. (Nach Aufzeichnungen eines russisch-jüdischen Soldaten.) (Fortsetzung.) Gestern vor Tagesanbruch wurde Alarm geblasen. Ein Vorpostengefecht. ״In Schützenstöllung, aber Bajonett bereit zur Hand!“ lautete der Befehl. Vorher gab es, wie immer, einen kleinen Feldgottesdienst. Rechtgläubige und Katholiken lösten sich voneinander. Auch wir Juden. W!ir ■haben keinen Geistlichen, bei uns, benutzten aber die Ge- •legenheit — alle führen Tefilin,!viele sogar Talis bei sich —, gemeinsames Morgengebet zu verrichten. Wir machten es kurz und innig und waren rasch fertig. Drüben aber zelebrierten noch die Popen und Priester mit!Fahnen und Wei'hrauchkessöl. Da meinte einer der Unserigen; ״Es sage jemand etwas Mussar, etwas fürs Herz!“ ״Reb Simson!“ schrien die anderen. ״Hineni!“ rief der Badchen mit heiterer Komik, setzte den ׳Daumen unter die linke Wange, wie es ■die Chasanim zu tun pflegten und fing an, die Melodie dieses hohen Einleitungsgebetes z u trällern. Als aber keiner lachte, schlug ׳er sofort •einen ganz anderen Ton an: ,Hineni! Hier ,bi׳n ׳ich, Juden,!Brüder! ■Wer bin ich •aber? Etwa ■der (Hohepriester,!der vor •der ׳Schlacht die Front abtritt ■und an das Volk spricht?/Nein, der Badchen von Smargon.'Und da ihr bestürzt seid, ruft ihr nach mir, nach dem Spässmacher. Warum? Welil der Spass, die Lust, die Gottesfreude in euch sitzt, ich soll sie nur heraushöleri. So ist’s!immer bei Juden, ■die tSimcho ist da, mit der Enntnoh, 'ich soll slie nur aus dem Herzen 1herauslocken. Na ׳also! ״Ihr klagt•, ׳Juden, ■und seid bestürzt.!Warum? Weil es nicht •gut geht ,und die ״Geula'h“ so ׳lange auf sich warten lässt und soviel Blut und Tränen fHessen? So seht doch hinauf, Kommt der Tag •auf einmal, fällt er so mir •nichts dir nichts vom Himmel herunter: ״Hier bin ich!?“ Nein, schaut nur hin, wie ■die Sonne, bevor sie in ihrer goldenen Equipage angefahren kommt, den Morgenstern als Meldereifer ■vorausschidkt. Und wieder wird es ganz schwarz. Kommt wieder Nacht? Nein, es :ist bloss die Mobilisation der dunklen ,Mächte, die, verfolgt von der siegreichen Sonnfe, zurückweichen, ein seltsam trauriges Heer von Nebeln, Wolken, Schatten .und ganzen!Brigaden blutiger Strahlen . . . ■Und wenn sie alle weg sind,!ist die Sonne da . . .“ ״Sehet hinauf, Brüder, und lauschet . . . ׳Hört ihr singen? Es sind die Engel, die erwacht sind und ihrem G-tte huldigen •und ״Schiro“ sagen.!Ihr Gesang ׳kann aber nicht vor den g-ttlichen Thron. ׳Es ist der Weg dahin versperrt von ■dem Fleherufen aus tausenden Mutterherzen׳, von Todesseufzern zerfetzter Menschen, vom Jammern schutzloser Witwen und Waisen, ■vom Wehegeschrei sich in Angst ,und Schmerz windender Erden'kinder. Und wie die Engel in ihrer ׳Schlro dennoch nicht Hinhalten, schallt es ihnen ׳vom g-ttliohen Throne entgegen: ,;Meiner Hände Werke ׳ertrinken lim Meere ■des!Leides und!ihr stimmt Loblieder an?“ ,,!Und dennoch, seht nur ׳recht hinauf, Juden, Brüder, und dennoch singen die Engel . . . Weil sie es besser wissen, wozu dies alles gut ist. Und sie wissen's. Er da oben wacht auch über ■die Euren daheim und nimmt ihre Tränen um euch!in seinen •ewigen Tränensohläuch auf, aus dem ׳die ׳Welt Trost,!Israel Erlösung schöpft. Seht hinauf, Juden, 'Brüder, seht hinauf. ׳״Warum also verzagen?!Richtig, es ist eine ״fremde . Hochzeit“ . .. Aber der da1 oben ׳hat ׳uns dazu geladen . . . Was geht’s uns ׳an? Wir sind ■da und tun, was Er mit ,uns vor hat. lieh bin ׳nur ■der Geringsten einer, der!Lustigmacher von Smargon. Aber iwie sprach doch ■der Hohepriester: ,Es erweiche nicht euer!Herz, fürchtet nicht und verzaget nicht. — — —“ So ■und ähnlich sprach Simson an diesem Morgen, bis | es Zeit war, sich in die Kolonnen einzureihen. ■Und wenn es wahr ist, was uns heute gesagt wird, dass unsere Kornpagnie sich tapfer gehalten und die Stellung gut verteidigt 1hat, so lässt ׳es sich leider nicht naobweisen, zu welchem Teile ■des Badchens Worte an diesem Erfolge mitgewifkt haben ... * Wir hatten in der ׳Nacht zum gestrige■» Tage ״hohen!Besuch“. Ein deutscher Flieger kam über unsere Stellung •und warf Bomben ׳herab, die indes keinen grossen Schaden ariricliteten. ״Wo bleibt ■da die ,Ochrana‘, die Petersburger Geheimpolizei? •Schnell, fasset den Bombenwerfer!“ . . spottete einer der Studenten mit unverhohlener Schadenfreude. Sichtbar wurde die ״Taube“ zuerst über der kleinen Holzbrücke, an der gerade unser Simson Posten stand. Er tat seine Pflicht und alarmierte sofort die!Wache. ׳Der Schrecken sitzt ihm noch in allen Knochen. Als er uns aber am Abend am Holzfeuer ■den Hergang erzählte, war es ein Lachen ohne Ende. ׳ ׳״Eine klare, ■kühle Nacht,“ erzählte er, ״vom halbvollen Monde im Kreise zahlloser Sterne matt beleuchtet. ׳Nun, was tut ׳ein Jüd in stiller ׳Nacht bei gutem ׳halbvollen Monde? ׳Natürlich bin ich die ,׳Lewonah mekaddesch“. Ich bin so mitten drin und auf ׳einmal: Kauf daudi hine seh bo!‘ . . . Ein Surren und Rauschen in der Luft. ,Ich sehe schärf hinauf: ,Scholäum alechem, alechem scholaum!‘ . . . da hast du die ■ Bescherung, ein Flieger . . ״Tipaul alehem ernosso wafachad‘ ... ,In Angst ׳und Schrecken rufe ich nach •der Wache.!Und nu׳n war’s, wie es weiter steht: ,M'daleg al heharim m’׳k׳apez al ׳hagwoaus‘ . . , •ein ׳Schreien und Schiessen •und Springen! . . . Und •am Ende sagte ich mir ׳doch: ,K’schem scheani rauked k'negdech w’eni jochaul ligga boch‘ . . Er drehte uns da oben mit den Flügel! eine ■lange Nase und verschwand in den Wolken. Ich fürchte, es ist kein ySimon tauw umasol tauw‘ . . ׳ . (Fortsetzung folgt.)