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Jüdische Presse · 1925-04-08 · 14-15 (8.4.1925) · page 7

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
14-15 (8.4.1925)
Date
1925-04-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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m 14/15 juwscwe nme Zea'.trajräJ:s_si tzung: Die Zenträlratft־ sitz ü ö g der A r u d a s J i s r o e I f ii r d a $ J a h r 5684 wurde in Krakau am 16. Eiul mit einer feierlichen Sitzung '.eröffnet. ׳•Sie dauerte zwei ■Tage und war aus den zehtraieürppäischerPÜand'ern;:gut beschickt. ,Die •Zentral־ ratssitzung bot nicht riur zir einer gründlichen •Aussprache Gelegenheit, sondern hat. sowohl;auf dem Gebiete der Finanzverwaltung wie Erez Jisroel und Keren (iathöra wichtige Richtlinien gegeben. Rein äusserlich bot die Zen־; tralratSsitzürig ־— die erste •allweltliche Veranstaltung der Agiidas'Jisroel im Osten — Gelegenheit, die östjüdischen Massen mit den Gedankengängen der westlichen Führer‘ aus persönlicher Anschauung bekannt zu‘ machen; Das Interesse der Krakauer jüdischen Bevölkerung wie die Zuyorkommenheit der Krakauer israelitischen ■Kultus.־ gemeinde soll nochmals riihmllchst hervorgehoben werden. Die Zenträlratstagung hat' fünf Sitzungen; in Anspruch ge־ nomoten und dauerte Mittwoch nachts bis 3 Uhr. Es haben* daran'ungefähr hundert Zentralräte teilgenommfcn.; Unter den vielen rabbinisclien Grössen war auch der Gerer Rebbe anwesend. ’ — i; iih ersten Halbjahr 5685. ־ seit der Krakauer Tagung zum Ziele gesetzt hat, haben es mit sich gebracht, dass die Propagandatätigkeit der Aguda im־ verflossenen Halbjahre sich hauptsächlich ' auf ,diese zwei wichtigen Gebiete beschränkt hat. Propagandarci scii haben in “'׳‘der Berichtsperiöde folgende Herren geleistet': Herr W01f: Pä p p e n h e i tu und Rabbiner Dr. Joel P.öliäk aus Wien waren th Transsyl v.anien, wo sie über zwei Wochen verweilten und Oradea Märe, Cluj, Dej und Marmoros-Sziget , besuchten. Diese Reise bot Gelegenheit, mit dem Präses der orthodoxen Landes־ -kanzlei in Transsylvanien, Oberrabbiner U11 m a nin, Bestrita, mit Qberrabbiner T e i t e 1 b a u m, Marmaros-Sziget, und auch mit der Leitung der; ungarischen orthodoxen Landeskanzlei in B u d a p e s.t wichtige' Aussprachen zu pflegen. Auch für den Keren Hathöra, wie'für die Erez Jisroel-Arbeit wirkten diese Reisen in hohem Masse. Wichtige Propagandaarbeiten wurden auch in Polen geleistet, wohin von der Wiener Zentrale die Herren Höinrieb Pappenheim, Rabbiner Tobia Ho r 0 wi 12, Dr. Joel Po Hak, Moses B Tech und Herr Dr, Leb D e u t s c h 1 ä 11 d e r entsandt wurden. Diese Herren 0 r g a n i s a t i o n u nd Pro p a.g a n d a. Da die Zentrair'atssitzung unmittelbar vor den Hohen Feiertagen stattfand, konnte man mit den Organisations- und Propaganda־ arbeiten erst nach dem Sukkothfeste beginnen. Sehr hinderlieb für die Entfaltung einer systematischen Organisations- und Propagandaarbeit in Polen war der Umstand, dass infolge der mit Ungeahnter Vehetnenz auftretenden. Wirtschäftskrise in Polen das einzige tägliche or'thotoxe Organ der ״J u d“ sein Erscheinen einstellen musste. Trotz aller Anstrengungen könnte bis zum Ende; dieser . Berichtsperiode diese so schmerzlich empfundene Lücke noch nicht behoben werden. Doch dürfte das Blatt gleich nach pesach wieder erscheinen. Trotz dieser allgemeinen Schwierigkeiten hat" Agaäus Jisroel während des Bcrechtshalbjahres wesentliche Fortschritte auf dem Gebiete der Propagierung der Idee und der Organisierung. ihrer Anhänger erzielt. Allerdings sind die wichtigen R e so l nt i one n d e r Z;e n t r.a I r g t s s i t z u n g in Krakau, in bezug auf Propaganda und Organisation leider nicht verwirklicht worden, so die schon von der K e h e s s i o Gedaulo beschlossene A m e r i k a d e 1 e g a t i 0 n. Auch die Ausführungsbestimmungen, welche die Beziehüngeri der Lande.sorgariisätion zur Zentrale regeln »ollem Terrier .die Bestimmungen über *die Beziehung der Jagendgruppen zu den Landesorganisatione n, sind bis 2um heutigen Tage nicht erlassen worden. Eine wesentliche Veränderung auf dem Gebiete der Organisation ist die Verbindung der bisherigen ostg a 11 z 1 s ch e n L a n des z e n t r a 1 e mit der W a rschaaer Zentrale, die an der Lemberger Landes-, koftferenz ‘ (15.. Schewat) beschlossen wurde. Dement־ sprechend treten drei Herren aus Ostgallzien in die Exekuttve ein, und zwar die Herren Öberrabbiner Sejmdeputat Lewin, Sambor, Herr Josef Schönblum, Lemberg, und Jesef Lau, Koloniea, ferner wurden noch 15 Vertreter Ostgaliziens in die Leitung der Landeszentrale kooptiert. Rollte sich diese Konzentration der Kräfte bewähren, dann wird man darangehen können, auch das wolhynische und das Wilnaer Gebiet organisatorisch der Warschauer Landeszentrale anzugUedern. Ein wichtiger organisatorischer Fortshritt ist noch in T.ranssylvan i e n zu vermerken, _ wo nach der propagandistischen Vorarbeit von Herrn Wolf Pappenhelm und Rabbiner Dr. Joel Polläk die Landeszentrale der orthodoxen Gemeinden in Trassylvanien beschlossen hat, auf dem Gebiete von Keren Hathora im engsten organisatorischen Zusammenhänge mit der Aguda ' zu arbeiten. Auch die fortschreitende Intensität der Erez־Jisroel-Ar־ beit der Aguda hat dazu beigetragen, dass in verschiedenen Ländern, so in Transsylvanien wie in Polnisch-Litauen Palästinazentralen entstanden sind, ‘ die als Stützpunkte des organisatorischen Ausbaues der Agudas Jisroel wettvolle Dienste leisten. Die L a n d e.s v c r s a m m I u n g e n und D e 1 e giertentage, die während der Berichtsperlode in Leit- ׳ 1 a n d (27. Cheschwan), in Wilna (20. Adar), in der Schweiz (28. Adar) und in Holland (Mitte Adar) stattgefunden haben, ferner die Kölner Tagung der Jugendorganisation der Aguda in Deutsch-!and (im Cheschwan), ausserdem die Grün d ungs ve rsammlung der Poäle Emunei jisroel in Jerusalem (im Schwat) sind als wertvolle Zeichen organisatanischer Festigung zu vermerken. In diesem Zusammenhang möge auch auf die Tagungen der Delegierten der orthodoxen israelitischen Kültu^gemeiiiden in der SI0wakei (Bratislava, Adar), im Burgenlande (Eisenstadt, Scjhwat), in Transsylvanien (Klausenburg, Schwat), ferner ,auf die Rabbinerkonferenz in Byalistok und in;Warschau, als sehr beachtenswerte Momente des Organisationssinnes der Orthodoxen hingewiesen werden. P r 0 p a g a n d a : Die grossen: praktischen Aufgaben, die Agudas Jisroel, besonders auf dem Gebiete von Keren Hathor a imd K eren Erez Jisro el sich besonders . ■ ■■ : . . .. \ Palästina-Woche Pessach 5685 AUFRUF! Gemeinsam mit der Deutsch-holländischen Palästina-Verwaitung hat sich die Palästina- . Zentrale der Agudas Jisroel entschlossen, am kommenden Pessach, dem Feste des Frühlings und der Befreiung, dem wir ehtgegengehen, eine ׳ \ Ip zu veranstalten. Diese Palästina-Woche soll dazu dienen, die von der Agudas Jisroel lind den Amsterdamer Pekidim geschaffenen Iristitutiönen im Heiligen Lande aufrechtzuerhalten und auszugestalten, vor allem die bestehenden Schulen, in welchen etwa tausend Kinder unterrichtet werden, zu vergrossem, das Thorastudium zu fördern, Waisen, Kranken und Siechen Hilfe zu leisten, der Fülle orthodoxer Einwanderer in den ersten Wochen ihres Aufenthaltes in Erez Jisroel helfend beizusteheh; dann aber auch alle auf produktivem Erwerb gerichteten Bestrebungen zu fördern und zur Oesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse beizutragen. Die Palästina-Woche soll den. festen Willen der tradltlonstreuen Jüdenheit bekunden, an dem Aufjbau Palästinas im Geiste der Thora, auf allen Gebieten des religiösen, kulturellen und sozialen Lebens Ihren vollen Anteil zu nehmen. JedeSpende, gross und klein, ist willkommen. Die Gemeinden werden ersucht, insbesondere die synagogalen Eingänge der letzten Festtage Erez Jisroel zu widmen. Die Jugendgruppen haben wir gebeten, durch Samm- Jungen während der Halbfeiertage Beiträge für die. Palästina-Sammlung zu erwirken.*— Beiträge werden von den Vertrauensmännern der Palästina-Zentrale sowie der Deutschholländischen Palästina- Verwaltung und unmittelbar auf Postscheckkonto der Pa־ lästina-Zentrale Frankfurt a. M. Nr. 53.900 und der D H. P. V. Nr, 0553 entgegengenommen. — Lieber das Ergebnis der . Sammlung wird öffentlich quittiert. Amsterdam» Berlin, Frankfurt a,M. $mM haben mehrere Wochen in Polen verbracht uni in Be- RleitünK׳ der' Mitglieder der Warschauer Landeszentrale, von •denen Herr Senator Deutscher Und M e n d e)- so'hii; Sejmdeputaten Oberrabbiner Le win und Scb ä- P i r a, M i n ’s b e r g, S t e m p e 1, i r k e s, Rabbiner Meier!Don P101zk 1 lind Alexander Sissie Friedmaüti hervorzuheben sind. Warschau, Wi 1 iia. Bia 1 ystöck* K i e 1 c e, Radom, Krakau, Sosno \v i c e, 0 st r 0 w c e, Przcmysl, D o b r o m i 1, Przemslany; Lembefg, ZIoczow, Kölomea, Stryj, S;a־mb'or wurden besucht.'* Die grossen Propagandavorträge in diesen Städten haben ideell wie materiell grosse Erfolge" für die Aguda gebracht. Von der Frankfurter Palästinazentrale waren Herr Julius Holla n d e r, aus Rumänien' besucht. Die grossen. Propagandavorträge in diesen" Städte haben ideell wie materiell grosse Erfolge für‘ die Erez Jisroel-Arbeit der Aguda; gearbeitet. Es soll an dieser Stelle hervorgehoben werden, dass die grosse Propagandaarbeit für die Aguda in Polen dänk' dem .Gerer Robbe, der eigens nach Warschau kajm, einsetzte, dass die Anwesenheit des Czartkawer Robben, wie des Wiznifczer Robben1 in Polen auch'für die Aigiisda ”von-grosser Bedeutung war. Auch haben die Aufrufe und Bhfefe vom Grossrabbiner M. F r.ved m a nn, Sadagora sehr gut gewirkt. Ueber die Reise des Czortkowcr Robben erstattete ’ sein. Sohn, Rabbi Beer Friedmann, Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses im Zentralbureau in Wien; ausführ־ liehen Bericht. In den anderen .Ländern haben Herr Jakob Rosenheinj Anfang Kislew in Br a tis 1 a v a (Siowakei), Henr• Rabbiner L e •w e n s t e 5 •n, Zürich, in ■ Holland anit Hiren Vorträgen die Idee der Agudas Jisroel gefördert, ln Deuts ch J and hat die systomatfeche Arbeit der Agiida weite Gebiete, intensiver als bisher, erfasst. Die Konferenz orthodoxer Verbände während der Chanüah- Woche in Hamburg liab'en propagandistische׳ wertvolle Dienste geleistet. Die י auswärtigen Gäste, Grossrabbiner Markus Friedman n aus Wien, die li t a ii i־‘ sehen Rahbonim, Oberraibb. Kahnemänn usw. haben ׳ in Deutschland mehrere' Städte besucht und mit ihren Vorträgen für den Keren Hathora auch im allgemeinen fiir die Idee der Aguda gewirkt. Die Erez Jüsroe 1-Kמסferenz der agudis'tisohen Paiästinazenträlen in Frank־, furt in Schwat dieses Jahres liat ebenfalls nicht ver-• fehlt, nebst der sachlichen Arbeit auch propa«§ndfe£scb wertvolle Dienste zu leisten. r; ' fi Finähzen: Die Krakauer . Zentralratstagurig hat auch die Flnanzgebaramg der Agudas Jisroel atef neue Grundlagen gestellt. Die notwendigen haltung der zentralen Verwaltung flössen der Organisation . aus den Beiträgen der eteebieh "׳Mitgtieder aii• •die* •&ntTale* (Tr umas CJ1 o.wer), ־ ferner aus der SeJbStbesteuern« opferwiil•i.ger Freunde.׳ Wenb'׳:iltudh •däe׳ finanzielle Disziplin vielfach;zu Wünschen übrig lässt, und •das V e r s t ä n d nis f ü r di e B e d ü r fniss e dier Organisation( selbst.;:bei',:’'.!be!ge^s|erteh Ägudfetcn oft erstaunend, mangbilnd,■■^;■ist,־;" so konnte die "zentrale Verwaltung der ’ Aguda, wehh auch ־Wesenflidi eingeschränkt, doch fn dem Masse aufrecht ’erhafteh bleiben, wie sie* nach der kenessio geschaffen wurde. Selbst das Ersclreiuen des Zentralbrgaries ״Haderech“ bat fast einen regelmässigen Ghandcter getragen. Politische Arbeit:. Tn diesem Kapitel he•:• richten wir über Aktionen der. Agüdaleitung, die im engeren. Sinne unter Politik verstanden werden. Im engeren Sinne verstehen wii* unter ,,Politik“ jene Arbeiten der Agudas Jisröei, die sie bei Verwirklichung Ihrer Ziele und Ideale mit* den politischen Faktoren der Welt in ,Verbjiwturjg •bringen. Die Krakauer Zcßtralratstagung •bat durch die Fassung einer Reihe von Res9jn1tioneri hi Angetegenheit des geplanten C^.etneiaidegesietzes in’Erez jisroel dfe j%bt-. Ifnien für die politische Tätigkeit der Agudas Jisroel gegeben. Zur Verliirderung der Sanktsonienung des geplanten; Gerne!ndegesetzes des Waad. Leiunj, das nach der Re^ohition der Zentralratstagung in seihen GTnmdprtrc&ipJen den Satzungen der Thora und den. Prinzipien! ides reKgiösen Gesetizes wcderspricht, hat der ■Präsident'dös Geschäftsführenden Ausschusses, Wien, Rabbiner; Dr; Pipchas K'o hn in London Schritte untemontmen. Nebst der Aufklärung der in Betracht kommenden politischen Stellen hat er auch die Aufmerksamkeit bedeutender ParJamentarier auf das Unrecht gelenkt, das durch den geplanten Gemeindegese׳tzentwurf der religiösen Gewissensfreiheit m Palästina zugefügt werden würde. Der Kolonfalndnäster wurde auch in diesem Sinne im englischen Unterhaus interpelliert. Kolonialtminister Amery erwiderte auf die Interpellation, dass die WünscJie aßer Gruppen in Paiä- ^tina hi Betracht gezogen werden. Einen weiteren Schritt' unternahm Agudas Jisroel in Angelegenheit des Gemeindegesetzeiltwurfes und der übrigen Wunsche der Agruda in Erez Jisroel in Genf anlässlich der Tagung der Mandatskommissiion! des Völkerbundes. Herr Jakob Rosenheim und Herr Sally G ׳u g g e n h e k m! liaben Gelegeriheif gehabt, mit den Mitgliedern der Vöfkerbundkommission, ־wie auch mit demjtfigh Commissioner Sir Herbert Samuel jr Genf zu sprechen. Auch diese Intervention hat sehr gute Erfolge gezeitigt. Das Regkmcngssekrefariai tn Jerusalem• hatte im Verfolg der in Genf stattgebafrten Unterredungen

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