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Jüdische Presse · 1925-04-08 · 14-15 (8.4.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
14-15 (8.4.1925)
Date
1925-04-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V.b/b.- 1src»fl»F Tjf;ii v 0 r G1 tat ctbibii ötli ■ נ1ס ־.$. i 0 1: v 1»ל• ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration: Wien, II.,Leopoldsnasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschecho-Slowäkei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag.! Abonhementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowäkei tschech. K. 7p, Einzelnummer osi K 3000, äas übrige Ausland 2; Dpllar.; ’ Zahlungen für OesterrdcJlt PostsparkassenamtWien, Koni« Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für UAgärn I Posisparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-Slowäkei : Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. . 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Luzern VII. 1470; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 ( Hr.; 14/15 Wien-Bratislava, 8. Apri11925 .כ*ה ויענה־סריגססבורג יד־ גיס; תיס׳ה 10. Jahrg■ 0©3S©(3Ü©3iä£Doi5©(׳>vS©(£92©®!5<׳öߣ ■ 1 כ ח פז ו ןin Eile sollte das erste Pessachopfer genossen werden. Altjüdische •Weis-heit äusserte •die Meimaig, dass!diese Plicht־ ein •Albibild der Situation sein spüte, unter der sich die!Befreiung ׳und Erlösung vollzog. Di1 am tiefsten schürfende Meinung behauptet; dass das Ereignis in Erscheinung getreten wäre als ein eiliges Werk seitens der Vorsehung, die den Augenblick gewählt bat, in welchem die Enkel Abra- ׳hatns durch pünktliche Hingabe an das Wort des Allmächtigen, durch lückenlose ‘ Erfüllung der an sie im Namen G-ttes ergangenen Befehle sich der Erlösung würdig gezeigt •haben; das w är e die,•Bedeutung der Verkündung, die einen nur der Allwissenheit des Ewigen bekannten, auf die 1Sekunde genauen Zeitpunkt als den Augenblick des Erlösungswerkes ,bezeichnet hat.;Eine andere Meinung besagt, die Eile _ wäre ein Abbild gewiesen; der Grundstimrnung,!. unter der Pharao und sein Volk die Juden entlassen halbe; die H#msuchungen, denen sie' ausgesetzt waren, , aber ebenso sehr auch die ■unbedingte, wenn auch \yklerwillige, Achtung vor der gewaltigen menschlichen Grösserer Erlösfung.;;Verkünder haben die Entschlüsse , , Aeg־ypte1^s]undtsein^rr.HerrsclJ1er «sefojjdcli •ausser- ‘: ' halb .des JRähihen's. jeder Staatsraisp’n; und;aller ppliti■:; schenf: Erwägungen bewegen ״lassen, dass sie einen AugejibHok .l'an® -;rein;!imenschliche Momente haben walten ,fassen.. ׳Dass .׳diese;Augenblicksgrösse Aegypr tens sehr bald : ,yon •staatsökonomischen ׳Rücksichten־ verdrängt ׳wurde ■und. dass 'diese Umkehr für Pharao in Aegypten: das Verhängnis besiegelte, ist bekannt. Eine dritte ׳Meinung endlich sagt, •die Eile wäre auf Seiten Israels :gewesen.. Die Eile, die nur das eine Streben kannte,;aus dem unwürdigen ■Zustand heraus- Entkommen •und im- ׳vollen Vertrauen auf die Verheissung des Allmächtigen •um;die äussere Gestaltung des Morgen •dem Augenblick entgegenzugehen, in de!m ein ganzes Volk seinerseits ■ausschliesslich als Diener des Allmächtigen sich bewähren könnte. - Man muss diesen ,Dreiklang in seinem Ohr nach- •klingen lassen, so ■man erleben will, was es bedeutet, wenn ein Wort aus altersgrauen Zeiten uns kurz und bündig ^agt, nur die erste Erlösung war ב ח פ ז ו ן in Eile, '■]Die letzte Erlösung hingegen würde sich nicht uutei: denselben Voraussetzungen vollziehen. Da unter der Frühlingsstimmung des Pessachfestes sich gewiss jeder ernste Jude ,sich und seinen!Kindern die Frage vorlegt, ob sich denn nun •wirklich in •all׳ •dem Gescheiben ■unserer Tage;ein ■untrügliches Symptom der letzten Erlösung offenbare, so ist es eine ernste Aufgäbe, \ sich mit jenem kurzen Wort auseinanderzuseteejj. Es darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt ׳bleiben, dass ,viele Rufer iin Streite!unserer Tage dieses •Wort dahin gedeutet haben, als wäre die Erlösung, welche ׳Israel■ den ■endgültigen Frieden bringt,!lediglich ein Werk geschichtlicher Entwicklung, put Ausschaltung alles Wunderbaren, besonders des Eingreifens der g-ttlichen. Vorsehung. Dass diese Meinung so. ■furchtbar weit Platz greifen konnte, ist eine Tatsache■, die!uns am Sederaibend Tränen der Scham entlocken sollte und.die uns so recht verstärk!- lieh• ׳macht, dass das bekannte kalendarische Zusammentreffen des Abends izum IS, Nissan mit dem Abend zum 9. Av auf denselben Wochentag die •fur.cht- ׳bare Lehre predigt, dass׳ forriner dann, wenn Juden TiicJit ■die richtige innere Stellung •zum •Erlösirngsgedanken des Pessachfestes. •fanden, ’ am 9. Av die erschütternde fränensaat irrender und .irregeleiteter Herzen;auf ■zerstörten Heiiigtümem in die Halme, schoss. Die jüdische Gemeinschaft sollte wirMidi den•; ganzen Gedankeiubereich •des!Pessaclifestes als eine Schiüe beträchten, in der sie das ganze , Ä und. 0 ' ihrer Geschichte lernt. An Sie Glücklichen in Israel ergeht ihr Ruf, dass sie ihre; ganze Einstellung auf die Idee zurückführen soll, G-ttesvolk zu werden, selbst die Einstellung m ■dem Problem ■der Siedlung des heiligen Landes., , . Y; Die fast .4000 Jahre, des innigen. Gebu׳ndensei׳ns an G-tteswort gestatten uns nicht den.;Anspruch zu erheben, ausf Grund einer, augenblictlidhen Begeisterting der ׳Erlösung teilhaftig;.zu werden, sondern ■ein , solcher Adel verpflichtet ztir nachhaltigen Treue. *Mit; dieser Treue;müssen: auch, ■die Entsdiliessungen •anderer YößBex ■gewogen :;werden,;die Deklarationen, die andere Völker!zugunsten ■der Juden geben, darauf- 1hin■ geprüft ■werden, ob, sie;■ wükliQj^; Uimkehr■■ von rück-. ״sicht§lösen ״politisölieTi 1'Maciv!׳nä'iäS1veri,<־־״׳־zur ^Besserung1 auf Mienschenädel ■und E־s existiert kein Rechtsanspruch; der Judenheit auf; Grund historischer Tatsachen, sondern wirmüssen verlangen, dass die Völker der •Welt in ihrem Völkerrecht •und Völkerbund endlich verankern den Rechtsansprach des •Ewigem1 d!ass seine Kinder ihm zurückgegeben ׳werden. Freilich!müssten diese jüdischen Kinder den Mut haben, diesen Rechtsanspruch G-ttes an die Menschheit atmmeldcn. ..und sich nicht hinter fiktiven ,bfistorisohieu. lÄhsp^üdien verstecken, dem, 0!bjektiv ׳historisch kiel gleich wertige Ansprüche ■entgegenges,teilt werden, könnten. Eine Verheissung .aus dem Munde des ■Allmächtigen■ haben nur die Enkel Abrahams und wir sind überzeugt, dass, wenn 15 Millionen Menschen nichts anderes als diese Verheissung der Welt präsentieren ■und mit der Verheissung das Gelöbnis, •im. Lande ■der Verheissung nichts anderes zu erstreben als ■die Innngkeit des Verhältnisses ׳init ihrem Schöpfer, dann wäre •der, .;grosse Augenblick der Menschheitsgeschichte gekommen. •Wehe ׳dem Geschlecht, dfiss .in der Eile eines Augenblickes politischer Konstelation sich entfernt vom Wege .zum Sinai! Seit 2000 Jahren wartet .G-tt der, Allmächtige; auf,.diesen'Augenblick, in dem seine Kinder nichts mehr empfinden, •als •die Sehnsucht •nach!ihm. P. K. Zu Pessäch. פסח das Fest1 der Freiheit naht heran.. Allenthalben m den jüdischen Häusern wird das Chamez, das •böse Ferment weggeräumt und dem ungesäuerten Brote, dem Symbol der Eile Jisroels zum Dienste G-ttes Platz gemacht. Mit Jung und Alt wollen wir ausziehen zum Dienste G-ttes, war Moses Verlangen. Die heilige riDD-Nacht, da wir unseren Hausgenossen, besonders den Kindern erzählen, wie der G-tt unserer Väter uns hinausgeführt hat aus der tiefsten Sklaverei zu den lichten Höhen reiner G-tteserkenntnis, sie übt'auf unsere Jugend eine nachhaltige Wirkung aus. An diesen Abenden, wo Millionen, jti'discher Kehlen sich vereinigen, G-tt zu preisen, dass er uns zur geistigen Freiheit erlöst, ,an diesen Ahem den stärken . ׳wir uns zur Weiterarbeit im Dienste G-ttes und unseres Volkes, zum Wohle und zur Erleuchtung der Menschheit. .! Wir durchdenken « ,die!wunderbare Geschichte Jisroels,•;das!durch Jahrtausende dem schwersten: Drucke widerstanden hat, das durch die. Jahrtausende ■der Verfolgung sich erhalten hat, /zur Ehre G-ttes. ■Sich erhalten hat, weil sein Palladium, die Thauroh, ■ihr die Kraft gibt; alle Leiden zu ertragen, in dem Bewusstsein, geschaffen zu sein, den Namen׳ des einig-einzigen G-ttes ■der Welt einzuprägen und diie höchsten ethischen Güter der Menschheit in Wort und Tat zu lehren. Die Vereinigung der Jereim' in einer alle umfassenden Organisation ׳ hat gut begönnen, entwickelt sieh kräftig׳ und die Zusammenfassumg all ihrer Kräfte für תודח/ עבודה וג״ח wird uns der Zeit näher bringen, wo wir wieder im lie H i1ge!n ירשלים wenden den פסח feiern; כביטי קדם W. P;‘ Die Jeiyish-Agency-Frage. ' Dr. Weizmann hat vor seiner Abreise aus Amerika einem Vertreterder Jüdischen Telegraphen-Agentur seine . Auffassung von der nächsten Entwicklung der Jewish! 1 Agency-Frage 'dargelegt, nachdem seine Verhandlungen : mit den amerikanischen Nicht-Zionisten aü,f der wieder-, holt mitgeteilten 1 Grundlage abgeschlossen wurden. Bei dieser Gelegenheit äusserte sich Weizmann hach de» J. T; A.-Berichte wie folgt: ■ , ' ' י'.י ־ :; Bezüglich einer Uebereinstiinmüng mit der orthpdoxen Weltorganisation Agu,das Jisroel und der Möglichkeit ihrer Teilnahme an der Jewish jisroel und der Möglich- Weizmann, er habe in Wien Gelegenheit gehabt, mit dem ' Präsidenten der Aguda, Dr. Pinchas Kohn, zu koHferiereu. In Verfolg dieser Unterredung beschloss die Zionistische Exekutive, zunächst ein Komitee zu bestimmen, welches mit Vertretern der Aguda über die Schaffung eines Ein- Verständnisses zwischen der Zionistischen Organisation und " der Aguda betreffend die palästinensische GemeindeorcH... nung verhandeln solb Es hat den; Anschein, dass ,über diese» Punkt, der so viel Agitationsstoff geliefert hat,;eine Uebereinstimmu.ng ,;erzielt , werden, wird. ,Dr. Weizmann,, glaubt, dass die Aguda gleich allen anderen jüdischen Organi-, sationen sich an. der Jewish Agency auf,,:der Basis ,!der(, , konstruktiven Mitarbeit. an dem Aufbäuwerk beteilige^ wird. ח ״' ' -; Wir wissen nicht, worauf Herr Dr. Weizmann. seirni , Vermutung stützt, dass hinsichtlich ..der, palästinensische*^ - Gemeindeordnung die, Voraussetzung zu einer Einigung; zwischen Agudas Jisroel und Zionistischer Organisation bereits gegeben sei. Hoffentlich unterschätzt Herr Doktor Weizmann in seinem Optimismus dabei die; starken Kräft^ nicht, die einer solchen Einigung entgegenwirken, weil sie; noch weit davon entfernt sind, der unabhängigen Orfho•« , doxie, Erez Jisroels das ihr unentbehrliche Mindestmass freien Lebensrechtes freiwillig zuzugestehen. Allqin diese Frage soll zunächst unerörtert bleiben. Was ab^erdie Agency betrifft, so scheint es uns« notwendig, die Diskussion zu de,r Grundlage zürückzuführen, von der allein die mit einiger Aussicht auf Fruchtbarkeit geführt werden kann. Dass ״Agu.das JisroeF* an Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wien# GRÖSSTE Internationale, KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUF^QUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL Ü. TRANSFORMATIONEN o« OTHMAR SCHIFF, WIEN, I., KÄRNTNERRING Nr. 6 :: aufxusuchen I Liefert seit mehr als anderthalb Uahrzehr» ten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialistin Brautscheiteln. 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