Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 12 (20.3.1925)
- Date
- 1925-03-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 78 JÜDISCHE PRESSE Nr. 12 T6 CHE CH 0~SL 0 W AK EL Errichtung e’nes jüdischen Altersheimes in Kosice. Die ,Jüdische Presse“ berichtete bereits über die Bestrebungen, die seit längerer Zeit in Kosice zur Errichtung eines jüdischen Altersheimes im Qange sind. Zur Verwirklichung dieses beachtenswerten Planes hat sich ein Sohderverein gegründet. Wir• erhalten nun von der Leitung dieses Vereins einen Appell an alle edelgesinnten Juden!1 und Jüdinnen, den wir gerne der OeffentHchkeit übergeben, indem wir auch unsererseits uns dem Wunsche! anschliessen, dass diese hochwichtige, einem: wirklichen Bedürfnis entsprechende sozi a 1 e H i 1 fs a n s ta 11 in den weitesten Kreiien gefördert werden möge. ״Die Ziele des Vereins, für alte, kranke Glaubens? genossen ein Heim zu errichten und für jüdische Kranke ein Krankenhaus aufzustellen, wo sie rituell verpflegt und versorgt werden können, sind so edel und heilig, dass! inan nicht viele Worte zu verlieren braucht, um sie nach Gebühr zu würdigen. ' Wir stehen schon knapp vor der Türe der Verwirkfichung. Die Kaschauer jüdischen Gemeinden und Ge1־ meihdemitglieder wetteifern, um ihre finanzielle Hilfe segensreich darzubieten. Freudig können wir feststeHen^ dass der Präsident der Republik, T. G. Masaryk! auch mrt einer grösseren Spende zur Verwirklichung der edlen Ideen beigetragen hat., .. Diese Mittel genügen jedoch noch immer nicht zur Verwirklichung der,, Vorgesetzten Pläne. Wir. sind dahey gezwungen, uns an unsere Brüder, an die edlen; ,Menschenfreunde im In- und Ausland, zu wenden. Kommet, helfet uns! Bietet alles auf, dass wir mit der Errichtung der obigen Institutionen nicht ins Stocken geraten. Sendet Eure Spenden: Kosicer Central bank, Kosice, für Al t e rs h e i m f.o n d s und. Spital der jüdi? sehen Korporationen. ׳ Jeder Betrag wird dankend quittiert und׳ wird den edlen Spendern den himmlischen Segen sicher herbeiführen. Mit glaubensbrüderlichem Gross Verein für Errichtung des jüdischen Altersasyls und Spitals in Kosice (Kaschau).” Dementi. .10 des ״Jüdischen Herold“ eine Kontroyerse zwischen erschien ein Oberrabbiner der orth. Landes-J Pensionsfrage auf In Nr. Bericht über Reich in Vrbove und dem Präsidium kanzlei während der Debatte über die der׳ orthodoxen Tagung in Bratislava. . Von zuständiger Seite werden wir dahin informiert, dass, der: ganze Bericht te n d e n z i ö s ‘ist und eine Reihe t a t s ä c h 1 i c h e,r D n r i c h t i g.k eiten enthält. Wir begnügen uns damit, im folgenden deren einige zu berichtigen. 1. Oberrabbiner Weber hat Oberrabbiner Reich keineswegs beleidigt• In seiner Erwiderung auf die voq Oberräbbiner R. klar geäusserten Verdächtigungen hat Oberrabbiner W. unter anderem bloss erwähnt, dass Ober-: rabbiner R. am allerwenigsten berechtigt sei, andere zu verdächtigen, solange, er dem von einem grossen Teil seiner Gemeinde längst geäusserten Wunscne nach Verrechnung gewisser amerikanischer Gelder, die ihm angeblieh zu wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt; wurden, nicht entsprochen hat. 2. Ebenso kann die Erwähnung eines Beschlusses des Verwaltungsausschusses — der zudem noch über eigenes Verlangen Oberrabbiners Reich gefasst wurde —,• wonach er bloss einen , Teil der rabbinischen Funktionen auszuüben berechtigt sei, als persönliche Beleidigung bezeichnet werden. 3. Oberrabbiner H i r s c h 1 e r hat Oberrabbiner, Reich gegenüber niemals zugestanden, dass ein Betrag; vom Pensionsfonds zu Kanzleizwecken verwendet werde sollte, sondern nur gesagt, man habe die Bewilligung1 erhalten, den Betrag vom Konto des Pensionsfonds leihweise für Kanzleizwecke zu entnehmen, ohne jedoch von dieser Erlaubnis jemals Gebrauch gemacht zu haben. Ein Fest der Agudas Jisroel in Topolcany. Sonntag, den 19. Adar stand die ganze Gemeinde Topolcany im Zeichen der Aguda-Idee. Aus Anlass des fünfjährigen Bestandes der Jugendgruppe und des סיום über סם׳ יומא des דף יומי -Lernens wurde von der Orts- ■und Jugendgruppe eine Propaganda- Versammlung mit anschliessendem Bankett veranstaltet. Die Veranlassung zu dieser Veranstaltung war umsomehr gegeben, ׳als gerade die Topolcanyer Aguda und besonders deren Jugendfgruppe ׳mit Befriedigung auf ■die Arbeitsleistung und die Erfolge ׳während dieser kurzen Zeitspanne zurtickbdScken darf. Mit fünf Mitgliedern hat die Gruppe bei der Gründung ihre Tätigkeit begonnen und heute vereinigt sie bereits 8 0 zielbewusste, von den I de al'en ־ d.qs tb0ra t reuen Judentums erf ü Ii t e. i u h g e q r t h o d 0 x e Juden כ | י ר ב ו die begelsterimgsVoll all die Pflichten auf sich nehmen, welche ihnen von der Aguda auferlegt werden. Sie veranstaltet regelmässige שיעורים und Vorträge, die fast von allen Mitgliedern gut besucht werden. Angesehene Baalebatim, hervorragende תלמידי חכמים der Gemeinde und befähigte Mitglieder der Jugeridgruppe stellen sich gern in den •Dienst der guten Sache und leiten die verschiedenen שיעורים und Kurse hingebungsvoll und mit tiefen!׳ erzieherischen •Verständnis. Dass hier auch die Idee des דף יומי begeisterte Aufnahme fand, ist nach dem Gesagten selbstverständlich. Die Lemvorträge der Herren Oberrabbiner Weisz, Hirsch Kornfein, Mordchai Zarkower, Lippmann Donath, Heinrich Friedmann, Herrn; T r u t z e r, S. G e 1 b, Paul Link, Bcla L i n k und Samu B e r n f e I d• schufen in den Kreisen der heranwachsendlen Jugend eine Atmosphäre der חשקת התו ר ח die jene gute Saat, die von vortrefflichen Jugendbildnem vom Schlage .R. Chajim F ü r s t s mit unermüdlichem Fleisse gesät wurde — nun in der Agudas J i s r 0 e 1 ־ J u g e n d g r u p p e Zur Freude der älteren Generation fruchtbringend aufblühen lässt.׳ Ausser dem לימוד התורה/ der vernehmlichsten Aufgabe dier Jugendgruppen, widmet sich die Topolcanyer Jugendgruppe in vorzüglich organisierten ״Sektionen“ mit beispielgebendem Eifer auch allen anderen Einzelaufgaben der Aguda und sie wird darin sowohl von der Gemeinde als auch von den Baalebatim tatkräftig unterstützt So nahm auch die ganze Gemeinde Anteil an dem Fest, das dazu dienen sollte, auf die zurückgeiegte Etappe Rückschau zu halten und sich für die weitere Arbeit zu rüsten. Ausser den N a c h b a r g r u p p e n folgten auch die Herren Wolf Pappenheim und Dr. Deutsch 11 änder vom Wiener G. A. und Jakob Joel Braun als Vertreter der slowakisehen L a n d e s 0 r g a nd s a 110 n, sowie die Herren H. Kohlraann und Salom. Fischh0f in Vertretung des Jugendverbandes,!und andere Gäste der Einladung. Im Bahnhofe wurden die Gäste von Deputationen der Orts- und! Jugendgruppe herzlich empfangen, sodann im Hause des Gemeinde- und Ortsgruppenpräses Herrn Josef M. Bern.feld gastfreundlich bewirtet. Hierauf fand bei Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Abraham Weisz eine kurze Vorbesprechung über die lokale Aguda-Tätigkeit statt. Um "4 Uhr nachmittags versammelte sich Jung und Alt in dem neuen, im Bau noch nicht ganz vollendeten, von Herrn Jakob Rosenthal in Nedanocz :der Gemeinde gestifteten und aufs herrlichste ausgestatteten בית המדרש zu einer Volksversammlung.,. Der, prachtvolle, festlieh geschmückte, grosse Saal war bis'auf den letzten Platz dicht besetzt. Mehrere hundert Leute, darunter die חשובי העיר und!die לומדי תורה waren anwesend. Auf der׳ Galerie nahmen die Frauen Platz. Als erster ergriff Herr Oberrabbiner Weisiz das Wort, um die Versammlung zu eröffnen und die Gästa zu begrüssen In wenigen scharf g'emeisselten Sätzen zeichnete er die Bestrebungen der Agudas Jisroel und schilderte den Widerhall, den'das Aguda-Programn! in seiner Gemeinde und besonders im Herzen der Jugend gefunden hat. Er beglückwünschte die Jiigendgruppe zu ihrer erfolgreichen Arbeit und bezeichnete sie als Stolz der Gemeinde. In warmen Worten begrüsste er die auswärtigen Gäste, •im besonderen den greisen Vorkämpfer der Orthodoxie, Herrn Wolf Pappenheim, dem die Versammlung stürmische Ovationen bereitete, und i:1 laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners Simon Schreiber aus Erlau verlässlich כשר auch heuer wieder in garantiert reiner und ausgiebiger Qualität zu haben bei Heinrich Franck Söhne In Kosice Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht d. 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Als erster Referent dankte Herr Pappenheim sowohl dem ,Oberrabbinei־ als auch der Gemeinde und der Versammlung für die Be? grüssung und entwarf ein klares und wahrheitsgetreues Bild von der Geschichte der bisherigen Entwicklung und der vielseitigen fruchtbaren Tätigkeit der Agudas Jisroel. von ihrer Gründung bis auf den heutigen ,Tag. Er schilderte anschaulich die Hindernisse und Schwierigkeiten , aller Art, die von den Führern der Bewegung bisher auf Schritt und Tritt überwunden werden mussten und noch überwunden “werden müssen, um den organisatorischen und praktischen Zielen der Aguda langsam aber sicher nähet־- zukommen und wies dankerfüllt zu חשי״ת auf die Erfolge hin, die trotzdem erreicht wurden. Eingehend beschäftigte er sich mit den Problemen des ישוב ארץ ישראל und den Methoden, die Agudas Jisroel bei ihren Arbeiten im Heiligen Lande mit gutem Resultate anwendet. Als er geschlossert hatte, wurde ihm von der gesamten Versammlung rauschender Beifall gezollt. Hierauf hielt Herr Dr. Leo Deutschländer, Direktor der Keren Hathora-Zentrale in Wien, einen formvollendeten Vortrag über die Wesenszüge der Aguda-Arbeit. Seine geistreichen, tief in der Gedankenweit des Judentums schürfenden Ausführungen gipfelten in dem Nachweis, dass sowohl die Palästinaarbbit als auch besonders die Aktionen, zur systematischen finanziellen Förderung der ישיבות und Thoraanstalten sich aus der Aguda-Idee ergeben und einer dringenden Not- Wendigkeit entsprechen. Mit eindringlichen Worten forderte er die Versammlung auf, sich an der Sammlung für den קרן התורה zu beteiligen. Seine Rede machte auf die . Versammelten einen tiefen Eindruck und löste grosse Begeisterung aus. Nach ihm sprach Herr Braun über das Thema ״Was ist uns Agudas und was soll sie uns orthodoxen Juden in der Slowakei?“ und erntete mit seiner Rede reichen Beifall. Zum Schluss fasste Herr Oberrabbiner Weisz die Berichte und programmatischen׳ Darlegungen der Referenten zusammen und appellierte an׳ sämtliche Angehörige seiner Gemeinde, dem Rufe der in: der Agudas Jisroel vereinigten גדולי הדור opferfreudig Folge zu geben. Unter allgemeiner Begeisterung nahm die imposante, in jeder Beziehung wohlgelungene Versammlung־ ihr Ende. Am Abend fand in demselben Saale zu Ehren der Gäste ein vorzüglich arrangiertes Bankett statt. Wieder war der Saal besetzt. Den Arrangeuren Herren Ludwig Weil, Max Stern, Julius Link und Jenö Vogel gebührt für die umsichtige Veranstaltung höchstes Lob. Nachdem Herr M. Zarkower die מס׳ יומא beendet und am' den הדרן eine׳ gutdurchdachte דרשה angeschlossen.׳ hatte, begannen die Tischreden, in denen” der Jugendgn ppe; Anerkennung für ihre zielbewusste Arbeit gezollt wurde. Wieder eröifnete Herr Oberrabbiner Weisz die Reihe der Redner. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck,'*dass der Gedanke der Agudas Jisroel in den Herzen seiner Gemeindemitglieder solch tiefe Wurzeln geschlagen hat und forderte sie auf, den guten Vorsätzen durch sofe-nige Vornähme einer Sammlung für den ״Keren H a t h o r a“• die gute Tat folgen zu lassen. Der Aufforderung wird sogleich durch die Herren Josef M. B e r ri f e 1 d und David Löwber entsprochen. Tiefen Eindruck machte die schöne Rede des Herrn Hirsch Kornfein, in der er inv Rahmen gediegener ד ב ר י תורה die Jugend zum Ausharren auf dem eingeschlagenen Wege aneiferte. Sodanrs sprachen noch die Herren Dr. De ui schiänder, Wolf Pappenhei m, Eugen Schlesinger (im Namen der Jügendgruppe), Rabbiner Elias Berger aus Nelipeno.. Bela Link { ש ט ע ת ת א )• Salomon F i s c h h 0 f aus Bratislava (namens des A. J. Jugendverbandes) und schliesslich Herr Chajim Fürst, der angesichts dieses Festes mit berechtigtem Stolze auf die Erfolge seiner pädagogischen Tätigkeit in dieser Gemeinde zurückblicken darf. Nachdem das Benschen in üblicher Weise lizitiert worden war, wurde das herrliche Fest urn 1 Uhr ir. der Näc^l mit dem ברכת המזון geschlossen. Die , schönen geistigen Erlebnisse dieses Tages sichern der Aguda einen dauernden Erfolg und werden allen Anwesenden lange in Erinnerung bleiben. Installation des Oberrabbiners in Sala n. N. Montag den 20. Adar wurde Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner M. S t r a s s e r ln sein neues Rabbjnat in Sala n. N. unter grösser Beteiligung in feierlicher Weise eingeführt. Die Ortsbehörden und alle jüdischen Nachbargemeinden waren deputativ vertreten und beglückwünschten die Gemeinde zu ihrem neuen religiösen Oberhaupt. Näherer Bericht folgt. Pressburger Sammlung für ortsansässige Arme, Das Hilfskomitee der orthodoxen Gemeinde in Bratir slava versendet soeben den Jahresbericht pro 1924., In der Einleitung gedenkt der Bericht in warmen Worten des jüngst verschiedenen Komiteemitgliedes, Herrn Josef Kaltmann s. A., uqd fördert die Gemeinde, zu grösseren Spenden, damit das Komitee den gesteigerten Anforde' rungen gewachsen ist. Der Bericht bilanziert mit emem Betrage von tschech. K 29.512.07.